Schlagwort: Häftlinge

  • Gefängnisgebühren für Häftlinge – gerecht oder ein Zeichen von Hilflosigkeit?

    Gefängnisgebühren für Häftlinge – gerecht oder ein Zeichen von Hilflosigkeit?

    Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin hat eine Debatte losgetreten, die so heikel ist wie ein Seiltanz ohne Netz. Seine Idee: Gefängnisinsassen sollen künftig selbst einen Teil der Kosten für ihre Unterbringung im Gefängnis zahlen – rund fünf Euro pro Tag. Was sich im ersten Moment wie eine nüchterne Rechnung anhört, hat das Zeug dazu, ein politisches und gesellschaftliches Pulverfass zu werden. Die Grundidee wirkt auf den ersten Blick nachvollziehbar: Warum sollte der Staat allein für die rund vier Milliarden Euro jährlich aufkommen, die das französische Justizvollzugssystem verschlingt? Darmanin betont, dass es nicht um Strafe gehe, sondern um „Verantwortung“. Wie der Patient im Krankenhaus einen Tagessatz bezahlt, so solle auch der Gefangene einen Beitrag leisten – ein Gedanke, der bei einigen durchaus auf Zustimmung stößt. Doch blicken wir genauer hin. Wer soll zahlen – und wer nicht? Die Maßnahme soll nur für rechtskräftig verurteilte Insassen gelten, nicht aber für Untersuch…

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  • Gefängnisse aus dem Bausatz – Frankreichs neues Experiment gegen die Überfüllung

    Gefängnisse aus dem Bausatz – Frankreichs neues Experiment gegen die Überfüllung

    Frankreich geht einen neuen, ungewöhnlichen Weg im Kampf gegen die chronische Überfüllung seiner Gefängnisse: Justizminister Gérald Darmanin kündigte an, binnen kürzester Zeit 3.000 neue Haftplätze in modularen, vorgefertigten Gefängnisanlagen zu schaffen. Ein Projekt, das nicht nur Hoffnung, sondern auch hitzige Debatten entfacht – denn was auf den ersten Blick pragmatisch erscheint, wirft auf den zweiten Fragen nach Recht, Würde und langfristiger Strategie auf. Ein Blick auf das Konzept: Diese neuen Haftstrukturen erinnern an Modelle aus Großbritannien und Deutschland – Betonmodule, industriell vorgefertigt, schnell zusammengesetzt und angeblich über 50 Jahre haltbar. Darmanin verspricht, dass es sich nicht um „Billigbauten“ handelt, sondern um vollwertige Justizeinrichtungen in menschenwürdiger Größe. Aber: Ist ein Gefängnis, das sich wie ein Fertighaus zusammenstecken lässt, tatsächlich der richtige Ort für Resozialisierung? Die Standorte stehen noch nicht vollständig fest, doch da…

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  • 75.897 Menschen saßen am 1. Januar in französischen Gefängnissen – ein neuer Rekord

    75.897 Menschen saßen am 1. Januar in französischen Gefängnissen – ein neuer Rekord

    In allen französischen Gefängnissen gab es am 1. Januar genau 61.767 betriebsbereite Plätze. Die Belegungsdichte betrug somit 122,9%, wobei sie in einigen Einrichtungen sogar 200% erreichte oder überstieg.

    Es ist ein erneuter Rekord. Die Zahl der Häftlinge in Frankreich lag am 1. Januar bei 75.897 Personen. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Justizministerium am Mittwoch, dem 31. Januar, veröffentlichte. Die Daten zeigen einen Anstieg um 0,3% innerhalb eines Monats und um 5,2% innerhalb eines Jahres. 19.936 Personen befinden sich in Untersuchungshaft.

    Auch die Zahl der betriebsbereiten Plätze in französischen Gefängnissen steigt leicht an. Am 1. Januar gab es 61.767 Plätze (+1,8% im Jahresvergleich). Die Belegung in den Haftanstalten, in denen Häftlinge in Untersuchungshaft auf ihr Urteil warten, und solche, die zu kurzen Strafen verurteilt wurden, untergebracht sind, liegt bei 147,6%. In 14 Anstalten erreicht oder übersteigt die Belegungsdichte sogar 200%.

    Frankreich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt
    Aufgrund der Überbelegung der Gefängnisse müssen derzeit 2.840 Häftlinge auf einer Matratze auf dem Boden schlafen, das sind 36,5 % mehr als vor einem Jahr. Angesichts der chronischen Überbelegung der Gefängnisse, die Frankreich im Juli 2023 erneut eine Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einbrachte, hofft die Regierung darauf, dass bis 2027 mindestens 15.000 neue Gefängnisplätze gebaut werden.

    Insgesamt befanden sich am 1. Dezember 2023 91.647 Personen in Haft. Darunter waren 15.750 Personen, die mit einer elektronischen Fußfessel außerhalb des Gefängnisses untergebracht waren. Der Anteil der weiblichen Häftlinge (3,7%) und der Minderjährigen (1%) blieb nahezu unverändert.

  • Ein m2 pro Person: Zahl der Gefängnisinsassen in Frankreich erreicht historischen Höchststand

    Ein m2 pro Person: Zahl der Gefängnisinsassen in Frankreich erreicht historischen Höchststand

    Am 1. Juli befanden sich nach Angaben des Justizministeriums mehr als 74.000 Menschen in französischen Gefängnissen. Eine Zahl, die in den kommenden Wochen voraussichtlich noch weiter steigen wird, mit dramatischen Folgen für die Haftbedingungen. Mit 74.513 inhaftierten Personen am 1. Juli gegenüber 73.699 am 1. Juni hat Frankreich zum sechsten Mal seit Beginn des Jahres 2023 den Rekord für die Anzahl der Insassen in den Gefängnissen gebrochen. Es ist das erste Mal, dass die Marke von 74.000 Häftlingen überschritten wurde. Offiziell verfügt Frankreich nur über 60.666 Plätze in seinen Strafvollzugsanstalten. Durch das Überschreiten der Zahl von 74.000 Häftlingen steigt die Gesamtdichte der Gefängnisse im Land somit auf 122,8 % gegenüber 118,7 % im gleichen Zeitraum 2022. In einigen Regionen, z. B. in Perpignan in Südfrankreich, übersteigt die Quote sogar 200 % und steigt nun auf 212 %. Die Situation in den französischen Gefängnissen dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten sogar …

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  • Zahl der Häftlinge in Frankreich erreicht im November mit 72.809 absoluten Höchststand

    Zahl der Häftlinge in Frankreich erreicht im November mit 72.809 absoluten Höchststand

    Der bisherige Rekord mit 72.575 Häftlingen war kurz vor dem Covoid-Lockdown im März 2020 verzeichnet worden.

    Die Zahl der Häftlinge in Frankreich erreichte im November laut statistischen Angaben des Justizministeriums einen historischen Höchststand. In den französischen Strafvollzugsanstalten befanden sich am 1. November 72.809 Häftlinge bei nur 60.698 verfügbaren Plätzen, was einer Gefängnisdichte von 120% entspricht, verglichen mit 115,4% vor einem Jahr.

    Der bisherige „Rekord“ – 72.575 Häftlinge – war im März 2020 verzeichnet worden, am Vorabend der Covid-19-Epidemie, die zu einem drastischen Rückgang der Häftlingszahlen geführt hatte. Seitdem waren die Zahlen wieder stetig gestiegen, bis sie am 1. Oktober 2022 mit 72.350 Inhaftierten fast wieder den historischen Höchststand des Jahres 2020 erreichten.

    Innerhalb eines Jahres gab es neue 2.997 Häftlinge – am 1. Oktober 2021 waren es 69 812 -, was einem Anstieg um 4,3% entspricht. Nach den offiziellen Zahlen des Ministeriums sind die Strafvollzugsanstalten derzeit mit 15.469 Häftlinge im Vergleich zu den eigentlich verfügbaren Plätzen überbelegt – vor einem Jahr waren es noch 13.170. Aufgrund der Überbelegung sind 2.225 Häftlinge gezwungen, auf Matratzen zu schlafen, die direkt auf dem Boden liegen. Nach Angaben des Ministeriums sind 3,5% der Inhaftierten Frauen und 0,8% Minderjährige.

    Mehr als ein Viertel der Inhaftierten (26,9%) sind Angeklagte in Untersuchungshaft, also Personen, die noch auf ihr Urteil warten – und somit eigentlich als unschuldig gelten. Die Belegungsdichte in den Haftanstalten, in denen Untersuchungshäftlinge und Verurteilte mit kurzen Haftstrafen untergebracht sind, stieg auf 142,8%.