Schlagwort: Haushalte

  • Frostschock in Frankreich – und die Heizungsmonteure am Limit

    Frostschock in Frankreich – und die Heizungsmonteure am Limit

    Wenn der erste Kälteeinbruch kommt, wird es eng – in den Terminkalendern der Heizungsbetriebe. In Valence, einer Stadt im Département Drôme, hat der Winter dieses Jahr schon vor dem offiziellen Start zugeschlagen. Und mit ihm die alljährliche Panik rund ums Heizen. „Natürlich macht man als Erstes die Heizung an“, sagt eine Passantin auf der Straße, während ihr Partner gleich nachlegt: „Aber man muss sie im Sommer warten lassen – man weiß ja nie, ob sie den ganzen Winter durchhält.“ Ein Satz, den derzeit viele Franzosen unterschreiben würden. Denn sobald das Thermometer sinkt, steigen die Notfallanrufe bei den Heizungsfirmen schier ins Unermessliche. Alarmstufe Rot bei Frostgrad Eins Fabien Dumont ist Heizungsmonteur. In diesen Tagen klingelt sein Handy quasi im Dauertakt. „Wir starten fast immer mit den einfachsten Defekten – etwa wenn das Wasser nicht mehr im Heizkreislauf zirkuliert“, erklärt er. Und genau das war bei einem seiner letzten Einsätze der Fall: Kein Warmwasser, keine Hei…

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  • Frankreich: Inflation verlangsamt sich auf +5,6 % im Jahresvergleich

    Frankreich: Inflation verlangsamt sich auf +5,6 % im Jahresvergleich

    Die Inflation in Frankreich verlangsamte sich im März auf 5,6% im Jahresvergleich, verglichen mit 6,3% im Februar. Dies geht aus einer ersten Schätzung hervor, die am Freitag vom Nationalen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien veröffentlicht wurde. Die Verlangsamung des Anstiegs der Verbraucherpreise ist darauf zurückzuführen, dass die Energiepreise im März deutlich langsamer stiegen. Der Anstieg der Lebensmittelpreise übernahm die Führung und beschleunigte sich weiter auf 15,8% im Jahresvergleich im Monat März, so das Statistikinstitut Insee. Deutlicher Rückgang der Einkäufe bei Lebensmitteln um 1,2 %. Gleichzeitig ging der Verbrauch der privaten Haushalte in Frankreich im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zurück, was auf geringere Ausgaben insbesondere für Lebensmittel zurückzuführen war, so das Insee. Nach einem Aufschwung von 1,7 % im Januar zeigten die Konsumausgaben der französischen Haushalte einen deutlichen Rückgang von 1,2 % bei Lebensmitteln und 0,9 % bei hergestellten Waren, während der Energieverbrauch nahezu unverändert blieb (+0,1 %). Inflation: Kein „roter März“ … aber die Preise steigen weiter. Sowohl Agrarprodukte als auch Lebensmittel erlebten einen zweistelligen Höhenflug, der sich weiter beschleunigte und im März 15,8 % auf Jahresbasis erreichte, so das Insee. Lebensmittel sind in Frankreich zum Haupttreiber der Inflation geworden und haben die Energiepreise abgelöst, die im Zuge des Krieges in der Ukraine zunächst stark angestiegen waren, dann aber wieder zurückgingen. Der Verbrauch von hergestellten Waren ging im letzten Monat um 0,9% zurück, was vor allem auf einen Rückgang der Ausgaben für langlebige Güter wie Autos, Möbel, Elektro- und Haushaltsgeräte zurückzuführen war. Im Energiebereich war der Verbrauch nahezu stabil (+0,1%), wobei der Anstieg des Gas- und Stromverbrauchs durch einen deutlichen Rückgang bei den Kraftstoffen ausgeglichen wurde. Im Jahresvergleich zu Februar 2022 fällt der Verbrauch der französischen Haushalte um insgesamt 4,1%.
  • Unbezahlte Energierechnungen: Ab wann darf der Strom abgestellt werden?

    Unbezahlte Energierechnungen: Ab wann darf der Strom abgestellt werden?

    Obwohl Elisabeth Borne am Samstag erst versprach, dass die Exekutive die Energiepreise für die Haushalte „nicht explodieren lassen“ werde, machen sich immer mehr Menschen Sorgen.

    Wenn die Deckelung der Tarife Ende 2022 ausläuft, „werden wir Maßnahmen zur Abfederung der Energiepreise beibehalten (…) und wir werden besondere Vorkehrungen treffen, um die Schwächsten zu begleiten“, sagte Elisabeth Borne in einem Interview mit der Zeitung Le Parisien/Aujourd’hui en France. Immer mehr Franzosen machen sich grosse Sorgen über einen möglichen starken Anstieg der Strompreise. Doch was droht im Falle unbezahlter Rechnungen?

    Energierechnungen müssen normalerweise innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Ausstellung oder einer entsprechenden Zahlungsfrist beglichen werden. Wer mit der Zahlung Schwierigkeiten hat, kann sich an seinen Stromlieferanten wenden und z. B. eine Staffelung der Zahlungen erbitten.

    Wenn die erste Frist verstrichen ist, schickt der Stromlieferant seinen Kunden ein 1. Mahnschreiben. Dieses Schreiben dient dazu, darauf hinzuweisen, dass innerhalb einer weiteren Frist von 15 Tagen der Strom oder das Gas abgestellt oder die Leistung reduziert werden kann, wenn die Zahlung nicht innerhalb dieser Frist erfolgt ist. Diese Frist beträgt 30 Tage, wenn man einen Energiescheck oder eine Unterstützung aus dem Solidaritätsfonds für Wohnraum (FSL) erhält, wird auf der Website der Regierung erklärt.

    Am Ende dieser Frist von 15 Tagen (oder 30 Tagen) schickt der Anbieter ein zweites Mahnschreiben, in dem er eine Unterbrechung oder Reduzierung der Energielieferung ohne weitere Vorankündigung ankündigt. In dem Schreiben muss auf die Möglichkeit hingewiesen werden, einen Rechtsbehelf beim Solidaritätsfonds für Wohnraum (FSL) einzulegen, um finanzielle Unterstützung zu beantragen. Der Rechtsbehelf ermöglicht es, das Verfahren wegen unbezahlter Rechnungen auszusetzen und somit auch die Unterbrechung oder Reduzierung der Energieversorgung. Wenn aber nach zwei Monaten keine positive Antwort auf die Unterstützung vorliegt, kann der Versorger die Abschaltung tatsächlich vornehmen.

    Je nach Situation kann die Abschaltung also nach 1 oder spätestens 3 Monaten erfolgen.

    Vom 1. November bis zum 31. März allerdings muss die Strom- und Gasversorgung trotz unbezahlter Rechnungen aufrechterhalten bleiben. Der Energieversorger kann jedoch die Stromleistung reduzieren, außer für Empfänger eines Energieschecks.

  • Kaufkraft: Wie die „50-30-20“-Regel beim Sparen helfen kann

    Kaufkraft: Wie die „50-30-20“-Regel beim Sparen helfen kann

    Die „50-30-20“-Methode, die von der amerikanischen Politikerin Elizabeth Warren ins Leben gerufen wurde, ermöglicht es, Ausgaben zu berechnen und ein Budget optimal zu planen, um Geld zu sparen. 

    Angesichts der hohen Inflation muss man sich anpassen. Die Preissteigerung in Frankreich überschritt im Mai die 5%-Marke, was seit 1985 nicht mehr der Fall war. Die Franzosen haben keine andere Wahl, als ihr Budget sorgfältig zu berechnen. Es ist jedoch nicht immer einfach, sich zwischen den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Sparen zu entscheiden.

    Während einige Menschen sich für Apps entscheiden, die ihnen helfen, ihr Budget zu verwalten, greifen andere auf altbewährte Methoden zurück, die genauso effektiv sind. Die bekannteste ist die „50-30-20“-Regel. Hier ein Überblick:

    50% für die Bedürfnisse, 30% für die Wünsche, 20% für das Sparbuch
    Die „50-30-20“-Regel ist eigentlich eine Methode zur Berechnung von Budgets. Sie wurde durch das 2005 erschienene Buch „All Your Worth: The Ultimate Lifetime Money Plan“ der US-Politikerin Elizabeth Warren populär und hat sich schnell verbreitet. Bei dieser Methode wird das Budget in drei Kategorien aufgeteilt: 50% für Bedürfnisse wie Lebensmittel, Transport oder Miete, 30% für Wünsche wie Restaurants oder Kleidung und 20% fürs Sparen oder die Schuldentilgung.

    Wenn Sie Ihre Ausgaben auf diese Weise ins Gleichgewicht bringen, sollten Sie bei der Berechnung Ihres Budgets nach dieser Methode eine gewisse Harmonie finden. Die Regel kann übrigens je nach Einkommen oder Konsumgewohnheiten verändert werden. Aus „50-30-20“ kann notfalls auch ein „40-30-30“ werden. Das Wichtigste ist die Einhaltung der Regel, die man sich selbst auferlegt hat. Doch so nützlich diese Methode auch sein mag, sie hat ihre Grenzen.

    Wenn man die Regel auf einige reale Situationen überträgt, wird klar, dass sich manche Menschen schnell in einer Sackgasse wiederfinden können. Viele müssen nämlich beispielsweise mehr als 50% ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Das trifft besonders auf Menschen mit einem niedrigen Einkommen zu oder solchen, die in Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten leben, bemerkt das Magazin Forbes.

    Lesen Sie auch: Die Inflation war in Frankreich seit 37 Jahren nicht mehr so hoch

    Auch die aktuelle Zeit ist für eine solche Regel nicht ideal. Es ist schwierig, seine Haushaltsausgaben zu planen, wenn die Verbraucherpreise aufgrund der Knappheit und der Krisen, die wir zur Zeit in Europa kennen, stark schwanken.

    Lesen Sie auch: Hohe Preise für Zugtickets schockieren die Franzosen

    Die Methode „50-30-20“ muss daher eher als Idealfall gesehen werden, den man anstreben sollte. Laut einer IFOP-Umfrage besitzen 84% der Franzosen „ein oder mehrere Sparprodukte bei einer Bank oder einem Finanzinstitut“. Um sicherzugehen, dass man sein Budget richtig aufgeteilt hat, kann diese Technik durchaus helfen.