Schlagwort: Hooligans

  • Neonazis im Stadion, Gewalt auf dem Parkplatz – der Angriff von Reims und seine dunklen Hintergründe

    Neonazis im Stadion, Gewalt auf dem Parkplatz – der Angriff von Reims und seine dunklen Hintergründe

    Es beginnt, wie so viele dieser Abende beginnen. Ein Fußballspiel ist vorbei, die Flutlichter gehen aus, die Menge zerstreut sich langsam. Und doch liegt etwas in der Luft, ein Knistern, das nichts mit Sport zu tun hat. In Reims, nach dem Ligaspiel zwischen Stade de Reims und Laval, entlädt sich dieses Knistern in roher Gewalt. Fünf Polizisten werden verletzt. Einer von ihnen trägt womöglich einen Schaden davon, der bleibt. Der Mann, der nun im Zentrum der Ermittlungen steht, ist 36 Jahre alt. Er sitzt in Untersuchungshaft. Und er gehört, so bestätigt es die Staatsanwaltschaft von Reims, zu einer Gruppe von Hooligans mit klar neonazistischer Ideologie. MesOs nennen sie sich, ein Name, der in Reims seit Jahren kursiert wie ein dunkles Gerücht, das jeder kennt und doch lieber verdrängt. Die französischen Ermittler werfen dem Verdächtigen schwere Delikte vor. Gewalttätiger Angriff auf Amtsträger mit einer Waffe, Bedrohungen, gezielter Einsatz von Feuerwerksmörsern gegen Polizeikräfte. Der…

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  • Kommentar: Wo leben wir eigentlich?

    Kommentar: Wo leben wir eigentlich?

    Es gibt diese Momente, in denen man nur noch fassungslos den Kopf schütteln kann. Nicht über ein verlorenes Fußballspiel. Sondern über das, was danach geschieht. Über Menschen, die sich Fans nennen – und in Wahrheit nichts weiter sind als Gewalttäter im Vereinsdress.

    Zwei Profis des OGC Nice, Terem Moffi und Jérémie Boga, wurden nach einer Niederlage in Lorient körperlich angegriffen. Nicht von Unbekannten in einer dunklen Gasse. Nein – von den eigenen Anhängern. Vor dem Trainingszentrum, in einer Nacht, in der jede Grenze zwischen Leidenschaft und Wahnsinn endgültig eingerissen wurde. Moffi sieben Tage Arbeitsunfähigkeit, Boga fünf. Und als wäre das nicht schon absurd genug, musste auch Sportdirektor Florian Maurice unter Polizeischutz fliehen – „exfiltriert“, wie es im Polizeijargon heißt. Was für ein Wort. Was für ein Zustand.

    Wo leben wir eigentlich?

    Seit wann rechtfertigt eine sportliche Durststrecke rohe Gewalt? Seit wann ist das Eingeständnis von Frust eine Freikarte für Angriffe? In welcher Welt glauben Menschen, dass ihnen die Niederlage ihres Vereins ein moralisches Recht auf Faustrecht gibt?

    Das alles hat mit Fußball nichts mehr zu tun. Nicht mit Fankultur, nicht mit Emotion, nicht mit Enttäuschung – es ist schlicht niederträchtig. Und gefährlich.

    Die Täter verstecken sich gerne hinter der Ausrede, der Fußball sei ein Spiegel der Gesellschaft. Das mag stimmen. Nur zeigt dieser Spiegel in diesem Fall ein Gesicht, das man kaum erträgt. Ein Gesicht voller Hass, toxischer Männlichkeit und fehlender Zivilisation. Der Fußball hat ein Gewaltproblem – aber nicht wegen des Spiels, sondern wegen derer, die ihre Alltagswut dort ausleben, wo andere eigentlich Freude suchen.

    Noch schlimmer: Es ist nicht das erste Mal. Die Fan-Gruppe „Tribüne Populaire Sud“ in Nizza hat schon öfter über die Stränge geschlagen – mit Flaschenwürfen, Platzstürmungen, rassistischen Bannern. Wer nun immer noch von „Einzelfällen“ spricht, macht sich lächerlich.

    Natürlich: Niederlagen sind bitter. Serien von Niederlagen sogar unerträglich für manche. Doch es gibt einen Unterschied zwischen enttäuscht sein – und durchdrehen. Zwischen kritisieren – und zuschlagen. Zwischen Fan sein – und zum Täter werden.

    Und es braucht jetzt mehr als eine empörte Pressemitteilung. Mehr als das übliche „Wir verurteilen aufs Schärfste“. Es braucht Konsequenzen. Hausverbote, Stadionverbote, juristische Aufarbeitung. Und vor allem: eine klare gesellschaftliche Ächtung solcher Taten.

    Denn wir sprechen hier nicht über Pyrotechnik oder lautes Gebrüll. Wir sprechen über körperliche Gewalt. Über Einschüchterung, über die Zerstörung von Vertrauen – und damit auch über die Zerstörung von allem, was diesen Sport ausmacht. Fußball lebt von Emotion. Aber wer daraus Aggression macht, hat seinen Platz verloren – im Stadion und in der Gesellschaft.

    Wer Spieler verprügelt, weil sie nicht gut genug gespielt haben, gehört nicht auf die Tribüne, sondern vor Gericht.

    Punkt.

    Autor: Andreas M. B.

  • 102 Festnahmen in Nizza: Roma-Ultras, Metallstangen und eine hochgespannte Stimmung

    102 Festnahmen in Nizza: Roma-Ultras, Metallstangen und eine hochgespannte Stimmung

    Was passiert, wenn Fußballleidenschaft in rohe Gewalt umzuschlagen droht? In Nizza wurden am Vorabend des Europa-League-Duells zwischen dem OGC Nice und der AS Roma, das heute Abend um 21:00 beginnt, sage und schreibe 102 italienische Anhänger festgenommen. Der Vorwurf: Sie sollen bewaffnet gewesen sein – teils mit Messern, teils mit improvisierten Gegenständen, die als Waffen eingesetzt werden konnten. Und das alles in einem Parkhaus, keine hundert Meter vom Strand entfernt. Ein dramatischer Einsatz, der Fragen aufwirft. Denn die Polizei rückte nicht nur mit Verstärkung an – über 200 Beamte sollen im Einsatz gewesen sein –, sondern griff auch entschlossen zu, noch bevor es überhaupt zu Zusammenstößen kam. Die Devise: lieber zu früh als zu spät. Die beschlagnahmten Gegenstände lesen sich wie ein improvisiertes Arsenal: Eisenstangen, Besenstiele, Kunststoffrohre, Hämmer, Messer, sogar Schaufeln. Keine Kriegswaffen – aber im falschen Kontext potenziell brandgefährlich. Juristisch spricht…

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  • Krawalle vor Fussball-Match Nizza-Köln: Fan nach Sturz aus 5 Metern Höhe in Lebensgefahr

    Krawalle vor Fussball-Match Nizza-Köln: Fan nach Sturz aus 5 Metern Höhe in Lebensgefahr

    Ein Fan, der sich auf der Tribüne des 1. FC Köln befand, wurde in Lebensgefahr ins Krankenhaus transportiert, nachdem er am frühen Abend bei Krawallen aus 5 Metern Höhe in das Allianz-Riviera-Stadion in Nizza gestürzt war. Der Anpfiff des ersten Gruppenspiels der Conference League, des „dritten“ Europapokals, musste um 55 Minuten verschoben werden.

    Bereits vorher kam es am Donnerstag, dem 8. September, im Stadtzentrum von Nizza zu Zwischenfällen mit Hooligans. Anschliessend kam es auf dem Stadiongelände zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Fans der beiden Mannschaften. Laut ersten Zeugenaussagen sollen die Kölner „Fans“ die Fans des OGCN angegriffen haben. Laut Präfektur gab es bei den Auseinandersetzungen 31 Verletzte.

    Bei den gewalttätigen Rangeleien stürzte ein Mann von der oberen auf die untere Ebene der Tribünen, erklärt die Präfektur. Der Mann sei stark alkoholisiert gewesen und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus transportiert. Nach einer Krisensitzung wurde beschlossen, das Spiel trotzdem stattfinden zu lassen. Es sollte jedoch beim ersten neuen Zwischenfall abgebrochen werden.

    Etwa hundert vermummte Mitglieder des FC Köln, von den mehr als 8.000, die sich im Stadion aufhielten, stürmten die Tribüne der OGCN-Fans, um sich mit Hooligans aus Nizza zu prügeln.