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  • Nach Sturm Austen: Tausende Haushalte in Frankreich weiterhin ohne Strom

    Nach Sturm Austen: Tausende Haushalte in Frankreich weiterhin ohne Strom

    Der Sturm Austen liegt bereits mehrere Tage zurück, doch für Tausende Menschen im Westen Frankreichs ist die Krise längst nicht vorbei. In der Bretagne und der Normandie waren am Montagmittag noch rund 19.000 Haushalte ohne Strom. Während Reparaturteams unter Hochdruck arbeiten, kämpfen Betroffene mit kalten Wohnungen, fehlendem Warmwasser und einem Alltag voller Improvisation. Mancherorts könnte die Versorgung erst am Mittwochabend zurückkehren.

    Für viele Familien ist der Stromausfall längst mehr als eine lästige Unterbrechung. Im normannischen Meulers etwa verließ eine Mutter mit ihrem dreijährigen Kind das eigene Haus, weil die Temperaturen ohne elektrische Heizung zunehmend unangenehm wurden. Andere Bewohner harrten nahezu 48 Stunden aus, bevor endlich wieder Wärme durch ihre Heizkörper strömte.

    Was im ersten Moment nach einem überschaubaren technischen Problem klingt, entwickelt sich nach mehreren Tagen zur handfesten Belastungsprobe. Lebensmittel verderben, Mobiltelefone bleiben ungeladen, und selbst eine warme Mahlzeit verlangt plötzlich organisatorisches Geschick.

    Bretagne und Normandie besonders schwer getroffen

    Nach Angaben des französischen Stromnetzbetreibers Enedis waren am Montagmittag noch etwa 14.500 Anschlüsse in der Bretagne und 4.500 in der Normandie unterbrochen. Allein im Département Manche warteten rund 1.700 Haushalte auf die Wiederherstellung ihrer Versorgung.

    Die Schäden gehen auf Sturm Austen und die nachfolgende Wetterstörung Boelo zurück. Heftige Böen rissen Bäume um, brachen Äste ab und beschädigten zahlreiche Freileitungen.

    Deutlich entspannter zeigte sich die Lage inzwischen in der Region Pays de la Loire. Dort waren am Montagabend lediglich noch 350 Haushalte betroffen, davon 250 in Loire-Atlantique und 100 in der Sarthe. Auf dem Höhepunkt des Unwetters mussten zeitweise bis zu 49.600 Kunden ohne Elektrizität auskommen.

    Die Bilanz zeigt: Das Schlimmste scheint überstanden. Doch für diejenigen, deren Häuser weiterhin dunkel bleiben, ist das wenig tröstlich.

    Warum die letzten Reparaturen besonders schwierig sind

    Rund 2.000 Beschäftigte von Enedis und weitere 600 Mitarbeiter externer Unternehmen arbeiten an der Wiederherstellung des Stromnetzes. Unterstützung erhalten sie durch überregionale Spezialeinheiten, die zusätzliches Personal und Material bereitstellen.

    Die Reparaturen folgen einer klaren Reihenfolge. Zunächst stehen wichtige Hauptleitungen im Mittelpunkt, anschließend kleinere Ortschaften und schließlich abgelegene Einzelanschlüsse.

    Gerade diese letzten Arbeiten erweisen sich häufig als besonders zeitaufwendig. Beschädigte Leitungen liegen teilweise in schwer zugänglichem Gelände, umgestürzte Bäume versperren Zufahrten. Zudem müssen Techniker jede Einsatzstelle zunächst absichern.

    Während eine reparierte Hauptleitung Hunderte Haushalte gleichzeitig versorgt, erfordert ein einzelner abgelegener Anschluss mitunter einen eigenen Einsatz.

    Gemeinden öffnen Wärmestuben und Notunterkünfte

    Angesichts der anhaltenden Ausfälle greifen zahlreiche Kommunen ihren Einwohnern unter die Arme.

    In Herbignac im Département Loire-Atlantique öffnete die Gemeinde bereits am Sonntagabend die Salle de l’Orée du Bois. Dort erhielten Betroffene warme Mahlzeiten, konnten sich aufwärmen und bei Bedarf übernachten. Manche Haushalte waren zu diesem Zeitpunkt seit nahezu 60 Stunden ohne Strom.

    Auch die bretonische Hafenstadt Paimpol stellte ihr Rathaus als Anlaufstelle bereit. Einwohner konnten dort Kaffee oder Tee trinken, mitgebrachte Speisen erwärmen und ihre Mobiltelefone aufladen.

    Besondere Aufmerksamkeit gilt älteren und alleinlebenden Menschen. Die Stadtverwaltung appellierte deshalb an die Nachbarschaft, nach gefährdeten Personen zu sehen und Schwierigkeiten frühzeitig zu melden.

    In einigen Straßen dauert das Warten bis Mittwoch

    Für mehrere Straßen in Paimpol liegen inzwischen vorläufige Zeitpläne vor. In der Rue Ernest-Renan und der Rue Raymond-Pellier soll die Stromversorgung voraussichtlich am Dienstag, 27. Oktober, gegen 18 Uhr zurückkehren.

    Bewohner der Impasse de Penvern, der Rue de Penvern und des Chemin de Goasmeur müssen sich möglicherweise bis Mittwochabend, 28. Oktober, gedulden. Auch diese Termine bleiben abhängig vom Verlauf der Reparaturen.

    Damit zeigt sich eine typische Folge schwerer Herbststürme: Während die großen Schäden längst beseitigt sind, zieht sich die vollständige Wiederherstellung der Infrastruktur noch über Tage hin.

    Für die Betroffenen zählt am Ende allerdings keine Statistik. Entscheidend ist jener Augenblick, in dem das Licht wieder brennt, der Kühlschrank anspringt und die Heizung endlich Wärme liefert.

    Von C. Hatty

  • Nach Sturm Austen: In der Bretagne bangen Händler um ihre Waren

    Nach Sturm Austen: In der Bretagne bangen Händler um ihre Waren

    Der Sturm Austen hinterlässt in der Bretagne umgestürzte Bäume, beschädigte Stromleitungen und große Sorgen. Zehntausende Haushalte sitzen am Freitagabend noch immer im Dunkeln. Besonders hart trifft der Stromausfall Lebensmittelhändler, deren Kühltruhen längst nicht mehr zuverlässig arbeiten. Für manche geht es inzwischen um Waren im Wert von mehreren Zehntausend Euro.

    Ein Supermarkt im bretonischen Lannion. Die Türen bleiben geschlossen, das elektrische Rollgitter rührt sich nicht. Drinnen lagern Lebensmittel, die eigentlich längst über die Ladentheke gehen sollten. Doch ohne Strom steht der Betrieb still. Und während draußen die Aufräumarbeiten nach Sturm Austen beginnen, läuft drinnen die Zeit gegen die Händler.

    Denn Fleisch, Fisch, Milchprodukte und andere empfindliche Waren vertragen keine längeren Unterbrechungen der Kühlung.

    Wie lange bleibt die Ware noch genießbar, wenn die Kühlanlagen schweigen?

    Für einen Supermarktbetreiber in Lannion im Département Côtes d’Armor steht einiges auf dem Spiel. Zwischen 15.000 und 20.000 Euro könnte ihn der Stromausfall kosten, falls die Versorgung nicht rechtzeitig zurückkehrt. Noch handelt es sich um einen befürchteten Schaden, nicht um eine endgültige Bilanz.

    Doch allein diese Aussicht reicht, um aus einem ohnehin schwierigen Freitag einen wirtschaftlichen Albtraum zu machen.

    Zehntausende Bretonen weiterhin ohne Strom

    Sturm Austen fegte in der Nacht zum Freitag, dem 23. Oktober, über die Bretagne hinweg. Heftige Böen rissen Äste von den Bäumen, beschädigten Leitungen und blockierten Straßen. Besonders entlang der Küste erreichten die Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 140 Kilometer pro Stunde.

    Am Freitagmorgen meldete der Stromnetzbetreiber Enedis zunächst 128.000 Haushalte ohne Elektrizität in der Bretagne. Gegen Mittag stieg diese Zahl auf rund 148.500.

    In der gesamten betroffenen Großregion Nordwestfrankreichs lag die Zahl zeitweise sogar bei knapp 289.000 Haushalten.

    Bis 18 Uhr entspannte sich die Lage in der Bretagne spürbar. Dennoch blieben dort noch 65.800 Haushalte ohne Strom. Über sämtliche betroffenen Regionen hinweg waren es weiterhin rund 242.000.

    Hinter diesen Zahlen stecken Familien ohne warmes Abendessen, ältere Menschen in dunklen Wohnungen und Geschäftsleute, die auf ihre stillstehenden Kühlgeräte blicken.

    Ein Sturm zieht innerhalb weniger Stunden weiter. Seine Folgen bleiben oft tagelang.

    Wenn jede Minute Geld kostet

    Für Lebensmittelgeschäfte bedeutet ein Stromausfall weit mehr als eine vorübergehend geschlossene Kasse.

    Ohne funktionierende Kühlung steigen die Temperaturen in empfindlichen Warenbeständen. Je länger dieser Zustand anhält, desto größer das Risiko, dass Lebensmittel aus Sicherheitsgründen entsorgt werden müssen.

    Dabei entscheidet nicht allein die Dauer des Ausfalls. Auch die tatsächlichen Lagertemperaturen, die Art der Produkte und die Bedingungen während der Unterbrechung spielen eine Rolle.

    Ein Händler verliert unter Umständen doppelt: Erst bleiben die Kunden aus, anschließend landet ein Teil der bereits bezahlten Ware im Müll.

    Das tut weh.

    Besonders kleinere Geschäfte verfügen nicht immer über Notstromaggregate oder ausreichende finanzielle Reserven. Ein einziger verlorener Warenbestand belastet ihre wirtschaftliche Situation erheblich.

    Und wer ersetzt den Schaden, wenn der Sturm längst weitergezogen ist?

    Ob Versicherungen einspringen, hängt von den jeweiligen Verträgen, den versicherten Risiken und den konkreten Umständen ab. Für betroffene Geschäftsleute beginnt deshalb nach der Wiederherstellung der Stromversorgung möglicherweise schon die nächste Herausforderung: Schäden dokumentieren, Bestände kontrollieren und finanzielle Verluste beziffern.

    Reparaturtrupps kämpfen gegen die Folgen des Sturms

    Enedis mobilisierte mehr als 2.000 Beschäftigte und zusätzliche Kräfte von Partnerunternehmen. Mehrere Hundert Techniker der schnellen Eingreiftruppe FIRE sollten die Reparaturarbeiten unterstützen.

    Doch vielerorts erschweren umgestürzte Bäume, beschädigte Straßen und gefährliche Wetterbedingungen den Zugang zu den Stromleitungen.

    Gerade die im Oktober noch dicht belaubten Bäume boten den heftigen Windböen eine große Angriffsfläche.

    Auch der Bahnverkehr geriet durcheinander. In der Bretagne fielen Verbindungen aus, in der benachbarten Normandie mussten Strecken zeitweise gesperrt bleiben. Weitere Einschränkungen waren für Samstag angekündigt.

    Nicht nur Geschäfte leiden unter den Unterbrechungen. Dienstleister sagen Termine ab, Bewohner suchen geöffnete Cafés und Läden auf, um sich aufzuwärmen oder wenigstens einen heißen Kaffee zu bekommen.

    Ein kleines Stück Normalität inmitten des Chaos.

    Das bange Warten auf den Strom

    Am Freitagabend steht noch nicht fest, wann sämtliche betroffenen Haushalte wieder zuverlässig versorgt sind. Enedis nennt keinen verbindlichen Termin für die vollständige Wiederherstellung.

    Für die Händler zählt deshalb jede Stunde.

    In Lannion und anderen betroffenen Orten entscheidet sich erst nach der Rückkehr des Stroms, welche Vorräte noch verkauft werden dürfen und welche endgültig verloren sind.

    Draußen legt sich der Wind langsam. Auf den Straßen beginnen die Aufräumarbeiten, und nach und nach kehrt Licht in die Häuser zurück.

    Doch hinter mancher geschlossenen Ladentür bleibt die Sorge.

    Denn manchmal hinterlässt ein Sturm seine tiefsten Spuren nicht auf den Straßen, sondern in den Kassenbüchern der Menschen, die dort ihren Lebensunterhalt verdienen.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Schwere Unwetter treffen Südostfrankreich – Sturmböen hinterlassen Spur der Verwüstung

    Schwere Unwetter treffen Südostfrankreich – Sturmböen hinterlassen Spur der Verwüstung

    Heftige Gewitter sind über den Südosten Frankreichs hinweggezogen und haben vielerorts ein Bild hinterlassen, das eher an einen ausgewachsenen Herbststurm als an ein sommerliches Unwetter erinnert. Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und großflächige Stromausfälle hielten Einsatzkräfte und Energieversorger in Atem.

    Besonders die starken Windböen richteten erhebliche Schäden an. Zahlreiche Bäume hielten der Wucht des Windes nicht stand, wurden entwurzelt oder verloren schwere Äste. Dächer wurden beschädigt, teilweise sogar abgedeckt. Auf Straßen und Grundstücken lagen Äste, Ziegel und andere Trümmer – binnen kurzer Zeit verwandelte sich das Gewitter für viele Bewohner in eine ziemlich ungemütliche Angelegenheit.

    Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

    Die Gewitterzellen entwickelten dabei eine beträchtliche Intensität. Nach ersten Einschätzungen erreichten die stärksten Windböen örtlich Geschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde oder mehr. Hinzu kamen heftige Regenfälle und eine ausgeprägte elektrische Aktivität mit zahlreichen Blitzen. Gerade diese Kombination aus Sturm, Starkregen und Gewitter erhöhte das Schadenspotenzial erheblich.

    Auf mehreren Straßen sorgten umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste für Behinderungen. Einzelne Verkehrsachsen mussten vorübergehend gesichert oder freigeräumt werden. Für Autofahrer bedeutete dies nicht nur Verzögerungen, sondern stellenweise auch erhebliche Gefahren. Ein großer Ast auf einer Fahrbahn lässt schließlich wenig Spielraum für spontane Ausweichmanöver.

    Die Rettungs- und Sicherheitskräfte rückten zu zahlreichen Einsätzen aus. Straßen mussten von Hindernissen befreit, beschädigte Gebäude kontrolliert und gefährliche Bereiche abgesperrt werden. Gleichzeitig liefen die Arbeiten an der Stromversorgung auf Hochtouren. Techniker des französischen Netzbetreibers Enedis und Mitarbeiter der betroffenen Kommunen arbeiteten daran, beschädigte Leitungen zu sichern und die Versorgung schrittweise wiederherzustellen.

    Solche Einsätze verlangen Geduld.

    Denn nach einem schweren Gewitter reicht es nicht, eine heruntergerissene Leitung einfach wieder anzuschließen. Zunächst müssen Schäden lokalisiert, Gefahrenstellen abgesichert und Leitungen überprüft werden. Umgestürzte Bäume erschweren den Zugang zusätzlich. Wo mehrere Abschnitte eines Netzes gleichzeitig betroffen sind, zieht sich die Wiederherstellung entsprechend in die Länge.

    Die Behörden riefen die Bevölkerung deshalb zu besonderer Vorsicht auf. Bewohner der betroffenen Gebiete sollten nicht notwendige Fahrten vermeiden, solange Straßen noch geräumt und Gefahrenstellen beseitigt werden. Besondere Vorsicht gilt bei heruntergefallenen Stromleitungen. Auch wenn eine Leitung harmlos auf dem Boden zu liegen scheint, darf sie keinesfalls berührt oder eigenständig bewegt werden.

    Das Unwetter zeigt einmal mehr, wie schnell sich die Situation bei kräftigen Gewitterlagen verändern kann. Noch kurz zuvor herrscht sommerlicher Alltag, wenige Minuten später peitscht Regen über die Straßen, Äste brechen und der Strom fällt aus. Wer solche Wetterlagen in Südfrankreich erlebt hat, kennt diesen abrupten Wechsel: Der Himmel verdunkelt sich, der Wind frischt plötzlich auf – und dann geht es mitunter Schlag auf Schlag.

    Für die betroffenen Gemeinden beginnt nach dem Gewitter die mühsame Arbeit. Dächer müssen repariert, Straßen vollständig geräumt, beschädigte Bäume kontrolliert und Stromnetze instand gesetzt werden. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kehrt der Alltag Stück für Stück zurück.

    Bis dahin bleibt vor allem eines gefragt: Vorsicht. Denn die Gewitter sind vorübergezogen, ihre Folgen jedoch liegen vielerorts noch auf Straßen, Dächern und Grundstücken.

    Daniel Ivers

  • Sturm Goretti legt Nordfrankreich lahm – Orkanböen, Stromausfälle und ein Land im Krisenmodus

    Sturm Goretti legt Nordfrankreich lahm – Orkanböen, Stromausfälle und ein Land im Krisenmodus

    Man hört ihn, bevor man ihn sieht. Ein tiefes Grollen über dem Meer, dann peitscht der Wind gegen Fensterläden, als wolle er Einlass erzwingen. Tempête Goretti hat Frankreich erreicht – und mit ihr eine Wetterlage, die selbst abgebrühte Meteorologen kurz innehalten lässt. Rund 50.000 Haushalte sitzen ohne Strom im Dunkeln, während der Sturm mit brachialer Konsequenz über den Norden und Westen des Landes hinwegzieht.

    Der erste große Schlag trifft die Bretagne. Dort, wo das Land dem Atlantik trotzt, reißen Böen an Stromleitungen, knicken Bäume um, zerren an Dächern. Etwa 20.000 Haushalte verlieren dort binnen weniger Stunden die Stromversorgung. Der Netzbetreiber Enedis meldet weitere Ausfälle in den Pays de la Loire und in der Normandie. Es sind Zahlen, nüchtern präsentiert – doch hinter jeder steckt eine Küche ohne Licht, ein Wohnzimmer ohne Heizung, ein Alltag im Wartemodus.

    Die meteorologische Dramaturgie dieses Sturms folgt einem seltenen Drehbuch. Météo-France versetzt gleich 32 Départements in die Warnstufe Orange wegen extremer Windgeschwindigkeiten. Das Departement Manche jedoch ragt heraus wie ein rotes Ausrufezeichen auf der Wetterkarte. Dort gilt seit Donnerstagabend die höchste Warnstufe. Zwischen 21 Uhr und 3 Uhr nachts rechneten Experten mit einer Sturmphase, die selbst erfahrene Küstenbewohner nervös macht.

    Auf dem offenen Meer baut sich eine See auf, die jedes Maß verliert. Die Präfektur maritime der Manche und der Nordsee spricht von einem Sturm „von seltener Intensität“. Worte, die man in behördlichen Mitteilungen nicht leichtfertig wählt. Boote sollen im Hafen bleiben, Ausfahrten werden dringend untersagt. Wer an diesem Abend dennoch hinausfährt, riskiert nicht nur Materialschäden, sondern sein Leben – so klar, so unmissverständlich ist der Ton.

    An Land peitscht der Wind mit Geschwindigkeiten, die man sonst eher aus Hurrikanstatistiken kennt. An manchen Küstenabschnitten werden 150 bis 160 Kilometer pro Stunde erwartet, im Binnenland immerhin noch 130 bis 140. Alix Roumagnac, Chef des Risikodienstleisters Predict Services, findet dafür deutliche Worte: Das seien Windstärken, wie man sie von tropischen Wirbelstürmen kenne. Keine Übertreibung, eher eine nüchterne Einordnung.

    Die Konsequenzen reichen tief in den Alltag hinein. In der Manche bleiben am Freitag sämtliche Schulen geschlossen. Kindergärten, Grundschulen, Collèges und Lycées – alle Türen bleiben zu. Auch im benachbarten Département Seine-Maritime fällt der Unterricht aus. Eltern organisieren sich hastig, Arbeitgeber reagieren mit Verständnis oder Stirnrunzeln, je nach Branche. Man spürt: Wenn der Staat Schulen schließt, meint er es ernst.

    Auch die Mobilität gerät ins Schleudern. Die nationale Bahngesellschaft SNCF stoppt vorsorglich zahlreiche Zugverbindungen. In der Normandie ruht der Bahnverkehr bereits seit Donnerstagabend vollständig, um Reisende und Personal zu schützen. In Centre-Val de Loire werden mehrere TER-Linien eingestellt, in der Bretagne fahren Züge nur eingeschränkt oder gar nicht. In den Hauts-de-France schließlich bleibt der regionale Bahnverkehr bis weit in den Freitagnachmittag hinein ausgesetzt. Wer dort unterwegs sein wollte, bleibt besser zu Hause – oder improvisiert.

    Es sind nicht nur Wind und Meer, die Sorge bereiten. In den Alpenregionen Haute-Savoie, Savoie und Hautes-Alpes gilt zusätzlich die Warnstufe Orange wegen Schnee und Glatteis. Während der Norden also gegen orkanartige Böen kämpft, drohen im Südosten blockierte Straßen und gefährliche Passagen. Frankreich erlebt an diesem Donnerstag und Freitag eine meteorologische Vielschichtigkeit, die Rettungsdienste und Verwaltungen gleichzeitig fordert.

    Zwischen all den Warnmeldungen, Sperrungen und Zahlen blitzen immer wieder Bilder auf, die sich einprägen. Auf Ouessant schlagen graue Wellen gegen schwarze Felsen, Gischt liegt wie Rauch in der Luft. Strommasten zeichnen sich schief gegen den Himmel, als hätten sie den Halt verloren. Und irgendwo sitzt jemand mit Kerzenlicht am Küchentisch und denkt sich: Na super, ausgerechnet jetzt.

    Solche Stürme hinterlassen Spuren, auch wenn sie weiterziehen. Umgestürzte Bäume, beschädigte Leitungen, Tage der Aufräumarbeiten. Für die Einsatzkräfte beginnt nach dem Sturm oft die eigentliche Arbeit. Enedis mobilisiert Techniker aus weniger betroffenen Regionen, um die Stromversorgung so rasch wie möglich wiederherzustellen. Erfahrung zeigt: Das dauert Stunden, manchmal Tage. Geduld gehört dann zur Grundausstattung.

    Tempête Goretti erinnert daran, wie fragil moderne Infrastruktur trotz aller Technik bleibt. Ein paar Stunden extremen Wetters genügen, um ganze Regionen in einen Ausnahmezustand zu versetzen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Warnsysteme funktionieren, Informationen schnell verbreitet werden, Entscheidungen konsequent getroffen werden. Das verhindert keine Schäden, aber es rettet Leben.

    Wenn der Wind nachlässt und das Meer sich beruhigt, bleibt ein kollektives Durchatmen. Bis dahin gilt: Fenster schließen, Wege vermeiden, Anweisungen befolgen. Klingt banal, ist aber überlebenswichtig. Oder, um es weniger amtlich zu sagen: Heute besser Sofa als Straße.

    Und dann zieht Goretti unter dem Namen Elli weiter nach Osten – nach Deutschland.

    Autor: C.H.

  • Sturmtief „Benjamin“: Stromausfälle, Verwüstung und ein toter deutscher Tourist

    Sturmtief „Benjamin“: Stromausfälle, Verwüstung und ein toter deutscher Tourist

    Wenn der Wind zum Gegner wird, zeigt sich die ganze Zerbrechlichkeit moderner Infrastruktur. Sturmtief „Benjamin“ hat Frankreich mit voller Wucht getroffen – und hinterlässt ein Bild der Verwüstung.

    Am Donnerstagabend meldete der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure im Abendnachrichtenmagazin von France 2: Noch immer sind 38.000 Haushalte ohne Strom. In Spitzenzeiten saßen sogar 140.000 Haushalte im Dunkeln. Besonders hart traf es die Regionen Nouvelle-Aquitaine, Okzitanien und Auvergne-Rhône-Alpes – ein weiter Bogen von der Atlantikküste bis zu den Alpen, in dem Bäume knickten, Straßen gesperrt wurden und der Strom flächendeckend ausfiel.

    Lescure nutzte die Gelegenheit, um den Einsatzkräften von Enedis zu danken. Die Techniker hätten, so der Minister, „mit vollem Einsatz“ daran gearbeitet, die Versorgung wiederherzustellen. In vielen Regionen herrschte Ausnahmezustand: Straßen überflutet, Leitungen beschädigt, Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Ein ganz normaler Herbststurm? Mitnichten.

    Denn „Benjamin“ war mehr als nur ein starker Wind.

    Ein besonders tragisches Kapitel spielte sich auf Korsika ab. Dort verlor ein 45-jähriger deutscher Tourist sein Leben. In der Region Galeria, an der Brücke „Pont des Cinq Arcades“, wurde er von den reißenden Fluten des Flusses Fango überrascht und mitgerissen. Sein lebloser Körper wurde später flussabwärts entdeckt. Urlaub in der Natur – mit tödlichem Ausgang.

    Innenminister Laurent Nuñez, der am Donnerstag das nationale Krisenzentrum aufsuchte, sprach von einem „Ereignis, das nachlässt“. Doch die Bilanz ist deutlich: 1.200 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz, halfen bei Evakuierungen, entfernten umgestürzte Bäume und kümmerten sich um Verletzte.

    Denn auch abseits Korsikas kam es zu dramatischen Szenen: In Royan, einem Küstenort in der Charente-Maritime, stürzte ein Baum auf ein Fahrzeug – drei Personen wurden verletzt. Glück im Unglück: Keine von ihnen musste ins Krankenhaus. In der Gironde traf es einen Busfahrer und eine Feuerwehrfrau, beide erlitten leichte Verletzungen durch herabfallende Äste.

    Immerhin: Der Sturm verliert an Kraft.

    Météo-France gab am Abend bekannt, dass nur noch zwei Départements unter „Vigilance Orange“ stehen – beide auf Korsika: Haute-Corse und Corse-du-Sud. Für den Rest des Landes hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Der Wind pfeift leiser, doch die Aufräumarbeiten beginnen erst.

    Was bleibt, ist das mulmige Gefühl, wie schnell Naturgewalten den Alltag aus den Angeln heben können. Binnen Stunden wurde aus einem herbstlichen Tief ein nationales Krisenereignis. Die Frage drängt sich auf: Müssen wir uns an solche Extremwetterlagen gewöhnen?

    Die Meteorologen sagen Ja.

    Stürme wie „Benjamin“ sind kein Einzelfall mehr. Ihre Häufung, ihre Intensität – sie passen ins Bild eines sich wandelnden Klimas, in dem Wetterextreme keine Ausnahme, sondern die neue Regel sind. Besonders die Atlantikküste trifft es in den letzten Jahren immer häufiger. Häuser, die gestern noch sicher schienen, bekommen plötzlich nasse Keller und beschädigte Dächer.

    Und mittendrin: Menschen, die improvisieren, retten, helfen.

    Vielleicht ist das die einzige Konstante in all dem Chaos: der Zusammenhalt. Techniker, Feuerwehr, Nachbarn – sie alle werden in solchen Momenten zu stillen Heldinnen und Helden. Es sind ihre Hände, die die Schäden beheben, Leitungen reparieren, Menschen aus Autos bergen oder einfach eine Taschenlampe reichen, wenn das Licht ausgeht.

    Denn wenn der Strom ausfällt, bleibt uns nichts als ein wenig Kerzenlicht – und die Hoffnung, dass der Sturm bald weiterzieht.

    Von C. Hatty

  • „Benjamin“ wütet über Frankreich – droht eine Wetterbombe?

    „Benjamin“ wütet über Frankreich – droht eine Wetterbombe?

    Frankreich stemmt sich gegen eine Herbststurmfront, die Meteorologen als eine der heftigsten seit Jahren einstufen. Der Name: Benjamin. Der Klang: harmlos. Die Wirkung: alles andere als das.

    Neunzehn Départements stehen am Donnerstag unter oranger Wetterwarnung – wegen Sturmböen, Starkregen oder Sturmwellen an den Küsten. Besonders betroffen: die West- und Nordküsten des Landes, von der Bretagne bis zur Normandie, vom Atlantik bis zur Côte d’Azur.

    Ein Sturm zieht auf

    Was als Tiefdruckgebiet über den Britischen Inseln begann, hat sich in der Nacht zu Donnerstag zu einem ausgewachsenen Orkantief entwickelt. Schon beim Eintritt in den Ärmelkanal zeichnete sich ab: Diese Wetterlage könnte gefährlich werden. Météo-France warnte früh vor einem „fort coup de vent“, einem kräftigen Sturm, der sich über weite Teile des Landes ausbreiten würde.

    Die Windfront erreicht inzwischen auch das Landesinnere – von der Gironde über die Auvergne bis hoch zum Pas-de-Calais. Sogar Andorra und Korsika stehen auf der Liste der betroffenen Gebiete.

    Windspitzen bis zu 170 km/h

    Die Zahlen sprechen für sich:
    116 km/h in der Manche, 142 km/h auf der Île de Ré, 132 km/h am Cap-Ferret, 161 km/h in Fécamp. Auf dem Cap Corse peitschen Böen von bis zu 170 km/h. „Das ist kein gewöhnlicher Herbststurm“, sagen Meteorologen.

    Im Landesinneren rauscht der Wind noch mit 90 bis 110 km/h über Felder, Dächer und Wälder. Die Folge: abgedeckte Häuser, entwurzelte Bäume, umgestürzte Strommasten. An den Küstenstraßen der Normandie schlagen meterhohe Wellen über die Kaimauern.

    Eine „Bombe météorologique“?

    Der Wetterexperte Patrick Marlière spricht gar von einer möglichen bombe météorologique – einer sogenannten Wetterbombe. Ein Begriff, der fast nach Science-Fiction klingt, aber in der Meteorologie eine klare Bedeutung hat: Es handelt sich um ein Tiefdruckgebiet, das sich innerhalb kurzer Zeit extrem schnell vertieft – mindestens 24 Hektopascal in weniger als 24 Stunden.

    Das Ergebnis: ein explosionsartig wachsender Sturm mit orkanartigen Böen. „So etwas haben wir zu dieser Jahreszeit seit Jahren nicht mehr erlebt“, sagt Marlière.

    Das Meer kocht

    Die französische Nordseeküste ist berüchtigt für ihre tosenden Wellen, aber diesmal tobt das Wasser besonders wild. Météo-France spricht von „vagues d’Ouest à Nord-Ouest“, die über den gesamten Atlantik peitschen. Besonders gefährdet: die Seine-Maritime, wo das Meer teilweise über die Schutzdeiche steigt.

    In Le Havre und Fécamp wurden bereits „paquets de mer“, Wasserpakete, beobachtet – Wellen, die so kräftig sind, dass sie über die Kais hinweg in die Straßen schlagen.

    „Bleiben Sie zu Hause“

    Die Behörden mahnen zur Vorsicht. „Verlassen Sie Ihr Haus nur, wenn es wirklich nötig ist“, rät Benoît Arrivé, Bürgermeister von Cherbourg-en-Cotentin. Parks und Sportanlagen sind geschlossen, Straßen abgesperrt.

    Auch die Präfekturen entlang der Küsten warnen: Boote bleiben im Hafen, Fischer sollen ihre Ausfahrten verschieben. „Die See ist sehr aufgewühlt und die Winde sind eiskalt“, erklärt Guillaume Le Rasles, Sprecher des Präfekten für den Atlantik.

    Im südlichen Golf von Biskaya, nahe Bayonne, werden die heftigsten Böen erwartet – dort, wo Wind und Wellen sich gegenseitig aufschaukeln.

    Chaos auf den Schienen

    Kaum ein Verkehrsmittel bleibt verschont. Die SNCF hat zahlreiche Regionalverbindungen gestrichen – besonders in der Normandie, in der Bretagne und im Südwesten. Ganze Linien wurden stillgelegt, Ersatzbusse gibt es vielerorts nicht.

    In der Bretagne etwa fallen zwischen Rennes und Nantes zahlreiche Züge aus, auch die Strecke Brest–Quimper–Nantes ist massiv beeinträchtigt. In der Normandie spricht die Bahn gar von einem „Stop circulation“, einem kompletten Stillstand des Regionalverkehrs.

    Selbst Hochgeschwindigkeitszüge sind betroffen: mehrere TGV-Verbindungen ab Paris wurden inzwischen gestrichen oder enden vorzeitig. Die Empfehlung: vor der Fahrt unbedingt die App oder Webseite befragen.

    Stromausfälle im ganzen Land

    Am Donnerstagvormittag sind laut Enedis über 100.000 Haushalte ohne Strom. Besonders betroffen: die Regionen Nouvelle-Aquitaine, Bourgogne-Franche-Comté und Auvergne-Rhône-Alpes. Rund 1.000 Techniker sind im Einsatz, doch Reparaturen sind oft erst möglich, wenn der Wind nachlässt.

    In ländlichen Gebieten mussten Bewohner improvisieren – Taschenlampen, Kerzen, Notstromaggregate. „Das erinnert an den Sturm von 1999“, sagen manche ältere Anwohner.

    Und jetzt?

    Météo-France erwartet, dass sich die Lage im Laufe des Nachmittags allmählich beruhigt. Doch die Aufräumarbeiten dürften Tage dauern. Viele fragen sich: Wird der Herbst 2025 noch weitere Überraschungen bringen?

    Ein Meteorologe fasst es so zusammen: „Benjamin zeigt uns, wie lebendig und unberechenbar unser Klima geworden ist.“

    Oder, um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: Dieser Benjamin hat eindeutig keine sanfte Seite.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Sturm Benjamin fegt über Frankreich: Über 100.000 Haushalte ohne Strom – Küstenregionen besonders betroffen

    Sturm Benjamin fegt über Frankreich: Über 100.000 Haushalte ohne Strom – Küstenregionen besonders betroffen

    Die Herbststürme melden sich mit voller Wucht zurück. „Benjamin“, so der Name der aktuellen Unwetterfront, ist in der Nacht zum Donnerstag über große Teile Frankreichs hinweggefegt – mit Orkanböen, sintflutartigem Regen und meterhohen Wellen an den Küsten.

    Nach Angaben des Netzbetreibers Enedis sind am Donnerstagmorgen über 100.000 Haushalte ohne Strom, die meisten davon in Nouvelle-Aquitaine, wo allein 45.000 Anschlüsse betroffen sind. Weitere 15.000 Stromausfälle wurden in Bourgogne-Franche-Comté und Auvergne-Rhône-Alpes gemeldet.


    19 Départements in Alarmbereitschaft

    Météo-France hat 19 Départements sowie Andorra auf Vigilance orange, also erhöhte Warnstufe, gesetzt. Betroffen sind vor allem der Westen und Süden des Landes: von der Gironde und den Landes über die Pyrénées-Atlantiques bis zur Haute-Corse. Der Grund: Orkanartige Winde, Überflutungen durch Starkregen und an der Atlantikküste eine akute Gefahr durch Wellen und Sturmfluten.

    In der Normandie und der Bretagne peitschten die Böen bereits besonders heftig. In Fécamp (Seine-Maritime) erreichten sie 161 km/h, am Cap de la Hève sogar knapp 150 km/h. In der Manche meldete man Windspitzen von 135 km/h in Barneville-Carteret – genug, um Bäume wie Streichhölzer zu knicken und Strommasten niederzureißen.

    „Das ist eine klassische, aber sehr kräftige Herbststörung“, erklärt ein Sprecher von Météo-France. Doch der Begriff „klassisch“ klingt fast verharmlosend, wenn man die Folgen betrachtet.


    Bahnverkehr weitgehend lahmgelegt

    Auch der Bahnverkehr liegt teilweise still. In der Normandie ist der TER-Verkehr fast vollständig eingestellt, nur wenige Verbindungen – etwa zwischen Paris und Rouen oder Paris und Vernon – verkehren eingeschränkt. Zwischen Caen und Rennes fahren derzeit gar keine Züge.

    In der Bretagne und den Pays de la Loire kommt es zu Verspätungen und Zugausfällen. Besonders betroffen sind die Strecken Brest–Quimper, Brest–Nantes und Rennes–Nantes. Bahnreisende sollen vor Fahrtantritt die Websites der regionalen TER-Netze prüfen.


    Gefahr auf See – Warnung an Freizeitkapitäne

    Die französische Atlantikküste zeigt sich derzeit von ihrer ungestümen Seite. Meterhohe Wellen schlagen gegen die Deiche, Gischt sprüht über Hafenmauern.

    Der Maritimesprecher Guillaume Le Rasles, Fregattenkapitän und Vertreter des Präfekten für die Atlantikküste, rät eindringlich zur Vorsicht: „Freizeitkapitäne sollten ihre Ausfahrten verschieben. Die Bedingungen sind schlicht zu gefährlich.“

    Besonders Fischerboote und kleinere Segelyachten geraten bei solchen Wetterlagen rasch in Seenot. Schon am Mittwochabend mussten mehrere Häfen in der Bretagne und der Normandie vorsorglich gesperrt werden.


    Stromausfälle und Einsatzkräfte im Dauereinsatz

    In den betroffenen Regionen sind hunderte Techniker und Feuerwehrleute unterwegs, um umgestürzte Bäume zu beseitigen und Leitungen zu reparieren. Der Netzbetreiber Enedis setzt auch mobile Generatoren ein, um Krankenhäuser und kritische Infrastrukturen zu versorgen.

    Die Wiederherstellung der Stromversorgung kann dauern – vor allem in ländlichen Gebieten, wo Sturmschäden oft schwer zugänglich sind.

    „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“, so Enedis am Morgen. „Doch die Reparaturen hängen vom Wetter ab – und das bleibt vorerst stürmisch.“


    Ein Sturm, der bleibt

    Benjamin ist nicht der erste Herbststurm dieser Saison – aber er gilt als der bislang kräftigste. Meteorologen erwarten, dass sich das Tiefdrucksystem erst im Verlauf des Wochenendes abschwächen wird. Bis dahin müssen sich viele Regionen Frankreichs auf weitere Windböen, lokale Überflutungen und schwierige Verkehrsbedingungen einstellen.

    Und es stellt sich die Frage: Wie sehr sind wir inzwischen an solche Stürme gewöhnt? Oder stumpfen wir nur ab, während das Klima längst neue Maßstäbe setzt?

    Von Andreas M. Brucker

  • Sarthe: Zehn Monate Haft für falsche Enedis-Mitarbeiter – eine perfide Betrugsmasche

    Sarthe: Zehn Monate Haft für falsche Enedis-Mitarbeiter – eine perfide Betrugsmasche

    Le Mans. Es ist eine dieser Geschichten, die zeigen, wie leichtgläubig und verwundbar Menschen manchmal bleiben – trotz aller Warnungen vor Trickbetrügern. Zwei Männer im Alter von 24 und 27 Jahren sind vom Strafgericht Le Mans zu zehn Monaten Haft verurteilt worden. Ihr Verbrechen: Sie gaben sich als Mitarbeiter des Stromnetzbetreibers Enedis aus und betrogen 69 Menschen – vor allem ältere Personen – in mehreren Gemeinden des Départements Sarthe. Ein altbekanntes Schema – und doch immer wieder erfolgreich Die Masche war simpel, aber wirksam. Die beiden jungen Männer klingelten an Haustüren, trugen Warnwesten mit Enedis-Logo und präsentierten selbstgebastelte Ausweise. Ihr Vorwand: eine technische Überprüfung oder das Ablesen des Stromzählers. Kaum hatten sie Zutritt zu den Häusern oder Wohnungen, lenkten sie ihre Opfer ab. Während der eine über Sicherungen und Leitungen parlierte, durchsuchte der andere Schubladen und Schlafzimmer. Bargeld, Bankkarten, Schmuck, Schecks – alles verschw…

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  • Heftige Unwetter über dem Bassin d’Arcachon – Alarmsirenen in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni

    Heftige Unwetter über dem Bassin d’Arcachon – Alarmsirenen in der Nacht vom 24. auf den 25. Juni

    Ein Blick aus dem Fenster – und plötzlich herrscht Chaos. In der Nacht zum 25. Juni 2025 fegte ein Gewittersturm mit Windböen von über 100 km/h und sintflutartigen Regenfällen über das Bassin d’Arcachon. Was als gewöhnlicher Sommerregen begann, entpuppte sich als meteorologische Explosion. Heftige Sturmböen rissen Äste ab, entwurzelten Bäume, zerstörten Stromleitungen und legten wichtige Verkehrswege ganz oder teilweise lahm. Dunkelheit und Stromausfall – 8.000 Haushalte ohne Licht Knapp 8.000 Haushalte saßen plötzlich im Dunkeln. Die Wucht des Sturmtiefs liess Bäume auf Strommasten fallen und zerstörte Leitungen. Ohne Strom kein Licht, kein Kühlschrank, keine Telefonverbindung. Die Folgen: Eingeschränkte Kommunikation, unsichere Straßen bei Dunkelheit – die Bewohner fühlten sich der Naturgewalt schutzlos ausgesetzt. Straßen gesperrt, Schienen zerstört – Verkehrschaos pur Ganze Straßenzüge waren blockiert. Umgestürzte Bäume versperrten Zufahrten, Äste und Bäume auf Landstraßen zwangen …

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  • Superzelle trifft den Puy-de-Dôme: Hagelkörner so groß wie Tennisbälle

    Superzelle trifft den Puy-de-Dôme: Hagelkörner so groß wie Tennisbälle

    Ein gewaltiges Unwetter hat am Sonntagabend den Südosten des Départements Puy-de-Dôme erschüttert. Zwischen 19:45 und 20:45 Uhr bildete sich eine sogenannte Superzelle – ein besonders intensives Gewitter, das enorme Schäden verursachte. Dächer wurden abgedeckt, Straßen blockiert und rund 4.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom.

    Hagelsturm der Superlative

    Was sich über dem Puy-de-Dôme entlud, war kein gewöhnliches Sommergewitter. Die Superzelle brachte außergewöhnlich große Hagelkörner mit sich – einige erreichten einen Durchmesser von bis zu 12 Zentimetern. Das entspricht der Größe eines Tennisballs. Solche Dimensionen sind in Frankreich äußerst selten und erinnern eher an Extremwetterlagen in den USA.

    Die Hagelkörner beschädigten Dächer, zertrümmerten Autoscheiben und hinterließen tiefe Dellen in Karosserien. In mehreren Gemeinden mussten Straßen wegen der Eismassen gesperrt werden. Anwohner berichten von einem ohrenbetäubenden Lärm, als die Hagelkörner auf Dächer und Fenster prallten. „Es klang, als würde jemand mit einem Vorschlaghammer auf unser Haus einschlagen“, schilderte ein Betroffener.

    Stromausfälle und schnelle Reaktion

    Die heftigen Niederschläge und der starke Wind führten zu Stromausfällen in etwa zehn Gemeinden. Insgesamt waren rund 4.000 Haushalte betroffen. Der Netzbetreiber Enedis arbeitete die ganze Nacht über, um die Versorgung wiederherzustellen. Am Montagmorgen war die Stromversorgung laut Enedis wieder stabil.

    Trotz der enormen Schäden gab es glücklicherweise keine Verletzten. Die Präfektur des Départements bestätigte, dass keine Personen zu Schaden kamen. Ein kleiner Trost inmitten der Zerstörung.

    Was ist eine Superzelle?

    Superzellen sind die Könige unter den Gewittern – mächtig, langlebig und oft zerstörerisch. Sie zeichnen sich durch einen rotierenden Aufwind aus, der sogenannten Mesozyklone. Diese Rotation ermöglicht es der Zelle, sich selbst zu organisieren und über Stunden hinweg aktiv zu bleiben. Superzellen können Tornados, großflächige Überschwemmungen und eben auch extremen Hagel verursachen.

    In Europa sind Superzellen seltener als in den USA, doch sie treten auch hier auf – besonders in den Sommermonaten, wenn warme, feuchte Luftmassen auf kältere treffen. Der Klimawandel könnte dazu führen, dass solche extremen Wetterphänomene in Zukunft häufiger werden.

    Ein Blick nach vorn

    Am Montagmorgen gab Météo France Entwarnung: Die Gewitterzelle hatte das Département verlassen und zog weiter Richtung Osten. Für die kommenden Tage sind keine weiteren Unwetter dieser Stärke vorhergesagt. Dennoch bleibt die Frage: Wie gut sind wir auf solche Extremwetterlagen vorbereitet?

    Die Ereignisse im Puy-de-Dôme zeigen eindrücklich, wie plötzlich und heftig das Wetter zuschlagen kann. Es ist ein Weckruf für Gemeinden, Notfalldienste und Bürger gleichermaßen, sich besser auf solche Situationen vorzubereiten. Frühwarnsysteme, stabile Infrastrukturen und Aufklärung können helfen, Schäden zu minimieren und Leben zu schützen.

    Ein persönlicher Blick

    Als ich von den Ereignissen im Puy-de-Dôme hörte, musste ich an einen Sommer vor einigen Jahren denken, als ein Hagelsturm mein Heimatdorf traf. Die Geräusche, die Angst, die Schäden – all das kam mir wieder in den Sinn. Es zeigt, wie machtlos wir manchmal gegenüber der Natur sind, aber auch, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt in solchen Momenten sind.

    Abschließende Gedanken

    Die Superzelle im Puy-de-Dôme war ein eindrucksvolles Beispiel für die Kraft der Natur. Sie hat uns gezeigt, wie schnell sich das Wetter ändern und wie groß die Auswirkungen sein können. Es liegt an uns, daraus zu lernen und uns besser auf zukünftige Ereignisse vorzubereiten.

    Von C. Hatty