Schlagwort: Energie

  • Frankreich baut Wirtschaftsbeziehungen zu Oman aus – Milliardenaufträge für EDF und Suez

    Frankreich baut Wirtschaftsbeziehungen zu Oman aus – Milliardenaufträge für EDF und Suez

    Der Staatsbesuch des omanischen Sultans Haitham bin Tariq in Frankreich hat zu einer Reihe bedeutender Wirtschaftsabkommen geführt. Im Mittelpunkt stehen milliardenschwere Verträge für die französischen Konzerne EDF und Suez, die künftig zentrale Infrastrukturprojekte im Sultanat realisieren werden. Die Vereinbarungen unterstreichen den wachsenden Stellenwert Omans als Partner Frankreichs im Golfraum und spiegeln zugleich die Modernisierungsstrategie des Sultanats wider. EDF errichtet erstes Pumpspeicherkraftwerk Omans Den größten Auftrag erhielt der französische Energiekonzern EDF. Das Unternehmen wird am Wadi-Daysat-Staudamm, rund 90 Kilometer südlich der Hauptstadt Maskat, das erste Pumpspeicherkraftwerk Omans entwickeln, bauen und betreiben. Das Projekt hat ein Volumen von rund vier Milliarden US-Dollar (etwa 3,4 Milliarden Euro). Die Anlage soll künftig bis zu zwei Gigawatt Strom speichern können. Pumpspeicherkraftwerke gelten weltweit als eine der effizientesten Technologien zur …

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  • Zwischen Familienförderung und neuer Belastung: Frankreich setzt zum politischen Balanceakt an

    Zwischen Familienförderung und neuer Belastung: Frankreich setzt zum politischen Balanceakt an

    Der 1. Juli 2026 markiert in Frankreich mehr als einen gewöhnlichen Stichtag im Verwaltungskalender. Mit einer Reihe neuer Regelungen verfolgt die Regierung gleich mehrere politische Ziele: Familien sollen besser unterstützt, der Konsum stärker gelenkt und der Staatshaushalt stabilisiert werden. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenpaket, das die Handschrift einer Politik trägt, die soziale Entlastung und fiskalische Realität miteinander zu verbinden versucht – allerdings nicht ohne Widersprüche.

    Im Mittelpunkt steht die Einführung eines zusätzlichen Geburtsurlaubs. Er ergänzt den bisherigen Mutterschafts-, Vaterschafts- und Adoptionsurlaub und ermöglicht beiden Elternteilen jeweils ein bis zwei Monate bezahlte Freistellung. Im ersten Monat werden 70 Prozent des gedeckelten Nettolohns ersetzt, im zweiten Monat sinkt die Entschädigung auf 60 Prozent.

    Die Maßnahme ist weit mehr als eine familienpolitische Detailkorrektur. Sie signalisiert den Versuch, Frankreichs traditionell vergleichsweise aktive Familienpolitik an die gesellschaftliche Realität des 21. Jahrhunderts anzupassen. Junge Eltern stehen heute unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Wohnkosten, Inflation und eine zunehmend anspruchsvolle Vereinbarkeit von Beruf und Familie machen die ersten Lebensmonate eines Kindes für viele Haushalte zur finanziellen Belastungsprobe. Ein zusätzlicher, bezahlter Geburtsurlaub kann dazu beitragen, diesen Druck zumindest teilweise abzufedern und zugleich eine gleichmäßigere Aufteilung familiärer Verantwortung zwischen Müttern und Vätern zu fördern.

    Doch nahezu zeitgleich werden zahlreiche Haushalte an anderer Stelle stärker belastet. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Gaspreis. Der staatliche Referenzpreis steigt um 7,4 Prozent inklusive Steuern. Für Verbraucher mit entsprechend indexierten Verträgen bedeutet dies höhere Energiekosten bereits mit der Juli-Abrechnung. Auch wenn der monatliche Mehrbetrag auf den ersten Blick überschaubar erscheint, fügt er sich in eine längere Entwicklung kontinuierlich steigender Lebenshaltungskosten ein. Gerade für Haushalte mit geringem Einkommen summieren sich solche Anpassungen spürbar.

    Hinzu kommt eine neue Pauschalabgabe auf Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten. Für importierte Waren mit einem Warenwert unter 150 Euro werden künftig drei Euro pro Artikel erhoben. Die Regelung richtet sich insbesondere gegen den rasant wachsenden Onlinehandel über asiatische Plattformen, deren Geschäftsmodell auf extrem niedrigen Preisen und direktem Versand nach Europa beruht.

    Politisch verfolgt die Maßnahme mehrere Ziele zugleich. Sie soll Wettbewerbsnachteile europäischer Händler verringern, Zollverfahren vereinfachen und zugleich Einnahmen generieren. Gleichzeitig sendet sie ein industriepolitisches Signal: Der grenzenlose Import von Billigprodukten soll nicht länger vollständig ohne zusätzliche Abgaben erfolgen. Für Verbraucher bedeutet dies jedoch das Ende mancher vermeintlichen Schnäppchen.

    Auch bei den Wohnbeihilfen setzt die Regierung neue Prioritäten. Studierende aus Nicht-EU-Staaten, die weder ein französisches Sozialstipendium erhalten noch bestimmte Fördervoraussetzungen erfüllen, verlieren künftig den Anspruch auf die staatliche Wohnbeihilfe APL. Die Entscheidung dürfte kontrovers diskutiert werden. Befürworter argumentieren mit einer stärkeren Konzentration staatlicher Leistungen auf sozial besonders bedürftige Gruppen. Kritiker sehen dagegen die Gefahr, dass Frankreich als internationaler Hochschulstandort an Attraktivität verliert.

    Parallel dazu kehrt ab Mitte Juli das sogenannte Sozialleasing für Elektrofahrzeuge zurück. Rund 50.000 Elektroautos sollen zu vergünstigten Langzeitmieten angeboten werden. Das Programm verbindet Sozialpolitik mit Klimapolitik: Auch Haushalte mit geringerem Einkommen sollen Zugang zur Elektromobilität erhalten. Ob die vorgesehenen Stückzahlen ausreichen, um eine nachhaltige Wirkung auf den Fahrzeugmarkt zu entfalten, bleibt allerdings offen.

    Weniger politisch, aber für Millionen Familien dennoch von erheblicher Bedeutung ist schließlich der Beginn der Sommerferien Anfang Juli. Für den Einzelhandel, die Tourismusbranche und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen markiert dieser Zeitpunkt traditionell den Start der wirtschaftlich wichtigsten Saison des Jahres.

    In ihrer Gesamtheit zeigen die neuen Regelungen ein vertrautes Muster französischer Politik. Einerseits erweitert der Staat gezielt soziale Leistungen und investiert in familienpolitische Programme. Andererseits steigen gleichzeitig die finanziellen Belastungen für Verbraucher durch höhere Energiepreise, neue Abgaben und eine restriktivere Ausgestaltung einzelner Sozialleistungen.

    Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall. Sie spiegelt den politischen Spagat wider, vor dem nahezu alle europäischen Regierungen stehen: Der Sozialstaat soll leistungsfähig bleiben, gleichzeitig wachsen Haushaltsdefizite, Transformationskosten und internationale Wettbewerbsanforderungen. Frankreich versucht, beide Ziele miteinander zu verbinden – durch gezielte Förderung dort, wo gesellschaftlicher Nutzen erwartet wird, und durch höhere Belastungen dort, wo der Staat Lenkungswirkung oder zusätzliche Einnahmen erzielen möchte.

    Ob diese Balance langfristig trägt, wird weniger von einzelnen Maßnahmen abhängen als von ihrer Gesamtwirkung auf Kaufkraft, Vertrauen und wirtschaftliche Dynamik. Der 1. Juli 2026 ist deshalb weniger ein Wendepunkt als ein weiterer Baustein einer Politik, die versucht, soziale Absicherung und finanzielle Realität miteinander zu versöhnen – ein Unterfangen, dessen Erfolg sich erst in den kommenden Jahren bemessen lassen wird.

    Von Andreas Brucker

  • Macron verteidigt Frankreichs Klimapolitik – Hitzewelle sprengt bisherige Maßstäbe

    Macron verteidigt Frankreichs Klimapolitik – Hitzewelle sprengt bisherige Maßstäbe

    Angesichts der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron die Klimaanpassungsmaßnahmen seiner Regierung gegen Kritik verteidigt. Es sei bereits „sehr viel Arbeit geleistet worden“, um das Land auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Gleichzeitig betonte der Staatschef, dass die derzeitige Hitzewelle eine Ausnahmesituation darstelle, die selbst weitreichende Anpassungsstrategien an ihre Grenzen bringe. Bei einem Pressetermin in Antibes am Rande eines Treffens mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte Macron, Frankreich habe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Dennoch könne sich kein Staat vollständig auf ein derart außergewöhnliches Wetterereignis vorbereiten. „Es wurde sehr viel Arbeit geleistet, und ich denke, die Ehrlichkeit gebietet es, das anzuerkennen. Aber man kann sich nicht auf einen Höhepunkt vorbereiten, der derzeit in Europa seinesgleichen sucht und d…

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  • Wenn selbst Dorfschulen klimafest werden müssen

    Wenn selbst Dorfschulen klimafest werden müssen

    Früher reichte im Sommer ein offenes Fenster. Vielleicht noch ein halb heruntergelassener Rollladen, dazu der Geruch von Kreide, aufgeheiztem Linoleum und Pausenbrot. Heute summen in immer mehr französischen Schulen Ventilatoren durch die Klassenräume, mobile Klimageräte röhren gegen die Hitze an, Lehrkräfte schieben den Unterricht in kühlere Morgenstunden. Was lange nach einem Problem südlicher Großstädte klang, erreicht inzwischen selbst kleine Gemeinden am Fuß der Pyrenäen. Im Béarn, jener grünen Landschaft zwischen Le Mans und Reims, zeigt sich die neue Realität besonders deutlich. Dort investieren Kommunen plötzlich in Außenjalousien, Sonnensegel und Rückzugsräume mit Klimaanlage. Keine Prestigeprojekte, keine futuristischen Schulcampus — schlicht der Versuch, Kindern halbwegs erträgliche Lernbedingungen zu schaffen. Denn Hitze im Klassenzimmer ist längst kein Randthema mehr. Wer einmal in einem schlecht isolierten Schulbau aus den 1970er Jahren saß, kennt das Gefühl: stickige Luf…

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  • Tief unter Lothringen: Warum der riesige Wasserstoff-Fund mehr Fragen stellt als Antworten gibt

    Tief unter Lothringen: Warum der riesige Wasserstoff-Fund mehr Fragen stellt als Antworten gibt

    Es klingt wie ein Echo aus der Zukunft, das aus den Tiefen eines alten Industriereviers nach oben dringt.

    Unter der Moselle, im lothringischen Bergbaubecken, liegt womöglich eines der spektakulärsten natürlichen Wasserstoffvorkommen der Welt. Schon vor einigen Jahren hatten Forscher auffällig hohe Konzentrationen gemessen, Zahlen, die selbst abgeklärte Geologen kurz innehalten ließen. Fünfzehn Prozent in über tausend Metern Tiefe – und in noch größeren Tiefen fast reiner Wasserstoff, zumindest nach Modellrechnungen. Eine Schätzung von zig Millionen Tonnen machte schnell die Runde. Zack, die Schlagzeilen waren geboren.

    Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Die eigentliche Geschichte beginnt erst jetzt.

    Denn aus der wissenschaftlichen Beobachtung ist ein politisch und wirtschaftlich legitimiertes Projekt geworden. Ende Januar 2026 erhielt ein Energieunternehmen das exklusive Recht, ein riesiges Gebiet in der Region systematisch zu erkunden. Mehr als zweitausend Quadratkilometer – das ist kein kleines Versuchsfeld, sondern ein ernstzunehmender Eingriff in die Landkarte der europäischen Energiepolitik.

    Und dann kam die nächste Nachricht, fast beiläufig, aber mit Gewicht.

    Eine Tiefbohrung, mehr als dreieinhalb Kilometer in die Erde, bestätigte tatsächlich das Vorhandensein von natürlichem Wasserstoff in mehreren geologischen Schichten. Kein bloßes Gedankenspiel mehr, kein Reagenzglas im Labor, sondern harte Daten aus dem Untergrund. Wer sich ein bisschen für Energiefragen interessiert, spürt sofort: Hier verschiebt sich etwas.

    Aber eben nicht so, wie es die großen Worte vermuten lassen.

    „Riesiges Vorkommen entdeckt“ – das klingt nach sofortiger Förderung, nach wirtschaftlichem Durchbruch, nach einer Art energetischem Goldrausch. Genau das ist es nicht. Zwischen ersten Messungen und einer echten Lagerstätte liegt ein weiter Weg, gesäumt von Unsicherheiten, Prüfverfahren und technischen Hürden. Geologie ist kein Wunschkonzert. Nur weil etwas da ist, lässt es sich noch lange nicht sinnvoll nutzen.

    Man könnte auch sagen: Der Boden spricht – aber wir verstehen seine Sprache noch nicht vollständig.

    Und doch ist die Sache faszinierend.

    Denn es geht hier nicht um den üblichen Wasserstoff, der mit großem Energieaufwand produziert wird. Es geht um sogenannten weißen, natürlichen Wasserstoff, der direkt im Untergrund entsteht. Ein Rohstoff, der nicht erst „hergestellt“ werden muss, sondern schlicht vorhanden ist. Wenn sich diese Prozesse bestätigen, könnte das die Spielregeln verändern – zumindest ein bisschen.

    Die Vorstellung hat etwas Verlockendes.

    Ein ehemaliges Kohlerevier, das jahrzehntelang für fossile Energie stand, verwandelt sich in eine Quelle sauberer Energie – quasi aus sich selbst heraus. Ein geologischer Wandel, der fast schon poetisch wirkt. Lothringen, einst Synonym für Bergbau und Schwerindustrie, könnte wieder eine Rolle spielen. Nur diesmal in einer anderen Liga.

    Klingt gut, oder? Ja, aber langsam.

    Denn die oft zitierte Zahl von 46 Millionen Tonnen ist kein gesicherter Vorrat, sondern eine Hochrechnung. Modelle, Annahmen, frühe Daten – das ist die Grundlage. Wer daraus schon ein europäisches Energieversprechen bastelt, greift zu kurz. In Fachkreisen wächst daher eine gewisse Skepsis, ein gesunder Zweifel, der in solchen Fällen fast schon Pflicht ist.

    Und genau hier liegt die eigentliche Stärke dieser Geschichte.

    Nicht in der vermeintlichen Sensation, sondern in dem Prozess, der gerade beginnt. Staatliche Genehmigungen, echte Bohrungen, konkrete Messungen – das ist mehr als Theorie. Gleichzeitig ist es weit entfernt von industrieller Realität. Ein Zwischenzustand, spannend wie ein ungelöstes Rätsel.

    Für Frankreich hat das Ganze eine besondere Note.

    Es geht um mehr als Energie. Es geht um Identität, um wirtschaftliche Zukunft, um die Frage, wie alte Industrieregionen neu gedacht werden können. Die Moselle wird damit zu einem Symbol – nicht für fertige Lösungen, sondern für die Suche danach.

    Und für Beobachter jenseits der Grenze?

    Da lohnt sich der Blick allemal.

    Denn die Energiezukunft entscheidet sich nicht nur auf Windfeldern oder in politischen Debatten über Kernkraft. Manchmal liegt sie tief unter unseren Füßen, verborgen in Gesteinsschichten, die jahrzehntelang keine Rolle mehr spielten. Die Moselle erzählt genau diese Geschichte.

    Noch ist offen, wohin sie führt.

    Aber eins steht fest: Das Kapitel hat gerade erst begonnen.

    Von C. Hatty

  • Kommentar: Es geht also doch. Ihr könnt es doch – wenn Ihr nur wollt.

    Kommentar: Es geht also doch. Ihr könnt es doch – wenn Ihr nur wollt.

    Was in Cannes gerade passiert, fühlt sich an wie ein Aufatmen nach Jahren des Kopfschüttelns. Jahrelang hieß es: zu teuer, zu kompliziert, nicht machbar, unrealistisch. Und jetzt? Jetzt wird einfach gemacht. Ohne Drama, ohne Ausreden, ohne endlose Gipfeltreffen mit warmen Worten und kaltem Kaffee.

    Man nimmt das Meer. Das sowieso da ist. Jeden Tag. Kostenlos. Und nutzt seine Energie, statt weiter Rechnungen an die fossile Vergangenheit zu überweisen. Punkt.

    Und plötzlich fällt dieses hartnäckige Märchen in sich zusammen, das uns immer wieder erzählt wurde: Umweltschutz koste Geld, schade der Wirtschaft, sei Luxus. Nein. Das Gegenteil ist wahr. Wer klug schützt, spart. Wer lokal denkt, wird unabhängiger. Wer investiert, gewinnt langfristig. So simpel, so logisch – und trotzdem so lange ignoriert.

    Das wirklich Erfreuliche daran: Niemand friert. Niemand verzichtet. Niemand zahlt drauf. Im Gegenteil. Die Rechnungen werden kleiner, die Luft sauberer, die Abhängigkeit geringer. Genau so fühlt sich Fortschritt an. Still, effizient, unaufgeregt – und verdammt überzeugend.

    Man möchte den Verantwortlichen fast zurufen: Danke, dass Ihr zeigt, dass es nicht an der Technik scheitert. Nicht am Geld. Nicht am Wissen. Sondern einzig am Willen.

    Cannes hat ihn.
    Andere könnten ihn auch haben.

    Es wäre höchste Zeit.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Wenn das Mittelmeer die Heizkessel ersetzt – Cannes erfindet sein Energiemodell neu

    Wenn das Mittelmeer die Heizkessel ersetzt – Cannes erfindet sein Energiemodell neu

    Es gibt Momente, in denen große Umbrüche ganz leise beginnen. Ohne politischen Paukenschlag, ohne ideologischen Streit, sondern mit Bauzäunen, Rohren und der nüchternen Logik der Physik. In Cannes geschieht derzeit genau das. Die Stadt, weltberühmt für rote Teppiche und Blitzlichtgewitter, nutzt künftig eine Ressource, die bisher eher als Kulisse galt: das Wasser des Mittelmeers. Nicht zum Schwimmen, nicht zur Dekoration – sondern zum Heizen. Auf der Croisette, dieser ikonischen Promenade zwischen Palmen, Palästen und Prestige, wird die Straße geöffnet und Leitungen verlegt. Was nach gewöhnlicher Baustelle aussieht, markiert einen bemerkenswerten Schritt der kommunalen Energiewende. In rund einem Jahr sollen 330 Wohnungen der Résidence du Parc de la Croisette vollständig ohne Gas auskommen. Keine Flamme mehr im Keller, keine Wartungsverträge, keine Abhängigkeit von fossilen Importen. Stattdessen: Meerwasser. Die Idee klingt zunächst fast poetisch, ist aber technisch präzise. In wenigen…

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  • Kommentar: Habt ihr es jetzt geschafft, ihr streitbaren Parlamentarier?

    Kommentar: Habt ihr es jetzt geschafft, ihr streitbaren Parlamentarier?

    Manchmal wirkt Politik wie ein schlecht geschriebenes Theaterstück, dessen schlecht gelaunte Darsteller auf der Bühne vergessen haben, warum sie überhaupt dort stehen. Und in diesen Tagen, da sich der Jahreswechsel hartnäckig nähert wie ein unerwünschter Verwandter der Weihnachts-Familienfeier, liefern uns unsere „streitbaren“ Volksvertreter ein Schauspiel, das selbst in einem Provinztheater nur ein müdes Achselzucken provozieren würde.
    Doch diesmal sind die Konsequenzen real. Und sie sind bitter.

    Denn während Frankreichs Haushalte nach langer Wartezeit, nach Formularbergen, nach Kostenvoranschlägen und Energieaudits dachten, sie könnten zum Jahresbeginn mit den Umbauten endlich loslegen, flattert nun eine Nachricht ins Land wie ein kalter Luftzug durch ein schlecht isoliertes Altbauzimmer:
    MaPrimeRénov’ macht ab dem 1. Januar dicht.

    Man reibt sich verwundert die Augen. Wirklich?
    Ja, wirklich.

    Der zuständige Minister tritt vor die Kameras, bemüht gefasst, und erklärt mit bemerkenswerter Nüchternheit, man habe es doch vorher gesagt: „Pas de budget, pas de guichet.“ Kein Budget, kein Schalter. Fast schon poetisch, wenn es nicht so schmerzlich wäre.

    Jetzt könnte man meinen, die Volksvertreter hätten in nächtlichen Sitzungen gerungen, verhandelt, gefeilscht, weil ihnen das Wohl der Bürger am Herzen liegt. Weil sie wissen, wie viel Hoffnung in diesem Programm steckt – für Familien, die ihre Heizkosten in den griff bekommen müssen; für Eigentümer, die den CO₂-Ausstoß senken wollen; für Handwerksbetriebe, die ihre Auftragsbücher füllen.
    Doch nein.
    Stattdessen zerlegen sie alles wie eine schlecht verschraubte Kommode im Möbelhaus.

    Und dann tritt der Minister vor die Kameras und führt aus, die sogenannte „loi spéciale“ sei eben kein echtes Haushaltsgesetz, sondern eher eine rustine, ein Pflaster, das man auf den Kessel klebt, kurz bevor er explodiert. Ein Provisorium also – gerade gut genug, um das Land nicht komplett lahmzulegen, aber nicht so großzügig, dass es besondere Ausgaben zulässt. Und zu genau diesen Ausgaben gehört nun mal MaPrimeRénov’.

    Wäre das eine dieser Anekdoten, die man bei einem Glas Wein weitererzählt, man müsste lachen. Aber es ist keine Anekdote. Es ist eine Entscheidung, die mitten ins Leben eingreift.

    Denn wer sich in den letzten Wochen und Monaten mühsam durch das bürokratische Dickicht gekämpft hat, wer sich von Energieberatern erklären ließ, wie viele Zentimeter Dämmung die Rettung des eigenen Hauses versprechen, wer mit Handwerkern Termine jonglierte, Angebote einholte, vielleicht sogar schon mit dem Nachbarn über Wärmepumpen fachsimpelte – all diese Menschen stehen nun da, wie Kunden vor einem Laden, dessen Tür plötzlich krachend ins Schloss fällt.
    „Wir haben vorübergehend geschlossen. Auf unbestimmte Zeit.“

    Und während der Minister erklärt, man könne die Anträge ja nicht einfach entgegennehmen und später entscheiden, ob überhaupt Geld da ist – „Ça n’aurait pas de sens“ –, bleibt ein bitteres Gefühl zurück. Denn der Sinnverlust liegt nicht im Verfahren, sondern in der Politik, die sich selbst blockiert wie ein überhitzter Computer.

    Es ist ja nicht so, dass die energetische Sanierung ein Randthema wäre.
    Es geht um Klimaziele, um Wohnqualität, um wirtschaftliche Stabilität.
    Es geht um Zukunft – ein großes Wort, das in Paris offenbar derzeit eine eher theoretische Bedeutung hat.

    Ich erinnere mich an Gespräche mit Eigentümern, die auf Partys irgendwann seufzend gestehen, sie hätten ja gerne, wirklich gerne, eine Wärmepumpe eingebaut, aber die Bürokratie… und die Kosten… und die Unsicherheit… Ein Staat, der solche Menschen eigentlich ermutigen müsste, schickt sie nun zurück auf Start. Ohne Trostpreis. Ohne Würstchenbude am Spielfeldrand.

    Und so entsteht dieser Eindruck, der sich leise, aber hartnäckig in die Debatte frisst:
    Dass man den Menschen wieder einmal zeigt, wie man Vertrauen verspielt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

    Die Politik hätte hier ein Momentum nutzen können, einen Energieschub, vielleicht sogar einen Funken Optimismus in einer Zeit, in der jeder zweite Blick auf die Nachrichten eher die Stimmung drückt. Stattdessen stoppt sie ein Programm, das nicht perfekt, aber notwendig war – und tut dies mit einer Selbstverständlichkeit, die man sonst nur bei Parkplatzkontrollen findet.

    Dabei hätte die Regierung längst einen Haushalt haben können.
    Hätte.
    Ein Wort, das man in Paris inzwischen häufiger hört als „Bonjour“.

    Nun also ruht MaPrimeRénov’.
    Nicht aus Mangel an Bedarf, nicht aus Mangel an Ideen, sondern aus Mangel an politischer Einigung. Ein Paradebeispiel dafür, wie ein Land mit voller Geschwindigkeit auf seine eigenen Füße tritt und sich dann wundert, warum es stolpert.

    Vielleicht, und das ist der sarkastische Unterton des Moments, vielleicht sollten die Parlamentarier den Winter nutzen, um einmal in ihren eigenen Büros die Heizkörper abzustellen. Eiskalte Realität wirkt manchmal erfrischend auf die Kompromissbereitschaft.

    Bis dahin bleibt den Bürgerinnen und Bürgern nur zuzusehen, wie ein Programm, das für viele ein Lichtblick war, im Verwaltungsnebel verschwindet – zumindest vorerst.
    Der Minister ruft dazu auf, den Haushalt „so schnell wie möglich“ zu verabschieden.
    Ein Satz, den man schon so oft gehört hat, dass er längst wie ein SMS-Standardtext klingt.

    Doch die Zeit läuft.
    Und der Januar wartet auf niemanden.

    Vielleicht gelingt es den streitbaren Parlamentariern ja doch noch, den Schalter wieder umzulegen – bevor die Menschen endgültig den Eindruck gewinnen, dass politisches Handeln vor allem darin besteht, Türen zu schließen, die längst hätten offenstehen sollen.

    Ein Kommentar von Andreas M. B.

  • COP30: Warum das Morgen auch in 28 Quadratmetern beginnt

    COP30: Warum das Morgen auch in 28 Quadratmetern beginnt

    Am Amazonas wird dieser Tage wieder verhandelt. Groß, global, gewichtig. Die COP30 – die mittlerweile dreißigste Klimakonferenz der Vereinten Nationen – ist in Brasilien gestartet. Die Erwartungen sind ebenso hoch wie diffus. Denn was kann man von Konferenzen noch erwarten, die seit Jahrzehnten Lösungen versprechen, während die CO₂-Kurve fröhlich weiter ansteigt?

    Einer, der nicht mehr auf politische Wunder wartet, sondern längst selbst zur Tat geschritten ist, ist Corentin de Chatelperron. Der französische Ingenieur ist bekannt für seine „Low-Tech“-Missionen – und hat nun mit seiner Partnerin Caroline Pultz ein Experiment gewagt, das mehr über die Zukunft verrät als viele Sonntagsreden: ein Jahr Leben in einem 28-Quadratmeter-Apartment, bestückt mit nachhaltigen Erfindungen aus aller Welt.

    Ihr Credo: Weniger reden, mehr machen.

    Low-Tech statt High-Tech-Hoffnung

    „Ich hoffe natürlich, dass diese COP etwas bringt“, sagt Chatelperron im Interview mit franceinfo. Aber gleichzeitig formuliert er die Frage, die sich viele längst stellen: Was, wenn wir aufhören, auf Lösungen von oben zu warten?

    Es ist nicht Resignation, sondern Pragmatismus, der aus diesen Worten spricht. Seit über zehn Jahren reist Chatelperron um die Welt – nicht in Businessclass, sondern auf einem selbstgebauten Segelschiff. In 25 Ländern suchte er nach simplen, effektiven Technologien, die helfen, Wasser zu reinigen, Energie zu erzeugen oder Nahrungsmittel lokal anzubauen – ganz ohne High-Tech, dafür mit viel Hirnschmalz.

    Sein neues Projekt: all diese Ideen zusammenführen und auf kleinstem Raum in einer Pariser Vorstadt umsetzen. Das Ergebnis ist das sogenannte „Appartement du futur“ – ein Mikrokosmos der Nachhaltigkeit, gebaut mit den Mitteln der Gegenwart.

    Ein Leben auf 28 Quadratmetern – aber wie?

    Was nach Verzicht klingt, ist in Wahrheit eine Einladung zum Umdenken. In ihrer Mini-Wohnung in Boulogne-Billancourt entwickelten Chatelperron und Pultz ein Ökosystem, das auf lokalen Kreisläufen basiert: Regenwasser wird gefiltert, Küchenabfälle kompostiert, das Duschwasser fließt durch ein Biotop, das Kräuterbeete speist.

    Und ja – auch Sportgeräte kommen zum Einsatz. Ein Rudergerät, das gleichzeitig Energie erzeugt und das Frühstück warm macht. Fitness mit Funktion, sozusagen. Nicht für alle ein Modell, räumt Chatelperron ein. Doch genau darum gehe es: „Es ist nicht das Ziel, dass jeder alles übernimmt. Sondern dass jeder etwas übernimmt.“

    Zwischen Alltag und Utopie

    Natürlich wirkt manches noch exotisch. Etwa der Versuch, Grillen als Fleischersatz zu züchten – der eher am Herz als am Hunger scheiterte. „Sie haben gezirpt – und wir konnten sie einfach nicht essen“, erzählt er lachend.

    Aber viele Ideen sind überraschend alltagstauglich. Etwa ein Kräutergarten, der sich selbst mit aufbereitetem Abwasser versorgt. Basilikum, Minze, Schnittlauch – frisch, nährstoffreich, ohne Transportwege. Oder modulare Möbel, die sich je nach Tageszeit und Nutzung umbauen lassen. Ein Arbeitsplatz wird zum Bett, ein Regal zur Küche.

    Der Clou: Die Bewohner führten ein Jahr lang präzise Buch. CO₂-Bilanzen, Energiekosten, Ergonomie, psychische Belastung – alles wurde wissenschaftlich begleitet. Das Ergebnis? Ein drastisch reduzierter ökologischer Fußabdruck – und ein überraschend hoher Lebenskomfort.

    Die stille Revolution

    Doch wie bringt man solche Ideen in die Breite? Auch hier bleibt Chatelperron pragmatisch. „Wir arbeiten mit Gemeinden, mit Schulen, mit Unternehmen. Es geht nicht darum, die Welt zu retten – sondern sie neu zu denken.“ Und das beginnt oft im Kleinen: beim Stromverbrauch, beim Kochen, beim Heizen.

    Wer will, kann mitmachen. Ohne App, ohne Blockchain, ohne Subventionen. Ein Solarofen, eine Wurmkiste, eine Komposttoilette – manchmal genügt ein bisschen Wille und ein Schraubenzieher.

    Doch reicht das? Kann man wirklich das große Ganze beeinflussen, wenn man sein Duschwasser zum Blumengießen nutzt?

    Eine berechtigte Frage.

    Chatelperron hat darauf keine ideologische, sondern eine persönliche Antwort. „Ich habe entdeckt, dass dieses Leben nicht nur die Umwelt schützt – sondern auch mich selbst. Es macht zufrieden. Langsamer, klarer, gesünder.“

    Vielleicht liegt genau darin die größte Hoffnung: Dass Nachhaltigkeit nicht als Last empfunden wird, sondern als Gewinn. Nicht als Entbehrung, sondern als Entdeckung.

    Ein Modell für alle?

    Natürlich ist nicht jeder bereit, in ein Low-Tech-Apartment zu ziehen oder morgens auf einem Rudergerät das Rührei zu kochen. Und natürlich braucht es weiterhin globale Regeln, politische Steuerung, technologische Innovation.

    Aber solange die großen Räder sich nur langsam drehen, bleibt die Frage: Warum nicht schon mal anfangen, sich selbst zu verändern?

    Die Antwort kennt jeder – wenn er ehrlich ist.

    Denn wie Chatelperron sagt: „Man kann viel tun, ohne auf andere zu warten.“

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Frankreichs Städte und ihr fossiles Dilemma – warum Amiens, Reims und Strasbourg beim Gasverbrauch ganz oben stehen

    Frankreichs Städte und ihr fossiles Dilemma – warum Amiens, Reims und Strasbourg beim Gasverbrauch ganz oben stehen

    Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Temperaturkurve.

    Vier Tage vor dem Start der UN-Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém hat die Umweltorganisation Les Amis de la Terre einen Bericht veröffentlicht, der Frankreichs Großstädten den fossilen Spiegel vorhält. Darin offenbart sich: Selbst in einem Land, das sich als Vorreiter des ökologischen Wandels versteht, ist die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern – insbesondere Erdgas – nach wie vor erschreckend hoch.

    Und es sind nicht etwa die Metropolen Paris oder Lyon, die am meisten Gas verbrauchen. Es sind Amiens, Reims und Strasbourg – drei Städte, die sich nicht nur durch charmante Altstädte und kalte Winter auszeichnen, sondern auch durch besonders hohe Pro-Kopf-Ausgaben für Gas.

    Ein Ranking, das aufrüttelt

    470 bis 600 Euro pro Jahr und Einwohner – so viel zahlen Menschen in den drei Spitzenreitern durchschnittlich für Gas. Das ist dreimal mehr als in Städten wie Grenoble, Perpignan oder Toulon. Die Gründe? Eine Mischung aus Wohnstruktur, veralteter Heiztechnik und industrieller Nutzung. Denn was hier verheizt wird, geht nicht nur in private Heizkessel. Auch Büros, Rathäuser, Schwimmbäder, Bibliotheken und ganze Industriezweige hängen am Gasnetz.

    Anna-Lena Rebaud, Sprecherin von Les Amis de la Terre, bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht nur um die Wohnungen. Auch der öffentliche Sektor und die Industrie haben einen immensen Anteil an diesem Verbrauch.“

    Gas: Sauberer als Kohle, aber nicht harmlos

    Oft wird Gas als das „kleinere Übel“ gegenüber Kohle und Öl dargestellt – mit einem Hauch von Nachhaltigkeit, weil es beim Verbrennen weniger CO₂ ausstößt. Doch das greift zu kurz.

    Denn entlang der gesamten Förder- und Transportkette entweicht Methan – ein Klimakiller, der 80-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Und Methanlecks sind keine Randnotiz. Sie passieren bei Bohrungen, bei der Lagerung und auf dem Weg durch Pipelines. So wird aus dem vermeintlich sauberen Gas schnell ein echter Klimasünder.

    Dazu kommt die geopolitische Abhängigkeit: Frankreich importiert 98 Prozent seines Gases – unter anderem aus Russland und den USA. Energieautarkie sieht anders aus.

    Das Klima entscheidet sich nicht nur auf Weltgipfeln

    Natürlich blicken viele dieser Tage nach Brasilien, wo sich ab Montag Staats- und Regierungschefs zur COP30 versammeln. Doch der aktuelle Report erinnert daran, dass Klimaschutz nicht nur auf diplomatischen Bühnen stattfindet, sondern auch auf kommunaler Ebene.

    Wer heute durch die Straßen von Strasbourg schlendert, mag sich schwer vorstellen, dass genau hier – zwischen mittelalterlichen Fachwerkhäusern – das Klima so stark belastet wird. Doch genau dort liegt ein Hebel für Veränderung. Denn Städte können handeln: durch energetische Sanierungen, durch den Ausbau von Nahwärmenetzen, durch eine Abkehr von Gasheizungen in öffentlichen Gebäuden.

    Das ist keine ferne Utopie – das ist machbare Politik.

    Vom industriellen Erbe zur ökologischen Wende

    Viele französische Städte tragen bis heute die Last ihrer industriellen Vergangenheit. Gasleitungen aus den 1960ern, schlecht isolierte Plattenbauten aus den 1970ern, ein Energiemix, der jahrzehntelang auf Bequemlichkeit statt Nachhaltigkeit setzte.

    Doch was wäre, wenn genau diese Städte zur Speerspitze der ökologischen Erneuerung würden?

    Wenn in Amiens nicht nur der berühmte gotische Dom, sondern auch modernste Wärmepumpen für Aufsehen sorgen würden? Wenn in Reims, wo man bisher nur vom Champagner spricht, bald Sonnenkollektoren die Dächer zierten? Wenn Strasbourg, als europäische Hauptstadt, auch energetisch Maßstäbe setzte?

    Der CO₂-Fußabdruck beginnt vor der Haustür

    Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die durchschnittliche Temperatur der Erde um über 1,1 °C erhöht. Das klingt nach wenig – ist aber ein Erdrutsch. Ein Erdrutsch, der Gletscher schmelzen lässt, Küstenstädte bedroht und landwirtschaftliche Erträge gefährdet. Und: Er ist menschengemacht. Durch unser Konsumverhalten. Durch den Fleischkonsum. Und eben auch durch Heizsysteme in unseren Städten.

    Das Gute daran? Alles davon ist veränderbar.

    Wie weiter – und wer zuerst?

    Rhetorische Frage: Wieso warten, bis sich alle anderen bewegen?

    Städte wie Amiens, Reims und Strasbourg könnten Vorreiter werden – gerade weil sie aktuell auf der falschen Liste ganz oben stehen. Mit gezielten Investitionen, mutigen Entscheidungen und dem politischen Willen zur Wende. Die Technologien existieren. Die Erkenntnisse sowieso. Was fehlt, ist das Tun.

    Und das beginnt nicht in Belém, sondern direkt vor Ort – mit jedem schlecht isolierten Klassenzimmer, jeder Gastherme in der Amtsstube, jedem Stadtrat, der sich nicht entscheidet.

    Autor: C.H.