Schlagwort: Energiepreise

  • Benzinpreise im Fokus: Der Senat will Spekulation verfolgen

    Benzinpreise im Fokus: Der Senat will Spekulation verfolgen

    Steigende Kraftstoffpreise gehören seit Jahren zu den sensibelsten wirtschaftspolitischen Themen in Frankreich. Kaum ein anderer Preis trifft Haushalte so unmittelbar wie jener an der Zapfsäule. Vor diesem Hintergrund hat der Präsident des französischen Senats, Gérard Larcher, eine politische Initiative angekündigt, die den Blick über die Tankstellen hinaus auf die gesamte Preisbildungskette lenken soll. Die Debatte soll nicht länger nur bei den Endpreisen stehen bleiben, sondern auch jene Akteure einbeziehen, die entlang der Energie- und Finanzmärkte Einfluss auf die Entwicklung der Kraftstoffpreise nehmen könnten. Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der die Regierung parallel bereits eine Serie von Kontrollen in Tankstellen gestartet hat. Damit entstehen zwei politische Ebenen der Reaktion: administrative Kontrollen im Einzelhandel auf der einen Seite und eine parlamentarische Untersuchung der strukturellen Preisbildung auf der anderen. Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche…

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  • Benzinpreise im Fokus: Paris empfängt die G7 zu Energiefragen

    Benzinpreise im Fokus: Paris empfängt die G7 zu Energiefragen

    Die Zapfsäule als politischer Ort – kaum ein Symbol beschreibt die französische Gegenwart treffender. Wenn der Preis pro Liter ansteigt, spürt das Land den Druck sofort. Pendler, Familien auf dem Land, kleine Unternehmen. Jeder Blick auf die Anzeige an der Tankstelle wirkt wie ein kurzer wirtschaftlicher Wetterbericht. Und genau deshalb rückt die französische Regierung das Thema erneut ins Zentrum der internationalen Politik. Am Rande eines großen Nukleargipfels in Paris plant die Regierung ein Treffen der wichtigsten westlichen Industrienationen – ein „G7 Énergie“, wie Regierungssprecherin Maud Bregeon es nennt. Der Plan klingt zunächst technisch, fast bürokratisch. Doch hinter dieser diplomatischen Formel steckt eine politische Botschaft: Die Energiepreise sollen nicht länger nur national diskutiert werden, sondern auf globaler Ebene. Und das ist kein Zufall. Denn in Frankreich hat kaum ein wirtschaftliches Thema eine derart explosive politische Vergangenheit. Die Erinnerung an den H…

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  • Nahostkrieg und steigende Energiepreise: Französische Linke fordert staatlichen Eingriff an der Zapfsäule

    Nahostkrieg und steigende Energiepreise: Französische Linke fordert staatlichen Eingriff an der Zapfsäule

    Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten wirken längst über die geopolitische Ebene hinaus. Auch in Europa werden die wirtschaftlichen Folgen zunehmend sichtbar. In Frankreich hat die Linkspartei La France insoumise (LFI) nun eine parlamentarische Initiative angekündigt, um die Preise für Kraftstoffe staatlich zu begrenzen. Ziel ist es, Haushalte vor einer neuen Welle steigender Benzin- und Dieselpreise zu schützen – und gleichzeitig eine politische Debatte über den Umgang mit Energiepreisschocks neu zu entfachen. Angst vor einem neuen Ölpreisschock Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten reagieren die internationalen Energiemärkte mit erhöhter Nervosität. Der Preis für Rohöl ist deutlich gestiegen, während auch die Gaspreise in Europa spürbar angezogen haben. Marktanalysten halten es für möglich, dass der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl in den kommenden Monaten wieder die Marke von 100 Dollar überschreiten könnte, sollte sich der Konflikt weiter ausweiten…

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  • Krieg im Nahen Osten: Warum steigende Energiepreise und Lieferprobleme auch Europa treffen könnten

    Krieg im Nahen Osten: Warum steigende Energiepreise und Lieferprobleme auch Europa treffen könnten

    Der neue Krieg im Nahen Osten ist geografisch weit entfernt – doch seine wirtschaftlichen Folgen könnten sehr bald im europäischen Alltag spürbar werden. Bereits wenige Tage nach Beginn der Eskalation zeigen sich erste Effekte: steigende Treibstoffpreise, nervöse Energiemärkte und mögliche Verzögerungen im internationalen Warenverkehr. Ökonomen und Regierungen beobachten die Entwicklung aufmerksam, denn eine längere Krise in der Region könnte Inflation und Wirtschaftswachstum in Europa beeinflussen.

    Ölpreise reagieren sofort auf geopolitische Spannungen

    Der Energiemarkt reagiert traditionell empfindlich auf Konflikte im Nahen Osten. Im Zentrum der aktuellen Sorgen steht die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Energiehandel. Ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und Gaslieferungen passiert täglich diese enge Meerenge zwischen Iran und Oman.

    Schon jetzt zeigt sich ein erster Effekt an den Zapfsäulen. In Frankreich haben Diesel und Benzin laut Regierungsangaben die Marke von rund 1,80 Euro pro Liter überschritten. Ökonomen rechnen damit, dass ein durchschnittlicher Tankvorgang dadurch um etwa zehn Euro teurer werden könnte.

    Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure spricht derzeit von einer „normalen“ Marktreaktion auf höhere Rohölpreise. Zugleich kündigte er verstärkte Kontrollen an, um sicherzustellen, dass Tankstellenbetreiber die Preise nicht stärker erhöhen als durch die internationalen Märkte gerechtfertigt.

    Keine unmittelbare Energieknappheit – aber Risiken bleiben

    Trotz der steigenden Preise sieht die französische Regierung derzeit keine unmittelbare Gefahr einer Versorgungsunterbrechung. Nur rund zwölf Prozent der französischen Rohölimporte stammen direkt aus dem Nahen Osten. Zudem verfügt Frankreich über strategische Reserven, die etwa drei Monate des nationalen Verbrauchs abdecken könnten.

    Energieexperten warnen jedoch vor einer anderen Gefahr: Panikkäufe. Wenn Autofahrer aus Angst vor Engpässen massenhaft tanken, könnten lokale Versorgungsprobleme entstehen – selbst wenn ausreichend Treibstoff vorhanden ist.

    Ein deutlich größeres Risiko würde entstehen, falls Förderanlagen im Nahen Osten selbst beschädigt oder stillgelegt würden. In diesem Fall würde nicht nur der Transport, sondern auch die globale Ölproduktion beeinträchtigt – ein Szenario, das erheblich stärkere Preissteigerungen auslösen könnte.

    Gaspreise steigen – Haushalte spüren es zunächst wenig

    Neben Öl reagiert auch der Gasmarkt empfindlich auf die geopolitische Lage. Rund ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgases (LNG) wird über die Straße von Hormus transportiert. Entsprechend schnell reagierten die Börsen: Der europäische Gaspreis stieg zuletzt auf rund 65 Euro pro Megawattstunde – den höchsten Stand seit Anfang 2023.

    Für viele Haushalte in Europa bleibt dieser Anstieg zunächst begrenzt spürbar. Ein wichtiger Grund ist der Zeitpunkt: Der Winter neigt sich dem Ende zu, wodurch der Gasverbrauch ohnehin sinkt. Zudem sind zahlreiche Haushaltsverträge mit festen Tarifen ausgestattet, die kurzfristige Preisschwankungen abfedern.

    Dennoch warnen Energieanalysten vor möglichen Folgen im kommenden Winter. Sollten die europäischen Gasspeicher aufgrund eines schwierigen Sommers weniger stark gefüllt werden können, könnten höhere Preise später an die Verbraucher weitergegeben werden.

    Landwirtschaft unter Druck durch teurere Düngemittel

    Weniger sichtbar, aber wirtschaftlich bedeutsam ist ein weiterer Effekt: steigende Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel. Ein erheblicher Teil des weltweiten Düngemittelhandels wird über dieselbe strategische Meerenge abgewickelt.

    Seit Beginn der Krise berichten Händler bereits von Preissteigerungen von rund 15 Prozent bei bestimmten Düngemitteln. Für Landwirte könnte dies höhere Produktionskosten bedeuten – ein Faktor, der sich mittelfristig auch auf Lebensmittelpreise auswirken könnte.

    Allerdings ist Europa in diesem Bereich weniger abhängig vom Nahen Osten als bei Energie. Ein Teil der Nachfrage wird durch Produktion innerhalb der Europäischen Union sowie durch Importe aus den USA, Russland, Nordafrika und anderen Regionen gedeckt.

    Lieferketten könnten sich erneut verlangsamen

    Auch der internationale Warenverkehr könnte von der Krise betroffen sein. Sollten Reedereien die Route durch die Straße von Hormus meiden, müssten viele Frachtschiffe längere Umwege nehmen – etwa um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas.

    Solche Umleitungen verlängern Transportzeiten zwischen Asien und Europa um mehrere Tage oder sogar Wochen. Erste große Onlinehändler haben bereits angekündigt, dass sich Lieferzeiten verlängern könnten. Besonders betroffen wären Konsumgüter, Elektronik und Textilien aus asiatischen Produktionszentren.

    Für Europa erinnert die Situation an die Lieferkettenprobleme der vergangenen Jahre – etwa während der Pandemie oder nach der Blockade des Suezkanals 2021. Zwar handelt es sich bislang nicht um eine vergleichbare Störung, doch die Ereignisse zeigen erneut, wie eng globale Handelsströme mit geopolitischer Stabilität verbunden sind.

    Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts hängen letztlich stark von seiner Dauer und Intensität ab. Solange die Energieproduktion im Nahen Osten stabil bleibt, dürften die Folgen für Europa begrenzt bleiben. Eine länger anhaltende Eskalation hingegen könnte die fragile wirtschaftliche Erholung der Eurozone deutlich belasten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Zwischen Tankstelle und Geopolitik: Frankreich ringt erneut um die Steuern auf Kraftstoffe

    Zwischen Tankstelle und Geopolitik: Frankreich ringt erneut um die Steuern auf Kraftstoffe

    Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten werfen lange Schatten bis nach Europa – und insbesondere nach Frankreich. Mit jeder militärischen Eskalation in der ölreichen Region wächst die Sorge vor steigenden Energiepreisen. In Paris hat diese Aussicht eine bekannte politische Debatte neu entfacht: Soll der Staat die Steuern auf Kraftstoffe senken, um Haushalte vor steigenden Preisen zu schützen? Der Abgeordnete Julien Odoul vom Rassemblement National fordert genau das – und bringt damit ein Thema zurück auf die politische Agenda, das seit den Protesten der „Gelbwesten“ als besonders sensibel gilt. Geopolitische Risiken treiben die Märkte Die globalen Energiemärkte reagieren traditionell empfindlich auf Krisen im Nahen Osten. Schon die bloße Möglichkeit einer Störung der Förder- oder Transportwege kann zu Preissprüngen führen. Selbst wenn Ölterminals oder Pipelines nicht unmittelbar betroffen sind, reichen militärische Spannungen häufig aus, um die Erwartungen der Händler zu verändern…

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  • G7-Finanzminister im Krisenmodus: Wie der Nahostkrieg die Weltwirtschaft erschüttert

    G7-Finanzminister im Krisenmodus: Wie der Nahostkrieg die Weltwirtschaft erschüttert

    Die militärische Eskalation im Nahen Osten entwickelt sich zunehmend zu einer ökonomischen Bewährungsprobe für die internationale Gemeinschaft. Was als regionaler Konflikt begann, droht sich zu einer globalen Belastungsprobe für Energiepreise, Finanzmärkte und politische Stabilität auszuweiten. Vor diesem Hintergrund bereitet Frankreich ein kurzfristiges Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der Gruppe der Sieben (G7) vor. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der jüngsten militärischen Entwicklungen zu analysieren und mögliche koordinierte Maßnahmen abzustimmen. Die Initiative verdeutlicht, wie eng sicherheitspolitische und ökonomische Fragen heute miteinander verwoben sind. In einer hochgradig integrierten Weltwirtschaft reichen wenige Tage militärischer Eskalation, um Preissignale, Risikoprämien und politische Erwartungen weltweit zu verschieben. Frankreichs Rolle als Taktgeber Dass der Impuls aus Paris kommt, ist politisch wie institutionell erklärbar. Frankreich hat d…

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  • Washington und Jerusalem greifen Iran an – Eskalation mit unkalkulierbaren Folgen

    Washington und Jerusalem greifen Iran an – Eskalation mit unkalkulierbaren Folgen

    In den frühen Morgenstunden des 28. Februar 2026 haben die Vereinigten Staaten und Israel einen koordinierten Militärschlag gegen Ziele im Iran begonnen. Mehrere Explosionen erschütterten die Hauptstadt Teheran, auch aus Isfahan, Qom und Karadsch wurden Detonationen gemeldet. Die Operation markiert eine neue Stufe in einem seit Jahren schwelenden Konflikt – und sie birgt das Potenzial, die sicherheitspolitische Ordnung im Nahen Osten nachhaltig zu verändern.

    Nach offiziellen Angaben aus Jerusalem und Washington richteten sich die Angriffe gegen militärische Infrastruktur, insbesondere gegen Einrichtungen des Raketen- und Nuklearprogramms. Israels Verteidigungsminister sprach von einem „präventiven Schlag“, der eine existenzielle Bedrohung abwenden solle. US-Präsident Donald Trump bestätigte die Beteiligung amerikanischer Streitkräfte aus der Luft und vom Meer aus und bezeichnete die Operation als „große Kampfoperation“.

    In Teheran erklärte ein Regierungsvertreter, Revolutionsführer Ali Chamenei befinde sich an einem sicheren Ort. Verlässliche Angaben zu Opfern oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

    Militärische Zielsetzung und strategische Kalküle

    Aus israelischer Sicht steht seit Jahren das iranische Nuklearprogramm im Zentrum sicherheitspolitischer Alarmbereitschaft. Der Iran betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Israel hingegen verweist auf die fortgeschrittene Urananreicherung und auf das wachsende Arsenal ballistischer Raketen, das inzwischen große Teile des israelischen Staatsgebiets erreichen kann.

    Die nun gestartete Offensive – in westlichen Medien unter Bezeichnungen wie „Operation Shield of Judah“ oder „Operation Epic Fury“ geführt – soll nach Darstellung der beteiligten Regierungen gezielt militärische Kapazitäten zerstören: Raketenbasen, Forschungszentren, Kommandoeinrichtungen. Die strategische Logik folgt dem Muster früherer Präventivschläge Israels gegen mutmaßliche Nuklearprojekte in der Region, etwa im Irak 1981 oder in Syrien 2007.

    Anders als damals handelt es sich diesmal jedoch um eine offen koordinierte Aktion mit den Vereinigten Staaten. Das verändert die politische Dimension erheblich. Während frühere Schläge punktuell und unilateral waren, trägt die jetzige Operation den Charakter einer gemeinsamen militärischen Kampagne zweier Staaten gegen einen regionalen Akteur.

    Vorgeschichte: Ein Jahrzehnt der Erosion

    Die jetzige Eskalation ist nicht isoliert zu betrachten. Sie steht am Ende eines schrittweisen Zerfalls diplomatischer Arrangements, die seit dem Atomabkommen von 2015 mühsam aufgebaut worden waren. Nach dem amerikanischen Ausstieg aus dem Abkommen 2018 verschärften sich die Spannungen kontinuierlich. Sanktionen, verdeckte Operationen, Cyberangriffe und gezielte Tötungen prägten das Verhältnis zwischen Washington, Jerusalem und Teheran.

    Im Verlauf des Jahres 2025 kam es bereits zu einer kurzen, aber intensiven Phase direkter militärischer Konfrontationen zwischen Israel und Iran. Damals beschränkten sich die Angriffe jedoch auf begrenzte Ziele und blieben unterhalb der Schwelle einer offenen Kriegsführung. Parallel dazu liefen in Genf indirekte Gespräche zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern, die eine Begrenzung der Urananreicherung und eine Lockerung von Sanktionen sondieren sollten. Diese Verhandlungen blieben ohne Durchbruch.

    Die nun erfolgten Angriffe deuten darauf hin, dass in Washington und Jerusalem die Einschätzung vorherrscht, diplomatische Mittel hätten ihre Wirkungsmacht verloren – oder reichten nicht mehr aus, um eine aus ihrer Sicht kritische Phase im iranischen Nuklearprogramm zu verhindern.

    Irans Reaktionsoptionen

    Teheran kündigte umgehend eine „massive Antwort“ an. Bereits wenige Stunden nach Beginn der Angriffe wurden Raketen- und Drohnenstarts gemeldet, Sirenen heulten in Tel Aviv, Luftabwehrsysteme wurden aktiviert. Israel verhängte den Ausnahmezustand und schloss zeitweise seinen Luftraum.

    Iran verfügt über mehrere Eskalationsoptionen: direkte Raketenangriffe auf israelisches Territorium, Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region oder eine Ausweitung asymmetrischer Operationen über verbündete Milizen im Libanon, in Syrien, im Irak oder im Jemen. Besonders die Rolle nichtstaatlicher Akteure – etwa schiitischer Milizen oder der Hisbollah – könnte den Konflikt regionalisieren und schwer kontrollierbar machen.

    Zudem bleibt die strategische Frage offen, ob der Iran sein Nuklearprogramm nun beschleunigt, um eine faktische Abschreckungsschwelle zu erreichen. Historische Erfahrungen zeigen, dass militärischer Druck nukleare Ambitionen nicht zwingend beendet, sondern unter Umständen verstärkt.

    Regionale und globale Verwerfungen

    Die unmittelbaren geopolitischen Folgen sind beträchtlich. Mehrere Staaten riefen zur Deeskalation auf, andere betonten das Recht auf Selbstverteidigung. In den Golfstaaten wächst die Sorge, zwischen die Fronten zu geraten. Russland und China beobachten die Entwicklung mit strategischem Interesse: Beide unterhalten enge Beziehungen zu Teheran und sehen in einer Schwächung des Iran zugleich eine Verschiebung regionaler Machtbalancen.

    Auch ökonomisch sind die Auswirkungen spürbar. Der Iran liegt an einer neuralgischen Stelle des globalen Energiemarkts. Eine Ausweitung der Kampfhandlungen, etwa durch Bedrohungen der Schifffahrt in der Straße von Hormus, könnte erhebliche Preissteigerungen bei Öl und Gas nach sich ziehen. Bereits kurzfristige Unsicherheiten schlagen erfahrungsgemäß auf Finanzmärkte durch – von Energiepreisen bis zu Risikoprämien für Staatsanleihen.

    Für Europa bedeutet die Eskalation eine doppelte Herausforderung: sicherheitspolitisch durch mögliche Destabilisierung der südlichen Nachbarschaft, wirtschaftlich durch Energiepreisrisiken und potenzielle neue Migrationsbewegungen. Die Europäische Union steht damit vor der Aufgabe, diplomatische Kanäle offenzuhalten, ohne die transatlantische Geschlossenheit infrage zu stellen.

    Völkerrechtliche und politische Dimension

    Völkerrechtlich ist die Lage umstritten. Präventive Selbstverteidigung wird in der internationalen Rechtsordnung eng ausgelegt. Während Israel und die USA argumentieren, sie hätten einer unmittelbar drohenden Gefahr begegnet, sehen Kritiker in dem Angriff eine Verletzung der staatlichen Souveränität Irans.

    Die politische Bewertung hängt wesentlich von der Frage ab, wie weit fortgeschritten das iranische Nuklearprogramm tatsächlich war und ob eine akute Bedrohung bestand. Ohne transparente, überprüfbare Informationen bleibt diese Frage Gegenstand politischer Interpretation.

    Die Geschichte des Nahen Ostens lehrt, dass militärische Interventionen selten isolierte Ereignisse bleiben. Sie entfalten Dynamiken, die sich der ursprünglichen Planung entziehen können. Je länger die Kampfhandlungen andauern, desto größer wird das Risiko einer regionalen Kettenreaktion.

    Ob die Operation vom 28. Februar 2026 als begrenzter Präventivschlag oder als Auftakt zu einer breiteren militärischen Auseinandersetzung in die Geschichtsbücher eingehen wird, hängt von den kommenden Tagen ab. Diplomatische Initiativen könnten die Spirale der Gewalt abbremsen – oder aber die Logik der Abschreckung setzt sich durch und verfestigt eine neue Phase offener Konfrontation im Nahen Osten.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Staat gegen Stahlgigant – Frankreich debattiert über die Verstaatlichung von ArcelorMittal

    Staat gegen Stahlgigant – Frankreich debattiert über die Verstaatlichung von ArcelorMittal

    Mit der Annahme eines Gesetzesentwurfs zur Nationalisierung von ArcelorMittal setzt die französische Nationalversammlung ein markantes Zeichen: Der Staat will wieder aktiver Industriepolitik betreiben – auch mit schwerem Werkzeug. Doch ob die Rückverstaatlichung einer angeschlagenen Branche mehr als ein symbolischer Akt ist, bleibt offen. Am Abend des 27. November hat die Assemblée nationale mit 127 zu 41 Stimmen in erster Lesung eine Gesetzesinitiative der linken Oppositionspartei La France insoumise (LFI) angenommen, die die französischen Aktivitäten des Stahlkonzerns ArcelorMittal unter staatliche Kontrolle stellen will. Es ist ein Schritt, der in der politischen Landschaft Frankreichs lange Zeit als Tabubruch gegolten hätte – und doch reiht er sich ein in die Rückkehr des Staates als wirtschaftlicher Akteur, wie sie seit der Corona-Pandemie und der Energiekrise wieder verstärkt zu beobachten ist. Die Rückkehr der Industriepolitik Ziel des Gesetzes ist die Überführung der ArcelorMit…

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  • Steigende Strom- und Gaspreise: Wie die neue Mehrwertsteuer die französischen Haushalte belastet

    Steigende Strom- und Gaspreise: Wie die neue Mehrwertsteuer die französischen Haushalte belastet

    Ab dem 1. August steigt die Mehrwertsteuer auf Strom und Gas in Frankreich drastisch an. Statt des bisherigen reduzierten Satzes von 5,5 % wird dann der volle Satz von 20 % fällig – eine Maßnahme, die durch EU-Vorgaben erzwungen wird. Doch was bedeutet das konkret für die Haushalte? Ein Beispiel aus dem Alltag: Familie unter Druck Eine vierköpfige Familie aus Colombes, einer Stadt in der Nähe von Paris, spürt die Auswirkungen der Energiekrise bereits deutlich. Ihr Haus mit 200 Quadratmetern wird mit Gas beheizt, das warme Wasser kommt aus einem elektrischen Boiler. Schon in den letzten zwölf Monaten sind die monatlichen Abschlagszahlungen für Gas von 172 auf 252 Euro gestiegen – eine Erhöhung um satte 46 %, obwohl ihr Verbrauch kaum gestiegen ist. Mit der bevorstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer dürften die Kosten weiter in die Höhe schnellen. Doch ist diese Steuererhöhung wirklich alternativlos? Warum steigt die Mehrwertsteuer? Bisher galt in Frankreich für Strom- und Gasabonnements…

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  • Strompreise in Frankreich: Steigende Steuern, aber sinkende Tarife ab 2025

    Strompreise in Frankreich: Steigende Steuern, aber sinkende Tarife ab 2025

    Die Energiekrise hat Europa stark erschüttert, doch es gibt auch gute Nachrichten: In Frankreich sollen die Strompreise im Jahr 2025 trotz einer geplanten Steuererhöhung sinken. Aber wie passt das zusammen – höhere Steuern und trotzdem niedrigere Preise? Ein genauerer Blick auf den Strommarkt und die Preisgestaltung klärt auf. Wie setzen sich die Strompreise zusammen? Die Rechnung für Strom in Frankreich besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: dem Großhandelspreis und den Steuern, darunter die „Taxe intérieure sur la consommation finale d’électricité“ (TICFE). Während der Energiekrise, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, stiegen die Großhandelspreise für Strom erheblich an. Um diese Preissprünge abzufedern, senkte die französische Regierung die Steuern auf Strom drastisch und führte den sogenannten „Bouclier tarifaire“ (Preisstopp) ein. Mittlerweile haben sich die Großhandelspreise wieder stabilisiert und sind deutlich gesunken. Gleichzeitig wird die TICFE schrittweise wieder angehob…

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