Schlagwort: Handy

  • Laute Telefon-Gespräche in Bus und Bahn: Frankreich wegen eines neuen Telefon-Trends gespalten

    Laute Telefon-Gespräche in Bus und Bahn: Frankreich wegen eines neuen Telefon-Trends gespalten

    Wer dieser Tage mit der Métro durch Paris fährt oder im TGV Platz nimmt, erlebt eine Szene, die vor einigen Jahren unmöglich gewesen wäre oder zumindest Stirnrunzeln ausgelöst hätte. Ein junger Mann hält sein Smartphone auf Armlänge von sich weg, spricht hinein, die Stimme seiner Gesprächspartnerin tönt klar und unverblümt durch den Wagon. Keiner reagiert. Denn laut einer aktuellen Umfrage empfinden mittlerweile 50 % der Französinnen und Franzosen solche Telefonate per Lautsprecher in öffentlichen Räumen als völlig normal – besonders in Bus, Bahn und Wartebereichen. Früher galt: Wer telefoniert, hält sich dezent zurück. Heute scheint sich dieses stille Abkommen in Luft aufgelöst zu haben. Die Gründe? So vielfältig wie die Gespräche selbst. Manche finden es schlicht bequemer, nicht ständig das Telefon ans Ohr zu pressen. Andere wollen aus hygienischen Gründen vermeiden, das Gerät direkt ans Gesicht zu halten. Und dann gibt es jene, die multitasken: mit einer Hand den Kinderwagen lenken,…

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  • Fotos vom Unfall – Gaffer auf der A7 in Frankreich sorgen für Empörung

    Fotos vom Unfall – Gaffer auf der A7 in Frankreich sorgen für Empörung

    Als hätte der Unfall selbst nicht schon genug Dramatik geboten: Am Donnerstag, den 5. Juni 2025, kam es auf der Autobahn A7 bei La Roche-de-Glun (Drôme) zu einem Vorfall, der nicht nur wegen des umgekippten LKW für Aufsehen sorgte – sondern vor allem durch das Verhalten der Autofahrer. Ganze 109 Personen wurden an diesem Tag von der Gendarmerie „geblitzt“ – nicht wegen zu schnellen Fahrens, sondern weil sie beim Vorbeifahren ihr Handy zückten, um das Spektakel zu filmen oder zu fotografieren.

    Ein Selfie mit dem Unglück? Leider keine Seltenheit mehr.


    Gaffen mit dem Handy – ein wachsendes Problem

    Der Unfall war schnell erklärt: Der Fahrer eines LKW war am Steuer eingeschlafen. In der Folge blockierte sein Fahrzeug komplett die Fahrbahn Richtung Marseille – zwischen Tain-l’Hermitage und Bourg-lès-Valence ging gar nichts mehr. Die Rettungskräfte arbeiteten unter Hochdruck, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

    Doch bei den Autofahrern: statt Rücksicht – Handys. Statt Respekt – Gier nach Bildern. Autofahrer zückten ihre Smartphones, während sie an der Unfallstelle vorbeifuhren. Sie hielten drauf, filmten das Chaos, zoomten auf das verunfallte Fahrzeug. Einige posteten wohl noch direkt aus dem Auto.

    Die Reaktion der Gendarmerie? Schnell, gezielt, konsequent.


    Verwarnung per Kennzeichen – eine neue Effizienz

    An diesem Tag kam das Escadron Départemental de Sécurité Routière (EDSR) auf eine neue Idee: Die sogenannte „Verbalisation à la volée“. Ohne die Autos zu stoppen, notierten die Beamten die Kennzeichen jener, die am Steuer mit dem Handy in der Hand erwischt wurden. Das Ergebnis? 135 Euro Bußgeld – plus 3 Punkte auf dem Führerschein.

    So einfach – so schmerzhaft.

    Und ehrlich gesagt: So notwendig.


    Gefahr auf vier Rädern

    Was vielen offenbar nicht klar ist: Die Ablenkung durch das Smartphone ist am Steuer brandgefährlich. Studien der französischen Straßenverkehrssicherheit belegen, dass jeder zehnte Unfall direkt mit der Handynutzung am Steuer in Verbindung steht. In der Praxis bedeutet das: Eine Sekunde Blick aufs Display – und schon übersieht man das Auto vor sich, den Einsatzwagen oder den Stauanfang.

    Die Szene auf der A7 zeigte genau das. Während Rettungskräfte Menschen helfen und Gefahrenstellen sichern, schieben sich Autofahrer neugierig in die erste Reihe für das perfekte Bild. Sie behindern Rettungswege, riskieren Folgeunfälle – und gefährden damit nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen.

    Ist ein Social-Media-Video wirklich soviel wert?


    Der Unterschied zwischen Fahrer und Beifahrer

    Wer im Auto unterwegs ist, hat unterschiedliche Rechte und Pflichten – je nachdem, wo man sitzt. Beifahrer dürfen theoretisch filmen, so lange sie die Fahrer nicht ablenken oder Einsatzkräfte behindern. Aber selbst hier ist Vorsicht geboten. Sobald solche Aufnahmen online landen und Personen erkennbar sind, greifen die Datenschutzgesetze – und die können empfindliche Strafen nach sich ziehen.

    Ein Mittelweg: Dashcams. Sie filmen automatisch das Verkehrsgeschehen – und liefern im Falle eines Unfalls wertvolles Beweismaterial. Ihre Nutzung ist in Frankreich erlaubt, solange sie nur zur Eigenverwendung genutzt und keine Gesichter oder Kennzeichen öffentlich gemacht werden.


    Zwischen Verantwortung und Voyeurismus

    Was bleibt nach diesem Vorfall auf der A7? Ein mulmiges Gefühl. Denn das Verhalten der 109 Autofahrer steht exemplarisch für eine Entwicklung, die immer mehr zur Normalität wird. Smartphone raus, Kamera an – egal wo, egal wann.

    Doch was ist mit der Verantwortung? Was ist mit dem Anstand?

    Die Straße ist kein Instagram-Feed, und Unfälle keine Unterhaltung. Wer Auto fährt, trägt Verantwortung – für sich selbst, für die Mitfahrer, für alle drumherum. Das scheint in Zeiten der digitalen Dauerpräsenz in Vergessenheit zu geraten.


    Was Autofahrer jetzt wissen sollten

    Die französische Gesetzeslage ist eindeutig: Wer sein Handy während der Fahrt benutzt – ob zum Telefonieren, Fotografieren oder Scrollen – handelt illegal. Und selbst im Stau oder an der roten Ampel gilt: Handy in der Hand ist verboten. Es drohen Bußgelder, Punkte, im Wiederholungsfall sogar Fahrverbot.

    Wer trotzdem dokumentieren will, sollte auf legale Alternativen setzen: Dashcams mit automatischer Aufzeichnung. Wichtig: Sie müssen fest installiert sein und dürfen die Sicht nicht behindern. Die Videos dürfen nicht veröffentlicht werden, wenn sie personenbezogene Daten enthalten.


    Ein Aufruf zur Vernunft

    Der Vorfall auf der A7 ist mehr als nur eine Massenverwarnung. Er ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie Technik unsere Aufmerksamkeit frisst – selbst dann, wenn es auf jede Sekunde ankommt. Die Szene auf der Autobahn war kein Schnappschuss, sondern eine Lektion in Verantwortung.

    Wollen wir wirklich, dass Menschen in Not zur Kulisse für Selfies und Storys verkommen?

    Jeder von uns entscheidet, was er hinter dem Steuer tut. Die einen greifen zum Handy. Die anderen zum Lenkrad – mit beiden Händen.

    Von Daniel Ivers

  • Eine Flasche Wein gegen ein Handyfreies Dinner

    Eine Flasche Wein gegen ein Handyfreies Dinner

    Wie weit würden Sie gehen, um ein kostenloses Glas Wein zu genießen? Würden Sie dafür Ihr Handy für die Dauer eines Abendessens aufgeben? Genau das bietet Angelo Lella, der Besitzer des Restaurants Al Codominio in Verona, Italien, seinen Gästen an. In einer Welt, in der das ständige Online-Sein fast wie eine Sucht wirken kann, schlägt Angelo einen Deal vor, der so manchem schwerfallen könnte: Gib dein Smartphone ab und erhalte im Gegenzug eine Flasche Wein.

    Angelo Lella ist es leid, die Köpfe seiner Gäste gesenkt über leuchtende Bildschirme gebeugt zu sehen. Er möchte, dass sein Restaurant ein Ort der menschlichen Verbindung ist, ein Ort, wo Augenkontakt und Gespräche im Mittelpunkt stehen. „Man muss nicht alle fünf Sekunden auf sein Telefon schauen“, sagt er und fügt hinzu, dass es vielen schwerfällt, das Handy auch nur kurzzeitig beiseitezulegen.

    Ein einfacher, aber wirkungsvoller Plan

    Die Regeln sind einfach: Gäste, die bereit sind, ihr Handy während des Essens abzugeben, können dieses in eine abschließbare Box legen. Der Lohn? Eine kostenlose Flasche Wein. Diese Idee kommt an: Angelo berichtet stolz, dass 90 % seiner Kunden das Angebot annehmen.

    Was sagt uns das über unsere Gesellschaft? Ist es nicht erstaunlich, dass so viele bereit sind, ihr Telefon für eine Flasche Wein aufzugeben? Sind wir doch nicht so abhängig von unseren digitalen Begleitern?

    Die menschliche Verbindung neu entdecken

    Angelo’s Motivation ist klar: Er will, dass sein Restaurant ein sozialer Treffpunkt ist, an dem Menschen wirklich miteinander interagieren, nicht nur nebeneinander sitzen, während jeder in sein eigenes Gerät vertieft ist. „Wir wollten einen Ort schaffen, der auf den Menschen zentriert ist, um die Schönheit eines Abendessens in guter Gesellschaft wiederzuentdecken“, erklärt Angelo.

    Vielleicht ist es an der Zeit, dass auch andere dieser Idee folgen. Ist es nicht vielversprechend, zu sehen, wie eine so einfache Maßnahme Menschen dazu bringen kann, ihre Telefone wegzulegen und die Gegenwart zu genießen?

    Ein Angebot, das man schwer ablehnen kann

    Es zeigt sich, dass viele den wahren Wert der direkten, menschlichen Kommunikation noch schätzen – oder zumindest den Wert eines guten Weins erkennen! In jedem Fall bietet Angelo eine interessante Möglichkeit, beides zu fördern. Wer weiß, vielleicht entdecken seine Gäste am Ende des Abends nicht nur den Geschmack eines exzellenten Weins, sondern auch das Vergnügen, ohne Unterbrechungen zu plaudern.

    Angelo Lella mag vielleicht nur ein Restaurateur in einer italienischen Stadt sein, aber seine Idee hat das Potenzial, weit über die Grenzen seines Lokals hinaus zu wirken. In einer Zeit, in der digitale Ablenkungen allgegenwärtig sind, bietet sein Ansatz eine willkommene Pause und eine Chance, sich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist: echte Verbindungen zu anderen Menschen. Was denken Sie, könnte dies der Beginn einer neuen Esskultur sein, frei von digitalen Störungen?

  • Ein neues Radargerät kann erkennen, ob Sie während der Fahrt telefonieren

    Ein neues Radargerät kann erkennen, ob Sie während der Fahrt telefonieren

    Ein australisches Unternehmen hat ein neues Radargerät entwickelt, mit dem Fahrer, die ihr Telefon am Steuer benutzen, erkannt und bestraft werden können.

    Es gibt nach wie vor viele Autofahrer, die ihr Handy am Steuer benutzen. Die Polizei versucht, diese Plage einzudämmen, hat aber keine wirklichen Instrumente zur Verfügung, um sie in ihrem Kampf zu unterstützen. Doch das könnte sich bald ändern, wie die Zeitung Ouest France berichtet. Ein australisches Unternehmen hat ein Radargerät entwickelt, mit dem Fahrer, die mit dem Handy in der Hand fahren, erkannt und bestraft werden können.

    Um Telefone am Steuer aufzuspüren, vertreibt das Unternehmen Acusensus seit kurzem ein Gerät, das Schnappschüsse von Fahrern macht, die in ihrem Auto sitzen. Es werden verschiedene Fotos gemacht – unter anderem, um Reflexionen in der Windschutzscheibe zu vermeiden – und eine künstliche Intelligenz wird dann aktiv, um zu bestimmen, ob die Person ein Telefon in der Hand hat oder nicht.

    Wann werden diese Geräte eingesetzt? Das hängt vom jeweiligen Land und den dort geltenden Gesetzen ab. In den USA werden die Schnappschüsse und das Nummernschild der Person an die Strafverfolgungsbehörden gesendet. Auch in Grossbritannien wurde das Gerät getestet. In Frankreich sind bisher noch keine derartigen Tests bekannt geworden. Der Hersteller versichert, dass das neue Radargerät „mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) übereinstimmt“.

    Nach einem zweijährigen Testlauf in einem australischen Bundesstaat sprechen die Zahlen für sich. Die Zahl der Verkehrstoten soll dort um 18% gesunken sein, während sie anderswo im Durchschnitt um 3% gestiegen ist.