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  • Zwei Tote bei Überschwemmungen auf Korsika – Porto-Vecchio gleicht einem Katastrophengebiet

    Zwei Tote bei Überschwemmungen auf Korsika – Porto-Vecchio gleicht einem Katastrophengebiet

    Heftige Unwetter haben den Süden Korsikas in eine Katastrophenregion verwandelt. Zwei Menschen starben in der Nacht zum Freitag, als ihr Auto von den Fluten mitgerissen wurde. Straßen sind zerstört, Wohnhäuser überflutet und Tausende Einwohner zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders dramatisch ist die Lage in Porto-Vecchio, wo Bürgermeister Jean-Christophe Angelini von bislang unvorstellbaren Verwüstungen spricht.

    Stand: Freitag, 6. November 2026, 9.20 Uhr

    Tödliche Fahrt durch die Fluten

    Es war gegen ein Uhr nachts, als sich auf der Territorialstraße RT10 zwischen Bonifacio und Porto-Vecchio ein tragisches Unglück ereignete. Ein Auto mit drei Insassen geriet in die gewaltigen Wassermassen und wurde mitgerissen.

    Einem der Insassen gelang die Flucht aus dem Fahrzeug. Rettungskräfte brachten ihn mit einem Hubschrauber in eine Klinik nach Porto-Vecchio. Für seine beiden Mitfahrer kam jede Hilfe zu spät. Feuerwehrleute entdeckten ihre Leichen im Wagen.

    Bei den Todesopfern soll es sich um ein Paar aus der Region Porto-Vecchio handeln, das offenbar vom Flughafen Figari zurückkehrte. Die Präfektur des Départements Corse-du-Sud bestätigte beide Todesfälle.

    Die Tragödie verdeutlicht die heimtückische Gefahr solcher Unwetter. Innerhalb weniger Minuten verwandeln sich vermeintlich sichere Straßen in reißende Flussbetten. Besonders nachts bleibt die tatsächliche Wassertiefe häufig unsichtbar.

    Porto-Vecchio versinkt im Chaos

    Seit Mittwochnachmittag, dem 4. November, treffen außergewöhnlich heftige Regenfälle den Südosten Korsikas. Bäche schwellen zu gefährlichen Strömen an, Flüsse treten über ihre Ufer, Straßen brechen auseinander.

    Besonders betroffen sind die Ortsteile Murateddu, Bala und Nota. Zahlreiche Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Rund 150 Menschen fanden vorübergehend Zuflucht in der städtischen Sporthalle COSEC, weitere Familien in anderen Notunterkünften.

    Die Schäden an der Verkehrsinfrastruktur sind gewaltig. Nahe der Brücke von Bala rissen die Fluten einen Straßenabschnitt vollständig weg. Auch Teile der wichtigen RT10 blieben unpassierbar. Mehrere kleinere Siedlungen waren zeitweise isoliert.

    Bürgermeister Jean-Christophe Angelini schilderte eine Situation, wie sie seine Stadt noch nie erlebt habe. Die Verwüstungen erinnerten ihn an die Folgen eines Bombardements.

    Das klingt drastisch, beschreibt jedoch die Dimension der Zerstörung.

    Feuerwehr, Gendarmerie, kommunale Dienste und technische Einsatzkräfte arbeiten unter Hochdruck. Gleichzeitig zeigt sich eine bemerkenswerte Solidarität: Unternehmer stellen Baumaschinen bereit, Privatpersonen bieten obdachlos gewordenen Familien Unterkünfte an.

    Bis zu 350 Liter Regen auf jeden Quadratmeter

    Die meteorologischen Zahlen erklären das Ausmaß der Katastrophe. Seit Mittwoch registrierte Météo-France in weiten Teilen Ostkorsikas zwischen 150 und 250 Millimeter Niederschlag. In einigen Bergregionen erreichten die Mengen sogar 300 bis 350 Millimeter.

    Das entspricht bis zu 350 Litern Wasser pro Quadratmeter – innerhalb weniger Tage.

    Korsikas gebirgige Landschaft verschärft die Situation. Regenwasser schießt über steile Hänge talwärts, kleinere Wasserläufe schwellen explosionsartig an. Brücken und Straßen geraten unter enormen Druck.

    Rund 2.500 Menschen zeitweise abgeschnitten

    Am Freitagmorgen berichtete Angelini, dass rund 2.500 Einwohner wegen zerstörter oder blockierter Verkehrswege zeitweise vom übrigen Gemeindegebiet abgeschnitten seien.

    Die Wiederherstellung der Straßenverbindungen besitzt deshalb höchste Priorität. Ohne funktionierende Zufahrten gestaltet sich bereits die Versorgung einzelner Ortschaften schwierig. Auch Rettungsdienste benötigen sichere Wege.

    Orange Warnstufe bleibt vorerst bestehen

    Für beide korsischen Départements galt am Freitagmorgen weiterhin die orange Unwetterwarnstufe wegen Starkregens und Überschwemmungen. Nach damaliger Prognose sollte die Warnung gegen zwölf Uhr aufgehoben werden.

    Die Behörden appellierten eindringlich an die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden und überflutete Straßen keinesfalls zu überqueren.

    Denn selbst nach dem Ende der Regenfälle bleibt die Gefahr bestehen. Unterspülte Fahrbahnen, instabile Böschungen und angeschwollene Flüsse machen zahlreiche Verkehrswege weiterhin riskant.

    Für Porto-Vecchio beginnt damit eine schwierige Phase. Zunächst gilt es, Menschen zu schützen und abgeschnittene Ortschaften wieder erreichbar zu machen. Anschließend wartet der Wiederaufbau. Wie teuer die Schäden ausfallen, ist derzeit völlig offen.

    Autor: C.H.