Schlagwort: Ernte

  • Ohne Wasser wächst nichts mehr

    Ohne Wasser wächst nichts mehr

    Der Sommer meint es nicht gut mit Frankreichs Landwirtschaft. Kaum ist eine Hitzewelle vorbei, kündigt sich bereits die nächste an. Temperaturen jenseits der 35 Grad, ausgedörrte Böden und ausbleibender Regen prägen vielerorts den Alltag. Für Winzer, Gemüsebauern und Obstbauern fühlt sich das längst nicht mehr wie eine Ausnahme an. Es ist die neue Wirklichkeit – und sie verlangt den Betrieben alles ab.

    „Ohne Wasser können wir nichts anbauen.“ Dieser Satz fällt inzwischen auf vielen Höfen. Er klingt schlicht, beschreibt die Lage aber treffender als jede Statistik. Denn Wasser bildet die Grundlage jeder Ernte. Fehlt es über Wochen hinweg, geraten selbst erfahrene Landwirte an ihre Grenzen.

    Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den Weinbergen. Die Rebe galt über Jahrhunderte als genügsame Pflanze, die Trockenheit erstaunlich gut verkraftet. Doch inzwischen stößt auch sie an ihre Belastungsgrenze. Blätter verfärben sich früh, Trauben bekommen Sonnenbrand, ganze Rebstöcke leiden unter massivem Wassermangel.

    Für die Winzer beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit. Bleiben die Beeren klein, sinkt automatisch der Ertrag. Gleichzeitig verändert sich der Reifeprozess. Die Weinlese startet vielerorts Wochen früher als noch vor wenigen Jahrzehnten. Was früher fest im Kalender verankert war, richtet sich heute immer häufiger nach Wetterextremen.

    Mancher Winzer erinnert sich noch an Sommer, in denen Regen fast selbstverständlich war. Heute schaut jeder morgens zuerst zum Himmel. Kommt endlich eine Wolke? Oder bleibt der Himmel erneut wolkenlos?

    Nicht nur die Weinberge ächzen unter der Hitze.

    Gemüsebauern stehen sogar noch stärker unter Druck. Salate, Tomaten, Gurken oder Zucchini brauchen regelmäßig Wasser. Bereits wenige Tage ohne ausreichende Feuchtigkeit reichen aus, damit das Wachstum stockt. Aus kräftigen Pflanzen werden innerhalb kurzer Zeit welke Bestände.

    Genau dann greifen in vielen Regionen Bewässerungsbeschränkungen. Flüsse führen weniger Wasser, Reserven schrumpfen und Behörden begrenzen die Entnahme. Für die Betriebe entsteht ein schwieriger Spagat. Die Pflanzen brauchen Wasser, doch der Hahn bleibt oft nur eingeschränkt geöffnet.

    Einige Landwirte reagieren bereits. Sie verkleinern ihre Anbauflächen oder setzen auf Kulturen, die längere Trockenperioden besser verkraften. Andere investieren in moderne Bewässerungssysteme, die jeden Tropfen möglichst effizient nutzen. Das kostet allerdings viel Geld – und niemand weiß, ob die nächste Hitzewelle nicht noch heftiger ausfällt.

    Die wirtschaftlichen Folgen treffen viele Familienbetriebe hart. Hinter jeder Ernte stecken Monate voller Arbeit, Planung und Investitionen. Saatgut, Maschinen, Energie und Personal verursachen Kosten, unabhängig davon, ob am Ende genügend geerntet wird. Fällt die Ernte kleiner aus, gerät die Rechnung schnell aus dem Gleichgewicht.

    Deshalb dreht sich inzwischen fast jede Diskussion um dieselbe Frage: Wie lässt sich die Wasserversorgung dauerhaft sichern?

    Landwirtschaftliche Verbände sprechen sich für zusätzliche Speicherbecken aus, die Regenwasser aus den niederschlagsreichen Wintermonaten aufnehmen. Während trockener Sommer stünde dieses Wasser dann für die Bewässerung bereit. Für viele Betriebe klingt das nach einer vernünftigen Lösung.

    Doch genau an diesem Punkt entzündet sich Streit. Umweltverbände warnen vor Eingriffen in empfindliche Ökosysteme. Sie befürchten Auswirkungen auf Flüsse, Feuchtgebiete und das Grundwasser. Beide Seiten verfolgen nachvollziehbare Ziele. Die einen möchten die Natur schützen, die anderen ihre Existenz sichern.

    Eine einfache Antwort gibt es nicht.

    Gleichzeitig tüfteln Landwirte längst an neuen Wegen. In den Weinbergen entstehen Versuchsflächen mit Rebsorten, die Hitze besser vertragen. Andere verändern den Rebschnitt, damit die Blätter die Trauben stärker beschatten. Gemüsebauern decken ihre Böden mit Mulch ab, um die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Tröpfchenbewässerung ersetzt zunehmend herkömmliche Systeme und bringt das Wasser gezielt direkt an die Wurzeln.

    Das hilft.

    Aber eben nicht immer.

    Denn wenn wochenlang kein nennenswerter Regen fällt, stößt selbst die beste Technik an ihre Grenzen. Höhere Temperaturen beschleunigen die Verdunstung, Böden trocknen schneller aus und die Pflanzen benötigen noch mehr Wasser. Ein Kreislauf entsteht, der sich kaum durchbrechen lässt.

    Die Folgen reichen weit über die Höfe hinaus. Weniger Obst, weniger Gemüse und kleinere Weinmengen beeinflussen schließlich auch den Markt. Verbraucher spüren das häufig zuerst an steigenden Preisen. Gleichzeitig verändert sich Stück für Stück eine Kulturlandschaft, die Frankreich seit Jahrhunderten prägt.

    Wer durch die Weinberge des Landes fährt, entdeckt nicht nur Reben. Dort steckt Geschichte, Tradition und das Wissen vieler Generationen. Genau deshalb beschäftigt die Entwicklung inzwischen weit mehr Menschen als nur die Landwirtschaft. Es geht um Ernährung, regionale Identität und die Zukunft ganzer ländlicher Regionen.

    Die Hitzewellen der vergangenen Jahre wirken wie ein Weckruf. Anpassungen laufen bereits, doch sie allein reichen nicht aus. Eine nachhaltige Wasserstrategie, moderne Anbaumethoden und kluge Investitionen dürften darüber entscheiden, wie Frankreichs Landwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten aussieht. Denn eines steht für viele Landwirte längst fest: Ohne Wasser wächst keine Zukunft.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Waldbrände in Frankreich: Nach zahlreichen Feuern gilt landesweit höchste Alarmbereitschaft

    Waldbrände in Frankreich: Nach zahlreichen Feuern gilt landesweit höchste Alarmbereitschaft

    Die Waldbrandsaison hat in Frankreich gerade erst begonnen, doch vielerorts hinterlassen die ersten Großbrände bereits ein Bild der Verwüstung. Verkohlte Felder, zerstörte Ernten und schwarze Landschaften prägen derzeit bereits zahlreiche Regionen. Angesichts der anhaltenden Hitze, extremer Trockenheit und teils kräftiger Winde sprechen die Behörden von einer Phase höchster Alarmbereitschaft. Für Feuerwehr und Katastrophenschutz dürfte dies erst der Auftakt eines langen und fordernden Sommers sein.

    Besonders eindrücklich schildern Betroffene die Folgen der Flammen. „Es ist nichts mehr übrig, überhaupt nichts mehr“, berichtet ein Landwirt, dessen Felder innerhalb weniger Minuten vollständig niederbrannten. Solche Schicksale häufen sich derzeit. Binnen kürzester Zeit vernichten die Feuer Ernten, beschädigen landwirtschaftliche Maschinen und bedrohen Existenzen.

    Die außergewöhnliche Hitzewelle der vergangenen Tage hat weite Teile Frankreichs stark ausgetrocknet. Temperaturen von deutlich über 35 Grad, kombiniert mit niedriger Luftfeuchtigkeit, schaffen ideale Bedingungen für Vegetationsbrände. Hinzu kommt Wind, der selbst kleine Feuer innerhalb weniger Minuten zu gefährlichen Flächenbränden anwachsen lässt. Schon ein Funke genügt, um trockenes Gras oder Getreidefelder in Brand zu setzen.

    In zahlreichen Départements standen die Feuerwehren in den vergangenen Tagen nahezu ohne Unterbrechung im Einsatz. Viele Brände konnten zwar rasch eingedämmt werden, doch einzelne Feuer entwickelten sich aufgrund der Witterung äußerst dynamisch. Die Einsatzkräfte kämpfen mit einem umfangreichen Aufgebot aus Löschfahrzeugen, Spezialkräften und Löschflugzeugen gegen die Flammen. Gleichzeitig werden zusätzliche Mannschaften in besonders gefährdeten Regionen stationiert, um auf neue Brandmeldungen möglichst schnell reagieren zu können.

    Vor allem im Süden Frankreichs beobachten Feuerwehr und Wetterdienste die Lage mit großer Sorge. Dort herrscht bereits seit Wochen eine erhöhte Waldbrandgefahr. Doch auch andere Landesteile bleiben nicht verschont. Die Kombination aus Trockenheit und sommerlicher Hitze sorgt mittlerweile nahezu landesweit für ein hohes Risiko.

    Neben Wäldern trifft es besonders häufig landwirtschaftliche Flächen. Erntereife Getreidefelder brennen innerhalb weniger Minuten vollständig ab. Für viele Betriebe bedeutet dies nicht nur den Verlust der Ernte, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Schäden. Gleichzeitig besteht stets die Gefahr, dass sich Flächenbrände auf angrenzende Wälder oder Wohngebiete ausweiten. Aus diesem Grund greifen die Einsatzkräfte häufig bereits in einer frühen Phase mit großem Personalaufwand ein.

    Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass sich die Waldbrandsaison in Frankreich spürbar verändert. Längere Trockenperioden, häufigere Hitzewellen und eine steigende Zahl extremer Wetterlagen verlängern die Zeit, in der Vegetationsbrände entstehen können. Die Regierung hat deshalb ihre Präventions- und Einsatzstrategie ausgebaut, investiert in moderne Löschflugzeuge sowie zusätzliche Einsatzkräfte und verstärkt die Überwachung gefährdeter Gebiete.

    Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, jedes Brandrisiko zu vermeiden. Offenes Feuer, Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze oder achtlos weggeworfene Zigaretten können unter den derzeitigen Bedingungen verheerende Folgen haben. Da auch in den kommenden Tagen hohe Temperaturen und trockene Witterung erwartet werden, bleibt die Gefahr außergewöhnlich hoch. Frankreich steht damit bereits zu Beginn des Sommers vor einer der größten Herausforderungen der diesjährigen Waldbrandsaison.

    Andreas M. B.

  • Millionenbeute im Morgengrauen – Wenn 2 Millionen Walnüsse spurlos verschwinden

    Millionenbeute im Morgengrauen – Wenn 2 Millionen Walnüsse spurlos verschwinden

    Still ist es in der Drôme, wenn die Nacht ihren kühlen Schleier über die Felder legt. Doch in der Mitte dieses Oktobers 2025 hat sich in dieser Stille ein Vorfall ereignet, der Landwirte aufhorchen lässt: Fast zwei Millionen Walnüsse wurden einem Produzenten in La Roche-de-Glun gestohlen – in einer einzigen Nacht. Ein dreister Coup – präzise geplant, lautlos durchgeführt. Die Tat, die Staunen lässt Betroffen ist die „Domaine des Granges“, ein landwirtschaftlicher Betrieb direkt am Rhône-Ufer, geführt von einem erfahrenen Landwirt, der seit 1992 dort tätig ist. Rund 10 % seiner Jahresernte sind über Nacht verschwunden – das entspricht drei bis vier Tonnen Walnüssen. Kein Radabdruck, kein zerstörter Zaun, keine durchwühlte Parzelle. Nur leere Bäume, dort, wo gestern noch die Früchte hingen. Und als wäre das nicht schon kurios genug: Die ersten Reihen entlang der Straße wurden nicht angerührt. Ein kalkulierter Zug – Tarnung durch Zurückhaltung? Der stille Schaden, der laut wirkt Auf dem P…

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  • Hitzeschock auf den Feldern – Wie die Rekord-Hitzewelle 2025 Frankreichs Obstbau ins Wanken bringt

    Hitzeschock auf den Feldern – Wie die Rekord-Hitzewelle 2025 Frankreichs Obstbau ins Wanken bringt

    Es ist noch früh am Morgen im südfranzösischen Gard. Die Sonne steht tief, aber die Luft flimmert bereits. Um sechs Uhr sind die ersten Pflücker schon zwischen den Aprikosenbäumen unterwegs – nicht aus Frühaufsteher-Romantik, sondern aus Notwehr. Spätestens um neun Uhr klettert das Thermometer Richtung 38 Grad, und dann beginnt der Wettlauf gegen die Hitze. Die Hitzewelle des Sommers 2025 hat den Erntekalender durcheinandergewirbelt wie einen Spielkartenstapel im Wind. Alles reift früher. Alles muss schneller runter vom Baum. Und – die Früchte sind verletzlich wie nie.

    Wenn die Sonne mehr zerstört als sie nährt Was jahrzehntelang ein stiller Rhythmus zwischen Sonne und Wachstum war, kippt nun in Stress. Unter brennender Hitze beschleunigt sich die Reifung, oft zu schnell für Lagerung oder Transport. Aprikosen bekommen Sonnenbrand – ja, buchstäblich. Die Haut zeigt braune Flecken, das Fruchtfleisch trocknet an den Rändern aus. Bei Pfirsichen sieht es nicht besser aus. Die Folge: Obst, …

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  • Frankreichs Ernte 2025: Rekordhitze beschleunigt die Mähdrescher – Segen oder Alarmsignal?

    Frankreichs Ernte 2025: Rekordhitze beschleunigt die Mähdrescher – Segen oder Alarmsignal?

    Die Mähdrescher ratterten dieses Jahr ungewöhnlich früh durch Frankreichs Felder. Schon Mitte Juni begannen Landwirte im Südwesten und in der Occitanie mit der Ernte – teils drei Wochen vor dem üblichen Termin. Warum? Die Temperaturen kletterten dort auf über 35 Grad. Eine Gluthitze, die die Reifung der Getreidekulturen massiv beschleunigte. Was zunächst nach einer erfreulichen Aussicht klingt, wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wie lange hält die Landwirtschaft diesem Klimadruck stand? Frühstart mit Folgen Während im Süden die Erntewagen bereits schwer beladen Richtung Lagerhallen rollten, wuchs im Norden Frankreichs die Sorge. Auch dort hatten die Temperaturen die Reifeprozesse vorangetrieben. Doch gleichzeitig fehlte Regen. Felder standen im Trockenen, Böden rissen auf, Pflanzen litten unter Wassermangel. Die Folgen: Stress für die Getreidekulturen, geringerer Ertrag, Qualitätsrisiken. Hoffnungsschimmer im Süden Im Süden zeigte sich bisher ein freundlicheres Bild. Die erste…

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  • Überschwemmungen in Spanien: Auswirkungen auf die Obst- und Gemüseversorgung in Frankreich

    Überschwemmungen in Spanien: Auswirkungen auf die Obst- und Gemüseversorgung in Frankreich

    Schwere Überschwemmungen im Südosten Spaniens, insbesondere in der Region Valencia, bedrohen die Ernte von Zitrusfrüchten und anderen Obst- und Gemüsesorten, die auch in Frankreich stark nachgefragt sind. Viele Obstgärten in Valencia stehen derzeit unter Wasser, was potenziell weitreichende Folgen für den Markt haben könnte.

    Gefährdete Clementinen-Ernte

    Die spanischen Clementinen, die auf den Märkten in Südfrankreich verkauft werden, stammen zwar aktuell noch von Früchten, die vor den Überschwemmungen geerntet wurden. Doch die Zukunft der Clementinen-Lieferungen bleibt ungewiss, wie der erfahrene Obst- und Gemüsehändler Eugène Giogli aus Perpignan erklärt: „Clementinen sind unsere Hauptprodukte und normalerweise bis April erhältlich. Aber im Moment wissen wir nicht, was kommen wird.“

    Verknappte Lieferungen und drohende Engpässe

    Die extremen Regenfälle haben viele Felder in Valencia überflutet und erhebliche Schäden verursacht. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits in der Lieferkette: Die Obst- und Gemüsegenossenschaft ANECOOP in Perpignan erhält mittlerweile etwa dreimal weniger Lieferungen aus Valencia. Selbst wenn die Transporte bald wieder vollständig laufen, könnten die Auswirkungen auf die Ernte erheblich sein.

    Noch keine genauen Schätzungen der Ernteverluste

    Es ist in Spanien derzeit noch zu früh, das gesamte Ausmaß der Schäden an Obst- und Gemüseplantagen zu beziffern. Doch es ist abzusehen, dass nicht nur Clementinen, sondern auch andere beliebte spanische Exportprodukte wie Orangen und Tomaten betroffen sein könnten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie stark die Überschwemmungen die Versorgung beeinflussen und ob Engpässe auf den Märkten drohen.

  • Ein gutes Jahr für die Welt, eine Enttäuschung für Frankreich: Klimawandel und die Getreideernte 2024

    Ein gutes Jahr für die Welt, eine Enttäuschung für Frankreich: Klimawandel und die Getreideernte 2024

    Das Jahr 2024 scheint ein Wendepunkt in der globalen Landwirtschaft zu sein – während die Welt ein gutes Jahr bei der Getreideproduktion verzeichnet, kämpft Frankreich mit einer eher durchschnittlichen Ernte. Nach Angaben der FAO wird die weltweite Getreideproduktion in diesem Jahr voraussichtlich 2.856 Millionen Tonnen erreichen, eine Zahl, die sogar das bereits hohe Niveau des Vorjahres übertrifft. In Frankreich hingegen fallen die Erträge im Vergleich zu den Vorjahren eher mager aus – insbesondere bei Weizen, der knapp die Marke von 26 Millionen Tonnen erreicht.

    Der globale Kontext: Ernten auf Höchststand

    Weltweit gesehen sind die Nachrichten positiv. Die Steigerung der globalen Getreideproduktion ist ein Zeichen dafür, dass trotz der zunehmenden Herausforderungen durch die Klimakrise die landwirtschaftliche Produktion auf einem stabilen Niveau gehalten werden kann. Diese Steigerung ist teilweise auf verbesserte Anbaumethoden, technologische Fortschritte und günstige Wetterbedingungen in einigen Schlüsselregionen zurückzuführen. Besonders in Regionen wie Nordamerika und Teilen Asiens konnten die Bauern von besseren Wetterbedingungen profitieren, was zu höheren Erträgen führte.

    Auch wenn diese Zahlen beeindruckend sind, muss man sich fragen: Was bedeutet das für die globale Ernährungssicherheit? Die Rekordproduktion wird zwar die weltweite Versorgung stabilisieren, doch bleiben große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen. Der Klimawandel und seine ungleichmäßigen Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Bedingungen haben dazu geführt, dass einige Regionen deutlich mehr Ertrag erzielen als andere.

    Frankreichs Herausforderungen: Ein Jahr der Ungewissheit

    Frankreich, traditionell einer der führenden Getreideproduzenten in Europa, hatte es 2024 nicht leicht. Klimatische Extremereignisse – von einer extremen Trockenheit im Frühling bis hin zu plötzlichen Starkregenfällen während der Erntezeit – haben den Ertrag stark beeinträchtigt. Diese Unwägbarkeiten sind direkte Folgen des Klimawandels, der die landwirtschaftlichen Bedingungen immer unvorhersehbarer macht. Während die globale Getreideproduktion steigt, sinkt Frankreichs Anteil daran – ein besorgniserregendes Signal für die heimische Landwirtschaft und Wirtschaft.

    Der Rückgang der Weizenproduktion könnte zudem weitreichende Folgen für die europäische und globale Versorgungskette haben. Frankreich ist ein bedeutender Exporteur von Weizen, insbesondere in Regionen des Nahen Ostens und Afrikas. Ein Rückgang der französischen Produktion könnte in diesen Regionen zu einer Verknappung führen und die Preise in die Höhe treiben, was wiederum die Lebensmittelversorgung und -sicherheit gefährdet.

    Klimawandel: Der Elefant im Raum

    Die Diskrepanz zwischen den globalen Rekorderträgen und den französischen Herausforderungen wirft ein Licht auf die komplexen und ungleichmäßigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Während einige Regionen von einem wärmeren Klima profitieren könnten, leiden andere unter extremen Wetterbedingungen, die die landwirtschaftliche Produktion erschweren. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass es nicht nur um die bloße Menge an produzierten Nahrungsmitteln geht, sondern auch um deren Verteilung und die Fähigkeit der einzelnen Länder, sich an neue klimatische Realitäten anzupassen.

    Die französische Landwirtschaft steht an einem Scheideweg: Die Notwendigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen, war noch nie so dringend. Langfristige Strategien zur Verbesserung der Klimaresilienz, wie die Einführung hitze- und dürreresistenter Pflanzensorten, der Ausbau nachhaltiger Bewässerungsmethoden und eine bessere Bodenbewirtschaftung, sind unerlässlich, um die Zukunft der französischen Landwirtschaft zu sichern.

    Globale Ernährungssicherheit: Ein fragiler Erfolg?

    Die beeindruckenden Zahlen der globalen Getreideproduktion 2024 könnten auf den ersten Blick beruhigend wirken – doch sie erzählen nur die halbe Geschichte. Während einige Länder Rekordernten einfahren, bleiben andere zurück. Der Klimawandel verschärft diese Ungleichheiten und stellt die Frage, ob die globale Ernährungssicherheit wirklich gewährleistet ist. Frankreichs mittelmäßige Ernte ist ein Weckruf: Trotz globaler Erfolge bleiben die Herausforderungen für einzelne Nationen groß, und die Auswirkungen auf die globale Versorgung dürfen nicht unterschätzt werden.

    Letztendlich zeigt sich, dass die globale Getreideproduktion trotz aller Herausforderungen noch auf einem hohen Niveau gehalten werden kann – doch der Klimawandel zwingt uns, unsere landwirtschaftlichen Strategien grundlegend zu überdenken, um sicherzustellen, dass nicht nur die Menge, sondern auch die Verteilung der Nahrungsmittel den Bedürfnissen einer sich wandelnden Welt gerecht wird.

  • Landwirtschaft in der Krise: Schlechte Ernte und sinkende Weinerträge

    Landwirtschaft in der Krise: Schlechte Ernte und sinkende Weinerträge

    Das Jahr 2024 bringt düstere Aussichten für die französische Landwirtschaft. Der jüngste Bericht des Landwirtschaftsministeriums zeigt eine besorgniserregende Lage auf: Die Getreide- und Weinernten werden weit unter den üblichen Durchschnittswerten liegen. Krankheiten, extreme Wetterbedingungen und die Launen der Natur setzen den Landwirten schwer zu.

    Eine Katastrophe für die Weizenernte

    Die Getreidebauern hatten es bereits angedeutet: Die Ernte dieses Jahres könnte eine der schlechtesten der letzten vier Jahrzehnte werden. Die jüngsten Zahlen des Ministeriums bestätigen diese düstere Prognose. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Getreideproduktion voraussichtlich um 10 Millionen Tonnen zurückgehen – das ist kein Pappenstiel!

    Besonders dramatisch ist die Situation beim Weizen. Frankreich, normalerweise der führende Produzent und Exporteur von Weichweizen in Europa, erlebt eine der drei geringsten Weizenernten der letzten 40 Jahre. Ein feuchter Winter und zu wenig Sonnenschein haben die Felder in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernte wird voraussichtlich um 25 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen – nur etwa 26 Millionen Tonnen werden erwartet. Ein herber Schlag für die Landwirte, die auf dieses „Brot des Lebens“ angewiesen sind.

    Weinernte ebenfalls schwer getroffen

    Und auch die Weinbauern haben keinen Grund zum Feiern. Laut dem Bericht des Ministeriums werden die Weinerträge in fast allen Anbaugebieten Frankreichs deutlich zurückgehen. Verantwortlich dafür sind Krankheiten der Reben, die durch hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt wurden, sowie schwierige Wetterbedingungen wie Frost und Hagel. Die Weinproduktion dürfte in diesem Jahr zwischen 40 und 43 Millionen Hektolitern liegen – das sind 10 % bis 16 % weniger als im Jahr 2023 und 3 % bis 10 % weniger als der Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023.

    Staatliche Hilfe in Aussicht

    Angesichts dieser düsteren Aussichten hatte die Regierung bereits Ende Juli angekündigt, bei einer schlechten Ernte Sonderhilfen für die Getreidebauern zu aktivieren. Doch reicht das aus? Die Herausforderungen für die französische Landwirtschaft sind vielfältig und erfordern nicht nur kurzfristige Unterstützung, sondern auch langfristige Strategien, um den Folgen des Klimawandels und anderer Naturkatastrophen zu begegnen.

    Klar ist: Die Landwirte müssen sich auf härtere Zeiten einstellen – und die Verbraucher wahrscheinlich auch. Wenn das geliebte Baguette und der ebenso geliebte Wein knapp werden, könnte das nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Supermarkt und der heimischen Küche spürbar werden. Eine Frage, die uns alle betrifft: Wie können wir die Landwirtschaft widerstandsfähiger machen, um solchen Krisen künftig besser zu begegnen?

  • Die Kirschsaison im Vaucluse ist eröffnet

    Die Kirschsaison im Vaucluse ist eröffnet

    In den Obstgärten des Vaucluse reift ein karminroter Schatz heran. Eine edle Kirsche, die zum Stolz dieser Region geworden ist. Dieses vergängliche Früchtchen mit festem, saftigem Fleisch schmeckt sowohl frisch als auch in Speisen wie einem Clafoutis hervorragend. Ende Mai zwang der Regen den Biopro…

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  • Landwirtschaft: Im Departement Landes geht die Ernte der Kiwis zu Ende

    Landwirtschaft: Im Departement Landes geht die Ernte der Kiwis zu Ende

    Die Ernte der Kiwis im Südwesten Frankreichs neigt sich dem Ende zu. Diese mit dem Label Rouge ausgezeichnete besondere Kiwi wird im Departement Landes geerntet.

    Kiwis reifen in der Herbstsonne im Süden Frankreichs. In einem Obstgarten in Port-de-Lanne (Departement Landes) wird die Adour-Kiwi angebaut, eine der bekanntesten Kiwis aus dem Süden Frankreichs. Das milde ozeanische Klima und die fruchtbaren, tief feuchten Böden sorgen für ein ideales Umfeld. Die Adour-Kiwi ist als Label Rouge eingestuft. „Es gibt einen Mindestzuckergehalt, den sie haben muss, bevor sie gepflückt wird“, erklärt Aurélie Duplantier, Kiwibäuerin in Port-de-Lanne auf dem Sender France 2.

    Das Kernöl der Kiwi wird in der Kosmetik verwendet.
    Die Kiwi-Ernte ist schwere körperliche Arbeit, da die Kiwi-Zweige von oben nach unten abgepflückt werden müssen. Gefüllt wiegt jeder Korb etwa 10 kg. Neben ihren Saisonarbeitern kann die Bäuerin auf die Hilfe von benachbarten Landwirten zählen. Ein lokaler Produzent verarbeitet die Kiwis zu Fruchtsäften, Marmeladen und sogar zu Eistee. Seine neueste Erfindung ist die Gewinnung von Öl aus den Kernen. Dieses Öl wird in der Kosmetik verwendet, da es zahlreiche positive Eigenschaften hat, wie z. B. die Wundheilung oder die Feuchtigkeitsversorgung der Haut. In den Obstgärten im Departement Landes neigt sich die Ernte jetzt dem Ende zu. Nach der Ernte reifen die Kiwis noch einige Wochen und Monate langsam weiter. Sie können ohne weiteres bis Mai gelagert und dann verzehrt werden.