Schlagwort: hetze

  • Britische Anti-Migrations-Aktivisten in Calais verhaftet – Frankreich zieht eine rote Linie

    Britische Anti-Migrations-Aktivisten in Calais verhaftet – Frankreich zieht eine rote Linie

    Am Abend des 25. Januar nahmen französische Behörden zwei britische Staatsbürger an der nordfranzösischen Küste nahe Calais fest. Die Männer, etwa 35 und 50 Jahre alt, hatten sich trotz eines behördlichen Verbots zu einer Antimigranten-Aktion am Strand eingefunden und ihre Aktivitäten per Livestream verbreitet. Nach Angaben der Präfektur und des zuständigen Staatsanwalts werden ihnen „Anstiftung zum Hass“ und „Mitgliedschaft in einer Gruppe zur Vorbereitung von Gewalttaten“ vorgeworfen – Delikte, die sowohl strafrechtlich als auch im Rahmen des französischen Antidiskriminierungsgesetzes verfolgt werden. Zwar gebe es keine Hinweise darauf, dass die Männer physische Gewalt gegen Personen ausgeübt hätten, doch ihre Präsenz trotz eines Verbots sowie die Verbreitung potenziell rassistischer Botschaften werteten die Behörden als strafbare Handlung. Die Staatsanwaltschaft begründete die rechtliche Einordnung mit dem „organisierten und einschüchternden Charakter“ der Aktion. Rechtsextreme Mobi…

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  • Kommentar: Rechtsradikale Dummheit vergiftet unser Leben – jetzt auch auf dem Weihnachtsmarkt!

    Kommentar: Rechtsradikale Dummheit vergiftet unser Leben – jetzt auch auf dem Weihnachtsmarkt!

    Es reicht.

    Wann ist aus einer offenen Gesellschaft ein Ort geworden, an dem selbst der Weihnachtsmarkt nicht mehr sicher vor Hass und Hetze ist? Wann haben wir begonnen, stillschweigend zuzusehen, wie der dunkelbraune Bodensatz der Gesellschaft sich Raum nimmt – ohne Anstand, ohne Scham, ohne Verstand?

    Was da auf dem Place Kléber in Strasbourg passiert ist, war keine Meinungsäußerung. Es war keine Debatte. Es war keine Warnung. Es war blanker, dummer Hass – hingeschmiert auf ein Banner, das mit plumper Provokation die schlimmsten Klischees wiederkäut, die je durch rechte Echokammern gegeifert wurden.

    Und das Schlimmste: Sie tun es mit einem Lächeln.

    Zwei junge Frauen – scheinbar gebildet, medienaffin, strategisch trainiert – hängen mitten in der Adventszeit eine rassistische Botschaft über eine belebte Innenstadt. Mitten zwischen Kindern, Familien, Touristinnen und Touristen. Mitten im Licht. Zwischen Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtsliedern. Zwischen allem, was uns erinnert, dass Menschlichkeit mehr ist als Herkunft, mehr als Hautfarbe, mehr als Passnummer.

    Was geht in diesen Köpfen vor?

    Ist das das neue Gesicht des Rechtsextremismus? Freundlich lächelnde Frauen mit Handykamera, die Gift streuen wie Zuckerperlen – in der Hoffnung, dass es keiner merkt? Dass man sie verharmlost, weil sie weiblich, jung, unschuldig wirken?

    Wer so denkt, macht sich mitschuldig.

    Denn das ist das eigentliche Gift: dass wir uns an diese Bilder gewöhnen. Dass wir immer wieder den Kopf schütteln, uns empören – und dann weitermachen, als sei nichts gewesen.

    Aber das war nicht nichts.

    Es war ein direkter Angriff auf unser Zusammenleben. Auf den letzten, warmen Ort der Gemeinsamkeit, den viele Menschen noch haben – den Weihnachtsmarkt. Er steht für Nähe, für Frieden, für Kindheitserinnerungen, für ein kurzes Aufatmen in einer hektischen Welt.

    Und jetzt? Jetzt hängen dort Botschaften, die klingen wie aus den 1930ern. Nur lauter. Nur dreister. Nur digitaler.

    Diese Dummheit, die sich da Bahn bricht, ist keine jugendliche Provokation. Sie ist kaltes Kalkül.

    Sie will provozieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie will verletzen, um Reaktionen zu erzwingen. Sie will Menschen mit Migrationsgeschichte zu Tätern machen – pauschal, kollektiv, widerlich.

    Aber wir sind nicht so.

    Strasbourg ist nicht so. Europa ist nicht so.

    Wir sind besser.

    Und wir müssen lauter sein als diese Sprücheklopfer, diese falschen Weihnachtswünscher, diese selbsternannten Retter des Abendlandes, die in Wahrheit nichts retten – sondern zerstören.

    Was es jetzt braucht? Zivilcourage. Eine Justiz, die nicht zögert. Politiker:innen, die nicht relativieren. Und eine Gesellschaft, die klar macht: Rassismus hat auf keinem Platz der Welt einen Platz.

    Und schon gar nicht auf einem, der nach Zimt riecht und nach Hoffnung schmeckt.

    Von C. Hatty