Schlagwort: Jean Castex

  • SNCF unter Druck: Der Bahnstreik vom 10. Juni könnte erst der Anfang sein

    SNCF unter Druck: Der Bahnstreik vom 10. Juni könnte erst der Anfang sein

    Der landesweite Streik bei der französischen Staatsbahn SNCF am 10. Juni hat den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt und zugleich die sozialen Spannungen innerhalb des Konzerns sichtbar gemacht. Was zunächst als eintägige Mobilisierung erscheint, könnte sich rasch zu einem längeren Arbeitskampf entwickeln. Darauf deuten die Äußerungen der Gewerkschaft SUD-Rail hin, die bereits angekündigt hat, dass es „selbstverständlich weitere Schritte“ geben werde, sollten die Forderungen der Beschäftigten weiterhin unbeantwortet bleiben.

    Im Zentrum des Konflikts stehen klassische soziale Themen: Löhne, Arbeitsbedingungen und die Organisation des Unternehmens. Die Gewerkschaften kritisieren, dass die Belastung der Beschäftigten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sei, ohne dass sich dies ausreichend in der Vergütung niedergeschlagen habe. Gleichzeitig sorgen interne Umstrukturierungen und die fortschreitende Öffnung des französischen Bahnmarktes für Wettbewerb für Verunsicherung unter den Beschäftigten.

    Besonders bemerkenswert ist die ungewöhnlich breite gewerkschaftliche Allianz. Mit CGT, UNSA, CFDT und SUD-Rail haben sich sämtliche repräsentativen Gewerkschaften der SNCF dem Streik angeschlossen. Eine derart geschlossene Front war in den vergangenen Jahren selten zu beobachten. Die Einigkeit verleiht den Forderungen zusätzliches Gewicht und erhöht den Druck auf die Unternehmensführung.

    Hinter dem aktuellen Konflikt steht eine tiefere Debatte über die Zukunft der französischen Eisenbahn. Die schrittweise Liberalisierung des Bahnsektors, die auf europäische Vorgaben zurückgeht, wird von vielen Eisenbahnern als Bedrohung des traditionellen SNCF-Modells wahrgenommen. Sie befürchten einen zunehmenden Wettbewerbsdruck, Stellenabbau sowie eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Die Unternehmensleitung hingegen argumentiert, dass die Reformen notwendig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig zu sichern.

    Der Ton zwischen den Konfliktparteien bleibt bislang angespannt. Julien Troccaz, einer der führenden Vertreter von SUD-Rail, warnte die SNCF-Führung davor, den Konflikt durch eine Strategie des Abwartens eskalieren zu lassen. Bereits am Tag nach dem Streik soll eine gewerkschaftsübergreifende Beratung stattfinden. Zudem ist für den 23. Juni ein Treffen mit SNCF-Präsident Jean Castex vorgesehen. Die Gewerkschaften drängen jedoch auf frühere Gespräche, um eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern.

    Für die Reisenden waren die Auswirkungen bereits deutlich spürbar. Zahlreiche Hochgeschwindigkeitszüge fielen aus, auch der Intercités-Verkehr wurde stark eingeschränkt. Besonders in der Region Île-de-France kam es zu erheblichen Störungen im Nahverkehr. Die Mobilisierung verdeutlicht damit einmal mehr die zentrale Rolle der Eisenbahn für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Funktionsfähigkeit Frankreichs.

    Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein. Sollte die SNCF-Führung auf die Forderungen der Gewerkschaften eingehen und neue Verhandlungen eröffnen, könnte eine Eskalation noch verhindert werden. Bleiben konkrete Zugeständnisse jedoch aus, erscheint eine Fortsetzung der Proteste vor Beginn der Sommerreisezeit durchaus wahrscheinlich. Für die Regierung und die Unternehmensführung würde dies nicht nur ein verkehrspolitisches Problem darstellen, sondern auch zu einem Symbol für die anhaltenden sozialen Spannungen im öffentlichen Dienst werden.

    Autor: P. Tiko

  • Kinderfreie Zonen im TGV: Wie eine SNCF‑Entscheidung zur gesellschaftlichen Debatte wurde

    Kinderfreie Zonen im TGV: Wie eine SNCF‑Entscheidung zur gesellschaftlichen Debatte wurde

    Die französische Staatsbahn SNCF gerät derzeit in einen der ungewohntesten öffentlichen Streits ihrer jüngeren Geschichte: Eine neue Sitzplatzkategorie im Hochgeschwindigkeitszug TGV, die Kinder unter 12 Jahren faktisch ausschließt, hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Jean Castex, der Präsident‑Direktor‑General der SNCF und ehemalige Premierminister Frankreichs, zeigte sich jüngst „sidéré“ – „fassungslos“ – über die Wucht der Reaktionen. Doch die Kontroverse spricht weit über die betroffenen Sitzplätze hinaus: Sie berührt grundlegende Fragen über den Auftrag öffentlicher Dienstleistungen, über soziale Inklusion und über aktuelle Spannungen in der französischen Gesellschaft. Die „Optimum“-Offerte und ihr Missverständnis Anfang Januar 2026 ersetzte die SNCF die bisherige Premium‑Kategorie „Business Première“ durch ein neues Konzept, genannt „Optimum“ beziehungsweise „Optimum Plus“ auf stark frequentierten Strecken wie Paris–Lyon. Diese Klasse soll vor allem Berufspendler…

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  • Regierungschaos in Paris: Warum zwei Schlüsselposten zunächst unbesetzt bleiben

    Regierungschaos in Paris: Warum zwei Schlüsselposten zunächst unbesetzt bleiben

    Der Rücktritt kam aus dem Nichts – und hat das politische Paris kalt erwischt. Am Montag, den 6. Oktober 2025, erklärte Premierminister Sébastien Lecornu nach nur wenigen Tagen im Amt überraschend seinen Rücktritt. Die ohnehin angespannte Lage im Regierungsapparat eskalierte damit zum institutionellen Stillstand. Und dieser lähmt nun mehr als nur das Tagesgeschäft der Regierung. Er blockiert konkrete, strategisch hochrelevante Entscheidungen – darunter die Ernennung der künftigen Chefs zweier öffentlicher Großunternehmen: SNCF und La Poste.

    Wenn das System stottert Wer in Frankreich ein staatliches Unternehmen wie die Bahn oder die Post leiten will, muss mehr durchlaufen als ein Auswahlgespräch im Elysée. Gemäß Artikel 13 der französischen Verfassung sind für solche Ernennungen Anhörungen und Bestätigungen durch die zuständigen Parlamentsausschüsse erforderlich. Doch genau diese Ausschüsse stehen nun still. Die für den 7. und 8. Oktober angesetzten Sitzungen im Senat wurden kurzerhand…

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  • Jean Castex und die SNCF: Ein riskanter Machtwechsel auf den Schienen

    Jean Castex und die SNCF: Ein riskanter Machtwechsel auf den Schienen

    Jean Castex, einst Premierminister, heute Chef der Pariser Verkehrsbetriebe RATP – und nun womöglich bald der neue starke Mann bei der SNCF. Emmanuel Macron hat ihn offiziell vorgeschlagen. Klingt nach einer logischen Personalie, doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Diese Ernennung ist weit mehr als ein simpler Karriereschritt. Sie ist ein politisches Signal, ein gesellschaftliches Risiko – und eine gigantische Herausforderung für den Mann, der künftig das Rückgrat der französischen Mobilität lenken soll.

    Ein Karrieresprung mit doppeltem Boden Castex bringt Erfahrung mit: Verwaltung, Politik, Verhandlungen. Schon 2019 war er im Gespräch für den Posten an der Spitze der Bahn, aber erst mit der RATP gelang ihm der Einstieg ins Transportwesen. Jetzt also der Sprung von der Hauptstadt auf die nationale Bühne. Doch so glatt der Weg klingt – so knifflig ist er. Denn sofort kommen kritische Fragen auf: Droht ein Interessenkonflikt zwischen der RATP, die selbst Ambitionen auf Regional…

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  • Jean Castex in Poliziegewahrsam – Ermittlungen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder

    Jean Castex in Poliziegewahrsam – Ermittlungen wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder

    Der ehemalige französische Premierminister Jean Castex hat einen Tag in Polizeigewahrsam verbracht – und ist nun wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen gegen ihn gehen jedoch weiter.

    Ein Verfahren mit politischer Brisanz

    Jean Castex, einst enger Vertrauter von Emmanuel Macron und derzeit Chef der Pariser Verkehrsbetriebe RATP, wurde am Donnerstag, dem 13. Februar, von der Gendarmerie in Montpellier vernommen. Grund: Ein laufendes Verfahren wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder.

    Es geht um finanzielle Hilfen für ein Unternehmen in den Pyrénées-Orientales, die Castex während seiner Amtszeit als Präsident der dortigen Gemeindeverwaltung genehmigt haben soll. Die zentrale Frage der Ermittler: War das legal oder verstieß es gegen geltendes Recht?

    Kein persönlicher Vorteil – doch war die Hilfe rechtens?

    Brisant an dem Fall ist, dass Castex selbst keinen persönlichen Vorteil aus der finanziellen Unterstützung gezogen haben soll. Dennoch steht der Verdacht im Raum, dass bei der Vergabe der Mittel Vorschriften umgangen wurden.

    Die Antikorruptionsorganisation Anticor hatte das Verfahren mit einer Anzeige ins Rollen gebracht. Neben Castex wurden auch zwei ehemalige Vizepräsidenten der Gemeindeverwaltung sowie der damalige Direktor der Verwaltung vernommen. Ihnen wird unter anderem Urkundenfälschung und der Missbrauch öffentlicher Mittel vorgeworfen.

    Laut Angaben der Staatsanwaltschaft von Perpignan endete Castex’ Polizeigewahrsam am Donnerstagabend gegen 18:30 Uhr – ohne formelle Anklage. Doch die Ermittlungen gehen weiter.

    Castex zeigt sich gelassen

    In einem Statement an die Nachrichtenagentur AFP erklärte Castex, er habe sich freiwillig den Fragen der Ermittler gestellt und „sich vollumfänglich kooperativ gezeigt“. Er betonte, dass es sich um Vorgänge aus den Jahren 2017 und 2018 handele – und er persönlich keinerlei wirtschaftliches Interesse an der betroffenen Firma hatte.

    „Die Frage ist: War die Unterstützung einer angeschlagenen Firma zur Sicherung von Arbeitsplätzen rechtlich sauber oder nicht?“ So brachte ein beteiligter Staatsanwalt das Kernproblem auf den Punkt.

    Ein Mann der Region – mit nun juristischen Problemen

    Castex war lange in den Pyrénées-Orientales politisch aktiv. Von 2008 bis 2020 amtierte er als Bürgermeister von Prades, von 2015 bis 2020 leitete er die Gemeindeverwaltung Conflent Canigou. Danach wechselte er als Premierminister nach Paris, wo er in der Hochphase der Corona-Pandemie das Krisenmanagement übernahm.

    Sein politischer Werdegang war stets eng mit seiner Heimatregion verbunden – umso größer sind jetzt die Wellen, die diese Ermittlungen schlagen. Ob der Fall zu einer Anklage führt oder die Ermittler letztlich keinen Verstoß feststellen, bleibt abzuwarten.

    Von C. Hatty

  • Skandal bei der RATP: Technische Mängel vertuscht?

    Skandal bei der RATP: Technische Mängel vertuscht?

    Ein Skandal erschüttert die Pariser Verkehrsbetriebe (RATP): Laut einem Bericht der Zeitung Le Parisien werden die Fahrer dazu gedrängt, technische Mängel an ihren Bussen zu vertuschen, um die obligatorischen Kontrollen zu bestehen. Diese Anschuldigungen werfen Fragen zur Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr auf – eine beunruhigende Situation, die das Vertrauen der Passagiere auf die Probe stellt.

    Manipulationen vor technischen Kontrollen

    Die Vorwürfe, die am 21. August publik wurden, wiegen schwer. Den Aussagen mehrerer Fahrer zufolge sollen diese eine spezielle elektronische Vorrichtung erhalten haben, mit der sie sämtliche Warnleuchten am Armaturenbrett vor den technischen Kontrollen ausschalten können. So werde verhindert, dass die Busse aufgrund von technischen Problemen stillgelegt werden müssen – eine Maßnahme, die nicht nur teuer ist, sondern auch die Verfügbarkeit der Flotte verringern würde.

    Ein Fahrer berichtete Le Parisien: „Das Bordcomputer-System hat nicht genug Zeit, die Warnungen neu zu aktivieren, wodurch eine Nachkontrolle vermieden wird.“ Diese Praxis könnte, so die Fahrer, erhebliche Sicherheitsrisiken verbergen und setzt möglicherweise das Leben der Fahrgäste aufs Spiel.

    Die Reaktion der RATP

    Die RATP wies diese Anschuldigungen in einem offiziellen Statement entschieden zurück. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat für uns höchste Priorität“, heißt es darin. Laut der Verkehrsgesellschaft seien orange Warnleuchten zwar ein Hinweis auf technische Probleme, stellten aber keine unmittelbare Gefahr für die Fahrgäste dar. „Nur rote Warnleuchten bedeuten eine sofortige Gefahr und erfordern ein Eingreifen“, verteidigt sich die RATP.

    Die Verwendung eines Diagnosegeräts sei üblich, um nicht sicherheitsrelevante Fehler zu löschen. Bei größeren Mängeln würde das Problem jedoch bei der Kontrolle wieder auftreten. Die RATP betonte, dass die Fahrzeuge regelmäßigen und gründlichen Wartungen unterzogen würden und dass die beschriebene Vorgehensweise nicht die Sicherheit der Passagiere gefährde.

    Valérie Pécresse fordert Konsequenzen

    Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Ile-de-France und des Verkehrsbunds Ile-de-France Mobilités (IDFM), reagierte umgehend auf die Berichte. Sie fordert, dass die RATP umgehend die mutmaßlichen „betrügerischen Praktiken“ stoppt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sei dies „völlig inakzeptabel“.

    Zwei Fahrer unter Verdacht

    In einer zusätzlichen Wendung des Skandals gerieten auch zwei Fahrer, die Le Parisien als Zeugen genannt hatte, ins Visier der RATP. Diese Fahrer seien in Unfälle verwickelt gewesen und hätten rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen, was ihrer Glaubwürdigkeit laut RATP einen Dämpfer verpasse. Doch ob diese persönlichen Verstrickungen die schwerwiegenden Anschuldigungen entkräften können, bleibt fraglich.

    Was steckt hinter den Vorwürfen?

    Es bleibt die Frage: Ist die RATP wirklich bereit, die Sicherheit ihrer Fahrgäste zugunsten finanzieller Vorteile zu riskieren? Es scheint, als ob hinter den Kulissen ein System existiert, das die technischen Kontrollen manipuliert, um teure Stilllegungen zu vermeiden. Eine Vorgehensweise, die nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Fahrer in eine moralisch schwierige Lage bringt.

    Für die Passagiere der RATP, die täglich auf die Busse angewiesen sind, stellt sich die Frage: Wie sicher ist ihre Fahrt wirklich? Vertrauen ist das Fundament des öffentlichen Verkehrs, und sobald dieses ins Wanken gerät, ist es schwer wiederherzustellen.

    Jean Castex, ehemaliger französischer Premierminister und derzeitiger Präsident der RATP, versicherte, dass das Unternehmen eine schnelle und umfassende Antwort an Ile-de-France Mobilités liefern werde. Zudem erwägt die RATP rechtliche Schritte, um ihren Ruf zu verteidigen und den Skandal aufzuklären.

    Ein Risiko für die Zukunft?

    Dieser Skandal könnte weitreichende Konsequenzen haben – nicht nur für die RATP, sondern für das gesamte System des öffentlichen Verkehrs in Paris. Sollten die Vorwürfe tatsächlich zutreffen, steht nicht nur die Glaubwürdigkeit der RATP auf dem Spiel, sondern auch die Sicherheit tausender Fahrgäste. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie ernst die Lage wirklich ist und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr zu gewährleisten. Bis dahin bleibt eine gewisse Unsicherheit – und die Hoffnung, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

  • „Ça fonctionne très bien“: Positive Bilanz für den Pariser Nahverkehr eine Woche nach Beginn der Olympischen Spiele

    „Ça fonctionne très bien“: Positive Bilanz für den Pariser Nahverkehr eine Woche nach Beginn der Olympischen Spiele

    Der Verkehr in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Paris scheint sich während der ersten Woche der Olympischen Spiele gut bewährt zu haben.

    Ein voller Erfolg – trotz Skepsis

    Eine der größten Fragen vor Beginn der Olympischen Spiele 2024 in Paris war, ob das Pariser Verkehrsnetz dem Ansturm von 15 Millionen Touristen standhalten würde. Nach einer Woche voller Wettbewerbe und der damit verbundenen Belastungsprobe kann man sagen: Bis auf einen nennenswerten Vorfall auf der Linie 13 verlief alles reibungslos. Die Rückmeldungen sowohl von Touristen als auch von Parisern sind durchweg positiv.

    Stimmen aus dem Alltag

    An der Station Miromesnil, nahe den Champs-Élysées, steigt Margaux in die Linie 13 ein, um nach Hause zu fahren. „Ich hatte wirklich große Angst, weil das Stade de France am Ende der Linie liegt“, erklärt die Pariserin, die Vorfälle und überfüllte U-Bahnen befürchtete. Doch seit Beginn der Spiele erlebte sie nichts dergleichen. „Ich habe selten so wenige Menschen in den Zügen gesehen und alle sind super nett“, freut sich Margaux. „Alle reden miteinander, es herrscht eine großartige Stimmung, die Freiwilligen sind bezaubernd. Das ist wirklich unglaublich.“

    Lob für den öffentlichen Nahverkehr

    Während der Stoßzeiten, zu Beginn und am Ende der Wettbewerbe, sind die Wartezeiten laut Maëlle nicht übermäßig lang. „Gestern war ich beim Schwimmen in der Paris La Défense Arena“, erzählt sie. „Es gibt nur eine U-Bahn-Station, daher hätte es wirklich ein Problem sein können, besonders bei dem großen Andrang, aber es war in Ordnung. Es waren viele Leute im Zug, aber es gab keine Menschenmassen, die Leute waren ruhig, es war perfekt. Es war wie ein normaler Montagmorgen auf der Linie 1, und es gab nichts Besonderes zu berichten, außer dass die Leute freundlich waren und sich freuten, dort zu sein.“

    „Man muss ein wenig flexibel sein, aber es funktioniert sehr gut“, erklärt Wolfgang, ein deutscher Tourist. Die Metro funktioniert laut Ciska, der Sportdirektorin des südafrikanischen Radsportteams, sogar besser als die berühmten olympischen Fahrspuren.

    „Wir haben ein akkreditiertes Auto, aber ich lasse es im olympischen Dorf. Eine Fahrt, die mich mit der Metro 30 bis 45 Minuten kostet, würde mich im Auto zwischen 1 und 1,5 Stunden kosten, selbst mit den olympischen Fahrspuren. Deshalb bevorzuge ich die Metro.“

    Hohe Zufriedenheit unter den Nutzern

    Laut einer Ipsos-Umfrage sind 97% der nutzer des Nahverkehrs seit Beginn der Spiele zufrieden. Dieses positive Feedback ist teilweise den Hunderten von Mitarbeitern in lila Westen zu verdanken, die in jeder Station präsent sind. „All unsere Mitarbeiter sind im Einsatz“, betont Jean Castex, CEO der RATP. „Es gibt diejenigen, die zur Verstärkung da sind, die Saisonarbeiter, die Dienstleister, die wir für die Olympischen Spiele eingestellt haben. Aber zuerst einmal gibt es die RATP-Mitarbeiter. Und ich sage es von Anfang an: Kein Fahrer, kein Stationsmitarbeiter, kein Wartungspersonal fehlt.“

    Jean Castex nutzt die Gelegenheit, die Fahrgäste zur Vorsicht zu ermahnen, da immer noch zu viele Gepäckstücke in den öffentlichen Verkehrsmitteln vergessen werden.

    Fazit

    Die erste Woche der Olympischen Spiele 2024 in Paris zeigt, dass die öffentlichen Verkehrsmittel den Herausforderungen gewachsen sind. Die positiven Rückmeldungen der Nutzer und die reibungslose Funktion des Systems sind ein Zeichen dafür, dass die Planung und Vorbereitung der Stadt erfolgreich waren. Paris beweist einmal mehr, dass es Großveranstaltungen dieser Größenordnung meistern kann – und das mit Bravour.

  • RATP: Der ehemalige Premierminister Jean Castex offiziell zum Vorstandsvorsitzenden ernannt

    RATP: Der ehemalige Premierminister Jean Castex offiziell zum Vorstandsvorsitzenden ernannt

    Der ehemalige Premierminister Jean Castex wurde am Mittwoch, dem 23. November, im Ministerrat zum Chef der Pariser Verkehrsbetriebe RATP ernannt. Castex tritt die Nachfolge von Catherine Guillouard an, die Ende September zurückgetreten war. Der ehemalige Bürgermeister von Prades (Pyrénées-Orientales) und Premierminister unter Emmanuel Macron wird die schwere Aufgabe haben, einen Betrieb wiederherzustellen, der sich seit dem Sommer aufgrund eines konfliktreichen Klimas innerhalb des Unternehmens und erheblicher Schwierigkeiten aufgrund von Personalmangel stark verschlechtert hat, und das alles im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2024. Castex wird sein Amt am kommenden Montag antreten, wie die RATP in einer Pressemitteilung bekannt gab. „Ich bin mir der künftigen Herausforderungen für dieses öffentliche Unternehmen, das sich in den letzten Jahren zum drittgrößten städtischen ÖPNV-Betrieb der Welt entwickelt hat, voll bewusst“, reagierte Jean Castex. Jean Castex hatte bei seinen A…

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  • Ehemaliger Premierminister Jean Castex soll Chef der Pariser Verkehrsbetriebe werden

    Ehemaliger Premierminister Jean Castex soll Chef der Pariser Verkehrsbetriebe werden

    Der ehemalige Regierungschef soll der neue Mann an der Spitze der Régie Autonome des Transports Parisiens werden. Der ehemalige Premierminister Jean Castex soll in Kürze zum CEO der Pariser Verkehrsbetriebe RATP ernannt werden, wie Franceinfo am Dienstag, dem 18. Oktober, meldete. Die Hohe Behörde für die Transparenz des öffentlichen Lebens (HATVP) habe am Dienstag eine positive Stellungnahme abgegeben, sagte eine mit dem Dossier vertraute Quelle gegenüber Franceinfo. Die Berufung von Castex muss nun noch von den zuständigen parlamentarischen Ausschüssen und anschließend vom Ministerrat bestätigt werden. Der ehemalige Regierungschef soll die Nachfolge von Catherine Guillouard an der Spitze der Régie Autonome des Transports Parisiens antreten. Die bisherige Vorstandsvorsitzende trat nach fünf Jahren Amtszeit zurück, und die Nummer zwei des Verkehrskonzerns, Philippe Martin, ging am 30. September in den Ruhestand. Der 57-jährige Castex, der vom 3. Juli 2020 bis zum 16. Mai 2022 Regierung…

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  • Jean Castex benutzt privat die Metro in Paris – ein Foto geht viral

    Jean Castex benutzt privat die Metro in Paris – ein Foto geht viral

    Ein Schnappschuss des ehemaligen Premierministers Jean Castex bei der Fahrt mit der Pariser Metro hat in den sozialen Netzwerken zahlreiche Reaktionen zwischen Überraschung und Heiterkeit hervorgerufen. Vom Regierungsjet in die Metro. Ein Foto, das am Freitag, dem 16. September, über Twitter verbreitet wurde, zeigt den ehemaligen Premierminister Jean Castex, wie er mit einem Rucksack an den Füßen die Pariser Metro benutzt. Die Aufnahme stammt von dem Journalisten Jérôme Godefroy.

    Das Foto wurde am frühen Nachmittag veröffentlicht und löste einen Tornado von Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. „Sein Verhalten als Bürger ist vorbildlich. Das erstaunt uns, weil wir in Frankreich so daran gewöhnt sind, dass ehemalige Regierende ihr Auto, ihren Chauffeur und all das Drumherum behalten“, lobt Jérôme Godefroy den ehemaligen Regierungschef. „Ich liebe diesen Mann. Ich meine es ernst. Ich finde ihn geradlinig, einfach, investi…

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