Schlagwort: französischer Film

  • „Miss Mermaid“: Wenn eine Meerjungfrau den Weg in ein neues Leben weist

    „Miss Mermaid“: Wenn eine Meerjungfrau den Weg in ein neues Leben weist

    Meerjungfrauen gelten seit Jahrhunderten als geheimnisvolle Wesen zwischen Traum und Wirklichkeit. In „Miss Mermaid“ verwandelt sich dieses Bild in etwas völlig anderes. Das Spielfilmdebüt der französischen Regisseurinnen Pauline Brunner und Marion Verlé erzählt keine märchenhafte Fantasiegeschichte…

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  • Frankreichs Kulturkampf ums Kino: Warum der Streit um das CNC mehr ist als eine Budgetfrage

    Frankreichs Kulturkampf ums Kino: Warum der Streit um das CNC mehr ist als eine Budgetfrage

    Der Konflikt um das französische Filmfördermodell ist längst zu einer symbolischen Auseinandersetzung über Identität, Staat und kulturelle Souveränität geworden. Als CNC-Präsident Gaëtan Bruel den jüngsten Vorstoß des Rassemblement National (RN) zurückwies, zielte seine Argumentation auf den Kern der Debatte: Das Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC) sei eben kein klassischer Subventionsapparat, der sich aus allgemeinen Steuermitteln speise, sondern ein wirtschaftlicher Kreislauf innerhalb der Branche selbst. Kino, Fernsehsender, Streaming-Plattformen und Internetanbieter finanzieren die Filmförderung mit ihren Abgaben – also genau jene Akteure, die vom audiovisuellen Markt profitieren. Damit verteidigt Bruel nicht nur eine Behörde, sondern ein Modell, das Frankreich seit Jahrzehnten als kulturelle Ausnahme in Europa versteht. Der RN wiederum sieht im CNC ein Sinnbild eines vermeintlich ideologisch geprägten Kulturbetriebs, den die Partei seit Jahren als linksdominiert k…

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  • Warum Frankreich Brigitte Bardot keinen nationalen Abschied gab

    Warum Frankreich Brigitte Bardot keinen nationalen Abschied gab

    Als die Nachricht vom Tod von Brigitte Bardot am 28. Dezember 2025 bekannt wurde, ging ein spürbares Raunen durch das Land. Frankreich hielt kurz inne. Die Welt ebenso. Kaum eine andere Persönlichkeit hatte das Bild der französischen Nachkriegszeit so geprägt wie sie – mit wehenden Haaren, barfuß am Strand, ein Lächeln zwischen Unschuld und Provokation. Und doch blieb etwas aus, das bei einer solchen Figur beinahe erwartet worden wäre: ein nationaler Trauerakt. Der Élysée hatte ihn angeboten. Die Familie lehnte ab. Ein Nein, das lauter spricht als viele Reden. Der Vorschlag aus dem Präsidentenpalast folgte einem bewährten republikanischen Ritual. Nationale Ehrungen entstehen nicht per Dekret, sie wachsen aus dem Einverständnis der Angehörigen. So war es auch hier. Hinter verschlossenen Türen wurde gesprochen, abgewogen, gezögert. Am Ende entschieden sich die Hinterbliebenen gegen die große staatliche Bühne. Kein militärisches Zeremoniell. Keine Ansprache des Präsidenten unter wehenden …

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  • Brigitte Bardots letzter Wunsch: Ruhe im eigenen Garten, nahe dem Meer

    Brigitte Bardots letzter Wunsch: Ruhe im eigenen Garten, nahe dem Meer

    Es ist ein stiller, beinahe poetischer Abschied, wie ihn sich wohl nur wenige Ikonen des 20. Jahrhunderts erlauben konnten. Brigitte Bardot, Schauspielerin, Stilikone, Projektionsfläche einer ganzen Epoche, wird nach ihrem Tod im Alter von 91 Jahren nicht auf einem großen Pariser Friedhof beigesetzt, nicht mit Staatsakt, nicht mit roten Teppichen. Sie wird, ihrem ausdrücklichen Wunsch entsprechend, in ihrem eigenen Garten nahe dem Meer beerdigt. Dort, wo sie jahrzehntelang gelebt, gestritten, geliebt und sich zurückgezogen hat.

    Diese Information bestätigte ihre langjährige Freundin, die Journalistin Wendy Bouchard, am Montagmorgen in einem Interview. Bardot sei am Sonntag, dem 28. Dezember, in ihrer Villa La Madrague im südfranzösischen Saint-Tropez gestorben. „Sie hat es sich so gewünscht, und dieser Wunsch wird respektiert“, sagte Bouchard. Es gehe darum, in der Nähe jener Wesen zu ruhen, die ihr am meisten bedeutet hätten. Ihre Tiere.

    La Madrague, diese unscheinbare, fast trotzig einfache Villa direkt an der Küste von Saint-Tropez, war für Bardot mehr als nur ein Wohnhaus. Sie war Mythos, Rückzugsort, Bollwerk gegen die Außenwelt. Bardot hatte das Anwesen 1958 gekauft, auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, als Fotografen ihr folgten wie Schatten und das Kino sie zur Göttin erklärte. Dass sie nun dort auch ihre letzte Ruhe finden wird, wirkt konsequent. Fast zwingend.

    Die Beisetzung, so Wendy Bouchard, werde „in größter Einfachheit und im völligen Verzicht“ stattfinden. Kein Prunk, kein Pathos. Ein Abschied ohne große Gesten. Juristisch ist ein solches Begräbnis auf privatem Grund in Frankreich möglich, allerdings nur in Ausnahmefällen und nach Genehmigung durch den zuständigen Präfekten. In Bardots Fall gilt das als Formsache. Ihr Wille war bekannt, dokumentiert, klar formuliert.

    In den Worten ihrer Freundin klingt etwas an, das Bardots Leben durchzogen hat wie ein roter Faden. Der Wunsch, eins zu werden mit jener Erde, „die viel Leid gesehen hat, aber auch ihren Kampf“. Gemeint ist der Kampf für die Tiere. Für viele war Brigitte Bardot nicht nur Filmstar, sondern vor allem das Gesicht eines radikalen, unbequemen Engagements gegen Tierleid. Ein Engagement, das sie selbst als existenziell empfand.

    „Die Tiere haben sie gerettet“, sagte Wendy Bouchard. Bardot sei von klein auf mit ihnen aufgewachsen. Die Zuneigung, die ihr vielleicht im familiären Umfeld gefehlt habe, habe sie bei Tieren gefunden. Das ist kein PR-Satz, sondern eine nüchterne Beobachtung. Bardot identifizierte sich mit der Verletzlichkeit, der Wehrlosigkeit der Tiere. Sie teilte ihren Schmerz. Und machte ihn öffentlich.

    Legendär bleibt ihr Einsatz gegen die Jagd auf Robbenbabys im Jahr 1977. Bilder von blutigen Eisschollen gingen um die Welt, Bardot mittendrin, wütend, fassungslos, laut. Dieser Protest veränderte etwas. Nicht sofort, nicht überall, aber nachhaltig. Er sensibilisierte eine Generation, die bis dahin lieber wegschaute. Wendy Bouchard formuliert es zurückhaltend, fast untertrieben: Dieser Einsatz habe „einen Teil der Welt erschüttert“.

    Die Resonanz auf Bardots Engagement war enorm. Jedes Jahr, zu ihrem Geburtstag, erhielt sie Dutzende Säcke voller Briefe, beschriebenes Papier aus aller Welt, in allen Sprachen. Menschen, die sich bedankt haben. Menschen, die Trost suchten. Menschen, die sich verstanden fühlten. Für Bardot war das kein Fanpost-Ritual, sondern Bestätigung. Ein Beweis, dass ihr Kampf Bedeutung hatte.

    Dass sie sich im Alter zunehmend zurückzog, kaum noch Interviews gab, kaum noch öffentlich auftrat, passte zu diesem Lebensentwurf. Die Welt hatte sie lange genug betrachtet, bewertet, vereinnahmt. Am Ende wollte sie Stille. Meer. Tiere. Erde.

    La Madrague liegt abgeschieden, ein Ort, an dem das Mittelmeer fast direkt ins Wohnzimmer zu schwappen scheint. Hier lebte Bardot mit Hunden, Katzen, Ziegen, Vögeln. Hier empfing sie wenige Freunde. Hier starb sie. Und hier wird sie begraben. Nicht als Star, sondern als Frau, die ihren Platz gefunden hatte.

    Es ist ein Abschied, der viel über Brigitte Bardot erzählt. Über ihren Eigensinn, ihre Konsequenz, ihre Unbeugsamkeit. Und über eine Form von Würde, die nicht aus Orden oder Ehrungen entsteht, sondern aus der Treue zu sich selbst. Manche werden das romantisch finden. Andere radikal. Bardot hätte vermutlich nur mit den Schultern gezuckt.

    Sie wollte nie gefallen. Sie wollte etwas verändern. Und am Ende, das wird jetzt deutlich, wollte sie einfach bleiben.

    Von C. Hatty

  • Camille Cottin übernimmt: Schauspielstar wird Präsidentin der César-Verleihung 2026

    Camille Cottin übernimmt: Schauspielstar wird Präsidentin der César-Verleihung 2026

    Sie hat Lady Gaga die Show gestohlen, Matt Damon Paroli geboten – und bald steht sie selbst im Zentrum des französischen Filmkosmos: Camille Cottin wird die 51. César-Verleihung leiten. Die Schauspielerin, die mit bissigem Humor und viel Herz zum Star wurde, tritt damit in die Fußstapfen von Catheri…

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  • Verbeugung vor dem Meister: „Marcel et Monsieur Pagnol“ – ein animiertes Denkmal für den Vater der Provence

    Verbeugung vor dem Meister: „Marcel et Monsieur Pagnol“ – ein animiertes Denkmal für den Vater der Provence

    Wenn sich ein vielfach preisgekrönter Animationskünstler wie Sylvain Chomet an eine Ikone wie Marcel Pagnol wagt, darf man Großes erwarten – oder zumindest ein Wagnis. Und tatsächlich: „Marcel et Monsieur Pagnol“ ist weit mehr als nur ein klassischer Biopic. Es ist eine zärtliche, visuell poetische …

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  • Philippe Labro ist tot – Frankreich verliert eine Medienlegende

    Philippe Labro ist tot – Frankreich verliert eine Medienlegende

    Philippe Labro ist am 4. Juni 2025 im Alter von 88 Jahren verstorben. Ein stiller Abschied nach einem langen Kampf gegen den Krebs. Frankreich trauert – nicht nur um einen Journalisten, sondern um eine Stimme, die Generationen geprägt hat. Ein Leben zwischen Reportage, Kamera und Literatur Geboren am 27. August 1936 in Montauban, hatte Labro von Beginn an den Drang, die Welt zu verstehen. Seine frühen Jahre führten ihn in die Vereinigten Staaten – ein ungewöhnlicher Schritt für einen jungen Franzosen der Nachkriegszeit. Doch genau diese Entscheidung wurde zur Initialzündung für ein Leben, das sich konsequent zwischen Kultur, Medien und Literatur bewegte. Seine journalistische Karriere begann mit Engagements bei renommierten Medien wie Europe 1 und France-Soir. Später setzte er Akzente bei RTL, TF1 und Antenne 2. Labro war kein Mann der halben Sachen – und kein Medium schien ihm fremd. Vom Radio über das Fernsehen bis hin zum Filmregisseur: Er nutzte jede Plattform, um Geschichten zu er…

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  • Depardieu verurteilt: Wenn ein Denkmal fällt

    Depardieu verurteilt: Wenn ein Denkmal fällt

    Der 13. Mai 2025 hat ein Kapitel geschrieben, das sich tief in die Geschichte des französischen Films eingraben wird. Gérard Depardieu, einst gefeiert als Ausnahmetalent und Symbol französischer Filmkunst, ist vom Pariser Strafgericht für zwei sexuelle Übergriffe verurteilt worden. Die Taten ereigneten sich im Jahr 2021 während der Dreharbeiten zum Film Les Volets Verts. Das Strafmaß: 18 Monate Haft auf Bewährung, ein zweijähriges Politikverbot und die Eintragung ins Strafregister für Sexualdelikte.

    Ein Urteil, das kam wie ein Donnerschlag – und doch von vielen erwartet wurde.


    Urteil im Rampenlicht

    Der Zeitpunkt war fast symbolisch. Während in Cannes der rote Festival-Teppich ausgerollt wurde, fiel in Paris ein Urteil, das Frankreichs Filmszene erschütterte. Die Öffentlichkeit verfolgte das Verfahren mit wachem Auge, denn Depardieu ist nicht irgendwer. Er ist der Depardieu – eine schillernde Figur, ein wandelndes Denkmal, das nun gewaltig ins Wanken geraten ist.

    Die beiden Klägerinnen, eine Dekorateurin (54) und eine Regieassistentin (34), hatten Depardieu obszöner Äußerungen und grenzüberschreitender Berührungen bezichtigt. Das Gericht folgte ihrer Darstellung, gestützt durch Beweise und Aussagen von Zeugen.


    Kampf um Glaubwürdigkeit

    Während die Klägerinnen durch ihre Anwältinnen sprachen, schwieg Depardieu – auch am Tag des Urteils. Er war, so hieß es, zu Dreharbeiten auf den Azoren. Sein Anwalt aber schoss scharf: Von „automatischer Verurteilung“ war die Rede, von einer Justiz, die den Angeklagten zum Feindbild mache. Man werde in Berufung gehen.

    Doch der Richterspruch steht. Und mit ihm auch ein Signal: Niemand ist unangreifbar.


    Worte, die Wunden öffnen

    Für die beiden Frauen ging es nicht nur um Gerechtigkeit, sondern auch um das Ende eines seelischen Spießrutenlaufs. Die Justiz sprach von „sekundärer Viktimisierung“ – ein nüchterner Begriff für das, was Betroffene oft erleben: neue Schmerzen durch das Verfahren selbst.

    Und so saßen da nicht nur zwei Klägerinnen im Gericht, sondern auch zwei Frauen, die der Öffentlichkeit ihre Wunden zeigten. Der Mut wurde anerkannt – juristisch wie gesellschaftlich.


    Schatten auf einem leuchtenden Namen

    Wer Gérard Depardieu sagt, denkt an Cyrano de Bergerac, an Jean de Florette, an Porthos, Obélix – an schier überlebensgroße Filmgestalten. Nun aber geht sein Name durch eine andere Presse: nicht in Feuilletons, sondern unter der Rubrik „Vermischtes – Justiz“.

    Während Weggefährtinnen wie Catherine Deneuve oder Fanny Ardant öffentlich zu ihm hielten, blieben andere stumm oder distanziert. Die Gleichstellungsministerin Aurore Bergé machte es deutlich: Sie werde sich Depardieus nächsten Film nicht ansehen – aus Respekt vor den Betroffenen.

    Ein Denkmal wackelt. Vielleicht stürzt es sogar.


    Wird das Schule machen?

    Die Auswirkungen dieses Urteils könnten weitreichend sein. Der Fall Depardieu steht sinnbildlich für ein neues Kapitel im französischen #MeToo-Diskurs. Lange war Frankreichs Kulturszene in dieser Hinsicht zögerlich. Doch jetzt? Jetzt könnte sich etwas verschieben.

    In der Schwebe ist aktuell noch ein weiteres Verfahren gegen Depardieu – das wegen mutmaßlicher Vergewaltigung von Charlotte Arnould. Die Staatsanwaltschaft hat bereits die Überweisung an ein Schwurgericht beantragt. Ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.


    Ein neues Selbstverständnis?

    Klar ist: Das Urteil gegen Gérard Depardieu hat nicht nur eine juristische, sondern auch eine kulturelle Bedeutung. Es zeigt, dass Macht und Ruhm keine Freikarte für Grenzüberschreitungen mehr sind. Es markiert vielleicht den Anfang eines wichtigen Wandels – oder wenigstens den Versuch, alte Muster zu durchbrechen.

    Natürlich: Ein Urteil allein verändert nicht die Welt. Aber es kann ihr einen Schubs geben.

    Und manchmal reicht genau das, damit wichtige Dinge ins Rollen zu kommen.

    Von Andreas M. B.