Schlagwort: Gleichstellung

  • Alle zweieinhalb Minuten – aber was heißt das eigentlich?

    Alle zweieinhalb Minuten – aber was heißt das eigentlich?

    Sexuelle Gewalt gegen Frauen in Frankreich: Ein Blick hinter die Statistik Ein Satz, der hängen bleibt: Alle zweieinhalb Minuten wird in Frankreich eine Frau vergewaltigt oder ist Ziel eines Vergewaltigungsversuchs. So zumindest lautet eine viel zitierte Aussage der feministischen Bewegung „Nous Toutes“. Doch wie zuverlässig ist diese Zahl? Was steckt wirklich dahinter – und was bedeutet sie für das Leben von Frauen im Land? Der Satz wirkt wie ein Weckruf. Und vielleicht ist er genau das. Denn was sich hier in wenigen Worten zusammenballt, ist mehr als nur eine Statistik. Es ist ein Schlaglicht auf eine Realität, die oft übersehen, verdrängt oder kleingeredet wird. Eine Realität, in der Gewalt gegen Frauen nicht die Ausnahme, sondern Teil des Alltags ist – quer durch alle Schichten, Städte und Regionen. Aber schauen wir genauer hin. Die Grundlage dieser Zahl stammt aus dem Jahr 2021. Laut einer landesweiten Erhebung wurden in diesem Jahr in Frankreichs Festlandgebieten rund 210.000 Fra…

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  • Mehr Zeit für die Familie – Frankreich führt einen neuen „Geburtsurlaub“ ein

    Mehr Zeit für die Familie – Frankreich führt einen neuen „Geburtsurlaub“ ein

    Frankreich will die Geburtenrate ankurbeln und die Gleichstellung der Eltern vorantreiben – mit einem neuen, zusätzlich bezahlten „congé de naissance“. Die Nationalversammlung hat am 12. November 2025 einem Gesetz zugestimmt, das Eltern nach der Geburt eines Kindes künftig bis zu zwei Monate Extra-Urlaub gewährt. Doch hinter der familienfreundlichen Fassade verbergen sich politische Zielsetzungen, ökonomische Herausforderungen und strukturelle Unwägbarkeiten. Ein neuer Baustein der Familienpolitik Der neue „congé de naissance“ ist eine zusätzliche Regelung zu den bestehenden Mutterschafts- und Vaterschaftsurlauben. Pro Elternteil können bis zu zwei Monate genommen werden, entweder gleichzeitig oder nacheinander – wobei laut Änderungsanträgen mindestens ein Monat von nur einem Elternteil allein wahrgenommen werden soll. Damit will der Gesetzgeber explizit beiden Elternteilen eine eigenständige Bindungszeit mit dem Kind ermöglichen. Diese Regelung soll nicht mit dem weiterhin bestehenden…

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  • Frauen an der Macht – bei den Rechten

    Frauen an der Macht – bei den Rechten

    Die Wahl von Sanae Takaichi markiert einen historischen Wendepunkt. Die letzte Frau, die in Japan an der Staatsspitze stand, war 1771 Kaiserin Go-Sakuramachi auf dem Chrysanthementhron.

    Mit Takaichis Wahl führen nun zwei Frauen G7-Staaten an: Sie gesellt sich zu Giorgia Meloni, der italienischen Ministerpräsidentin. Zuvor gab es drei britische Premierministerinnen – Margaret Thatcher, Theresa May und Liz Truss –, Angela Merkel aus Deutschland, Kim Campbell aus Kanada und in Frankreich Édith Cresson und Elisabeth Borne.

    Fällt bei dieser Gruppe etwas auf?

    Mit Ausnahme von Cresson, einer Sozialistin, die weniger als ein Jahr im Amt war, stammen alle bisherigen weiblichen Regierungschefinnen der G7 aus dem konservativen Spektrum.

    Ein exklusiver Klub

    Das zentrale Merkmal weiblicher Staatsführung weltweit ist ihre Seltenheit.

    Die geringe Zahl – und die Tatsache, dass diese Frauen zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Ländern gewählt wurden – erschwert es, allgemeingültige Muster abzuleiten. Der politische Aufstieg jeder einzelnen ist durch individuelle Konstellationen geprägt.

    Auch die politischen Positionen dieser Frauen unterscheiden sich deutlich: Die gemäßigt konservative Angela Merkel, die einst Migranten nach Deutschland einlud, ist eine völlig andere Politikerin als Takaichi oder Meloni, die beide für restriktive Einwanderungspolitik stehen.

    Zudem kommen nicht alle weiblichen Führungspersönlichkeiten aus dem rechten Lager. Jenseits der G7 finden sich zahlreiche Beispiele für linksgerichtete Staatsoberhäupter: etwa Claudia Sheinbaum, die Präsidentin Mexikos, oder die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

    Doch gerade in der Gruppe der führenden Industrienationen bleibt es ein Rätsel, warum es den liberalen Parteien so selten gelingt, Frauen an die Staatsspitze zu bringen. In den USA waren die beiden Frauen, die der Präsidentschaft am nächsten kamen – Hillary Clinton und Kamala Harris – Demokratinnen, doch sie scheiterten (Clinton) oder erreichten die Präsidentschaft nur indirekt (Harris als Vizepräsidentin). In Großbritannien hat die Labour-Partei nie eine Frau zur Parteichefin gemacht.

    Dies wirkt auf den ersten Blick kontraintuitiv. Schließlich ist es in der Regel die politische Linke, die sich explizit für Frauen in der Politik starkmacht – oft mithilfe von Instrumenten wie Geschlechterquoten, die inzwischen in etwa der Hälfte aller Länder existieren. Ein Großteil der Rechten lehnt solche Maßnahmen ab; Meloni etwa spricht sich explizit dagegen aus.

    Takaichi hat wiederholt über die Einsamkeit gesprochen, die Frauen in der japanischen Politik empfinden. Gleichzeitig vertritt sie Positionen, die Kritiker als rückwärtsgewandt bezeichnen: So lehnt sie etwa eine Reform ab, die Ehepartnern unterschiedliche Nachnamen erlauben würde, und befürwortet den Erhalt der rein männlichen Erbfolge im japanischen Kaiserhaus.

    Eiserne Frauen, eiserne Zeiten

    Der politische Aufstieg von Frauen – oft forciert durch linke Parteien – hat mitunter eine ansteckende Wirkung, sowohl im nationalen Rahmen als auch über Grenzen hinweg, wie die Harvard-Politikwissenschaftlerin Pippa Norris erläutert.

    Je mehr Frauen in die Politik einziehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass einige von ihnen auch Führungspositionen erreichen – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.

    Deutschlands Sozialdemokraten führten bereits 1988 eine Geschlechterquote ein, was auch den Druck auf die konservativen Parteien erhöhte, mehr Frauen aufzustellen. Eine der Frauen, die in der folgenden Bundestagswahl gewählt wurden, war eine junge Angela Merkel.

    Viele der ersten Frauen an der Macht kamen als politische Außenseiterinnen in Zeiten tiefgreifender Krisen ins Amt: Margaret Thatcher stieg in den 1970er Jahren auf – einer Zeit wirtschaftlicher und politischer Turbulenzen in Großbritannien. Merkel übernahm den CDU-Vorsitz nach einem Korruptionsskandal in ihrer Partei Anfang der 2000er Jahre. Theresa May wurde Parteichefin inmitten des Brexit-Chaos.

    Heute ist politische Krise zur neuen Normalität geworden.

    Dies befeuert einerseits den Aufstieg der harten Rechten, verleiht andererseits aber auch jenen Glaubwürdigkeit, die sich als Alternative zum Establishment präsentieren. Und Frauen, die in Ämter streben, die traditionell männlich dominiert sind, gelten per se als Außenseiterinnen.

    Giorgia Meloni wurde gewählt nach einem Jahrzehnt politischer Instabilität in Italien, das nach dem Ende der Ära Berlusconi sechs Regierungschefs verschliss. In Frankreich ist Marine Le Pens Rassemblement National derzeit die beliebteste politische Kraft – in einem Land, das in weniger als einem Jahr vier Regierungen erlebte. In Japan setzte sich Takaichi – bekennender Iron-Maiden-Fan und Hobbyschlagzeugerin – gegen vier Männer durch und übernahm die Führung der regierenden LDP, die unter schwindender Unterstützung leidet, in einem Land, das seit Jahrzehnten mit wirtschaftlicher Stagnation kämpft.

    Der Aufstieg konservativer Frauen an die Staatsspitze ist zweifellos bemerkenswert – könnte sich aber als flüchtig erweisen. Der stetige Zuwachs weiblicher Abgeordneter, der in den vergangenen Jahrzehnten Frauen auch auf der Rechten den Weg ebnete, ist zuletzt ins Stocken geraten. Andererseits könnte 2027, wenn Frankreich seine nächste Präsidentschaftswahl abhält, Marine Le Pen tatsächlich Geschichte schreiben – sollte sie ihr Berufungsverfahren im Januar gewinnen.


    Weitere Nachrichten

    Tödlicher Bombenanschlag in Islamabad

    Ein Selbstmordattentäter zündete gestern eine Bombe vor einem Gerichtsgebäude in Pakistans Hauptstadt Islamabad. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt. Die Stadt galt bislang als relativ sicher vor Anschlägen.

    Ob die pakistanischen Taliban hinter der Tat stehen, ist noch unklar. Ein Analyst sprach von einem „bedrohlichen Signal für die Sicherheitslage“, insbesondere da Islamabad als stark gesichert gilt.

    Der Anschlag erfolgte einen Tag nach einer Explosion nahe einer U-Bahn-Station in Neu-Delhi, bei der mindestens acht Menschen getötet wurden. Die Behörden vermuten einen Terrorakt. Zwar gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Anschlägen, doch die Spannungen zwischen Indien und Pakistan sind hoch – nicht zuletzt wegen militärischer Auseinandersetzungen infolge eines Terroranschlags in Kaschmir.


    Jüdische Extremisten nach Angriffen im Westjordanland festgenommen

    Am Dienstag überfielen Dutzende maskierte israelische Zivilisten Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland und setzten deren Eigentum in Brand – Taten, die die israelischen Behörden als „extremistische Gewalt“ einstuften.

    Vier der Angreifer wurden von der Polizei festgenommen. Sie waren in eine palästinensische Industriezone zwischen Nablus und Tulkarem eingedrungen, zündeten Fahrzeuge an und attackierten Menschen. Später flohen sie in eine benachbarte israelische Industriezone, wo einige von ihnen sogar israelische Soldaten angriffen, so die Armee.

    Internationale Beobachter berichten, dass Übergriffe jüdischer Extremisten auf Palästinenser in letzter Zeit deutlich zugenommen haben – insbesondere während der Olivenernte. Nach UN-Angaben kam es allein im Oktober zu 264 Vorfällen, bei denen Menschen verletzt oder Sachschäden verursacht wurden – die höchste Zahl in einem Monat seit fast 20 Jahren.


    Weitere Meldungen

    • In Irak fanden Parlamentswahlen statt, die von den westlichen Ländern genau beobachtet wurden. Washington etwa erhofft sich eine Regierung, die iran-nahe Milizen entwaffnet.
    • Ein türkischer Staatsanwalt fordert über 2.000 Jahre Haft für Istanbuls inhaftierten Bürgermeister Ekrem Imamoglu.
    • Der modernste Flugzeugträger der US Navy wurde in die Karibik verlegt, während die Trump-Regierung weitere Militärschläge gegen Venezuela prüft.
    • SoftBank hat seine gesamten Nvidia-Anteile für 5,8 Milliarden Dollar verkauft, um Investitionen in KI zu finanzieren.
    • Jack Schlossberg, Enkel von John F. Kennedy und bekannt aus sozialen Medien, kündigt seine Kandidatur für den US-Kongress an.
    • In Syrien stahlen Diebe mehrere römische Statuen aus dem Nationalmuseum in Damaskus.

    Autor: P. Tiko

  • Lecornu verspricht Rentenverbesserung für Frauen – ein politisches Signal mit begrenzter Tragweite

    Lecornu verspricht Rentenverbesserung für Frauen – ein politisches Signal mit begrenzter Tragweite

    Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat im Rahmen des geplanten Sozialbudgets für 2026 eine neue Maßnahme angekündigt: die Aufwertung der Frauenrenten. Damit greift die Regierung ein Thema auf, das seit Jahren für Diskussionen sorgt – die anhaltende Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. Während die Ankündigung sozialpolitische Symbolkraft besitzt, bleiben Wirkung und Finanzierung unklar. Hintergrund: alte Vorschläge in neuer Verpackung Lecornu verweist auf Ergebnisse des sogenannten conclave – Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die unter der Vorgängerregierung ergebnislos geblieben waren. Diskutiert wurden unter anderem:

    eine Verkürzung der im Rentenbescheid berücksichtigten Jahre – 24 statt 25 Jahre für Frauen mit einem oder zwei Kindern, 23 Jahre für Mütter mit drei und mehr Kindern, sowie zwei zusätzliche Betragsquartale im Rahmen des Programms carrière longue für Frauen, die Kinder erzogen haben.

    Die Vorschläge zielen darauf ab, strukturelle Bena…

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  • Frankreichs Verantwortung im Kampf gegen Femizide – Fahrlässigkeit mit tödlichen Folgen?

    Frankreichs Verantwortung im Kampf gegen Femizide – Fahrlässigkeit mit tödlichen Folgen?

    Es beginnt fast immer mit einem Hilferuf. Eine Frau geht zur Polizei, legt Beweise vor, schildert Drohungen. Und viel zu oft endet die Geschichte mit einem Nachruf – auf einer Gedenkwand, in einer Schlagzeile, in den Tränen ihrer Angehörigen. Die Frage, die sich immer lauter stellt: Trägt Frankreich Mitschuld an diesen Femiziden, weil staatliche Stellen versagen, wo Schutz lebenswichtig wäre?

    Wenn der Staat schuldig gesprochen wird Noch vor wenigen Jahren schien undenkbar, dass Gerichte den französischen Staat selbst für ein Verbrechen mitverantwortlich machen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Im Juni 2025 wurde Frankreich verurteilt, weil die Behörden Nathalie Debaillie nicht geschützt hatten – trotz mehrfacher Warnungen und eindeutiger Signale. 27.000 Euro musste der Staat der Familie zahlen. Eine Summe, die das Leben der Mutter nicht zurückbringt, aber ein Urteil, das eine klare Botschaft sendet: Es war ein staatliches Versagen. Und Nathalie ist kein Einzelfall. Schon 2020 war Frankr…

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  • Goldene Namen gegen das Vergessen: Der Eiffelturm ehrt 72 Wissenschaftlerinnen

    Goldene Namen gegen das Vergessen: Der Eiffelturm ehrt 72 Wissenschaftlerinnen

    Sie waren da. Sie forschten, entwickelten, entdeckten. Und doch – ihre Namen fehlten. 130 Jahre lang. Seit dem Bau der Tour Eiffel im Jahr 1889 zieren 72 Namen männlicher Wissenschaftler den ersten Stock des Pariser Wahrzeichens. In goldenen Buchstaben, als Hommage an das männliche Genie der Aufklär…

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  • Ein Dorf im Schock: Der Suizid einer Schulleiterin im Cantal und die Fragen, die bleiben

    Ein Dorf im Schock: Der Suizid einer Schulleiterin im Cantal und die Fragen, die bleiben

    Ein kleines Dorf, eine Grundschule, ein neuer Anfang – eigentlich. Doch im Cantal, im Herzen Frankreichs, begann das neue Schuljahr mit einer Tragödie, die weit über die Region hinaus Fragen aufwirft. Caroline Grandjean, 42 Jahre alt, Schulleiterin in Moussages, hat am Montag, dem 1. September, ihrem Leben ein Ende gesetzt. Es war der Tag der rentrée, der Tag, an dem Kinder lachend ihre Klassenräume betreten, der Tag, an dem Lehrerinnen und Lehrer mit frischer Energie zurückkehren. Für Caroline wurde er zum letzten. Ein Leben unter Bedrohung Caroline Grandjean war lesbisch – und seit Jahren Zielscheibe von Hass. Immer wieder tauchten in der Grundschule von Moussages Schmierereien auf: Beleidigungen, Drohungen, ein Gift, das sich in die Mauern der Schule brannte. 2024 leitete die Justiz ein Verfahren wegen „öffentlicher Beleidigung aufgrund sexueller Orientierung“ und „Todesdrohung aus homophobem Motiv“ ein. Doch die Wunden, die Worte reißen, heilen langsamer als jede Justizakte. Freund…

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  • „Kein Cent weniger“: Warum Frauenrechtsorganisationen vor Kürzungen im Kampf gegen Gewalt warnen

    „Kein Cent weniger“: Warum Frauenrechtsorganisationen vor Kürzungen im Kampf gegen Gewalt warnen

    Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. 3,6 Milliarden Euro – so hoch belaufen sich jährlich die gesellschaftlichen Kosten von Gewalt gegen Frauen in Frankreich. Arztbesuche, psychologische Betreuung, Arbeitsausfälle, soziale Folgen. Ein riesiges Loch im Budget – und ein noch viel tieferes im Leben der Betroffenen. Doch jetzt droht den Hilfsstrukturen selbst eine Mittelkürzung. Mehrere Frauenrechtsverbände, darunter Fondation des Femmes, Solidarité Femmes, Planning Familial, Femmes Solidaires und die FNCIDFF, haben Premierminister François Bayrou einen dringenden Appell geschickt. Ihr Ziel: Die Haushaltsmittel zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sollen „sanctuarisiert“ werden – also unantastbar bleiben. Denn in Paris wird gerechnet, gestrichen, umgeschichtet. Am 15. Juli will die Regierung Sparpläne vorlegen, um den Staatshaushalt 2026 zu verschlanken. In Zeiten leerer Staatskassen geraten schnell auch Mittel ins Visier, die nicht als „produktiv“ gelten. Aber wann, fragt sich Anne-C…

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  • Kommentar: Subventionsentzug als Mittel zur Zensur – wohin geht es mit der Kulturszene in Frankreich?

    Kommentar: Subventionsentzug als Mittel zur Zensur – wohin geht es mit der Kulturszene in Frankreich?

    Hier geht es nicht nur um eine sprachliche Präferenz – hier steht die kulturelle Freiheit auf dem Spiel. Mit dem Entzug von Fördermitteln gegenüber Organisationen, die inklusive Sprache nutzen, nimmt die südfranzösische Region PACA ein Mittel in die Hand, das klar als Zensur bezeichnet werden muss. Eine Filmemacherschule wie Kourtrajmé verliert plötzlich 70 000 €, weil sie das gendernde „·e·“ in ihren Anträgen benutzt – nicht, weil sie schlecht arbeitet, sondern weil sie die „Ideologie“ der Machthabenden nicht teilt.

    Ich fühle mich persönlich angegriffen: Wenn Kultur und inklusive Sprache durch finanzielle Erpressung mundtot gemacht wird, verliert sie ihre Authentizität. Es droht ein Klima der Selbstzensur. Projekte, die sich für Diversität und Perspektivenvielfalt einsetzen, geraten ins Abseits – und das im Jahr 2025! Was sagt uns das über die Zukunft der französischen Kulturszene? Dass nur noch die Stimme zählt, die genehm ist?

    Es geht längst nicht mehr nur darum, ob „les étudiant·e·s“ gut lesbar ist. Es geht um ein Machtspiel, bei dem Sprache als Waffe instrumentalisiert wird. Und die Kultur? Die wird zum Spielball, solange Förderentscheidungen wie politische Zensur wirken. Mich macht das wütend.

    Die Frage, die wir uns stellen müssen: Wie viel Freiheit sind wir bereit zu opfern, damit Fördergelder fließen? Und vor allem: Welche Rolle spielt Kunst, wenn sie sich permanent an politischen Sprachvorgaben orientieren muss?

    Meine klare Haltung: Wir dürfen uns nicht anpassen. Wir müssen laut und sichtbar bleiben! Für jede Studienteilnehmerin, jede Filmemacherin, jede Initiative, die im Namen von Vielfalt und Ausdruckskraft arbeitet. Das hier ist keine harmlose Diskussion – hier geht es um unsere kulturelle Integrität. Und ich bin überzeugt: Kultur, die sich anpasst, ist keine Kultur mehr.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Warum die Région PACA keine inklusive Sprache mehr fördert – und was das bedeutet

    Warum die Région PACA keine inklusive Sprache mehr fördert – und was das bedeutet

    Ein Sternchen, ein Doppelpunkt, ein Binnen-I – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Orthographie, sondern um Ideologie, Macht und Sichtbarkeit. Die Région PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur) hat beschlossen: Wer Fördergeld will, darf keine inklusive Sprache verwenden. Das hat Wellen geschlagen. Und…

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