Schlagwort: Filmfestival Cannes

  • Cannes 2026: Wenn das Kino leiser spricht – und gerade dadurch lauter wirkt

    Cannes 2026: Wenn das Kino leiser spricht – und gerade dadurch lauter wirkt

    Es gibt Jahre, in denen das Filmfestival von Cannes wie ein greller Jahrmarkt erscheint – voller Stars, Studios, Spektakel. Und dann gibt es Ausgaben wie jene im Mai 2026, die eher an ein fein kuratiertes Museum erinnern. Still, konzentriert, fast schon trotzig in ihrer Hingabe an das Autorenkino. V…

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  • Iranischer Mut, der bewegt: Jafar Panahis „It Was Just an Accident“ gewinnt Goldene Palme

    Iranischer Mut, der bewegt: Jafar Panahis „It Was Just an Accident“ gewinnt Goldene Palme

    Ein Sieg, der mehr ist als nur Kino: Der iranische Regisseur Jafar Panahi hat mit seinem Film „It Was Just an Accident“ die Goldene Palme beim 78. Filmfestival von Cannes gewonnen – und damit nicht nur die Jury, sondern die gesamte Filmwelt aufgerüttelt. Panahi, bekannt für seine unerbittliche Haltu…

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  • Stromausfall in Cannes – Wenn die Lichter ausgehen und das Kino dunkel bleibt

    Stromausfall in Cannes – Wenn die Lichter ausgehen und das Kino dunkel bleibt

    Was passiert, wenn plötzlich der Strom weg ist – und das mitten in einer der glamourösesten Städte der Welt?

    Am Samstagmorgen, dem 24. Mai 2025, herrschte in Südfrankreich für viele plötzlich Dunkelheit statt mediterranem Sonnenschein. Ein großflächiger Stromausfall legte rund 160.000 Haushalte in Cannes und den umliegenden Gemeinden lahm. Besonders brisant: Cannes war zu diesem Zeitpunkt Schauplatz des renommierten Internationalen Filmfestivals – ein Event, das normalerweise im Blitzlichtgewitter der Weltöffentlichkeit badet.

    Brand und Sabotage? Die Ursachen sind brisant

    Der Auslöser des Stromausfalls war ein Brand in einem Umspannwerk in Tanneron im Département Var. Der Zeitpunkt? Punkt 10 Uhr morgens. Doch dieser Brand war wohl kein Unfall. Die Gendarmerie geht inzwischen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Die Staatsanwaltschaft in Draguignan hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Hinzu kam der Einsturz eines Strommasts, der eine Hochspannungsleitung beschädigte – als hätte jemand gezielt die Schwachstellen der regionalen Infrastruktur ins Visier genommen.

    Ein Zufall? Wohl kaum.

    Krisenmanagement im Ausnahmezustand

    Während die betroffenen Haushalte über Stunden ohne Strom auskommen mussten, arbeiteten die Behörden und der Stromnetzbetreiber RTE auf Hochtouren. Die genaue Dauer bis zur vollständigen Wiederherstellung blieb unklar. Klar war jedoch: Das Netz zeigte sich anfällig – und nicht zum ersten Mal. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage der Energieversorgung in Südfrankreich. Wer schützt eigentlich die Umspannwerke?

    Cannes im Dunkeln – und trotzdem im Rampenlicht

    Ironischerweise blieb das Zentrum des Festivals, der berühmte Palais des Festivals, vom Blackout weitgehend verschont. Grund dafür war die eigene Stromversorgung des Festivalgebäudes. Die Abschlussgala kann planmäßig über die Bühne gehen. Glitzer, Stars und Kamera – alles wie gehabt.

    Aber nicht überall lief’s glatt. Das Multiplex-Kino „Cineum“ etwas außerhalb des Stadtzentrums musste Filmvorführungen unterbrechen. Für die Besucher ein Ärgernis, für die Veranstalter ein logistischer Kraftakt.

    Und für den Rest der Stadt? Viele saßen im Dunkeln – wortwörtlich. Kühlschränke wurden warm, Ampeln fielen aus, das öffentliche Leben wurde ausgebremst. In Supermärkten piepsten keine Scanner, in Wohnungen blieb der Herd kalt. Wer wollte da noch über Glamour reden?

    Die unsichtbare Verwundbarkeit

    Was dieser Vorfall offenbart, ist ein Grundproblem moderner Gesellschaften: Ihre Abhängigkeit von funktionierender Infrastruktur. Ein Feuer an einem einzigen Knotenpunkt – und schon kippt das System. Wenn zusätzlich noch Sabotage im Spiel ist, wird aus einer technischen Panne ein handfester Krisenfall. Wer steckt dahinter? Und warum?

    Noch gibt es keine offiziellen Ergebnisse der Ermittlungen, doch die Spekulationen laufen heiß. Extremisten? Kriminelle? Oder schlicht ein Akt blinden Vandalismus?

    Die Energiefrage – wieder im Fokus

    Das Timing ist kein Zufall. Immer wieder wird in Frankreich über die Zukunft der Energieversorgung gestritten. Wann wird die Infrastruktur endlich so sicher, wie sie sein müsste?

    Ein Land, das leuchtet – trotz Schatten

    Trotz aller Widrigkeiten zeigte Cannes in diesen Stunden seine Widerstandskraft. Während draußen in vielen Geschäften Dunkelheit herrschte, flimmerte im Festsaal weiter die große Kinoleinwand. Symbolisch fast – wie ein trotziges „Weiter so“ gegen alle Störungen. Frankreich kann improvisieren. Frankreich bleibt stark.

    Aber eines ist sicher: Dieser Stromausfall wird Nachwirkungen haben. Politisch. Technisch. Emotional.

    Denn wenn die Lichter ausgehen, bleiben oft unbequeme Wahrheiten sichtbar.

    Von Daniel Ivers

  • Drohnenangriff, Diplomatie und Gesundheitsdrama: Die Welt steht nicht still

    Drohnenangriff, Diplomatie und Gesundheitsdrama: Die Welt steht nicht still

    Russland: massiver Drohnenangriff auf die Ukraine

    Russland hat gestern eine gewaltige Angriffswelle mit Drohnen über die gesamte Ukraine durchgeführt – offenbar eine kalkulierte Machtdemonstration, einen Tag bevor US-Präsident Donald Trump ein Gespräch mit Wladimir Putin über einen möglichen Waffenstillstand führen will. Trump kündigte auch an, mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie mit führenden NATO-Vertretern telefonieren zu wollen.

    Die Gewalt des Angriffs ist erschütternd: Etwa 273 Drohnen, darunter auch Täuschkörper, wurden am ukrainischen Himmel gezählt. Eine Frau kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt.

    Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte gegenüber Journalisten, er habe mit US-Außenminister Marco Rubio gesprochen. Merz, sowie die Regierungschefs aus Frankreich und Großbritannien, versuchen mit Trump Kontakt aufzunehmen, noch vor Trumps Gespräch mit Putin.

    Ein Hoffnungsschimmer auf diplomatischer Ebene: Präsident Selenskyj traf gestern in privater Runde Papst Leo XIV., der am Freitag angeboten hatte, Gespräche zwischen der Ukraine und Russland im Vatikan zu organisieren.

    Biden schwer erkrankt – Prostatakrebs diagnostiziert

    Ein Schock aus den USA: Der frühere Präsident Joe Biden wurde am Freitag mit einer aggressiven Form von Prostatakrebs diagnostiziert. Die Krankheit hat sich bereits in die Knochen ausgebreitet, heißt es in einem offiziellen Statement aus seinem Büro. Hoffnung macht lediglich, dass der Krebs „hormonsensitiv“ sei – das ermögliche eine gezielte Behandlung.

    Der 82-Jährige hatte die Präsidentschaft im Januar an Donald Trump übergeben und bleibt damit der älteste Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Während seiner Amtszeit war Bidens Gesundheitszustand immer wieder Gegenstand öffentlicher Debatten – sie trugen letztlich auch dazu bei, dass er auf eine erneute Kandidatur verzichtete.

    Israels Offensive in Gaza wird erweitert

    Die israelische Armee hat angekündigt, ihre Bodenoffensive im Gazastreifen massiv auszuweiten – sowohl im Norden als auch im Süden des Gebiets. Ziel sei es, weiter in die Enklave vorzudringen und große Gebiete zu sichern. Zeitgleich kündigte die israelische Regierung an, eine „Grundversorgung mit Lebensmitteln“ in Gaza zuzulassen.

    Die neuen Militäroperationen sollen stufenweise erfolgen – und könnten sofort beendet werden, sollte eine Einigung mit der Hamas zustande kommen. Interessant ist: Premierminister Benjamin Netanjahu hat seinen Unterhändlern in Katar erstmals die Vollmacht erteilt, über umfassende Bedingungen zur Beendigung des Krieges zu sprechen.

    Doch der Preis ist hoch: Über 53.000 Palästinenser sind bisherigen Angaben zufolge ums Leben gekommen – allein seit Sonntagmorgen mehr als 90 weitere.

    Und sonst in der Welt?

    USA: In Colorado wüteten mehrere Tornados und verursachten erhebliche Schäden. Meteorologen warnten davor, dass die Unwetter bis Montag auch den Mittleren Westen bedrohen könnten. Bereits am Freitag trafen tödliche Stürme das Zentrum der Vereinigten Staaten.

    Iran: Trumps Chefunterhändler stellte klar, dass der Iran vollständig auf die Urananreicherung verzichten müsse – ein klares Signal Richtung Teheran.

    Technologie: Apple stößt mit dem Versuch, eine chinesische KI auf iPhones in China zu bringen, auf Widerstand aus der Trump-Regierung und amerikanischen Behörden.

    Pakistan: Das pakistanische Militär äußerte vorsichtigen Optimismus, dass die brüchige Waffenruhe mit Indien Bestand haben könnte – beide Seiten befinden sich in Gesprächen.

    Medizinischer Meilenstein: In Südkalifornien wurde erstmals eine menschliche Blase transplantiert – ein historischer Moment in der Transplantationsmedizin.

    Europa im Fokus

    In Rom feierte Papst Leo XIV. seine erste Messe auf dem Petersplatz – und das vor einer riesigen Menschenmenge.

    In Rumänien sorgte Nicusor Dan, europafreundlicher Bürgermeister von Bukarest und ehemaliger Mathematikprofessor, für eine Überraschung: Er besiegte seinen rechtsnationalen Rivalen bei der Präsidentschaftswahl.

    Auch in Polen gibt es Bewegung: Der liberale Bürgermeister von Warschau, Rafal Trzaskowski, scheint sich in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen knapp durchgesetzt zu haben, wird sich aber einem zweiten Wahlgang stellen müssen.

    In London stehen drei iranische Männer vor Gericht – ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag des iranischen Geheimdienstes Menschen in Großbritannien ausspioniert zu haben.

    Und dann wäre da noch der Brexit: Premierminister Keir Starmer bemüht sich um eine vorsichtige Annäherung an die EU – doch der mediale Gegenwind aus konservativen Kreisen ist gewaltig.

    Filmfestspiele in Cannes: Große Namen, starke Auftritte

    Hollywood-Glamour in Südfrankreich: Kristen Stewarts Regiedebüt wurde mit viel Lob bedacht, Jennifer Lawrence zeigte sich in einer ungewohnt düsteren und riskanten Rolle – und Tom Cruise? Der bewies einmal mehr, dass er noch immer ein Meister der großen Bühne ist.

    Wird 2025 das Jahr des mutigen Kinos?

    Von C. Hatty

  • Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Was tun, wenn mitten auf dem roten Teppich nicht etwa ein Interview oder ein Blitzlichtgewitter, sondern eine herumschwirrende Biene für Aufsehen sorgt? Für Emma Stone hieß es am 16. Mai beim diesjährigen Filmfestival von Cannes: Haltung bewahren – und zwar mit einem charmanten Lächeln.

    Die Schauspielerin, die gemeinsam mit Pedro Pascal und Austin Butler ihren neuen Film Eddington vorstellte, wurde unfreiwillig zum Mittelpunkt eines viralen Moments. Eine hartnäckige Biene stahl der Hollywood-Diva und ihren Kollegen kurzfristig die Show – doch was zunächst wie ein peinlicher Zwischenfall wirkte, entwickelte sich zu einer Szene, die das Publikum weltweit zum Schmunzeln brachte.

    „Is that a bee?“ – Wenn Stars ganz menschlich werden

    Manchmal braucht es keine dramatische Pose oder ein ausgefallenes Kleid, um die Herzen der Fans zu erobern – manchmal reicht auch eine kleine Biene. Als das geflügelte Insekt über das Trio hinwegsauste, zuckte Emma Stone erschrocken zusammen, zeigte mit dem Finger und rief: „Is that a bee?“ Schnell suchte sie Schutz hinter Pedro Pascal, der zusammen mit Austin Butler versuchte, die fliegende Störenfriedin zu vertreiben – mit wedelnden Armen und sichtbar amüsiert.

    Das Netz? Reagierte begeistert. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich die Szene auf allen Plattformen, wurde tausendfach geteilt, geliked und mit Kommentaren überschüttet. Plötzlich war sie da: eine der menschlichsten und charmantesten Momentaufnahmen des Festivals.

    Zwischen Café-Chic und Hollywood-Glamour

    Trotz des tierischen Zwischenfalls ließ sich Emma Stone ihre Eleganz nicht nehmen. In einer asymmetrischen, weißen Robe von Louis Vuitton – inspiriert von französischen Kellneruniformen und veredelt mit smaragdgrünem und diamantbesetztem Schmuck – sah sie aus wie aus dem Modehimmel gefallen. Wer so stilvoll eine Bienenattacke übersteht, hat das Rampenlicht wirklich verdient.

    Ihr Outfit wurde prompt von Modekritikern als „mutig und gleichzeitig anmutig“ gefeiert. Und die Szene selbst? Ein Paradebeispiel dafür, wie sich Nahbarkeit mit Glamour verbinden lässt. Oder hat irgendwer je Pedro Pascal dabei gesehen, wie er eine Biene anzublasen versucht?


    Ein Film mit Tiefgang: Eddington

    Doch der Grund ihres Cannes-Auftritts ist mehr als ein Social-Media-Moment. Eddington, das neueste Werk von Regisseur Ari Aster, wurde in Cannes als Weltpremiere vorgestellt – ein Western im Pandemiegewand, tiefgründig und politisch. Spielort: ein kleines Nest im Bundesstaat New Mexico, Zeitpunkt: Mai 2020. Die Welt im Lockdown, Misstrauen in der Luft.

    Joaquin Phoenix spielt den lokalen Sheriff, Pedro Pascal dessen Gegenspieler – den Bürgermeister. Zwischen ihnen entfaltet sich ein beklemmendes Drama über Fake News, Machtkämpfe und persönliche Verluste. Emma Stone verkörpert die Ehefrau des Sheriffs – eine Rolle, die ihrer Figur eine zarte, emotionale Tiefe verleiht.

    Ari Aster schrieb das Drehbuch nach eigenen Worten in einer Zeit „voller Angst und Zweifel“. Eddington ist kein Film für nebenbei. Es ist ein Spiegelbild der jüngsten Vergangenheit – unbequem, ehrlich und packend. Kinostart ist am 18. Juli 2025.


    Die Biene und die Oscars: Ein kurioser Seitenhieb

    Dass ausgerechnet eine Biene den Cannes-Auftritt der Oscarpreisträgerin Emma Stone störte, nahmen einige Internetnutzer mit Humor – und einer Prise Ironie. Schnell kursierten Memes, die das Insekt als „Undercover-Fan“ der Oscar-Konkurrentin Lily Gladstone darstellten. Ein witziger Zufall, wenn man bedenkt, dass Gladstone bekennende Bienenliebhaberin ist und einer geretteten Biene einst den Namen „Bee-alzabub“ gab.

    Natürlich ist das alles Quatsch – aber genau solche Anekdoten machen das Festival lebendig und unterhaltsam. Wer hätte gedacht, dass eine Biene in Cannes für mehr Gesprächsstoff sorgen würde als mancher Film?


    Mehr als nur ein roter Teppich

    Der Zwischenfall zeigt einmal mehr: Auch auf einem der prestigeträchtigsten Filmfestivals der Welt geht es manchmal ganz ungekünstelt zu. Statt steifer Posen und unnahbarer Stars gab es Lacher, spontane Reaktionen – und eine sympathische Emma Stone, die einmal mehr bewies, dass ihr Charme nicht nur auf der Leinwand funktioniert.

    Diese kleine Episode war ein Highlight des Abends – nicht trotz, sondern wegen ihrer Unerwartetheit. Und mal ehrlich: Wann hat man zuletzt so herzhaft über einen Auftritt auf dem roten Teppich gelacht?

    Von C. Hatty

  • Kommentar: Goldener Glanz und große Gefühle – Cannes lebt wieder

    Kommentar: Goldener Glanz und große Gefühle – Cannes lebt wieder

    Kaum ist der rote Teppich ausgerollt, spürt man es förmlich: das Prickeln, das Funkeln, diese Magie, die nur Cannes verströmt. Jahr für Jahr – und doch jedes Mal ein bisschen anders. Jetzt sind sie wieder da, die Stars und Sternchen. Und mit ihnen kehrt ein ganz eigenes Lebensgefühl zurück. Nicht nur für die Filmschaffenden. Für uns alle.

    Denn Cannes ist mehr als nur ein Filmfestival.

    Es ist ein kollektiver Rausch der Sinne. Ein Traum in Echtzeit. Hier weht der Wind des Glamours über der Côte d’Azur – und trägt unsere Sehnsüchte gleich mit in die große weite Welt hinaus. Wenn Schauspielgrößen aus Hollywood, Regiewunderkinder aus Südkorea oder französische Filmlegenden die Stufen des Palais erklimmen, dann wird die Leinwand zur Bühne der Menschlichkeit. Und des Wahnsinns, der dazugehört.

    Ich gebe es zu: Ich liebe Cannes.

    Nicht, weil ich Fan von Glitzer bin. Oder weil ich auf dekadente Partys abfahre – im Gegenteil. Sondern weil Cannes jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, was Kino sein kann. Und was es mit uns macht. Es rührt uns zu Tränen, es bringt uns zum Lachen, es lässt uns träumen, lieben, zweifeln. Manchmal sogar alles auf einmal.

    Zwischen Weltpremieren und Standing Ovations wird in Cannes etwas freigelegt, das im Alltag oft untergeht: unsere Fähigkeit zu staunen.

    Wie oft lassen wir uns im Alltag noch überraschen? Wann haben wir zuletzt wirklich mitgefühlt, ohne Ironie, ohne Distanz?

    Natürlich, es ist auch ein Spiel. Die High Heels klackern extra laut, die Sonnenbrillen sind übergroß, und das Lächeln sitzt wie festgetackert. Aber wer genau hinschaut, erkennt darunter die kleinen Regungen, die echten Momente. Nervosität. Stolz. Hoffnung.

    Die Kamera liebt alles davon.

    Und wir? Wir lieben, dass es sie gibt – diese kleinen Fluchten aus dem Gewöhnlichen. Cannes ist der Ort, an dem aus Ideen Geschichten werden, aus Träumen Filme, und aus Momenten Erinnerungen. Das klingt kitschig, ich weiß. Aber es ist wahr.

    Zwischen all dem Glanz steht Cannes auch für eine Bühne des Widerspruchs.

    Kunst trifft Kommerz. Statements prallen auf Schönfärberei. Und genau das macht es spannend. Hier darf – und soll – gerungen werden. Um Wahrhaftigkeit. Um Haltung. Um Sichtbarkeit. Cannes ist kein neutraler Raum, nie gewesen. Sondern ein Ort, an dem sich Kultur, Politik und Zeitgeist küssen – oder aneinander abarbeiten.

    Es sind auch unbequeme Filme dabei. Werke, die weh tun, verstören, aufrütteln. Filme, die nicht jeder versteht – oder verstehen will. Aber auch die brauchen ihren Platz. Gerade hier. Gerade jetzt.

    Und dann sind da natürlich die Träume.

    Die, die mit Herzklopfen anreisen. Die jungen Regisseur:innen, die unbekannten Schauspieler, die Drehbuchautoren, deren Werk erstmals das Licht der Leinwand erblickt. Für sie ist Cannes kein Laufsteg – es ist ein Sprungbrett. In eine Zukunft, von der sie schon als Kind geträumt haben.

    Diese Energie – man kann sie beinahe greifen.

    Ich erinnere mich an mein erstes Mal in Cannes. Es war heiß, die Luft schwer vom Parfum der Stars und der Aufregung der Massen. Ich stand in der Menge, ohne Einladung, ohne Aussicht auf einen Sitzplatz. Aber als das Licht im Saal ausging und der erste Film begann, war alles vergessen. Nur noch Bilder, Musik, Gefühl.

    Das war Magie. Und sie bleibt.

    Also ja – jetzt sind sie wieder da. Die Stars. Die Sternchen. Die Geschichten, die wir brauchen wie das Salz in der Suppe.

    Cannes zeigt uns, was wir längst wussten und doch immer wieder vergessen: Das Kino ist lebendig. Und es gehört uns allen.

    Ein Kommentar von C. Hatty