Schlagwort: Extraterrestrisches Leben

  • Marsrätsel mit Kugelstruktur: Was verbirgt sich hinter „St. Pauls Bay“?

    Marsrätsel mit Kugelstruktur: Was verbirgt sich hinter „St. Pauls Bay“?

    Der Mars überrascht mal wieder – dieses Mal mit einem Gestein, das aussieht wie eine Schale voller Spinneneier. Klingt unheimlich? Ist es auch ein bisschen. Aber für die NASA ist es vor allem eines: spannend. Am 11. März 2025 entdeckte der Rover Perseverance einen außergewöhnlichen Felsen im Jezero-Krater, genauer gesagt am unteren Hang des sogenannten Witch Hazel Hill. Der Fund wurde auf den Namen „St. Pauls Bay“ getauft – und gibt der Wissenschaft seither ordentlich zu denken.

    Eine Landschaft aus Kugeln

    Was sofort ins Auge fällt: Der Fels ist übersät mit hunderten kleiner, dunkelgrauer Kugeln. Millimetergroß, zum Teil durchlöchert, wie Miniaturvulkane. Solche Gebilde kennt man – zumindest in ähnlicher Form – bereits von früheren Marsmissionen, etwa von den Rovern Opportunity und Curiosity. Damals wurden sie als sogenannte „Konkretionen“ gedeutet, also Ablagerungen, die durch chemische Reaktionen im Bodenwasser entstehen.

    Doch diesmal ist die Sache nicht ganz so eindeutig.

    Vulkan, Wasser oder Meteorit?

    Es gibt gleich mehrere Hypothesen, wie diese Marskügelchen entstanden sein könnten. Eine Möglichkeit: Das Ganze ist vulkanischen Ursprungs – geschmolzenes Gestein, das sich bei einem Ausbruch schnell abgekühlt und zu kleinen Kugeln geformt hat. Klingt plausibel.

    Oder aber – und das wäre fast noch aufregender – sie sind durch Wasser entstanden. Genauer: durch die Interaktion von Grundwasser mit bestimmten Mineralien im Sedimentgestein. Und hier wird’s spannend: Wenn Wasser beteiligt war, stellt sich die Frage – gab es dort auch einmal Leben?

    Eine dritte Theorie führt uns ins Reich der Einschläge. Denkbar wäre auch, dass ein Meteorit einst Gestein verdampfte, das sich beim Abkühlen zu diesen kleinen Kugeln verdichtete. Auch das würde Hinweise auf die geologisch aktive Vergangenheit des Mars liefern.

    Ein Stein ohne Herkunft

    Was die Untersuchung von „St. Pauls Bay“ zusätzlich erschwert: Der Fels ist ein sogenannter Float Rock – ein Findling also. Er liegt nicht dort, wo er entstanden ist. Möglicherweise stammt er aus einer der dunkleren Gesteinsschichten weiter oben am Witch Hazel Hill. Aus dem Orbit gibt es erste Hinweise, die diese Vermutung stützen. Aber sicher ist das alles noch nicht.

    Und genau das macht die Sache so knifflig.

    Ein Stück Marsgeschichte zum Greifen nah

    Felsen wie „St. Pauls Bay“ sind wie Archive der Planetenvergangenheit – man muss nur lernen, sie zu lesen. Jeder Krater, jede Schicht, jede Kugel erzählt eine Geschichte. Was geschah auf dem Mars vor Milliarden Jahren? War er einst ein warmer, feuchter Ort mit Flüssen und Seen? Oder war er stets kalt, karg und lebensfeindlich?

    Die Kugeln von „St. Pauls Bay“ könnten eine Antwort liefern. Oder gleich mehrere.

    Was kommt als Nächstes?

    Der Rover Perseverance wird weiterhin Daten sammeln und die Umgebung untersuchen. Vielleicht gelingt es sogar, ein Stück des Felsens für eine spätere Rückführung zur Erde zu sichern. Das wäre ein echter Jackpot für die Forschung.

    Bis dahin bleibt eines klar: Der Mars hat noch viele Geheimnisse. Und jeder neue Fund ist ein weiteres Puzzlestück auf dem Weg zur großen Frage: Waren wir jemals allein?

    Von Catherine H.

  • Außerirdisches Leben: Wissenschaftler entdecken „interessante“ Radiosignale

    Außerirdisches Leben: Wissenschaftler entdecken „interessante“ Radiosignale

    Hat eine amerikanische Studie Spuren gefunden, die von einer außerirdischen Zivilisation stammen? Die Wissenschaftler, die hinter der Untersuchung stehen, wollen sich dieser Hypothese nicht verschliessen.

    Die Zeitschrift Nature Astronomy veröffentlichte am Montag, dem 30. Januar, einen Artikel von 17 Wissenschaftlern, die acht „interessante“ Signale bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz aufgespürt haben wollen. Die von den Wissenschaftlern angewandte Methode kann zur Vereinfachung zukünftiger Untersuchungen dieser Art verwendet werden.

    Das Forschungsteam entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Toronto und dem US-amerikanischen SETI-Institut („Search for Extra-Terrestrial Intelligence“, dt. Suche nach außerirdischer Intelligenz). Ziel des Projekts war es, „künstlich aussehende elektromagnetische Radiosignale“ zu finden, also Spuren, die von fortgeschrittener außerirdischer Technologie stammen könnten. Solche Signale wurden jetzt vom Green Bank Telescope, dem größten schwenkbaren Radioteleskop der Welt, entdeckt.

    Die Forscher setzten bei ihrer Entdeckung eine als „Machine Learning“ bekannte Methode ein: dabei werden die Algorithmen mit Daten gefüttert und lernen, welche Signale sie herausfiltern müssen und welche nicht.

    Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler acht vielversprechende Signale isolieren. Diese sind im Gegensatz zu den von den Gestirnen ausgestrahlten natürlichen Wellen schmalbandig, was einen technologischen Ursprung unterstreichen würde. Zweitens ändern sich die Frequenzen dieser Signale im Laufe der Zeit, was auf eine Bewegung des Senders hindeutet. Drittens treten diese Signale nur dann auf, wenn ein Teleskop einen bestimmten Stern anvisiert, den potenziellen Sendeort.

    Die Signale stammen von einer Gruppe von fünf Sternen, die zwischen 34 und 88 Lichtjahren von der Erde entfernt sind, was auf galaktischer Ebene eine sehr geringe Entfernung darstellt. In der Nähe wurden bisher zwar keine Planeten entdeckt, aber eine Staubscheibe in diesem Gebiet macht die Beobachtung nicht einfach.

    Leider ist es nicht möglich, einfach eine Expedition zu der Sternengruppe zu entsenden, um Gewissheit zu erlangen. Die Rakete Appollo 11 hatte damals auf ihrer Reise zum Mond etwa 39.000 km/h erreicht, das Licht ist mit 300.000 Kilometern pro Sekunde unterwegs. Selbst bei einer bisher unerreichbaren Geschwindigkeit von 300.000 km/h würde es also mindestens 34 Jahre dauern, um auch nur in die Nähe des potenziellen Sendeortes zu gelangen.

    Derzeit, so hat das Forscherteam festgestellt, kommen diese Signale nicht mehr auf unserem Planeten Erde an. Cherry Ng, eine der Forscherinnen, betont jedoch: „Wir können diese Sterne als Standort für außerirdische Intelligenz nicht völlig ausschließen, da die Übertragung möglicherweise nur zeitweise stattfindet.“

    Laut dem französisch-amerikanischen Astronomen Franck Marchis, der von der Zeitung Le Parisien zitiert wird, „muss eine solche Entdeckung durch andere Instrumente bestätigt werden, bevor wir sicher sein können, dass wir außerirdisches Leben entdeckt haben“.

    Das wichtigste Ergebnis der Studie ist der Algorithmus, mit dem 115 Millionen Datensätze und 820 Sterne in einer Geschwindigkeit untersucht wurden, die weit über das hinausgeht, wozu der Mensch bisher in der Lage war. Wie das Forscherteam betont, kann diese Methode bei allen zukünftigen Forschungen eingesetzt werden, um die Untersuchung von Signalen zu beschleunigen und Anzeichen von außerirdischem Leben leichter zu erkennen.