Schlagwort: französische schulen

  • Frankreichs Schulen unter Druck: Hunderte Gymnasien setzen Unterricht aus

    Frankreichs Schulen unter Druck: Hunderte Gymnasien setzen Unterricht aus

    Frankreichs Gymnasien starten unter erheblichen Spannungen in die neue Woche. An diesem Montagmorgen, dem 5. Oktober, müssen nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray in 400 bis 500 der rund 3.700 Lycées des Landes die Unterrichtsstunden vollständig oder teilweise ausgesetzt werden. Hinter d…

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  • Blockade der Gymnasien: Fast 1.800 Menschen seit Montag in Polizeigewahrsam

    Blockade der Gymnasien: Fast 1.800 Menschen seit Montag in Polizeigewahrsam

    Die Protestbewegung an Frankreichs Gymnasien nimmt immer größere Ausmaße an. Seit Montag, dem 28. September, wurden im Zusammenhang mit den Blockaden 1.793 Menschen in Polizeigewahrsam genommen. Diese Zahl teilte das französische Justizministerium am Donnerstagabend mit.

    Noch deutlich höher liegt die Zahl der Festnahmen. Seit Montag griffen die Sicherheitskräfte 3.178 Personen auf. Nicht jede Festnahme führt allerdings automatisch zu einem Polizeigewahrsam – eine Unterscheidung, die angesichts der Dimensionen leicht untergeht.

    Besonders angespannt verlief der Donnerstag. Allein am 1. Oktober wurden 1.949 Menschen festgenommen. Insgesamt waren 1.027 Bildungseinrichtungen von den Protesten betroffen, 222 davon tatsächlich blockiert. Die Bilanz der Auseinandersetzungen fällt schwer aus: Das Innenministerium meldete 305 verletzte Polizisten und Gendarmen. Nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray erlitten außerdem 170 Schülerinnen und Schüler sowie 65 Beschäftigte Verletzungen.

    Am Freitag, dem 2. Oktober, erreicht die Krise damit eine neue Stufe.

    Mehr als 400 Schulen sollen geschlossen bleiben, der Unterricht findet dort aus der Ferne statt. In einigen Einrichtungen wurden Brandschutzanlagen beschädigt, andernorts gerieten Beschäftigte unmittelbar ins Visier. Was zunächst in der Pariser Region begann, hat sich inzwischen über das ganze Land ausgebreitet.

    Seinen Ausgang nahm der Protest am 21. September in Créteil. Dort richtete sich der Unmut unter anderem gegen unbesetzte Lehrerstellen. Über soziale Netzwerke verbreitete sich die Bewegung anschließend rasch. Je nach Schule reichen die Forderungen von mehr Personal und besseren Gebäuden über kleinere Klassen und veränderte Stundenpläne bis zur Kritik am Hochschulzulassungssystem Parcoursup.

    Politisch besonders heikel bleibt die Frage, wer für die Gewalt verantwortlich ist. Innenminister Gérald Darmanin sprach von einer „aktiven und gewalttätigen Minderheit“ und äußerte Zweifel daran, dass sämtliche Beteiligten tatsächlich Schüler seien. Die Regierung wirft zudem Aktivisten aus dem Umfeld der Partei La France insoumise und der Ultralinken vor, zur Entstehung oder Verschärfung der Proteste beigetragen zu haben.

    La France insoumise weist diese Darstellung entschieden zurück und beschuldigt ihrerseits die Regierung, durch den Polizeieinsatz die Spannungen anzuheizen. Für die Bewertung gilt deshalb journalistische Vorsicht: Die Vorwürfe sind politisch umstritten und bislang nicht als gerichtlich festgestellte Tatsachen zu behandeln.

    Die Zahl von 1.793 Fällen von Polizeigewahrsam verdeutlicht dennoch, wie weit sich die Auseinandersetzungen inzwischen vom üblichen Bild eines Schülerprotests entfernt haben. Aus lokalen Beschwerden über fehlende Lehrer und marode Schulgebäude ist binnen weniger Tage eine landesweite politische Krise entstanden.

    Und der Druck zeigt bereits Wirkung. Die Regierung hat eine für den Haushaltsentwurf 2027 vorgesehene Maßnahme zurückgezogen. Nicht stipendienberechtigte Studierende sollten ursprünglich Einschreibegebühren von 178 Euro für BTS-Ausbildungen und 270 Euro für Vorbereitungsklassen entrichten.

    Ob diese Kehrtwende die Lage beruhigt, bleibt offen. Frankreichs Schulen stehen jedenfalls vor einem Wochenende, an dem sich entscheidet, ob die Protestwelle abebbt – oder noch einmal neuen Schwung erhält.

    Andreas M. Brucker

  • Frankreich verbannt das Smartphone aus der Schule – doch die eigentliche Herausforderung liegt tiefer

    Frankreich verbannt das Smartphone aus der Schule – doch die eigentliche Herausforderung liegt tiefer

    Frankreichs Schulen beginnen das neue Schuljahr mit einer bemerkenswerten Mischung aus pädagogischer Rückbesinnung und gesellschaftlichem Experiment. 11,6 Millionen Schülerinnen und Schüler sind Anfang September in die Klassenzimmer zurückgekehrt, begleitet von rund 851 500 Lehrkräften. Die sichtbarste Neuerung betrifft allerdings ein Gerät, das für Jugendliche längst weit mehr ist als ein Telefon: Vom Schuljahr 2026/27 an gilt das Handyverbot auch an den französischen Gymnasien. Damit soll erstmals die gesamte Schulzeit vom Kindergarten bis zum Abitur grundsätzlich ohne Smartphone im Unterrichts- und Schulalltag auskommen. Die Entscheidung wirkt auf den ersten Blick wie eine regulatorische Einzelmaßnahme. Tatsächlich berührt sie eine wesentlich grössere Frage: Welche Grenzen muss die Schule gegenüber einer digitalen Umwelt ziehen, die Aufmerksamkeit zu einer umkämpften Ressource gemacht hat? Frankreich versucht darauf eine vergleichsweise entschiedene Antwort zu geben. Zugleich droht …

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  • Frankreich macht das Handy zur Schulsache: In zwei Minuten sind die Smartphones weg

    Frankreich macht das Handy zur Schulsache: In zwei Minuten sind die Smartphones weg

    „In zwei Minuten habe ich alle Schüler unter Kontrolle.“ Ein Satz, der zunächst nach strenger Disziplin, digitaler Überwachung oder gar einer neuen Kontrollsoftware klingt. Tatsächlich steckt dahinter etwas weit weniger Futuristisches: eine technische und zugleich erstaunlich handfeste Lösung, mit der französische Schulen Smartphones während des Schultags aus dem Verkehr ziehen.

    Im Mittelpunkt steht das Konzept „Portable en pause“, auf Deutsch sinngemäß „Handy auf Pause“. Es wurde seit dem Schuljahr 2025/26 schrittweise an französischen Collèges eingeführt und inzwischen ausgeweitet. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Das Smartphone bleibt zwar bei seinem Besitzer, steht ihm während des Unterrichts und teilweise auch in den Pausen jedoch nicht zur Verfügung.

    Dafür legen Schülerinnen und Schüler ihr Mobiltelefon am Morgen entweder in eine spezielle verschließbare Hülle oder geben es in einen gesicherten Schrank. Bei der Hüllenlösung sorgt eine magnetische Verriegelung dafür, dass das Gerät zwar mitgeführt, aber nicht ohne Weiteres herausgenommen werden kann.

    Der entscheidende Punkt: Die nötige Entriegelungsvorrichtung befindet sich in den Händen der Lehrkräfte oder der Schulleitung. Am Ende des Schultags lassen sich die Hüllen wieder öffnen, ebenso in Situationen, in denen ein Zugriff auf das Telefon erforderlich ist. Auf diese Weise lassen sich die Geräte einer ganzen Schülergruppe innerhalb kurzer Zeit praktisch stilllegen. Daher stammt die zugespitzte Aussage, man habe „alle Schüler in zwei Minuten unter Kontrolle“.

    Mit digitaler Fernsteuerung hat das nichts zu tun.

    Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine App, mit der eine Schule private Smartphones aus der Ferne sperrt oder deren Inhalte kontrolliert. Auch wenn gelegentlich verkürzt von einer „Anwendung“ gesprochen wird, basiert das Verfahren auf einer physischen Sperre mit zentraler Entriegelungsmöglichkeit. Das Smartphone funktioniert weiterhin – sein Besitzer kommt schlicht nicht heran. Ziemlich analog für ein digitales Problem.

    Frankreich verfolgt damit ein größeres bildungspolitisches Ziel. Smartphones gelten im Schulalltag zunehmend als Störfaktor: Eine Nachricht hier, ein Video dort, schnell noch ein Blick auf soziale Netzwerke – und schon wandert die Aufmerksamkeit vom Unterricht auf den Bildschirm.

    Die Regierung verbindet die Handyfreiheit deshalb mit der Hoffnung auf bessere Konzentration und weniger Ablenkung. Zugleich soll Cybermobbing während der Schulzeit erschwert werden. Auch die Pausen geraten in den Blick. Statt nebeneinander auf Displays zu starren, sollen Jugendliche wieder stärker miteinander sprechen, spielen, diskutieren oder eben einfach gemeinsam herumalbern.

    Seit dem Schuljahr 2026 gilt in Frankreich grundsätzlich eine schulweite Handyfreiheit von der Grundschule bis zum Lycée. Wie diese praktisch umgesetzt wird, entscheiden die Schulen selbst. Verschließbare Hüllen sind dabei nur eine Möglichkeit. Ebenso kommen Schließfächer, Sammelstellen oder andere organisatorische Lösungen infrage.

    Frankreich setzt damit nicht auf digitale Totalüberwachung, sondern auf eine bemerkenswert simple Idee: Das Handy bleibt da – aber der Zugriff macht Pause.

    Daniel Ivers

  • Frankreich verbannt das Smartphone aus den Gymnasien – doch die schwierigste Phase beginnt erst

    Frankreich verbannt das Smartphone aus den Gymnasien – doch die schwierigste Phase beginnt erst

    Frankreich zieht die Grenzen der digitalen Schule neu. Vom Schuljahr 2026/27 an soll die Nutzung von Mobiltelefonen auch an den Lycées, den französischen Gymnasien, grundsätzlich untersagt sein. Präsident Emmanuel Macron hat die entsprechende gesetzliche Regelung promulgiert. Damit wird ein Verbot auf die Oberstufe ausgedehnt, das für Grundschulen und Collèges bereits seit 2018 gilt. Politisch ist die Botschaft eindeutig: Der Staat will die Schule stärker von der permanenten digitalen Präsenz abschirmen. Praktisch aber beginnt wenige Tage vor dem Schulstart die schwierigere Aufgabe – die Umsetzung in mehreren tausend Lycées. Die Regelung ist Teil eines größeren politischen Projekts zum Schutz Minderjähriger vor den Folgen sozialer Netzwerke und übermäßiger Bildschirmnutzung. Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet das Smartphone-Verbot den verfassungsrechtlichen Streit um das Gesetz überstanden hat. Das ursprünglich zentrale Vorhaben, unter 15-Jährigen den Zugang zu sozialen Netzwer…

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  • Kein Toilettenpapier mehr: Streit um Kollektivstrafe an Schule in Gardanne

    Kein Toilettenpapier mehr: Streit um Kollektivstrafe an Schule in Gardanne

    Ein fehlender Gegenstand des Alltags sorgt derzeit im südfranzösischen Gardanne für heftige Diskussionen: Toilettenpapier. Was auf den ersten Blick wie eine Randnotiz erscheint, hat sich binnen weniger Tage zu einer Debatte über Autorität, Verantwortung und den Zustand des französischen Schulwesens entwickelt. Auslöser ist eine Entscheidung der Schulleitung des Collège Le Pesquier. Eltern wurden darüber informiert, dass in den Toiletten der Schule „bis auf Weiteres“ kein Toilettenpapier mehr zur Verfügung gestellt wird. Hintergrund sind wiederholte Sachbeschädigungen und ein erheblicher Verbrauch des Materials durch einige Schülerinnen und Schüler. Seit Wochen kämpfte die Schule offenbar mit Vandalismus in den Sanitäranlagen. Toilettenpapierrollen wurden beschädigt, ganze Rollen auf dem Boden verteilt oder in die Toilettenschüsseln geworfen. Die Folge: verstopfte Anlagen, zusätzliche Reinigungsarbeiten und steigende Kosten. Irgendwann war für die Schulleitung offenbar das Maß voll. Die…

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  • Digitale Pause im Klassenzimmer: Frankreich ringt um den richtigen Umgang mit Smartphones im Lycée

    Digitale Pause im Klassenzimmer: Frankreich ringt um den richtigen Umgang mit Smartphones im Lycée

    Es beginnt mit einer vertrauten Szene: Ein Klassenzimmer, irgendwo zwischen Lyon und Lille, die Köpfe gesenkt — nicht über Bücher, sondern über Displays. Genau hier setzt die politische Debatte an, die Frankreich seit Monaten beschäftigt. Nach Grundschulen und Collèges richtet sich der Blick nun auf…

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  • Der Tod von Tyah: Was über das Schicksal einer 16-Jährigen aus der Gironde bekannt ist

    Der Tod von Tyah: Was über das Schicksal einer 16-Jährigen aus der Gironde bekannt ist

    Es ist ein stiller Park oberhalb der Garonne, ein Ort, an dem Spaziergänger normalerweise Luft holen, den Blick schweifen lassen, den Kopf frei bekommen. Am 29. Januar jedoch endet ein solcher Spaziergang im Parc de l’Ermitage in Lormont mit einem Schock, der weit über die Region hinaus nachhallt. Ein Mann entdeckt dort den leblosen Körper einer 16-jährigen Schülerin. Es ist Tyah, mit vollem Namen Hatyce Tyah Halidi Selemani, seit Mitte Januar vermisst. Die Staatsanwaltschaft von Bordeaux teilt kurz darauf mit, dass das Mädchen erhängt aufgefunden wurde. Eine Autopsie soll klären, was genau in den Tagen zwischen ihrem Verschwinden und dem Fund geschehen ist. Noch herrscht Zurückhaltung, die Ermittlungen laufen, jedes Wort wird abgewogen. Doch für Familie, Freunde und Mitschülerinnen ist bereits jetzt nichts mehr wie zuvor. Tyah war Schülerin der Première am Lycée Pape-Clément in Pessac. Am 12. Januar kehrte sie mittags nach Hause zurück, um zu essen. Danach verliert sich ihre Spur. Sie…

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  • 700 Posten gerettet – aber zu welchem Preis?

    700 Posten gerettet – aber zu welchem Preis?

    Frankreichs Bildungsministerium zieht seine Sparpläne teilweise zurück – ein Zeichen politischer Notwendigkeit und struktureller Schwäche. Frankreichs damaliger Bildungsminister Gabriel Attal hatte bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2025 klare Worte gewählt: Die demografische Entwicklung rechtfertige eine Reduktion der Lehrkräfte, vor allem im Grundschulbereich. Über 4.000 Stellen sollten gestrichen werden. Doch nun, etwa ein Jahr später, rudert das Ministerium zurück – über 700 dieser Posten sollen nun doch erhalten bleiben. Offiziell ist von einem „technischen Nachjustieren“ die Rede. Tatsächlich jedoch offenbart diese Kehrtwende tieferliegende Spannungen im französischen Bildungssystem. Demografie als Argument – und seine Grenzen Der ursprüngliche Plan des Bildungsministeriums basierte auf einem scheinbar rationalen Kalkül: Weniger Kinder bedeuten weniger Bedarf an Lehrpersonal. Doch diese Gleichung ist nur auf nationaler Ebene plausibel. Auf regionaler Ebene zeigt sich e…

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  • Rätselhafte Krankheitswelle im Süden Frankreichs – wenn ein ganzes Collège plötzlich lahmgelegt wird

    Rätselhafte Krankheitswelle im Süden Frankreichs – wenn ein ganzes Collège plötzlich lahmgelegt wird

    Der Junge steht noch etwas wacklig auf den Beinen, als er den Satz sagt, der seit Tagen durch das Dorf geistert: „Alles, was ich gegessen habe, kam sofort wieder hoch.“ Ein Satz, der in seiner Schlichtheit die Hilflosigkeit eines ganzen Landstrichs einfängt.Im Collège Jules-Verne im kleinen Ort Le Soler, wenige Kilometer vor den Toren Perpignans, hat eine mysteriöse Krankheitswelle fast 400 Schülerinnen und Schüler und mittlerweile auch viele ihrer Eltern erwischt. Binnen Stunden kippte der Schulalltag – wie eine Bilderbuchkulisse, in der jemand plötzlich das Licht ausknipst. Am Freitagmorgen ging alles los. Erst ein paar Kinder, die über Kopfschmerzen klagten. Dann welche, die die Hand vor den Mund hielten, Richtung Toiletten rannten, bleich im Gesicht. Zehn Fälle wurden es, dann zwanzig, dann… irgendwann hörte man auf zu zählen, weil sich der Strom der Erkrankten zu einer Art Welle formte, die von Klassenzimmer zu Klassenzimmer rollte. Es war dieser Moment, an dem die Schulleitung me…

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