Schlagwort: Film

  • Marjane Satrapi: Eine große Stimme des iranischen Exils ist verstummt

    Marjane Satrapi: Eine große Stimme des iranischen Exils ist verstummt

    Mit Marjane Satrapi verliert die internationale und französische Kulturszene eine der bedeutendsten Künstlerinnen und Erzählerinnen unserer Zeit. Die franco-iranische Autorin, Zeichnerin und Regisseurin starb am 4. Juni 2026 in Paris im Alter von 56 Jahren. Ihr Tod löste weit über Frankreich hinaus …

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  • Marjane Satrapi: Die Frau, die dem Iran ein Gesicht gab

    Marjane Satrapi: Die Frau, die dem Iran ein Gesicht gab

    Mit Marjane Satrapi verliert Frankreich eine der prägendsten Kulturstimmen der vergangenen Jahrzehnte. Die Autorin, Zeichnerin und Regisseurin starb im Alter von 56 Jahren in Paris. Ihr Name bleibt untrennbar mit einem Werk verbunden, das weit über die Grenzen der Literatur hinaus Wirkung entfaltete: Persepolis.

    Geboren 1969 in Teheran, erlebte Satrapi als Kind die Islamische Revolution von 1979 und die Umbrüche, die das Land grundlegend veränderten. Während viele Menschen den Iran vor allem durch politische Schlagzeilen wahrnahmen, kannte sie die Geschichten hinter den Nachrichten. Genau daraus schöpfte sie später die Kraft für ihr bedeutendstes Werk.

    Mit Persepolis gelang ihr etwas Außergewöhnliches.

    In eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Zeichnungen erzählte sie von ihrer Kindheit in Teheran, vom Leben unter einem zunehmend repressiven Regime, von ihrer Jugend im österreichischen Exil und von der schwierigen Suche nach einer eigenen Identität zwischen zwei Welten. Das Werk entwickelte sich zu einem internationalen Bestseller und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

    Der Erfolg beruhte nicht auf großen politischen Analysen. Satrapi schilderte den Alltag. Familienfeiern, Musik, erste Lieben, Streit mit den Eltern und jugendliche Rebellion standen neben Krieg, Angst und Unterdrückung. Gerade diese Mischung verlieh ihrem Werk eine besondere Glaubwürdigkeit. Leserinnen und Leser begegneten keinem abstrakten Staat, sondern Menschen aus Fleisch und Blut.

    Viele entdeckten durch ihre Bücher erstmals einen Iran, der weit entfernt von Klischees und Vorurteilen existierte.

    2007 erreichte ihre Geschichte ein noch größeres Publikum. Die von ihr mitinszenierte Verfilmung von Persepolis gewann den Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Cannes und erhielt später eine Oscar-Nominierung. Plötzlich war Satrapi nicht nur eine gefeierte Autorin, sondern auch eine international bekannte Stimme der iranischen Diaspora.

    Doch sie ließ sich nie auf ein einziges Werk reduzieren.

    In späteren Büchern und Filmen beschäftigte sie sich immer wieder mit Erinnerung, Heimat und persönlicher Freiheit. Ihre Figuren suchten Orientierung in einer Welt voller Widersprüche – ein Thema, das sie selbst aus eigener Erfahrung kannte. Dabei sprach sie mit bemerkenswerter Offenheit über Entwurzelung, kulturelle Identität und die Herausforderungen des Exils.

    Gleichzeitig blieb sie politisch engagiert. Satrapi kritisierte die Machthaber in Teheran scharf und setzte sich über viele Jahre für demokratische Rechte und insbesondere für die Freiheit von Frauen ein. Nach den Protesten rund um den Tod von Mahsa Amini unterstützte sie die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ und half dabei, deren Anliegen international sichtbar zu machen.

    Bemerkenswert war ihre Fähigkeit, Kritik und Verbundenheit miteinander zu vereinen. Sie verurteilte das Regime, ohne den Iran auf seine politische Führung zu reduzieren. Für sie blieb das Land ihrer Kindheit Heimat – trotz aller Distanz und aller Enttäuschungen. Diese Spannung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen.

    Auch in Frankreich verschaffte sie sich Gehör. Als unabhängige Intellektuelle scheute sie keine Kontroversen und verteidigte ihre Überzeugungen mit Nachdruck. Selbst staatliche Ehrungen betrachtete sie kritisch, wenn sie ihren Prinzipien widersprachen.

    Marjane Satrapi hinterlässt mehr als Bücher und Filme. Sie hinterlässt einen Blick auf die Welt, der Menschen vor Ideologien stellt. Ihre Geschichten erinnerten daran, dass hinter jeder politischen Krise individuelle Schicksale stehen. Genau darin liegt die anhaltende Bedeutung ihres Werkes. Persepolis bleibt nicht nur ein literarischer Erfolg, sondern ein Fenster in eine Gesellschaft, die Satrapi mit Mut, Wärme und großer erzählerischer Kraft sichtbar gemacht hat.


    Das verrückteste Roland-Garros-Turnier seit Jahrzehnten

    Wer in diesen Tagen auf die Anzeigetafel der French Open blickt, reibt sich verwundert die Augen. Die größten Namen des Tennissports sind verschwunden. Favoriten stolpern, Titelanwärter scheitern überraschend früh, und plötzlich kämpfen Spielerinnen und Spieler um den Titel, die vor wenigen Wochen kaum jemand auf der Rechnung hatte.

    Roland Garros erlebt eines der spektakulärsten Überraschungsturniere der vergangenen Jahrzehnte.

    Normalerweise folgt die Tenniswelt einer klaren Hierarchie. Bei den Männern dominieren seit Jahren wenige Ausnahmeathleten die Grand-Slam-Turniere. Jannik Sinner und Carlos Alcaraz galten als die bestimmenden Figuren einer neuen Generation, während Novak Djokovic selbst mit 39 Jahren noch immer zur Weltspitze zählt. Überraschungen kommen zwar vor, doch selten erschüttern sie gleich das gesamte Teilnehmerfeld.

    In Paris läuft diesmal alles anders.

    Schon vor Turnierbeginn fehlte Alcaraz verletzungsbedingt. Kurz darauf folgte der erste große Schock. Sinner, der mit einer beeindruckenden Siegesserie angereist war, stand nur wenige Punkte vor dem Einzug in die nächste Runde. Doch die Hitze auf dem Court setzte ihm sichtbar zu. Krämpfe und Erschöpfung machten sich bemerkbar, ehe sein Spiel völlig auseinanderfiel. Der Argentinier Juan Manuel Cerúndolo nutzte die Gelegenheit und rang den Weltranglistenersten in fünf Sätzen nieder.

    Damit begann eine Kettenreaktion.

    Auch Novak Djokovic musste überraschend die Segel streichen. Der Serbe verspielte eine komfortable Führung und unterlag dem brasilianischen Nachwuchstalent Joao Fonseca. Plötzlich blieb mit Alexander Zverev nur noch ein einziger hochgesetzter Spieler im Rennen. Selbst er wartet bislang auf seinen ersten Grand-Slam-Titel.

    Bei den Frauen verlief das Turnier kaum weniger turbulent. Mehrfache Roland-Garros-Siegerin Iga Swiatek verabschiedete sich früh aus dem Wettbewerb. Auch Titelverteidigerin Coco Gauff konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Die Hoffnungen der Favoritinnen ruhten schließlich auf Aryna Sabalenka.

    Doch auch sie geriet ins Straucheln.

    Nach einem vielversprechenden Beginn verlor die Weltranglistenerste völlig den Faden. Die Russin Diana Shnaider drehte die Partie eindrucksvoll und sorgte für die nächste Sensation. Wenig später setzte sich das Überraschungsmärchen fort, als Shnaider selbst im Halbfinale ausschied.

    Ins Rampenlicht rückte stattdessen die Polin Maja Chwalinska. Als Außenseiterin kämpfte sie sich bis ins Endspiel vor und schrieb damit Tennisgeschichte. Im Finale trifft sie auf die Russin Mirra Andreeva.

    Für die Zuschauer bietet das Turnier zwei Gesichter. Einerseits sorgen die unerwarteten Wendungen für Spannung und Dramatik. Andererseits fehlen jene Stars, die normalerweise die größten Momente einer Grand-Slam-Veranstaltung prägen.

    Die Ursachen für die zahlreichen Überraschungen sind vielfältig. Hohe Temperaturen, starker Wind und eine ungewöhnlich lange Liste verletzter Spitzenspieler beeinflussten den Verlauf des Turniers erheblich. Gleichzeitig drängen junge Talente mit enormem Selbstvertrauen auf die große Bühne.

    Vielleicht steckt aber noch etwas anderes dahinter.

    Im Spitzensport verbreiten sich Überraschungen manchmal wie Dominosteine. Wenn ein Favorit fällt, wächst bei den Außenseitern der Glaube an die eigene Chance. Plötzlich scheint das Unmögliche erreichbar.

    Der frühere Tennisstar Roger Federer beschrieb diese Realität einst mit bemerkenswerter Einfachheit. Obwohl er rund 80 Prozent seiner Matches gewann, entschied er nur etwas mehr als die Hälfte aller gespielten Punkte für sich. Erfolg und Niederlage liegen im Tennis oft näher beieinander, als die Ergebnisse vermuten lassen.

    Genau das zeigt Roland Garros 2026 eindrucksvoll. Selbst die größten Favoriten sind nicht unbesiegbar. Und manchmal genügt ein einziger schlechter Tag, um die gesamte Ordnung einer Sportart auf den Kopf zu stellen.


    WEITERE NACHRICHTEN

    Der Anführer der Hisbollah hat ein von den USA vermitteltes Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon zurückgewiesen. Er erklärte, eine Zustimmung würde einer Kapitulation vor Israel gleichkommen.

    Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping wird am Montag zu einem zweitägigen Gipfeltreffen nach Nordkorea reisen. Das Treffen soll die Geschlossenheit beider Staaten gegenüber dem Westen demonstrieren.

    Dutzende ultraorthodoxe Extremisten haben in Israel gewaltsam vor dem Haus eines ranghohen Richters demonstriert. Anlass der Proteste war die Einberufung ultraorthodoxer Männer zum Militärdienst.

    Die regierende Mitte-links-Partei Südkoreas hat die Wahl zum Bürgermeister von Seoul verloren. Das Amt gilt als eines der einflussreichsten politischen Ämter des Landes.

    In Mogadischu, der Hauptstadt Somalias, sind heftige Gefechte zwischen bewaffneten Gruppen ausgebrochen. Bewohner berichteten von den schwersten Kämpfen seit Jahren.

    Vier neuseeländischen Abgeordneten wurde die Einreise nach China verweigert, nachdem sie im vergangenen Monat Taiwan besucht hatten.

    Wissenschaftler haben eine Gruppe von Proteinen im Blut entdeckt, die mit hoher Genauigkeit vorhersagen können, wer später an Lungenkrebs erkranken wird.

    Christine Macha

    Autor: C.H.

  • Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Bienenalarm in Cannes: Emma Stone zeigt Nerven auf dem roten Teppich

    Was tun, wenn mitten auf dem roten Teppich nicht etwa ein Interview oder ein Blitzlichtgewitter, sondern eine herumschwirrende Biene für Aufsehen sorgt? Für Emma Stone hieß es am 16. Mai beim diesjährigen Filmfestival von Cannes: Haltung bewahren – und zwar mit einem charmanten Lächeln.

    Die Schauspielerin, die gemeinsam mit Pedro Pascal und Austin Butler ihren neuen Film Eddington vorstellte, wurde unfreiwillig zum Mittelpunkt eines viralen Moments. Eine hartnäckige Biene stahl der Hollywood-Diva und ihren Kollegen kurzfristig die Show – doch was zunächst wie ein peinlicher Zwischenfall wirkte, entwickelte sich zu einer Szene, die das Publikum weltweit zum Schmunzeln brachte.

    „Is that a bee?“ – Wenn Stars ganz menschlich werden

    Manchmal braucht es keine dramatische Pose oder ein ausgefallenes Kleid, um die Herzen der Fans zu erobern – manchmal reicht auch eine kleine Biene. Als das geflügelte Insekt über das Trio hinwegsauste, zuckte Emma Stone erschrocken zusammen, zeigte mit dem Finger und rief: „Is that a bee?“ Schnell suchte sie Schutz hinter Pedro Pascal, der zusammen mit Austin Butler versuchte, die fliegende Störenfriedin zu vertreiben – mit wedelnden Armen und sichtbar amüsiert.

    Das Netz? Reagierte begeistert. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich die Szene auf allen Plattformen, wurde tausendfach geteilt, geliked und mit Kommentaren überschüttet. Plötzlich war sie da: eine der menschlichsten und charmantesten Momentaufnahmen des Festivals.

    Zwischen Café-Chic und Hollywood-Glamour

    Trotz des tierischen Zwischenfalls ließ sich Emma Stone ihre Eleganz nicht nehmen. In einer asymmetrischen, weißen Robe von Louis Vuitton – inspiriert von französischen Kellneruniformen und veredelt mit smaragdgrünem und diamantbesetztem Schmuck – sah sie aus wie aus dem Modehimmel gefallen. Wer so stilvoll eine Bienenattacke übersteht, hat das Rampenlicht wirklich verdient.

    Ihr Outfit wurde prompt von Modekritikern als „mutig und gleichzeitig anmutig“ gefeiert. Und die Szene selbst? Ein Paradebeispiel dafür, wie sich Nahbarkeit mit Glamour verbinden lässt. Oder hat irgendwer je Pedro Pascal dabei gesehen, wie er eine Biene anzublasen versucht?


    Ein Film mit Tiefgang: Eddington

    Doch der Grund ihres Cannes-Auftritts ist mehr als ein Social-Media-Moment. Eddington, das neueste Werk von Regisseur Ari Aster, wurde in Cannes als Weltpremiere vorgestellt – ein Western im Pandemiegewand, tiefgründig und politisch. Spielort: ein kleines Nest im Bundesstaat New Mexico, Zeitpunkt: Mai 2020. Die Welt im Lockdown, Misstrauen in der Luft.

    Joaquin Phoenix spielt den lokalen Sheriff, Pedro Pascal dessen Gegenspieler – den Bürgermeister. Zwischen ihnen entfaltet sich ein beklemmendes Drama über Fake News, Machtkämpfe und persönliche Verluste. Emma Stone verkörpert die Ehefrau des Sheriffs – eine Rolle, die ihrer Figur eine zarte, emotionale Tiefe verleiht.

    Ari Aster schrieb das Drehbuch nach eigenen Worten in einer Zeit „voller Angst und Zweifel“. Eddington ist kein Film für nebenbei. Es ist ein Spiegelbild der jüngsten Vergangenheit – unbequem, ehrlich und packend. Kinostart ist am 18. Juli 2025.


    Die Biene und die Oscars: Ein kurioser Seitenhieb

    Dass ausgerechnet eine Biene den Cannes-Auftritt der Oscarpreisträgerin Emma Stone störte, nahmen einige Internetnutzer mit Humor – und einer Prise Ironie. Schnell kursierten Memes, die das Insekt als „Undercover-Fan“ der Oscar-Konkurrentin Lily Gladstone darstellten. Ein witziger Zufall, wenn man bedenkt, dass Gladstone bekennende Bienenliebhaberin ist und einer geretteten Biene einst den Namen „Bee-alzabub“ gab.

    Natürlich ist das alles Quatsch – aber genau solche Anekdoten machen das Festival lebendig und unterhaltsam. Wer hätte gedacht, dass eine Biene in Cannes für mehr Gesprächsstoff sorgen würde als mancher Film?


    Mehr als nur ein roter Teppich

    Der Zwischenfall zeigt einmal mehr: Auch auf einem der prestigeträchtigsten Filmfestivals der Welt geht es manchmal ganz ungekünstelt zu. Statt steifer Posen und unnahbarer Stars gab es Lacher, spontane Reaktionen – und eine sympathische Emma Stone, die einmal mehr bewies, dass ihr Charme nicht nur auf der Leinwand funktioniert.

    Diese kleine Episode war ein Highlight des Abends – nicht trotz, sondern wegen ihrer Unerwartetheit. Und mal ehrlich: Wann hat man zuletzt so herzhaft über einen Auftritt auf dem roten Teppich gelacht?

    Von C. Hatty

  • Gaza am Rand des Roten Teppichs: Der Schatten des Krieges über Cannes

    Gaza am Rand des Roten Teppichs: Der Schatten des Krieges über Cannes

    Die Sonne, das Meer, der Glamour – Cannes ist wie jedes Jahr bereit für Blitzlichtgewitter, Premieren und große Gefühle. Doch 2025 zieht sich ein tiefer Schatten über die Croisette. Der Nahostkonflikt, insbesondere das Drama um Gaza, rückt diesmal unübersehbar ins Zentrum des renommierten Filmfestiv…

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  • „Oxana“ – Ein Körper als Waffe, ein Leben als Botschaft

    „Oxana“ – Ein Körper als Waffe, ein Leben als Botschaft

    Mit „Oxana“ bringt Charlène Favier ein Stück jüngster feministischer Zeitgeschichte auf die Kinoleinwand – packend, schmerzhaft und zutiefst menschlich. Der Film erzählt das Leben von Oksana Schatschko, Mitbegründerin der Bewegung Femen, die mit barbusigen Protesten, bemalten Körpern und Blumenkränz…

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  • „La Cache“ & „Magma“ – Zwei Filme, zwei Welten, ein gemeinsames Staunen

    „La Cache“ & „Magma“ – Zwei Filme, zwei Welten, ein gemeinsames Staunen

    Manchmal kommen zwei Filme fast gleichzeitig ins Kino, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – und doch ein gemeinsames Gefühl hinterlassen. So auch bei „La Cache“ von Lionel Baier und „Magma“ von Cyprien Vial. Der eine eine melancholisch-heitere Familiensymphonie, der andere ein …

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  • Hollywood gegen KI: Stars fordern Schutz des Kinos vor künstlicher Intelligenz

    Hollywood gegen KI: Stars fordern Schutz des Kinos vor künstlicher Intelligenz

    Ben Stiller, Cate Blanchett, Guillermo del Toro, Paul McCartney – wenn sich so viele Hollywood-Größen zusammentun, dann geht es um mehr als nur einen Film. In einem offenen Brief an die US-Regierung haben über 400 Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche gefordert, die Rechte von Filmschaffenden und Musikern besser vor künstlicher Intelligenz (KI) zu schützen. Ihr Gegner? Kein Geringerer als die Tech-Giganten OpenAI und Google.

    Der Kampf um den kreativen Schutz

    Was ist der Stein des Anstoßes? KI-Modelle wie die von OpenAI und Google benötigen Unmengen an Daten, um zu lernen – darunter auch geschützte Inhalte aus Film und Musik. Die großen Konzerne streben an, ihre Modelle auf einem möglichst breiten Spektrum an urheberrechtlich geschützten Werken zu trainieren. Doch genau das bringt Hollywood auf die Barrikaden.

    In dem Schreiben an das Weiße Haus warnen Stars und Branchenvertreter davor, dass eine Aushöhlung des Urheberrechts nicht nur die Kreativbranche bedrohe, sondern auch eine wirtschaftliche Gefahr darstelle. Die amerikanische Unterhaltungsindustrie generiert jährlich über 230 Milliarden Dollar an Gehältern und beschäftigt mehr als 2,3 Millionen Menschen. Wenn KI uneingeschränkt auf geschützte Werke zugreifen darf, könnte dies zahlreiche Arbeitsplätze und die Qualität künstlerischer Produktionen gefährden.

    Trump öffnet die Türen für KI

    Donald Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus eine klare Richtung vorgegeben: weniger staatliche Regulierung, mehr wirtschaftlicher Spielraum für Tech-Firmen. Anfang des Jahres unterzeichnete er ein Dekret, das bürokratische Hürden für KI-Entwicklungen abbaut. Ziel: Die USA sollen im globalen KI-Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten.

    OpenAI und Google argumentieren, dass eine Beschränkung ihres Trainingsmaterials die Vereinigten Staaten im KI-Rennen ins Abseits stellen könnte. Besonders im Blick: China. Dort entstehen leistungsfähige Modelle wie DeepSeek, ein fortschrittlicher KI-Chatbot, der mit minimalem Ressourceneinsatz eine enorme Effizienz erreicht hat. Die Sorge wächst, dass Länder wie China die USA technologisch überholen könnten, wenn deren Unternehmen nicht dieselben Möglichkeiten erhalten.

    Hollywoods Angst vor einer KI-Revolution

    Die Bedenken der Filmindustrie sind keineswegs unbegründet. Schon 2023 gab es eine historische Streikwelle in Hollywood, bei der Drehbuchautoren und Schauspieler unter anderem für strengere Regeln im Umgang mit KI kämpften. Am Ende einigte man sich mit den Studios auf bestimmte Schutzmechanismen – doch nun fürchten viele, dass diese Vereinbarungen nicht ausreichen.

    Denn während die kreativen Köpfe gegen den KI-Einsatz kämpfen, sehen Produzenten und Studios darin eine Möglichkeit, Kosten zu senken. Künstliche Intelligenz könnte Drehbücher schreiben, visuelle Effekte generieren oder gar digitale Schauspieler erschaffen – mit einem Bruchteil des bisherigen Budgets. Die Konsequenzen für menschliche Künstler? Noch unklar, aber die Sorge, dass Arbeitsplätze wegfallen und die Kunst an Seele verliert, ist allgegenwärtig.

    Wohin steuert die Unterhaltungsbranche?

    Hollywood steckt in einem Dilemma: Soll man sich gegen den technologischen Fortschritt stemmen oder Wege finden, ihn zu integrieren, ohne dabei die menschliche Kreativität zu opfern? Die Antwort darauf ist noch nicht gefunden.

    Klar ist nur: Der Kampf zwischen Künstlern und Tech-Konzernen hat gerade erst begonnen. Und wer am Ende die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt – Mensch oder Maschine –, wird sich erst noch zeigen.

    Autor: Catherine H.

  • Gewalt in der Filmindustrie: Französische Stars vor dem Parlament

    Gewalt in der Filmindustrie: Französische Stars vor dem Parlament

    Die französische Filmwelt gerät ins Visier der Politik: Jean Dujardin, Pierre Niney, Gilles Lellouche und weitere Größen des Kinos wurden am Montag von der Nationalversammlung zu einer nicht-öffentlichen Anhörung geladen. Im Fokus steht ein brisantes Thema: Gewalt und Missbrauch in der Film-, Mode- und Werbebranche.

    Ein geschlossener Kreis prominenter Stimmen

    Die Sitzung um 15 Uhr versammelte neben Dujardin, Lellouche und Niney auch Jean-Paul Rouve und Pio Marmaï. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen sollen helfen, Missstände offenzulegen und mögliche Reformen anzustoßen.

    Doch worüber genau gesprochen wurde, bleibt unter Verschluss – die Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Am Donnerstag folgen weitere Gespräche mit Produktionsfirmen (Pathé Films, Chapter 2, Chi-Fou-Mi Productions) sowie Modelagenturen (IMG Models, Select Model Management, Silent Models Paris).

    Eine Kommission, die hinschaut

    Die Untersuchungskommission, die sich mit Gewalt in den Branchen Kino, Fernsehen, Theater, Mode und Werbung befasst, verfolgt drei zentrale Ziele:

    • Bestandsaufnahme der Gewaltfälle gegen Erwachsene,
    • Schutz von Minderjährigen in der Branche,
    • Aufdeckung systemischer Versäumnisse und Verantwortlichkeiten.

    Der Stein kam durch Judith Godrèche ins Rollen

    Die Initiative zur Kommission geht maßgeblich auf die Schauspielerin Judith Godrèche zurück. Sie hatte vor den Abgeordneten die Einrichtung einer Untersuchung gefordert, nachdem sie Benoît Jacquot und Jacques Doillon wegen Vergewaltigung im Jugendalter angezeigt hatte.

    Ein Wandel für die Branche?

    Der französische Filmsektor steht vor einem entscheidenden Moment. Wird diese Kommission zu echten Veränderungen führen – oder bleibt sie Symbolpolitik?

    Eines ist klar: Das Schweigen über Gewalt und Missbrauch in der Kulturindustrie beginnt zu brechen.

    Von C. Hatty

  • „Reine mère“ – Ein modernes Märchen zwischen Exil, Stolz und einem historischen Geist

    „Reine mère“ – Ein modernes Märchen zwischen Exil, Stolz und einem historischen Geist

    Manele Labidi meldet sich mit ihrem zweiten Film zurück – und das mit einer gehörigen Portion Fantasie. Nach ihrer scharfzüngigen Komödie Un divan à Tunis widmet sich die franko-tunesische Regisseurin erneut dem Thema Identität, diesmal aus der Perspektive einer Einwandererfamilie in Frankreich. Mit…

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  • Film: „Le Système Victoria“ – Wenn Macht, Liebe und Manipulation verschmelzen

    Film: „Le Système Victoria“ – Wenn Macht, Liebe und Manipulation verschmelzen

    Sylvain Desclous bleibt seinem Stil treu. Nach Vendeur und De grandes espérances wagt er sich erneut an ein gesellschaftskritisches Drama, das diesmal in der gnadenlosen Welt des Baugewerbes spielt. Le Système Victoria, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Éric Reinhardt, erzählt von einem Man…

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