Im Jahr 2022 gelang es dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) bereits, Kohlendioxid auf einem Exoplaneten nachzuweisen. Doch damals war es nur eine indirekte Entdeckung. Jetzt hat das Teleskop erstmals direkt CO₂ außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet – ein Meilenstein in der Erforschung ferner Welten.
Lichtblocker und molekulare Fingerabdrücke
Bisher wurde die Transitmethode genutzt, um die Atmosphäre von Exoplaneten zu analysieren. Dabei misst das Teleskop die Veränderung des Sternenlichts, wenn ein Planet vor seinem Stern vorbeizieht. Die Atmosphäre des Planeten filtert bestimmte Wellenlängen heraus – je nach chemischer Zusammensetzung hinterlässt das Licht dabei einzigartige Spuren.
Diesmal haben Wissenschaftler jedoch eine andere Technik verwendet: die sogenannte Koronografie. Dabei wird das helle Licht eines Sterns teilweise ausgeblendet, um seine Umgebung besser sichtbar zu machen. William Balmer, Astrophysiker an der Johns-Hopkins-Universität, beschreibt es mit einem einfachen Vergleich: „Es ist, als würde man den Daumen vor die Sonne halten, um den Himmel besser zu sehen.“ Mit dieser Methode konnten vier riesige Gasplaneten des Systems HR 8799, etwa 130 Lichtjahre von der Erde entfernt, genauer untersucht werden.
Warum ist das so bahnbrechend?
Direkte Beobachtungen von Atmosphären auf Exoplaneten sind extrem schwierig. Sterne strahlen oft viel heller als die Planeten, die sie umkreisen – wie will man da die dünne Gasschicht eines weit entfernten Himmelskörpers untersuchen? Die neue Methode zeigt, dass es trotzdem geht.
Und das ist erst der Anfang. Mit der steigenden Präzision von Instrumenten wie dem JWST könnten bald noch detailliertere Analysen von Planetenatmosphären folgen. Vielleicht entdecken wir sogar Hinweise auf Leben?
Die Zukunft der Exoplanetenforschung ist gerade ein großes Stück spannender geworden.
Von Andreas M. B.

