Schlagwort: Freizeitpark

  • „Ein Wettlauf gegen die Zeit“: Wie Frankreichs berühmter Vogelpark gegen die Hitze kämpft

    „Ein Wettlauf gegen die Zeit“: Wie Frankreichs berühmter Vogelpark gegen die Hitze kämpft

    Die Folgen des Klimawandels zeigen sich in Frankreich längst nicht mehr nur auf ausgedörrten Feldern oder in überhitzten Innenstädten. Auch Tierparks müssen sich an immer häufigere und intensivere Hitzewellen anpassen. Besonders deutlich wird das im Parc des Oiseaux in Villars-les-Dombes im Département Ain. Auf dem 35 Hektar großen Gelände leben rund 2.000 Vögel aus etwa 250 Arten. Für die Verantwortlichen gleicht jeder heiße Sommertag inzwischen einem Wettlauf gegen die Zeit: Sie müssen das Wohl der Tiere sichern und zugleich dafür sorgen, dass Besucher trotz der hohen Temperaturen den Weg in den Park finden.

    Vögel verfügen über keine Schweißdrüsen und können ihre Körpertemperatur daher nur auf andere Weise regulieren. Bei großer Hitze öffnen sie ihre Schnäbel, hecheln oder spreizen die Flügel vom Körper ab, um Wärme abzugeben. Vor allem aber schränken sie ihre Aktivität deutlich ein.

    Genau dieses Verhalten beobachten die Tierpfleger regelmäßig während einer Canicule. Viele Tiere bleiben dann nahezu regungslos auf ihren Sitzstangen sitzen oder ziehen sich in schattige Bereiche unter Bäumen und Sträuchern zurück. In der großen afrikanischen Voliere suchen zahlreiche Arten gezielt Wasserstellen auf, um zu trinken oder sich abzukühlen. Trotz extremer Temperaturen blieb eine erhöhte Sterblichkeit bislang aus. Die Tiere passen ihr Verhalten an – und der Park seine Arbeitsabläufe.

    Die Anlage bietet dafür gute Voraussetzungen. Jede Voliere verfügt über sonnige und schattige Bereiche, dichte Vegetation sowie Rückzugsorte und Wasserflächen. So können die Vögel selbst entscheiden, welches Mikroklima ihnen in der jeweiligen Situation am besten bekommt. Gerade diese Vielfalt gewinnt mit steigenden Temperaturen zunehmend an Bedeutung.

    Selbst beim Füttern spielt die Hitze inzwischen eine wichtige Rolle. Während Hitzewellen fressen viele Vögel weniger als gewöhnlich, gleichzeitig verderben empfindliche Futtermittel deutlich schneller. Deshalb verteilt das Team bestimmte Nahrung auf mehrere Fütterungen und passt die Abläufe den Wetterbedingungen an. Was zunächst nach einer kleinen organisatorischen Änderung klingt, zeigt, wie tief klimatische Veränderungen bereits in den Alltag eines modernen Tierparks eingreifen. Hinzu kommt, dass jede Vogelart unterschiedlich auf Hitze reagiert. Arten aus tropischen Regionen besitzen andere Ansprüche als Vögel aus gemäßigten oder kühleren Klimazonen. Einheitliche Lösungen gibt es deshalb nicht.

    Doch nicht nur die Tiere leiden unter den hohen Temperaturen. Auch die Besucher bleiben an besonders heißen Tagen zunehmend aus. Während einzelner Hitzeperioden gingen die Besucherzahlen im Jahr 2025 an manchen Tagen um bis zu 60 Prozent zurück. Im Juli und August lag die Gesamtzahl der Gäste rund 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Freizeitpark trifft das ausgerechnet die wichtigste Saison des Jahres.

    Dennoch schloss der Parc des Oiseaux das Jahr mit einem Besucherrekord und einem Umsatz von knapp zehn Millionen Euro ab. Möglich machte das eine Strategie, die das Angebot breiter aufstellt und die Abhängigkeit vom klassischen Sommergeschäft verringern soll. Veranstaltungen außerhalb der Hochsaison und zusätzliche Einnahmequellen gewinnen dadurch an Bedeutung. Der Klimawandel entwickelt sich damit zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor.

    Auch das bekannte Vogelflugspektakel bleibt von der Hitze nicht verschont. Bei extrem hohen Temperaturen wird die Flugshow aus Rücksicht auf das Tierwohl abgesagt oder zeitlich in die kühleren Vormittagsstunden verlegt. Für Besucher mag das enttäuschend sein, doch der Schutz der Tiere hat Vorrang. Damit verändert sich zugleich das Selbstverständnis vieler Freizeiteinrichtungen: Nicht mehr jedes Programm lässt sich unter allen Wetterbedingungen garantieren.

    Ein weiterer Trumpf des Parks ist seine üppige Vegetation. Zahlreiche Bäume, Wasserflächen und schattige Wege bieten an heißen Tagen angenehme Rückzugsorte. Was früher einfach als schöner Bestandteil der Parkgestaltung galt, entwickelt sich heute zu einem entscheidenden Standortvorteil. Schatten ist längst mehr als Komfort – er gehört zur touristischen Infrastruktur.

    Der Parc des Oiseaux zeigt damit beispielhaft, wie sich Frankreich an eine heißere Zukunft anpassen muss. Ob Campingplätze, Hotels, Städte oder Freizeitparks – überall gewinnen Begrünung, Wasserflächen und flexible Konzepte an Bedeutung. In Villars-les-Dombes lässt sich bereits heute beobachten, was vielerorts erst noch bevorsteht: Der Klimawandel verändert nicht nur Landschaften, sondern auch den Alltag von Tieren, Beschäftigten und Besuchern. Der Wettlauf gegen die Hitze hat längst begonnen.

    Von C. Hatty

  • „Wegen eurer Herkunft nicht willkommen“ – was ein Freizeitpark-Skandal über unser Zusammenleben verrät

    „Wegen eurer Herkunft nicht willkommen“ – was ein Freizeitpark-Skandal über unser Zusammenleben verrät

    Ein Sommertag in den französischen Pyrenäen. Blauer Himmel, frische Bergluft, lachende Kinder. Und plötzlich: Ein Bus mit 150 jungen Urlaubern – zwischen acht und sechzehn Jahre alt – wird an der Einfahrt des Freizeitparks Tyrovol in Porté-Puymorens gestoppt. Nicht, weil er voll ist. Nicht, weil es ein technisches Problem gibt. Sondern weil diese Kinder aus Israel kommen. Der Betreiber des Parks verweigert ihnen den Zutritt – ausdrücklich aus „persönlichen Überzeugungen“. Ein Satz, der in seiner Kälte wirkt wie ein Schlag ins Gesicht. Die Gruppe, in Spanien untergebracht, hatte lange im Voraus gebucht, alles war organisiert. Und dann das. Ein Skandal, der weit über einen kleinen Ort in den Pyrénées-Orientales hinausreicht. Recht auf Ferien – aber nur für manche? Ein Freizeitpark ist kein politischer Raum. Er ist ein Ort der Freude, der Gemeinschaft, des Zusammenseins. Dort, wo Kinder klettern, lachen, rutschen, ist kein Platz für Ideologien. Und schon gar nicht für Diskriminierung. Das…

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  • Millionenjagd: Puy du Fou startet spektakuläre Schatzsuche quer durch Westeuropa

    Millionenjagd: Puy du Fou startet spektakuläre Schatzsuche quer durch Westeuropa

    Ein goldener Schatz, ein geheimnisvoller Ort – und ein Wettlauf gegen die Zeit: Der legendäre französische Freizeitpark Puy du Fou sorgt mit einem neuen Abenteuer für Aufsehen. Unter dem Namen „Exkalibur“ startet dort die wohl größte Schatzsuche Europas. Im Zentrum steht eine goldene, mit Edelsteinen besetzte Schwert-Replik im Wert von satten 250.000 Euro – verborgen in einer Truhe irgendwo in Westeuropa.

    Was auf den ersten Blick wie ein Märchen aus alten Zeiten klingt, ist in Wahrheit ein moderner, clever inszenierter Wettbewerb. Anlässlich der Premiere des neuen Spektakels „L’Épée du Roi Arthur“ (Das Schwert von König Artus) will der französische Themenpark ein einmaliges Erlebnis schaffen – und scheint damit einen Nerv getroffen zu haben.

    Bereits am ersten Tag meldeten sich über 20.000 Schatzjäger an. Kein Wunder: Die Aussicht auf ein derart wertvolles Artefakt beflügelt die Fantasie. Die Teilnahme ist allerdings nicht umsonst – zwischen 39 und 129 Euro kostet das Vergnügen, je nach gewähltem Paket. Trotzdem: Der Hype ist riesig.

    Die Regeln sind einfach, aber die Herausforderung groß. Zwölf Rätsel gilt es zu knacken, um den geheimen Ort der Truhe zu entschlüsseln. Wer als Erstes das sagenumwobene Schwert Exkalibur findet, darf es behalten – ganz offiziell. Damit unterscheidet sich das Spiel deutlich von ähnlichen Wettbewerben. Erinnerungen an die „Chouette d’Or“ werden wach – die Goldene Eule, deren Versteck mehr als drei Jahrzehnte ein ungelöstes Rätsel blieb. Beim Puy du Fou wird man allerdings nicht ganz so viel Geduld brauchen: Die Schatzsuche ist auf fünf Jahre begrenzt.

    Jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Ist das Ganze nur ein cleverer PR-Gag – oder tatsächlich ein echtes Abenteuer, das Geschichte schreiben könnte?

    Für viele Teilnehmer dürfte genau diese Mischung den Reiz ausmachen. Denn Puy du Fou ist bekannt für seine außergewöhnlichen Inszenierungen, die historischen Spektakel gleichen. Hier wird kein klassisches Freizeitpark-Programm geboten, sondern ein immersives Erlebnis, das Besucher in andere Zeiten und Welten entführt. Und nun eben auch in die Tiefen eines epischen Schatzrätsels.

    Was dabei besonders spannend ist: Der Ort des Schatzes liegt irgendwo in Westeuropa. Theoretisch könnte sich die Truhe also in einem alten Schloss in Schottland, einer Burgruine in der Provence oder gar unter einem Baum in einem deutschen Wald befinden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – und genau das macht den Reiz aus.

    Auch die Tatsache, dass das Spiel auf fünf Jahre begrenzt ist, sorgt für zusätzlichen Druck. Wer also mitmachen will, sollte keine Zeit verlieren. Rätselbegeisterte, Historienfans, Abenteurer – sie alle finden hier ihre Spielwiese.

    Ein Spiel für Träumer, Denker und Entdecker – mit einem verlockenden Ziel: Reichtum, Ruhm und eine Geschichte, die man seinen Enkeln erzählen kann.

    Oder wie würde man selbst reagieren, wenn man plötzlich mit einer Truhe voller Goldschmuck dasteht – mitten im Wald, irgendwo zwischen den Seiten eines modernen Märchens?

    Das Rennen hat begonnen.

    Von Daniel Ivers