Schlagwort: Hyères

  • Ein Feuer in der Nacht – und ein Krankenhaus am Rand des Ausnahmezustands

    Ein Feuer in der Nacht – und ein Krankenhaus am Rand des Ausnahmezustands

    Es ist kurz nach vier Uhr morgens, als im Süden Frankreichs ein Alarm losgeht, der sich binnen Minuten von einem internen Notruf zu einem Drama von regionaler Tragweite auswächst. Im Service des urgences des Centre hospitalier Marie-José Treffot in Hyères, einer Küstenstadt im Département Var, bricht in der Nacht zum 5. Januar 2026 ein Brand aus. Ein Feuer ausgerechnet dort, wo Menschen in akuter Not Hilfe suchen. Ein Ort, der Sicherheit verspricht – und plötzlich selbst zum Risiko wird. Der Brand entsteht in einem einzelnen Behandlungsbox der Notaufnahme, einer dieser kleinen Räume, in denen medizinische Entscheidungen fallen. Noch ist unklar, wodurch die Flammen ausgelöst wurden. Fest steht nur: In diesem Raum stirbt ein 75 Jahre alter Patient, der sich in medizinischer Behandlung befand. Er kann nicht mehr gerettet werden. Ein Satz, nüchtern formuliert, der dennoch schwer wiegt. Binnen kurzer Zeit füllt sich der Klinikvorplatz mit Blaulicht. 58 Feuerwehrleute rücken an, unterstützt …

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  • Einbruch in der Nacht: Wie 140.000 Euro aus der Feuerwehrkaserne von Hyères verschwanden

    Einbruch in der Nacht: Wie 140.000 Euro aus der Feuerwehrkaserne von Hyères verschwanden

    Es ist eine jener Nachrichten, bei denen man zweimal liest, um sicherzugehen, dass man nichts missverstanden hat. In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2025 wurde in der Feuerwehrkaserne von Hyères eingebrochen. Nicht irgendwo, nicht in einem abgelegenen Lagerhaus, sondern mitten in einer Institution, die für Schutz, Hilfe und Verlässlichkeit steht. Am Ende dieser Nacht fehlten rund 140.000 Euro. Bargeld und Schecks, aufbewahrt in einem Tresor, schlicht weg. Der Ort des Geschehens liegt im südfranzösischen Département Var, einer Region, die eher mit Urlaub, Sonne und Mittelmeer in Verbindung gebracht wird als mit spektakulären Einbrüchen. Umso größer war die Irritation, als bekannt wurde, dass sich ein oder mehrere Täter Zugang zur Kaserne verschafft hatten, obwohl Feuerwehrleute Dienst hatten. Keine Kameras, kein Alarmsystem, keine sichtbaren Hürden. Offenbar reichte Entschlossenheit, vielleicht auch ein gewisses Maß an Ortskenntnis. Die Täter sollen sich gezielt in den Keller des…

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  • Vergessene Schätze unter Wasser: Wie der Var zur Schatzkammer der Unterwasserarchäologie wurde

    Vergessene Schätze unter Wasser: Wie der Var zur Schatzkammer der Unterwasserarchäologie wurde

    Sonne, Strand, Lavendelfelder – wer an den Süden Frankreichs denkt, hat meist ein ganz bestimmtes Bild im Kopf. Doch der Var, dieses Juwel an der Mittelmeerküste, birgt ein Geheimnis, das sich nicht auf den ersten Blick offenbart. Unter der glitzernden Wasseroberfläche ruht ein kulturelles Erbe, das tief in die Vergangenheit reicht – wortwörtlich. Antike Schiffswracks, versunkene Amphoren, rekonstruierten Routen aus der Römerzeit: Der Meeresboden vor der Küste des Var ist ein lebendiges Museum. Und das Beste daran? Teile davon sind sogar mit Schnorchel und Taucherbrille erreichbar.

    Camarat 4: Ein Wrack, das Geschichte schreibt

    Am 4. März 2025 wurde vor Ramatuelle, nahe des Cap Camarat, eine Entdeckung gemacht, die selbst erfahrene Archäologen ins Staunen versetzte. In einer Tiefe von 2.567 Metern – einem Punkt, den bislang kaum ein Mensch erreicht hatte – stieß die französische Marine auf das Wrack eines italienischen Handelsschiffs aus dem 16. Jahrhundert.

    Der Fund wurde als „Camarat 4“ bekannt. Und er hat es in sich: Rund 200 verzierte Tonpichets aus ligurischer Produktion, versehen mit geometrischen und religiösen Motiven, sowie über 100 Teller lagerten dort unten wie in einer Zeitkapsel. Die extremen Bedingungen – Dunkelheit, gleichbleibende Kälte, fast kein Sauerstoff – konservierten das Schiff und seine Fracht auf erstaunliche Weise. Wer wissen will, wie Handel im Mittelmeerraum der Renaissance funktionierte, findet hier eine Antwort – in bisher unerreichter Tiefe.

    Sardinaux: Céramique made in Provence

    Weniger tief, aber nicht minder spannend liegt die „Sardinaux“-Fundstelle, rund 52 Meter unter der Wasseroberfläche bei Sainte-Maxime. 1986 wurde hier ein kleiner, flachbodiger Frachter entdeckt, vermutlich zwischen 10 und 12 Meter lang. Seine Ladung: 4.200 Keramikgefäße – hauptsächlich Schüsseln und Krüge – aus den Werkstätten von Fréjus.

    Diese Entdeckung zeigt nicht nur, wie lebendig der regionale Handel in der frühen Neuzeit war, sondern gibt auch Aufschluss über das damalige Alltagsleben: Die Formen, Farben und Verzierungen der Fundstücke erzählen Geschichten von Gebrauch, Geschmack und Gepflogenheiten vergangener Jahrhunderte.

    Das Magenta-Drama von Toulon

    Anders gelagert, aber ebenso eindrucksvoll ist der Fall der „Magenta“. Diese 92 Meter lange Fregatte, gebaut 1861, sank 1875 nach einem Feuer – ausgerechnet im Hafen von Toulon. Was das Schiff so besonders macht, war seine Fracht: 2.080 punische Stelen und eine Statue der römischen Kaiserin Sabina, ausgrabungstechnisch hochbrisant, wurden aus Karthago mitgebracht.

    Fast 120 Jahre lang lag dieser archäologische Schatz auf dem Meeresgrund, bis das Wrack 1994 wiederentdeckt wurde. Viele der Fundstücke konnten geborgen werden – einige sind heute im Louvre zu sehen. Ein tragischer Schiffbruch, der sich als archäologisches Glück entpuppte.

    Geschichte zum Anfassen – oder besser: zum Abtauchen

    Wer sich nicht in Rekordtiefen wagen will, kann im Var dennoch auf Tauchstation gehen. Mehrere sogenannte „sentiers sous-marins“, also Unterwasserlehrpfade, machen Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Mit Maske, Schnorchel und Flossen ausgestattet, lassen sich hier an ausgewiesenen Stellen rekonstruierte Fundplätze und versunkene Bauwerke erkunden – ganz ohne Tauchschein.

    Zwei Beispiele stechen besonders heraus:

    • Olbia bei Hyères: Nur drei bis fünf Meter unter der Oberfläche lassen sich hier die Reste eines römischen Kais und einer sogenannten Tartane – ein kleines Handelsschiff – entdecken. Ideal für Familien und Einsteiger.
    • Pointe du Bouvet: Hier erwartet Besucher eine nachgebildete römische Schiffsruine samt Amphorenladung. Eine Art Freiluftmuseum unter Wasser, das auch als Schulungsort für angehende Unterwasserarchäologen dient.

    Diese Lehrpfade erfüllen gleich mehrere Funktionen: Sie machen Geschichte zugänglich, fördern das Umweltbewusstsein und wecken die Begeisterung für das kulturelle Erbe unter Wasser. Eine Mischung, die nicht nur Touristen begeistert, sondern auch pädagogisch wertvoll ist.

    Vom Meeresboden ins Museum

    Wem das Wasser zu kalt oder die Tiefe zu unheimlich ist, der findet an Land ebenfalls reichlich Gelegenheit, in die Vergangenheit einzutauchen. Allen voran im Archäologischen Museum von Saint-Raphaël, das in einer ehemaligen mittelalterlichen Kirche untergebracht ist. Die Ausstellung reicht von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter, mit einem besonderen Fokus auf die Unterwasserarchäologie der Region. Amphoren, Alltagsgegenstände und Wrackteile – alles fein kuratiert und anschaulich präsentiert.

    Eine Region, die tiefer geht

    Die Riviera mag für viele das Synonym für Sommer, Sonne und Savoir-vivre sein. Doch der Var hat mehr zu bieten – viel mehr. Unter seiner Wasseroberfläche liegen Geschichten verborgen, die vom Glanz vergangener Epochen zeugen, vom Mut der Seefahrer, vom Handel über kulturelle Grenzen hinweg und von den Brüchen, die das Meer mit sich bringt.

    Warum also nicht mal abtauchen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn?

    Autor: C.H.

  • Giens‘ zerbrechliches Wunder: Wie ein geologisches Weltunikat um sein Überleben kämpft

    Giens‘ zerbrechliches Wunder: Wie ein geologisches Weltunikat um sein Überleben kämpft

    Zwischen Sand, Salz und Sturm liegt eines der seltensten Naturphänomene Europas – und es ist in Gefahr. Der Tombolo von Giens, dieser doppelte Sandarm im Süden Frankreichs, ist viel mehr als nur eine Küstenformation. Er ist ein Naturdenkmal, ein Bollwerk gegen das Meer – und ein schmaler Grat zwischen Idylle und Risiko. Nur fünf solcher doppelten Tombolos gibt es weltweit. Zwei schlanke, parallel verlaufende Sandbänke verbinden die Halbinsel Giens mit dem Festland bei Hyères im Département Var. Dazwischen schimmert das stille Wasser der Lagune, auch als Étang des Pesquiers bekannt. Und genau dieses Zusammenspiel aus Sand, Wind und Wasser ist heute brüchiger denn je. Ein Werk der Gezeiten – geformt über Jahrtausende Entstanden ist das Naturwunder durch Jahrtausende maritimer Geduld: Wellen und Strömungen transportierten Sedimente, lagerten sie in Windrichtung ab und schufen so langsam, Zentimeter für Zentimeter, diese doppelte Landzunge. Heute schützen die beiden Tombolos nicht nur die …

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  • Var: Eine Person nach Diebstahl von 14 Affen aus einem Zoo verhaftet – erst drei der Primaten wiedergefunden

    Var: Eine Person nach Diebstahl von 14 Affen aus einem Zoo verhaftet – erst drei der Primaten wiedergefunden

    Die 14 Eichhörnchenaffen waren in der Nacht von Freitag auf Samstag aus dem Zoologischen Garten in La Londe-les-Maures, in der Nähe von Hyères im Departement Var, gestohlen worden.

    Ein 19-jähriger Mann wurde am Dienstag, dem 30. Januar, in Marseille unter dem Verdacht festgenommen, Eichhörnchen-Affen aus dem Zoo von La Londe-les-Maures in der Region Var gestohlen zu haben, berichtete der Sender France Bleu Provence am Freitag, dem 2. Februar. Der mutmaßliche Täter wurde am Freitag einem Richter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.

    Die Überlebenschance von Eichhörnchen-Affen ist sehr gering, wenn sie nicht artgerecht gehalten und gepflegt werden.

    Laut dem Sender France Bleu Provence wurde kurz nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters in einem der Keller seines Wohnhauses ein kleiner Affe gefunden. Der Verdächtige bestreitet die Tat. Sein Fahrzeug wurde in der Nacht des Diebstahls in der Nähe des Zoologischen Gartens gesichtet.

    Der Staatsanwalt gibt an, dass dem jungen Mann eine Anklage wegen organisierten Bandendiebstahls droht, „ein Tatbestand krimineller Natur, da offensichtlich mehrere Personen in dem Fahrzeug waren und diesen Diebstahl, der vorherige Organisation erfordert, durchgeführt haben“.

    Zwei weitere Äffchen, ein Muttertier und ihr Baby, wurden von einer Person an eine Frau übergeben, die in einer Straße im 12. Arrondissement von Marseille Katzen fütterte, wie der Sender France Bleu Provence weiter berichtet.

    11 der Primaten werden noch vermisst
    Die 14 Affen-Eichhörnchen waren in der Nacht von Freitag auf Samstag aus dem Zoologischen Garten von La Londe-les-Maures in der Nähe von Hyères gestohlen worden. Der Diebstahl war erfolgt, während sich die Tiere in ihrem Unterschlupf befanden. Die Diebe hatten einen Maschendrahtzaun überwunden und die Tür zum Gehege aufgehebelt.

    Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort, um die 11 fehlenden Primaten zu finden. Diese aus Südamerika stammenden Tiere sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen geschützt. In Frankreich ist für ihre Haltung eine Befähigungs-Bescheinigung erforderlich. Die Lebenserwartung dieser geschützten Art ist begrenzt, wenn sich die Primaten nicht in einer artgerechten Umgebung befinden oder entsprechend gepflegt werden.