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  • Die stille Bedrohung aus Hormus: Wie die Blockade von Düngemitteln die globale Ernährungssicherheit gefährdet

    Die stille Bedrohung aus Hormus: Wie die Blockade von Düngemitteln die globale Ernährungssicherheit gefährdet

    Die Straße von Hormus gilt seit Jahrzehnten als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft. Fast täglich passieren Tanker mit Erdöl und Flüssiggas die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman. Weniger bekannt ist jedoch ihre zentrale Bedeutung für die globale Landwirtschaft. Seit der iranischen Blockade infolge des eskalierenden Nahostkriegs geraten nun nicht nur Energiemärkte unter Druck, sondern auch die Versorgung mit Düngemitteln – mit potenziell dramatischen Folgen für Milliarden Menschen.

    Internationale Organisationen warnen inzwischen vor einer Entwicklung, die weit über steigende Agrarpreise hinausgehen könnte. Denn moderne Landwirtschaft ist in hohem Maße abhängig von Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngern. Fällt ein erheblicher Teil dieser Lieferketten aus, drohen sinkende Erträge bei Grundnahrungsmitteln wie Reis, Weizen oder Mais – besonders in ohnehin fragilen Regionen Afrikas und Asiens.

    Der Golf als Zentrum der globalen Düngemittelindustrie

    Die Staaten am Persischen Golf gehören zu den wichtigsten Produzenten von stickstoffbasierten Düngemitteln weltweit. Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Iran verfügen über große Erdgasreserven, die als zentrale Grundlage für die Herstellung von Ammoniak und Harnstoff dienen. Gerade Harnstoff ist der weltweit meistverwendete Stickstoffdünger.

    Schätzungen zufolge stammen rund ein Drittel des globalen Seehandels mit Düngemitteln aus der Region. Besonders gravierend ist der Anteil bei Harnstoffexporten, der zwischen 30 und 35 Prozent liegt. Auch beim Ammoniakhandel spielt der Golf eine Schlüsselrolle.

    Mit der seit Monaten andauernden Blockade der Straße von Hormus wird diese Infrastruktur nun massiv gestört. Zahlreiche Frachtschiffe sitzen fest oder meiden die Region aus Sicherheitsgründen. Gleichzeitig wurden Produktionsstätten durch Luftangriffe beschädigt. Besonders die katarische Industrieanlage Ras Laffan gilt als empfindlich getroffen.

    Mehrere Staaten der Region haben ihre Produktion reduziert oder zeitweise eingestellt. Damit fällt nicht nur Exportkapazität weg – auch Vorprodukte für andere Düngemittelhersteller fehlen auf dem Weltmarkt.

    Warum Düngemittel keine strategischen Reserven haben

    Anders als beim Erdöl existieren für Düngemittel kaum koordinierte internationale Notfallreserven. Die globale Landwirtschaft arbeitet mit engen Zeitfenstern: Aussaat- und Düngezyklen lassen sich nur begrenzt verschieben. Kommt Dünger zu spät, sinken die Erträge oft unumkehrbar.

    Zudem ist die Produktion energieintensiv. Erdgas dient nicht nur als Energiequelle, sondern zugleich als chemischer Grundstoff bei der Ammoniaksynthese. Steigende Gaspreise treffen daher unmittelbar die gesamte Lieferkette.

    Die Situation erinnert in Teilen an die Nahrungsmittelkrisen der Jahre 2007/08 sowie an die Verwerfungen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022. Schon damals stiegen Düngemittelpreise binnen weniger Monate drastisch an. Viele Entwicklungsländer mussten Subventionen ausweiten oder ihre Importe reduzieren.

    Heute ist die Lage in einigen Regionen noch prekärer. Viele Staaten verfügen über hohe Staatsverschuldung, schwache Währungen und geringe fiskalische Spielräume. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung weiter stark.

    Afrika besonders verwundbar

    Am härtesten könnte die Krise zahlreiche afrikanische Staaten treffen. Viele Länder südlich der Sahara importieren einen erheblichen Teil ihrer Düngemittel aus den Golfstaaten. Besonders betroffen sind Sudan, Tansania, Somalia, Kenia oder Mosambik.

    Das strukturelle Problem liegt in der Organisation der Landwirtschaft selbst. Große Teile der afrikanischen Agrarproduktion beruhen auf kleinbäuerlichen Betrieben mit minimalen Rücklagen. Steigende Kosten für Betriebsmittel können dort kaum abgefedert werden.

    Bereits moderate Preissteigerungen führen dazu, dass Bauern weniger Dünger einsetzen. Kurzfristig senkt dies zwar die Produktionskosten, langfristig aber sinken die Erträge teils massiv. Gerade Mais- und Getreideanbau reagieren empfindlich auf Unterversorgung mit Stickstoff.

    Für Länder wie Malawi ist die Situation besonders heikel. Dort hängt die Landwirtschaft fast vollständig von importierten Düngemitteln ab. Gleichzeitig stellt die Landwirtschaft den wichtigsten Wirtschaftssektor und die Grundlage der Ernährungssicherung dar.

    Die Vereinten Nationen warnen deshalb vor einer möglichen Ausweitung von Hungerkrisen. Millionen zusätzliche Menschen könnten in akute Ernährungsunsicherheit geraten.

    Asiens Risiko: Hohe Bevölkerungsdichte und intensive Landwirtschaft

    Noch komplexer ist die Lage in Asien. Staaten wie Indien, Pakistan, Bangladesch oder Sri Lanka zählen zu den größten Düngemittelverbrauchern der Welt. Die dortige Landwirtschaft ist hochintensiv und auf regelmäßige Stickstoffgaben angewiesen.

    Insbesondere Reisproduktion benötigt erhebliche Mengen an Harnstoff. Verzögerungen oder Preissteigerungen wirken sich deshalb unmittelbar auf Erträge und Lebensmittelpreise aus.

    Indien versucht seit Jahrzehnten, über milliardenschwere Subventionsprogramme stabile Preise für Landwirte zu garantieren. Doch selbst Neu-Delhi stößt inzwischen an fiskalische Grenzen. Die Regierung von Narendra Modi wirbt daher verstärkt für effizienteren Düngemitteleinsatz und alternative Anbaumethoden.

    Pakistan wiederum leidet zusätzlich unter Energieengpässen. Dort mussten mehrere Düngemittelfabriken ihre Produktion wegen eingeschränkter Gasversorgung zurückfahren.

    Für dicht besiedelte Länder Asiens ist die Gefahr besonders groß, weil Reis, Weizen und Mais die zentrale Grundlage der Ernährung bilden. Schon kleinere Produktionsrückgänge können erhebliche soziale und politische Spannungen erzeugen.

    Brasilien und die globalen Agrarmärkte

    Auch Lateinamerika bleibt von der Krise nicht verschont. Brasilien, einer der wichtigsten Exporteure von Soja, Zucker und Mais, importiert etwa ein Fünftel seiner Düngemittel aus der Golfregion.

    Die Bedeutung Brasiliens reicht weit über die eigene Versorgung hinaus. Das Land zählt zu den zentralen Lieferanten für Tierfutter und Agrarrohstoffe weltweit. Sinkende brasilianische Ernten würden daher globale Preissteigerungen zusätzlich verstärken.

    Schon jetzt steigen die internationalen Düngemittelpreise deutlich an. Experten rechnen im laufenden Halbjahr mit Preisniveaus, die 15 bis 20 Prozent über dem Vorjahreswert liegen könnten. Hinzu kommen steigende Transport- und Energiekosten.

    Besonders problematisch ist dabei die Dynamik der Märkte: Viele Importeure haben Bestellungen zunächst aufgeschoben – aus Hoffnung auf eine Entspannung. Kommt es nun zu panikartigen Nachkäufen, drohen weitere Preisschübe.

    Mehr als nur eine Düngemittelkrise

    Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie eng Energie-, Sicherheits- und Ernährungspolitik miteinander verflochten sind. Die Landwirtschaft hängt nicht nur von Düngern ab, sondern auch von funktionierenden Transportwegen, Treibstoffversorgung und stabilen Rohstoffmärkten.

    Hinzu kommt eine weitere Unsicherheit: Meteorologen beobachten mit Sorge die mögliche Rückkehr eines starken El-Niño-Phänomens gegen Jahresende. Bereits in früheren Jahren führte El Niño zu Dürren, Ernteausfällen und extremen Wetterlagen in zahlreichen Agrarregionen.

    Treffen klimatische Belastungen und geopolitische Krisen gleichzeitig aufeinander, entstehen Kettenreaktionen mit globaler Wirkung. Besonders fragile Staaten verfügen kaum über Mittel, solche Schocks abzufedern.

    Selbst wenn die Blockade der Straße von Hormus kurzfristig aufgehoben würde, blieben die Folgen noch Monate spürbar. Produktionsausfälle lassen sich nicht sofort kompensieren. Zudem fehlen weltweit ausreichende Transportkapazitäten, um aufgestaute Lieferungen rasch abzuwickeln.

    Die gegenwärtige Krise verdeutlicht daher eine strukturelle Schwäche der globalisierten Landwirtschaft: Die Ernährung von Milliarden Menschen hängt von wenigen geopolitischen Knotenpunkten ab. Wird einer davon destabilisiert, geraten ganze Versorgungssysteme ins Wanken.

    Von Andreas Brucker

  • Vier Optionen, keine Garantien: Europas Dilemma in der Straße von Hormus

    Vier Optionen, keine Garantien: Europas Dilemma in der Straße von Hormus

    Die Straße von Hormus ist seit Jahrzehnten eine der neuralgischsten Engstellen der Weltwirtschaft. Täglich passieren rund ein Fünftel der globalen Öltransporte diese schmale Meerenge zwischen Iran und Oman. Angesichts der jüngsten militärischen Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA droht dieser maritime Korridor nun dauerhaft destabilisiert zu werden. Europäische Staaten suchen fieberhaft nach Lösungen, um den freien Schiffsverkehr zu sichern – doch die verfügbaren Optionen sind begrenzt, kostspielig und mit erheblichen Risiken behaftet.

    Strategische Bedeutung und geopolitische Realität

    Die Bedeutung der Straße von Hormus ergibt sich aus ihrer geografischen Lage und ihrer Funktion als Energiearterie der Weltwirtschaft. Besonders Europa ist stark abhängig von stabilen Energieimporten aus der Golfregion. Bereits geringfügige Störungen können erhebliche Preisschwankungen auf den globalen Märkten auslösen.

    Die aktuelle Lage ist jedoch nicht allein eine Frage logistischer Sicherheit, sondern Ausdruck eines offenen militärischen Konflikts. Solange Iran, Israel und die Vereinigten Staaten direkt oder indirekt militärisch aufeinandertreffen, bleibt jede technische oder militärische Sicherungsmaßnahme ein Provisorium. Die Unsicherheit ist strukturell – nicht operativ.

    Zudem zeigt sich ein klassisches Problem multilateraler Diplomatie: Mehr als 40 Staaten sind direkt oder indirekt an der Stabilität der Region interessiert, doch ihre Interessen divergieren. Während europäische Staaten primär wirtschaftliche Stabilität anstreben, verfolgen regionale Akteure sicherheitspolitische und machtstrategische Ziele.

    Option 1: Marineeskorten – symbolische Sicherheit?

    Die Idee, Handelsschiffe durch Kriegsschiffe zu eskortieren, erscheint auf den ersten Blick plausibel. Frankreich hat unter Präsident Emmanuel Macron wiederholt signalisiert, eine solche Mission unterstützen zu wollen. Auch die USA drängen europäische und asiatische Verbündete, Verantwortung für Schiffe unter eigener Flagge zu übernehmen.

    Doch der praktische Nutzen bleibt begrenzt. Moderne Bedrohungen – etwa Drohnen oder asymmetrische Angriffe durch kleine Schnellboote – lassen sich selbst mit hochgerüsteten Fregatten nicht vollständig neutralisieren. Hinzu kommen erhebliche Kosten und logistische Herausforderungen.

    Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius brachte die Skepsis auf den Punkt: Wenn selbst die US-Marine keine vollständige Sicherheit garantieren kann, erscheint es fraglich, ob eine kleinere europäische Flotte entscheidend mehr bewirken könnte.

    Option 2: Minenräumung – ein begrenztes Szenario

    Ein weiterer Vorschlag besteht darin, die Straße nach möglichen Verminungen zu durchsuchen und zu sichern. Deutschland und Belgien haben signalisiert, entsprechende Kapazitäten bereitzustellen.

    Allerdings basiert diese Option auf einer Annahme, die bislang nicht eindeutig bestätigt ist: Es gibt keine gesicherten Hinweise darauf, dass Iran die Straße tatsächlich systematisch vermint hat. Zudem passieren weiterhin iranische Schiffe die Meerenge, was gegen eine flächendeckende Verminung spricht.

    Damit droht die Maßnahme, symbolischen Charakter zu behalten – ein Signal der Handlungsfähigkeit, ohne zwingend ein konkretes Problem zu lösen.

    Option 3: Luftüberwachung – teuer und lückenhaft

    Eine dritte Möglichkeit ist die Sicherung aus der Luft: Kampfflugzeuge und Drohnen könnten potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und abwehren. Auch hier haben die USA ihre europäischen Partner zu mehr Engagement aufgefordert.

    Doch die Kosten wären enorm, und die Effektivität bleibt zweifelhaft. Gerade asymmetrische Angriffe – etwa durch einzelne Akteure mit einfachen Mitteln – lassen sich kaum vollständig verhindern. Bereits wenige erfolgreiche Attacken könnten ausreichen, um Versicherer und Reedereien abzuschrecken.

    Die Folge wäre eine faktische Blockade, selbst ohne formelle Sperrung der Wasserstraße.

    Option 4: Militärische Präsenz plus Diplomatie

    Die umfassendste – und politisch wohl realistischste – Strategie kombiniert militärische Abschreckung mit diplomatischem Druck. Ziel wäre es, Iran durch Verhandlungen und wirtschaftliche Hebel dazu zu bewegen, auf Angriffe zu verzichten.

    Deutschland hat in diesem Zusammenhang auch China ins Spiel gebracht, das aufgrund seiner engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran potenziell Einfluss ausüben könnte.

    Doch auch diese Option ist mit Unsicherheiten behaftet. Die bisherigen diplomatischen Bemühungen haben den Konflikt nicht eindämmen können. Zudem bleibt fraglich, inwieweit Iran bereit ist, seine strategische Position in der Straße von Hormus aufzugeben – insbesondere, wenn diese als Druckmittel gegenüber dem Westen dient.

    Ökonomische Risiken: Die Rückkehr der Stagflation?

    Die wirtschaftlichen Folgen einer anhaltenden Unsicherheit sind erheblich. Steigende Energiepreise wirken wie eine Steuer auf Produktion und Konsum. Gleichzeitig bremsen sie das Wachstum – ein klassisches Szenario für Stagflation.

    Der Energieanalyst Hanns Koenig warnt vor genau diesem Risiko: Höhere Preise könnten das ohnehin schwache Wachstum in Europa weiter abwürgen. Bereits jetzt zeigen sich in einigen Regionen Engpässe bei Treibstoffen und Düngemitteln.

    Die globalisierte Wirtschaft reagiert sensibel auf solche Schocks. Lieferketten werden unterbrochen, Investitionen verschoben, Inflationserwartungen steigen. Die politische Folge ist oft wachsender innenpolitischer Druck auf Regierungen.

    Irans strategisches Kalkül

    Besonders brisant ist die Ankündigung Teherans, auch nach einem möglichen Ende der Kampfhandlungen die Kontrolle über den Schiffsverkehr aufrechterhalten zu wollen. Berichten zufolge plant Iran sogar, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben – ein klarer Bruch mit dem Prinzip der freien Passage nach internationalem Seerecht.

    Damit würde die Straße von Hormus de facto von einer globalen Handelsroute zu einem geopolitischen Hebel umfunktioniert. Für Europa und andere Importregionen wäre dies ein strukturelles Risiko, das sich nicht kurzfristig beheben lässt.

    Militärische Optionen, etwa eine gewaltsame Öffnung der Passage, gelten unter Experten als hochriskant. Die geografischen Gegebenheiten begünstigen den Verteidiger, und eine Eskalation könnte schnell außer Kontrolle geraten.

    Die gegenwärtige Lage zeigt exemplarisch, wie eng wirtschaftliche Stabilität und geopolitische Sicherheit miteinander verflochten sind. Europas Handlungsspielraum ist begrenzt – nicht aus Mangel an Optionen, sondern aufgrund ihrer inhärenten Schwächen. In einer Welt wachsender geopolitischer Rivalitäten bleibt die Sicherung globaler Handelswege eine der zentralen Herausforderungen internationaler Politik.

    Autor: P. Tiko

  • Trump im Jahr der Zwischenwahlen: Zwischen Machtprojektion und innenpolitischer Schwäche

    Trump im Jahr der Zwischenwahlen: Zwischen Machtprojektion und innenpolitischer Schwäche

    Donald Trumps zweite Amtszeit steht exemplarisch für eine Politik des Widerspruchs. Während der Präsident außenpolitisch zunehmend auf Eskalation und Machtdemonstration setzt, gerät er innenpolitisch unter Druck – ökonomisch wie wahlstrategisch. Der Angriff auf Venezuela markiert dabei den bisherigen Höhepunkt einer aggressiven Außenpolitik, die auf geopolitische Dominanz zielt, jedoch auf eine innenpolitisch fragile Basis trifft.

    Venezuela als Bühne der Machtdemonstration

    Mit dem überraschenden Militärschlag gegen Venezuela Anfang 2026 inszenierte Trump sich als entschlossener Führer im Kampf gegen „gescheiterte Staaten“ und „narzisstische Autokraten“, wie er es formulierte. Die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten und der direkte Zugriff auf Venezuelas Ölreserven wurden in Washington als strategischer Erfolg dargestellt. In Wahrheit ist es ein riskanter Präzedenzfall: Ohne internationale Mandatierung und weitgehend ohne parlamentarische Kontrolle wirft der Eingriff fundamentale völkerrechtliche Fragen auf.

    In den Tagen nach dem Angriff drohte Trump auch Kolumbien und Kuba offen mit militärischen Konsequenzen, sollte man sich den US-amerikanischen Interessen widersetzen. Auch dem iranischen Regime wurde „eine sehr harte Antwort“ in Aussicht gestellt. Solche Drohgebärden folgen einer bekannten Logik der Abschreckung, rufen aber auch alte Ängste vor einem imperial agierenden Amerika wach.

    Die lange belächelte Idee, Grönland zu kaufen, erscheint im aktuellen Kontext weniger als Kuriosität denn als Teil einer übergeordneten Strategie, geopolitisch exponierte Regionen systematisch unter US-Einfluss zu bringen. Die Außenpolitik Trumps oszilliert zwischen kalkulierter Provokation und revisionistischer Weltmachtambition.

    Schwäche im Inneren: Wirtschaft, Wahlen, Wahlrecht

    Doch während Trump außenpolitisch eskaliert, wird innenpolitisch seine Verwundbarkeit deutlich. Die Zustimmung in der Bevölkerung liegt bei nur 42 Prozent – ein Tiefstand, gemessen an vergleichbaren Zeitpunkten vor früheren Zwischenwahlen. Nur ein Drittel der Wähler befürwortet laut Umfragen den Angriff auf Venezuela. Traditionell entscheiden sich US-Wahlen jedoch weniger an außenpolitischen Fragen als an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und auch hier sind die Signale für Trump ungünstig.

    Die Inflation verharrt bei über drei Prozent, die Arbeitslosigkeit erreichte zuletzt den höchsten Stand seit vier Jahren. Zwar zeigen einzelne Konjunkturdaten Stabilisierungstendenzen, doch strukturell ist die Lage angespannt: Trumps protektionistische Handelspolitik hat internationale Lieferketten destabilisiert und Konsumgüter verteuert. Inzwischen rudert das Weiße Haus bei einzelnen Zöllen – etwa auf Fleischimporte – bereits zurück.

    Im Vorfeld der Wahlen zeichnet sich zudem eine erneute Auseinandersetzung um das Wahlrecht ab. Trump deutete mehrfach an, die Briefwahl „in Teilen“ aussetzen zu wollen – mit dem unbelegten Vorwurf, sie begünstige Wahlbetrug. Auch eine verstärkte föderale Kontrolle der Stimmauszählung steht im Raum. Trumps Strategie ist bekannt: Wird das Wahlergebnis angezweifelt, inszeniert er sich als Opfer eines Systems. Geht es zu seinen Gunsten aus, erklärt er das Verfahren für legitim.

    Technologieboom als wirtschaftliche Unbekannte

    Ein entscheidender Faktor für Trumps wirtschaftspolitische Argumentation ist der anhaltende Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Neue Anwendungen in Medizin, Kommunikation und Verteidigung tragen zur wirtschaftlichen Dynamik bei und haben die US-Börsen auf neue Höchststände getrieben. Doch Ökonomen warnen zunehmend vor einer Überhitzung: Sollte der Tech-Boom sich als spekulative Blase entpuppen, könnte ein Crash – vergleichbar mit der Finanzkrise 2008/09 – das Vertrauen in Trumps wirtschaftspolitische Kompetenz empfindlich erschüttern.

    Besonders kritisch wird die Entwicklung der Reallöhne und die Versorgung mit strategischen Ressourcen gesehen. Der technologische Fortschritt steigert nicht nur den Energiebedarf, sondern verstärkt auch die geopolitische Konkurrenz um Wasser, seltene Erden und andere kritische Rohstoffe. Die geopolitische Rivalität mit China dürfte sich 2026 weiter verschärfen – wirtschaftlich, technologisch, strategisch.

    Globale Unsicherheiten und systemische Risiken

    Hinzu kommt eine zunehmende Nervosität auf den globalen Finanzmärkten. Die massiven staatlichen Verschuldungen westlicher Industrieländer – darunter auch der USA – sind bisher kaum Thema der öffentlichen Debatte, belasten jedoch das Vertrauen in die langfristige Stabilität der Weltwirtschaft. Die US-Staatsanleihen galten bislang als stabiler Anker, die Federal Reserve als internationale Kriseninstanz. Doch Zweifel mehren sich, ob die Fed unter wachsendem politischen Druck noch unabhängig agieren kann.

    Trumps Einfluss auf die Notenbank – personell wie rhetorisch – wird international genau beobachtet. Sollte es zu einer Verknappung der globalen Dollar-Liquidität kommen oder ein plötzlicher Vertrauensverlust in US-amerikanische Staatsanleihen eintreten, könnte dies eine Kettenreaktion auf den Finanzmärkten auslösen. Die Weltwirtschaft würde dann ohne Sicherheitsnetz agieren – ein Szenario, das an die systemischen Verwerfungen der Eurokrise oder der US-Hypothekenkrise erinnert.

    Im Innersten bleibt die Trump-Administration getrieben von dem Versuch, durch geopolitische Stärke innenpolitische Schwäche zu überdecken. Der Angriff auf Venezuela war ein Zeichen der Stärke – oder eine Flucht nach vorn. Ob der Präsident damit die Zwischenwahlen für die Republikaner sichern kann, bleibt offen. Sicher ist nur: Der Herbst 2026 wird zur Nagelprobe für die Stabilität der Vereinigten Staaten.


    USA beschlagnahmen Öltanker – Eskalation mit Russland abgewendet

    Die US-Küstenwache hatte den Tanker Bella 1 mehr als zwei Wochen lang verfolgt. Er war auf dem Weg nach Venezuela, um dort Öl zu laden. Gestern wurde er im Nordatlantik beschlagnahmt – ein weiteres Signal dafür, dass Trump an der Blockade venezolanischen Öls festhält.

    Die Besatzung der Bella 1 hatte versucht, die Beschlagnahmung zu verhindern, indem sie unter russischer Flagge fuhr. Russland entsandte mindestens ein Kriegsschiff, um den Tanker zu eskortieren. Doch laut US-Behörden befanden sich zum Zeitpunkt der Durchsuchung keine russischen Einheiten in der Nähe, sodass eine direkte Konfrontation vermieden wurde. Ebenfalls am Vortag wurde ein weiterer Tanker in internationalen Gewässern nahe der Karibik von US-Kräften geentert.

    Weitere Entwicklungen in Venezuela:

    – Die Trump-Regierung präsentierte einen Drei-Phasen-Plan zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau Venezuelas sowie zur Einsetzung einer neuen Regierung. Energieministerin Davis erklärte, die USA würden die Kontrolle über Venezuelas Ölexporte „auf unbestimmte Zeit“ behalten.
    – Trotz der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro bleibt der Sicherheitsapparat seines Regimes weitgehend intakt – für viele Venezolaner hat sich der Alltag weiter verschlechtert.


    Weitere Meldungen:

    – Im Iran haben sich Proteste auf mehrere Städte ausgebreitet. Die Justiz kündigte an, hart gegen Demonstrierende vorzugehen.
    – US-Außenminister Marco Rubio erklärte, Trump wolle Grönland kaufen – nicht militärisch einnehmen.
    China hat Japan mit möglichen Exportbeschränkungen für Seltene Erden verunsichert.
    – In der Ukraine wurden die Leiter der beiden wichtigsten Geheimdienste ausgetauscht.
    – Bei schweren Gefechten in Aleppo, Syrien, sind mehrere Menschen getötet worden. Die Kämpfe finden zwischen Regierungstruppen und einer kurdisch geführten Miliz statt.
    – Der ehemalige CIA-Offizier Aldrich Ames, der als Doppelagent für die Sowjetunion tätig war und damit den Tod von bis zu zehn Spionen verursachte, ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

    Autor: P. Tiko

  • Der zweite China-Schock

    Der zweite China-Schock

    Vor zwei Jahrzehnten erlebte die westliche Welt das, was später als „China-Schock“ bekannt wurde.

    Unternehmen in den Vereinigten Staaten und Europa verlagerten ihre Produktion nach China, das faktisch zur Werkbank des Westens wurde. Spielzeug, Kleidung, Elektronik und Autos strömten in einem solchen Tempo aus chinesischen Fabriken in die Industrieländer, dass ganze Wirtschaftszweige kollabierten. Fabriken schlossen, Hunderttausende, wenn nicht Millionen Arbeitsplätze gingen verloren. Die politischen Nachwirkungen sind bis heute spürbar.

    Nun zeichnet sich ein zweiter China-Schock ab – mit anderen Vorzeichen. Da chinesische Produkte wegen US-Zöllen vom amerikanischen Markt weitgehend ausgeschlossen sind und die Inlandsnachfrage nicht ausreicht, richtet China seine Exporte verstärkt auf Entwicklungsländer aus. Zudem verlagert es seine Produktionsstätten zunehmend in diese Länder.

    Während der erste China-Schock vom Westen weitgehend selbst herbeigeführt wurde – auch wenn manche Entscheidungsträger die Folgen inzwischen bereuen –, vollzieht sich der neue Schock in Staaten, die weit weniger Kontrolle über das Geschehen haben. Im Vergleich zu den Industrieländern sind diese Schwellenländer zudem stärker von der industriellen Fertigung abhängig, um ihr Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten.

    Die sozialen Auswirkungen des zweiten China-Schocks dürften daher ebenso tiefgreifend sein wie die des ersten – nur diesmal in anderen Teilen der Welt. Erste Anzeichen dafür werden bereits sichtbar.


    Fabrikweltmacht

    Schätzungen zufolge haben in den letzten zwei Jahren über 300.000 Menschen in Indonesiens Textil- und Bekleidungsindustrie ihre Arbeit an die chinesische Konkurrenz verloren.

    Der Einbruch begann, als preisgünstige chinesische Stoffe und Kleidung in Massen auf den indonesischen Markt strömten. Als im März eine große Fabrik in der Stadt Solo überraschend schloss, standen auf einen Schlag 10.000 Menschen ohne Beschäftigung da.

    Auch in Thailand gerieten lokale Unternehmen unter Druck. Die thailändische Zentralbank warnte jüngst vor einer „Überschwemmung durch chinesische Exporte“ nach Thailand und Südostasien. Der Druck habe sich durch Chinas industrielle Überkapazitäten „deutlich verschärft“.

    In Afrika erreichten die Importe aus China im September ein Volumen von 60 Milliarden US-Dollar – mehr als im gesamten Jahr 2024.

    Am Montag veröffentlichte offizielle Daten bestätigen, was Insider bereits vermutet hatten: Chinas Handelsüberschuss mit der Welt hat 2025 erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten.

    „Chinas Exporte wachsen derzeit dreimal so schnell wie der Welthandel insgesamt“, erklärt Brad Setser, Ökonom beim Council on Foreign Relations. Ein solcher Zuwachs sei kaum möglich, ohne dass Fabriken anderswo schließen müssen, so Setser.

    Anders als beim ersten China-Schock exportiert China diesmal nicht nur günstige Konsumgüter – es exportiert auch ganze Produktionsstätten. Hintergrund ist unter anderem die Umgehung der von Donald Trump verhängten hohen Zölle auf in China gefertigte Waren.

    Diese Entwicklung hatte für einige Länder durchaus positive Seiten. In Vietnam zum Beispiel wirkte sich die Ansiedlung chinesischer Werke bislang überwiegend positiv aus – auch deshalb, weil viele der verlagerten Branchen wie Möbel- und Schuhproduktion arbeitsintensiv sind und lokale Arbeitskräfte benötigen.

    Malaysia hingegen illustriert die Risiken, wenn chinesische Industrie zu dominant wird. Die noch junge malaysische Solarbranche wurde von chinesischen Konzernen verdrängt, die riesige Fabriken errichteten und Zehntausende beschäftigten.

    Doch dann verhängten die USA Zölle, die sich gezielt gegen chinesische Solarexporte über Südostasien richteten. Die chinesischen Werke wurden stillgelegt – und Malaysias Solarindustrie liegt heute in Trümmern.


    Arbeitslosigkeit und Unruhen

    Viele Länder, in die China derzeit verstärkt exportiert, erleben einen massiven Abschwung ihrer heimischen Industrie.

    Zugleich sind ihre Bevölkerungen im Durchschnitt jung.

    Diese Konstellation trägt bereits zu Spannungen bei – etwa in Indonesien, wo junge Demonstrierende ihren Frust über mangelnde berufliche Perspektiven auf die Straße tragen.

    „Wenn chinesische Exporte weiterhin in diesem Ausmaß hereinströmen, besteht definitiv das Risiko, dass es vermehrt zu Protesten kommt“, warnt Priyanka Kishore, Ökonomin in Singapur.

    In Verbindung mit dem verbreiteten antichinesischen Ressentiment in Südostasien ergibt sich daraus eine explosive Mischung. In vielen Ländern der Region kontrollieren ethnisch chinesische Minderheiten große Teile des wirtschaftlichen Vermögens. Bereits 2014 eskalierte in Vietnam der Zorn auf Chinas Territorialansprüche im Südchinesischen Meer – Tausende wütende Arbeiter legten dabei ausländische Fabriken in Schutt und Asche. In Indonesien kam es 1998 während der Asienkrise zu pogromartigen Ausschreitungen gegen die chinesische Bevölkerungsgruppe.

    Vor über zwanzig Jahren hatte der Westen Chinas industrielle Effizienz noch mit offenen Armen empfangen. Die billige Arbeitskraft aus dem Reich der Mitte bescherte westlichen Unternehmen über Jahre hinweg hohe Profite – und eine bis heute spürbare soziale und politische Gegenreaktion.

    Daraus können Länder in Südostasien und anderswo Lehren ziehen. Denn im Gegensatz zum Westen haben sie sich den zweiten China-Schock nicht selbst ausgesucht. Aber sie werden ihn trotzdem verkraften müssen.

    Viele der Länder, in die China heute verstärkt exportiert, durchlaufen derzeit eine ausgeprägte Schwächephase im verarbeitenden Gewerbe.

    Hinzu kommt: In vielen dieser Staaten ist die Bevölkerung jung – ein Umstand, der die sozialen Spannungen zusätzlich anheizt.

    Diese Dynamik könnte bereits zu den Unruhen beigetragen haben, die sich zuletzt etwa in Indonesien gezeigt haben, wo junge Demonstrierende ihren Frust über fehlende wirtschaftliche Perspektiven artikulierten.

    Menschen versammelt mit Bannern und Fahnen.
    Demonstrierende vor dem Parlament in Jakarta, Indonesien, im September.
    Foto: Ulet Ifansasti für die New York Times

    „Es besteht definitiv das Risiko, dass sich mit dem anhaltenden Zustrom chinesischer Exporte auch die Zahl der Proteste weiter erhöht“, sagte Priyanka Kishore, Ökonomin in Singapur.

    Dies ist besonders brisant in Kombination mit dem antichinesischen Sentiment, das in Teilen Südostasiens latent vorhanden ist – auch aufgrund der ökonomischen Dominanz von Unternehmen ethnisch chinesischer Minderheiten. Bereits 2014 brannten in Vietnam Tausende Arbeiter ausländische Fabriken nieder – in Wut über Chinas Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. In Indonesien kam es während der Asienkrise 1998 zu pogromartigen Ausschreitungen gegen ethnische Chinesen.

    Vor über zwei Jahrzehnten begrüßte der Westen noch die Effizienz der chinesischen Produktionsmaschinerie – billige Arbeitskräfte verschafften westlichen Firmen jahrelang hohe Gewinne. Doch die sozialen und politischen Folgen dieses ersten Schocks wirken bis heute nach.

    Für die heutigen betroffenen Länder, insbesondere in Südostasien und Afrika, liegt darin eine Lehre. Im Gegensatz zum Westen haben sie sich den zweiten China-Schock nicht selbst eingeladen. Doch sie werden dennoch mit seinen Folgen leben müssen.


    Nachrichtenüberblick

    Hamas „steht noch“ in Gaza

    Seit sich israelische Streitkräfte im Oktober im Rahmen eines Waffenstillstands aus Teilen des Gazastreifens zurückgezogen haben, ist Hamas rasch wieder aktiv geworden und hat Polizeikräfte auf die Straßen geschickt.

    Zwar kontrolliert die Organisation heute weniger als die Hälfte des Gazastreifens – der Rest ist von Israel besetzt –, doch konnte sie ihre Macht dennoch erneut etablieren. „Sie stehen noch“, sagte ein ehemaliger hoher Beamter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet. Die schnelle Reorganisierung der Hamas stellt ein erhebliches Hindernis für die US-Pläne dar, ein Gaza ohne Hamas wiederaufzubauen.


    Neue Gewaltwelle zwischen Thailand und Kambodscha

    Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende wurden vertrieben, nachdem es an der thailändisch-kambodschanischen Grenze zu neuen Kampfhandlungen gekommen war.

    Thailändische Kampfflugzeuge bombardierten am Vortag Ziele in Kambodscha. Das thailändische Militär erklärte, die Luftschläge seien eine Reaktion auf einen kambodschanischen Angriff gewesen, bei dem mindestens ein thailändischer Soldat getötet und acht weitere verletzt wurden. Die Eskalation verdeutlicht, wie tief der Konflikt zwischen den beiden Staaten verwurzelt ist.


    Weitere Meldungen

    • In Syrien feierten Menschen den ersten Jahrestag des Sturzes von Diktator Baschar al-Assad durch Rebellengruppen.
    • Paramount startete eine feindliche Übernahmeofferte für Warner Bros. Discovery, wenige Tage nachdem der Konzern angekündigt hatte, sein Streaming- und Filmgeschäft an Netflix zu verkaufen.
    • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies Russlands Forderungen nach territorialen Zugeständnissen zurück – die Friedensgespräche sind ins Stocken geraten.
    • Bei Angriffen auf einen Kindergarten und ein Krankenhaus im Sudan wurden vergangene Woche laut WHO 114 Menschen getötet, darunter 63 Kinder.
    • Ein Militärgericht verurteilte vier russische Soldaten wegen der Ermordung eines US-Bürgers, der zuvor als Propagandist für Moskau tätig war, zu Gefängnisstrafen.
    • In São Paulo, Brasilien, raubten Bewaffnete über ein Dutzend Kunstwerke aus einer Bibliothek – darunter Werke von Henri Matisse.
    • Die Serien „One Battle After Another“ und „The White Lotus“ erhielten die meisten Nominierungen für die Golden Globes.

    Autor: P. Tiko