Schlagwort: Hungerstreik

  • Zehntausende durch Militäroperationen in Pakistan verdrängt

    Zehntausende durch Militäroperationen in Pakistan verdrängt

    In den vergangenen Wochen hat eine umfangreiche Militäroperation in den Grenzregionen zwischen Pakistan und Afghanistan eine erhebliche humanitäre Krise ausgelöst. Schätzungen zufolge sind rund 60.000 Menschen gezwungen worden, ihre Dörfer und Städte zu verlassen. Für viele der Betroffenen bedeutet die Flucht nicht nur den Verlust von Eigentum und Lebensgrundlagen, sondern auch eine Phase tiefgreifender Unsicherheit, die durch unklare politische Signale und mangelnde Information zusätzlich verschärft wird.

    Die pakistanische Regierung rechtfertigt das Vorgehen mit dem Ziel, bewaffnete aufständische Gruppen zurückzudrängen, die die schwer kontrollierbaren Grenzräume als Rückzugs- und Operationsgebiete nutzen. Diese Regionen sind seit Jahrzehnten von staatlicher Vernachlässigung, schwacher Infrastruktur und einer komplexen Gemengelage lokaler Machtstrukturen geprägt. Militärische Maßnahmen allein können diese strukturellen Defizite kaum beheben. Vielmehr haben die jüngsten Operationen gezeigt, wie rasch sicherheitspolitische Interventionen in eine humanitäre Krise umschlagen können, wenn begleitende zivile Maßnahmen fehlen.

    Besonders problematisch ist das Defizit an transparenter Kommunikation. Viele Familien berichten, sie seien ohne Vorwarnung evakuiert worden oder wüssten nicht, wann eine Rückkehr möglich ist. Notunterkünfte sind häufig überfüllt, medizinische Versorgung und sauberes Trinkwasser knapp. Internationale Hilfsorganisationen schlagen Alarm und verweisen auf die Gefahr einer langfristigen Destabilisierung, sollten die Vertriebenen über Monate oder gar Jahre in provisorischen Lagern verbleiben.

    Der internationale Druck auf Islamabad wächst entsprechend. Westliche Geberländer und regionale Akteure mahnen an, militärische Maßnahmen stärker mit humanitärem Schutz und Wiederaufbauprogrammen zu verzahnen. Für die Regierung ergibt sich daraus ein strategisches Dilemma: Einerseits will sie Entschlossenheit gegenüber militanten Gruppen demonstrieren, andererseits droht ein Vertrauensverlust in der eigenen Bevölkerung. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Sicherheitspolitik und zivile Verantwortung so zu verbinden, dass kurzfristige militärische Erfolge nicht durch langfristige gesellschaftliche Schäden erkauft werden.


    Iranische Friedensnobelpreisträgerin beginnt neuen Hungerstreik im Gefängnis

    Die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi, Trägerin des Friedensnobelpreises, hat erneut einen Hungerstreik im Gefängnis begonnen, um gegen ihre fortwährende Inhaftierung zu protestieren. Mohammadi wurde im Dezember erneut verhaftet, nachdem sie kurzzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen worden war.

    Mohammadis Kampf spiegelt die anhaltenden Spannungen im Iran wider, wo die Regierung hart gegen Dissidenten und Protestierende vorgeht. Der mutige Schritt der Aktivistin richtet erneut internationale Aufmerksamkeit auf die Menschenrechtslage im Land und die repressiven Taktiken, die gegen kritische Stimmen eingesetzt werden.

    Internationale Menschenrechtsorganisationen haben ihre Unterstützung für Mohammadi ausgedrückt und die iranische Regierung aufgefordert, ihre politischen Gefangenen freizulassen und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu achten. Der Fall Mohammadi wird somit zu einem Prüfstein für den Iran, der international immer stärker unter Beobachtung steht.


    Weitere Nachrichten

    – Israel startet tödliche Angriffe auf Gaza, nachdem Militante israelische Soldaten angegriffen haben
    – Iran verhängt hohe Strafen gegen Unterstützer der Proteste
    – UK-Premier Starmer entschuldigt sich für Verbindungen des Ex-Botschafters Mandelson zu Epstein
    – Einwohner von Cortina d‘Ampezzo beschweren sich über Baumaßnahmen im Zuge der Olympischen Winterspiele
    – Kandas Premierminister Mark Carney erhöht Investitionen in Elektrofahrzeuge
    – Dialog zwischen den USA und Russland endet mit wenig Fortschritt
    – Mexiko: Bürgermeister von Tequila wegen Erpressung von Unternehmen verhaftet
    – Italien verschärft Protestgesetze kurz vor geplanten Olympischen Protesten
    – Starlink verweigert russischen Truppen den Internetzugang auf Anfrage der Ukraine
    – USA und Iran setzen Gespräche in Oman fort
    – Argentinien und USA unterzeichnen umfassendes Handelsabkommen
    – Toronto: Polizeibeamte in umfangreichem Drogen- und Korruptionsfall angeklagt
    – Die USA beenden Ära der nuklearen Rüstungskontrolle

    P. Tiko

  • Boualem Sansal im Hungerstreik – Ein Literat zwischen Krankheit, Haft und politischem Kalkül

    Boualem Sansal im Hungerstreik – Ein Literat zwischen Krankheit, Haft und politischem Kalkül

    Der bekannte französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal, inzwischen 80 Jahre alt, befindet sich in algerischer Haft und hat dort nun einen Hungerstreik begonnen. Er wurde im November 2024 verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 500.000 Dinar verurteilt. Der Vorwurf: Er habe in einem Interview die territoriale Integrität Algeriens in Frage gestellt. Was war geschehen? Sansal äußerte sich in einem Gespräch mit dem französischen Medium „Frontières“ im Oktober 2024 kritisch zur algerischen Landesgeschichte. Demnach soll Algerien – so seine These – während der französischen Kolonialzeit Gebiete erhalten haben, die zuvor marokkanisch waren. Eine Aussage, die Algeriens Regierung als inakzeptabel einstuft.

    🎭 Ein Intellektueller als Symbolfigur Sansal ist kein Unbekannter. Seine Romane sind gesellschaftskritisch, seine Stimme unbequem. Seit Jahren kritisiert er autoritäre Tendenzen in Algerien und tritt für Meinungsfreiheit ein. Dass genau diese Stimme nun …

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  • Hungerstreik in Frankreich: 300 ausländische Ärzte kämpfen um ihre Zukunft

    Hungerstreik in Frankreich: 300 ausländische Ärzte kämpfen um ihre Zukunft

    Frankreichs Gesundheitssystem ist auf sie angewiesen – doch ihre Lage bleibt prekär.

    Seit dem 5. März befinden sich über 300 ausländische Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Hebammen im Hungerstreik. Sie protestieren gegen die ausbleibende Anerkennung ihrer Abschlüsse, die ihnen von Präsident Emmanuel Macron und Ex-Premierminister Gabriel Attal versprochen wurde. Am Samstag planen sie eine Demonstration vor dem Gesundheitsministerium.

    „Wir halten die Krankenhäuser am Laufen – und sind trotzdem rechtlos“

    Die Protestierenden gehören zur Gruppe der praticiens à diplôme hors-Union européenne (padhue) – medizinische Fachkräfte mit Abschlüssen aus Nicht-EU-Staaten. Obwohl sie in französischen Krankenhäusern unverzichtbar sind, verdienen sie oft nur ein Drittel des Gehalts ihrer französischen Kollegen. Zudem müssen sie alle sechs Monate um die Verlängerung ihres Vertrags bangen.

    „Wir haben alle möglichen Wege ausgeschöpft“, erklärt Abdelhalim Bensaïdi, Diabetologe in Nanterre seit über sechs Jahren. Seine Frustration ist spürbar: „Wir wurden immer wieder vertröstet. Dabei sind wir es, die manche Krankenhäuser am Laufen halten!“

    Ein Prüfungsverfahren voller Ungerechtigkeiten

    Die einzige Möglichkeit zur Anerkennung: Eine strenge Prüfung, die épreuve de vérification des connaissances (EVC). Doch selbst wer die erforderliche Punktzahl erreicht, scheitert oft – weil nicht alle Plätze vergeben werden. „20 % der verfügbaren Plätze wurden nicht zugewiesen“, kritisiert Bensaïdi. „Das ist willkürlich!“

    Viele ausländische Mediziner haben Jahre in Frankreich gearbeitet, die Sprache gelernt und bewiesen, dass sie unverzichtbar sind. Dennoch wird ihnen die dauerhafte Anerkennung verweigert.

    Der Protest geht weiter

    Die Situation der padhue wirft grundsätzliche Fragen auf: Warum lässt Frankreich dringend benötigte Ärzte in Unsicherheit leben, während das Gesundheitssystem ohnehin unter Druck steht?

    Die Hungerstreikenden wollen nicht nachgeben. „Wir wollen nur das, was uns zusteht: Würde, Anerkennung und eine Zukunft in diesem Land“, sagt Bensaïdi entschlossen.

    Am Samstag werden sie erneut auf die Straße gehen – in der Hoffnung, endlich Gehör zu finden.

    Von C. Hatty

  • Lockdown: Ladenbesitzerin im Hungerstreik, um die Schließung kleiner Geschäfte anzuprangern

    Lockdown: Ladenbesitzerin im Hungerstreik, um die Schließung kleiner Geschäfte anzuprangern

    Sie prangert die ungleiche Behandlung von Supermärkten an, die weiterhin Non-Food-Produkte verkaufen dürfen. Eine Ladenbesitzerin in Blotzheim (Haut-Rhin), Geschäftsführerin eines Damenkonfektionsgeschäfts, das schließen musste, hat einen Hungerstreik begonnen, um die Ungerechtigkeit anzuprangern, die durch den neuen Lockdown verursacht wurde, berichtet France Bleu Alsace am Samstag, dem 31. Oktober 2020. Véronique Weingarten betreibt mit ihrer Mutter eine Konfektionsboutique nahe der Schweizer Grenze. Sie glaubt, dass der neue Lockdown ihr Geschäft gefährden wird und ist empört über die unterschiedliche Behandlung im Vergleich mit den Supermärkten. Sie startete ihre Aktion, um die öffentlichen Behörden und gewählten Vertreter zu alarmieren. Für sie ist klar, dass wir „auf den Tod des Kleingewerbes zusteuern“. Sie hofft, „dort oben, in der Regierung, bis hin zu Herrn Macron“ gehört zu werden, sagt sie. Eine Botschaft an Emmanuel Macron Die Ladenbesitzerin schlägt dem Präsidenten der Re…

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