Schlagwort: Energiekrise

  • Zwischen Zapfsäule und Sozialstaat: Frankreich ringt um den richtigen Umgang mit steigenden Spritpreisen

    Zwischen Zapfsäule und Sozialstaat: Frankreich ringt um den richtigen Umgang mit steigenden Spritpreisen

    Die neuerliche Verteuerung von Kraftstoffen in Frankreich hat eine altbekannte, politisch brisante Debatte neu entfacht: Wie lässt sich die Kaufkraft der Bürger schützen, ohne zugleich klimapolitische Ziele zu unterlaufen? In dieser Gemengelage positioniert sich Marine Tondelier mit einem differenzierten Vorschlag, der bewusst mit traditionellen Reflexen bricht. Statt pauschaler Entlastungen plädiert die Vorsitzende der Écologistes für einkommensabhängige Hilfen – ein Ansatz, der sowohl sozialpolitisch als auch fiskalisch Maß halten soll. Geopolitische Spannungen als Preistreiber Ausgangspunkt der aktuellen Preiswelle ist nicht primär die nationale Energiepolitik, sondern die internationale Lage. Die jüngsten Eskalationen im Nahen Osten und die Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus haben die globalen Ölmärkte erheblich unter Druck gesetzt. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels passiert diese strategisch zentrale Route – jede Störung wirkt sich unmittelbar auf Preise und Erwa…

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  • Zwischen Zapfsäule und politischem Kalkül: Marine Le Pen und die Instrumentalisierung der Energiepreise

    Zwischen Zapfsäule und politischem Kalkül: Marine Le Pen und die Instrumentalisierung der Energiepreise

    Die jüngsten Äusserungen von Marine Le Pen zu den steigenden Treibstoffpreisen fallen in eine Phase wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen. Ihre Kritik zielt jedoch nicht allein auf energiepolitische Entscheidungen der Regierung, sondern greift tiefer: Sie adressiert ein verbreitetes Gefühl sozialer Verunsicherung in Frankreich – und nutzt dieses politisch. Steigende Preise als politischer Resonanzraum Seit Wochen ziehen die Kraftstoffpreise in Frankreich spürbar an. Die Gründe liegen vor allem in externen Faktoren: geopolitische Konflikte, Angebotsverknappungen und ein volatiler Ölmarkt. Für viele Haushalte, insbesondere in ländlichen und periurbanen Regionen, wirken sich solche Preissteigerungen unmittelbar auf das verfügbare Einkommen aus. In diesem Kontext formuliert Marine Le Pen ihre Kritik entlang einer bekannten Argumentationslinie. Der Staat, so ihre These, profitiere von steigenden Preisen durch indirekte Steuermechanismen wie die Mehrwertsteuer und die V…

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  • Wenn das Tanken zu teuer wird – Wie steigende Spritpreise eine alte Form der Kleinkriminalität zurückbringen

    Wenn das Tanken zu teuer wird – Wie steigende Spritpreise eine alte Form der Kleinkriminalität zurückbringen

    Die Preise an den Zapfsäulen steigen – und mit ihnen eine Form der Kriminalität, die viele längst für ein Relikt vergangener Krisenzeiten hielten. In Frankreich beobachtet die Gendarmerie derzeit eine deutliche Zunahme von Kraftstoffdiebstählen. Was früher gelegentlich vorkam, entwickelt sich nun wieder zu einem spürbaren Phänomen. Betroffen sind nicht nur Privatfahrzeuge, sondern auch Schulbusse, Lieferwagen und Lastwagen. Der Zusammenhang wirkt beinahe banal: Je teurer Benzin und Diesel werden, desto attraktiver wird der Inhalt eines Tanks. Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt auf den globalen Energiemärkten. Seit Ende Februar sorgen neue Spannungen im Nahen Osten für Unruhe im Ölhandel. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl bewegt sich inzwischen um die Marke von 100 Dollar, nachdem er zwischenzeitlich sogar deutlich darüber lag. Diese Dynamik spürt man unmittelbar an französischen Tankstellen. Innerhalb weniger Wochen kletterten die Preise für Superbenzin um mehrere Cent pro Liter,…

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  • Atomkraft im geopolitischen Comeback: Warum Paris die nukleare Renaissance vorantreibt

    Atomkraft im geopolitischen Comeback: Warum Paris die nukleare Renaissance vorantreibt

    In Paris treffen sich Vertreter von rund vierzig Staaten zu einem internationalen Gipfel über die Zukunft der zivilen Kernenergie. Was auf den ersten Blick wie eine weitere energiepolitische Konferenz erscheinen mag, steht in Wirklichkeit für eine bemerkenswerte Verschiebung im globalen Energiesystem. Jahrzehntelang galt Atomkraft in vielen westlichen Gesellschaften als Auslaufmodell. Heute rückt sie erneut in den Mittelpunkt strategischer Überlegungen – nicht zuletzt wegen geopolitischer Spannungen, wachsender Stromnachfrage und der Herausforderungen der Klimapolitik. Der von Frankreich organisierte Gipfel verdeutlicht damit eine grundlegende Neubewertung der Kernenergie. Während die Katastrophen von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 lange Zeit als Mahnung gegen den Ausbau der Atomkraft dienten, sehen zahlreiche Regierungen heute in ihr wieder ein Instrument zur Sicherung der Energieversorgung und zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Energiepolitik im Schatten geopolitischer Krisen Der…

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  • Wenn der Öltank plötzlich zur Sicherheitsfrage wird – Warum im Département Vienne das Heizöl knapp wirkt

    Wenn der Öltank plötzlich zur Sicherheitsfrage wird – Warum im Département Vienne das Heizöl knapp wirkt

    Wer dieser Tage im französischen Département Vienne bei einem Heizöllieferanten anruft, erlebt ein kleines Déjà-vu. Die Telefone klingeln ohne Pause, Terminlisten füllen sich in Windeseile, und so mancher Tankwagenfahrer fährt mittlerweile von früh bis spät durch die ländlichen Straßen der Region. Der Grund liegt tausende Kilometer entfernt. Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat die internationalen Energiemärkte aufgeschreckt. Steigende Ölpreise verbreiten sich wie ein Lauffeuer durch Nachrichten und soziale Netzwerke – und genau dort beginnt die Geschichte, die nun auch in der französischen Provinz ihren Lauf nimmt. Denn sobald der Preis für Rohöl steigt, denken viele Haushalte in ländlichen Regionen sofort an ihre Heizöltanks. Und dann passiert etwas sehr Menschliches. Man bestellt. Plötzlich. Lieber heute als morgen. In der Vienne melden Heizölhändler seit einigen Tagen einen regelrechten Bestellansturm. Haushalte, die ihre Tanks normalerweise erst später im Jahr auffüllen,…

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  • Nahostkrieg und steigende Energiepreise: Französische Linke fordert staatlichen Eingriff an der Zapfsäule

    Nahostkrieg und steigende Energiepreise: Französische Linke fordert staatlichen Eingriff an der Zapfsäule

    Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten wirken längst über die geopolitische Ebene hinaus. Auch in Europa werden die wirtschaftlichen Folgen zunehmend sichtbar. In Frankreich hat die Linkspartei La France insoumise (LFI) nun eine parlamentarische Initiative angekündigt, um die Preise für Kraftstoffe staatlich zu begrenzen. Ziel ist es, Haushalte vor einer neuen Welle steigender Benzin- und Dieselpreise zu schützen – und gleichzeitig eine politische Debatte über den Umgang mit Energiepreisschocks neu zu entfachen. Angst vor einem neuen Ölpreisschock Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten reagieren die internationalen Energiemärkte mit erhöhter Nervosität. Der Preis für Rohöl ist deutlich gestiegen, während auch die Gaspreise in Europa spürbar angezogen haben. Marktanalysten halten es für möglich, dass der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl in den kommenden Monaten wieder die Marke von 100 Dollar überschreiten könnte, sollte sich der Konflikt weiter ausweiten…

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  • Zwischen Tankstelle und Geopolitik: Frankreich ringt erneut um die Steuern auf Kraftstoffe

    Zwischen Tankstelle und Geopolitik: Frankreich ringt erneut um die Steuern auf Kraftstoffe

    Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten werfen lange Schatten bis nach Europa – und insbesondere nach Frankreich. Mit jeder militärischen Eskalation in der ölreichen Region wächst die Sorge vor steigenden Energiepreisen. In Paris hat diese Aussicht eine bekannte politische Debatte neu entfacht: Soll der Staat die Steuern auf Kraftstoffe senken, um Haushalte vor steigenden Preisen zu schützen? Der Abgeordnete Julien Odoul vom Rassemblement National fordert genau das – und bringt damit ein Thema zurück auf die politische Agenda, das seit den Protesten der „Gelbwesten“ als besonders sensibel gilt. Geopolitische Risiken treiben die Märkte Die globalen Energiemärkte reagieren traditionell empfindlich auf Krisen im Nahen Osten. Schon die bloße Möglichkeit einer Störung der Förder- oder Transportwege kann zu Preissprüngen führen. Selbst wenn Ölterminals oder Pipelines nicht unmittelbar betroffen sind, reichen militärische Spannungen häufig aus, um die Erwartungen der Händler zu verändern…

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  • Flächenbrand als Kalkül: Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten

    Flächenbrand als Kalkül: Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten

    Was als gezielte Militäraktion begann, droht sich zu einem regionalen Flächenbrand auszuweiten. Nach den amerikanisch-israelischen Luftschlägen gegen iranische Ziele hat Teheran nicht nur militärisch reagiert, sondern eine Eskalationsstrategie gewählt, die den gesamten Nahen Osten erfasst. Der Konflikt folgt dabei keiner zufälligen Dynamik, sondern einer politischen Logik: Iran kann die Vereinigten Staaten militärisch nicht besiegen – wohl aber die strategischen Kosten des Krieges in die Höhe treiben.

    Seit Beginn der Angriffe wurden im Iran nach Angaben der Rettungsdienste mehr als 550 Menschen getötet. Teheran antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, bei denen mindestens zehn Menschen starben. Zugleich griffen iranische Einheiten amerikanische Militärstützpunkte in der Golfregion an; mindestens sechs US-Soldaten kamen dabei ums Leben.

    Doch die Reaktion blieb nicht auf militärische Ziele beschränkt. Angriffe auf zivile Einrichtungen – Hotels, Flughäfen, Energieanlagen – markieren eine qualitative Ausweitung. Bilder brennender Luxushotels in Dubai oder beschädigter Infrastruktur in Katar und Saudi-Arabien verbreiteten sich rasch in sozialen Netzwerken. Besonders empfindlich traf ein Angriff eine saudische Raffinerie; ein weiteres Ziel war eine Flüssiggas-Anlage in Katar. Selbst ein Öltanker vor der omanischen Küste wurde getroffen. Die Botschaft ist klar: Kein Ort in der Region ist sicher.

    Parallel dazu aktiviert Teheran seine regionalen Netzwerke. In Libanon nahm die Hisbollah den Tod des iranischen Revolutionsführers zum Anlass, Raketen auf Israel abzufeuern. Israel reagierte mit Luftschlägen auf Ziele im Süden Beiruts und im Südlibanon – die bestehende fragile Waffenruhe ist damit faktisch beendet. Auch im Irak meldeten pro-iranische Milizen Drohnenangriffe auf US-Stellungen, unter anderem nahe des Flughafens von Bagdad.

    Diese Ausweitung der Kampfhandlungen über Stellvertreter unterscheidet den Iran grundlegend von anderen regionalen Akteuren. Das Land verfügt über ein strategisch gewachsenes Netzwerk nichtstaatlicher Verbündeter, das es ihm erlaubt, asymmetrischen Druck aufzubauen, ohne ausschließlich auf konventionelle Konfrontation angewiesen zu sein.

    Hinzu kommt ein geopolitischer Hebel von globaler Tragweite: die Straße von Hormus. Über diese Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Der Schiffsverkehr ist seit Beginn der Gefechte stark zurückgegangen; die Ölpreise zogen binnen eines Tages um nahezu zehn Prozent an. Besonders asiatische Volkswirtschaften wie China, Japan oder Südkorea beobachten die Lage mit Sorge, da sie in hohem Maße auf Energieimporte aus der Golfregion angewiesen sind.

    Teheran hat die Meerenge, anders als von vielen Medien berichtet, bislang nicht blockiert – ein solcher Schritt würde auch die eigenen Exporte treffen. Doch allein die Drohkulisse entfaltet eine spürbare Wirkung auf Märkte und Regierungen.

    Die Strategie dahinter ist erkennbar: Indem Iran den Konflikt regionalisiert und wirtschaftliche Unsicherheit erzeugt, versucht es, politischen Druck auf Washington aufzubauen. Die Golfstaaten, traditionell enge Partner der USA, sehen ihre Stabilität und ihr Geschäftsmodell als sichere Investitions- und Tourismusstandorte gefährdet. Steigende Energiepreise wiederum könnten die amerikanische Innenpolitik beeinflussen – insbesondere im Vorfeld der Kongresswahlen.

    Für die verbliebene Führung der Islamischen Republik scheint es weniger um einen militärischen Sieg als um Verhandlungsmacht zu gehen. Diese Eskalationspolitik birgt erhebliche Risiken, auch für Teheran selbst. Doch sie folgt der Logik eines Regimes, das in der Ausweitung des Konflikts die letzte verbleibende Option sieht, um strategische Handlungsfähigkeit zu bewahren.


    Iran und USA treiben Konfrontation weiter voran

    Teheran weitete seine Vergeltungsschläge auf amerikanische Ziele in der Golfregion weiter aus. Nach Angaben Saudi-Arabiens wurden am Dienstagmorgen zwei Drohnen auf die US-Botschaft im Königreich abgefeuert. Der Vorfall unterstreicht die zunehmende Verwundbarkeit diplomatischer und militärischer Einrichtungen in der Region.

    In Washington reagierte Außenminister Marco Rubio mit scharfen Worten. „Die härtesten Schläge stehen noch bevor“, kündigte er an. Präsident Donald Trump bekräftigte, die Angriffe auf Iran würden so lange fortgesetzt, bis das Land keine Bedrohung mehr darstelle. Ein zentrales Ziel sei die Zerstörung der iranischen Raketenfähigkeiten – ein Vorhaben, das militärisch anspruchsvoll bleibt, da Teheran über ein weit verzweigtes Arsenal mobiler Abschusssysteme verfügt.

    Irans Führung zeigte sich indes unnachgiebig. Ein ranghoher Sicherheitsvertreter wies Berichte über mögliche Verhandlungen mit Washington zurück und sprach von „wahnhaften Fantasien“ Trumps. Auch international verschärft sich die Lage: Zypern meldete einen Drohnentreffer auf eine britische Luftwaffenbasis, während Spanien den USA die Nutzung eigener Militärstützpunkte für Angriffe verweigerte.

    Unterdessen verlassen zahlreiche Bewohner Teherans die Hauptstadt. „Ich habe seit vier Nächten nicht geschlafen“, berichtet eine Anwohnerin – ein Zeichen wachsender Unsicherheit in einem Konflikt, dessen Ende nicht absehbar ist.


    WEITERE NACHRICHTEN

    Der kanadische Premierminister Mark Carney stellte bei seinem Treffen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi die wirtschaftlichen Beziehungen in den Mittelpunkt und klammerte bei den Gesprächen Indiens mutmaßliche Rolle bei der Erschießung eines Sikh-Aktivisten in Kanada aus.

    Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich werde sein Atomwaffenarsenal ausbauen und die Zusammenarbeit mit europäischen Nachbarstaaten vertiefen, um potenzielle Angriffe abzuschrecken.

    Ein Ausschuss des US-Kongresses veröffentlichte vollständige Videoaufzeichnungen der Befragungen von Bill und Hillary Clinton im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu Jeffrey Epstein.

    Die USA verhängten Sanktionen gegen das Militär Ruandas mit der Begründung, es habe ein von Trump vermitteltes Friedensabkommen in der Demokratischen Republik Kongo untergraben.

    P. Tiko

  • Wenn die Druckmaschinen heißlaufen: Wie Frankreichs Druckereien vor den Kommunalwahlen an ihre Grenzen gehen

    Wenn die Druckmaschinen heißlaufen: Wie Frankreichs Druckereien vor den Kommunalwahlen an ihre Grenzen gehen

    In den Werkhallen zwischen Papierstapeln und Farbgeruch entscheidet sich gerade ein stiller Wettkampf – fernab von Marktplätzen und Wahlplakaten. Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen drehen sich in ganz Frankreich die Druckmaschinen pausenlos. Was nach Routine klingt, gleicht in Wahrheit einem Kraftakt. Plakate, Stimmzettel, Wahlprogramme, Umschläge – jedes Detail unterliegt strengen Vorgaben. Und jeder Fehler kostet Zeit, Geld und Nerven. In einer Druckerei am Rand von Lyon stapeln sich Papierpaletten bis unter die Decke. Zusätzliche Schichten, Wochenendarbeit, improvisierte Abläufe. Kommunalwahlen bringen keinen sanften Anstieg, sondern eine steile Welle. Anders als bei Präsidentschafts- oder Parlamentswahlen verteilt sich das Auftragsvolumen auf Tausende Gemeinden. Jede Liste liefert eigene Daten, eigene Fristen, eigene Tücken. Da raucht schon mal der Kopf. Die Dateien treffen oft spät ein, nicht selten mit Lücken oder notwendigen kurzfristigen Korrekturen. Ein falsch gesetzter Name…

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  • Rekordrede mit offenen Fragen: Trump und die strategische Leerstelle gegenüber Iran

    Rekordrede mit offenen Fragen: Trump und die strategische Leerstelle gegenüber Iran

    Mit seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation hat Donald Trump erneut ein Zeichen gesetzt – nicht nur politisch, sondern auch rhetorisch. Die Ansprache vor beiden Kammern des Kongresses war die längste ihrer Art in der amerikanischen Geschichte. Doch jenseits der Rekordmarke offenbarte sie vor allem eines: die Fortsetzung eines bekannten Narrativs – und bemerkenswerte Leerstellen in wichtigen Fragen der Außenpolitik.

    Trump wiederholte zentrale Botschaften seiner bisherigen Präsidentschaft. Der Krieg in der Ukraine, so seine Darstellung, wäre unter seiner Präsidentschaft nie ausgebrochen. Zudem beanspruchte er, acht Kriege beendet zu haben – eine Zahl, die unabhängige Faktenprüfer differenziert bewerten. Wie bereits in früheren Reden präsentierte sich Trump als Dealmaker, der Konflikte durch persönliche Verhandlungsmacht entschärft. In diesem Zusammenhang dankte er ausdrücklich seinem Schwiegersohn Jared Kushner sowie seinem Sondergesandten Steve Witkoff – zwei Vertrauten, die maßgeblich an diplomatischen Initiativen beteiligt sind.

    Auffällig war hingegen, wie knapp Trump das Thema Iran behandelte – obwohl Berichte kursieren, wonach das Weiße Haus militärische Optionen gegen Teheran prüft. Zwar warnte der Präsident, Iran entwickle Raketen mit potenzieller Reichweite bis in die USA, und bekräftigte, man werde Teheran niemals den Besitz einer Atomwaffe erlauben. Zugleich äußerte er den Wunsch nach einem neuen Abkommen.

    Doch konkrete Zielvorstellungen blieben aus. Welche strategische Ordnung strebt Washington im Nahen Osten an? Wie sähe ein akzeptables Abkommen mit Iran aus? Und welche Risiken wäre die Administration bereit einzugehen? Die Rede bot darauf keine Antwort. Damit verpasste Trump die Gelegenheit, seine Iran-Politik kohärent zu umreißen – in einem Moment, der geopolitisch brisant ist.

    Gerade in Zeiten wachsender internationaler Spannungen sind nicht nur Entschlossenheit, sondern auch strategische Klarheit gefragt. Trumps Rede setzte auf Stärke – doch ließ offen, wohin diese führen soll.


    Würgegriff um Havanna: Steht Kuba vor einer historischen Zäsur?

    Seit fast sieben Jahrzehnten ist Kuba ein geopolitischer Stachel im Fleisch der Vereinigten Staaten. Nur 150 Kilometer von Florida entfernt, behauptet sich der sozialistische Inselstaat seit der Revolution von 1959 unter wechselndem, aber kontinuierlichem Druck aus Washington. Weder die gescheiterte Invasion in der Schweinebucht noch jahrzehntelange Sanktionen oder verdeckte Operationen konnten das Regime zu Fall bringen. Nun jedoch deutet vieles darauf hin, dass die aktuelle Krise eine neue Qualität erreicht hat.

    Bereits vor der jüngsten Verschärfung der US-Politik befand sich Kubas Wirtschaft in einem strukturellen Ausnahmezustand. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verlor Havanna seinen wichtigsten Förderer; es folgte die „Período Especial“, eine Phase drastischer Versorgungsengpässe. Das Regime reagierte mit pragmatischen Anpassungen: Öl aus Venezuela unter Hugo Chávez, Deviseneinnahmen durch medizinische Auslandseinsätze sowie eine staatlich kontrollierte Öffnung für den Tourismus, insbesondere aus Kanada und Europa. Diese drei Säulen hielten das System über Wasser.

    Heute geraten sie zugleich ins Wanken. Die jüngste US-Administration unter Donald Trump hat gezielt jene Kanäle ins Visier genommen, über die Kuba bislang überlebte. Die faktische Unterbindung venezolanischer Öllieferungen – zuletzt rund 35.000 Barrel täglich – trifft die Insel ins Mark. Hinzu kommen Maßnahmen, die Tourismuseinnahmen und medizinische Unterstützung aus dem Ausland erschweren. Das Resultat: zweistellige Inflation, Treibstoffmangel, stundenlange Stromausfälle. In Havanna häufen sich Müllberge; vielerorts steht das öffentliche Leben still.

    Historisch betrachtet haben siech Prognosen über den baldigen Zusammenbruch der kubanischen Führung nie erfüllt. Doch im Unterschied zu früheren Krisen fehlt diesmal ein externer Rettungsanker. Präsident Miguel Díaz-Canel spricht von einem „Wirtschaftskrieg“ und schließt Kapitulation aus. Gleichzeitig signalisiert die Regierung Gesprächsbereitschaft – ein Hinweis auf die angespannte Lage.

    Ob sozialer Protest, interne Machtverschiebungen oder eine diplomatisch verhandelte Öffnung den Ausschlag geben werden, ist offen. Sicher ist nur: Die strategische Geduld, mit der Havanna bisher jede Krise aussaß, wird auf eine harte Probe gestellt. Sollte die Energieversorgung dauerhaft kollabieren, stünde das sozialistische System vor seiner bislang schwersten Bewährungsprobe.


    WEITERE NACHRICHTEN

    Während der Krieg in der Ukraine in sein fünftes Jahr geht, gerät Russlands Wirtschaft zunehmend unter Druck; rund die Hälfte des föderalen Staatshaushalts fließt inzwischen in die Kriegsführung.

    Meta plant, Halbleiter im Wert von mehreren Milliarden Dollar von Advanced Micro Devices zu erwerben, um KI-Technologien zu entwickeln und neue Rechenzentren zu betreiben.

    Ein neuer US-Zollsatz von 10 Prozent ist in Kraft getreten, obwohl Trump eigentlich angekündigt hatte, einen Satz von 15 Prozent zu erheben. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Erhöhung werde noch ausgearbeitet.

    Russlands Inlandsgeheimdienst ermittelt gegen Pawel Durow, den milliardenschweren Gründer der App Telegram, wegen des Verdachts der Beihilfe zum Terrorismus.

    CHINA

    Rund 100 hochrangige chinesische Militärangehörige sind seit 2022 entmachtet worden oder verschwunden. Dies höhlt die Führungsebene der Streitkräfte aus und wirft Fragen hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit auf.

    China erklärte, es werde Exporte an japanische Unternehmen mit Verbindungen zur Verteidigungsindustrie einschränken.

    Sollte China Taiwan angreifen und dessen Chip-Exporte unterbrechen, würde dies die US-Wirtschaft schwer treffen. Eine vertiefende Analyse der New York Times beleuchtet das drohende Szenario, das im Silicon Valley zu lange ignoriert wurde.

    EPSTEIN-AKTEN

    Die Festnahme von Peter Mandelson, dem ehemaligen britischen Botschafter in den USA, ist der jüngste Ausdruck eines politischen Skandals, der die regierende Labour-Partei erschüttert.

    WAS SONST NOCH GESCHAH

    Die Direktorin des Louvre-Museums ist zurückgetreten – weniger als drei Monate nachdem Einbrecher Kronjuwelen aus der Sammlung entwendet hatten.

    Romane von Daniel Kehlmann, Olga Ravn und Gabriela Cabezón Cámara zählen zu den 13 Titeln, die für den diesjährigen International Booker Prize nominiert wurden.

    Der YouTuber, Komiker und Schauspieler Russell Brand erklärte sich in London in Anklagepunkten wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung für nicht schuldig.

    P. T.