Schlagwort: Eurostar

  • Kupferdiebstahl legt Europas Schienenknoten lahm – was steckt hinter dem Kabel-Klau in Lille?

    Kupferdiebstahl legt Europas Schienenknoten lahm – was steckt hinter dem Kabel-Klau in Lille?

    Ein gezielter Angriff, mitten ins Herz des europäischen Schienennetzes. Am 25. Juni 2025 kam es im Norden Frankreichs zu einem Vorfall, der nicht nur den TGV-Verkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Lille und den europäischen Hauptstädten durcheinanderwirbelte, sondern auch grundlegende Fragen zur Sicherheit unserer Infrastrukturen aufwarf. Mehr als 600 Meter Signalkabel wurden in der Nacht auf Mittwoch südlich des Bahnhofs Lille-Europe gestohlen oder zerschnitten – mit gravierenden Folgen für Tausende Reisende. Ein Angriff im Dunkeln – mitten auf einer Hauptschlagader Europas Der Tatort: ein strategisch hochsensibler Abschnitt des Schienennetzes, das Paris mit London, Brüssel und Amsterdam verbindet. Jedes der entwendeten Kabel enthielt 28 Kupferadern – vital für Weichensteuerung und Signalsysteme. Ohne sie geht buchstäblich nichts. Die Folge: komplette Funkstille auf der Schnellfahrstrecke. Züge wurden auf Nebenstrecken umgeleitet, Verspätungen von bis zu 90 Minuten waren…

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  • Comeback auf Schienen: Direkte Zugverbindung Marseille–London könnte bald Realität werden

    Comeback auf Schienen: Direkte Zugverbindung Marseille–London könnte bald Realität werden

    Eine direkte Bahnverbindung zwischen Marseille und London – das klingt wie ein Relikt aus einer optimistischeren Ära europäischer Zusammenarbeit. Doch genau dieses Projekt nimmt wieder Fahrt auf. In Zeiten wachsender Umweltbewusstheit und eines klaren politischen Signals für nachhaltige Mobilität erscheint es fast überfällig.

    Zurück in die Zukunft der Mobilität

    Der März 2025 brachte eine spannende Wende: Eurotunnel (Getlink) und London Saint-Pancras Highspeed haben offiziell ihre Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, den Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen London und dem Festland Europas auszubauen. Neben Köln, Zürich und Genf wurde auch Marseille als mögliche Endstation ins Spiel gebracht – eine Option mit erheblichem Potenzial. Die Idee: Nur Städte mit unter sechs Stunden Fahrzeit von London sollen für den neuen Schnellzug infrage kommen. Marseille, über Lyon angebunden, erfüllt diese Bedingung.

    Wird hier also gerade ein neuer europäischer Eisenbahntraum geboren?

    Trenitalia rückt nach – Konkurrenz auf der Schiene

    Auch Italien mischt kräftig mit. Trenitalia, der nationale Bahnkonzern, plant eine Schnellverbindung von London nach Mailand bis 2029. Der Clou: Die Strecke soll über Paris führen. Von dort aus ist eine Verlängerung nach Süden, also auch nach Lyon und Marseille, im Gespräch. Eine milliardenschwere Investition – mit der Ambition, dem Eurostar Paroli zu bieten.

    Obwohl Marseille bei Trenitalia bislang nicht explizit als Zielort auftaucht, scheint eine Einbindung in das Streckennetz fast logisch. Schließlich liegt die südfranzösische Metropole ideal zwischen Paris und Mailand – und könnte sich somit zum neuen Drehkreuz entwickeln.

    Der grüne Wandel auf Schienen

    Fliegen war gestern. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst gegen das Flugzeug und für den Zug. Das hat gute Gründe: Der CO₂-Ausstoß eines Zuges liegt bis zu 90 Prozent unter dem eines Flugzeugs. Gerade auf mittleren Distanzen zwischen 500 und 1.000 Kilometern wird der Zug zur echten Alternative.

    Und Hand aufs Herz – wer steigt nicht lieber stressfrei in einen Zug ein, um gemütlich durch Landschaften zu gleiten, statt sich am Flughafen mit Sicherheitskontrollen und Verspätungen herumzuschlagen?

    Die Bahn wird zum Symbol der klimabewussten Mobilität – ein rollender Hoffnungsträger.

    Hürden auf dem Weg zum Ziel

    So viel Begeisterung – doch die Realität bleibt kompliziert.

    Ein durchgehender Zug von London nach Marseille ist kein Selbstläufer. Zunächst braucht es massive Investitionen in Infrastruktur und Technik. Dann muss die Zusammenarbeit mehrerer Bahnunternehmen funktionieren. Und nicht zuletzt ist die Zoll- und Grenzfrage nach dem Brexit ein nicht zu unterschätzender Stolperstein.

    Hinzu kommt: Die Konkurrenz schläft nicht. Billigfluglinien locken mit Kampfpreisen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer solchen Zugverbindung steht und fällt mit der Zahlungsbereitschaft der Kunden. Wer nimmt einen teureren, langsameren Zug, wenn er für einen Bruchteil des Preises fliegen kann?

    Eine Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, wie viel uns eine umweltfreundliche Zukunft tatsächlich wert ist.

    Vision oder bald Wirklichkeit?

    Die Idee, London und Marseille wieder direkt zu verbinden, ist mehr als Nostalgie. Es geht um nichts Geringeres als den Umbau der europäischen Mobilität. Die beteiligten Akteure zeigen Engagement – sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Doch aus Plänen müssen jetzt konkrete Schritte werden.

    Vielleicht erleben wir gerade den Anfang einer neuen Ära, in der Europa nicht nur über Klimaziele spricht, sondern sie auch konsequent auf die Schiene bringt.

    Denn wer Europa stärken will, muss es verbinden – auch mit Zügen, nicht nur mit Worten.

    Von Andreas M. Brucker

  • Eurostar: Dreißig Jahre voller Herausforderungen und Erfolgsgeschichten

    Eurostar: Dreißig Jahre voller Herausforderungen und Erfolgsgeschichten

    Am 14. November 1994 startete der Eurostar seine Jungfernfahrt durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal und verband Paris und London mit einer Geschwindigkeit und Bequemlichkeit, die bis dahin undenkbar war. Drei Jahrzehnte später steht Eurostar für eine technische Meisterleistung, die aber alles andere als problemlos verlief – eine Geschichte voller Wendungen, Krisen und Triumphe.

    Die Anfänge: Eine Revolution auf Schienen

    In den 1990er Jahren war die Idee, von Paris aus in nur knapp über zwei Stunden nach London zu reisen, eine absolute Sensation. Für die Reisenden war das wie Magie: Die Reise wurde so einfach und schnell, als führe man nur in eine andere französische Großstadt. Anfangs war der Erfolg beispiellos – Millionen von Menschen nutzten die schnelle Verbindung, und Jahr für Jahr verzeichnete Eurostar steigende Passagierzahlen.

    Aber, wie so oft bei Großprojekten, sollte es nicht bei einer einzigen Erfolgsgeschichte bleiben.

    Herausforderungen der Moderne: Brexit und Covid-19

    In den letzten Jahren hat Eurostar einen Spießrutenlauf durch die geopolitischen und gesundheitlichen Krisen unserer Zeit erlebt. Der Brexit, der im Jahr 2020 offiziell vollzogen wurde, brachte nicht nur Schlagzeilen, sondern auch neue Grenzen und Zollkontrollen, die das Reisen erschwerten. Was einst als „Grenze im Kopf“ gegolten hatte, wurde wieder Realität – eine unangenehme Überraschung für all jene, die sich an die unkomplizierte Reise gewöhnt hatten.

    Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, kam 2020 die Corona-Pandemie. Die Welt stand still, und Eurostar wurde hart getroffen: Die Nachfrage brach ein, fast alle Verbindungen wurden gestrichen, und nur ein bis zwei Züge pro Tag transportierten eine Handvoll Passagiere. Wochenlang stand das Unternehmen am Rande des Abgrunds. Ein kompletter Stopp hätte das Ende des Eurostars bedeuten können.

    Neuer Aufschwung nach der Pandemie

    Doch das Kapitel Eurostar ist noch lange nicht zu Ende. Im Gegenteil: Nach der Pandemie wurde der europäische Bahnverkehr neu belebt, und Eurostar nutzte diesen Moment des Aufschwungs. Die Fusion mit dem belgisch-französischen Hochgeschwindigkeitszug Thalys brachte neue Perspektiven und stärkte das Unternehmen. Eurostar fährt nun nicht nur nach London, sondern verbindet auch Paris, Brüssel und Amsterdam in einem vereinten europäischen Netzwerk – eine vielversprechende Entwicklung.

    Und was wird die Zukunft bringen? Immer mehr internationale Reisende entdecken die Bahn als nachhaltige Alternative zu Kurzstreckenflügen. Eurostar möchte nicht nur Paris und London verbinden, sondern auch Köln, Brüssel und Amsterdam noch stärker integrieren und neue Reisemöglichkeiten schaffen.

    Hohe Preise und neue Konkurrenz

    Natürlich ist der Weg nicht frei von Hindernissen. Der Eurostar hat oft mit Kritik an seinen Ticketpreisen zu kämpfen, die manchmal teurer als ein Flugticket sind. Und mit der wachsenden Zahl an Konkurrenzunternehmen, die ebenfalls auf schnellen, grenzüberschreitenden Bahnverkehr setzen, wird Eurostar sich behaupten müssen – doch bislang hat es das Unternehmen immer geschafft, sich neu zu erfinden.

    Dreißig Jahre und kein Ende in Sicht

    So feiert Eurostar dieses Jahr seinen dreißigsten Geburtstag und hat noch einiges vor. Die Herausforderungen, die es überwunden hat, haben das Unternehmen nur widerstandsfähiger gemacht. Mit Blick auf eine umweltfreundliche Zukunft des Reisens und einem Netzwerk, das weiter wächst, wird der Eurostar wohl noch viele Jahre Reisende durch den Ärmelkanal bringen – ganz gleich, was als nächstes kommt.

  • Eurostar streicht Verbindung von London nach Disneyland Paris

    Eurostar streicht Verbindung von London nach Disneyland Paris

    Der Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Eurostar hat beschlossen, die Direktverbindung von London nach Disneyland Paris ab dem nächsten Sommer einzustellen. Als Grund werden die Auswirkungen des Brexit und der Covid-19-Krise genannt.

    In einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag zugesandt wurde, teilte der Konzern mit, dass er die Züge von der britischen Hauptstadt zum Disneyland-Gelände in Marne-la-Vallee in den östlichen Vororten von Paris einstellen wird.

    „Wir haben die Entscheidung getroffen, die Disney-Direktverbindung … im Sommer 2023 nicht mehr durchzuführen“, heißt es in der Erklärung.

    „Während wir uns weiterhin finanziell von der Pandemie erholen und die Entwicklungen des vorgeschlagenen EU-Einreise-/Ausreisesystems beobachten, müssen wir uns auf unsere Kernstrecken konzentrieren, um sicherzustellen, dass wir weiterhin das hohe Serviceniveau und die Erfahrung bieten können, die unsere Kunden zu Recht erwarten“, heißt es weiter.

    Eurostar, die die Bahnverbindung zwischen London, Paris und Brüssel betreiben, fügte hinzu, dass es im Laufe des nächsten Jahres die Optionen für eine Wiederaufnahme der Disney-Strecke in 2024 prüfen werde.

    Disneyland_Paris
  • Eurostar in „kritischem Zustand“ nach Zusammenbruch des Verkehrs zwischen UK und Frankreich

    Eurostar in „kritischem Zustand“ nach Zusammenbruch des Verkehrs zwischen UK und Frankreich

    Eurostar, der Zugbetreiber, der die Verbindungen durch den Kanaltunnel betreibt, ist in einem „sehr kritischen“ Zustand, nachdem der Reiseverkehr zwischen Großbritannien und dem europäischen Kontinent zusammengebrochen ist, warnte ein hochrangiger französischer Bahnmanager am Freitag.

    Der Eurostar, bis vor kurzem noch ein Symbol für einfaches Hochgeschwindigkeitsreisen in Europa, wurde durch die Coronavirus-Krise lahmgelegt.

    Zurzeit verkehrt nur noch ein Zug pro Tag zwischen Paris und London, weit entfernt von der Zeit vor Covid-19, als zu Spitzenzeiten zwei Züge pro Stunde verkehrten.

    „Ich mache mir große Sorgen um Eurostar“, sagte Christophe Fanichet, ein leitender Angestellter der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, die Mehrheitsaktionär von Eurostar ist, gegenüber Reportern.

    „Das Unternehmen ist in einem kritischen Zustand, ich würde sogar sagen, sehr kritisch“, fügte Fanichet hinzu, der SNCF Voyageurs, die Passagiereinheit des SNCF-Netzwerks, leitet.

    Er sagte, dass die Passagierzahlen des Eurostar im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent gesunken seien und dass der Konzern nun „am Tropf“ hänge und zusätzliches Geld brauche, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

    Währenddessen werden die Reisebeschränkungen weiter verschärft. Frankreich kündigte am Donnerstag an, dass Reisende aus Großbritannien eine siebentägige Quarantäne einhalten und sich am Ende einem PCR-Test unterziehen müssen.

    Großbritannien hat bereits ein Quarantänesystem eingerichtet.

    Fanichet erklärte, dass das Problem für die in London ansässige Gruppe darin bestand, dass sie von der britischen Regierung als französisch und von den Franzosen als britisch angesehen wurde, was bedeutet, dass es schwierig war, Rettungsgelder zu erhalten.

    „Angesichts der Passagierzahlen ist es ein Unternehmen, das mehr als die Fluggesellschaften von der Covid-19_Krise betroffen ist“, sagte er.

    Eurostar verhandele derzeit über ein Regierungsdarlehen in Großbritannien und könnte über seine Aktionäre weiter rekapitalisiert werden.

    Im November schrieb Eurostar-Chef Jacques Damas, es bestehe das Risiko, dass dieser ikonische Dienst dem Untergang überlassen werde, was Arbeitsplätze und Konnektivität bedrohe und den Fortschritt bei der Reduzierung der Emissionen im Verkehr umkehre“.

    In der Zeitung Independent schrieb er, dass bereits 200 Millionen Euro von den Aktionären gesichert worden seien, aber er forderte mehr Hilfe von der britischen Regierung.

    Die Gruppe gehört zu 55 Prozent der SNCF, zu 30 Prozent dem kanadischen institutionellen Fondsmanager Caisse de depot et placement du Quebec (CDPQ), zu 10 Prozent dem britischen Fonds Hermes Infrastructure und zu fünf Prozent der belgischen Eisenbahn SNCB.

    Eurostar hatte sein Angebot schrittweise ausgebaut. In den letzten Jahren wurden zusätzlich zu den regulären Linien zwischen Paris und Brüssel neue Strecken von London nach Amsterdam, in die Alpen, nach Südfrankreich und zu anderen Zielen eröffnet.