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  • Raus aus Paris, rein ins Grüne: Wie die Bourgogne-Franche-Comté neue Einwohner gewinnen möchte

    Raus aus Paris, rein ins Grüne: Wie die Bourgogne-Franche-Comté neue Einwohner gewinnen möchte

    Während viele ländliche Regionen Frankreichs mit sinkenden Einwohnerzahlen, alternden Gemeinden und der Abwanderung junger Menschen kämpfen, schlägt die Bourgogne-Franche-Comté einen bemerkenswerten Weg ein. Statt den demografischen Wandel lediglich hinzunehmen, wirbt die Region aktiv um Menschen, die sich ein neues Leben fernab der Großstadt vorstellen können. Mit einem landesweit einzigartigen Programm möchte sie Familien, Berufstätige und Ruhesuchende für einen Neustart auf dem Land begeistern.

    Die Resonanz überrascht selbst die Verantwortlichen. Schon kurz nach dem Start meldeten sich Tausende Interessenten, die ernsthaft über einen Umzug nachdenken. Offensichtlich trifft das Angebot einen Nerv.

    Viele Dörfer und kleinere Städte der Region stehen seit Jahren vor denselben Herausforderungen. Junge Menschen verlassen ihre Heimat für Ausbildung oder Studium und finden anschließend Arbeit in den großen Metropolen. Zurück bleiben Gemeinden, in denen Schulen immer weniger Kinder zählen, Geschäfte schließen und Arztpraxen kaum Nachfolger finden. Für viele Orte geht es längst um die Frage, wie ihre Zukunft aussehen soll.

    Genau dort setzt das Programm „Venez vivre en Bourgogne-Franche-Comté“ an. Anders als klassische Werbekampagnen beschränkt es sich nicht auf schöne Landschaftsbilder oder touristische Versprechen. Interessenten erhalten eine persönliche Begleitung, die den Schritt in ein neues Leben erleichtern soll. Unterstützung gibt es bei der Suche nach geeignetem Wohnraum, bei Fragen zum Arbeitsmarkt, zu Schulen, Kinderbetreuung und Freizeitmöglichkeiten sowie beim Kontakt mit Unternehmen und Verwaltungen vor Ort.

    Gerade dieser persönliche Ansatz macht den Unterschied. Ein Umzug bedeutet schließlich weit mehr als nur einen Wohnortwechsel. Neue Arbeitsplätze, soziale Kontakte und der Alltag der ganzen Familie wollen organisiert sein. Genau dabei möchte die Region helfen.

    Dass das Konzept so viel Aufmerksamkeit erhält, überrascht kaum. Spätestens seit der Corona-Pandemie denken viele Menschen über ihre Lebensweise neu nach. Homeoffice eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, den Wohnort freier zu wählen. Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten in Paris und anderen Großstädten stetig an. Für viele Familien bleibt der Traum vom Eigenheim dort unerreichbar.

    Auf dem Land sieht die Rechnung oft ganz anders aus. Häuser mit Garten, mehr Platz und eine ruhige Umgebung kosten häufig nur einen Bruchteil dessen, was in der Hauptstadt verlangt wird. Dazu kommen kurze Wege, Natur direkt vor der Haustür und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Manche würden sagen: Da lebt es sich einfach entspannter.

    Doch die Bourgogne-Franche-Comté setzt nicht allein auf ihre idyllische Landschaft. Auch wirtschaftlich bietet die Region Chancen. Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Tourismus suchen händeringend nach Fachkräften. Neue Einwohner stärken deshalb nicht nur den Arbeitsmarkt, sondern sichern auch Schulen, Vereine, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen.

    Ob dieses Modell Schule macht, bleibt abzuwarten. Das Interesse anderer französischer Regionen ist jedenfalls groß. Viele stehen vor ähnlichen Problemen und beobachten genau, ob aus den zahlreichen Anfragen tatsächlich dauerhafte Zuzüge entstehen.

    Schon heute zeigt das Projekt jedoch, dass immer mehr Menschen bereit sind, ihre Prioritäten neu zu ordnen. Wer den Lärm der Metropole gegen Ruhe, Natur und ein engeres Miteinander tauschen möchte, findet in der Bourgogne-Franche-Comté nicht nur eine neue Adresse, sondern vielleicht auch ein neues Zuhause.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Fußball im Büro schauen – in Frankreich erlaubt oder riskant?

    Fußball im Büro schauen – in Frankreich erlaubt oder riskant?

    Wenn während einer Fußball-Weltmeisterschaft, einer Europameisterschaft oder eines wichtigen Champions-League-Spiels der Anpfiff ertönt, stellt sich für viele Beschäftigte dieselbe Frage: Darf man das Spiel eigentlich während der Arbeitszeit verfolgen? Die Antwort fällt weniger eindeutig aus, als manche vermuten. Eine spezielle gesetzliche Regelung, die das Anschauen eines Fußballspiels am Arbeitsplatz verbietet, existiert in Frankreich nicht. Dennoch bedeutet das keineswegs freie Bahn für Livestreams und Torjubel während der Bürozeiten. Maßgeblich sind vielmehr der Arbeitsvertrag, die Betriebsordnung des Unternehmens und die konkreten Umstände des Einzelfalls. Während der regulären Pausen sieht die Lage meist entspannt aus. Wer in der Mittagspause oder bei einer Kaffeepause kurz das Smartphone zückt, um den Spielstand zu prüfen oder einige Minuten eines Spiels zu verfolgen, bewegt sich in der Regel im zulässigen Rahmen. Viele Unternehmen tolerieren dies, solange keine internen Vorschr…

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  • Wenn nichts mehr geht – Wie Schnee und Eis den Alltag der Île-de-France lahmlegen

    Wenn nichts mehr geht – Wie Schnee und Eis den Alltag der Île-de-France lahmlegen

    Manchmal genügt ein paar Zentimeter Schnee, um eine Metropolregion aus dem Takt zu bringen. An diesem Dienstagmorgen liegt über der Île-de-France eine eigenartige Mischung aus Stille und Nervosität. Die Straßen glänzen verdächtig, der Himmel wirkt harmlos, fast freundlich. Doch der Eindruck täuscht. Was am Montag gefallen ist, hat sich über Nacht in Eis verwandelt – und damit in ein logistisches Minenfeld. Schon am Vorabend hatte sich die Lage zugespitzt. Mehr als tausend Kilometer Stau summierten sich auf den Straßen der Region, Züge fielen aus oder blieben stecken, Busse stellten den Betrieb ein. Besonders betroffen: die RER-Linien, Lebensadern für Millionen Pendlerinnen und Pendler. Der Winter, so schien es, hatte die Kontrolle übernommen. In Orsay, südlich von Paris, zieht Ismaël die Reißleine. Der Mann arbeitet als Zusteller für eine große Onlineplattform, ein Job, der selten Pausen kennt. Heute aber bleibt der Lieferwagen stehen. „C’est mort, je ne travaille pas“, sagt er ohne Zö…

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