Schlagwort: gesetzesinitiative

  • Schusswaffe mit Gesetzesschutz? Die Debatte um die „Annahme der Notwehr“ für französische Polizeikräfte

    Schusswaffe mit Gesetzesschutz? Die Debatte um die „Annahme der Notwehr“ für französische Polizeikräfte

    Ein Vorstoß der französischen Republikaner (Les Républicains, LR) sorgt in Paris für politische Brisanz. Wenige Tage nach dem Tod eines Mannes in Polizeigewahrsam debattiert die Nationalversammlung am 22. Januar 2026 über einen Gesetzentwurf, der Polizeikräften im Einsatz eine sogenannte „Präsumption der Notwehr“ zugestehen will – also eine rechtliche Vermutung, dass der Waffeneinsatz durch die Beamten in Notwehr erfolgte. Was auf den ersten Blick nach juristischer Spitzfindigkeit klingt, ist in Wahrheit ein tiefgreifender Eingriff in das Verhältnis zwischen Staat und Bürger – mit weitreichenden Folgen für Rechtsstaatlichkeit, Gewaltmonopol und gesellschaftliches Vertrauen. Was der Gesetzentwurf vorsieht Die von LR-Abgeordneten um Laurent Wauquiez eingebrachte Gesetzesinitiative besteht aus einem einzigen Artikel, der jedoch juristisch höchst bedeutsam ist: Polizisten und Gendarmen – auch im kommunalen Dienst – sollen bei Gebrauch ihrer Dienstwaffe im Rahmen ihrer Aufgaben grundsätzlic…

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  • Wenn der RN das Tabu der Bordelle bricht

    Wenn der RN das Tabu der Bordelle bricht

    Mitten im gesellschaftlichen Stillstand um die legale Sexarbeit wagt ein rechtspopulistischer Abgeordneter den Vorstoß: Frankreich soll die 1946 verbotenen Bordelle wieder erlauben – als Kooperativen, betrieben von den Sexarbeiterinnen selbst. Der Vorschlag von Jean-Philippe Tanguy rührt an tief verwurzelte gesellschaftliche Dogmen. Seit der Abschaffung der staatlich regulierten Bordelle durch das Gesetz „Marthe Richard“ im Jahr 1946 verfolgt Frankreich eine abolitionistische Linie in der Prostitutionspolitik. In dieser Logik gilt Sexarbeit nicht als Beruf, sondern als Form von Gewalt, deren langfristiges Ziel die vollständige Abschaffung ist. Doch mit der Initiative von Jean-Philippe Tanguy, Abgeordneter des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), ist diese jahrzehntelange Konsenslinie ins Wanken geraten. Tanguy schlägt vor, Bordelle wieder zuzulassen – jedoch unter anderen Vorzeichen: als genossenschaftlich organisierte Räume, in denen Sexarbeiterinnen selbst entscheiden, u…

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  • Frankreich: Parkgebühren am Krankenhaus – Schluss mit der Abzocke?

    Frankreich: Parkgebühren am Krankenhaus – Schluss mit der Abzocke?

    Parkplatzsuche, volle Parkhäuser, steigende Tarife – der Besuch eines Krankenhauses ist für viele schon belastend genug. Wenn dann noch happige Parkgebühren dazukommen, hört der Spaß endgültig auf. In Frankreich regt sich nun Widerstand gegen diese stille Kommerzialisierung: Eine Gesetzesinitiative will den Zugang zu Krankenhausparkplätzen künftig kostenlos machen. Ein kleiner Vorstoß mit großer Signalwirkung. Ein Phänomen macht Schule In den letzten Jahren hat sich ein Trend breitgemacht: Öffentliche Krankenhäuser verlangen Gebühren fürs Parken – mal dezent, mal dreist. Beispiele gefällig? Am CHU Nancy gibt es zwar 30 Minuten umsonst. Danach allerdings kostet die erste Stunde 6 Euro, zwei Stunden schlagen mit 18 Euro zu Buche – und wer drei Stunden bleibt, ist satte 30 Euro los. In Amiens ist das Prinzip ähnlich: Ein halbes Stündchen für alle gratis, vier Stunden nur bei Notaufnahme – danach wird’s teuer. In ländlichen Regionen wie der Isère wird die Kritik besonders laut. Patienten, …

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