Schlagwort: Digitalisierung

  • Kommentar: Bremsen Sie sich, Herr Darmanin!

    Kommentar: Bremsen Sie sich, Herr Darmanin!

    Manchmal fragt man sich, ob Politiker eigentlich noch wissen, wie normale Menschen leben. Gérald Darmanin, Frankreichs Justizminister, schlägt allen Ernstes vor, das Bargeld abzuschaffen – um den Drogenhandel zu bekämpfen. Ein Vorschlag, der klingt, als hätte er ihn zwischen zwei Meetings mit Beratern für „innere Sicherheit“ und „digitale Zukunft“ mal eben aus dem Hut gezogen. Und dabei vergessen: Bargeld ist kein Problem – es ist für viele ein letzter Halt.

    Es geht hier nicht nur um Scheine und Münzen.

    Es geht um Vertrauen. Um Freiheit. Um das Gefühl, selbst zu bestimmen, wie man mit seinem Geld umgeht. Um die Oma auf dem Wochenmarkt, die ihre Erdbeeren verkauft – für Bargeld. Um den Bauarbeiter, der am Wochenende ein bisschen was nebenbei macht – bar. Um die Friseurin, die sich das Monatsende mit ein paar 10-Euro-Scheinen Trinkgeld rettet – bar. Um all die Menschen, die nicht jeden Schritt digital dokumentieren wollen.

    Drogenhandel bekämpfen, schön und gut. Aber mit einem Vorschlag, der das Leben von Millionen verändert und kriminalisiert, wer Bargeld nutzt? Das ist übergriffig. Und gefährlich.

    Natürlich ist der digitale Zahlungsverkehr praktisch. Natürlich soll man Verbrechen verfolgen können. Aber nicht um den Preis der Selbstbestimmung. Und nicht mit einem Vorschlag, der suggeriert: Wer bar zahlt, hat etwas zu verbergen.

    Ganz ehrlich: Wie wäre es, Herr Minister, wenn Sie zuerst bei den wirklichen Problemen ansetzen – bei maroden Ermittlungsstrukturen, bei überlasteten Polizeieinheiten, bei korrupten Netzwerken? Da wäre genug zu tun.

    Was Sie da vorhaben, ist ein Generalverdacht gegen alle. Und das ist nicht mutig – das ist bequem. Und ignorant.

    Bremsen Sie sich, Herr Darmanin! Bevor wir in einem Land aufwachen, in dem man für einen Fünfziger bar schon schief angeschaut wird. Das wollen wir nicht.

    Und das brauchen wir auch nicht.

    Von C. Hatty

  • Cyberalarmstufe Rot: Massive Hackerattacke legt Verwaltung des Departements Hauts-de-Seine lahm

    Cyberalarmstufe Rot: Massive Hackerattacke legt Verwaltung des Departements Hauts-de-Seine lahm

    Was passiert, wenn plötzlich alle digitalen Lichter ausgehen? Im westlich von Paris gelegenen Département Hauts-de-Seine wurde dieses Szenario am 20. Mai 2025 brutale Realität – und zwar mit voller Wucht.

    Digitale Dunkelheit

    Am Dienstagmorgen war auf einmal alles still: Keine E-Mails, keine Verwaltungssoftware, kein Zugriff auf interne Kommunikationswege – als hätte jemand den digitalen Stecker gezogen. Die Verwaltung reagierte prompt: Systeme runterfahren, Zugriff blockieren, Schadensbegrenzung.

    Die Cyberattacke zwang zentrale Verwaltungseinrichtungen der Städte Nanterre, Boulogne-Billancourt, Levallois-Perret, Neuilly-sur-Seine und dem Wirtschaftszentrum La Défense zum Notbetrieb. Formulare auf Papier, Stempel statt Signatur-Pad – zurück in die digitale Steinzeit.

    Kein Einzelfall

    Für die Region ist dieser Vorfall leider kein Debüt. Bereits 2023 hatte eine Hackergruppe ein Sicherheitsleck ausgenutzt, was jedoch glimpflich verlief. Im März 2025 jedoch traf ein Ransomware-Angriff das Krankenhaus in Rueil-Malmaison – mit Folgen: OP-Termine mussten verschoben, Patientenakten manuell gepflegt werden. Ein Warnschuss, der offenbar ungehört verhallte.

    Jetzt, mit dem Totalausfall der Verwaltung, kommt der Weckruf mit dem Holzhammer.

    Ein nationales Phänomen

    Frankreichs Kommunen stehen zunehmend im Visier von Cyberkriminellen. Der November 2022 markierte einen weiteren Meilenstein: Der Département Seine-et-Marne wurde Ziel einer ähnlichen Attacke. Die Behörden kappten daraufhin alle Netzverbindungen – das digitale Herz stand still.

    Diese Häufung zeigt: Hacker haben die Verwundbarkeit öffentlicher Infrastruktur längst erkannt. Die Digitalisierung der Verwaltung – eigentlich ein Fortschritt – entpuppt sich unter dem Brennglas Krimineller als Einfallstor für digitale Sabotage.

    Wer steckt dahinter?

    Das bleibt vorerst unklar. Die Behörden haben Anzeige erstattet, die nationale Cybersicherheitsagentur ANSSI wurde eingeschaltet. Was genau gestohlen oder kompromittiert wurde, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.

    Sicher ist: Die Angreifer wussten, wo es weh tut. Die koordinierte Attacke legt nahe, dass hier keine Amateure am Werk waren. Profis – womöglich mit politischen oder finanziellen Motiven?

    Konsequenzen und Chancen

    Der Angriff legt offen, wie abhängig unser Alltag inzwischen von funktionierenden IT-Strukturen ist. Bürger können keine Dokumente beantragen, Termine werden gestrichen, Mitarbeiter stehen vor dem Nichts. Und doch: In der Krise liegt auch eine Chance.

    Vielleicht braucht es genau diesen Schock, damit sich endlich etwas ändert. Keiner will, dass ein paar Klicks reichen, um ganze Verwaltungen ins Straucheln zu bringen?

    Investitionen in IT-Sicherheit dürfen nicht mehr als lästige Pflicht betrachtet werden. Firewalls, Notfallpläne, Schulungen – all das muss Standard sein, nicht Luxus. Es braucht keine weitere Mahnung, sondern klare Handlungen.

    Vertrauen und Transparenz

    Die Menschen im Département reagieren mit einer Mischung aus Frust und Verständnis. Viele wissen, dass die Angestellten vor Ort ebenso betroffen sind. Doch sie erwarten Aufklärung – und Schutz.

    Wie sicher sind unsere Daten? Wer garantiert, dass keine persönlichen Informationen in dunklen Ecken des Internets landen? Die Verwaltungen stehen in der Pflicht, diese Fragen ehrlich zu beantworten – und zwar bald.

    Was nun?

    Im Moment bleibt vielen nur Geduld. Und vielleicht ein bisschen gesunder Menschenverstand: E-Mails mit verdächtigen Anhängen vermeiden, keine sensiblen Daten an unbekannte Absender senden – und vor allem wachsam bleiben.

    Die Rückkehr zum Normalbetrieb wird dauern. Doch wenn aus diesem Desaster die richtigen Lehren gezogen werden, kann daraus sogar etwas Gutes entstehen. Denn eines steht fest: Die digitale Zukunft kommt – ob wir wollen oder nicht. Aber sicher soll sie sein.

    Von Andreas M. Brucker

  • Gesunde Arbeit, starkes Leben: Warum Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz uns alle angeht

    Gesunde Arbeit, starkes Leben: Warum Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz uns alle angeht

    Es gibt Gedenktage, die leise vorüberziehen – und doch betreffen sie uns alle. Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, jedes Jahr am 28. April, ist so ein Tag. Er mag im Schatten großer internationaler Feiertage stehen, doch seine Bedeutung reicht weit tiefer in unser aller Leben hinein, als es auf den ersten Blick scheint.

    Denn wer von uns hat nicht selbst schon erlebt, wie belastend eine gefährliche oder ungesunde Arbeitssituation sein kann? Wie lähmend der Stress, wie schwer die körperliche Erschöpfung? Und wer kennt nicht jemanden, der durch Arbeitsunfälle, psychische Belastungen oder mangelhaften Schutz gesundheitliche Schäden davongetragen hat?


    2,78 Millionen Tote – jedes Jahr

    Die Zahlen sprechen eine Sprache, die kaum Besorgnis erregender sein könnte: Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sterben jährlich weltweit 2,78 Millionen Menschen an arbeitsbedingten Erkrankungen oder Unfällen. Fast 400 Millionen weitere erleiden jedes Jahr Verletzungen oder gesundheitliche Schäden bei der Arbeit.

    Das ist kein Randthema. Das ist ein globales Desaster.

    Und doch scheint diese Dimension in vielen Debatten unterzugehen. Wir sprechen über Wirtschaftswachstum, Digitalisierung, Innovation – aber selten über das Fundament, auf dem all das steht: die Gesundheit der arbeitenden Menschen.


    Zwischen Büro und Bau: Arbeit birgt überall Risiken

    Sicherheit am Arbeitsplatz – das klingt nach Helmen, Stahlkappenschuhen und Schutzbrillen. Und ja, in der Bauindustrie, in der Produktion, im Handwerk sind solche Schutzmaßnahmen unverzichtbar. Doch das ist längst nicht die ganze Geschichte.

    Psychische Belastungen, Stress, Burnout – das sind die unsichtbaren Risiken, die genauso gefährlich sein können wie ungesicherte Gerüste oder Maschinen ohne Not-Aus-Schalter. Besonders in unserer zunehmend digitalen Welt, in der die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, wachsen die psychischen Belastungen rasant. Wer permanent erreichbar ist, lebt im Dauerstress.

    Haben wir also die Sicherheit im Blick, dürfen wir die Gesundheit nicht vergessen – und das heißt auch mentale Gesundheit.


    Der Preis schlechter Arbeitsbedingungen

    Geringe Sicherheitsstandards und schlechte Arbeitsbedingungen sind nicht nur ein individuelles Problem. Sie kosten auch Unternehmen und Volkswirtschaften Unsummen. Krankheitsbedingte Ausfälle, Produktionsstopps, teure Rehabilitationsmaßnahmen – das summiert sich. Die ILO schätzt, dass fast vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts durch Arbeitsunfälle und Krankheiten verloren gehen.

    Das sind keine Peanuts.

    Gleichzeitig zeigt sich, dass Investitionen in den Arbeits- und Gesundheitsschutz längst keine reine Pflichtaufgabe mehr sind, sondern auch ökonomisch Sinn machen. Ein gesunder Arbeitsplatz bedeutet motivierte Mitarbeitende, weniger Fehlzeiten und langfristig höhere Produktivität.

    Muss man das eigentlich noch erklären?


    Fortschritte – aber keine Entwarnung

    Natürlich: Die Arbeitswelt hat sich verändert. In vielen Ländern sind Arbeitsschutzgesetze heute fester Bestandteil der Unternehmenspraxis. Gewerkschaften, Betriebsräte, internationale Organisationen wie die ILO – sie alle haben in den letzten Jahrzehnten viel bewegt.

    Doch wer genauer hinsieht, merkt schnell: Es gibt immer noch gewaltige Baustellen.

    In zahlreichen Entwicklungsländern sind grundlegende Sicherheitsstandards oft ein Luxus, den sich nur wenige Betriebe leisten. Wanderarbeiter schuften unter gefährlichen Bedingungen, Textilarbeiterinnen in Asien riskieren ihr Leben in unsicheren Fabriken – oft für Produkte, die wir hierzulande selbstverständlich konsumieren.

    Und selbst in hochentwickelten Ländern wie Deutschland? Auch hier steigen Stress, Burnout und psychische Erkrankungen seit Jahren an. Zwischen überfüllten Krankenhäusern, unterbesetzten Pflegeheimen und überlasteten Lehrkräften brodelt es. Die Pandemie hat diese Probleme nicht geschaffen – sie hat sie sichtbarer gemacht.


    Digitalisierung: Fluch oder Segen für die Arbeitssicherheit?

    Ein neues Spielfeld in der Arbeitswelt ist die Digitalisierung. Roboter, KI, Automatisierung – das alles birgt Chancen. Körperlich gefährliche Arbeiten können Maschinen übernehmen, das Risiko für den Menschen sinkt. Klingt gut, oder?

    Aber gleichzeitig entstehen neue Risiken: Monotone Bildschirmarbeit, Bewegungsmangel, soziale Isolation im Homeoffice. Die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeit – sie verändert auch die Anforderungen an den Gesundheitsschutz.

    Sind wir darauf vorbereitet?


    Verantwortung liegt bei uns allen

    Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erinnert uns daran: Arbeitsbedingungen sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von politischen Entscheidungen, von Unternehmensstrategien – und von gesellschaftlichem Engagement.

    Ob ein Mensch gesund und sicher arbeiten kann, sollte kein Glücksfall sein.

    Arbeitgeber haben die Pflicht, sichere Bedingungen zu schaffen. Aber auch Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Politik und Verbraucher tragen Verantwortung. Wer sich für faire Arbeitsbedingungen starkmacht, der kämpft nicht nur für andere – er kämpft für die Grundlage eines funktionierenden Miteinanders.


    Jeder Unfall ist einer zu viel

    Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Tages: Jeder Unfall, jede Erkrankung, die durch Arbeit verursacht wird, ist einer zu viel. Jeder Todesfall ein tragisches Versagen.

    Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sind kein Luxus, kein Bonus – sie sind ein Grundrecht.

    Also, nutzen wir diesen Tag. Denken wir nach, schauen wir genauer hin, stellen wir Fragen: Was braucht es, damit Arbeit gesund bleibt? Wie können wir Veränderungen anstoßen – bei uns selbst, in unseren Betrieben, in der Gesellschaft?

    Denn Arbeit soll uns ernähren, nicht zerstören.

    Von Andreas M. B.

  • Abschied vom klassischen Tourismusbüro: Paris setzt auf digitale Lösungen

    Abschied vom klassischen Tourismusbüro: Paris setzt auf digitale Lösungen

    In einem symbolträchtigen Schritt hat Paris sein letztes traditionelles Tourismusbüro geschlossen. Das Büro „Spot24“, das sich in der Nähe des Eiffelturms befand, hat am 12. Januar endgültig seine Türen geschlossen. Stattdessen setzt die französische Hauptstadt auf digitale Alternativen – ein Wandel, der die sich verändernden Bedürfnisse moderner Touristen widerspiegelt.


    Ein Rückgang der Besucherzahlen

    Das Ende von „Spot24“ markiert das Aus für die klassische Anlaufstelle für Touristen in Paris. Pierre Rabadan, Präsident des Vereins Paris je t’aime – Office de Tourisme, erklärte, dass das Büro 2024 nur noch 150.000 Besuche verzeichnete – eine Zahl, die für eine Weltstadt wie Paris überraschend niedrig ist. „Das Büro war schlecht lokalisiert und entsprach nicht mehr den digitalen Gewohnheiten der Reisenden“, so Rabadan.

    Die Schließung ist kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Trends: Klassische Tourismusbüros verlieren zunehmend an Bedeutung, da digitale Tools wie Apps, Websites und Online-Karten die Informationssuche übernehmen.


    Warum dieser Wandel notwendig war

    „Wir müssen uns den neuen Anforderungen des Tourismus anpassen“, betonte Rabadan. Heutige Reisende organisieren ihre Besuche oft vollständig online – von der Unterkunftssuche über die Buchung von Aktivitäten bis hin zur Navigation vor Ort. Gedruckte Karten und persönliche Beratung werden immer seltener nachgefragt.

    Rabadan gestand jedoch ein, dass die Transformation nicht leicht falle: „Glauben Sie mir, niemand freut sich darüber, diese Arbeitsweisen zu verändern, aber es ist heute notwendig.“


    Was kommt nach dem klassischen Tourismusbüro?

    Die Stadt setzt auf digitale Lösungen, um Touristen weiterhin zu unterstützen. Eine „digitale Concierge“ soll die Funktion der geschlossenen Büros übernehmen. Diese Plattform wird Reisenden Zugang zu Informationen über Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und praktische Hinweise in Echtzeit bieten. Ergänzend dazu sollen Kioske und Postämter als Orientierungspunkte dienen.

    Ob dies die persönliche Betreuung vollständig ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Für viele Touristen, insbesondere ältere oder technikfernere Reisende, waren physische Anlaufstellen eine wichtige Hilfe, um sich in einer fremden Stadt zurechtzufinden.


    Eine Debatte über Tradition und Fortschritt

    Die Schließung des letzten Tourismusbüros in Paris ist nicht nur ein praktischer Schritt, sondern auch ein symbolischer. Sie wirft die Frage auf, wie Städte den Spagat zwischen Tradition und Fortschritt schaffen können. Paris, eine der meistbesuchten Städte der Welt, setzt auf Modernisierung, doch dies könnte auch die Art und Weise verändern, wie Touristen die Stadt erleben.

    Reisende, die den persönlichen Kontakt und die individuelle Beratung schätzen, könnten sich von dieser Entwicklung entfremdet fühlen. Gleichzeitig bietet die digitale Umstellung neue Möglichkeiten: Echtzeit-Updates, interaktive Karten und individuell zugeschnittene Empfehlungen könnten den Tourismus effizienter und dynamischer machen.


    Ein Wendepunkt für den Städtetourismus

    Die Entscheidung von Paris ist Teil eines globalen Trends: Immer mehr Städte schließen ihre traditionellen Tourismusbüros zugunsten digitaler Alternativen. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur den technologischen Fortschritt wider, sondern auch den Wandel in den Erwartungen der Reisenden. Die Frage bleibt jedoch, ob durch diese Modernisierung nicht ein Stück der persönlichen Note verloren geht, die Städte wie Paris so einzigartig macht.

    Für Paris bedeutet dieser Schritt eine Chance, sich neu zu erfinden – als eine Stadt, die nicht nur für ihre Geschichte und Kultur steht, sondern auch für ihre Fähigkeit, mit der Zeit zu gehen. Doch eines bleibt klar: Der Erfolg dieses Wandels wird letztlich davon abhängen, wie gut die neuen digitalen Lösungen die Bedürfnisse aller Reisenden – von der jungen, technikaffinen Generation bis hin zu traditionelleren Touristen – abdecken können.

  • Digitalisierung und Umwelt: Die wachsenden ökologischen Kosten des digitalen Wandels

    Digitalisierung und Umwelt: Die wachsenden ökologischen Kosten des digitalen Wandels

    Die digitale Welt scheint auf den ersten Blick immateriell – jeder Klick, jede Nachricht, jede Interaktion fühlt sich leicht und unbedeutend an. Doch hinter den Kulissen wächst der ökologische Fußabdruck der Technologiebranche gewaltig. Das zeigt sich deutlich in den aktuellen Studien der französischen Umweltagentur ADEME, die die ökologischen Auswirkungen von Rechenzentren und den Rohstoffbedarf für digitale Geräte untersucht hat. Die Ergebnisse? Besorgniserregend.

    Rechenzentren: Energiehungrige Giganten

    Der Energiebedarf von Rechenzentren ist enorm und steigt weiter an. Laut ADEME machen diese Speicherzentren allein in Frankreich bereits 16 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks der digitalen Technologie aus. Und das ist nur der Anfang. Mit dem Boom von Künstlicher Intelligenz, Big Data und Cloud-Diensten wird der Datenverbrauch voraussichtlich jedes Jahr um rund 20 % zunehmen. Bis 2050 könnte allein der Stromverbrauch der Rechenzentren in Frankreich 6 % des nationalen Gesamtverbrauchs ausmachen.

    Die globale Perspektive zeigt noch dramatischere Prognosen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) wird sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2026 verdoppeln und dann etwa 1.000 Terawattstunden betragen – vergleichbar mit dem jährlichen Energieverbrauch Japans. Und das ist nicht nur eine Frage des Stromverbrauchs: Auch die benötigte Kühlung belastet die Umwelt, besonders in Zeiten von Hitzewellen und Wassermangel.

    Wertvolle Metalle – Der Rohstoffbedarf des digitalen Sektors

    Neben der Energieproblematik offenbart die ADEME-Studie einen weiteren wunden Punkt: den massiven Bedarf an seltenen und wertvollen Metallen für digitale Geräte. Smartphones, Tablets, Laptops, Fernseher – alle diese Geräte benötigen spezielle Metalle wie Silber, Zinn, Ruthenium oder Antimon. Die Studie zeigt, dass diese Rohstoffe immer knapper werden und ihre Gewinnung stark auf bestimmte Länder konzentriert ist. Besonders China dominiert hier: Das Land ist weltweit der führende Produzent von 15 der 25 untersuchten Metalle, bei sieben davon hält es sogar ein Quasi-Monopol.

    Diese Abhängigkeit birgt große geopolitische und ökologische Risiken, die langfristig die Verfügbarkeit dieser Metalle bedrohen. Doch auch das Recycling steht vor großen Herausforderungen: Für die Hälfte der benötigten Metalle gibt es in Frankreich und der EU noch immer keine industriellen Recyclingkapazitäten. In einem Sektor, der jährlich mehr Elektronikgeräte produziert, wird das zum Problem.

    Wege zur Reduktion: Wie kann die digitale Branche grüner werden?

    Vor dem Hintergrund dieser drängenden Herausforderungen schlägt die ADEME konkrete Maßnahmen vor, um die negativen Umweltfolgen zu mindern. Besonders der Ansatz der „digitalen Mäßigung“ – also eine bewusste Nutzung und Herstellung der Geräte – könnte einen Unterschied machen. Das bedeutet, dass digitale Produkte länger haltbar, reparierbar und recyclebar gestaltet werden müssen. Auch die bewusste Nutzung von Geräten und die Vermeidung unnötiger Anschaffungen oder Upgrades können zur Reduzierung des Rohstoffverbrauchs beitragen.

    Ein weiterer Ansatz betrifft die Rechenzentren: Neue Rechenzentren sollten vorzugsweise auf bereits versiegelten Flächen entstehen, um zusätzlichen Landverbrauch zu vermeiden. Zudem kann die bei Servern entstehende Abwärme genutzt werden, um nahegelegene Gebäude, Schwimmbäder oder andere Einrichtungen zu heizen – ein Schritt, der Energieverschwendung verhindert und gleichzeitig Heizkosten spart.

    Fazit: Nachhaltigkeit als Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Digitalisierung

    Die Digitalisierung hat ohne Zweifel das Potenzial, viele Lebensbereiche zu verbessern und nachhaltige Innovationen zu fördern. Doch dafür muss der digitale Sektor sich seiner ökologischen Verantwortung stellen und Wege finden, seinen Ressourcenverbrauch drastisch zu reduzieren. Ein bewusster Umgang mit digitalen Technologien, bessere Recyclingstrukturen und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien sind der einzige Weg, um die Vorteile des digitalen Fortschritts mit dem Schutz unseres Planeten zu verbinden.

    Die Herausforderungen sind groß – doch der Weg zu einer nachhaltigen Digitalisierung ist möglich.

  • Arcachon setzt auf ChatGPT: Künstliche Intelligenz als Hilfsmittel für den digitalen Wandel

    Arcachon setzt auf ChatGPT: Künstliche Intelligenz als Hilfsmittel für den digitalen Wandel

    Die kleine Küstenstadt Arcachon in der Gironde sorgt für Aufsehen: Ihr Bürgermeister Yves Foulon will den Einwohnern Zugang zu ChatGPT bieten, um der digitalen Kluft entgegenzuwirken. Mit einem klaren Ziel vor Augen erklärt der Bürgermeister: „Unsere Stadt hat den höchsten Altersdurchschnitt in Frankreich – da ist es entscheidend, dass alle Menschen am digitalen Wandel teilhaben können.“ Doch wie sieht diese Initiative genau aus und warum hat sich Foulon ausgerechnet für ChatGPT entschieden? Die älteste Stadt Frankreichs kämpft mit der Digitalisierung Arcachon ist bekannt für seine atemberaubenden Strände, die majestätische Dune du Pilat und – so überraschend es klingen mag – seine besonders alte Bevölkerung. Laut Foulon ist die Stadt „soziologisch gesehen die älteste in ganz Frankreich“. In einer Zeit, in der fast alle Dienstleistungen digitalisiert werden, ist das für viele eine große Herausforderung. Online-Banking, Behördengänge und sogar der Kontakt zu weit entfernt lebenden Famil…

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  • Bildung: Schüler im Doubs – zehn Tage ohne Smartphone

    Bildung: Schüler im Doubs – zehn Tage ohne Smartphone

    In Pontarlier, einer Stadt im französischen Doubs, stellten sich Schüler einer ungewöhnlichen Herausforderung: Zehn Tage lang verzichteten sie vollständig auf Handys, Tablets und Computer. Diese Erfahrung, initiiert von einer örtlichen Schule, wurde von den Kindern überraschend positiv aufgenommen.

    Ein radikales Experiment

    Im April wurde das Experiment durchgeführt, bei dem sowohl in der Schule als auch zu Hause auf digitale Geräte wie Tablets, Computer und Smartphones verzichtet wurde. Selbst digitale Tafeln in der Schule blieben ausgeschaltet. „Normalerweise schaute ich nach der Schule immer sofort auf einen Bildschirm. Jetzt mache ich zuerst meine Hausaufgaben und spiele dann“, berichtet ein Schüler über die neuen Gewohnheiten, die er während des Experiments entwickelt hat. Ein anderer Schüler fügt hinzu: „Jetzt gehe ich öfter raus und fühle mich offener, als wenn ich Bildschirme benutze.“

    Die Vorteile des Bildschirmverzichts

    Die Lehrkräfte beobachteten während des Experiments signifikante Verhaltensänderungen bei den Schülern. Um den Übergang zu erleichtern, lieh die Schule den Familien jeden Abend Gesellschaftsspiele aus. „Die Kinder waren begeistert, neue Spiele zu entdecken und mit ihren Eltern zu spielen. Es war sehr vorteilhaft“, erklärt eine Lehrerin. Auch die Eltern bemerkten positive Veränderungen. Sie berichteten von einer erhöhten Interaktion innerhalb der Familie und einer Abnahme von Konflikten, die sonst durch die ständige Nutzung digitaler Geräte entstehen könnten.

    Herausforderungen und Einsichten

    Trotz der positiven Aspekte war der Entzug von Bildschirmen für viele eine Herausforderung. Die Abhängigkeit von digitalen Medien ist ein bekanntes Phänomen, und der Verzicht darauf kann manchmal sehr schwierig sein. Dennoch zeigte das Experiment in Pontarlier, dass es möglich ist, diese Gewohnheiten zu durchbrechen und alternative Freizeitaktivitäten zu fördern, die sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit verbessern.

    Das Experiment in Pontarlier bietet wertvolle Einblicke in die Auswirkungen unseres digitalen Lebensstils und regt dazu an, den eigenen Medienkonsum kritisch zu hinterfragen. Es zeigt, wie eine bewusste Reduktion der Bildschirmzeit nicht nur die sozialen Interaktionen und das Wohlbefinden verbessern kann, sondern auch die Kreativität und die Freude an einfachen Aktivitäten neu entfacht. Ein Ansatz, der vielleicht mehr Schulen und Familien inspirieren könnte, ähnliche Auszeiten vom digitalen Alltag zu wagen.

  • Telefonie: Die SMS-Nachricht wird heute 31 Jahre alt

    Telefonie: Die SMS-Nachricht wird heute 31 Jahre alt

    Am Sonntag, dem 3. Dezember, ist es genau 31 Jahre her, dass die erste SMS verschickt wurde. Heute ist sie eine der am häufigsten genutzten Kommunikationsformen, trotz des Aufkommens der sozialen Netzwerke.

    Die SMS hat sich in den letzten 31 Jahren zu einer der am häufigsten verwendeten Kommunikationsarten entwickelt. Weltweit werden jede Sekunde über 200.000 SMS ausgetauscht. Ob zur Geburtstagsfeier oder als Liebeserklärung, dieses Kommunikationsmittel ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Die meisten Menschen sind sich über die Bedeutung, die die SMS angenommen hat, einig.

    Ein englischer Ingenieur verschickt die erste SMS.

    Die SMS hat ihren Ursprung im Jahr 1992. Ein englischer Ingenieur hatte diese Art der Kommunikation als Erster getestet. Er hat damals einfach „Merry Christmas“ gesendet. „Ich hätte nie gedacht, dass die Kurznachricht zu einem solchen Phänomen werden würde“, sagte damals Neil Papworth, der Absender der ersten SMS. Das „Short Message System“ kurz SMS, das anfangs nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen zuließ, war von Anfang an bei jungen Leuten sehr beliebt, sehr zum Leidwesen der Eltern, die die Kosten dafür tragen mussten. Seitdem es soziale Netzwerke gibt, schreiben sich Jugendliche allerdings weitaus weniger SMS-Nachrichten, sondern bevorzugen „Posts“ mit Bildern und Videos.

  • Unesco: Nur die Hälfte der französischen Lehrer ist in digitalen Techniken ausgebildet

    Unesco: Nur die Hälfte der französischen Lehrer ist in digitalen Techniken ausgebildet

    Die Unesco lobt die Leistungen Frankreichs bei der Digitalisierung von Bildungsressourcen, bedauert jedoch, dass zu wenige Lehrkräfte in der Nutzung dieser Ressourcen geschult werden. Nur die Hälfte der Lehrer in Frankreich ist in neuen Technologien für Bildungszwecke ausgebildet. Dies geht aus eine…

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  • La Poste: Ende der roten Briefmarke – das Ende einer Ära

    La Poste: Ende der roten Briefmarke – das Ende einer Ära

    Die berühmte rote Briefmarke wird am 1. Januar endgültig verschwinden. Seit mehr als eineinhalb Jahrhunderten kennzeichnete sie die Prioritätspost in Frankreich. Die Post digitalisiert sich, ein Schritt, der bei weitem nicht von allen Franzosen begrüßt wird.

    Damit der Brief zu  Weihnachten pünktlich ankommt, werden die Franzosen im nächsten Jahr keine rote Briefmarke mehr brauchen. Die rote Briefmarke, die der garant dafür war, dass Briefe in Frankreich innerhalb eines Tages befördert wurden, wird am 1. Januar 2023 verschwinden. Sie wird durch einen elektronischen Brief ersetzt. Man tippt dann eine E-Mail in den Computer, die anschliessend von der Poststelle, die dem Empfänger am nächsten ist, ausgedruckt wird. In einem Umschlag verpackt wird sie dann vom Postboten zugestellt. Die Resonanz auf diese kleine Revolution ist eher gemischt.

    Der Preis der roten Briefmarke ist in 10 Jahren um 148% gestiegen.
    „Alles, was mit Computern zu tun hat, ist für mich mit 84 Jahren nichts mehr“, sagt ein Mann im Gespräch mit France Télévisions. Das ist also das Ende der roten Briefmarke. In der Tat ist ihre Verwendung in den vergangenen 12 Jahren um den Faktor 14 gesunken. Aber die Post lässt bisher immer noch Flugzeuge, Züge und Lastwagen für die Post mit der roten Briefmarke rollen oder fliegen. Die Folge: Ihr Preis ist innerhalb von 10 Jahren um 148% gestiegen. Und auch der neue Brief wird 6 Cent mehr kosten, nämlich 1,49 Euro.

    Die Briefmarke gehörte seit 1849 zum Alltag in Frankreich.