Schlagwort: Diskriminierung

  • Frankreich und der Schatten der Ungleichheit – Herkunft wird immer häufiger zum Diskriminierungsgrund

    Frankreich und der Schatten der Ungleichheit – Herkunft wird immer häufiger zum Diskriminierungsgrund

    Frankreich – Land der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Doch wie sehr steht dieses republikanische Versprechen heute noch im Alltag der Menschen? Der am 25. März 2025 veröffentlichte Jahresbericht der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle Défenseur des droits gibt eine ernüchternde Antwort. Die Zahl der Diskriminierungen aufgrund der Herkunft steigt – und sie ist kein Randphänomen mehr. Vielmehr zieht sie sich quer durch alle Lebensbereiche. Ein Viertel aller Diskriminierungsbeschwerden im Jahr 2024 hatte mit der Herkunft zu tun. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    140.996 Hilferufe – und ein alarmierender Trend Fast 141.000 Beschwerden und Informationsanfragen hat die Institution im vergangenen Jahr erhalten – so viele wie noch nie. Der Bericht spricht von einer zunehmenden Verletzung grundlegender Rechte. Diskriminierung wegen Nationalität, Aussehen, Religion oder Wohnort verschmelzen dabei oft zu einem unsichtbaren Netz, das Menschen systematisch benachteiligt. Besonders…

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  • Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung

    Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung

    In einer Welt, die oft von Konflikten und Unterschieden geprägt ist, gibt es einen Tag, der uns an etwas zutiefst Menschliches erinnert – an den Schmerz, der entsteht, wenn Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Überzeugungen verfolgt werden. Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung erinnert uns daran, dass der Preis der Intoleranz erschütternd hoch ist.

    Religion und Weltanschauung – zwei Begriffe, die für viele Menschen weltweit eine tiefere Bedeutung haben. Sie bieten Halt, Orientierung und Trost. Doch genau diese tief empfundenen Überzeugungen waren und sind immer wieder der Auslöser für brutale Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt. Es gibt zahllose Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart, die uns mit Schrecken und Trauer erfüllen. Von den Pogromen in Europa bis hin zu den aktuellen Gräueltaten gegen religiöse Minderheiten weltweit – das Ausmaß der Verfolgung ist erschreckend und oft unbegreiflich.

    Warum geschieht das immer wieder? Ist es nicht paradox, dass etwas so Fundamentales wie der Glaube, der doch eigentlich Frieden und Zusammenhalt bringen sollte, zur Ursache für Hass und Zerstörung wird? Es scheint, als sei die Angst vor dem Anderen – dem Fremden – tief in uns verwurzelt. Doch diese Angst führt uns auf dunkle Pfade, auf denen Mitmenschlichkeit und Respekt verloren gehen.

    Ein Blick auf die Geschichte zeigt uns, dass religiöse Verfolgung ein trauriges Kapitel ist, das sich immer wieder wiederholt. Die Kreuzzüge, die Inquisition, die Verfolgung von Juden im Mittelalter – all das sind nur einige Beispiele dafür, wie Religion als Vorwand für Gewalt missbraucht wurde. Aber auch in der modernen Zeit haben wir gesehen, wie schnell diese alten Muster wieder aufleben können. Die Massaker in Ruanda, die Verfolgung der Rohingya in Myanmar, die Angriffe auf christliche Gemeinden in verschiedenen Teilen der Welt – all diese Ereignisse sind Mahnmale dafür, dass wir aus der Geschichte offenbar wenig gelernt haben.

    Doch der heutige Tag soll nicht nur an die Opfer erinnern – er soll uns auch wachrütteln. Es liegt an uns, ob wir weiterhin zulassen, dass Religion und Weltanschauung als Werkzeuge des Hasses missbraucht werden, oder ob wir es schaffen, diese Unterschiede als Bereicherung zu sehen. Ein friedliches Zusammenleben ist nur möglich, wenn wir anfangen, einander zuzuhören und zu verstehen. Es geht nicht darum, den eigenen Glauben aufzugeben, sondern darum, die Überzeugungen anderer zu respektieren.

    Gerade in einer zunehmend globalisierten Welt, in der verschiedene Kulturen, Religionen und Lebensweisen aufeinandertreffen, ist dieser Respekt unerlässlich. Wir müssen uns fragen: Wie können wir sicherstellen, dass niemand wegen seiner Überzeugungen in Angst leben muss? Welche Schritte müssen wir unternehmen, um Gewalt und Diskriminierung entgegenzuwirken? Eine einfache Lösung gibt es nicht, aber der erste Schritt ist die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die Menschlichkeit im Anderen zu erkennen.

    Vielleicht sollten wir uns dabei auch an unsere eigenen Werte erinnern – Werte wie Toleranz, Freiheit und Menschenwürde. Sie sind das Fundament, auf dem unsere Gesellschaften gebaut wurden. Doch dieses Fundament gerät ins Wanken, wenn wir zulassen, dass Menschen wegen ihrer Religion oder Weltanschauung verfolgt werden. Hier ist die Verantwortung jedes Einzelnen gefragt – im Kleinen wie im Großen.

    Natürlich, es gibt Tage, da erscheint die Welt düster, und es scheint, als sei der Hass übermächtig. Doch wir dürfen nicht vergessen: Jeder von uns hat die Kraft, einen Unterschied zu machen. Es beginnt mit kleinen Gesten – einem freundlichen Wort, einer Geste des Verständnisses. Und es endet in großen Taten – im Eintreten für Gerechtigkeit, im Schutz der Schwachen, im Kampf gegen Unrecht.

    Am Ende steht die Frage: Wie wollen wir in Erinnerung bleiben? Als Generation, die wegschaut, wenn Menschen wegen ihres Glaubens leiden? Oder als jene, die aufstehen und sagen: „Nicht in unserem Namen“? Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung ist eine Gelegenheit, innezuhalten und zu reflektieren. Er erinnert uns daran, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden darf, damit sich die Fehler nicht wiederholen.

    Lasst uns diesen Tag nutzen, um den Opfern zu gedenken und uns gleichzeitig zu verpflichten, eine Welt zu schaffen, in der Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Reichtum gesehen wird. Denn nur dann, wenn wir in unseren Herzen Platz für Toleranz und Mitgefühl schaffen, können wir sicherstellen, dass die Schrecken der Vergangenheit nicht die Zukunft unserer Kinder bestimmen.

    Es grüßt die Redaktion von Nachrichten.fr!

  • Alsace: Workshop im ehemaligen Konzentrationslager gegen Diskriminierung

    Alsace: Workshop im ehemaligen Konzentrationslager gegen Diskriminierung

    Eine Lektion der Menschlichkeit an einem historischen Ort

    Einige haben sich des Hasses schuldig gemacht – durch Beleidigungen, Bedrohungen oder gewalttätige Diskriminierung. Nun stehen sie vor einer besonderen Herausforderung: Ein Workshop zur Bürgerkunde im ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof in der elsässischen Gemeinde Natzwiller.

    Ein unvergesslicher Samstagmorgen

    Am Samstagmorgen, dem 1. Juni, betreten sieben Menschen das Lagergelände des ehemaligen Konzentrationslagers Struthof. Die Stimmung ist gedrückt, die Schwere der Geschichte lastet auf den Anwesenden. Der Grund ihres Aufenthalts hier hat aber nichts mit einem freiwilligen Besuch zu tun. Sie sind hier, um einen Workshop zur Bürgerkunde zu absolvieren – eine Auflage der Justiz, nachdem sie sich durch diskriminierende Handlungen strafbar gemacht haben. Der Tag beginnt mit einer Besichtigung der Überreste des Lagers, gefolgt von intensiven Gesprächen über die damaligen Haftbedingungen und die Schrecken, die hier stattfanden.

    Ein Blick in die Vergangenheit

    Während sie durch die düsteren Überreste des Lagers geführt werden, sehen die Teilnehmer die ungeschönten Beweise der Grausamkeit des Nazi-Regimes. Die Gaskammer, die engen Zellen und die barackenartigen Unterkünfte – alles spricht von einer Vergangenheit, die man nicht vergessen darf. Eine direkte Konfrontation mit dem Leid und dem Unrecht, das hier geschah, soll ihnen die Augen öffnen.

    Den Geist der Republik wiederbeleben

    Dieser Workshop zielt darauf ab, mehr als nur Fakten zu vermitteln. Es geht darum, tief verwurzelte Vorurteile zu hinterfragen und die Werte der französischen Republik wieder ins Bewusstsein zu rufen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese Prinzipien sind keine leeren Worte. Sie sind das Fundament, auf dem die moderne Gesellschaft aufgebaut ist. Doch was passiert, wenn man diese Werte mit Füßen tritt?

    Ein Werkzeug gegen Ignoranz und Hass

    Die Geschichte des Konzentrationslagers Struthof ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, wohin Hass und Intoleranz führen können. Für die Teilnehmer des Workshops ist es eine Lektion in Menschlichkeit. Es geht darum, die Bedeutung von Respekt und Würde für alle Menschen zu begreifen. Die Justiz setzt auf diese Konfrontation mit der Geschichte, um den Teilnehmern die Konsequenzen ihrer Handlungen bewusst zu machen und ihnen einen neuen Weg aufzuzeigen.

    Strafen als Weckruf

    Die französische Justiz kennt kein Pardon bei Diskriminierung. Wer sich schuldig macht, riskiert bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro. Doch nicht nur die Strafe soll abschrecken. Der Workshop ist ein Versuch, die Herzen und Köpfe der Menschen zu erreichen. Hier wird kein moralischer Zeigefinger erhoben, sondern durch eindringliche Erfahrungen ein Umdenken angestoßen.

    Ein Wandel in den Köpfen

    Wer könnte besser nachvollziehen, wie es sich anfühlt, diskriminiert zu werden, als jemand, der die Gräuel eines Konzentrationslagers mit eigenen Augen gesehen hat? Der Besuch im Lager Struthof soll den Teilnehmern einen Perspektivwechsel ermöglichen – raus aus der anonymen Welt der Vorurteile und hinein in die Realität des menschlichen Leidens.

    Ein notwendiger Weg zur Heilung

    Aber es geht nicht nur darum, Schuld zu erkennen, sondern auch um Heilung und Wiedergutmachung. Der Workshop im Lager Struthof ist ein Schritt in diese Richtung. Es ist ein Aufruf zur Menschlichkeit, ein Appell an das Gewissen. Denn wer den Schrecken der Vergangenheit begreift, wird sich zweimal überlegen, bevor er Hass und Intoleranz einen Platz in seinem Denken einräumt.

    Wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere Teilnehmer des Workshops an diesem Samstag eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause nehmen. Eine Erkenntnis, die tiefer geht als jede Strafe – dass Diskriminierung und Hass keine Zukunft haben dürfen. Dass jeder Mensch das Recht hat, in Würde und Respekt zu leben. Ein langer Weg liegt noch vor unserer Gesellschaft, doch jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.

    Ein Besuch im Konzentrationslager Struthof – eine schwere, aber für Viele eine notwendige Lektion und hoffentlich für einige unter ihnen ein erster Schritt zur Veränderung.

  • Anstieg von Diskriminierung: Über 2.300 Fälle im Jahr 2023 in Frankreich registriert

    Anstieg von Diskriminierung: Über 2.300 Fälle im Jahr 2023 in Frankreich registriert

    Im Jahr 2023 wurden laut dem jährlichen Bericht der Organisation SOS Homophobie in Frankreich mehr als 2.300 Fälle von Diskriminierung gegen LGBT+-Personen verzeichnet. Diese Zahl stellt eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr dar und lässt auf eine besorgniserregende Entwicklung schließen.

    Besorgniserregende Trends und steigende Zahlen

    Die Organisation SOS Homophobie hat in ihrem Bericht für das Jahr 2023 insgesamt 2.377 Fälle von Diskriminierung gegen LGBT+-Personen dokumentiert. Dies bedeutet eine deutliche Zunahme gegenüber den 1.506 Fällen im Jahr 2022. Die Daten stammen aus den 2.085 Berichten, die bei der Organisation über deren Unterstützungs- und Beratungsdienste eingegangen sind.

    Die Präsidentin und Sprecherin von SOS Homophobie, Julia Torlet, erklärt, dass die Zunahme zwar teilweise auf eine neue Berechnungsmethode zurückzuführen sei. Dennoch sei die eigentliche Sorge die zugrundeliegenden Trends. „Die ersten Monate des Jahres 2024 bestätigen diesen Trend“, sagt Torlet. „Diese Zahlen steigen, aber sie sind nicht vollständig, da nicht jeder den Mut hat, seine Erfahrungen zu teilen.“

    Zielgruppen der Gewalt

    Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass 45% der dokumentierten Gewaltfälle gegen Männer gerichtet waren, die als schwul oder bisexuell wahrgenommen wurden. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg von „Hinterhalts“-Vorfällen, bei denen homosexuelle Menschen gezielt in Fallen gelockt und angegriffen werden.

    Gewalt gegen Transpersonen und Frauen

    Weitere 21% der gemeldeten Fälle betrafen Gewalt gegen Transpersonen, wobei insbesondere junge Menschen und trans Frauen betroffen sind. Lesbische Frauen waren in 11% der Fälle Ziel von Diskriminierung. Julia Torlet weist darauf hin, dass lesbische und bisexuelle Frauen seltener von ihren Erfahrungen berichten, was auf ein Gefühl mangelnder Legitimität hinweisen könnte, sich zu äußern.

    Zunahme von Online-Hass

    Auch im Internet sind die Fälle von Diskriminierung gestiegen. Im Jahr 2023 wurden 544 Fälle gemeldet, was 23% der Gesamtreports entspricht. Diese Zunahme wird von SOS Homophobie auf den „Wechsel der Führung bei Twitter, jetzt X“, zurückgeführt. Die nachlassende Moderation auf der Plattform habe eine stärkere Verbreitung von Hassposts ermöglicht. Insgesamt seien im Internet und in sozialen Netzwerken transphobe Fehlinformationen und Hassreden weit verbreitet. Ein Viertel der Fälle von Transphobie fand 2023 online statt.

    Transphobie in der politischen Arena

    Transphobe Diskurse beschränken sich jedoch nicht nur auf das Internet. „Hassreden werden nicht nur medial verbreitet, sondern sie nehmen auch intellektuelle Züge an“, kritisiert Julia Torlet und verweist auf die Veröffentlichung des Buches „Transmania“. Zudem seien transphobe Äußerungen mittlerweile auch in politischen Institutionen präsent. Als Beispiel nennt Torlet den Gesetzentwurf der LR-Senatoren, der ab dem 28. Mai im Senat diskutiert wird und ein Verbot von Geschlechtsumwandlungen bei Minderjährigen vorsieht.

    Ein Aufruf zum Handeln

    Die zunehmenden Fälle von Diskriminierung und Gewalt gegen LGBT+-Personen in Frankreich zeigen, dass trotz bestehender Schutzmechanismen noch großer Handlungsbedarf besteht. Julia Torlet betont, dass die gesellschaftliche und politische Landschaft sich verändern muss, um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken. Es ist unerlässlich, dass sowohl die Behörden als auch die Zivilgesellschaft gemeinsam daran arbeiten, Diskriminierung zu bekämpfen und eine sicherere, inklusivere Gesellschaft für alle zu schaffen.

  • UNO zum Tod von Nahel: Frankreich hat tiefgreifende Rassismus-Probleme unter den Ordnungskräften

    UNO zum Tod von Nahel: Frankreich hat tiefgreifende Rassismus-Probleme unter den Ordnungskräften

    Daraufhin erklärte das Außenministerium, dass „Frankreich und seine Ordnungskräfte entschlossen gegen Rassismus und alle Formen der Diskriminierung kämpfen“. Die Vereinten Nationen reagieren auf Nahels Tod. „Es ist Zeit für Frankreich, die tiefgreifenden Probleme des Rassismus und der Rassendiskriminierung unter den Ordnungskräften ernsthaft anzugehen“, sagte Ravina Shamdasani, Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, bei einer Pressekonferenz in Genf am Freitag, dem 30. Juni. Der 17-jährige Nahel war am Dienstag bei einer Verkehrskontrolle in Nanterre (Hauts-de-Seine) von einem Polizisten getötet worden. Als Anlas für den Vorfall werden rassistische Vorurteile der handelnden Polizisten vermutet. Ravina Shamdasani äußerte sich ebenfalls besorgt über die Gewalt, die nach dem Tod des jungen Mannes in Frankreich ausbrach. Nach inzwischen fünf Nächten voller Unruhen in Frankreich „rufen wir die Behörden auf, sicherzustellen, dass die Anwendung von Gewalt durch die Polizei, u…

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  • Rassismus: 91% der in Frankreich lebenden schwarzen Menschen fühlen sich diskriminiert

    Rassismus: 91% der in Frankreich lebenden schwarzen Menschen fühlen sich diskriminiert

    Laut einer neuen Umfrage geben fast alle in Frankreich lebenden Schwarzen oder Mischlinge mit schwarzer Abstammung an, mindestens einmal Opfer von Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe gewesen zu sein.

    Neun von zehn schwarzen Menschen in Frankreich geben an, dass sie in ihrem Alltag rassistisch diskriminiert werden, genauer gesagt sind es 91%. Dies geht aus der neuesten Umfrage des Conseil représentatif des associations noires (Cran)* hervor, das Franceinfo und die Zeitung Le Parisien jetzt veröffentlichten.

    Im Einzelnen antworteten in dieser vom Cran in Auftrag gegebenen Ipsos-Umfrage auf die Frage „Würden Sie sagen, dass Sie persönlich in Ihrem Alltag Opfer von rassistischer Diskriminierung sind…?“ nur 9% der Schwarzen oder Mischlinge schwarzer Abstammung mit „nie“, während 22% mit „selten“, 44% mit „gelegentlich“ und 25% mit „häufig“ antworteten.

    Der „Alltagsrassismus“ äußert sich manchmal auf fast unmerkliche Weise. Nach Ansicht von 41 % der befragten schwarzen Franzosen sind Diskriminierungen im öffentlichen Raum, auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, am stärksten spürbar. Auch am Arbeitsplatz (31 %), in Bahnhöfen, Flughäfen oder an den Grenzen (18 %) sowie in der Schule oder Universität (14 %) kommt es zu Diskriminierungen.

    „Das sind die Orte des täglichen Lebens“, beklagt der Gründer des Cran, Patrick Lozès, gegenüber der Zeitung Le Parisien. So gaben sieben von zehn Menschen in der französischen Hauptstadt an, dass sie innerhalb eines Jahres respektlosen oder verächtlichen Haltungen ausgesetzt waren, die ihrer Meinung nach mit ihrer Hautfarbe zusammenhingen. Ein gesellschaftlicher Rassismus, der sich auch am Arbeitsplatz einschleicht, bis hin zu echten Schwierigkeiten bei der Einstellung, bezeugen zwei Drittel der Befragten.

    Die Umfrage ergab auch, dass schwarze Menschen immer noch doppelt so häufig von der Polizei kontrolliert werden als die weisse französische Bevölkerung insgesamt. 49 % der Schwarzen und Mischlinge mit schwarzer Abstammung gaben an, mindestens einmal kontrolliert worden zu sein, während es in der französischen Gesamtbevölkerung nur 23 % waren.

    Schließlich wirft die Umfrage auch ein Schlaglicht auf die familiäre Ablehnung von Minderheiten: Ein Drittel (31 %) der Franzosen gibt an, dass sie „schlecht“ reagieren würden, wenn ihr Kind eine schwarze Person oder eine Person gleichen Geschlechts (36 %) heiraten würde, und bis zu 46 %, wenn diese Person nordafrikanischer Abstammung ist.

    * Online- und Telefonumfrage, durchgeführt vom 10. bis 26. November 2022 von Ipsos für den Cran bei einer Stichprobe von 807 Personen, die repräsentativ für die schwarze oder gemischtrassige französische Bevölkerung ab 18 Jahren ist.

  • Diskriminierung: SOS Racisme zeigt mit dem Finger auf Immobilienagenturen

    Diskriminierung: SOS Racisme zeigt mit dem Finger auf Immobilienagenturen

    Aktivisten von SOS Racisme, die sich als Wohnungseigentümer ausgaben, forderten 136 Immobilienagenturen auf, keine Mietanfragen von Personen außereuropäischer Herkunft anzunehmen. Fast die Hälfte stimmte zu.

    Die Aktivisten von SOS Racisme testeten 136 Immobilienagenturen per Telefon, indem sie sich als Wohnungseigentümer ausgaben, die eine Immobilie vermieten wollten. Die vermeintlichen Vermieter forderten die Agenturen auf, Bewerbungen von Personen außereuropäischer Herkunft auszuschließen.

    Lesen sie auch: Paris: Tausende demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt

    Ein Viertel der Agenturen sorgt selbst für die Diskriminierung von Mietinteressenten.
    48,5% der Agenturen widersetzten sich der Diskriminierung nicht, ein Viertel überließ es den Vermietern, die Unterlagen auszusortieren, und ein Viertel sorgte selbst für die Diskriminierung von Mietinteressenten. Seit dem ersten Test, den SOS Racisme vor drei Jahren durchführte, hat der nationale Immobilienverband Schulungen für die Leiter von Immobilienagenturen eingeführt. Nach Ansicht von SOS Racisme sind die Auswirkungen jedoch noch nicht spürbar.