Schlagwort: Eiffelturm

  • Eiffelturm, Louvre und Musée d’Orsay: Paris schaltet wegen der Hitzewelle einen Gang herunter

    Eiffelturm, Louvre und Musée d’Orsay: Paris schaltet wegen der Hitzewelle einen Gang herunter

    Paris erlebt erneut eine intensive Hitzewelle, die den Alltag der Einwohner ebenso beeinflusst wie den Aufenthalt der Millionen Touristen, die während der Sommermonate in die französische Hauptstadt reisen. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen zwingen mehrere berühmte Sehenswürdigkeiten dazu, ihren Betrieb anzupassen, um Besucher und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

    Besonders betroffen ist der Eiffelturm. Da sich die gewaltige Stahlkonstruktion in der Sonne stark aufheizt, bleiben einzelne Bereiche des Wahrzeichens während der heißesten Stunden des Tages zeitweise geschlossen. Die Verantwortlichen empfehlen, den Besuch möglichst auf die frühen Morgenstunden oder den Abend zu legen. Auch die Warteschlangen im Freien erfordern besondere Vorsicht, denn dort fehlt häufig schattiger Schutz.

    Der Louvre und das Musée d’Orsay haben ebenfalls verschiedene Maßnahmen eingeführt, um den Auswirkungen der Hitze zu begegnen. Die klimatisierten Ausstellungsräume bieten vielen Besuchern eine willkommene Abkühlung, während das Personal verstärkt auf die Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen achtet. Zusätzliche Trinkwasserstellen, regelmäßige Hinweise zum richtigen Verhalten bei großer Hitze und besondere Aufmerksamkeit für ältere Menschen sowie Familien mit Kindern gehören inzwischen zum Alltag.

    Doch nicht nur die großen Museen passen sich den Temperaturen an. Auch das Leben in der gesamten Hauptstadt verläuft etwas langsamer. Spaziergänge entlang der Seine finden überwiegend am Morgen oder am Abend statt, Straßencafés füllen sich erst nach Sonnenuntergang und die Parks entwickeln sich zu beliebten Rückzugsorten im Schatten. Viele Pariser ändern ihre Gewohnheiten – und auch zahlreiche Urlauber planen ihre Besichtigungen neu, um die größte Hitze am Nachmittag zu vermeiden.

    Die Entwicklung zeigt deutlich, dass extreme Hitzeperioden längst kein Ausnahmeereignis mehr sind. Betreiber historischer Sehenswürdigkeiten investieren zunehmend in Lösungen, die Besucher besser schützen sollen. Dazu zählen zusätzliche Schattenbereiche, verbesserte Kühlung sowie angepasste Öffnungszeiten. Bauwerke, die vor Jahrhunderten unter völlig anderen klimatischen Bedingungen entstanden, stehen heute vor neuen Herausforderungen.

    Für Reisende reichen oft schon einige einfache Maßnahmen aus, um Paris trotz der hohen Temperaturen entspannt zu genießen. Ausreichend Wasser, eine Kopfbedeckung, leichte Kleidung und eine gute Tagesplanung machen den Unterschied. Warum die berühmten Museen nicht während der heißesten Stunden besuchen und den Morgen für einen Spaziergang durch die historischen Viertel nutzen? So lässt sich die französische Hauptstadt oft sogar besonders angenehm erleben – mit weniger Andrang und deutlich angenehmeren Temperaturen.

    Trotz der Hitzewelle hat Paris nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Die Stadt empfängt weiterhin Besucher aus aller Welt, auch wenn das Leben momentan etwas gemächlicher verläuft. Die Hitze gibt den Takt vor, doch sie schmälert weder den Charme der Seine-Ufer noch die Faszination der weltberühmten Museen oder die beeindruckende Wirkung der historischen Bauwerke. Ein außergewöhnlicher Sommer stellt Paris vor Herausforderungen – seinen besonderen Zauber nimmt er der französischen Hauptstadt jedoch nicht.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Nationalfeiertag in Paris: Für die Militärparade gilt erstmals eine Registrierungspflicht

    Nationalfeiertag in Paris: Für die Militärparade gilt erstmals eine Registrierungspflicht

    Wer den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli 2026 in Paris hautnah erleben möchte, muss sich auf eine bedeutende Neuerung einstellen. Erstmals führen die französischen Behörden für die traditionelle Militärparade auf den Champs Élysées eine verpflichtende Online Registrierung ein. Besucher, die einen Platz in den abgesicherten Zuschauerbereichen erhalten möchten, kommen ohne vorherige Anmeldung nicht mehr hinein.

    Nach der erfolgreichen Registrierung erhalten Interessierte einen persönlichen QR Code. Dieser dient als Zutrittsberechtigung und muss an den eingerichteten Kontrollstellen zusammen mit einem Ausweisdokument vorgezeigt werden. Erst danach erfolgt der Zugang zu den gesicherten Bereichen entlang der Paradestrecke.

    Bislang reichten Sicherheitskontrollen an den Eingängen sowie Taschenkontrollen aus, um die Besucherströme zu regulieren. Mit der neuen Regel verschärfen die Behörden das Sicherheitskonzept deutlich. Gleichzeitig soll die Zahl der Besucher besser gesteuert und der Ablauf rund um die Veranstaltung geordneter gestaltet werden.

    Grund für die neue Vorgehensweise ist der besondere internationale Rahmen der Feierlichkeiten. In Paris werden zahlreiche Staats und Regierungschefs sowie hochrangige Delegationen aus dem Ausland erwartet. Entsprechend hoch sind die Sicherheitsanforderungen. Die vorherige Registrierung erleichtert den Einsatzkräften die Planung und trägt dazu bei, den Zugang zu den besonders sensiblen Bereichen besser zu kontrollieren.

    Für Touristen und Einheimische bedeutet das vor allem eines: Spontane Besuche der Parade dürften in diesem Jahr kaum noch möglich sein. Wer die traditionsreiche Veranstaltung direkt an der Strecke verfolgen möchte, sollte sich frühzeitig anmelden und den QR Code rechtzeitig bereithalten. Ohne gültige Registrierung bleibt der Zutritt zu den abgesicherten Zuschauerzonen voraussichtlich verwehrt.

    Auch beim Rahmenprogramm gibt es 2026 eine ungewöhnliche Änderung. Das traditionelle Feuerwerk am Eiffelturm findet nicht wie gewohnt am Abend des Nationalfeiertags statt. Stattdessen wird es bereits am 13. Juli veranstaltet. Hintergrund ist das Gedenken an den zehnten Jahrestag des Terroranschlags von Nizza, der sich am 14. Juli 2016 während der dortigen Nationalfeier ereignete. Mit der zeitlichen Verlegung möchten die Verantwortlichen Raum für die offiziellen Gedenkveranstaltungen schaffen.

    Trotz dieser Änderungen bleibt der 14. Juli einer der wichtigsten Feiertage Frankreichs. Die Militärparade auf den Champs Élysées zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Veranstaltungen des Landes und zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher sowie Millionen Fernsehzuschauer aus aller Welt an. Wer die besondere Atmosphäre in diesem Jahr live erleben möchte, sollte sich jedoch rechtzeitig auf die neuen Vorgaben einstellen. Die Einführung der Registrierungspflicht markiert einen deutlichen Wandel bei der Organisation des Nationalfeiertags und zeigt, welchen Stellenwert Sicherheit bei Großveranstaltungen inzwischen einnimmt.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Der Eiffelturm neu erlebt: Wenn Geschichte durch die virtuelle Brille lebendig wird

    Der Eiffelturm neu erlebt: Wenn Geschichte durch die virtuelle Brille lebendig wird

    Der Eiffelturm gehört zu jenen Bauwerken, die jeder kennt. Er ziert Reiseführer, Postkarten und Millionen von Smartphone-Fotos. Kaum ein Symbol steht so sehr für Paris wie die „Dame de Fer“, die eiserne Dame, die seit mehr als 130 Jahren über der französischen Hauptstadt wacht. Und doch zeigt sich g…

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  • PSG-Triumph: Paris bereitet sich auf Massenfeier vor – überschattet durch hunderte Festnahmen

    PSG-Triumph: Paris bereitet sich auf Massenfeier vor – überschattet durch hunderte Festnahmen

    Paris erwartet an diesem Sonntag zehntausende Fans zur offiziellen Feier des historischen Champions-League-Triumphs von Paris Saint-Germain. Auf dem Champ-de-Mars am Fuße des Eiffelturms werden zwischen 85.000 und 90.000 Menschen erwartet. Die Zugänge sind seit 14 Uhr geöffnet. Die PSG-Spieler wollen den Europapokal auf einer eigens errichteten, rund 450 Meter langen Bühne präsentieren.

    Die Feierlichkeiten finden nach einer Nacht großer Begeisterung, aber auch erheblicher Spannungen statt. In Paris und anderen französischen Städten kam es im Anschluss an den Finalsieg zu zahlreichen Ausschreitungen. Besonders betroffen waren die Champs-Élysées sowie das Umfeld des Parc des Princes.

    Nach Angaben der Behörden wurden landesweit 780 Personen festgenommen, davon rund 480 in der Region Paris. Zudem wurden 57 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. Die Vorfälle umfassten unter anderem Sachbeschädigungen, Brandstiftungen, Plünderungen sowie den Einsatz von Feuerwerkskörpern gegen Polizeikräfte.

    Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte mit, dass 277 Personen, darunter 82 Minderjährige, in Polizeigewahrsam genommen wurden. Ihnen werden unter anderem Gewalttaten, Diebstähle und Sachbeschädigungen vorgeworfen.

    Der Kontrast zwischen sportlicher Euphorie und den nächtlichen Ausschreitungen ist deutlich. Während PSG den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte feiert, wurde die Freude vieler Anhänger durch die Gewalt einer vergleichsweise kleinen Gruppe überschattet.

    Trotz der Vorfälle halten die Behörden an den offiziellen Feierlichkeiten fest. Für die Veranstaltungen in Paris wurde ein umfangreiches Sicherheitskonzept umgesetzt. Im gesamten Land sind rund 22.000 Polizisten und Gendarmen im Einsatz. Rund um den Champ-de-Mars kommt es zudem zu erheblichen Verkehrs- und Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr.

    Neben der Fanfeier ist auch ein Empfang der Mannschaft im Élysée-Palast vorgesehen. Die französische Hauptstadt hofft damit, den sportlichen Erfolg des Vereins in einem geordneten und festlichen Rahmen zu würdigen.

    Autor: P. Tiko

  • PSG ohne Triumphzug auf den Champs-Élysées – Paris setzt auf Kontrolle statt Ausnahmezustand

    PSG ohne Triumphzug auf den Champs-Élysées – Paris setzt auf Kontrolle statt Ausnahmezustand

    Paris liebt seine Fußballnächte. Wenn der Paris Saint-Germain Football Club in einem europäischen Finale steht, vibriert die Stadt wie unter Strom. Cafés füllen sich bis tief in die Nacht, hupende Autokorsos ziehen über die Boulevards, an jeder Straßenecke wird diskutiert, geflucht, gehofft. Vor dem Endspiel der UEFA Champions League gegen den Arsenal F.C. richtet sich der Blick der französischen Hauptstadt erneut auf einen möglichen historischen Abend. Doch eines steht schon vor dem Anpfiff fest: Einen Triumphzug über die Champs-Élysées soll es diesmal nicht geben. Die Entscheidung wirkt wie ein kleines politisches Signal mitten im Fußballfieber. Während nach dem europäischen Titelgewinn 2025 noch Bilder von jubelnden Menschenmassen um die Welt gingen, ziehen Stadtverwaltung und Polizeipräfektur nun sichtbar die Handbremse an. Die berühmteste Avenue Frankreichs bleibt im Fall eines PSG-Erfolgs zwar nicht menschenleer, doch eine offizielle Parade der Mannschaft ist ausgeschlossen. Stat…

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  • Ein Stück Paris für 450.160 Euro

    Ein Stück Paris für 450.160 Euro

    Vierzehn Stufen. Rostfarben. Schwer wie ein Kleinwagen. Und plötzlich 450.160 Euro wert. Man könnte sagen: Das ist ziemlich viel Geld für eine alte Treppe. Doch wer so spricht, unterschätzt die eigentliche Ware. Versteigert wurde in Paris kein Eisen. Versteigert wurde Erinnerung.

    Ein Segment der ursprünglichen Wendeltreppe des Eiffelturms wechselte am 21. Mai den Besitzer. Jene Treppe also, über die einst Besucher der Weltausstellung von 1889 nach oben stiegen — geschniegelt, staunend, vielleicht leicht außer Atem. Vierzehn Stufen, die über Jahrzehnte Füße, Geschichten und Weltgeschichte getragen haben. Nun stehen sie irgendwo zwischen Kunstobjekt, Reliquie und Kapitalanlage.

    Der Eiffelturm besitzt diese sonderbare Fähigkeit, zugleich vollkommen vertraut und vollkommen unwirklich zu wirken. Jeder kennt ihn. Jeder hat ihn gesehen — auf Tassen, Kühlschrankmagneten, Filmszenen oder verschwommenen Handyfotos bei Nacht. Gerade deshalb entfaltet ein echtes Stück des Bauwerks eine fast magische Anziehungskraft. Als ließe sich ein wenig Paris aus dem Postkartennebel herausbrechen und mit nach Hause nehmen.

    Natürlich kauft niemand eine Treppe, um damit ins Obergeschoss zu gelangen.

    Man kauft Erzählbarkeit.

    Die Geschichte beginnt im 19. Jahrhundert, als Gustave Eiffel sein eisernes Monstrum errichten ließ und halb Paris empört protestierte. Schriftsteller und Künstler wetterten gegen den Turm, bezeichneten ihn als Schandfleck, als Fabrikschlot mit Größenwahn. Heute wirkt diese Empörung fast rührend. Denn längst hat der Turm die Stadt nicht verschandelt, sondern verschluckt. Ohne ihn erscheint Paris kaum noch denkbar.

    Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis solcher Auktionen. Menschen sammeln keine Objekte, sondern Nähe zu einem Mythos. Ein Stück Berliner Mauer, ein Stein aus dem Yankee Stadium, ein Sitz aus der Concorde — Dinge werden kostbar, sobald Geschichte an ihnen klebt wie alter Lack.

    Und der Eiffelturm? Der ist ein Meister dieser Verwandlung.

    1983 wurde die originale Treppe zwischen zweiter und dritter Etage im Zuge einer Modernisierung demontiert. 24 Teile entstanden, zwanzig davon gelangten in private Hände. Einige Segmente landeten an Orten, die selbst längst Symbolcharakter tragen: nahe der Freiheitsstatue in New York oder irgendwo in Japan, wo französische Nostalgie seit Jahrzehnten Hochkonjunktur besitzt. Die Treppe zerstreute sich über den Globus wie Reliquien eines säkularen Zeitalters.

    Das klingt ein bisschen verrückt — ist es wahrscheinlich auch.

    Doch Luxusmärkte funktionieren selten nach Vernunft. Sie leben von Aura. Und kaum eine Stadt produziert Aura so zuverlässig wie Paris. Der Eiffelturm steht nicht bloß aus Stahl auf dem Marsfeld; er steht in zahllosen Sehnsüchten. Für Liebe, für Eleganz, für jene Vorstellung Europas, in der selbst Regen romantisch wirkt und Zigarettenrauch literarisch.

    Wer 450.160 Euro bezahlt, ersteigert deshalb weniger ein Architekturfragment als einen emotionalen Kurzschluss. Ein Objekt, das sofort Geschichten erzeugt. Gäste bleiben davor stehen. Fragen entstehen automatisch: „Ist das wirklich echt?“ Und schon beginnt die kleine private Vorlesung über Belle Époque, Weltausstellung und französischen Größenwahn.

    Vielleicht steckt darin auch ein stiller Protest gegen die Gegenwart. Alles digitalisiert sich, Bilder rauschen sekündlich vorbei, Erinnerungen verschwinden im Smartphonearchiv. Ein 1,4 Tonnen schweres Stück Stahl dagegen besitzt Wucht. Es altert sichtbar. Es rostet. Es beansprucht Raum. Man kann es nicht wegwischen wie eine App.

    Und seien wir ehrlich: Wer möchte nicht ein winziges Stück Paris besitzen?

    Selbst dann, wenn man dafür eine halbe Million Euro auf den Tisch legen muss.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Ein Stück Paris zum Mitnehmen – wie eine Eiffelturm-Treppe unter den Hammer kommt

    Ein Stück Paris zum Mitnehmen – wie eine Eiffelturm-Treppe unter den Hammer kommt

    Es sind jene Geschichten, die zunächst wie eine Anekdote klingen – und dann doch erstaunlich viel über ein Land erzählen. Am 21. Mai 2026 wird in Paris ein Treppensegment des Eiffelturms versteigert. Kein Modell, keine Replik, sondern ein originales Bauteil aus dem Jahr 1889, gefertigt zur Weltausst…

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  • Zwischen Nervenkitzel und Nostalgie: Wie der Eiffelturm zum Erlebnispark wird

    Zwischen Nervenkitzel und Nostalgie: Wie der Eiffelturm zum Erlebnispark wird

    Paris kennt seine Symbole – und versteht es, sie neu zu inszenieren.

    Der Eiffelturm, lange Zeit Inbegriff klassischer Sehenswürdigkeit, erfindet sich einmal mehr neu. Mit der Rückkehr der temporären Installation „Le Vertige de la Tour“ verwandelt sich das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt in eine Bühne für ein Erlebnis, das irgendwo zwischen Mutprobe und Freizeitvergnügen liegt.

    Seit Mitte März wagen Besucher wieder den Schritt ins scheinbare Nichts.

    Eine schwebende Konstruktion aus Netzen, rund 40 Meter lang, spannt sich zwischen zwei Pfeilern der ersten Etage. Rund 60 Meter über dem Boden endet hier die gefühlte Sicherheit fester Plattformen – zumindest gefühlt. Unter den Füßen gibt es keinen Stahl, keine massive Fläche, nur ein engmaschiges Geflecht. Und darunter: Paris.

    Das Herz schlägt schneller, ganz automatisch.

    Der Clou liegt im Spiel mit der Wahrnehmung. Technisch betrachtet ist die Konstruktion hochgradig gesichert, stabilisiert durch ein komplexes System aus Seilen und Verankerungen. Psychologisch jedoch entfaltet sie eine ganz eigene Dynamik. Wer den ersten Schritt wagt, spürt sofort dieses leichte Ziehen im Magen – so ein Moment, in dem der Kopf kurz sagt: „Bist du dir sicher?“ Und genau darum geht es.

    Der Eiffelturm wird zur Bühne eines kalkulierten Nervenkitzels.

    Dabei ist das Angebot geschickt in die bestehende Besuchslogik eingebettet. Der Zugang zur Installation kostet nichts extra, doch der Weg dorthin führt zwangsläufig über ein reguläres Ticket. Vor Ort organisiert ein digitales Reservierungssystem den Andrang, verteilt Zeitfenster, vermeidet Gedränge. Das wirkt unkompliziert, ist aber präzise gesteuert – eine durchdachte Balance aus Zugänglichkeit und Kontrolle.

    Ein bisschen wie ein Freizeitpark, nur eleganter verpackt.

    Hinter diesem Konzept steht mehr als bloße Unterhaltung. Es spiegelt einen Wandel, der sich im europäischen Tourismus längst abzeichnet. Historische Orte sollen nicht mehr nur betrachtet, sondern erlebt werden. Der Besucher wird nicht länger zum stillen Beobachter, sondern zum Akteur.

    Das bringt neue Zielgruppen.

    Jüngere Reisende, geprägt von sozialen Medien und der Suche nach dem Besonderen, reagieren auf solche Angebote mit Begeisterung. Ein Foto auf der klassischen Aussichtsplattform? Schön. Ein Video auf einer schwingenden Netzbrücke über den Dächern von Paris? Deutlich wirkungsvoller.

    Und doch bleibt ein leiser Zweifel.

    Wie viel Inszenierung verträgt ein Denkmal, ohne seinen Charakter zu verlieren? Der Eiffelturm, einst Symbol ingenieurtechnischer Kühnheit des 19. Jahrhunderts, wird zunehmend selbst zur Kulisse für inszenierte Emotionen. Das muss kein Widerspruch sein – kann es aber werden.

    Interessant ist die Dramaturgie der Erfahrung.

    Auf die Anspannung vor dem Betreten der Brücke folgt der Moment der Überwindung. Danach: Entspannung. Eine eigens eingerichtete Terrasse lädt zum Verweilen ein, mit Blick über die Stadt, vielleicht einem Getränk in der Hand. Der Körper fährt herunter, der Puls normalisiert sich, und plötzlich wirkt alles wieder ganz ruhig.

    Ein kleiner Triumph, ganz persönlich.

    Am Ende bleibt das Gefühl, Teil von etwas gewesen zu sein – nicht nur Zuschauer. Und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Konzepts. Es verbindet das Alte mit dem Neuen, das Monumentale mit dem Momenthaften.

    Oder, einfacher gesagt: Man geht hinauf – und kommt mit einer Geschichte zurück.

    Autor: Andreas M. B.

  • Paris unter Spannung: Mehrere Wahrzeichen nach Bombendrohungen geräumt

    Paris unter Spannung: Mehrere Wahrzeichen nach Bombendrohungen geräumt

    Ein Freitagabend, wie ihn Paris nicht gebrauchen kann.

    Gegen 18 Uhr erreichten die Behörden mehrere E-Mails, in denen von möglichen Sprengsätzen in bekannten Pariser Einrichtungen die Rede war. Binnen Minuten verwandelte sich die übliche Geschäftigkeit der Hauptstadt in angespannte Betriebsamkeit. Die Tour Montparnasse und das Institut d’études politiques de Paris – besser bekannt als Sciences Po – wurden geräumt.

    In der 210 Meter hohen Tour Montparnasse, sonst ein Ort mit weitem Blick über die Dächer der Stadt, mussten Besucher und Angestellte das Gebäude zügig verlassen. Auf den Gängen herrschte eine Mischung aus Disziplin und Nervosität. Wer einmal eine Evakuierung miterlebt hat, kennt dieses eigentümliche Schweigen, das sich über Menschenmengen legt – keiner weiß Genaueres, aber alle spüren: Hier stimmt etwas nicht.

    Auch an Sciences Po liefen die Sicherheitsprotokolle an. Studierende, die noch in Seminarräumen saßen oder in der Bibliothek arbeiteten, wurden ins Freie geleitet. Nach eingehender Überprüfung konnte dort jedoch Entwarnung gegeben werden. Der Zugang wurde später wieder freigegeben.

    Die beiden Einrichtungen blieben nicht die einzigen genannten Ziele. In den Drohschreiben tauchten weitere prominente Orte auf, darunter der Eiffelturm und die Konzerthalle Bataclan. Nicht überall kam es zu vollständigen Räumungen, doch die Sicherheitsbehörden reagierten mit erhöhter Wachsamkeit.

    Spezialisierte Einheiten durchsuchten die betroffenen Gebäude, sperrten Areale ab und prüften jeden Hinweis sorgfältig. Am Ende des Abends stand fest: Es wurde kein Sprengsatz gefunden, Verletzte gab es nicht.

    Und doch bleibt ein schaler Nachgeschmack.

    Solche Vorfälle treffen eine Metropole wie Paris ins Mark. Die Stadt lebt von ihrer Offenheit, von ihren öffentlichen Räumen, von dem Gefühl, dass Kultur, Bildung und Alltag ineinanderfließen. Wenn Wahrzeichen und Hochschulen unter Bombenverdacht stehen, gerät dieses Selbstverständnis ins Wanken.

    Die Ermittler prüfen nun, ob es sich um sogenanntes „Swatting“ handelt – also gezielte Falschmeldungen, die massive Polizeieinsätze provozieren sollen – oder um den Versuch, koordiniert Unruhe zu stiften. Technische Analysen der E-Mails sollen Aufschluss über Herkunft und Motivation geben.

    Paris trägt die Erinnerung an frühere Anschläge tief im kollektiven Gedächtnis. Seit den Attentaten von 2015 begleitet eine erhöhte Wachsamkeit den Alltag. Jede Drohung, selbst wenn sie sich als haltlos erweist, reißt diese Wunde ein Stück weit wieder auf.

    Am Ende dieses Abends kehrte die Stadt in ihren Rhythmus zurück. Cafés füllten sich, die Lichter spiegelten sich in der Seine, Taxis hupten wie eh und je. Aber man merkte schon: Die Anspannung hing noch in der Luft.

    Die Behörden rufen zur Besonnenheit auf und verweisen auf laufende Ermittlungen. Ein Bekennerschreiben zu den Drohungen liegt bislang nicht vor. Paris macht weiter – doch der Puls bleibt erhöht.

    Autor: Andreas M. B. Brucker

  • Goldene Namen gegen das Vergessen: Der Eiffelturm ehrt 72 Wissenschaftlerinnen

    Goldene Namen gegen das Vergessen: Der Eiffelturm ehrt 72 Wissenschaftlerinnen

    Sie waren da. Sie forschten, entwickelten, entdeckten. Und doch – ihre Namen fehlten. 130 Jahre lang. Seit dem Bau der Tour Eiffel im Jahr 1889 zieren 72 Namen männlicher Wissenschaftler den ersten Stock des Pariser Wahrzeichens. In goldenen Buchstaben, als Hommage an das männliche Genie der Aufklär…

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