Schlagwort: Emmanuel Macron

  • Paris setzt ein Zeichen der Erinnerung: Macron und Kagame eröffnen Gedenkstätte für den Völkermord an den Tutsi

    Paris setzt ein Zeichen der Erinnerung: Macron und Kagame eröffnen Gedenkstätte für den Völkermord an den Tutsi

    Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda erhält Paris einen dauerhaften Erinnerungsort für eines der schwersten Menschheitsverbrechen des späten 20. Jahrhunderts. Am 2. Juni weihten der französische Präsident Emmanuel Macron und sein ruandischer Amtskollege Paul Kagame gemeinsam das neue Mahnmal „L’Archive“ an den Ufern der Seine ein. Die Zeremonie steht nicht nur für das Gedenken an die Opfer, sondern auch für die fortschreitende Annäherung zwischen Frankreich und Ruanda nach Jahrzehnten diplomatischer Spannungen. Ein Denkmal gegen das Vergessen Das neue Monument wurde von der portugiesisch-angolanischen Künstlerin Grada Kilomba entworfen. Unter dem Titel „L’Archive“ versteht sich das Werk als Ort des Gedenkens, der Reflexion und der historischen Vermittlung. Es soll die Stimmen, Erinnerungen und Erfahrungen der Opfer und Überlebenden des Genozids bewahren und für kommende Generationen zugänglich machen. Die Gedenkstätte befindet sich an prominenter Lage im …

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  • Versailles als KI-Kraftwerk Europas: Macron lockt 93 Milliarden Euro nach Frankreich

    Versailles als KI-Kraftwerk Europas: Macron lockt 93 Milliarden Euro nach Frankreich

    Das Schloss von Versailles diente erneut als Bühne für Frankreichs wirtschaftspolitische Ambitionen. Am Montag, dem 1. Juni 2026, beim 9. Choose-France-Gipfel im Schloss Versailles, verkündete Präsident Emmanuel Macron ausländische Investitionszusagen in Rekordhöhe von 93 Milliarden Euro. Noch nie seit der Gründung der Initiative im Jahr 2018 wurde ein höheres Volumen angekündigt. Hinter der beeindruckenden Summe verbirgt sich jedoch eine tiefgreifendere Entwicklung: Künstliche Intelligenz ist zum zentralen Baustein der französischen Industrie- und Standortpolitik geworden. Macron verfolgt seit Jahren das Ziel, Frankreich als führende Technologiemacht Europas zu etablieren. Während die erste Phase seiner Wirtschaftspolitik von Reindustrialisierung, Unternehmensansiedlungen und der Attraktivität des Standorts Frankreich geprägt war, steht nun der Aufbau einer umfassenden KI-Infrastruktur im Mittelpunkt. Die diesjährigen Investitionszusagen zeigen, wie stark sich die Prioritäten verschob…

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  • Frankreichs Balanceakt: Warum Paris israelische Offensivwaffen von der Eurosatory 2026 ausschließt

    Frankreichs Balanceakt: Warum Paris israelische Offensivwaffen von der Eurosatory 2026 ausschließt

    Die Entscheidung der französischen Regierung, auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 die Präsentation israelischer Offensivwaffen zu untersagen, markiert einen weiteren Schritt in der zunehmend angespannten Beziehung zwischen Paris und Jerusalem. Obwohl israelische Unternehmen weiterhin an einer der weltweit wichtigsten Verteidigungsmessen teilnehmen dürfen, setzt Frankreich klare Grenzen: Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme bleiben zugelassen, offensive Waffensysteme hingegen nicht. Die Maßnahme ist weit mehr als eine organisatorische Entscheidung für eine Fachmesse. Sie steht exemplarisch für den Versuch der französischen Außenpolitik, zwischen strategischen Interessen, wirtschaftlichen Erwägungen und politischen Botschaften zu navigieren. Dabei offenbart der Fall die wachsenden Spannungen innerhalb Europas im Umgang mit dem Nahostkonflikt. Eine symbolträchtige Entscheidung Die Eurosatory gilt als eines der bedeutendsten Schaufenster der internationalen Rüstungsindustrie. Alle…

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  • Der Fall Xenia Fedorova: Warum Frankreichs Regierung in Erklärungsnot gerät

    Der Fall Xenia Fedorova: Warum Frankreichs Regierung in Erklärungsnot gerät

    Die Debatte um die russische Journalistin und ehemalige RT-France-Chefin Xenia Fedorova entwickelt sich in Frankreich zu einem politischen Problem, das weit über eine einzelne Aufenthaltsgenehmigung hinausreicht. Im Zentrum steht eine offensichtliche Widersprüchlichkeit der französischen Russlandpolitik: Während Paris seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eine besonders harte Linie gegenüber russischen Einflussnetzwerken verfolgt, lebt eine der bekanntesten Vertreterinnen des ehemaligen russischen Staatssenders RT weiterhin unbehelligt in Frankreich – ausgestattet mit einem langfristigen Aufenthaltsstatus. Was zunächst wie ein verwaltungstechnischer Vorgang erscheint, berührt inzwischen grundlegende Fragen der französischen Innen- und Außenpolitik: Wie konsequent kann der Staat gegen mutmaßliche Propagandanetzwerke vorgehen, ohne rechtsstaatliche Prinzipien zu verletzen? Wo verläuft die Grenze zwischen politischer Einflussnahme und legitimer Meinungsäußerung? Und…

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  • Frankreich ehrt Edgar Morin: Abschied von einem der letzten universellen Intellektuellen

    Frankreich ehrt Edgar Morin: Abschied von einem der letzten universellen Intellektuellen

    Mit einer nationalen Gedenkfeier in den Invalides würdigt Frankreich am 3. Juni 2026 einen Mann, dessen Denken über Jahrzehnte hinweg weit über die Grenzen von Philosophie und Soziologie hinauswirkte. Edgar Morin, der am 29. Mai im Alter von 104 Jahren verstorben ist, gehörte zu jener seltenen Generation von Intellektuellen, die das gesamte 20. Jahrhundert durchlebten und die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche ihrer Zeit nicht nur beobachteten, sondern aktiv mitprägten. Die Entscheidung von Präsident Emmanuel Macron, ihm einen nationalen Tribut zu erweisen, unterstreicht die außergewöhnliche Bedeutung, die Morin im französischen Geistesleben einnahm. Eine Ehrung von nationaler Tragweite Die Zeremonie beginnt am Mittwochvormittag um 11 Uhr und findet ausnahmsweise im Innenhof des Dôme des Invalides statt. Aufgrund laufender Bauarbeiten kann die traditionelle Cour d’Honneur nicht genutzt werden. Die französische Präsidentschaft spricht von einer „Hommage de la Natio…

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  • Macron, Mbappé und die Staatsräson: Als der Präsident im Jahr 2022 persönlich eingriff

    Macron, Mbappé und die Staatsräson: Als der Präsident im Jahr 2022 persönlich eingriff

    Als Emmanuel Macron im Frühjahr 2022 persönlich in die Zukunft von Kylian Mbappé eingriff, ging es längst nicht mehr nur um einen spektakulären Fußballtransfer. Im Élysée-Palast wurde der Weltmeister als weit mehr betrachtet als ein außergewöhnlicher Stürmer: Er galt als Symbol französischer Exzellenz, als Aushängeschild des nationalen Sports und als eine Persönlichkeit mit erheblicher Strahlkraft weit über die Grenzen des Fußballs hinaus. Mehrere Berichte und spätere Aussagen von Beteiligten legen nahe, dass Macron Mbappé als eine Art strategischen Aktivposten Frankreichs betrachtete – nahezu als nationales Kulturgut, das nicht an das Ausland verloren gehen sollte.

    Dabei schien die Entwicklung damals bereits vorgezeichnet. Mbappés Vertrag bei dem französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain lief aus, und nahezu die gesamte internationale Sportpresse ging davon aus, dass sein Wechsel zu Real Madrid unmittelbar bevorstand. In Spanien wurde seine Ankunft bereits als beschlossene Sache behandelt. Viele Beobachter sahen in Mbappé den natürlichen Nachfolger von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo als prägende Figur des Weltfußballs.

    Hinter den Kulissen entwickelte sich jedoch eine ungewöhnliche politische Dimension. Macron entschied sich, selbst aktiv zu werden. Der französische Präsident bestätigte später öffentlich, dass er vor der endgültigen Entscheidung Gespräche mit Mbappé geführt habe. Dabei habe er dem Spieler geraten, seine Karriere zunächst in Frankreich fortzusetzen. Macron rechtfertigte seine Intervention mit der Auffassung, dass es zur Aufgabe eines Staatspräsidenten gehöre, die Interessen des Landes zu vertreten, wenn eine Persönlichkeit von solcher Bedeutung vor einer richtungsweisenden Entscheidung stehe.

    Die Gespräche hinterließen offenbar Eindruck. Mbappé berichtete später in mehreren Interviews, Macron habe ihm unmissverständlich signalisiert, dass er seinen Verbleib in Frankreich wünsche. Der Präsident habe dabei nicht nur auf die sportliche Bedeutung des Stürmers verwiesen, sondern auch auf dessen Rolle für das internationale Ansehen des Landes und für die Attraktivität der französischen Liga. Mbappé räumte selbst ein, dass Worte eines Staatspräsidenten naturgemäß ein besonderes Gewicht besitzen.

    Die außergewöhnliche Mobilisierung des Élysée erklärt sich aus dem damaligen Kontext. Frankreich bereitete sich auf mehrere internationale Großereignisse vor, darunter die Olympischen Spiele in Paris. Gleichzeitig stand die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar bevor, dessen Staatsfonds Eigentümer von Paris Saint-Germain ist. Ein Abgang des bekanntesten französischen Fußballers hätte nicht nur sportliche, sondern auch symbolische Auswirkungen gehabt. Macron, der sich seit Jahren intensiv für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Sports interessiert, erkannte die Bedeutung Mbappés für die internationale Wahrnehmung des französischen Fußballs.

    Nach Angaben des Spielers beschränkte sich der Präsident dabei nicht auf einen Appell zum Bleiben. Vielmehr argumentierte er, dass ein Wechsel ins Ausland auch zu einem späteren Zeitpunkt noch möglich sei. Der Kern der Botschaft lautete: Real Madrid werde auch in einigen Jahren noch existieren, Frankreich benötige seinen Star jedoch jetzt. Dieser patriotische Ansatz traf offenbar einen Nerv bei Mbappé, der stets großen Wert auf seine Identität als französischer Spieler gelegt hat und dessen Karriere eng mit der Region Paris verbunden ist.

    Allerdings wäre es verkürzt, die Entscheidung allein auf den Einfluss Macrons zurückzuführen. Ebenso wichtig waren die Verhandlungen mit Paris Saint-Germain, die sportlichen Perspektiven innerhalb des Vereins und die außergewöhnlichen finanziellen Konditionen des neuen Vertrags. Mbappé selbst betonte mehrfach, dass zahlreiche Personen an seinem Entscheidungsprozess beteiligt gewesen seien. Dennoch bestätigte er, dass der französische Präsident zu den Stimmen gehörte, deren Meinung er ernst nahm.

    Die Inszenierung seiner Vertragsverlängerung im Mai 2022 verdeutlichte die politische und symbolische Dimension des Vorgangs. Vor Tausenden Zuschauern erklärte Mbappé seinen Verbleib in Paris und sprach dabei von seiner Verbundenheit zu seiner Heimatstadt und zu Frankreich. Die Wortwahl wirkte bemerkenswert staatsmännisch und unterschied sich von den üblichen Erklärungen bei Vertragsverlängerungen im Profifußball.

    Rückblickend erscheint die Episode als ein außergewöhnlicher Moment an der Schnittstelle von Sport, Politik und nationaler Identität. Zwar kam es letztlich doch zum Wechsel nach Madrid, doch die Ereignisse von 2022 zeigen, welche Bedeutung Mbappé damals für Frankreich besaß. Nur selten in der jüngeren europäischen Sportgeschichte hat sich ein Staatsoberhaupt derart direkt in die Zukunft eines einzelnen Athleten eingeschaltet.

    Der Vorgang verdeutlicht zugleich einen Wandel in der Wahrnehmung des Spitzensports. Weltstars wie Kylian Mbappé werden heute nicht mehr ausschließlich als Sportler betrachtet. Sie fungieren als Botschafter ihrer Länder, beeinflussen das internationale Image ganzer Nationen und besitzen eine wirtschaftliche sowie kulturelle Bedeutung, die weit über das Spielfeld hinausreicht. Für Macron verkörperte Mbappé genau diese neue Generation globaler Sportikonen. Sein Verbleib in Paris war deshalb nicht nur eine Frage des Fußballs, sondern auch eine Angelegenheit nationalen Prestiges.

    Autor: P. Tiko

  • PSG im Élysée: Wenn Fußball zur politischen Pflichtübung wird

    PSG im Élysée: Wenn Fußball zur politischen Pflichtübung wird

    Der Empfang von Paris Saint-Germain im Élysée-Palast bestätigt eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: Fußball ist in Frankreich längst mehr als ein Sport. Nach dem zweiten Triumph des Pariser Klubs in der Champions League empfing Präsident Emmanuel Macron die Mannschaft erneut im Präsidentenpalast – so wie bereits nach dem ersten europäischen Titelgewinn. Solche Gesten sind heute keine bloßen Höflichkeiten mehr. Sie spiegeln die besondere Rolle wider, die der Fußball im politischen Leben Frankreichs eingenommen hat. Für Politiker ist es inzwischen nahezu unmöglich geworden, sich vom Fußball zu distanzieren. Der Sport bietet etwas, wonach die Politik ständig sucht: Bilder der Einheit, kollektive Emotionen und eine leicht verständliche nationale Erzählung. Millionen Menschen verfolgen dieselben Spiele, erleben dieselben Momente der Euphorie oder Enttäuschung und teilen dieselben Symbole. Kaum ein anderes gesellschaftliches Phänomen erreicht eine vergleichbare Breitenwirkung. …

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  • Dominique de Villepin sendet ein Signal Richtung Élysée-Palast

    Dominique de Villepin sendet ein Signal Richtung Élysée-Palast

    Die Aussage von Dominique de Villepin markiert möglicherweise einen wichtigen Moment in der französischen Politik. Als der frühere Premierminister am 31. Mai auf franceinfo gefragt wurde, ob er „auf dem Weg in den Élysée-Palast“ sei, antwortete er mit einem knappen „Exactement“. Als die Moderatoren nachhakten, bestätigte er seine Aussage erneut mit den Worten: „Je l’ai dit.“ In Frankreich werden solche Formulierungen sehr genau analysiert. Wer offen erklärt, „auf dem Weg zum Élysée“ zu sein, signalisiert faktisch den Willen, Präsident der Republik werden zu wollen – auch wenn eine formelle Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 bislang nicht offiziell verkündet wurde. Ein politisches Comeback mit langer Vorbereitung Die Erklärung kommt nicht überraschend. Seit rund zwei Jahren erlebt Dominique de Villepin eine bemerkenswerte politische Rückkehr. Der frühere Außenminister und Premierminister unter Jacques Chirac war lange weitgehend aus der Tagespolitik verschwunden. In den vergan…

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  • Frankreich verschärft den Druck auf Russlands Schattenflotte

    Frankreich verschärft den Druck auf Russlands Schattenflotte

    Mit der Festsetzung des Tankers Tagor im Atlantik hat Frankreich ein weiteres Signal im maritimen Sanktionskrieg gegen Russland gesetzt. Die Operation, die mehr als 740 Kilometer westlich der bretonischen Küste durchgeführt wurde, markiert einen weiteren Schritt in einer zunehmend offensiven europäischen Strategie gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Was zunächst wie eine technische Kontrolle eines verdächtigen Schiffes erscheint, berührt in Wirklichkeit zentrale Fragen der internationalen Sicherheit, der Energiepolitik und der Durchsetzung westlicher Sanktionen gegen Moskau. Ein Tanker unter Verdacht Nach Angaben der französischen Behörden war der Tanker aus Murmansk im russischen Norden ausgelaufen. Die Marine hatte den Verdacht, dass das Schiff unter einer möglicherweise unrechtmäßigen Flagge unterwegs war. Solche Fälle gelten inzwischen als klassisches Merkmal jener Schiffsnetzwerke, die russische Öltransporte trotz internationaler Sanktionen ermöglichen sollen. Ein Inspe…

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  • PSG zwischen Erfolg und Ausnahmezustand: Europas Krone bleibt in Paris

    PSG zwischen Erfolg und Ausnahmezustand: Europas Krone bleibt in Paris

    Mit dem zweiten Triumph in der UEFA Champions League in Folge hat sich Paris Saint-Germain endgültig in den Kreis jener Vereine gespielt, die eine Epoche prägen. Der Finalsieg gegen Arsenal FC im ungarischen Budapest war sportlich ein Kraftakt, gesellschaftlich jedoch von erheblichen Spannungen begleitet. Während die Mannschaft einen historischen Erfolg feierte, standen die französischen Sicherheitsbehörden vor einer Bewährungsprobe, die erneut Fragen nach der Kontrolle großer Sportereignisse aufwarf.

    Ein Finale auf Messers Schneide

    Champions-League-Endspiele leben von ihrer Dramatik. Das Finale 2026 bildete dabei keine Ausnahme. Arsenal erwischte den besseren Start und ging zunächst in Führung. Die Londoner wirkten über weite Strecken organisiert und kontrolliert, während Paris Mühe hatte, seinen offensiven Rhythmus zu finden.

    Dennoch zeigte PSG jene Qualität, die den Klub in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat: Geduld, individuelle Klasse und mentale Widerstandsfähigkeit. Der Ausgleich fiel durch einen von Ousmane Dembélé verwandelten Elfmeter. Danach entwickelte sich eine intensive Begegnung, in der beide Mannschaften Chancen auf die Entscheidung hatten.

    Weder die reguläre Spielzeit noch die Verlängerung brachten jedoch die Entscheidung. Erst im Elfmeterschießen setzte sich Paris mit 4:3 durch. Der entscheidende Fehlschuss von Gabriel ließ die französischen Anhänger jubeln und besiegelte den erneuten Titelgewinn.

    Für Arsenal bleibt die Enttäuschung eines Endspiels, das über weite Strecken auf Augenhöhe geführt wurde. Für PSG dagegen bedeutet der Erfolg weit mehr als nur eine weitere Trophäe.

    Vom Projekt zum europäischen Machtzentrum

    Lange galt Paris Saint-Germain als Symbol eines ambitionierten, aber unvollendeten Projekts. Trotz enormer Investitionen und zahlreicher Weltstars scheiterte der Klub über Jahre hinweg regelmäßig an den höchsten europäischen Ansprüchen.

    Der Gewinn der Champions League veränderte dieses Narrativ bereits grundlegend. Die erfolgreiche Titelverteidigung hebt den Verein nun auf eine neue Stufe. In der Geschichte des europäischen Klubfußballs gelang es nur wenigen Mannschaften, den bedeutendsten Vereinswettbewerb des Kontinents mehrfach hintereinander zu gewinnen.

    Damit verschiebt sich auch die Wahrnehmung des Klubs. PSG wird nicht länger primär über Transfersummen oder Eigentümerstrukturen definiert, sondern zunehmend über sportliche Kontinuität. Der Verein hat es geschafft, aus einem finanzstarken Projekt eine Mannschaft zu formen, die auf höchstem Niveau dauerhaft konkurrenzfähig ist.

    Gerade in einer Zeit, in der die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Europas Spitzenvereinen wachsen, wird nachhaltiger sportlicher Erfolg zum entscheidenden Kriterium. Paris hat diesen Schritt vollzogen.

    Sicherheitskräfte im Ausnahmezustand

    Die sportliche Glanzleistung wurde jedoch von massiven Sicherheitsvorkehrungen überschattet. Bereits Tage vor dem Finale hatten französische Behörden vor möglichen Ausschreitungen gewarnt.

    Die Mobilisierung der Sicherheitskräfte erreichte außergewöhnliche Dimensionen. Landesweit waren Zehntausende Polizisten und Gendarmen im Einsatz. Besonders in Paris konzentrierten sich die Maßnahmen auf die Champs-Élysées, den Bereich rund um den Parc des Princes sowie weitere zentrale Treffpunkte der Fans.

    Die Sorge der Behörden erwies sich als begründet. Nach dem Schlusspfiff strömten Zehntausende Anhänger auf die Straßen der Hauptstadt. Während ein Großteil der Feiernden friedlich blieb, kam es an mehreren Orten zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften.

    Feiern und Gewalt – eine wiederkehrende Herausforderung

    Die Bilder der Nacht zeigten erneut die Ambivalenz großer Fußballerfolge. Einerseits herrschte ausgelassene Freude über einen historischen Triumph. Andererseits wurden zahlreiche Sachbeschädigungen, Brände und gewaltsame Zwischenfälle registriert.

    Die Sicherheitskräfte nahmen hunderte Personen fest. Die Ereignisse erinnern an frühere Großereignisse, bei denen sportliche Begeisterung in einzelnen Gruppen in Gewalt umschlug.

    Für die französische Politik ist dies ein sensibles Thema. Großveranstaltungen gelten als Schaufenster nationaler Organisationsfähigkeit. Ausschreitungen werfen daher stets Fragen nach Prävention, Polizeistrategie und gesellschaftlicher Integration auf.

    Gleichzeitig zeigt sich ein strukturelles Problem vieler europäischer Metropolen: Die Kombination aus enormen Menschenmengen, Alkoholkonsum und emotional aufgeladenen Ereignissen erhöht das Risiko von Eskalationen erheblich. Vollständig verhindern lassen sich solche Entwicklungen bislang kaum.

    Politische Symbolkraft des Erfolgs

    Der Triumph besitzt auch eine politische Dimension. Frankreich präsentiert sich seit Jahren als bedeutende Sportnation und Gastgeber internationaler Großereignisse. Der Erfolg des wichtigsten französischen Fußballvereins verstärkt dieses Selbstbild zusätzlich.

    Daher überrascht es nicht, dass die staatlichen Institutionen den Titelgewinn aktiv begleiten. Für Sonntag sind umfangreiche Feierlichkeiten in Paris geplant. Die Mannschaft soll die Trophäe öffentlich präsentieren und anschließend von Präsident Emmanuel Macron im Élysée-Palast empfangen werden.

    Solche Gesten folgen einer langen europäischen Tradition. Sportliche Erfolge werden nicht nur als Leistungen einzelner Vereine betrachtet, sondern häufig als Ausdruck nationaler Stärke, kultureller Strahlkraft und gesellschaftlichen Zusammenhalts interpretiert.

    Gerade Frankreich, das in den vergangenen Jahren mehrfach von politischen Spannungen und sozialen Konflikten geprägt war, nutzt sportliche Erfolgsmomente gerne als Zeichen kollektiver Identifikation.

    PSG hat sich mit dem Sieg von Budapest endgültig in die Spitzengruppe des europäischen Fußballs gespielt. Die Titelverteidigung markiert einen historischen Meilenstein für den Klub und unterstreicht die gewachsene sportliche Reife der Mannschaft. Zugleich zeigen die Ereignisse in Paris, dass große Triumphe im modernen Fußball längst nicht mehr ausschließlich sportliche Angelegenheiten sind. Sie berühren Fragen der öffentlichen Ordnung, der politischen Symbolik und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der Pokal bleibt in Paris – die Debatte über die Folgen solcher Massenereignisse ebenfalls.

    Andreas M. Brucker