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  • Spaniens Sommer kennt kein Ende – Rekordhitze bis in den Herbst

    Spaniens Sommer kennt kein Ende – Rekordhitze bis in den Herbst

    Der Sommer wollte einfach nicht gehen. Während sich Europa langsam auf kühlere Tage einstellte, glühte Spanien weiter unter einer Sonne, die offenbar wenig Lust auf Herbst verspürte. Der September 2026 schrieb Klimageschichte: Mit durchschnittlich 22,5 Grad erlebte das spanische Festland seinen wärmsten September seit Beginn der landesweiten Messungen im Jahr 1961. Ein Rekord, der weit über die Iberische Halbinsel hinaus Fragen aufwirft.

    Stand: 24. Oktober 2026

    Wenn der Herbst plötzlich Sommer spielt

    Normalerweise bringt der September in Spanien eine erste Verschnaufpause. Die Strände leeren sich langsam, die Abende fühlen sich frischer an, und in den Straßencafés kehrt nach der sommerlichen Betriebsamkeit etwas Ruhe ein.

    Doch 2026 lief alles anders.

    Mit 22,5 Grad im Monatsdurchschnitt lag die Temperatur auf dem spanischen Festland satte 3,4 Grad über dem langjährigen Septembermittel. Selbst der bisherige Rekord aus dem Jahr 1987 blieb um 0,7 Grad zurück.

    Besonders bemerkenswert: Der September war sogar wärmer als ein durchschnittlicher spanischer Sommer. Für die Monate Juni bis August liegt das langjährige Temperaturmittel nämlich bei 22,1 Grad.

    Ein Herbstmonat, der den Sommer übertrifft – wer hätte das vor wenigen Jahrzehnten für möglich gehalten?

    Andalusien schwitzte bei über 44 Grad

    Wie außergewöhnlich die Situation ausfiel, zeigte sich besonders im Süden des Landes.

    Am 3. September registrierten die Meteorologen in Morón de la Frontera unglaubliche 44,4 Grad. Am Flughafen von Sevilla kletterte das Thermometer auf 44 Grad, in Córdoba auf 43,5 Grad.

    Temperaturen, bei denen selbst ein kurzer Spaziergang zur Herausforderung gerät.

    Und nachts? Auch dann blieb die ersehnte Abkühlung vielerorts aus. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen lagen 2,1 Grad über dem üblichen Niveau. Bei den Tageshöchstwerten betrug die Abweichung sogar 4,6 Grad.

    Zwischen dem 2. und 7. September erfasste eine Hitzewelle das spanische Festland und die Balearen. Weitere Wärmephasen folgten. Auf den Kanaren zählten die Meteorologen gleich drei kurze Hitzewellen.

    Für viele Menschen bedeutete das zusätzliche Wochen mit geschlossenen Fensterläden, laufenden Ventilatoren und Nächten, in denen der Schlaf nur schwer zu finden war.

    Ein Sommer, der bereits Rekorde brach

    Dabei begann die ungewöhnliche Geschichte lange vor September.

    Schon der meteorologische Sommer von Juni bis August stellte einen neuen Temperaturrekord auf. Durchschnittlich 24,5 Grad bedeuteten einen Vorsprung von 0,3 Grad gegenüber dem bisherigen Rekordsommer 2025.

    Die zehn heißesten Sommer seit Beginn der spanischen Messreihe fallen inzwischen allesamt ins 21. Jahrhundert.

    Bereits in der zweiten Maihälfte hatte Spanien Temperaturen erlebt, die eher zum Hochsommer passen. Mit dem außergewöhnlichen September dehnte sich die warme Jahreszeit praktisch über mehrere Monate aus.

    Der Kalender sagte Herbst. Das Thermometer widersprach.

    Hitze und Trockenheit – eine gefährliche Mischung

    Zur ungewöhnlichen Wärme gesellte sich ein weiteres Problem: Regen blieb vielerorts Mangelware.

    Auf dem spanischen Festland fielen im September durchschnittlich gerade einmal 15,9 Liter pro Quadratmeter. Das entspricht lediglich 36 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

    Damit rangiert der September 2026 unter den sieben trockensten Septembermonaten seit 1961.

    Für Böden, Landwirtschaft und natürliche Ökosysteme bedeutet eine solche Kombination zusätzlichen Stress. Hohe Temperaturen fördern die Verdunstung, während fehlende Niederschläge die Wasservorräte kaum auffüllen.

    Zwar gab es örtlich kräftige Regengüsse. Am Flughafen von Valencia fielen beispielsweise am 16. September 71,9 Liter pro Quadratmeter innerhalb eines Tages. Doch solche Ereignisse änderten wenig an der landesweiten Trockenheit.

    Auch Frankreich spürte den verlängerten Sommer

    Die Hitze machte an den Pyrenäen keineswegs halt.

    Frankreich erlebte seinen zweitwärmsten September seit Beginn der dortigen Temperaturmessreihe im Jahr 1900. Die Temperaturen lagen landesweit 3,1 Grad über dem Vergleichsmittel von 1991 bis 2020.

    Gleichzeitig fehlten rund 70 Prozent des üblichen Regens. An der Côte d’Azur und in weiten Teilen Korsikas blieb der September sogar vollständig trocken.

    Der europäische Klimadienst Copernicus stellte für Westeuropa einen außergewöhnlichen Wärmemonat fest. Gemeinsam mit September 2023 erreichte der September 2026 dort den höchsten Wert seiner Auswertung.

    Anhaltende Hochdrucklagen und ungewöhnlich warme Meeresoberflächen im westlichen Mittelmeer sowie im östlichen Nordatlantik begünstigten diese Entwicklung.

    Wenn die Jahreszeiten ihre Grenzen verlieren

    Was bedeutet ein solcher September für die Zukunft?

    Ein einzelner Rekord erklärt noch nicht den gesamten Klimawandel. Doch er fügt sich in eine langfristige Entwicklung ein, die Klimaforscher seit Jahrzehnten beobachten: Hitzewellen treten häufiger auf, dauern länger und erreichen höhere Temperaturen.

    Der menschengemachte Klimawandel verstärkt diese Entwicklung erheblich.

    Für Spanien bedeutet das neue Herausforderungen bei Wasserversorgung, Landwirtschaft, Stadtplanung und Gesundheitsschutz. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen leiden unter anhaltender Hitze.

    Auch für Südfrankreich stellt sich zunehmend die Frage, wie sich Städte und Gemeinden auf längere Wärmeperioden einstellen sollen.

    Denn was früher als ungewöhnlich heißer Spätsommertag galt, könnte künftig häufiger zum herbstlichen Alltag gehören.

    Spaniens RekordSeptember 2026 erinnert daran, dass sich der Klimawandel nicht allein in spektakulären Temperaturspitzen zeigt. Manchmal liegt seine eigentliche Wucht in der Dauer – in Wochen, in denen die ersehnte Abkühlung ausbleibt.

    Und während die ersten Herbstblätter fallen, bleibt eine unbequeme Erkenntnis: Die Jahreszeiten halten sich längst nicht mehr zuverlässig an ihre vertrauten Grenzen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Frühsommer im Frühling: Frankreich erlebt eine erste Hitzewelle – was steckt dahinter?

    Frühsommer im Frühling: Frankreich erlebt eine erste Hitzewelle – was steckt dahinter?

    Stell dir vor, du planst ein Picknick zum 1. Mai, packst eine Jacke ein – und schwitzt dann bei 27 Grad im Schatten. Klingt wie ein schlechter Witz? Ist aber Realität. Frankreich steht in diesen Tagen ein ungewöhnlich warmer Wetterabschnitt bevor. Météo-France nennt es „ein frühsommerliches Intermezzo“ – und es beginnt genau jetzt.

    Doch was bedeutet diese frühe Wärme? Und ist das einfach nur ein bisschen angenehmes Frühlingswetter oder steckt mehr dahinter?


    Ein Mai, der sich anfühlt wie Juni

    Zwischen Dienstag und Freitag dieser Woche steigen die Temperaturen in vielen Teilen Frankreichs auf über 25 Grad. Besonders die Nordhälfte des Landes bekommt ordentlich Sonne ab – in Reims sind am Mittwoch satte 27 Grad drin, Toulouse bleibt mit 23 Grad sogar etwas kühler. An den Küsten der Bretagne und der Normandie könnte das Thermometer bis zu 10 Grad über den saisonalen Durchschnitt klettern. T-Shirt-Wetter, oder?

    Doch nicht überall bleibt es trocken. Im Osten des Landes können lokale Gewitter oder Regenschauer das Sommerfeeling kurz unterbrechen. Ein blauer Himmel dominiert aber über weite Strecken das Bild.


    Ist das wirklich außergewöhnlich?

    Météo-France bleibt gelassen: Ja, es wird warm – aber das gab’s schon. 2005 zum Beispiel, da kletterte das Thermometer Ende April sogar auf fast 30 Grad in Paris. Noch früher im Jahr, Anfang April 2024, erlebte Frankreich eine ähnlich warme Episode. Ein „früher Hitzeschub“ ist definiert als drei bis fünf Tage mit über 25 Grad im Norden – plus Temperaturen, die mindestens vier Grad über dem saisonalen Durchschnitt liegen.

    Und genau das passiert jetzt.


    Elefant im Raum: Der Klimawandel

    Jetzt mal ehrlich – kommt dir das auch so vor, als ob solche Wetterphänomene immer häufiger auftreten? Liegt nicht an deiner Wahrnehmung. Seit Mitte März lag in Frankreich an 40 Tagen die Temperatur über dem langjährigen Mittelwert (1971 bis 2000). Nur ein einziger Tag war kühler. Kein Ausrutscher, sondern ein Trend.

    Das Ganze ist eingebettet in einen globalen Kontext: Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die durchschnittliche Erdtemperatur um über 1,1 Grad erhöht. Klingt nicht viel? Dieser Anstieg ist aber beispiellos in seiner Geschwindigkeit – und seine Folgen spüren wir überall. Mehr Hitzetage, häufigere Dürren, heftigere Unwetter. Kurz: Unser Klima kippt.

    Die Ursache? Eindeutig menschlich. Kohle, Öl, Gas – unsere Gier nach fossilen Brennstoffen heizt den Planeten auf.


    Ein bisschen Hoffnung gefällig?

    Klar, man könnte jetzt den Kopf in den Sand stecken – hilft aber nicht. Die gute Nachricht: Lösungen gibt es. Erneuerbare Energien, weniger Fleisch essen, bewusster konsumieren – jeder Schritt zählt. Und ja, technologische Fortschritte liefern uns heute Daten, die so präzise sind wie nie zuvor. Sie helfen uns, den Klimawandel besser zu verstehen – und effektiver dagegenzuhalten.

    Aber sind wir mal ehrlich: Es reicht nicht, wenn ein paar von uns auf E-Bikes umsteigen. Es braucht einen echten Wandel – politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Und hier wird’s spannend. Denn wer leidet am meisten unter der Klimakrise? Richtig, die Schwächsten. Menschen in ärmeren Regionen, die weniger Ressourcen haben, um sich vor Dürren oder Überflutungen zu schützen. Klimaschutz ist also auch immer eine Frage der Gerechtigkeit.


    Der Sommer klopft an – schon wieder zu früh

    Also, was machen wir jetzt mit diesem „Sommer im Frühling“? Natürlich: Das schöne Wetter genießen. Aber vielleicht auch einen Moment innehalten und überlegen, warum das alles so passiert. Willst du beim nächsten Mal wieder überrascht sein, wenn der April wie Juli anfühlt?

    Die Frage ist doch: Wann nehmen wir das als Gesellschaft wirklich ernst?

    Autor: Andreas M. Brucker

    ‪☀️ Qui parmi vous prévoit de "faire le pont" la semaine prochaine ? 📈 Hausse des températures partout dès ce vendredi☔ Pluies à l'Ouest samedi, dans le Sud dimanche🌡️ Entre mardi et vendredi prochains le mercure pourrait atteindre 25°C sur le Nord du pays.👉 meteofrance.com/actualites-e…

    — Météo-France (@meteofrance.com) 2025-04-25T11:58:11.108Z