Schlagwort: Frankreich Reisen

  • Saint Patrick in Vannes – wenn Bretagne auf Irland trifft

    Saint Patrick in Vannes – wenn Bretagne auf Irland trifft

    Mitten im März färbt sich die Altstadt von Vannes grün. Nicht nur ein bisschen. Richtig. Wer am Wochenende rund um den 14. März 2026 durch die engen Gassen der historischen Intra Muros spaziert, hört schon von Weitem Dudelsäcke, Trommeln und fröhliches Stimmengewirr. Tanzgruppen drehen ihre Runden, Musiker marschieren durch die Straßen und überall stehen Menschen […]

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  • Lichter, Drohnen und Hommage: Lyon feiert seine Seele mit leuchtender Poesie

    Lichter, Drohnen und Hommage: Lyon feiert seine Seele mit leuchtender Poesie

    Wenn Lyon leuchtet, hält selbst der Himmel den Atem an.

    Pünktlich zum Dezemberbeginn hat die Stadt an der Rhône ihr strahlendes Festkleid angelegt – ein Gewand aus Licht, Farbe, Klang und Erinnerung. Die Fête des Lumières ist zurück. Und sie ist mehr als ein Fest: Sie ist ein Gefühl. Ein Ritual, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft in leuchtende Kunstwerke verwandelt.

    Am Abend des 4. Dezember war es wieder so weit. Noch vor dem offiziellen Start am 5. Dezember lud die Stadt zur Avant-Première, zu einer Art Generalprobe unter funkelndem Sternenzelt. Auf dem Hügel thronte die Basilika von Fourvière, majestätisch illuminiert, während in den Gassen von Presqu’île und Croix-Rousse bereits erste Lichtskulpturen ihre Wirkung entfalteten.

    Zwanzig Installationen wurden getestet – ein visuelles Vorspiel, das Lust auf mehr machte.

    Jean-Jacques Bouteloup, 72, aus dem benachbarten Villeurbanne, kommt jedes Jahr. „Man wird nicht müde, überrascht zu werden“, sagt er. Und in diesem Satz schwingt genau jene kindliche Freude mit, die dieses Fest so einzigartig macht.


    Die diesjährige Ausgabe bringt 23 Lichtkunstwerke auf die Straßen und Plätze Lyons – von der Place des Terreaux bis zum Parc de la Tête d’Or. Dort, im größten Stadtpark Frankreichs, feierte auch die spektakulärste Neuheit ihre Premiere: ein Drohnenspektakel des lokalen Kollektivs „Allumée“. Hunderte leuchtender Flugkörper zeichnen Formen in den Nachthimmel, choreografiert wie ein Ballett aus Licht.

    Dazu gesellen sich poetische, humorvolle und bisweilen politisch anmutende Beiträge. Eine besonders charmante Installation stammt vom katalanischen Kollektiv Tigrelab: „Le lundi, c’est ravioli“ – ein popkultureller Gruß an die berühmten „Mères lyonnaises“, die legendären Köchinnen der Stadt. Ihre Rezepte – bodenständig, üppig, unverkennbar – sind Kulturerbe und Lebensgefühl zugleich.

    Auch Skateboarder kommen in diesem Jahr zu Ehren: Auf dem Place Louis-Pradel leuchtet eine Hommage an 40 Jahre Skatekultur in Lyon – geschaffen vom Künstler und Architekten Nicolas Paolozzi. Ein Stück Jugendkultur als leuchtendes Denkmal.


    Die Fête des Lumières ist tief verwurzelt in der religiösen Tradition Lyons.

    Jedes Jahr am 8. Dezember stellen die Lyonnaiser:innen ein kleines Licht – ein „lumignon“ – in ihre Fenster, als Dank an die Jungfrau Maria, Schutzpatronin der Stadt. Was im 19. Jahrhundert begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem der größten Lichtkunstfestivals Europas entwickelt.

    Und doch: Die Ausgabe 2025 steht unter anderen Vorzeichen.

    Die Stadt hat ihren finanziellen Gürtel enger geschnallt. Der Nettobetrag der städtischen Ausgaben – abzüglich Personalkosten – liegt bei 2,1 Millionen Euro, rund 800.000 Euro weniger als im Vorjahr. Ein Teil des Defizits wurde durch verstärktes Sponsoring aufgefangen. Neben lokalen Unterstützern tritt diesmal auch ein globaler Akteur auf den Plan: Netflix. Der Streamingriese finanzierte eine Installation zur Bewerbung seiner Erfolgsserie „Stranger Things“. Ein neuer Ton im Konzert der Lichter – ein bisschen Kommerz, ein bisschen Pop.


    Manche kritisieren das – ebenso wie die Reduzierung des Festivalareals. Doch Bürgermeister Grégory Doucet hält dagegen: Die Ausgabe 2025 setze auf „unveröffentlichte Konzepte“ und „Hommagen an die lyonnaise Kultur“. Und tatsächlich zeigt sich Lyon in diesem Jahr nicht größer, aber dichter, feiner, konzentrierter. Wie ein Roman, der weniger Seiten zählt, aber mehr Tiefe besitzt.

    Vor der Oper leuchtet „Row“ – zehn holografische Bildschirme in einer Linie, konzipiert vom russischen Kollektiv Tundra. Ein hypnotisches Werk, das sich zwischen Licht, Ton und Wahrnehmung bewegt.

    Es sind genau solche Momente, in denen man versteht, warum Lyon die Lichter nicht einfach anknipst, sondern sie zelebriert. Mit Ernst, mit Esprit – und mit einer tiefen Liebe zur Stadt selbst.

    Denn die wahre Attraktion der Fête des Lumières ist nicht das Licht.

    Es ist Lyon.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Wenn das Meer kommt – und der Mont Saint-Michel zur Insel wird

    Wenn das Meer kommt – und der Mont Saint-Michel zur Insel wird

    Ein Naturwunder kehrt zurück. Still und gleichzeitig mit großer Geste. Wie ein Schauspieler, der die Bühne betritt, erhebt sich der Mont Saint-Michel im Licht der Morgensonne – und ist plötzlich wieder eine Insel.

    Es ist ein Spektakel, das sich nur siebenmal im Jahr ereignet. Doch wenn es geschieht, hält die Normandie den Atem an. Dann trifft der Atlantik mit solcher Wucht auf die Bucht, dass er das Land verschlingt und den weltberühmten Klosterberg komplett vom Festland trennt. Die großen Gezeiten – les grandes marées – sind da.

    Ein Rennen gegen das Wasser

    Am 5. November war es wieder so weit. Und wer den Mont Saint-Michel bei Höchststand der Flut erleben wollte, braucht gute Schuhe, eine warme Jacke – und Timing. Denn das Wasser kommt schnell. Sehr schnell.

    „Ich habe nur 20 Minuten, dann muss ich wieder zurück. Das ist sportlich!“, ruft Florian Wolferseder, ein junger Tourist, während er mit Kamera und Rucksack den Damm entlang hastet. Die Szenerie ist atemberaubend – das Wasser steigt, umfließt die Wege, verwandelt die Straßen in Stege, die Luft riecht nach Salz und Tang.

    Und dann – ist es vorbei. So schnell wie das Meer kam, zieht es sich auch wieder zurück. Doch was bleibt, ist der Eindruck. „Mystisch“, sagt Paul Ayton. „Magisch sogar. Dieser Ort ist einfach einzigartig.“

    Ein Magnet für Schaulustige – und Muschelsucher

    Jedes Mal, wenn die großen Gezeiten kommen, zieht es Tausende an den Fuß des Felsen. Frühaufsteher, Fotografen, Naturliebhaber – sie alle wollen einen Blick auf dieses Wunder erhaschen. Aber auch andere Besucher tauchen in der Bucht auf: die Muschelsucher.

    Mit Eimern, Gummistiefeln und einem wachen Blick durchkämmen sie den freigelegten Meeresboden auf der Suche nach Schätzen. Coques – Herzmuscheln – sind das Ziel. Doch der Fang ist oft Nebensache.

    „Es geht nicht nur um die Muscheln“, meint Eric Cuillerdier, ein passionierter pêcheur à pied, also ein Wattfischer. „Die Lichtstimmungen hier, die Landschaften – jeden Tag ist alles anders. Das ist einfach magisch.“

    Ein Ort, der Geschichten erzählt

    Der Mont Saint-Michel ist nicht nur ein geografisches Phänomen, sondern ein geschichtsträchtiger Ort. Seit Jahrhunderten zieht er Pilger an – heute sind es Touristen. Doch das Gefühl ist dasselbe geblieben: Ehrfurcht.

    Wenn die Sonne tief steht und der Schatten des Klosters über die Bucht fällt, wirkt der Mont fast wie eine Filmkulisse. Aber nichts daran ist künstlich. Alles ist echt. Wind, Wasser, Stein – und diese ganz besondere Stimmung, die einen für einen Moment glauben lässt, dass die Welt ein bisschen stiller geworden ist.

    Nur zwei Tage – dann ist der Zauber vorbei

    Am Abend des 5. November stieg das Wasser. Wieder wurde der Mont Saint-Michel zur Insel. Und wieder drängten sich die Zuschauer am Rand der Bucht, um diesen Moment festzuhalten.

    Doch diesmal ist etwas anders. Es war die letzte große Flut des Jahres. Danach wird der Klosterberg wieder monatelang auf dem Trockenen liegen – verbunden mit dem Festland, erreichbar zu jeder Tageszeit.

    Wer den Zauber erleben will, muss also auf den Kalender achten und geduldig warten. Auf das nächste Mal. Wenn das Meer zurückkehrt und die Grenzen zwischen Land und Wasser verschwimmen.

    Autor: Andreas M. B.

  • Albi – Juwel im Südwesten Frankreichs im Fokus der Welt

    Albi – Juwel im Südwesten Frankreichs im Fokus der Welt

    Eine Stadt, die einen das Staunen lehrt – nicht, weil sie laut ist, sondern weil sie mit jedem Schritt Geschichte atmet. Albi, gelegen in der Region Okzitanien, hat es geschafft: Im renommierten Ranking des US-Magazins Forbes wurde sie unter die zehn kulturell spannendsten Städte Europas gewählt, die man 2026 gesehen haben sollte. Und zwar nicht […]

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  • Zwischen Nebel, Reben und alten Steinen – die verborgenen Weindörfer des Périgord

    Zwischen Nebel, Reben und alten Steinen – die verborgenen Weindörfer des Périgord

    Es gibt Orte, die sich nicht aufdrängen. Orte, die nicht mit grellen Hinweisschildern locken, sondern flüstern – leise, fast scheu. Das Périgord im Südwesten Frankreichs ist so ein Landstrich. Eine Gegend, in der Zeit nicht vergeht, sondern ruht. Und zwischen den Hügeln, die morgens vom Nebel umhüllt sind wie von einem alten Wolltuch, liegen sie: die kleinen, fast vergessenen Weindörfer, die den Duft von Erde, Holz und Geschichte in sich tragen.

    Ich erinnere mich an einen Herbstmorgen in Saint-Astier. Die Luft war feucht, die Sonne noch blass, und auf dem Markt roch es nach Walnüssen, Käse und Traubenmost. Ein alter Mann mit einem weinroten Schal schenkte mir ein Glas seines „vin de pays“ ein – kräftig, warm, ein bisschen widerspenstig. „C’est pas du Bordeaux,“ sagte er schmunzelnd, „aber ehrlicher.“

    Was macht diese Dörfer so besonders? Vielleicht ist es die Mischung aus Zurückhaltung und Stolz, aus Geschichte und gelebtem Alltag. Das Périgord kennt keine Hektik, keine Eile. Hier dauert das Leben länger – im besten Sinn.


    Eine Landschaft wie ein Gemälde

    Zwischen den Flüssen Dordogne und Isle breiten sich sanfte Hügel aus, durchzogen von Weinreben, Obstbäumen und kleinen Steinmauern. Das Licht ist weich, fast golden. Und dann, plötzlich, taucht ein Dorf auf, als wäre es aus dem Boden gewachsen: Montcaret, Saint-Méard-de-Gurçon, Saussignac. Namen, die klingen wie alte Chansons.

    In Saussignac, diesem verschlafenen Ort mit kaum 400 Einwohnern, klirren am Abend die Gläser auf der Dorfterrasse. Die Winzerinnen und Winzer hier haben sich dem biologischen Weinbau verschrieben – mit Leidenschaft und oft gegen alle wirtschaftliche Vernunft. Doch wer einmal einen Sauvignon von hier probiert hat, versteht, warum sie es tun.


    Geschichten aus Stein und Eichenfass

    Die Häuser im Périgord sind aus hellem Kalkstein gebaut, ihre Dächer steil, mit roten Ziegeln gedeckt. Hinter vielen dieser Mauern verbergen sich kleine Chais, Keller voller Fässer, in denen der Wein langsam atmet.

    Ich traf in Saint-Léon-sur-l’Isle eine Frau namens Élodie, die ihre Großeltern nie kennengelernt hatte, aber in deren altem Weingut lebt. Sie zeigte mir stolz ihre kleine Presse, die noch immer funktioniert, „weil sie nie aufgegeben hat“, wie sie sagte.

    Ihr Wein? Ein stiller Rotwein, mit Aromen von Kirsche, Rauch und ein wenig Erde. Kein Etikett, keine große Marke – aber jeder Schluck eine Geschichte.

    Man spürt hier die Verbundenheit der Menschen zu ihrem Boden. Die Reben sind Teil der Familie, und das Jahr wird nach der Ernte, nicht nach Kalenderwochen gezählt.


    Der Klang der Stille

    Manchmal, wenn man am späten Nachmittag durch die Felder wandert, hört man nur das Zirpen der Grillen und das entfernte Rauschen eines Traktors. Die Sonne senkt sich langsam, der Himmel färbt sich bernsteinfarben, und über den Dächern der kleinen Châteaux ziehen Schwalben ihre Kreise.

    Man könnte glauben, hier sei die Zeit stehen geblieben. Doch ist das wirklich Stillstand – oder einfach eine andere Art, das Leben zu messen?


    Wein als Gedächtnis

    Die Weine des Périgord sind keine Weltstars. Sie stehen selten auf den großen Karten der Sommeliers. Aber sie sind ehrlich, unaufgeregt und tief verwurzelt. Manche schmecken nach Zwetschge, andere nach Lakritz und Pfeffer, einige nach Sommerregen auf heißem Stein.

    Ein Winzer in Montravel sagte mir einmal: „Unser Wein hat keine Ambitionen. Er will nur getrunken werden – am besten mit Freunden.“ Und tatsächlich: Wer hier ein Glas hebt, tut das nicht für Prestige, sondern aus Freude.


    Kleine Wunder am Wegesrand

    Hinter jedem Hügel wartet eine Überraschung. Eine Kapelle, kaum größer als eine Garage. Ein verlassenes Herrenhaus, überwuchert von Efeu. Ein alter Ziehbrunnen, an dem Kinder lachend Wasser schöpfen.

    Und immer wieder Wein. Kleine Parzellen, sorgsam gepflegt, mit handgeschriebenen Schildern. Es ist, als würde das Land selbst seine Handschrift tragen.


    Ein Gespräch bei Sonnenuntergang

    An einem Abend saß ich mit einem jungen Winzerpaar in der Nähe von Port-Sainte-Foy. Wir tranken ihren Cuvée, ein leuchtender Rosé mit einem Hauch von Himbeere. Die Sonne sank, die Grillen wurden lauter, und jemand legte leise Musik auf.

    „Glaubst du, die Leute finden uns?“, fragte sie.
    Er lächelte: „Wenn sie suchen, ja. Aber vielleicht ist es besser, wenn nicht zu viele kommen.“

    Da war sie wieder, diese leise Melancholie, die das Périgord umweht. Die Ahnung, dass Schönheit manchmal nur dann überlebt, wenn sie nicht entdeckt wird.


    Zwischen Vergangenheit und Morgen

    Natürlich verändert sich auch hier vieles. Junge Familien ziehen in alte Gutshöfe, verwandeln sie in Gästehäuser, öffnen kleine Weinstuben. Es gibt Festivals, Kunstausstellungen, neue Energie.

    Doch der Geist des Périgord bleibt derselbe: ein Ort der Langsamkeit, der Zuwendung, der Geduld.

    Wer hierherkommt, merkt schnell, dass Genuss mehr ist als Geschmack – es ist eine Haltung.


    Ein letzter Schluck

    Als ich am letzten Tag meiner Reise durch das Tal der Isle fuhr, kam plötzlich Nebel auf. Die Landschaft verschwamm, und die Welt schien sich in ein Aquarell zu verwandeln. Ich hielt an, stieg aus und hörte nur das Tropfen von Tau auf den Blättern.

    Im Kofferraum klirrten ein paar Flaschen aus Saussignac, Montcaret und Montravel – Erinnerungen in Glas gegossen.

    Vielleicht, dachte ich, ist das Périgord gar kein Ort, den man besucht. Vielleicht ist es ein Gefühl, das bleibt.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Bassin d’Arcachon: Spätsommerglück zwischen Sonne, Meer und Austern

    Bassin d’Arcachon: Spätsommerglück zwischen Sonne, Meer und Austern

    Der Sommer ist zurück – zumindest für ein paar Tage. Während in Nord- und Mitteleuropa Regen und kühle Temperaturen das Bild bestimmen, zeigt sich die französische Atlantikküste Anfang Oktober von ihrer schönsten Seite. 26 Grad, strahlend blauer Himmel, eine leichte Brise vom Meer: Das Bassin d’Arcachon verwandelt sich in eine Postkarte, die Touristen wie Einheimische gleichermaßen begeistert.

    Schon am Mittag füllen sich die Terrassen am Front de Mer in Arcachon. Es ist die Zeit des entspannten Essens im Freien, begleitet vom Salzgeruch der Luft und dem Schimmer des Wassers. „On profite de la vue. C’est la meilleure pause travail que j’ai jamais faite“, schwärmt eine Frau – „Wir genießen die Aussicht. Das ist die beste Arbeitspause, die ich je hatte.“ Ein Satz, der den Geist dieser Spätsaison perfekt einfängt: weniger Hektik, mehr Lebensqualität.

    Sonne, Strand und ein Hauch von Exklusivität

    Auf den breiten Sandstränden geht es plötzlich geräumiger zu. Wer seine Decke ausbreitet, muss nicht damit rechnen, dass der Nachbar fast mit im Picknickkorb sitzt. Manche lassen sich die Sonne einfach ins Gesicht scheinen, andere wagen tatsächlich ein Bad im Atlantik – zumindest bis zu den Knien. Das Wasser ist frisch, aber die Versuchung zu groß.

    Besonders für ausländische Gäste ist der Aufenthalt jetzt ein Geschenk. Ein niederländischer Tourist lacht: „In Holland haben wir gerade zehn Grad und Regen.“ Im Kontrast dazu bietet das Bassin d’Arcachon eine sanfte, fast mediterrane Stimmung – ein kleines Paradies nur ein paar Flugstunden entfernt.

    Weniger Stress, mehr Nähe

    Auch die Geschäftsleute vor Ort spüren den Unterschied. Nach den turbulenten Sommermonaten atmen Restaurants und Boutiquen durch. Statt der Massen aus Paris oder Lyon, die im Juli und August die Küste fluten, kommen jetzt die Einheimischen und einige neugierige Reisende aus dem Ausland.

    „Wir konzentrieren uns mehr auf die Stammkunden, die Locals. Das ist viel persönlicher und weniger Wiederholung“, sagt Jaime Castro, ein junger Kellner, der sichtlich entspannter wirkt als noch im Hochsommer. Und Méryl Bulle, die eine kleine Boutique betreibt, ergänzt: „Man muss umorganisieren, die Räume freihalten, aber dafür hat man endlich Zeit für echte Gespräche mit den Leuten.“

    Diese Mischung aus Gelassenheit und Nähe macht den Charme der Nachsaison aus. Kein Gedränge, keine Warteschlangen, kein Gefühl, permanent im Strom der Massen zu treiben. Stattdessen ein fast familiäres Miteinander zwischen Gästen und Gastgebern.

    Das Meer ruft

    Und was wäre ein Aufenthalt am Bassin d’Arcachon ohne einen Ausflug aufs Wasser? Kleine Gruppen chartern Boote, decken sich mit Austernplatten, Gläsern und prall gefüllten Kühlboxen ein – und machen aus einem simplen Tag auf See ein kleines Fest. Die Sonne glitzert auf den Wellen, die Austern schmecken salzig und frisch, das Lachen trägt weit über die Bucht.

    Ein Tourist bringt es auf den Punkt: „Wir gehen aufs Boot, haben Austern, Getränke und einfach Zeit. Genau darum geht es.“ Zeit – dieses Luxusgut, das im Alltag so knapp ist, entfaltet hier seine volle Kraft.

    Ein kurzes Fenster voller Leichtigkeit

    Doch wie lange hält das Hoch? Der Wetterbericht verspricht noch ein paar sonnige Tage, bis mindestens Freitag, den 3. Oktober. Danach zieht der Herbst endgültig über die Atlantikküste. Für alle, die spontan noch einmal Sonne tanken möchten, ist jetzt die Gelegenheit.

    Denn der Oktober am Bassin d’Arcachon ist wie ein stilles Versprechen: Er zeigt, dass Urlaub nicht immer Trubel und Programm sein muss. Manchmal reicht ein leerer Strand, ein Teller frischer Austern und die Gewissheit, dass irgendwo anders Regen fällt.

    Autor: C.H.

  • Colmars-les-Alpes – Ein mittelalterliches Juwel im Hochgebirge

    Colmars-les-Alpes – Ein mittelalterliches Juwel im Hochgebirge

    Manchmal braucht es nur ein kleines Dorf, um eine große Geschichte zu erzählen. Colmars-les-Alpes, hoch oben im Haut-Verdon gelegen, ist so ein Ort. Am 29. September 2025 wurde die mittelalterliche Festungsstadt offiziell in den illustren Kreis der „Plus Beaux Villages de France“ aufgenommen – und ist damit die Nummer 188 auf dieser prestigeträchtigen Liste. Für […]

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  • Himmel voller Poesie: Das Festival International de Cerfs-Volants in Dieppe 2025

    Himmel voller Poesie: Das Festival International de Cerfs-Volants in Dieppe 2025

    Wenn Drachen fliegen, hebt die Fantasie ab. Vom 13. bis 21. September 2025 verwandelt sich die normannische Hafenstadt Dieppe erneut in ein schillerndes Open-Air-Theater – beim 21. Festival International de Cerfs-Volants, einem der größten Drachenfeste der Welt. Mehr als 400 Drachenkünstlerinnen und…

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  • Montauban feiert seine 400 Coups – Geschichte trifft Volksfest

    Montauban feiert seine 400 Coups – Geschichte trifft Volksfest

    Montauban weiß, wie man Erinnerungen lebendig hält. Jedes Jahr im September verwandelt sich die Stadt in ein riesiges Open-Air-Theater und lädt Einheimische wie Besucher ein, in die turbulente Vergangenheit des 17. Jahrhunderts einzutauchen. Vom 12. bis 14. September 2025 war es wieder so weit: Die …

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  • Côte d’Azur im September: Die stille Schönheit der Nachsaison

    Côte d’Azur im September: Die stille Schönheit der Nachsaison

    Wenn die Sonne weicher scheint, die Strände sich leeren und das Mittelmeer in sanften Blautönen funkelt, dann zeigt die Côte d’Azur ein Gesicht, das nur Kenner wirklich zu schätzen wissen. Der September ist an der französischen Riviera ein Monat voller Magie – eine Art stiller Nachhall des Sommers, der Raum schafft für Genuss, Kultur und […]

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