Schlagwort: Frankreich

  • Fliegen wird teurer – Frankreichs plant Umbau der Luftverkehrssteuer

    Fliegen wird teurer – Frankreichs plant Umbau der Luftverkehrssteuer

    Fliegen könnte in Frankreich ab 2026 deutlich teurer werden. Die Regierung plant im Rahmen des Haushaltsgesetzes eine Reihe neuer Abgaben auf den Luftverkehr. Damit sollen einerseits zusätzliche Staatseinnahmen generiert, andererseits klimapolitische Ziele unterstützt werden. Doch die Pläne stossen bei Fluggesellschaften und Flughäfen auf massiven Widerstand. Die französische Regierung berät derzeit über den Haushaltsentwurf für 2026, der eine signifikante Neugestaltung der Luftverkehrssteuer vorsieht. Im Zentrum stehen drei Massnahmen: die Abschaffung der Kerosinsteuerbefreiung, die Anhebung der Mehrwertsteuer auf Inlandsflüge sowie eine neue Passagierabgabe in Paris. Ende der Kerosinsteuerbefreiung – ein Paradigmenwechsel Bislang ist Kerosin in Frankreich, wie fast überall in der EU, von der Energiesteuer (TICPE) befreit. Diese Ausnahmeregelung gilt für alle kommerziellen Flüge und wird seit Jahren von Umweltverbänden kritisiert, da sie fossile Mobilität subventioniert. Nun soll die …

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  • Frankreichs Babyflaute: Warum junge Menschen immer seltener Kinder wollen

    Frankreichs Babyflaute: Warum junge Menschen immer seltener Kinder wollen

    Frankreich gilt seit jeher als das Land der Familienfreundlichkeit. Großzügige Kindergeldregelungen, Kita-Plätze, Mutterschutz – alles da. Doch trotz dieser Rahmenbedingungen sinkt die Lust aufs Kinderkriegen spürbar. Ein Trend, der längst mehr ist als eine vorübergehende Laune. Die nackten Zahlen sprechen Bände. Zwischen 2005 und 2024 ist die Zahl der Kinder, die sich Frauen unter 30 Jahren wünschen, von 2,5 auf 1,9 gesunken. Bei Männern derselben Altersgruppe liegt der Rückgang von 2,3 auf 1,8 Kinder. Anders gesagt: Die klassische französische Familie mit zwei Kindern gilt heute nicht mehr als selbstverständliche Norm – sondern eher als obere Grenze. 2024 wurden in Frankreich 663.000 Babys geboren. Das sind 2,2 % weniger als im Vorjahr. Und satte 21,5 % weniger als noch 2010. Mit einem Indikatorwert von 1,62 Kindern pro Frau liegt Frankreich deutlich unter der magischen Marke von 2,1, die nötig wäre, um die Bevölkerung stabil zu halten. Warum wollen die Franzosen weniger Kinder? Die …

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  • Marseille: Das Feuer geht zurück – die Flammen sind aber noch nicht vollständig gelöscht

    Marseille: Das Feuer geht zurück – die Flammen sind aber noch nicht vollständig gelöscht

    Eine schwarze Schneise zieht sich durch die Hügel am nördlichen Stadtrand. Hier, wo gestern noch Pinienhaine im Sommerwind rauschten, riecht es heute nach Asche und verbrannter Erde. Nach einer Nacht unermüdlicher Löscharbeiten melden die Behörden: Das Feuer, das Marseille bedrohte, ist „geht sehr deutlich zurück“. Doch wer jetzt erleichtert aufatmet, übersieht die Narben, die dieser Brand hinterlässt. Dienstagmorgen, Pennes-Mirabeau. Die ersten Rauchschwaden steigen auf. Innerhalb weniger Stunden frisst sich das Feuer durch über 750 Hektar Wald- und Buschland. In dieser dicht besiedelten Region gleicht jede Böe einem russischen Roulette. Mehr als 800 Einsatzkräfte eilen herbei: Feuerwehrleute, Marins-Pompiers, Polizisten. Hubschrauber kreisen, lassen ihre Wasserlasten in milchigen Schleiern herabregnen. Bodentrupps schlagen Schneisen, legen Gegenfeuer, um den Brand zu bremsen. Ein Wettlauf gegen eine entfesselte Natur. Georges-François Leclerc, Präfekt der Bouches-du-Rhône, lobt ihre …

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  • Durchsuchung beim Rassemblement National: Neue Ermittlungen gegen Frankreichs grösste Oppositionspartei

    Durchsuchung beim Rassemblement National: Neue Ermittlungen gegen Frankreichs grösste Oppositionspartei

    Am 9. Juli 2025 hat die französische Finanz- und Korruptionspolizei den Hauptsitz des Rassemblement National (RN) in Nanterre durchsucht. Die Aktion steht im Zusammenhang mit einer laufenden Untersuchung wegen Verdachts auf illegale Wahlkampffinanzierung. Sie richtet sich insbesondere auf mögliche Verstösse bei der Präsidentschaftswahl 2022 und der Europawahlkampagne 2024 des RN – und könnte weitreichende politische Folgen haben. Die per richterlichem Beschluss angeordnete Durchsuchung wurde von der Brigade financière et anticorruption der Pariser Polizei durchgeführt. Nach Angaben der Zeitung Le Monde soll die Untersuchung klären, ob der RN systematisch gesetzliche Vorschriften zur Parteien- und Wahlkampffinanzierung umgangen hat. Damit setzt sich eine Serie juristischer Affären fort, die Frankreichs wichtigste Rechtsaussenpartei seit Jahren belasten. Im Fokus: Private Kredite und mutmassliche Betrugsmechanismen Konkret prüfen die Ermittler den massiven Rückgriff des RN auf private Kr…

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  • Frankreichs Südwesten brennt: Warum die Feuer in der Aude neue Fragen zur Klimaanpassung aufwerfen

    Frankreichs Südwesten brennt: Warum die Feuer in der Aude neue Fragen zur Klimaanpassung aufwerfen

    Seit dem Wochenende wüten auch in der südfranzösischen Region Aude schwere Wald- und Vegetationsbrände. Mehr als 2.000 Hektar sind bereits nahe Narbonne verbrannt. Die Feuerwehr spricht von einem „außergewöhnlichen“ Brandereignis. Über 1.000 Einsatzkräfte versuchen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen – bisher mit mäßigem Erfolg. Am Montagabend forderte der Départements-Rat der Aude dringend zusätzliche Mittel aus Paris. Insbesondere wird der Einsatz weiterer Canadair- und Air-Tractor-Löschflugzeuge verlangt. Die Bedingungen vor Ort gelten als extrem: Böen der Tramontane Winde erreichen bis zu 90 km/h und treiben die Feuer unberechenbar voran. Hinzu kommt eine ausgeprägte Trockenheit nach mehreren regenarmen Monaten. Zunehmende Zerstörungskraft der Brände Die Schäden verdeutlichen das Ausmaß: Sechs Wohnhäuser, eine Kapelle und eine Scheune wurden beschädigt, ein Atelier und eine Reithalle komplett zerstört. Drei Pferde starben in den Flammen. Zehn Menschen, darunter fünf Feuerwehrle…

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  • Macron in London: Staatsbesuch als Signal der Neuannäherung

    Macron in London: Staatsbesuch als Signal der Neuannäherung

    Mit einer imposanten militärischen Parade, Kutschenkorso und Salutschüssen haben König Charles III. und Premierminister Keir Starmer den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zu einem dreitägigen Staatsbesuch empfangen. Es ist die erste Visite eines EU-Staatschefs im Vereinigten Königreich seit dem Brexit – und die erste eines französischen Präsidenten seit Nicolas Sarkozy im Jahr 2008. Die diplomatische Geste unterstreicht eine Zeitenwende in den traditionell schwierigen Beziehungen zwischen London und Paris, die nach dem EU-Austritt Grossbritanniens 2020 von gegenseitigem Misstrauen geprägt waren. Beide Seiten bemühen sich nun um eine pragmatische Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen, Energiepolitik und Migrationskontrolle. Royaler Glanz und historische Symbolik Am 8. Juli landete Macron mit seiner Ehefrau Brigitte auf dem Militärflughafen Northolt, wo der Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate sie mit militärischen Ehren begrüssten. Eine 41-Kanonen-Salve sowie eine Ehren…

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  • Editorial – Frankreichs Waldbrände: Zwischen Technikgläubigkeit und Bürgerpflicht

    Editorial – Frankreichs Waldbrände: Zwischen Technikgläubigkeit und Bürgerpflicht

    Was kann Frankreich tun, um der hohen Waldbrandgefahr dieses Sommers zu begegnen?

    Frankreich blickt einem Sommer voller Ungewissheiten entgegen. Über 7.000 Hektar Vegetation sind seit Jahresbeginn bereits verbrannt, und die eigentliche Hochsaison hat erst begonnen. Fast 6.000 Brandherde seit Juni zeugen von der Brisanz der Lage. Hitzewellen, Trockenheit, Böen aus Afrika – die bekannten Faktoren fügen sich zu einer Gemengelage, die spätestens seit den verheerenden Feuern von 2022 mit ihren 72.000 zerstörten Hektar und monatelangen Evakuierungen als nationale Sicherheitsfrage erkannt wurde.

    Präsident Emmanuel Macron und Innenminister Bruno Retailleau setzen auf Technik: mehr Canadairs, mehr Helikopter, mehr Feuerwehrkolonnen, mehr Drohnen, mehr Satellitenfrüherkennung. Dieses Arsenal mag beeindrucken. Tatsächlich wurde die Flotte der Sécurité Civile auf 47 Luftfahrzeuge erweitert, unterstützt von 4.000 Feuerwehrleuten und modernisierter Überwachungstechnologie.

    Doch diese Strategie bleibt unvollständig. Denn trotz aller technischen Fortschritte brennen Frankreichs Wälder aus einem simplen Grund: zu viele Menschen verhalten sich unachtsam oder fahrlässig, und die Raumplanung der letzten Jahrzehnte hat Siedlungen oft ohne feuerökologische Rücksicht in Risikogebiete hineinwachsen lassen.

    Bürgerpflicht statt alleiniger Staatsschutz

    Das neue nationale Konzept für Waldbrandschutz setzt zwar auch auf Prävention und Resilienz, doch dessen Effektivität hängt weniger von staatlichen Erlassen als von bürgerlicher Selbstverpflichtung ab. Frankreichs Regierung wirbt nun mit einfachen Botschaften: kein Rauchen im Wald, keine Lagerfeuer oder Grillstellen in Risikozonen, regelmässiges Freischneiden von Grundstücksrändern. In der Realität werden solche Appelle jedoch oft ignoriert – oder scheitern an fehlender Kontrolle.

    Hinzu kommt, dass die Canadair-Flotte altert. Ersatz ist bestellt, aber die neuen Maschinen treffen frühestens 2028 ein. Ein strategisches Risiko bleibt damit bestehen, das Frankreich nur durch europäische Kooperation abfedern kann. Programme wie rescEU, die gemeinsame europäische Löschflugzeugstaffeln bereitstellen sollen, existieren bislang eher auf dem Papier. In einem Sommer allerhöchster Brandgefahr, der auch Spanien, Italien, Griechenland und den Balkan betreffen dürfte, könnten Engpässe tödliche Folgen haben.

    Resilienz als langfristiger Schlüssel

    Was also tun? Kurzfristig wird Frankreich nicht umhin kommen, seinen bestehenden Apparat maximal zu mobilisieren, Waldbrandschutzdienste zu stärken und das Ehrenamt der Comités Communaux Feux de Forêts (CCFF) mit mehr Ressourcen auszustatten. Diese Freiwilligen leisten bereits jetzt wertvollste Arbeit durch Überwachung, Schulung und Alarmierung – doch ihr Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft.

    Langfristig aber braucht es einen radikalen Perspektivwechsel: Wälder und Siedlungen müssen so gestaltet werden, dass Brände weniger Nahrung finden. Brandschneisen, feuerresistente Bepflanzungen, Bebauungsverbote in Hochrisikozonen und eine konsequente Rückführung brennbarer Vegetation im Nahbereich von Häusern sind keine romantischen Ökofantasien, sondern Elemente eines modernen Katastrophenschutzes. Australien hat nach den verheerenden Buschbränden 2019/20 genau das erkannt.

    Die technische Aufrüstung ist notwendig, doch sie wird Frankreich allein nicht retten. In einer Zeit, in der der Klimawandel Wetterextreme zur Regel macht, bleibt die wirksamste Massnahme banal: Jeder Funke, der nicht entsteht, muss nicht gelöscht werden.

    Von Andreas Brucker

  • Kommentar: Und wieder trifft es die Ärmsten am Stärksten

    Kommentar: Und wieder trifft es die Ärmsten am Stärksten

    Es ist immer die gleiche Geschichte. Wenn der Staat spart, dann spart er nicht bei sich selbst, nicht bei den Subventionen für Großkonzerne, nicht bei fragwürdigen Beraterverträgen oder unzähligen administrativen Parallelstrukturen. Er spart bei denen, die sich nicht wehren können. Rentner, Alleinerziehende, Geringverdiener, Erwerbslose. Menschen, deren Stimme im politischen Getöse kaum noch durchdringt.

    Die sogenannte „année blanche“ klingt in den Ohren der Mächtigen wie eine elegante, technische Lösung. Ein Haushaltsmanöver. Ein Prozentpunkt hier, ein Inflationsausgleich da. Für jene, die Monat für Monat ihre Einkäufe kalkulieren müssen, bedeutet sie schlicht: weniger Essen, weniger Heizung, weniger Lebensqualität. Wieder einmal wird behauptet, es sei „notwendig“ und „gerecht“, wenn alle mithelfen. Doch wer in Frankreich lebt, weiß: Die Ärmsten helfen immer am meisten mit, weil sie keine andere Wahl haben.

    Wie kann man es rechtfertigen, einem Rentnerpaar 350 Euro im Jahr zu nehmen, während man gleichzeitig über milliardenschwere Rüstungsprojekte oder Steuervergünstigungen für Unternehmen diskutiert? Man kann es nicht. Es ist nicht gerecht, es ist nicht sozial, es ist nicht einmal ökonomisch klug. Es ist feige.

    Wenn es darum geht, die Reichen stärker zu besteuern, Vermögensabgaben zu diskutieren oder den absurden Steuerschlupflöchern in Europa ein Ende zu setzen, wird gewarnt: Investoren würden abgeschreckt, Arbeitsplätze gefährdet, das Wachstum erstickt. Wenn aber Hunderttausende alte Menschen und Geringverdiener um Centbeträge kämpfen müssen, schweigt dieselbe Elite. Das ist der wahre Skandal dieser „année blanche“.

    Frankreich wird an seiner sozialen Kälte scheitern, nicht an seinen Defiziten.

    Ein Kommentar von P. Tiko

  • Frankreichs „année blanche“: Eingefrorenes Budget mit sozialen Risiken

    Frankreichs „année blanche“: Eingefrorenes Budget mit sozialen Risiken

    Frankreichs Regierung plant für 2026 eine fiskalische Notbremse. Die vorgeschlagene „année blanche“, ein Einfrieren zentraler Sozial- und Steuerparameter ohne Inflationsausgleich, soll den Staatshaushalt entlasten. Doch Kritiker warnen vor einer stillen Umverteilung zulasten der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen. Am 15. Juli will Premierminister François Bayrou den Entwurf für den Staatshaushalt 2026 präsentieren. Im Zentrum steht eine Massnahme, die in Frankreich seit Wochen für Kontroversen sorgt: die sogenannte „année blanche“. Der Begriff, üblicherweise mit steuerlichen Amnestieregelungen verbunden, bezeichnet hier eine strikte Nullrunde bei zentralen Ausgabenposten. Konkret sollen Renten, Sozialtransfers und der Einkommenssteuertarif im Jahr 2026 nicht wie vorgesehen an die Inflation angepasst werden. 6 Milliarden Euro Einsparung – bei einem Ziel von 40 Milliarden Das Ziel der Regierung ist ambitioniert. Bis 2026 soll das Staatsdefizit von 5,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) a…

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  • Pizza, Mafia und Millionen: Wie die ‘Ndrangheta in der Haute-Savoie ihr Geld wusch

    Pizza, Mafia und Millionen: Wie die ‘Ndrangheta in der Haute-Savoie ihr Geld wusch

    Pizzaofen, Teigschaufel, frischer Basilikumduft – und mittendrin ein Netzwerk internationaler Kriminalität. In der Haute-Savoie, unweit der Schweizer Grenze, hat eine internationale Großrazzia kürzlich das wahre Gesicht zweier beliebter Pizzerien entlarvt: Sie waren nichts anderes als Fassaden für das Geldwäschegeschäft der gefürchteten kalabrischen Mafia, der ‘Ndrangheta. Drei Jahre Undercover-Arbeit Über drei Jahre lang arbeiteten Ermittler aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland und Interpol Seite an Seite, um das Netz zu durchleuchten. Mehr als 150 Ermittler waren beteiligt. Am 13. Mai klickten schließlich die Handschellen: 15 Personen wurden festgenommen, darunter fünf Mitglieder einer Familie aus Kalabrien. Der Vorwurf: Sie sollen über die beiden Pizzerien in Scientrier und Saint-Julien-en-Genevois in nur zwei Jahren mehrere Millionen Euro gewaschen haben. Pizzerien wie jede andere – oder doch nicht? „Calabria Mia“ und „I Tre Sapori“ – Namen, die Gemütlichkeit, Heimatge…

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