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  • Die Festung Largoët: Wo die Geschichte der Bretagne lebendig bleibt

    Die Festung Largoët: Wo die Geschichte der Bretagne lebendig bleibt

    Zwischen einem stillen Weiher und den dichten Wäldern der Landes de Lanvaux verbirgt sich eine der beeindruckendsten Burgruinen der Bretagne. Die Festung Largoët, vielen auch als „Tours d’Elven“ bekannt, liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Vannes im Département Morbihan. Fernab der belebten Küste erzählt sie von mächtigen Adelsfamilien, politischen Intrigen und einem Gefangenen, der später als Heinrich VII. den englischen Thron bestieg. Wer hätte gedacht, dass sich mitten im Wald ein solches Kapitel europäischer Geschichte verbirgt?

    Schon der Weg dorthin stimmt auf den Besuch ein. Vom Parkplatz führt ein etwa 800 Meter langer Pfad durch eine ruhige, grüne Landschaft. Vogelstimmen begleiten die Schritte, während zwischen den Bäumen langsam die gewaltigen Mauern auftauchen. Genau diese langsame Annäherung macht den besonderen Reiz aus. Largoët wirkt nicht geschniegelt oder geschniegelt geschniegelt restauriert, sondern zeigt sich als authentische Ruine, deren Mauern ihre lange Vergangenheit sichtbar bewahrt haben. Und genau das macht den Ort so spannend.

    Herzstück der Anlage ist der imposante Donjon aus dem 14. Jahrhundert. Mit seinen 52 Metern Höhe gilt er als höchster achteckiger Bergfried Frankreichs. Seine meterdicken Mauern sollten Angreifer abschrecken und zugleich den Herrschaftsanspruch ihrer Besitzer unterstreichen. Ein rund zehn Meter langer Zugang führt ins Innere, wo zwei in das Mauerwerk eingelassene Wendeltreppen einst mehrere Stockwerke erschlossen.

    Der Turm diente allerdings nicht nur der Verteidigung. Wohnräume, Kamine, Gebetsnischen und Latrinen belegen, dass die Burgherren auch Wert auf ein angenehmes Leben legten. Neben dem Donjon blieben das Torhaus und ein runder Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Dieser wurde später zu einem Jagdpavillon umgebaut und ist heute nicht zugänglich.

    Die Geschichte von Largoët reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Bereits im Jahr 1020 taucht eine Burg an dieser Stelle in den Quellen auf. Die heute sichtbaren Bauwerke entstanden überwiegend zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Zunächst herrschten hier die Herren von Elven, später übernahmen die einflussreichen Familien Malestroit und Rieux die Anlage.

    Während des bretonischen Erbfolgekriegs spielte Largoët eine bedeutende strategische Rolle. Seine Blütezeit erreichte die Festung im 15. Jahrhundert, als die Bretagne noch weitgehend eigenständig war. Jean IV. de Rieux, Marschall der Bretagne und Vormund der jungen Anne de Bretagne, machte die Burg zu einem politischen Mittelpunkt der Region.

    Besonders bekannt blieb Largoët durch Henri Tudor. Zwischen 1474 und 1476 lebte der Herzog von Richmond hier nicht aus freien Stücken. Im bretonischen Exil galt er als wichtiger Trumpf im Machtkampf um den englischen Thron. Wenige Jahre später besiegte er Richard III. in der Schlacht von Bosworth und gründete als Heinrich VII. die berühmte Tudor Dynastie. Verrückt, wie sich Geschichte manchmal entwickelt, oder?

    Nach der Eroberung der Bretagne ließ König Karl VIII. die Festung 1490 teilweise zerstören. Anne de Bretagne setzte sich später für ihren Erhalt ein, dennoch verlor Largoët nach und nach seine militärische Bedeutung. Im 17. Jahrhundert ging die Anlage in den Besitz des Finanzministers Nicolas Fouquet über, der bereits eine stark verfallene Burg übernahm.

    Im 19. Jahrhundert drohte schließlich der vollständige Abriss. Dass die Ruine heute noch existiert, verdankt sie dem Schriftsteller und Denkmalpfleger Prosper Mérimée. Sein Einsatz führte dazu, dass Largoët 1862 als historisches Monument unter Schutz gestellt wurde. Seit den 1970er Jahren sichern Restaurierungsarbeiten Schritt für Schritt die erhaltenen Bauwerke.

    Bis heute ranken sich zahlreiche Legenden um die Festung. Besonders hartnäckig hält sich die Erzählung eines geheimen Tunnels, der den Donjon mit dem rund drei Kilometer entfernten Ortskern von Elven verbunden haben soll. Ein Zugang innerhalb der Burg blieb zwar unentdeckt, doch eine unterirdische Galerie im Ort nährt die Fantasie bis heute.

    Ein Besuch in Largoët verbindet Geschichte und Natur auf besondere Weise. Für den Rundgang empfiehlt sich etwa eineinhalb Stunden Zeit. Die Mischung aus mächtigen Steinmauern, altem Baumbestand und ruhigem Wasser verleiht der Anlage eine fast märchenhafte Atmosphäre. Wer das Morbihan abseits der bekannten Küstenorte entdecken möchte, findet hier einen Ort, an dem Vergangenheit und Landschaft auf eindrucksvolle Weise verschmelzen.

    M. Legrand

    Vendredi 31 juillet, le journal de 13 heures vous emmène dans le Morbihan découvrir la forteresse de Largoët et sa mystérieuse tour ronde qui a rouvert il y a quelques mois, après 40 ans de fermeture.Vendredi 31 juillet, le journal de 13 heures vous emmène dans le Morbihan découvrir la forteresse de Largoët et sa mystérieuse tour ronde qui a rouvert il y a quelques mois, après 40 ans de fermeture.