Schlagwort: Frankreich Politik

  • Marine Le Pen: Berufungsverfahren 2026 und ihre politische Zukunft

    Marine Le Pen: Berufungsverfahren 2026 und ihre politische Zukunft

    Marine Le Pen bereitet ihr Berufungsverfahren, angesetzt für das erste Halbjahr 2026, strategisch sorgfältig vor. Im März 2025 wurde sie im Verfahren um fiktive Assistententätigkeiten unter anderem zu fünf Jahren Verbot der Ausübung politischer Ämter verurteilt. Diese Entscheidung bedeutet: Le Pen darf bis einschließlich Frühjahr 2030 in keinen Wahlen kandidieren und ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 ist damit faktisch blockiert. Verteidigung neu ausgerichtet Für den bevorstehenden Berufungsprozess hat sich Le Pen von ihrer früheren Alleingang-Strategie verabschiedet. Sie versammelt heute ein breites Rechts- und Beratungsteam – darunter prominente Juristen und Professoren unterschiedlicher politischer Couleur – unter der Leitung ihres langjährigen Anwalts, um mögliche juristische Schwachstellen im Urteil zu identifizieren. Ziel ist eine Aufhebung oder zumindest Abschwächung der Strafen, insbesondere der sofortigen Unwählbarkeit, also des politischen Berufsverbots. Diese…

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  • Trotz Verurteilung – Marine Le Pen hält an ihrer Kandidatur für 2027 fest

    Trotz Verurteilung – Marine Le Pen hält an ihrer Kandidatur für 2027 fest

    Marine Le Pen überlässt nichts dem Zufall: In einem Interview mit France Inter am Donnerstag, dem 12. Juni 2025, erklärte die Vorsitzende der französischen Rechten unmissverständlich, dass sie „selbstverständlich die einzige Kandidatin“ des Rassemblement National (RN) für die Präsidentschaftswahl 2027 sei. Diese klare Positionierung kommt zu einem politisch wie juristisch heiklen Zeitpunkt – denn gegen Le Pen liegt ein Urteil mit weitreichenden Konsequenzen vor. Das Berufungsverfahren wird zur Schlüsselentscheidung für die Zukunft der französischen Rechten. Ein politisches Comeback auf juristischem Minenfeld Im März 2025 verurteilte ein Pariser Gericht Marine Le Pen zu fünf Jahren Unwählbarkeit sowie einer Geldstrafe, weil sie EU-Gelder für Scheinbeschäftigungen von Parteimitarbeitern zweckentfremdet haben soll. Die Strafe ist sofort vollstreckbar, was eine Teilnahme an der Präsidentschaftswahl 2027 formal ausschließt. Le Pen hat Berufung eingelegt, das Urteil ist daher noch nicht rech…

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  • Ein Dorf als Bühne: Europas extreme Rechte feiert in Frankreich ihre Macht

    Ein Dorf als Bühne: Europas extreme Rechte feiert in Frankreich ihre Macht

    Am 9. Juni 2025 wurde das 133-Seelen-Dorf Mormant-sur-Vernisson im Département Loiret zum symbolträchtigen Schauplatz eines internationalen Treffens der europäischen Rechten. Eingeladen vom französischen Rassemblement National (RN), versammelten sich hochrangige Vertreter der europäischen Rechten wie Viktor Orbán, Matteo Salvini und Santiago Abascal, um den ersten Jahrestag ihres Erfolgs bei den Europawahlen 2024 zu feiern. Unter dem martialischen Motto „Tag des Sieges“ mobilisierte die Veranstaltung zwischen 5.000 und 6.000 Anhänger – ein Kraftakt, der weit über die französischen Landesgrenzen hinausstrahlt. Ein symbolträchtiger Ort, eine klare Botschaft Die Wahl des Veranstaltungsortes war alles andere als zufällig. Mormant-sur-Vernisson verkörpert das, was der RN als „vergessene Frankreich“ beschreibt – die ländliche, abgehängte Bevölkerung fernab der urbanen Zentren. Thomas Ménagé, Abgeordneter des RN und Gastgeber, erklärte, es sei an der Zeit, „die Stimme der Provinz zu erheben, …

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  • Riss im RN: Marine Le Pen stichelt gegen Bardella – Machtkampf im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027

    Riss im RN: Marine Le Pen stichelt gegen Bardella – Machtkampf im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027

    Marine Le Pen sorgt erneut für Aufsehen – diesmal mit einem Seitenhieb, der die ganze Partei erschüttert. Bei einem Besuch Ende Mai 2025 in Neukaledonien ließ sie, angesprochen auf die Rolle ihres Nachfolgers Jordan Bardella bei den dortigen institutionellen Konsultationen, beiläufig fallen: „Ich bin nicht sicher, ob Jordan die Problematiken Neukaledoniens wirklich gut kennt. Wir teilen unsere Talente, sagen wir mal so.“ Ein Satz, der sich wie ein Nadelstich durch das politische Gefüge des Rassemblement National zieht. War das nur eine flapsige Bemerkung – oder steckt mehr dahinter? Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Bardella, Präsident des RN und inoffiziell als Le Pens Erbe für die Präsidentschaft 2027 gehandelt, spielte den Kommentar herunter. Keine Lust auf ein „Wettrennen um die bessere Spitzelei“, sagte er, und versicherte, mit den „ultramarinen Dossiers“ bestens vertraut zu sein. Doch die Fassade der Einigkeit bröckelt. Die Atmosphäre innerhalb des Rassemblement …

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  • Kommentar: Bremsen Sie sich, Herr Darmanin!

    Kommentar: Bremsen Sie sich, Herr Darmanin!

    Manchmal fragt man sich, ob Politiker eigentlich noch wissen, wie normale Menschen leben. Gérald Darmanin, Frankreichs Justizminister, schlägt allen Ernstes vor, das Bargeld abzuschaffen – um den Drogenhandel zu bekämpfen. Ein Vorschlag, der klingt, als hätte er ihn zwischen zwei Meetings mit Beratern für „innere Sicherheit“ und „digitale Zukunft“ mal eben aus dem Hut gezogen. Und dabei vergessen: Bargeld ist kein Problem – es ist für viele ein letzter Halt.

    Es geht hier nicht nur um Scheine und Münzen.

    Es geht um Vertrauen. Um Freiheit. Um das Gefühl, selbst zu bestimmen, wie man mit seinem Geld umgeht. Um die Oma auf dem Wochenmarkt, die ihre Erdbeeren verkauft – für Bargeld. Um den Bauarbeiter, der am Wochenende ein bisschen was nebenbei macht – bar. Um die Friseurin, die sich das Monatsende mit ein paar 10-Euro-Scheinen Trinkgeld rettet – bar. Um all die Menschen, die nicht jeden Schritt digital dokumentieren wollen.

    Drogenhandel bekämpfen, schön und gut. Aber mit einem Vorschlag, der das Leben von Millionen verändert und kriminalisiert, wer Bargeld nutzt? Das ist übergriffig. Und gefährlich.

    Natürlich ist der digitale Zahlungsverkehr praktisch. Natürlich soll man Verbrechen verfolgen können. Aber nicht um den Preis der Selbstbestimmung. Und nicht mit einem Vorschlag, der suggeriert: Wer bar zahlt, hat etwas zu verbergen.

    Ganz ehrlich: Wie wäre es, Herr Minister, wenn Sie zuerst bei den wirklichen Problemen ansetzen – bei maroden Ermittlungsstrukturen, bei überlasteten Polizeieinheiten, bei korrupten Netzwerken? Da wäre genug zu tun.

    Was Sie da vorhaben, ist ein Generalverdacht gegen alle. Und das ist nicht mutig – das ist bequem. Und ignorant.

    Bremsen Sie sich, Herr Darmanin! Bevor wir in einem Land aufwachen, in dem man für einen Fünfziger bar schon schief angeschaut wird. Das wollen wir nicht.

    Und das brauchen wir auch nicht.

    Von C. Hatty

  • Frankreich: Präsidentschaftswahl 2027 – Abwesenheit der Frauen

    Frankreich: Präsidentschaftswahl 2027 – Abwesenheit der Frauen

    Zwei Jahre vor der nächsten französischen Präsidentschaftswahl präsentiert sich das politische Feld als bemerkenswert unausgewogen. Während sich zahlreiche männliche Kandidaten positionieren, ist die weibliche Präsenz auffällig schwach – ein Umstand, der nicht nur symptomatisch für die französische Politik, sondern auch Ausdruck tiefer liegender struktureller Defizite ist. Frankreich, das sich seit Jahrzehnten als Vorkämpfer republikanischer Gleichheit versteht, tut sich schwer damit, diese Prinzipien in der politischen Repräsentation der Geschlechter umzusetzen. Männer dominieren das Vorwahlfeld Die Liste potenzieller Präsidentschaftsanwärter wird aktuell von Männern angeführt. Der frühere Premierminister Édouard Philippe hat seine Kandidatur bereits verkündet und versucht, sich als zentristische Alternative zur aktuellen Regierung und zur extremen Rechten zu positionieren. Jean-Luc Mélenchon von La France insoumise kündigte eine erneute Kandidatur zwar nicht offiziell an, bringt sich…

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  • Krise im Rathaus: Lyons Bürgermeister unter Druck

    Krise im Rathaus: Lyons Bürgermeister unter Druck

    Lyon steht Kopf. Der grüne Bürgermeister Grégory Doucet wurde am 9. April 2025 im Zuge laufender Ermittlungen wegen des Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder vorübergehend festgenommen – ein politisches Erdbeben für die sonst so besonnene Rhonestadt. Was steckt dahinter? Im Zentrum der Untersuchung stehen sogenannte „Chargés de mission“, also städtische Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben. Ein interner Prüfbericht legte offen, dass Lyon seit Jahren deutlich mehr dieser Positionen besetzt hat, als gesetzlich erlaubt ist. Offiziell dürfen französische Städte nur eine begrenzte Zahl politischer Mitarbeiter beschäftigen – in Lyon waren es etwa doppelt so viele. Rund zwanzig zusätzliche Personen hatten ähnliche Rollen inne, obwohl das Gesetz nur zwölf solcher Stellen vorsieht. Die Frage, die sich stellt: Haben diese Personen tatsächlich verwaltungsbezogene Aufgaben erfüllt oder waren sie in politische Aktivitäten eingebunden? Genau hier setzen die Ermittler an – denn das könnte auf…

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  • Politisches Erdbeben in Frankreich: Marine Le Pen verurteilt und mit Martin Luther King verglichen

    Politisches Erdbeben in Frankreich: Marine Le Pen verurteilt und mit Martin Luther King verglichen

    Am 31. März 2025 verurteilte das Strafgericht in Paris Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), zu vier Jahren Haft, davon zwei zur Bewährung, wegen Veruntreuung europäischer Parlamentsmittel. Zudem wurde sie zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro sowie zu einem fünfjährigen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt. Das Urteil, das unmittelbar die politische Zukunft einer der zentralen Figuren des französischen Rechtspopulismus infrage stellt, löste eine Welle politischer Reaktionen aus – nicht zuletzt wegen Le Pens ungewöhnlicher Selbstinszenierung als Bürgerrechtlerin im Stil Martin Luther Kings. Ein fragwürdiger Vergleich Kurz nach ihrer Verurteilung wandte sich Marine Le Pen per Videobotschaft an den Parteikongress der italienischen Lega. Dort erklärte sie, ihr Kampf werde „ein friedlicher, ein demokratischer Kampf sein“, und sie werde sich „am Beispiel von Martin Luther King orientieren, der für die Bürgerrechte eingetreten ist“. Die Analogie zwis…

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