Das Klimaphänomen El Niño, das im späten Frühjahr 2023 auftrat, wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich abschwächen. La Niña wird die Nachfolge antreten. Was bedeutet das für uns?
Die beiden gegensätzlichen Klimaphänomene La Niña und El Niño spielen eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung der globalen Wetter- und Klimabedingungen. Während El Niño für extreme Hitzeperioden und ungewöhnliche Niederschlagsmuster bekannt ist, bringt La Niña kühlere Temperaturen und andere meteorologische Herausforderungen mit sich.
Forscher von Climat.gov berichteten am Donnerstag, dem 8. Februar, dass El Niño, ein Klimaphänomen, das das Wasser und die Atmosphäre im äquatorialen Pazifik aufheizt, in Kürze abklingen und La Niña Platz machen wird. Ein Klimaphänomen, das nach dem Durchzug seines kleinen Bruders die globale Erwärmung vorübergehend begrenzen dürfte. Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?
Was ist La Niña? Es wird erwartet, dass ein gewaltiger Klimatanz stattfindet. In den kommenden Monaten wird erwartet, dass sich das Oberflächenwasser des äquatorialen Pazifiks abkühlt. Während dieser seit Urzeiten bestehenden Episode werden die Passatwinde (äquatoriale Winde) an Stärke gewinnen. Sie werden das warme Wasser vor der peruanischen Küste in Richtung Asien und Australien treiben. Dort wird es durch kälteres Wasser ersetzt, das aus den Tiefen des östlichen Pazifiks kommt. Dieses ozeanische Ballett, das als Upwelling bezeichnet wird – das Aufsteigen von kaltem Tiefenwasser an die Oberfläche -, trägt zu einem globalen Rückgang der Wassertemperaturen bei. Dieses Phänomen wird erhebliche Auswirkungen auf das Klima der kommenden Jahre haben.
Après le phénomène El Niño, vers un éventuel retour de La Niña en 2024 ? Quelles conséquences si cela se produisait ? La Niña, un phénomène climatique crucial qui pourrait bouleverser les conditions météorologiques mondiales en 2024.https://t.co/eHVTCTBDumpic.twitter.com/KoKZzsrPHY
Verstärkte Hurrikanaktivität: In den Atlantikregionen führt La Niña oft zu verstärkter Hurrikanaktivität. Die kühleren Oberflächentemperaturen im Pazifik begünstigen die Bildung von Wirbelstürmen im Atlantik.
Überflutungen und Starkregen: La Niña geht oft mit erhöhten Niederschlägen in einigen Regionen einher, was zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen kann. Dies betrifft insbesondere Teile von Südasien, Australien und Südamerika.
Dürren und Trockenheit: Gleichzeitig kann La Niña in anderen Regionen zu Dürren führen. Teile von Ostafrika, Indonesien und Teilen der USA erleben möglicherweise trockenere Bedingungen.
Kältere Winter: In Nordamerika und Europa können während einer La-Niña-Phase kältere Winter auftreten. Dies kann zu strengeren Temperaturen, Schneefällen und eisigen Bedingungen führen.
Wann wird La Niña kommen? Pierre Bonnin, Klimatologe bei Météo France, bestätigte die Nachricht am Freitag, dem 9. Februar, gegenüber Ouest France: „Wir haben den Höhepunkt der Intensität von El Niño Ende 2023 überschritten und befinden uns nun in einer Phase der schnellen Abschwächung (…) einige Modelle kippen danach in den La Niña-Zustand um“. Der Umschlag wird voraussichtlich zwischen Juli und November 2024 erfolgen.
El Niño remains ongoing but La Niña is "peaking" around the corner…@NWSCPC just issued a La Niña Watch. We could see a relatively quick transition from El Niño to ENSO-neutral by the spring then to La Niña by summer. Read more in the latest ENSO Blog: https://t.co/VdyaGIuXdApic.twitter.com/oKSYX1kblo
Ist La Niña eine gute Nachricht für uns in Europa? Vor zwei Jahren sah sich die Erde bereits mit dem Phänomen La Niña konfrontiert. Am 8. September 2022 gab der Europäische Klimadienst Copernicus bekannt, dass Juli und August 2022 die wärmsten Monate waren, die jemals in Europa gemessen wurden. Das Auftreten von La Niña ist also nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem
Ist das eine gute Nachricht? Vor zwei Jahren sah sich die Erde bereits mit dem Phänomen La Niña konfrontiert. Am 8. September 2022 gab der Europäische Klimadienst Copernicus bekannt, dass Juli und August 2022 die wärmsten Monate waren, die jemals in Europa gemessen wurden. Das Auftreten dieses Phänomens ist also nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem globalen Temperaturrückgang auf der Erde oder in Europa.
El Niño: Die wärmere Alternative
El Niño, das Gegenstück zu La Niña, wird durch wärmere Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik charakterisiert. Auch die Auswirkungen von El Niño erstrecken sich über verschiedene Kontinente:
Erhöhte Temperaturen: El Niño bringt im Allgemeinen höhere Temperaturen mit sich. Dies kann zu Hitzewellen in Regionen wie Australien, Südostasien und Südafrika führen.
Dürren und Waldbrände: Die höheren Temperaturen und veränderten Niederschlagsmuster, die mit El Niño einhergehen, können zu schweren Dürren führen. Trockene Bedingungen erhöhen auch das Risiko von Waldbränden, insbesondere in Teilen Südamerikas.
Starkregen und Überschwemmungen: Gleichzeitig kann El Niño in einigen Regionen zu ungewöhnlich starken Niederschlägen führen. Dies kann zu Überschwemmungen in Gebieten wie Südostasien und Teilen Südamerikas führen.
Veränderte Hurrikanaktivität: Im Gegensatz zu La Niña neigt El Niño dazu, die Hurrikanaktivität im Atlantik zu dämpfen. Dies bedeutet, dass während einer El-Niño-Phase weniger Wirbelstürme entstehen.
Globale Auswirkungen und Herausforderungen
Beide Klimaphänomene haben weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, Wasserversorgung, Ökosysteme und die Wirtschaft. Landwirte müssen sich auf unvorhersehbare Bedingungen einstellen, Wasserversorgungssysteme müssen flexibel sein, und die Bevölkerung muss sich auf extreme Wetterereignisse vorbereiten.
Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von La Niña- und El Niño-Ereignissen haben auch den Einfluss des Klimawandels verstärkt. Forscher betonen die Notwendigkeit, diese Phänomene besser zu verstehen und Anpassungsstrategien zu entwickeln, um die sich verändernden Klimamuster erfolgreich zu bewältigen.
In einer Welt, die zunehmend von Klimaveränderungen betroffen ist, sind das Verständnis der Unterschiede zwischen La Niña und El Niño sowie die Anpassung an ihre Auswirkungen entscheidend, um die Herausforderungen des globalen Klimawandels zu bewältigen.
Wie wir in unserem vorherigen Artikel erwähnt haben, gibt es eine ungleiche Verteilung der Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche. Und da die Natur auf unserem Planeten stets nach Gleichgewicht sucht, muss diese ungleiche Verteilung irgendwie ausgeglichen werden. Wärme muss vom Äquator zu den Polen transportiert werden – um es mal knapp und anschaulich auszudrücken.
Eine wichtige Rolle dabei wird von einem „Christkind“ aus Südamerika übernommen.
Wie funktioniert dieser Ausgleich? Nun, da müssen wir etwas weiter ausholen:
Wärmere Luft ist weniger dicht und damit leichter als kalte Luft, und die Erwärmung der Luft durch die Erd- oder Wasseroberfläche erzeugt eine instabile Situation, in der leichtere warme Luft unter schwererer kalter Luft liegt. Dabei kommt es immer zu einer aufsteigenden Bewegung. Die warme Luft steigt von der Erdoberfläche auf und kühlt weiter oben wieder ab.
Dieses Phänomen beschert uns sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel vertikale Zirkulationen. Unsere Atmosphäre kennt drei große Zirkulationszellen in jeder Hemisphäre, die erste Zelle steigt in der Nähe des Äquators auf und in den Subtropen wieder ab, die zweite steigt in den subpolaren Breiten auf und schließlich sinkt die dritte Zelle über den Polen wieder ab.
Hier eine Darstellung der drei zirkulierenden Zellen:
Wo die Luft aufsteigt, sehen wir niedrigen Oberflächendruck = Tiefdruckgebiet. Wo wir eine absteigende Luftbewegung haben, haben wir hohen Oberflächendruck = Hochdruckgebiet.
Aufsteigende Luft und Niederschlag erleben wir üblicherweise in einer Zone mit niedrigem Druck wie der ITCZ, der intertropischen Konvergenzzone (auch bekannt als Äquatoriale Tiefdruckrinne – siehe Illustration oben), das ist der Bereich in den Tropen, in dem die Erdoberfläche am direktesten von der Sonne erwärmt wird. Die ITCZ ist am Äquator angesiedelt, aber sie verschiebt sich mit der Wanderung der Sonne im Laufe der Jahreszeiten wie eine Wellenband nach Norden und Süden.
Die Erwärmung durch die Sonne wandert im Laufe des Jahres von den Tropen ein wenig nach Norden und dann wieder nach Süden, und das bringt atmosphärische Bewegung an verschiedene Orte der Erde.
Die Verschiebung der Sonnenerwärmung und damit der Luftzirkulationen ist über den Ozeanen etwas träger und dafür über großen Landmassen deutlich ausgeprägter, denn die Erwärmung der Luft ist über der Erdoberfläche stärker als über der Wasseroberfläche. Und das führt in tropischen Breiten regelmässig zu dramatischen Wind- und Niederschlagsmustern wie dem indischen Monsun.
Aufsteigende Warmluft in der Nähe des Äquators erzeugt Tiefdruckgebiete, was wiederum dazu führt, dass sich sogenannte Konvergenzzonen bilden, in denen es regelmässig zu starken Regenfällen kommt.
Die in den Tropen aufsteigende Luft sinkt in den Subtropen ab und bildet ein Band hohen Oberflächendrucks, das uns den Wüstengürtel beschert. Dieses Muster der Zirkulation von aufsteigender Luft und Niederschlag in der Nähe des Äquators und absteigender trockener Luft in den Subtropen, ist bekannt als die Hadley-Zellen-Zirkulation. Luft steigt in Äquatornähe auf, die in der warmen Luft gebundene Feuchtigkeit regnet ab, die trocknere und kühlere Luft breitet sich in Richtung der Subtropen aus und sinkt ab.
Auf diesem Bild sieht man sehr schön die Hadley-Zellen-Zirkulation über der Sahara.
Am Nordrand der Hadley-Zelle sinkt die abgekühlte Luft über den Subtropen ab, aber in den dazwischenliegenden Breiten, wärmt sich Luft auf, die den nächsten Schenkel der atmosphärischen Zirkulationszellen bildet und aufsteigt, um schließlich in der Nähe der Polarregionen abzusinken (Ferrel-Zelle). Die dritte Zelle der atmosphärischen Zirkulation wird von aufsteigender Luft in Mittel-Europa gebildet, die über der Polarregion abkühlt und absinkt.
In den mittleren Breiten unter der Ferrel-Zelle findet das Aufsteigen der Luft üblicherweise innerhalb von Gewitter- und Sturmsystemen statt. Die Sturmsysteme in den mittleren Breiten werden durch die Kontraste der Temperaturen angetrieben, wenn warme subtropische Luft auf kalte polare Luftmassen trifft.
Wissenschafter nennen diese Region, an der sich kalte und warme Luftmassen mischen, die Polarfront. Hier sehen wir eine aufsteigende Bewegung und viele Tiefdrucksysteme.
Spannend wird es auch, wenn wir weiter nach oben in die Atmosphäre blicken. Dort finden wir die Westwinde, die in den subpolaren Regionen immer stärker werden, je höher wir in die Troposphäre steigen, bis wir auf die Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre treffen, die sogenannte Tropopause. Und an dieser Stelle in der Atmosphäre, zwischen 10 und 14 Kilometern über der Oberfläche, und in den subpolaren Breiten, haben wir den sogenannten Jetstream, ein Band sehr starker westlicher Winde, begrenzt im Süden durch den Subtropical Jet und im Norden durch den Polar Jet. Diese Winde wehen, bedingt durch die Drehbewegung der Erde, immer von Westen nach Osten.
Der Jetstream bewegt die Wettersysteme in den mittleren Breiten zwischen den Subtropen und der Polarregion. Die in den mittleren Breiten, und dazu gehört auch Europa, auftretenden Stürme und Wettersysteme sind sehr eng mit den Bewegungen des Jetstreams verbunden. Der Jetstream entscheidet, wie sie sich entwickeln, wie sehr sie sich intensivieren und wo sie auftreten.
Und das ist der Grund, warum die Wissenschaft und auch unsere Fernsehmeteorologen in den vergangenen Monaten und Jahren so gebannt auf die Temperaturentwicklung in den polaren Regionen wie Sibirien, Grönland und dem Norden Kanadas schauen:
Sollte nämlich wegen des Klimawandels die Wärme über den Polarregionen dauerhaft ansteigen und dadurch die zum Wärmeaustausch notwendigen Luftzirkulationen ins Stocken geraten, weil einfach der Temperaturunterschied zwischen dem Äquator und den Polarregionen zu gering geworden ist, dann fehlt auch dem Jetstream der Antrieb. In diesem Fall wäre er nicht mehr dazu in der Lage, die entstehenden Hoch- und Tiefdruckgebiete zu bewegen. Diese verharren dann über längere Zeiträume auf einer Stelle, über einer Region, und bringen im Fall eines Tiefs langanhaltenden, ausdauernden und starken Regen und im Falle eines Hochs lange Hitze- und Trockenperioden.
Die Folgen solcher Wetterlagen sehen wir derzeit mit Hitzerekorden und Dürre im Westen der USA (Hoch) und in Deutschland und Teilen Europas mit Überschwemmungen durch langanhaltende sintflutartige Regenfälle (Tief).
Der Jetstream bewegt Tiefdruck- und Hochdruckgebiete rund um die nördliche Erdhalbkugel. Kommt er zum Erliegen, bewegen sich die Gebiete nicht mehr oder nur noch sehr langsam.
Die dynamischen Eigenschaften der Atmosphäre, die wir hier beschrieben haben, helfen dem Klimasystem der Erde, die instabile Situation eines warmen Äquators und einer kühlen Polarregion aufzulösen. Die Atmosphäre versucht, einen Wärmeüberschuss vom Äquator zum Pol zu transportieren, und das tut sie in Form dieser für uns so wichtigen atmosphärischen Zirkulationen. Gäbe es einen solchen Wärmeunterschied nicht mehr, dann kämen auch die hier beschriebenen dynamischen Eigenschaften der Atmosphäre zum erliegen.
Aber da ja in der Natur und damit auch in der Atmosphäre nicht alles nach einfachen und schnell zu verstehenden Mustern abläuft, gibt es nun noch eine kleine Überraschung: Die seitlichen Windmuster, die wir der Vollständigkeit halber nicht verschweigen wollen. Die seitlichen Winde werden hauptsächlich durch die so genannte Druckgradientenkraft und die Corioliskraft, eine Kraft, die dadurch entsteht, dass die Erde sich dreht, bestimmt.
Unter Beteiligung der Corioliskraft entsteht ein Hurrikan
Die Stärke der Corioliskraft hängt von der geographischen Breite ab. Sie verschwindet am Äquator und ist am stärksten an den Polen. Sie tritt im rechten Winkel zur Bewegungsrichtung der Erde, nämlich 90 Grad nach rechts auf der Nordhalbkugel und 90 Grad nach links auf der Südhalbkugel, auf.
Die Druckgradientenkraft dagegen verursacht eine Strömung der Luft von Regionen mit hohem Oberflächendruck zu Regionen mit niedrigem Oberflächendruck.
Das Gleichgewicht zwischen der Druckgradienten- und der Corioliskraft wird als geostrophisches Gleichgewicht bezeichnet.
Das geostrophische Gleichgewicht führt zu Winden in den mittleren Breiten. Zwischen dem subtropischen Hochdruckgürtel und dem subpolaren Tiefdruckgürtel wehen sie von West nach Ost. Wir nennen diese Winde Westwinde. Die Westwinde werden in der Höhe stärker und führen zu den intensiven Starkwindgebieten, die als Jetstream in der oberen Troposphäre der mittleren Breiten bekannt sind (siehe oben). Umgekehrt wehen die Winde südlich des Äquators von Osten nach Westen und werden Ostwinde oder manchmal auch Passatwinde genannt.
In der nördlichen Hemisphäre führt das geostrophische Gleichgewicht dazu, dass sich die Winde gegen den Uhrzeigersinn um Tiefdruckgebiete und im Uhrzeigersinn um Hochdruckgebiete drehen. Auf der Südhemisphäre sind die Richtungen entgegengesetzt.
Aber natürlich spielen auch die Ozeane eine Schlüsselrolle bei der Auflösung des Wärmeungleichgewichts, indem sie Wärme aus niedrigen, äquatorialen, in hohe, polare, Breiten transportieren.
Eine Art der Zirkulation in den Ozeanen ist die horizontale Zirkulation, das sind windgetriebene Ozeanwirbel an der Oberfläche. Die wichtigsten Oberflächenströmungen, die warmen, polwärts gerichteten westlichen Ströme, sind der Golfstrom, der mit dem Nordatlantischen Wirbelstrom verbunden ist, und der Kuroshio-Strom, der mit dem Nordpazifischen Wirbelstrom verbunden ist.
Diese Wirbel enthalten aber auch kalte äquatorwärts gerichtete östliche Ströme, wie den Kanarenstrom im östlichen Nordatlantik und den Kalifornienstrom im westlichen Nordpazifik.
Ähnliche Strömungssysteme finden sich auch auf der Südhalbkugel. Die horizontalen Muster der Ozeanzirkulation werden von den wechselnden Windmustern in Abhängigkeit von der geografischen Breite angetrieben, insbesondere von der Tendenz zu westlichen Winden in den mittleren Breiten und östlichen Winden in den Tropen, wie oben bereits erwähnt.
Der zweite Typ der Ozeanzirkulation ist die vertikale Zirkulation, und insbesondere das, was wir die meridiane Umwälzzirkulation nennen, oder manchmal auch einfach die Förderbandzirkulation.
Die Förderbandzirkulation ist in den hohen Breiten des Nordatlantiks mit einer Tendenz zum Absinken kalten Wassers und zu aufsteigender Bewegung warmen Wassers in den Tropen und Subtropen des Indischen und Pazifischen Ozeans verbunden. Die Förderbandzirkulation wird durch Wärmeunterschiede und Unterschiede in der Wasserdichte angetrieben, die wiederum weitgehend auf Schwankungen der Temperatur und des Salzgehalts des Meerwassers zurückzuführen sind. Daher kommt auch der Begriff, der manchmal zur Beschreibung dieser Zirkulation verwendet wird: Die thermohaline Zirkulation.
Die Sinkbewegung wird hervorgerufen von relativ kaltem, salzhaltigem Oberflächenwasser des subpolaren Nordatlantiks, und die aufsteigende Bewegung von dem relativ warmen und weniger salzigem Wasser im tropischen und subtropischen Pazifik und Indischen Ozean.
Die nordwärts gerichtete Ausdehnung der thermohalinen Zirkulation im Nordatlantik wird als Nordatlantikdrift bezeichnet.
Dieses Strömungssystem stellt den Transport von warmem Oberflächenwasser zu höheren Breiten des Nordatlantiks sicher und ist ein wichtiges Mittel, mit dem das Klimasystem Wärme polwärts von den niedrigeren Breiten in höhere Breiten transportiert. Es wird angenommen, dass Veränderungen in diesem Strömungssystem eine Schlüsselrolle bei vergangenen und potenziellen zukünftigen Klimaveränderungen spielen.
Genauso wie die Atmosphäre natürliche interne Veränderungen aufweist, die wir Wetter nennen, weist auch das Klimasystem selbst, wenn auch auf längeren Zeitskalen, immer wiederkehrende Veränderungen auf.
Die wichtigste und bekannteste dieser Formen der natürlichen Veränderungen im Klimasystem ist die sogenannte El Niño Southern Oszillation oder ENSO.
Im Fall von El Niño sehen wir sehr gut, dass und in welcher Form eine Interaktion zwischen dem Ozean und der Atmosphäre stattfindet. Der tropische Pazifische Ozean hat dynamische Strömungssysteme und auch die Passatwinde der tropischen Atmosphäre sind dynamisch. Diese beiden Dinge können miteinander interagieren, denn die Stärke der Passatwinde beeinflusst die Meeresströmungen und damit auch, wie viel kaltes Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche kommt. Wenn die Passatwinde im östlichen Äquatorialpazifik schwächer werden, wird der Auftrieb der kalten Gewässer an die Oberfläche gestoppt, und das Wasser in dieser Region wärmt sich dramatisch auf. Typischerweise passiert das alle paar Jahre um die Weihnachtszeit – daher der Name El Niño, das Christkind, weil die Ureinwohner Südamerikas erkannten, dass dieses Phänomen immer um Weihnachten herum im Winter auftritt.
Bei El Niño erwärmt sich also das Wasser im Pazifik, und das verändert das relative Ost-West-Muster der Temperatur entlang des äquatorialen Pazifiks. Das Ost-West-Muster der Temperatur treibt eine vertikale Zirkulation in der Atmosphäre an, die Walker-Zirkulation, und die Veränderung dieser Walker-Zirkulation verändert wiederum die Stärke der Passatwinde. Und so schließt sich der Kreis.
Wenn sich die Passatwinde verändern, verändert sich der Auftrieb von kaltem Wasser im tropischen Pazifik, und wenn sich der Auftrieb von kaltem Wasser verändert, verändert sich das Temperaturmuster, das wiederum das atmosphärische Zirkulationsmuster beeinflusst, welches die Passatwinde überhaupt erst bestimmt.
Dies ist ein Beispiel von einer gekoppelten Ozean-Atmosphären-Variabilität – man kann El Niño nicht verstehen wenn man nur die Atmosphäre betrachtet. Man kann die El Niño Southern Oscillation aber auch nicht verstehen, wenn man nur den Ozean betrachtet. Man muss verstehen, wie sie miteinander interagieren, um die Veränderungen, die auf einer Zeitskala von drei bis sieben Jahren stattfinden, zu erkennen.
Wenn wir uns das globale Muster des Einflusses von El Niño, dem „Christkind“, ansehen, sehen wir, dass das, was im tropischen Pazifik passiert, nicht im tropischen Pazifik bleibt.
Diese Änderungen der Meeresoberflächentemperatur im östlichen tropischen Pazifik beeinflussen die Jetstreams in beiden Hemisphären, und wenn sich der Jetstream der nördlichen Hemisphäre und der der südlichen Hemisphäre verändert, verändern sich die Wettermuster auf der ganzen Welt mit manchmal dramatischen Folgen (siehe weiter oben die Beschreibung des Jetstreams).
Auswirkungen eines sich kaum bewegenden Tiefdruckgebietes, dass über Stunden und Tage hinweg feuchte Warmluft aus dem Mittelmeer heranführte, die über Belgien, dem Westen Deutschlands und Holland zu schweren Regenfällen führte.
El Niño und sein Gegenpart, La-Niña, haben also einen globalen Einfluss auf unser Klima. In gewisser Hinsicht sind sie das stärkste richtungsgebende Signal in unserem Klima. Ein Großteil der jährlichen Klimaschwankungen auf der ganzen Welt wird durch El Niño beeinflusst.
Jetzt liegt natürlich die Vermutung nahe, dass der derzeitige Klimawandel auf die Auswirkungen von El Niño zurückzuführen sein könnte.
Aber, es gibt auch die Möglichkeit, dass im Gegenteil der Klimawandel den Jetstream der südlichen Hemisphäre und dadurch die Passatwinde und im nächsten Schritt die eben geschilderten Muster der Wärmezirkulation und damit auch das Verhalten von El Niño verändert. Und wenn man das Verhalten von El Niño verändert, wird das das Wetter rund um den Globus beeinflusst.
Es werden die Hurrikansaisonen im tropischen Atlantik und im tropischen Pazifik beeinflusst. Es werden die Intensität und Häufigkeit der Stürme und Gewitter in den mittleren Breiten verändert – und ihre Beweglichkeit.
Es gibt eine grosse Anzahl von Wetterphänomenen, die von El Niño beeinflusst werden, und wenn der Klimawandel El Niño verändert, wird sich das auf alle diese Phänomene auswirken.
Niemand weiss bisher genau, wie diese Auswirkungen aussehen werden, und daher gibt es Ungewissheit bei der Vorhersage der regionalen Auswirkungen des Klimawandels.
Aber klar ist auf alle Fälle das: Ungewissheit ist nicht unser Freund, denn man kann nicht für Veränderungen planen oder sich an sie anpassen, von denen man nicht weiß, wann und wie sie kommen.
Hurrikan über Florida
Noch ein Hinweis zum Schluss: Unsere Artikelserie über den Klimawandel erhebt keinerlei Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit. Wir wollen lediglich eine Basis zum Verständnis dessen legen, was immer häufiger unter der Bezeichnung „Klimawandel“ diskutiert wird. Und zwar oft auch von Personen, die noch nicht einmal über ein solches Basiswissen verfügen.
Unser Motto ist: Nur was man verstehen kann, kann man auch beeinflussen! Und etwas tun müssen wir – das ist uns klar.
Zwei italienische Amateurfußballer im Alter von 48 und 51 Jahren starben an den Folgen der extremen Hitze. In Europa herrschen derzeit historisch hohe Temperaturen, die die menschliche Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen.
Am Samstag, dem 15. Juli, werden weltweit Rekordtemperaturen festgestellt. Von Europa über die USA bis nach China ist die globale Erwärmung überall auf der Welt spürbar. Und hat schwerwiegende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.
Laut der italienischen Tageszeitung Il Messagero starben am Freitag, dem 14. Juli, zwei Amateurfußballer im Alter von 48 und 51 Jahren an den Folgen von Kreislaufversagen, das höchstwahrscheinlich auf die Hitze zurückzuführen war. Die italienische Halbinsel verzeichnet derzeit historische Spitzentemperaturen. In Rom könnte das Thermometer am Montag auf 40 °C und am Dienstag gar auf 42 oder 43 °C steigen, womit der bisherige Rekord von 40,5 °C aus dem Jahr 2007 gleich um mehrere Grad übertroffen würde.
Auch in Deutschland könnten die …
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Der Juni 2023 war insgesamt der wärmste Monat, der jemals weltweit gemessen wurde, wie die europäische Copernicus-Sternwarte am Donnerstag berichtete. Und auch der Juli wird sich voraussichtlich auf diesem Niveau einpendeln.
Der Sommer 2023 zeichnet sich allmählich als außerhalb der Norm liegend ab, nachdem die europäische Beobachtungsstelle Copernicus am Donnerstag den wärmsten Juni aller Zeiten bestätigt hat, was auf die kombinierte Wirkung des Klimawandels und die Rückkehr des El Niño-Phänomens zurückzuführen ist.
Und der Trend setzt sich im Juli fort: Der Dienstag war mit durchschnittlich 17,03 Grad der wärmste Tag, der jemals weltweit gemessen wurde, wie Copernicus am Donnerstag auf der Grundlage vorläufiger Messungen bestätigte.
Am Montag, dem 3. Juli, war bereits ein erster Rekord gebrochen worden, als 16,88 Grad auf dem gesamten Globus (Land und Meer zusammengenommen) gemessen wurden. Auch wenn es noch nicht möglich ist, den weiteren Verlauf des Sommers vorherzusagen, reiht sich seit April auf der ganzen Welt, von China über den Atlantik bis nach Spanien, ein Temperaturrekord an den anderen. Dies ist das direkteste Zeichen für die Störung des Weltklimas. Mit Katastrophen, die unvorhersehbarer und stärker werden: Waldbrände, Dürren, extreme Regenfälle…
„Der Juni war der weltweit wärmste Monat Juni, etwas mehr als 0,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt 1991-2020, was den bisherigen Rekord vom Juni 2019 bei weitem übertrifft“, so die Copernicus-Beobachtungsstelle für Klimawandel (C3S) der Europäischen Union, deren Daten, die bis 1950 zurückreichen, neben denen der amerikanischen NOAA zu den zuverlässigsten der Welt zählen.
Die Temperaturen brachen im Nordwesten Europas alle Rekorde, und Teile Kanadas, der USA, Mexikos, Asiens und des östlichen Australiens waren „deutlich wärmer als normal“, stellt Copernicus fest und betont das hohe Ausmaß der Abweichung vom Normalwert. Im Gegensatz dazu war es im Westen Australiens, im Westen der USA und im Westen Russlands kühler als normal.
Seit 15 Jahren liegt der Juni konstant über den Durchschnittswerten des Zeitraums 1991-2020, aber „der Juni 2023 liegt sehr weit über den anderen, das ist die Art von Anomalie, an die wir so nicht gewöhnt sind“, erklärte der Wissenschaftler Julien Nicolas gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die globale Durchschnittstemperatur im Juni 2023 betrug 16,51°C und lag damit 0,53°C über dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahrzehnte. Der bisherige Rekord, im Juni 2019, lag nur 0,37°C über den Normwerten.
Hitzewellen in den Meeren
Der Rekord im Juni 2023 ist größtenteils auf sehr hohe Temperaturen der Meeresoberflächen zurückzuführen, die 70% der Erdoberfläche ausmachen. Die Temperaturen haben bereits im Mai 2023 im Pazifischen Ozean Rekordwerte erreicht, was auf den Beginn des Klimaphänomens El Niño zurückzuführen war.
Im Juni erlebte der Nordatlantik Hitzewellen, die die Wissenschaftler überraschten, da sie beispiellose Werte erreichten. Ein Grund dafür waren die geringeren Windgeschwindigkeiten über weiten Teilen des Nordatlantiks, aufgrund eines Azorenhochs, das dazu führte, dass die Winde als die schwächsten in einem Monat Juni seit 1940 gemessen wurden, was die Durchmischung des Oberflächenwassers und damit dessen Abkühlung verringerte.
Darüber hinaus gibt es bereits seit Jahren einen Trend zur Erwärmung der Ozeane, die 90% der durch menschliche Aktivitäten erzeugten Wärme absorbieren, da die Treibhausgasemissionen der Menschheit weiter steigen. Extreme Temperaturen wurden dieses Jahr in der Ostsee sowie rund um Irland und Großbritannien gemessen. Großbritannien hat bereits vor einigen Tagen einen Rekord-Juni bestätigt.
Die Erwärmung wird in den kommenden Monaten durch El Niño weiter angeheizt, der sich laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO, Sonderorganisation der Vereinten Nationen) das ganze Jahr über mit „zumindest mäßiger“ Intensität entwickeln wird.
Gleichzeitig erreichte das Packeis der Antarktis seine geringste Ausdehnung für einen Monat Juni seit Beginn der Satellitenbeobachtungen und lag 17% unter dem Durchschnitt, so Copernicus. Im Februar hatte die Eisfläche am Ende des Sommers der Südhalbkugel das zweite Jahr in Folge ein historisches Minimum erreicht.
Ein weltweiter Temperaturanstieg als Folge dieses Wetterphänomens wird spätestens für das Jahr 2024 erwartet. Die Vereinten Nationen rufen die Regierungen der Welt dazu auf, sich auf die Auswirkungen El Niño vorzubereiten.
Es ist offiziell: El Niño hat wieder begonnen. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), eine Organisation der Vereinten Nationen, gab am Dienstag, dem 4. Juli, den Beginn einer neuen Episode dieses Wetterphänomens bekannt, das sich „allmählich verstärken“ soll. Nachdem am Montag weltweit der wärmste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet wurde, warnt die Organisation vor einer 90%igen Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem „weiteren Anstieg der globalen Temperatur“ und zu „Störungen der Wetter- und Klimabedingungen“ kommen wird.
El Niño wird sich das ganze Jahr über mit einer Intensität fortsetzen, die „zumindest mäßig“ sein dürfte, so die UNO-Organisation weiter. Die Auswirkungen auf den Anstieg der globalen Temperaturen zeigen sich meist jedoch in allem umfang erst im Jahr nach Beginn des Wetterphänomens und dürften daher 2024 stärker spürbar sein, als in 2023.
El Niño ist ein Naturphänomen, das sich im tropischen Pazifik bildet und im Durchschnitt alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Es geht mit einer Erwärmung der Oberflächenwassertemperaturen „im zentralen und östlichen Pazifik“ einher und ist Teil einer globalen Erwärmung des Klimas, die „durch menschliche Aktivitäten“ hervorgerufen wird, so die WMO.
Die Folgen von El Niño sind je nach Region unterschiedlich. In einigen südlichen Regionen wie Lateinamerika, den südlichen USA und dem Horn von Afrika kann El Niño zu erhöhten Niederschlagsmengen führen, was Überschwemmungen und Erdrutsche zur Folge haben kann. Im Gegensatz dazu kann er in Australien, Indonesien, Teilen Südasiens oder auch Mittelamerika zu schweren Dürren führen.
Hitzerekorde in Aussicht
Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch nicht möglich, die Intensität oder Dauer des aktuellen El Niño vorherzusagen. Die letzte Episode, die auf den Zeitraum 2018-2019 zurückgeht, wurde als schwach eingestuft. Die vorherige Episode, die zwischen 2015 und 2016 auftrat, war hingegen von hoher Intensität.
Anfang Mai hatte die WMO bereits erklärt, dass der Zeitraum 2023-2027 aufgrund der kombinierten Wirkung von El Niño und der globalen Erwärmung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der wärmste Zeitraum sein wird, der jemals auf der Erde gemessen wurde, und damit den Rekord von 2016 (das weltweit wärmste gemessene Jahr) noch übertreffen wird. „Die Ankunft von El Niño wird die Wahrscheinlichkeit von Temperaturrekorden und die Auslösung extremerer Hitze in vielen Teilen der Welt und in den Ozeanen erheblich erhöhen“, betont der Generalsekretär der Agentur, Petteri Taalas. Er sagte, er sende „ein Signal“ an die Regierungen der Welt, „dass sie sich darauf vorbereiten sollen, wie sie die Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Ökosysteme und unsere Wirtschaft zu begrenzen“.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihrerseits ist besorgt über einen Anstieg wasserbedingter Krankheiten wie Cholera, aber auch über einen Anstieg der Epidemien von durch Mücken übertragenen Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber sowie der Fälle von Infektionskrankheiten wie Masern und Meningitis.
Was ist in Frankreich zu erwarten?
Laut Météo France ist es derzeit schwierig, Auswirkungen von El Niño, die man im französischen Mutterland beobachten könnte, vorherzusehen. Zur Zeit ist das europäische französische Kernland, das weit vom Pazifik entfernt liegt, nicht direkt von den El Niño-Auswirkungen betroffen. Tropische Stürme, die weiter östlich als üblich auftreten, könnten jedoch Französisch-Polynesien treffen.
Laut dem Meteorologen Guillaume Séchet ist eine El-Niño-Episode „nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem warmen Jahr in Frankreich“. „Das Jahr 2016 mit dem stärksten El Niño der jüngsten Zeit führte zu einer nationalen Anomalie von +0,5°C, die niedriger war als die der beiden La-Niña-Jahre (umgekehrtes Phänomen von El Niño, das einen Temperaturrückgang verursacht), die darauf folgten (+0,8°C im Jahr 2017 und +1,3°C im Jahr 2019)“.
Auch wenn El Niño die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Durchschnittstemperatur Rekorde bricht, „ist es hauptsächlich die vom Menschen verursachte globale Erwärmung, die diesen Trend verursacht“, erklärt Météo France. Die WMO schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die jährliche Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche in mindestens einem der nächsten fünf Jahre um 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau liegen wird, auf 66%.
El Nino ist ein Ereignis, das durch wärmere Oberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist. Das hat Auswirkungen auf den gesamten Planeten.
Das Wetterphänomen El Nino, das üblicherweise mit einem Anstieg der globalen Temperaturen verbunden ist, hat offiziell wieder begonnen und wird sich in den kommenden Monaten „allmählich verstärken“, wie die US-Behörde für Ozean- und Atmosphärenbeobachtung (NOAA) am Donnerstag, dem 8. Juni, erklärte.
El Nino ist ein Phänomen, das durch wärmere Oberflächentemperaturen als normal im äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist. Und dadurch hat es Folgen für den gesamten Planeten. El Nino „könnte in einigen Regionen zu neuen Temperaturrekorden führen“, sagte Michelle L’Heureux, Klimaforscherin bei der NOAA, in einer Pressemitteilung. Im Mai hatte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) davor gewarnt, dass der Zeitraum 2023-2027 mit ziemlicher Sicherheit der wärmste Zeitraum sein wird, der je auf der Erde aufgezeichnet wurde. Dies wird durch die kombinierte Wirkung von El Nino und der durch Treibhausgasemissionen verursachten globalen Erwärmung verursacht.
El Nino tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf, und Klimaforscher hatten seine Ankunft für dieses Jahr schon seit einigen Monaten vorhergesagt. Das gegenteilige Phänomen, La Nina, das eher dazu neigt, einen Temperaturrückgang zu verursachen, war seit drei Jahren aktiv. „Je nach Stärke kann El Nino eine Reihe von Folgen verursachen, z. B. das Risiko von Starkniederschlägen oder Dürren in bestimmten Regionen der Welt erhöhen“, erklärte Michelle L’Heureux. „Der Klimawandel kann einige der mit El Nino verbundenen Auswirkungen verschärfen oder abschwächen“, sagte sie. Im Allgemeinen neigt El Nino laut NOAA dazu, die Hurrikanaktivität im Atlantik zu dämpfen, während er sie im Pazifik begünstigt.
Laut der zur UNO gehörenden Weltorganisation für Meteorologie besteht eine 80%ige Chance, dass sich das Phänomen El Niño bis Ende September entwickelt.
Dieses Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wetterphänomen El Niño auftreten und könnte vor dem Hintergrund der globalen Erwärmung die Temperaturen zu neuen Hitzerekorden ansteigen lassen. So lautet die Warnung, die die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die den Vereinten Nationen untersteht, am Mittwoch, dem 3. Mai, herausgegeben hat. Sie schätzt, dass es eine 60%ige Chance gibt, dass sich El Niño bis Ende Juli und eine 80%ige Chance, dass es sich bis Ende September entwickelt.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das in der Regel mit einem Anstieg der Temperaturen, verstärkter Trockenheit in einigen Teilen der Welt und starken Regenfällen in anderen Teilen verbunden ist. Es trat zuletzt 2018-2019 auf und machte anschließend Platz für eine besonders lange Episode von La Niña, die umgekehrte Effekte verursacht, insbesondere niedrigere Temperaturen. Trotz des dämpfenden La Niña Effekts waren die letzten acht Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ohne La Niña hätte die Erwärmung noch schlimmer ausfallen können.
Ein „neuer Höhepunkt der globalen Erwärmung“
La Niña „wirkte als vorübergehende Bremse für den globalen Temperaturanstieg“, der durch unseren Verbrauch von Kohle, Öl und Gas verursacht wird, sagte der Chef der WMO, Petteri Taalas. „Die Entwicklung von El Niño wird höchstwahrscheinlich zu einem neuen Höhepunkt der globalen Erwärmung führen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir neue Temperaturrekorde aufstellen“, warnte er.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, die Intensität oder die Dauer des sich abzeichnenden El Niño vorherzusagen. Der letzte galt als schwach, aber der davor, zwischen 2014 und 2016, war stark und hatte verheerende Folgen. Die WMO betont, dass 2016 „das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war, was auf den ‚Doppeleffekt‘ eines sehr starken El Niño und die Erwärmung durch die vom Menschen verursachten Treibhausgase zurückzuführen ist“. Die Auswirkungen von El Niño auf die Temperaturen machen sich in der Regel im Jahr nach dem Auftreten des Wetterphänomens bemerkbar. Die Auswirkungen werden daher wahrscheinlich im Jahr 2024 am stärksten spürbar sein.