Schlagwort: europäische Sicherheit

  • Neue Fronten, alte Versprechen: Frankreichs strategischer Schulterschluss mit der Ukraine

    Neue Fronten, alte Versprechen: Frankreichs strategischer Schulterschluss mit der Ukraine

    Inmitten eines sich zuspitzenden Krieges hat der französische Präsident Emmanuel Macron am Sonntag, dem 7. September 2025, ein ausführliches Telefongespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj geführt. Anlass war ein massiver russischer Luftangriff auf Kiew, bei dem unter anderem das Regierungsviertel der ukrainischen Hauptstadt getroffen wurde. Die Konversation der beiden Staatschefs unterstreicht nicht nur Frankreichs andauernde politische und militärische Unterstützung für die Ukraine, sondern auch eine geopolitische Neuverortung Europas – weg von strategischer Ambiguität, hin zu klarer sicherheitspolitischer Positionierung. Eskalation in der Ukraine: Der Krieg kennt keine Pause Russlands jüngste Angriffswelle vom 5. September zielte mit Präzisionsraketen auf strategische Infrastrukturen, darunter das Regierungsgebäude in Kiew. Laut ukrainischen Quellen handelte es sich um einen der massivsten Angriffe seit Beginn der Invasion im Februar 2022. Der symbolische Ge…

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  • Washingtoner Gespräche – Selenskyj zwischen Trump und Europa

    Washingtoner Gespräche – Selenskyj zwischen Trump und Europa

    Mit klaren Worten ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Washington angekommen. Die Botschaft ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: Der Krieg gegen Russland soll „schnell“, aber auf Basis einer „dauerhaften“ Friedenslösung beendet werden. Die Kulisse, vor der diese Worte fallen, ist alles andere als gewöhnlich. Nur drei Tage nach dem bilateralen Gipfel zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska steht Selenskyj heute dem amerikanischen Präsidenten gegenüber – flankiert von einer beeindruckenden Riege europäischer Spitzenpolitikerinnen und -politiker.

    Ein diplomatischer Spagat

    Das Treffen in der amerikanischen Hauptstadt ist mehr als ein bilateraler Austausch: Es ist ein politisches Schaulaufen um die künftige Ordnung Europas – und darüber hinaus. Selenskyj will verhindern, dass die Ukraine zum Faustpfand einer eineseitigen Verständigung zwischen Washington und Moskau wird. Doch Donald Trump signalisiert unmissverständlich: Die Krim wird nicht wieder ukrainisch, und ein NATO-Beitritt Kiews ist ausgeschlossen.

    Damit markiert Trump eine geopolitische Verschiebung. Statt multilateraler Sicherheitsgarantien durch bestehende Bündnisse setzt die neue US-Administration auf bilaterale Arrangements. Für die Ukraine bedeutet das: Sicherheit könnte es auch ohne NATO-Mitgliedschaft geben – aber um den Preis territorialer Konzessionen.

    Europas demonstrative Geschlossenheit

    Bemerkenswert ist die Kulisse des Treffens: Emmanuel Macron, Friedrich Merz, Giorgia Meloni, Keir Starmer, Alexander Stubb, Mark Rutte und Ursula von der Leyen reisen gemeinsam mit Selenskyj an. Ihre Anwesenheit ist weit mehr als symbolisch. Sie signalisiert: Die Ukraine bleibt ein europäisches Projekt – und Europa ist nicht bereit, zentrale Sicherheitsfragen allein Washington zu überlassen.

    Insbesondere der französische Präsident betonte im Vorfeld, ein zu nachgiebiger Kurs gegenüber Moskau würde „die Kriege von morgen vorbereiten“. Hinter dieser Aussage steht die Furcht, Russland könnte einen Präzedenzfall schaffen: territoriale Gewinne durch militärische Aggression und das internationale Stillhalten als stillschweigendes Einverständnis.

    Druck der Wirklichkeit

    Während in Washington über diplomatische Formeln verhandelt wird, liefert die russische Armee ein weiteres Argument gegen ein vorschnelles Entgegenkommen: In Charkiw sterben erneut Zivilisten durch Raketen- und Drohnenangriffe. Die militärische Realität widerspricht jedem Eindruck, der Krieg befinde sich auf dem Rückzug. Russland demonstriert Handlungsfähigkeit – und Unnachgiebigkeit.

    Vor diesem Hintergrund erscheint jede Friedenslösung ohne glaubhafte Sicherheitsgarantien für Kiew als illusionär. Der Wunsch nach „schnellem Frieden“, wie Selenskyj ihn formuliert, kollidiert mit der politischen Realität: Moskau wird nur zu Verhandlungen bereit sein, wenn die militärische oder diplomatische Lage es erzwingt. Und Washington ist nicht mehr der Garant uneingeschränkter westlicher Solidarität, der es einst war.

    Neue Architektur der europäischen Sicherheit?

    Das Washingtoner Treffen lässt auch grundsätzliche Fragen aufscheinen: Wie sieht eine tragfähige Sicherheitsarchitektur in Europa nach dem Ukrainekrieg aus? Was bleibt vom westlichen Konsens, wenn die transatlantischen Partner unterschiedliche Interessen verfolgen? Und welche Rolle will Europa in einer Ordnung spielen, die nicht mehr ausschließlich vom Westen dominiert wird?

    Die Tatsache, dass ein amerikanischer Präsident offen territoriale Zugeständnisse der Ukraine ins Spiel bringt, zeigt, wie sehr sich die Parameter der internationalen Diplomatie verschoben haben. Selenskyj steht vor der Herausforderung, zwischen geopolitischem Realismus und dem legitimen Anspruch seines Landes auf territoriale Integrität zu vermitteln. Und Europa steht vor der Entscheidung, ob es bereit ist, diesen Anspruch nicht nur rhetorisch, sondern auch strategisch abzusichern.

    Der heutige Montag in Washington dürfte deshalb nicht nur über den Fortgang des Ukrainekriegs entscheiden – sondern auch über das Kräfteverhältnis zwischen Amerika, Europa und Russland im 21. Jahrhundert.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Gipfel ohne Fortschritt, Diplomatie unter Hochspannung

    Gipfel ohne Fortschritt, Diplomatie unter Hochspannung

    Nach dem Treffen zwischen Trump und Putin rückt Selenskyjs Besuch in Washington nun ins Zentrum der Friedenssuche

    Als sich Donald Trump und Wladimir Putin am 15. August in Anchorage trafen, war die Erwartungshaltung hoch – nicht nur in Washington und Moskau, sondern vor allem in Kyjiw und den europäischen Hauptstädten. Es war das erste direkte Gespräch der beiden seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Doch das Resultat blieb dürftig: Keine gemeinsame Erklärung, keine konkreten Vereinbarungen – und doch war der symbolische Gehalt des Treffens unübersehbar.

    Während der Gipfel keine substanziellen Fortschritte brachte, offenbart sich in seinem Nachgang ein neues diplomatisches Ringen um ein Kriegsende in der Ukraine. Im Zentrum steht dabei nun der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der am kommenden Montag zu Gesprächen mit Trump nach Washington reist. Die strategische Bedeutung dieses Treffens kann kaum überschätzt werden.

    Symbolik in Alaska – ein diplomatischer Teilerfolg für Putin

    Dass das erste große Treffen des US-Präsidenten Trump in Hinblick auf einen frieden in der Ukraine nur mit Putin und nicht auch mit dem ukrainischen Präsidenten Selensky oder einem anderen westlichen Partner stattfand, ist in sich bereits ein Signal. Noch bemerkenswerter aber ist die Tatsache, dass Putin – trotz internationaler Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs – auf US-amerikanischem Boden empfangen wurde, ohne erkennbare Gegenleistungen.

    Trump sprach zwar von einem „produktiven Austausch“, betonte aber zugleich, dass es „keinen Deal gibt, bis es einen Deal gibt“. Putin wiederum erwähnte nebulös eine „Verständigung“, ohne Einzelheiten zu nennen. Die russische Position scheint weiterhin unverändert: Kiew müsse territoriale Realitäten akzeptieren und westliche Sicherheitsinteressen zurückstellen.

    Für US-Pressevertreter wie die „New York Times“ oder die „Financial Times“ ist der eigentliche Profiteur dieses Treffens klar: Wladimir Putin. Der Auftritt in Alaska bereitete ihm eine Bühne und internationale Legitimität – ohne substanzielle Konzessionen.

    Selenskyjs Balanceakt: Widerstand und Annäherung

    Wolodymyr Selenskyj reagierte prompt. Nur Stunden nach dem Trump-Putin-Treffen kündigte er ein eigenes Gespräch mit dem US-Präsidenten an. In einem 90-minütigen Telefonat, das während Trumps Rückflug aus Alaska stattfand, lotete Selenskyj die Bedingungen für eine mögliche Friedensarchitektur aus – allerdings nicht im Alleingang: Er bestand darauf, dass europäische Partner in den Prozess eingebunden werden müssten.

    Dieses Detail ist entscheidend. Denn es zeigt, dass die Ukraine nicht gewillt ist, sich einem bilateralen US-russischen Arrangement unterzuordnen – eine Sorge, die vor allem in Polen, im Baltikum und auch in Berlin und Paris seit Langem mitschwingt.

    Gleichzeitig bekundete Selenskyj Offenheit für ein trilaterales Format – ein Vorschlag, den Trump offenbar ins Spiel gebracht hatte: direkte Verhandlungen zwischen den USA, der Ukraine und Russland. Ob Moskau einer solchen Konstellation zustimmt, bleibt offen. Bislang liegen keine Signale in diese Richtung vor.

    Europas Rolle: Zwischen Randständigkeit und Relevanzsuche

    In der Folge informierte Trump mehrere europäische Staats- und Regierungschefs über die Gespräche in Alaska – darunter Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte war Teil dieser Konsultationen.

    Diese Nachkommunikation mag bemüht wirken – und sie illustriert das eigentliche Dilemma Europas: Zwar ist der Kontinent in humanitärer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht Hauptlastträger des Ukraine-Krieges, doch in den entscheidenden diplomatischen Formaten bleibt er weitgehend außen vor.

    Ein Friedensprozess, der auf amerikanisch-russischer Verständigung basiert, aber ohne europäische Sicherheitsgarantien auskommt, wäre kaum tragfähig. Das weiß auch Selenskyj. Umso wichtiger ist sein Versuch, Washington in eine multilaterale Architektur einzubinden.

    Kein Deal in Sicht – aber ein gefährliches Vakuum

    Trump gab sich nach dem Alaska-Gipfel betont zurückhaltend: Ein Waffenstillstand sei nicht genug – es müsse ein „echter Frieden“ erzielt werden. Doch was das konkret bedeutet, bleibt vage. Dass Putin derzeit keine Zugeständnisse macht, wurde erneut deutlich. Stattdessen sprach er davon, die „Wurzeln“ des Konflikts – also die geopolitische Ausrichtung der Ukraine – anzugehen.

    Diese Formulierung lässt aufhorchen. Denn sie impliziert, dass Moskau weiterhin eine Neutralisierung oder Entmilitarisierung der Ukraine anstrebt – ein Ziel, das mit Kiews westlicher Orientierung nicht vereinbar ist.

    Vor diesem Hintergrund erscheint Selenskyjs Besuch in Washington als Versuch, dem sich abzeichnenden geopolitischen Machtvakuum etwas entgegenzusetzen. Seine zentrale Herausforderung besteht darin, die Souveränität der Ukraine zu sichern, ohne dabei in eine diplomatische Isolation zu geraten.

    Ob Trumps Bereitschaft zu einem umfassenden Abkommen tatsächlich tragfähig ist oder primär innenpolitischen Zielen geschuldet ist, bleibt offen. Ebenso ist unklar, ob Putin ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist – oder das Treffen in Alaska nur als taktischen Schachzug genutzt hat, um seine Position zu stärken.

    Die kommenden Tage könnten entscheidend werden. Ein Erfolg Selenskyjs in Washington würde nicht nur die Position der Ukraine stärken, sondern auch die europäische Rolle im Friedensprozess neu definieren. Ein Misserfolg hingegen könnte das Kräfteverhältnis zugunsten Moskaus verschieben – mit langfristigen Folgen für die Sicherheitsordnung Europas.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Vergrößert Macron den atomaren Schutzschirm? Europas Sicherheitsarchitektur soll neu gedacht werden

    Vergrößert Macron den atomaren Schutzschirm? Europas Sicherheitsarchitektur soll neu gedacht werden

    Ein französischer Präsident spricht über Atomwaffen – das sorgt immer für Aufmerksamkeit. Wenn Emmanuel Macron dann auch noch den Wunsch äußert, den nuklearen Schutzschirm Frankreichs für europäische Partner zu öffnen, wird die Debatte schnell hitzig. Was steckt hinter diesen Aussagen? Und wie realistisch ist der Plan, der europäischen Verteidigung einen atomaren Anstrich zu geben? Das Prinzip: Schutz ja – Kontrolle nein Die französische Nukleardoktrin basiert auf einem zentralen Prinzip: Die ultimative Entscheidung über den Einsatz liegt einzig und allein beim Präsidenten. Das bleibt auch so. Macron betont zwar die europäische Dimension dieser Doktrin – doch den berühmten roten Knopf teilt Frankreich nicht. Es geht vielmehr um ein erweitertes Schutzversprechen: Frankreich könnte in bestimmten Fällen sein nukleares Potenzial einsetzen, um nicht nur die eigenen, sondern auch europäische Interessen zu verteidigen. Macron spricht nicht über Details, sondern über Perspektiven – bewusst im …

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  • Frankreichs nuklearer Vorstoß: Europas Sicherheitsarchitektur im Wandel

    Frankreichs nuklearer Vorstoß: Europas Sicherheitsarchitektur im Wandel

    Die geopolitischen Verschiebungen der letzten Jahre haben Europas Sicherheitslandschaft grundlegend verändert. Mit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident 2024 und der fortdauernden russischen Aggression in der Ukraine wächst in Europa die Sorge um die Verlässlichkeit transatlantischer Sicherheitsgarantien. In diesem Kontext hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen bemerkenswerten Schritt unternommen: Er zeigt sich offen für Gespräche über die Stationierung französischer Atomwaffen in anderen europäischen Ländern. Dieser Vorstoß könnte die europäische Sicherheitsarchitektur nachhaltig beeinflussen.

    Macrons Angebot: Bedingungen und Beweggründe

    In seinem Interview am 13. Mai erklärte Macron seine Bereitschaft, über eine Erweiterung der französischen nuklearen Abschreckung zu verhandeln. Dabei stellte er drei klare Bedingungen:

    1. Exklusiver Kontrollvorbehalt: Die Entscheidung über den Einsatz französischer Nuklearwaffen soll ausschließlich beim französischen Präsidenten verbleiben – ein Ausdruck der strategischen Autonomie Frankreichs.
    2. Unversehrtheit der französischen Verteidigungsfähigkeit: Die Erweiterung der Abschreckung darf nicht zu Lasten der nationalen Verteidigung gehen. Frankreich will sicherstellen, dass seine eigene Sicherheit nicht durch eine multinationale Stationierung geschwächt wird.
    3. Kostenteilung: Länder, die unter den französischen Nuklearschirm treten wollen, müssen sich an den Kosten für Infrastruktur, Wartung und Modernisierung beteiligen.

    Macron betonte, dass sein Angebot als Ergänzung – nicht als Ersatz – zur bestehenden NATO-Sicherheitsarchitektur zu verstehen sei. Die Initiative ist damit auch ein strategischer Balanceakt zwischen europäischer Eigenständigkeit und transatlantischer Verbundenheit.

    Reaktionen in Europa: Zwischen Interesse und Skepsis

    Innerhalb Europas stieß Macrons Vorstoß auf gemischte Reaktionen. Polen, das sich angesichts der Nähe zu Russland besonders verwundbar sieht, begrüßte die französische Initiative. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorschläge kam es zu einer bilateralen Übereinkunft, die eine vertiefte Zusammenarbeit in Verteidigungsfragen vorsieht. Warschau betrachtet den französischen Nuklearschirm als sinnvolle Ergänzung zur eigenen Sicherheitsstrategie.

    In Deutschland hingegen wurde das Angebot mit vorsichtiger Offenheit aufgenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz signalisierte Bereitschaft zu Gesprächen, betonte jedoch die Bedeutung eines engen Schulterschlusses mit den Vereinigten Staaten. In Berlin sieht man eine erweiterte französische Rolle in der nuklearen Abschreckung eher als Teil einer breit angelegten europäischen Sicherheitsstrategie denn als Alleingang.

    Herausforderungen und Implikationen

    Trotz wohlwollender Signale sehen sich die französischen Pläne mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert:

    • Begrenzte Kapazitäten: Frankreich verfügt über etwa 290 nukleare Gefechtsköpfe, ein vergleichsweise kleines Arsenal im Vergleich zu den USA oder Russland. Die Reichweite und Zahl der Trägersysteme sind ebenfalls begrenzt. Eine glaubhafte erweiterte Abschreckung in mehreren Ländern könnte das französische Potenzial stark beanspruchen.
    • Politische Akzeptanz: Die Stationierung von Atomwaffen ist innenpolitisch sensibel. In vielen europäischen Gesellschaften existiert ein tief verwurzelter Widerstand gegen die Präsenz nuklearer Waffen auf nationalem Boden. Eine breite parlamentarische und gesellschaftliche Debatte wäre Voraussetzung für die Umsetzung solcher Pläne.
    • Koordination mit der NATO: Frankreich ist zwar Mitglied der NATO, beteiligt sich jedoch nicht an der nuklearen Teilhabe der Allianz. Eine Ausweitung seiner eigenen Abschreckungskapazitäten auf andere europäische Staaten müsste mit der NATO-strategischen Planung abgestimmt werden, um Doppelstrukturen und politische Reibungen zu vermeiden.

    Historische Einordnung und neue Dynamiken

    Frankreich verfolgt seit den 1960er Jahren eine eigenständige Nuklearstrategie, unabhängig von der NATO und den USA. Diese Politik der „force de frappe“ beruhte stets auf dem Prinzip der nationalen Souveränität und strategischen Autonomie. Bereits 2020 hatte Macron angedeutet, dass eine stärkere europäische Beteiligung an der französischen Nuklearstrategie denkbar sei – damals stieß er jedoch auf Zurückhaltung.

    Die aktuelle geopolitische Lage verleiht dem Thema neue Dringlichkeit. Das abgekühlte Verhältnis zu Washington, die verstärkte Bedrohungslage im Osten Europas und die wachsende Forderung nach europäischer Eigenständigkeit im Verteidigungsbereich führen zu einem historischen Fenster für die Neugestaltung nuklearer Abschreckungsmechanismen auf dem Kontinent.

    Die Frage, ob Europa bereit ist, unter französischer Führung eine eigene nukleare Identität auszubilden, bleibt offen. Es bedarf einer klaren strategischen Vision, politischer Geschlossenheit und institutioneller Abstimmung. Die kommenden Monate dürften darüber entscheiden, ob sich das Angebot Frankreichs als symbolischer Vorstoß oder als tatsächlicher Wendepunkt in der europäischen Sicherheitsstrategie erweist.

    P.T.

  • Ein neuer Pfeiler europäischer Sicherheit: Der französisch-polnische Vertrag von Nancy

    Ein neuer Pfeiler europäischer Sicherheit: Der französisch-polnische Vertrag von Nancy

    Am 9. Mai 2025, einen Tag vor dem Treffen der wichtigsten Regierungschefs Europas in Kiew, unterzeichneten Frankreich und Polen in Nancy einen umfassenden Vertrag über verstärkte Zusammenarbeit und Freundschaft. Dieses Abkommen markiert einen bedeutenden Schritt in der bilateralen Beziehung beider Länder und spiegelt die sich wandelnde Sicherheitsarchitektur Europas wider. Strategische Neuausrichtung in Zeiten geopolitischer Unsicherheit Der Vertrag von Nancy kommt in einer Phase erhöhter geopolitischer Spannungen, insbesondere durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine und die Unsicherheiten bezüglich des Engagements der USA in Europa. Polen, das 4,12 % seines Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgibt – der höchste Anteil innerhalb der NATO –, sucht nach zusätzlichen Sicherheitsgarantien. Frankreich, als einzige Atommacht der Europäischen Union, bietet mit diesem Vertrag eine engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit an. Die darin enthaltene Klausel zur gegenseitigen Unterstütz…

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  • Merz und Macron: Neustart unterm Eiffelturm

    Merz und Macron: Neustart unterm Eiffelturm

    Es ist ein Bild, das politische Signalwirkung besitzt: Friedrich Merz, frisch vereidigter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, und Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident, Hand in Hand vor dem Élysée-Palast. Am 7. Mai 2025 markierte dieses Treffen nicht nur den ersten Auslandsbesuch des neuen deutschen Regierungschefs – sondern auch einen Wendepunkt im Verhältnis zweier Nationen, die traditionell als Motor Europas gelten.

    Nach Jahren frostiger Distanz unter Olaf Scholz und Emmanuel Macron will Merz die Partnerschaft nicht nur reaktivieren – er will sie neu erfinden. Was lange brodelte, soll jetzt kochen Die Beziehungen zwischen Berlin und Paris waren zuletzt von Missverständnissen und einem spürbaren Mangel an politischer Übereinstimmung geprägt. Nun aber sprechen beide Seiten von einem „Neustart für Europa“. Es geht um weit mehr als freundliche Gesten: Verteidigung, Wirtschaft, geopolitische Strategie – große Themen s…

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  • Frankreich rüstet auf – Europa zieht nach

    Frankreich rüstet auf – Europa zieht nach

    Ein neuer Wind weht durch die Verteidigungspolitik Europas. Frankreich – lange Zeit eher zurückhaltend bei militärischen Großprojekten – hat sich mit voller Kraft in eine Aufrüstungswelle gestürzt. Der Anlass? Die weltpolitische Lage, die von Tag zu Tag unsicherer wird, und ein wachsendes Bedürfnis nach strategischer Unabhängigkeit.

    Eine Welt im Umbruch Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ist das Sicherheitsgefühl in Europa tief erschüttert. Was viele als längst vergangene Bedrohung empfanden, ist mit Wucht zurückgekehrt. Russland hat seinen Verteidigungshaushalt 2024 um satte 38 Prozent erhöht und liegt nun bei 149 Milliarden Dollar. Gleichzeitig rückt China immer näher an den Kreml – wirtschaftlich wie militärisch. Da wundert es nicht, dass auch westliche Länder reagieren. Allen voran Frankreich. Präsident Emmanuel Macron ließ keine Zweifel daran: Die Sicherheit Europas müsse wieder in europäische Hände gelegt werden.

    Frankreich setzt auf Stärke Die neue militärische …

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  • Diplomatische Offensive in Paris: Neue Dynamik für den Frieden in der Ukraine

    Diplomatische Offensive in Paris: Neue Dynamik für den Frieden in der Ukraine

    Paris war in dieser Woche Schauplatz intensiver diplomatischer Aktivitäten. Hochrangige Vertreter der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Staaten kamen zusammen, um über einen Ausweg aus dem Krieg in der Ukraine zu beraten. Die Zusammenkunft in der französischen Hauptstadt markiert eine neue Phase internationaler Bemühungen, den Konflikt nicht nur militärisch zu beeinflussen, sondern durch abgestimmte Diplomatie in Richtung einer tragfähigen Friedenslösung zu lenken. Ein Signal geschlossener Reihen Angeführt wurde das Treffen von US-Außenminister Marco Rubio, dem amerikanischen Sondergesandten Steve Witkoff und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Auch Delegationen aus Deutschland, Großbritannien und der Ukraine waren beteiligt. Die Teilnehmer bemühten sich, eine gemeinsame Linie im Umgang mit Moskau zu finden und konkrete Schritte für eine Waffenruhe auszuarbeiten. Im Zentrum der Gespräche stand die Frage, wie sich der Westen künftig noch besser koordinieren kann – so…

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