Schlagwort: Jäger

  • Schüsse am Straßenrand: Wie ein erschossenes Wildschwein das Département Indre erschüttert

    Schüsse am Straßenrand: Wie ein erschossenes Wildschwein das Département Indre erschüttert

    Es sind jene Momente, in denen der Alltag plötzlich kippt. Eine nahezu banale Autofahrt am Rand von Châteauroux – und dann der Knall. Ein Schuss, abgefeuert mitten auf einer Straße, nur ein paar hundert Meter von einem belebten Einkaufszentrum entfernt. Ein Wildschwein bricht zusammen. Und eine ganze Region hält kurz den Atem an. Die Szene, von einer Passagierin mit dem Handy gefilmt, verbreitet sich im Netz in Windeseile. Man hört den entsetzten Aufschrei, sieht die ruckartige Bewegung des Tieres, erkennt den Mann, der im Tarnlook neben dem Asphalt steht. Und man spürt das Unverständnis, das in den folgenden Stunden und Tagen hochkocht. „Er hat auf der Straße geschossen, direkt vor unserer Motorhaube“, erzählt der Augenzeuge, der anonym bleiben möchte. Seine Stimme schwankt zwischen Fassungslosigkeit und einer Spur Wut. Nicht gegen die Jagd, wie er betont, sondern gegen den Moment selbst – gegen die Nähe, die Identitätslosigkeit des Schützen, die plötzliche Gefahr. „Ich dachte zuerst,…

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  • Wildschwein im Schaufenster – wenn der Wald den Weg in die Backstube findet

    Wildschwein im Schaufenster – wenn der Wald den Weg in die Backstube findet

    Es war ein ganz normaler Samstagvormittag in Commelle-Vernay, einem kleinen Ort im Département Loire. Die Croissants lagen knusprig hinter Glas, der Duft frisch gebackener Baguettes hing in der Luft – und dann: ein Knall, Glas splittert, Kunden schreien. Ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein ist mitten durch die Schaufensterscheibe der örtlichen Bäckerei gerast. Eine Szene wie aus einem französischen Tierfilm mit absurder Komik – wäre da nicht der reale Schrecken für die Anwesenden gewesen. Der Keiler war auf der Flucht. Eine organisierte Treibjagd hatte ihn durch die umliegenden Felder und Wälder gejagt, bis er, gehetzt und ohne Orientierung, in das Dorfinnere preschte. In seiner Panik suchte er einen Unterschlupf und rannte kopfüber in die erstbeste Öffnung: die gläserne Front eines gut besuchten Ladens. Der Bäcker stand zum Glück nicht hinter der Vitrine. „Ein Wunder“, wie er später nüchtern bemerkte. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass die Kuchenauslage wie Dominosteine in si…

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  • Invasion der Wildschweine: Wenn die Natur die Städte erobert

    Invasion der Wildschweine: Wenn die Natur die Städte erobert

    Wildschweine – einst scheue Waldbewohner, die man höchstens bei einer Wanderung im Morgengrauen erahnen konnte – tauchen heute mitten in unseren Städten auf. Sie durchstöbern Gärten, pflügen Grünanlagen um und lassen auch die schönsten Vorgärten nicht unberührt. Für viele Anwohner ist das ein Schreckensszenario, für die Tiere schlicht ein cleverer Schachzug in Sachen Überleben.

    Vom Dickicht ins Eigenheimviertel In Meyzieu, einem Vorort von Lyon, staunten die Bewohner des Wohngebiets „Domaine des Mouettes“ nicht schlecht, als plötzlich Wildschweine ihre Vorgärten bevölkerten. Was zuerst wie eine kuriose Ausnahme wirkte, wiederholt sich seit Ende 2023 mit erstaunlicher Regelmäßigkeit. Die Tiere zerwühlen Rasenflächen, knabbern an Pflanzen und lösen ein wachsendes Unbehagen aus – nicht nur wegen der Schäden, sondern auch wegen der Frage: Was passiert, wenn Mensch und Tier zu nah aufeinandertreffen? Und Meyzieu ist kein Einzelfall. Quer durch Frankreich wagen sich die Schwarzkittel in die…

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  • Verbotener Jagdtrieb: Sechs Jäger wegen schwerer Wilderei in Frankreich verhaftet

    Verbotener Jagdtrieb: Sechs Jäger wegen schwerer Wilderei in Frankreich verhaftet

    Ein Schock für Tier- und Naturschützer: In der Sologne-Waldregion im Département Cher wurden sechs Personen wegen besonders schwerer Wilderei festgenommen. Die französische Behörde für Biodiversität (OFB) deckte nach einer zweijährigen Untersuchung auf, dass diese Jäger Tiere nicht nur mit Schusswaffen, sondern auch absichtlich mit ihren Fahrzeugen töteten – offenbar allein aus Lust an der Grausamkeit.

    Nachtjagd aus Sensationsgier

    Nach Erkenntnissen der Ermittler jagten die Verdächtigen bevorzugt nachts, wenn sie in der Dunkelheit ungestört agieren konnten. Ihre Methoden waren brutal: Neben dem Einsatz illegaler Waffen sollen sie Wildtiere regelrecht überfahren haben – ein Verhalten, das die Ermittler als „Suche nach dem Nervenkitzel“ beschrieben.

    Ein solches Vorgehen hat mit traditioneller Jagd nichts mehr zu tun. Es geht nicht um Hege, Regulierung oder Nahrung, sondern um rohe Gewalt gegen die Natur.

    Waffenlager und Trophäen

    Als die Behörden zuschlugen, fanden sie bei den Verdächtigen eine erschreckende Sammlung an Jagdtrophäen – und eine große Anzahl an Waffen. Insgesamt wurden rund 30 Gewehre sichergestellt, von denen einige ohne Erlaubnis besessen wurden.

    Die Ermittler hatten über zwei Jahre hinweg Beweise gesammelt, bevor sie zugriffen. Der Verdacht der schweren Wilderei wiegt schwer: Den sechs Männern drohen nun bis zu vier Jahre Haft.

    Jagd oder Verbrechen?

    Die Nachricht sorgt in Frankreich für heftige Diskussionen über Jagdpraktiken und Wilderei. Viele Jäger distanzieren sich von diesen kriminellen Machenschaften, da sie den Ruf der gesamten Jägerschaft beschädigen. Jagdverbände betonen, dass ethisches Jagen Regeln unterliegt und niemals eine brutale Tierquälerei sein darf.

    Was bleibt, ist Empörung – und die Hoffnung, dass die Täter eine angemessene Strafe erhalten.

    Von C. Hatty