Schlagwort: Frankreich

  • Wenn Schüsse immer wieder den Alltag durchbrechen – Rennes im Griff des Drogenkriegs

    Wenn Schüsse immer wieder den Alltag durchbrechen – Rennes im Griff des Drogenkriegs

    Es war ein ganz gewöhnlicher Samstagnachmittag, der für zwei Jugendliche in Rennes mit Schüssen und Verletzungen endete. Die Sonne senkte sich langsam über die Hochhaussiedlungen im Stadtteil Villejean, als plötzlich mehrere Schüsse über die „dalle Kennedy“ hallten – einem berüchtigten Umschlagplatz für Drogen. Wieder eine Schießerei. Wieder junge Opfer. Ein 17-Jähriger wurde an der Oberschenkelarterie getroffen, sein Zustand war zunächst kritisch. Ein zweiter, 16 Jahre alt, lag blutend mit einer Schusswunde am Knie auf dem Bürgersteig vor einem Fast-Food-Lokal. Die Polizei war schnell vor Ort – und nahm drei Verdächtige fest. Doch das Entsetzen bleibt. Ein Stadtviertel in Alarmbereitschaft Villejean, einst ein Paradebeispiel für sozialen Wohnungsbau in der Bretagne, ist längst zum Brennpunkt mutiert. Die symbolische Mitte des Viertels – die „dalle Kennedy“ – ist heute weniger ein Treffpunkt für Nachbarn als vielmehr ein strategischer Ort im Revierkampf rivalisierender Drogennetzwerke….

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  • Frankreich: Koordinierte Angriffe auf Gefängnisse entlarven kriminelle Netzwerke

    Frankreich: Koordinierte Angriffe auf Gefängnisse entlarven kriminelle Netzwerke

    Eine Welle von Gewalt erschüttert seit Mitte April das französische Justizsystem. Mindestens 15 gezielte Attacken auf Justizvollzugsanstalten und deren Bedienstete haben das Land aufgeschreckt – die Handschrift: organisiert, brutal und bis ins Detail geplant. Angezündet, beschossen, bedroht Autos von Gefängnismitarbeitern gehen in Flammen auf. Einschusslöcher in Anstaltsmauern, Schmierereien mit den Initialen „DDPF“ – ein rätselhafter Name, der sich schnell als Abkürzung für „Défense des droits des prisonniers français“ (Verteidigung der Rechte französischer Gefangener) entpuppt. Schauplätze wie Toulon-La Farlède, Marseille, Valence oder Nanterre werden zur Kulisse für ein neues Kapitel organisierter Gewalt. Was hier abläuft, ist kein wütender Protest, sondern eine beispiellose Eskalation. Die Angriffe – oft nachts verübt – ähneln in ihrer Präzision manchmal militärischen Operationen. Von purer Zerstörung bis zur gezielten Einschüchterung reicht das Repertoire der Täter. Und die Botsch…

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  • Macrons Lockruf an US-Forscher: Schöne Worte, aber wo bleibt das Geld?

    Macrons Lockruf an US-Forscher: Schöne Worte, aber wo bleibt das Geld?

    Frankreich zeigt sich weltoffen, visionär – und ein kleines bisschen widersprüchlich. Emmanuel Macron lädt die klügsten Köpfe aus Übersee ein, sich in Frankreich niederzulassen, um hier Forschung zu betreiben, die anderswo vielleicht zensiert, gekürzt oder marginalisiert würde. Klingt stark – ist es aber wirklich so einfach? Der 18. April 2025 markierte den Beginn einer PR-Offensive der besonderen Art: Frankreich will sich als wissenschaftlicher Hafen in stürmischen Zeiten positionieren. Mit dem Programm „Choose France for Science“ schickt sich die Grande Nation an, dem amerikanischen Brain Drain ein freundliches Zuhause zu bieten. Der Grund: In den USA sorgt die Politik unter Präsident Trump zunehmend für Unruhe in der Wissenschaftsgemeinde – die Kürzungen von Forschungsetats und der politische Druck auf Universitäten veranlassen viele Forscher zur Flucht. Ein gefundenes Fressen für Macron, der sich gerne als Garant liberaler Werte präsentiert. Große Träume auf dünnem Budget Die franz…

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  • Kommentar: AfD – Ein Albtraum aus der alten Heimat

    Kommentar: AfD – Ein Albtraum aus der alten Heimat

    Ich lebe seit vielen Jahren in Frankreich. Und wenn ich ehrlich bin: Noch nie war ich so froh darüber wie in diesen Tagen.

    In Deutschland hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD nun ganz offiziell als rechtsextreme Bewegung eingestuft. Kein Verdacht mehr, kein Herumlavieren – eine klare Ansage. Und als jemand, der sein Herz immer noch halb in Deutschland trägt, macht mich das gleichermaßen wütend und traurig. Denn es bedeutet, dass das, was viele von uns schon lange gespürt haben, jetzt schwarz auf weiß bestätigt wurde: Diese Partei steht nicht mehr nur „am Rand“. Sie ist längst darüber hinaus.

    In Frankreich beobachtet man das mit hochgezogenen Augenbrauen – und ein bisschen hämischem Unterton. Schließlich hat man hier mit dem Rassemblement National selbst genug zu tun. Doch während Marine Le Pen ihren Laden auf bürgerlich trimmt und sich vom ganz offenen Extremismus zumindest rhetorisch distanziert, kokettiert die AfD mit völkischen Parolen, Verschwörungstheorien und der Verachtung für demokratische Institutionen. Der Unterschied? In Deutschland geht es oft nicht nur um Symbolik. Da wird’s ernst.

    Natürlich, ich habe noch Familie und Freunde in Deutschland. Und viele von ihnen sind tief verunsichert. Nicht, weil sie der AfD zustimmen würden – im Gegenteil. Sondern weil sie sich fragen, wie es so weit kommen konnte. Wie ein Land, das aus seiner Geschichte gelernt haben sollte, sehenden Auges in die nächste Katastrophe steuert. Haben wir zu lange weggeschaut? Zu viel hingenommen? Zu oft gesagt: „Ach, das wird schon nicht so schlimm“?

    Ganz ehrlich – genau das ist der Punkt.

    Diese Gleichgültigkeit hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen. Und nein, es hilft nichts, sich einzureden, dass „die da oben“ alle gleich sind. Diese Haltung ist nicht nur bequem – sie ist brandgefährlich. Denn sie verschafft genau jenen Auftrieb, die nicht auf Gleichheit, Freiheit und Menschlichkeit setzen, sondern auf Ausgrenzung, Hass und Rückwärtsgewandtheit.

    In meiner französischen Wahlheimat diskutieren die Menschen viel über Identität, Säkularismus und Migration. Auch hitzig, auch kontrovers – aber es gibt eine Linie, die nicht überschritten wird. Wer offen den Nationalsozialismus verharmlost, wird gesellschaftlich geächtet. Wer Minderheiten pauschal diffamiert, hat keine Bühne. In Deutschland hingegen? Da wird Björn Höcke zur Galionsfigur. Ein Mann, der sich kaum Mühe gibt, seine Ideologie zu verschleiern.

    Und genau da liegt das Problem: Die AfD ist nicht „nur“ eine Protestpartei. Sie ist längst ein politisches Projekt mit autoritären Zielen. Sie will nicht reformieren – sie will abschaffen. Und wer glaubt, das beträfe nur „die anderen“, irrt gewaltig. Wenn einmal der Damm bricht, gibt es kein sicheres Ufer mehr.

    Klar, ich bin nicht ausgewandert, weil ich vor der AfD geflohen bin. Aber ich merke, wie sich mein Blick auf Deutschland verändert hat. Früher war da Stolz – auf ein Land, das aus Trümmern eine Demokratie gebaut hat. Heute ist da Sorge – um Freunde, um Familie, um die Gesellschaft, um das, was wir vielleicht gerade verlieren.

    Und manchmal, wenn ich in einer kleinen französischen Bar sitze, bei einem Glas Rotwein, denke ich: Wie konnte es so weit kommen? Wie haben wir so viel Vertrauen verspielt?

    Vielleicht ist jetzt der Punkt gekommen, an dem wir nicht mehr schweigen dürfen. Nicht mehr abwinken. Nicht mehr denken: „Die meinen doch nicht mich.“ Doch, sie meinen uns alle.

    Und wenn wir unsere Stimme nicht erheben, dann werden andere sie für uns erheben – und das wird dann richtig hässlich.

    Von C. Hatty

  • Frankreich blickt auf Deutschland: Ein Nachbar in der Krise

    Frankreich blickt auf Deutschland: Ein Nachbar in der Krise

    Selten zuvor hat Frankreich mit so viel Aufmerksamkeit auf die innenpolitische Entwicklung in Deutschland geschaut wie im Frühjahr 2025. Die Turbulenzen in Berlin wirken nicht nur destabilierend auf das größte Land der EU, sondern senden politische Schockwellen weit über die Landesgrenzen hinaus. Der Sturz der Ampelkoalition, der historische Aufstieg der AfD und die Rückkehr der CDU an die Macht haben in Paris eine Mischung aus Besorgnis und strategischer Neugier ausgelöst. Berlin ringt um Stabilität – und Paris beobachtet aufmerksam, wie Europas politisches Schwergewicht seinen Kurs neu bestimmt. Der Niedergang einer Koalition Was als ambitioniertes Projekt begann, endete im politischen Desaster. Die sogenannte „Ampelkoalition“ aus SPD, Grünen und FDP war seit ihrer Bildung im Jahr 2021 von tiefgreifenden ideologischen Spannungen geprägt. Haushaltsdisziplin, Klimapolitik, Verteidigungsausgaben – zu vielen Themen gab es keine gemeinsame Linie, sondern Kompromisse auf niedrigstem gemein…

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  • Macrons Bildungs-Offensive: Aufbruch oder Ablenkungsmanöver?

    Macrons Bildungs-Offensive: Aufbruch oder Ablenkungsmanöver?

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bringt frischen Wind ins Bildungssystem – zumindest auf dem Papier. Im Juni 2025 startet eine sogenannte Bürgerkonvention, die nichts Geringeres als den schulischen Tagesrhythmus von Millionen Kindern und Jugendlichen neu gestalten soll. Von Kita bis Abitur, von Unterrichtszeiten bis Ferienplanung – alles steht auf dem Prüfstand. Aber ist das der große Wurf, den das Schulsystem jetzt braucht? Oder doch nur ein politisches Theaterstück, das von tieferliegenden Problemen ablenken soll?

    Ferien kürzen, Tage entzerren? Der Präsident selbst findet: Die Sommerferien sind viel zu lang. Auch die frühen Schulanfänge für Teenager seien nicht ideal. Stattdessen möchte er ein Konzept, das sowohl dem kindlichen Biorhythmus als auch den organisatorischen Bedürfnissen der Eltern besser entspricht. Eine Umstellung der Tagesstruktur, eventuell auch eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns für ältere Schüler, liegt auf dem Tisch. Klingt erstmal vernünftig. Kinderfre…

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  • Schüsse in Drancy: Polizeieinsatz eskaliert – Ermittlungen und Empörung

    Schüsse in Drancy: Polizeieinsatz eskaliert – Ermittlungen und Empörung

    Am Freitagabend kam es in Drancy, einem Vorort von Paris, zu einem folgenschweren Polizeieinsatz, der nun gleich zwei Ermittlungen nach sich zieht. Bei einer Kontrolle im Rahmen einer Aktion gegen illegale Motorradrennen – sogenannte „rodéos urbains“ – wurde ein junger Mann durch eine Polizeikugel verletzt. Das Geschehen wurde gefilmt und verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken. Es entfacht eine hitzige Debatte über Polizeigewalt und Vertrauen in Frankreichs Ordnungskräfte – mal wieder.

    Von Routine zu Chaos Eigentlich sollte es eine gezielte Aktion gegen lärmende und gefährliche Motorcross-Fahrten im öffentlichen Raum sein. In der Nähe der Cité Youri Gagarine stürzte eine Motocross-Maschine – danach überschlagen sich die Ereignisse. Laut Augenzeugen kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen den Polizisten und Anwohnern. Eine Videoaufnahme zeigt, wie ein Beamter mehrere Warnschüsse abgibt. Sekunden s…

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  • „Ewige Gifte“ in der Wasserleitung: PFAS-Krise im Südelsass trifft die Schwächsten

    „Ewige Gifte“ in der Wasserleitung: PFAS-Krise im Südelsass trifft die Schwächsten

    Ab dem 5. Mai 2025 gilt für elf Gemeinden rund um Saint-Louis im südlichen Elsass ein drastisches Verbot: Säuglinge, Schwangere, Stillende, ältere Menschen und Immungeschwächte dürfen kein Leitungswasser mehr trinken. Der Grund? Eine massive Belastung mit PFAS – jenen „ewigen Chemikalien“, die Umwelt und Gesundheit gleichermaßen bedrohen.

    Ein Cocktail, den niemand bestellt hat PFAS – das Kürzel steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Sie sind hitzebeständig, wasserabweisend, langlebig. Klingt nützlich, ist aber fatal: Einmal in der Umwelt, bleiben sie dort – für Generationen. Sie reichern sich in Böden, Gewässern und Lebewesen an. Der Körper kann sie kaum abbauen. Und genau diese Substanzen haben nun das Trinkwasser in weiten Teilen des Departements Haut-Rhin ungenießbar gemacht – zumindest für jene, die am verletzlichsten sind. Erste Hinweise auf die Belastung gab es bereits Ende 2023. Die Gesundheitsbehörde ARS Grand Est schlug Alarm. Doch obwohl Maßnahmen eingeleitet wur…

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  • Tragödie in Trémolat: Das stille Dorf, das eine Kämpferin verlor

    Tragödie in Trémolat: Das stille Dorf, das eine Kämpferin verlor

    Am Abend des 29. April 2025 wurde der kleine Ort Trémolat in der Dordogne zum Schauplatz eines unfassbaren Verbrechens: Karen Carter, 65 Jahre alt, Mutter, Ehefrau und engagiertes Mitglied der Gemeinschaft, wurde brutal ermordet. Die Tat hinterlässt eine tiefe Wunde in einem Ort, der für viele als Synonym für Ruhe und Gemeinschaft galt.

    Eine Frau, die Spuren hinterließ Karen Carter war mehr als nur eine britische Expat. Sie war das Herz vieler Initiativen in Trémolat. Mit einer Energie, die ansteckte, organisierte sie Veranstaltungen im Café Village, kümmerte sich um Neuankömmlinge und engagierte sich leidenschaftlich in ihrer Fußballmannschaft, den „Reines du Foot“. Diese war speziell für Frauen über 50 gegründet worden – ein charmantes Beispiel dafür, wie Lebensfreude auch im fortgeschrittenen Alter mit Elan gelebt wird.

    Karen war bekannt für ihr Lachen, ihre Herzlichkeit und ihren Mut, neue Wege zu gehen. Eine Frau,…

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  • Sainte-Suzanne: Wo Geschichte in Stein gemeißelt ist

    Sainte-Suzanne: Wo Geschichte in Stein gemeißelt ist

    Zwischen sanften Hügelketten, windschiefen Apfelbäumen und dem Duft nach frischem Baguette liegt ein Ort, der sich anfühlt wie eine kleine Zeitreise – willkommen in Sainte-Suzanne. Dieses charmante Dorf mitten im Département Mayenne, offiziell eines der „Plus Beaux Villages de France“, trägt seinen Beinamen „Perle des Maine“ nicht ohne Grund. Hier trifft mittelalterlicher Glanz auf ländliche […]

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