Schlagwort: Islam

  • „Quand la République tourne le dos à une part d’elle-même“ — Wenn Frankreich seine eigenen Werte verrät

    „Quand la République tourne le dos à une part d’elle-même“ — Wenn Frankreich seine eigenen Werte verrät

    Sie sind leise. Oft unsichtbar. Und doch allgegenwärtig. Diskriminierungen, die sich nicht laut, sondern mit subtilen Gesten, stummen Blicken, verschlossenen Türen und unausgesprochenen Urteilen Bahn brechen. In Frankreich wächst seit Jahren die Zahl der Menschen, die genau solche Erfahrungen machen – weil sie religiös sind. Genauer: weil sie als Muslim:innen wahrgenommen werden. Ein aktueller Bericht der Défenseure des droits schlägt Alarm. Die Diskriminierung aufgrund religiöser Zugehörigkeit nimmt zu. Die Zahlen sind eindeutig – und sie sind besorgniserregend. Jede:r zwanzigste Befragte in einer landesweiten Erhebung berichtete, in den letzten fünf Jahren wegen seiner Religion benachteiligt worden zu sein. Klingt nach wenig. Doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein Abgrund: Ein Drittel der Muslim:innen in Frankreich – oder jener, die dafür gehalten werden – erlebt Diskriminierung am eigenen Leib. Vor wenigen Jahren war es noch ein Viertel. Die Kurve zeigt nach oben. Und es tri…

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  • Europa und der Schatten der Islamophobie: Ein verdrängtes Problem

    Europa und der Schatten der Islamophobie: Ein verdrängtes Problem

    Gestern war der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamophobie – ein Tag, der mir persönlich immer wieder bewusst macht, wie tief der Hass auf Muslime in Europa verankert ist. Es ist ein unbequemer Blick in den Spiegel unserer Gesellschaft, der offenbart, wie Misstrauen, Vorurteile und offen geäußerte Feindseligkeit gegenüber Musliminnen und Muslimen weiter zunehmen. Besonders in Deutschland und Frankreich zeigt sich dieser Trend in beunruhigender Weise.

    Frankreich ist ein Land, das seit Jahren mit seiner eigenen Vorstellung von Laizismus ringt. Die Trennung von Staat und Religion, einst als Garant für Freiheit gefeiert, wird heute oft als Argument gegen die Präsenz des Islam in der öffentlichen Sphäre genutzt. Die Verschleierungsverbote, die Schließung von Moscheen, die strengen Kontrollen religiöser Organisationen – all das geschieht unter dem Vorwand, die Republik vor einer angeblichen islamistischen Unterwanderung zu schützen. Doch was bleibt, ist ein Klima der Angst und der systematischen Diskriminierung. Muslimische Frauen, die sich für das Tragen eines Kopftuchs entscheiden, werden aus dem öffentlichen Leben gedrängt. Junge Muslime, die sich zur Religion bekennen, stehen unter Generalverdacht. Und die immer wiederkehrenden Debatten über den sogenannten „Islamo-Gauchisme“ vergiften das gesellschaftliche Klima weiter. Es ist eine subtile, aber beständige Botschaft: Der Islam gehört nicht wirklich zu Frankreich.

    Deutschland scheint auf den ersten Blick toleranter, doch die Statistik spricht eine andere Sprache. Islamfeindliche Straftaten haben in den letzten Jahren zugenommen, Moscheen werden angegriffen, Musliminnen und Muslime werden auf offener Straße beleidigt und angegriffen. Und wenn Politiker von „kultureller Inkompatibilität“ sprechen oder suggerieren, dass der Islam sich der vermeintlich überlegenen deutschen Kultur unterordnen müsse, dann wird damit ein Klima geschaffen, in dem Vorurteile gedeihen. Dass wir uns in Deutschland gerade erst intensiv mit dem Aufstieg der extremen Rechten auseinandersetzen, macht die Situation nicht besser. Wenn muslimische Bürgerinnen und Bürger öfter Opfer rechter Gewalt werden, als dass sie selbst zu einer Bedrohung für die Gesellschaft werden, sollte die Perspektive in den Debatten grundlegend verschoben werden.

    Islamophobie ist kein Randproblem und keine bloße Ideologie, die in dunklen Internetforen existiert. Sie ist real, sie ist strukturell, sie ist tief in den Institutionen verankert. Sie zeigt sich in diskriminierenden Polizeikontrollen, in eingeschränkten Berufschancen, in der Art und Weise, wie Medien über Muslime berichten. Und sie zeigt sich in der mangelnden Empathie, wenn muslimische Gemeinschaften Opfer von Anschlägen oder Diskriminierung werden. Während antisemitische Vorfälle – zu Recht – scharf verurteilt werden, fehlt oft die gleiche Sensibilität, wenn es um Islamophobie geht.

    Was mich besonders wütend macht, ist die Art und Weise, wie Islamophobie als intellektuell legitimierte Haltung verkauft wird. Man darf in Frankreich und Deutschland ohne große Konsequenzen behaupten, der Islam sei „nicht mit den Werten des Westens vereinbar“ oder „rückständig“. Man darf muslimischen Gemeinden unterstellen, nicht integrationswillig zu sein, als wäre es ihre Pflicht, sich einer einseitig definierten Mehrheitskultur anzupassen. Diese Narrative sind nicht nur falsch, sondern gefährlich. Sie entmenschlichen eine gesamte Bevölkerungsgruppe und bereiten den Boden für Gewalt und Diskriminierung.

    Der gestrige Gedenktag sollte uns daran erinnern, dass es nicht reicht, sich in Sonntagsreden gegen Hass auszusprechen. Islamophobie muss konsequent bekämpft werden – in der Politik, in den Medien, im täglichen Miteinander. Und das beginnt mit der Anerkennung einer unbequemen Wahrheit: Europa hat ein tiefgreifendes Problem mit antimuslimischem Rassismus. Es wird Zeit, es beim Namen zu nennen.

    P.T.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Ramadan beginnt in Frankreich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen

    Ramadan beginnt in Frankreich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen

    Am Samstag, dem 1. März, beginnt für Millionen Muslime in Frankreich der heilige Monat Ramadan. Das Ende des Fastenmonats ist für den 30. März vorgesehen. Der Ramadan, einer der fünf Pfeiler des Islams, erinnert an die Offenbarung des Korans an den Propheten Mohammed. Während dieser Zeit verzichten gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken und widmen sich verstärkt dem Gebet, der Wohltätigkeit und der inneren Einkehr. Der französische Rat für den Islam richtete an die Gläubigen seine besten Wünsche für eine Zeit der Besinnung, der Ruhe und der Solidaritat.

    Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet

    Mit dem Beginn des Ramadans verstärkt die französische Regierung ihre Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere an religiösen Stätten. Innenminister Bruno Retailleau wies die Präfekten und Sicherheitsbehörden in einem Rundschreiben an, während des Fastenmonats eine „extreme Wachsamkeit“ walten zu lassen. Die anhaltend hohe Bedrohungslage durch den Terrorismus sowie internationale Spannungen erforderten, dass religiöse Versammlungen und Gebetsorte besonders geschützt werden.

    In seiner Anweisung betonte der Innenminister, dass es aufgrund des hohen religiösen Stellenwerts des Ramadans zu großen Menschenansammlungen, insbesondere in der Nähe von Moscheen und Gebetsräumen, kommen werde. Ein besonderes Augenmerk gilt den Gebetsnächten und Feierlichkeiten wie der „Nacht der Bestimmung“, in der Gläubige die Offenbarung des Korans feiern. Diese wird voraussichtlich am 26. März begangen. Ebenso wird die Sicherheitslage während des Festes des Fastenbrechens, dem Aïd el-Fitr, am 31. März besonders überwacht.

    Gesellschaftliche Bedeutung des Ramadans in Frankreich

    Frankreich hat mit rund fünf Millionen Muslimen die größte islamische Gemeinde Westeuropas. Der Ramadan ist für viele Gläubige nicht nur eine religiöse, sondern auch eine gesellschaftliche Zeit der Zusammenkunft und des gemeinsamen Fastenbrechens. Insbesondere in großen Städten wie Paris, Marseille und Lyon organisieren lokale Gemeinschaften und religiöse Institutionen Iftar-Mahlzeiten, zu denen auch Nicht-Muslime eingeladen werden.

    Die französische Regierung hat in den vergangenen Jahren verstärkt Maßnahmen ergriffen, um die Balance zwischen religiöser Freiheit und staatlicher Sicherheit zu wahren. Die jüngsten Anweisungen des Innenministeriums stehen in einer Reihe von ähnlichen Maßnahmen, die bereits bei anderen religiösen Festen wie Allerheiligen oder Weihnachten getroffen wurden.

    Mit dem anhaltenden gesellschaftlichen Diskurs über Integration, Laizismus und religiöse Identität bleibt der Ramadan in Frankreich nicht nur ein spirituelles Ereignis, sondern auch ein Symbol für das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft.

    Von P.T.

  • Religion: Frankreich wird 2024 keine Imame mehr aus anderen Länden akzeptieren

    Religion: Frankreich wird 2024 keine Imame mehr aus anderen Länden akzeptieren

    Ab dem 1. Januar wird Frankreich keine neuen Imame mehr für seine Moscheen akzeptieren, die von anderen Ländern entsandt werden. Es war eines der großen Versprechen von Emmanuel Macron, das er 2020 bei einer Rede in Les Mureaux (Departement Yvelines) angekündigt hatte. In einem Brief an die betroffenen Länder kündigte der französische Innenminister Gérald Darmanin an, dass Frankreich ab dem 1. Januar keine Imame mehr akzeptieren werde, die aus anderen Ländern entsandt werden. Diejenigen, die sich bereits im Land befinden, müssen ihren Status nach dem 1. April ändern. 300 entsandte Imame befinden sich derzeit in FrankreichDie von Marokko, der Türkei oder Algerien entsandten Imame, die von diesen Staaten bezahlt werden, werden zum Teil beschuldigt, einen radikalen Islam zu vermitteln. „Eine solche Maßnahme ist vielleicht notwendig, aber nicht ausreichend, da der separatistische Diskurs mehrere Typologien aufweist. Das Problem ist, dass sich Separatismus, Fundamentalismus und Extremismus …

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