Schlagwort: digitale Sicherheit

  • Cyberangriff während des G7-Gipfel: Digitale Störaktion in der Haute-Savoie

    Cyberangriff während des G7-Gipfel: Digitale Störaktion in der Haute-Savoie

    Kaum hatte der G7-Gipfel in Évian-les-Bains begonnen, ist die Region zum Ziel einer koordinierten Cyberattacke geworden. Mehrere Internetseiten von Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen in der Haute-Savoie waren am 15. Juni vorübergehend nur eingeschränkt erreichbar oder fielen zeitweise ganz aus. Betroffen waren unter anderem Annecy, Thonon-les-Bains, Évian-les-Bains und Saint-Gingolph. Die Vorfälle verdeutlichen einmal mehr, dass internationale Gipfeltreffen längst nicht mehr nur auf diplomatischer und sicherheitspolitischer Ebene ausgetragen werden, sondern auch im digitalen Raum. Zu der Attacke bekannte sich die pro-russische Hackergruppe NoName057(16), die seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine immer wieder mit Angriffen auf staatliche Einrichtungen und öffentliche Infrastrukturen westlicher Länder in Erscheinung tritt. Die Gruppe nutzt vor allem sogenannte DDoS-Angriffe. Dabei werden Server mit einer enormen Anzahl von Anfragen überlastet, bis Webseiten o…

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  • Wenn persönliche Daten zur Waffe werden

    Wenn persönliche Daten zur Waffe werden

    Ein harmloser Klick auf eine angebliche Paketbenachrichtigung, eine täuschend echte Nachricht der Hausbank oder ein Anruf mit offizieller Nummer auf dem Display – digitale Betrugsmaschen haben längst eine neue Qualität erreicht. Früher verschickten Kriminelle plumpe Massenmails voller Rechtschreibfehler. Heute arbeiten sie präzise, professionell und erschreckend persönlich. Der Rohstoff dafür liegt überall im Netz verstreut: Namen, Telefonnummern, Adressen, Einkaufsgewohnheiten, Fahrzeugdaten oder Teile von Bankinformationen. Hinzu kommen Fotos aus sozialen Netzwerken, Standortdaten und digitale Spuren aus dem Alltag. Manche Informationen stammen aus legalen Datensammlungen großer Unternehmen, andere aus gehackten Datenbanken. Zusammen ergeben sie ein detailliertes Profil – ein perfektes Werkzeug für Betrüger. Die Methoden wirken deshalb so überzeugend, weil Kriminelle inzwischen mehrere Datenquellen miteinander kombinieren. Wer am Telefon die eigene Adresse hört oder den Namen der ric…

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  • Datenleck bei Fitness-Riese: Wenn der Trainingsplan plötzlich zur Nebensache wird

    Datenleck bei Fitness-Riese: Wenn der Trainingsplan plötzlich zur Nebensache wird

    Ein Besuch im Fitnessstudio gilt für viele als Ausgleich zum Alltag – ein Ort, an dem man Kontrolle über den eigenen Körper gewinnt. Umso irritierender wirkt die Nachricht, dass ausgerechnet ein Branchenprimus wie Basic-Fit die Kontrolle über sensible Kundendaten verloren hat. Am 13. April machte das Unternehmen öffentlich, Opfer eines groß angelegten Hackerangriffs geworden zu sein. Betroffen seien mehrere europäische Länder, darunter Frankreich, Deutschland, Belgien und die Niederlande. Die Angreifer verschafften sich Zugriff auf ein System, das eigentlich nur dazu dient, die Besuche der Mitglieder in den Studios zu registrieren – ein unscheinbares Werkzeug im Hintergrund, das nun zum Einfallstor wurde. Die Dimension ist beachtlich. Nach Angaben des Unternehmens könnten Daten von bis zu einer Million Mitgliedern betroffen sein. Darunter finden sich nicht nur Namen, Adressen und Kontaktdaten, sondern auch Geburtsdaten und – besonders heikel – Bankverbindungen. Dass Passwörter nicht ko…

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  • Gestohlenes Leben: Wenn Identitätsdiebstahl den Start ins Erwachsensein zerstört

    Gestohlenes Leben: Wenn Identitätsdiebstahl den Start ins Erwachsensein zerstört

    „Ich habe mein Erwachsenenleben mit lauter Strafzetteln begonnen.“Ein Satz wie ein schiefer Witz. Doch für eine 22-Jährige aus Frankreich beschreibt er die Realität. Kaum volljährig, erreichten sie die ersten Briefe. Bußgelder wegen Verkehrsvergehen, begangen in Städten, in denen sie nie war. Zahlungsaufforderungen. Mahnungen. Drohungen mit Vollstreckung. Ihr Name stand über allem – sauber gedruckt, amtlich beglaubigt. Nur: Sie besitzt kein Auto, hat nie eines angemeldet, keinen Vertrag abgeschlossen, der all das erklären würde. Was wie ein bürokratisches Missverständnis klingt, entpuppte sich als Identitätsdiebstahl. Jemand nutzte ihre Daten, um Verkehrsdelikte zu verschleiern. Und sie, die eigentlich Vorlesungen besuchen oder Bewerbungen schreiben wollte, saß plötzlich zwischen Aktenordnern und Einschreiben. So beginnt kein neues Leben. So beginnt ein Spießrutenlauf. Identitätsdiebstahl ist kein Phänomen aus dunklen Ecken des Internets mehr. Ein Name, ein Geburtsdatum, eine Adresse –…

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  • „Ein Tummelplatz für Täter“ – warum die Warnung vor „Roblox“ Eltern aufhorchen lassen muss

    „Ein Tummelplatz für Täter“ – warum die Warnung vor „Roblox“ Eltern aufhorchen lassen muss

    Manchmal reicht ein einziger Satz, um die Stimmung zu kippen. „Un repaire de pédocriminels“ – ein Rückzugsort für pädokriminelle Täter. Mit diesen Worten beschreibt die französische Hochkommissarin für Kinderrechte die Chatfunktionen der Onlineplattform Roblox. Keine Polemik, kein kalkulierter Tabub…

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  • Frankreich im Fadenkreuz digitaler Angriffe – wenn der Cyberraum zur Frontlinie wird

    Frankreich im Fadenkreuz digitaler Angriffe – wenn der Cyberraum zur Frontlinie wird

    Der Winter 2025/2026 fühlt sich in Frankreich nicht nur meteorologisch frostig an, sondern auch politisch und gesellschaftlich angespannt. Während draußen Nebel über den Boulevards hängt, verdichtet sich im digitalen Raum eine Entwicklung, die längst mehr als eine Randnotiz für IT-Abteilungen ist. Die Zahl und Intensität von Cyberangriffen auf staatliche Institutionen, kritische Infrastrukturen und große private Firmen nimmt spürbar zu. Was früher als abstrakte Bedrohung galt, ist heute Teil des Alltags einer hochvernetzten Gesellschaft – leise, unsichtbar, aber mit erheblicher Wirkung. Besonders die letzten Wochen des Jahres 2025 hinterließen deutliche Spuren. Die Online-Dienste von La Poste waren wiederholt nicht erreichbar, ebenso zentrale Anwendungen ihrer Bankentochter La Banque Postale. Paketverfolgung außer Betrieb, mobile Apps blockiert, Webseiten stundenlang lahmgelegt. Ursache waren massive DDoS-Angriffe, also digitale Überlastungsattacken, bei denen Server mit automatisierte…

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  • Wenn die Stimme aus dem Hörer nicht echt ist

    Wenn die Stimme aus dem Hörer nicht echt ist

    Der Morgen beginnt in Lécousse mit einem Licht, das sich wie warmer Honig über die Dächer legt. Normalerweise starten die Leute von Nova Energie in genau dieser Stimmung in den Tag: ruhig, konzentriert, im Rhythmus eines kleinen Handwerksbetriebs, der seine Kundschaft gut kennt. Doch seit zwei Wochen liegt über allem ein grauer Schleier – Telefonklingeln im Dauerfeuer, genervte Stimmen, Vorwürfe, Hilfeschreie kurz vor dem Auflegen.

    Ein Sturm, der aus dem Nichts kam.

    Und der nicht einmal menschlich ist.

    Die kleine bretonische Firma – spezialisiert auf Holzöfen und Photovoltaik – steckt plötzlich mitten in einem Albtraum, den niemand in diesem unscheinbaren Industriegebäude für möglich gehalten hätte.

    Nicht einmal ansatzweise.

    Denn am anderen Ende der Leitung, wo jemand vorgibt, ein „Berater“ zu sein, sitzt kein Mensch. Sondern eine Stimme, die aus einer Maschine stammt. Aus einer dieser neuen Systeme, die sprechen, pausieren und mit einer fast erschreckenden Überzeugungskraft Fragen stellen. Und das nicht nur einmal – sondern hundertfach, tausendfach, wie ein unermüdlicher Schwarm digitaler Mücken.


    Cyrielle Belot hebt an diesem Vormittag schon zum dritten Mal innerhalb von zwanzig Minuten das Telefon ab. Ihr Blick verrät das, was die letzten Tage mit ihr machen: Müdigkeit, Frust, ein Funken Ratlosigkeit.
    „Ja, guten Tag, Nova Energie, Cyrielle am Apparat.“

    Die Antwort am anderen Ende ist jedes Mal ähnlich:
    „Stellen Sie ab, dass Sie mich dauernd anrufen! Ich will nichts kaufen, gar nichts!“

    Cyrielle erklärt geduldig – und ihre Stimme hat diese besondere Mischung aus Höflichkeit und innerer Anspannung:
    „Ich verstehe Sie völlig, aber dieser Anruf stammt nicht von uns. Wir stecken selbst drin wie Sie.“

    Bis zu dreißig solcher Gespräche täglich.

    Manchmal mehr.

    Wie reagiert man, wenn die eigene Stimme plötzlich durch Frankreich geistert, obwohl man gerade nur an seinem Schreibtisch sitzt, den Kaffee neben dem Bildschirm, und eigentlich nur seinen Job machen möchte? Wie bleibt man ruhig, wenn ein digitaler Doppelgänger wildfremde Menschen behelligt und einem dabei den Ruf ruiniert?


    Christophe Baranger – ein echter Mitarbeiter aus Fleisch und Blut – erlebt das Unfassbare sogar persönlich.
    Eines Abends klingelt sein privates Handy. Die Nummer unbekannt.
    Ein Anrufer, der sich als Kollege ausgibt, redet sofort drauflos, wie ein Tonband, das nie gelernt hat zuzuhören. Fragen, Pausen, wieder Fragen. Kein Raum für eine Antwort.

    Christophe runzelt die Stirn und denkt: Moment, das ist doch meine Firma… was geht denn hier ab?
    Er lässt den „Kollegen“ reden. Und je länger diese künstliche Stimme plappert, desto deutlicher erkennt er die Fassade. Der Rhythmus stimmt nicht. Die Pausen sind zu regelmäßig. Der Ton ist beinahe perfekt – aber eben nur beinahe.

    Diese winzigen Unregelmäßigkeiten verraten die Wahrheit.

    Nova Energie ist nicht Opfer eines klassischen Datenlecks. Nicht Opfer eines Callcenters aus einem anderen Land. Nein – hier hat ein System die Identität der Firma schlicht nachgeahmt. Ein digitaler Imitator, der weder müde wird noch höflich ist und sich für nichts entschuldigt.


    Der Effekt?
    Der Schaden?
    Er zieht wie eine Schockwelle durch das Unternehmen.

    Maël Guibert, der Gründer, wirkt gefasst, doch seine Augen sprechen eine andere Sprache. Er zeigt auf den Bildschirm, wo neue Onlinebewertungen im Minutentakt auftauchen – negative Kommentare, Misstrauen, Ärger von Menschen, die glauben, Nova Energie betreibe aggressives Telefonmarketing.

    „Da steht zum Beispiel: ‚Die rufen mich ständig an, Finger weg!‘“, erzählt er leise.
    Er kennt diese Menschen nicht. Und doch muss er sich für etwas rechtfertigen, das er nicht tut.
    „Ich hatte Kundinnen und Kunden, mit denen ich bereits Angebote plante. Sie melden sich jetzt und sagen, sie glauben uns das nicht mehr. Manche brechen alles ab. Und das tut weh, ehrlich.“

    Ein kurzer Satz, der wie ein Stein ins Herz trifft:
    „Die Vertrauensbasis ist bei einigen weg.“

    Und Vertrauen – das ist in dieser Branche das täglich Brot.


    Die Geschichte hat fast etwas Tragisches. Da kämpft eine kleine Firma darum, Menschen in ihren Häusern nachhaltige Energie zu ermöglichen, und irgendwo im digitalen Dschungel kopiert ein System ihre Identität und spuckt sie in tausend Stimmen wieder aus.

    Ein Sturm aus Nullen und Einsen.
    Ein Echo, das nichts mit der Realität zu tun hat.

    Und dennoch alles beeinflusst.

    Was geschieht, wenn Technologie nicht mehr als Werkzeug dient, sondern als Trickster in Erscheinung tritt? Wenn sie nicht unterstützt, sondern täuscht? Wenn sie sich so geschickt tarnt, dass selbst geschulte Ohren kurz zweifeln?


    Die Ermittlungen laufen inzwischen bei der Anti Cyber Einheit in Rennes. Maël Guibert hat Anzeige erstattet. Ein Schritt, der notwendig ist, aber der Weg dorthin fühlte sich für ihn eher wie ein Marsch gegen Windböen an.
    Denn was soll man eigentlich vorlegen?
    Eine Stimme, die keine echte Stimme ist?
    Ein Anruf, der nirgends eindeutig verortet werden kann?

    Er schildert den Ermittlern das Problem, so gut es eben geht.
    „Da draußen wird etwas in unserem Namen verkauft, das gar nicht von uns stammt“, erklärt er.
    Und während er spricht, läutet schon wieder das Telefon.
    Es wirkt fast symbolisch, als wolle die unbekannte KI sagen: Ich bin noch da.


    Zwischen all dem Chaos bleibt dennoch diese eine alltägliche Szene:
    Ein Kunde betritt das Büro.
    Er schaut sich um, wirkt misstrauisch, fast angespannt.
    „Sind Sie wirklich die Firma, die mich angerufen hat?“, fragt er.
    Cyrielle hebt die Handflächen leicht an – eine instinktive Geste der Beschwichtigung.
    „Nein. Das passiert überall gerade. Wir stecken genauso drin wie Sie.“

    Der Mann atmet aus. Und genau in diesem Moment hängt das unsichtbare Problem wie ein grauer Vorhang zwischen ihnen. Vertrauen – es fühlt sich an wie ein dünner Faden, der jeden Augenblick reißen könnte.


    Aber mitten in dieser Geschichte – die übrigens jeden treffen könnte, egal ob Café, Handwerksbetrieb oder Arztpraxis – steckt auch eine Erkenntnis:
    Authentizität war noch nie so wertvoll wie heute.

    Wir leben in einer Zeit, in der eine Stimme am Telefon täuschen kann wie ein Maskenbildner im Filmstudio. In erstaunlicher Perfektion.
    Und während dieser Wandel faszinierend wirkt, rüttelt er gleichzeitig an einer tiefen menschlichen Sehnsucht: der Gewissheit, dass am anderen Ende ein Mensch ist, mit Herzschlag, Absichten und echten Worten.


    Ein paar Mitarbeiter scherzen am Rande darüber – so, wie man eben über Dinge lacht, die eigentlich viel zu ernst sind.
    „Wenn diese KI wenigstens Kaffee kochen würde“, meint einer mit einem schiefen Lächeln.
    „Ja, oder Termine eintragen – dann wäre was los“, kontert ein anderer.
    Ein kleiner Moment der Leichtigkeit, der zeigt, dass der Mensch selbst im Sturm seinen Humor nicht verliert.


    Die eigentliche Frage bleibt trotzdem unverändert:
    Wie schützt man sich künftig vor solchen digitalen Doppelgängern?
    Und wie schafft man es, wieder glaubwürdig aufzutreten, wenn im Hintergrund noch immer ein unsichtbares Echo das eigene Firmenlogo missbraucht?

    Man könnte meinen, eine Lösung läge längst in Sichtweite – irgendwas Technisches, ein Schutzmechanismus, ein digitaler Zaun. Doch die Realität ist komplizierter. Systeme, die künstliche Stimmen erzeugen, entwickeln sich so schnell, dass Schutzmaßnahmen ständig nachziehen müssen. Behörden arbeiten hart daran, Betrugsfälle zu verfolgen, aber die Spuren verlaufen oft durch internationale Serverlandschaften, VPN-Tunnel, automatisierte Verschleierung.

    Es ist wie das Greifen nach einem Schatten im Sonnenschein.


    Derweil versucht Nova Energie, sich über Wasser zu halten.
    Es gibt gute Tage. Schlechte Tage. Und Tage, an denen sie fast den Mut verlieren.

    Maël Guibert entscheidet, offen mit allen Kundinnen und Kunden zu sprechen, die sich bei ihm melden. Transparenz, sagt er, sei jetzt der einzige Weg.
    Er führt ein Protokoll über jeden Vorfall, jeden Anruf, jede Beschwerde.
    Nicht, weil er muss – sondern weil er etwas festhalten möchte in einem Chaos, das sich schwer greifen lässt.

    Die Firma nutzt inzwischen Social-Media, die Website, sogar Aushänge am Eingang, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Ein Schritt, der die Menschen erreicht – manche nicken verständnisvoll, manche entschuldigen sich sogar für ihren Ärger, nachdem sie die Hintergründe erfahren.

    Und dann gibt es diese Momente der Menschlichkeit:
    Eine ältere Dame ruft zurück, entschuldigt sich lang und warmherzig dafür, dass sie „so ruppig“ gewesen sei.
    Cyrielle lächelt, als sie davon erzählt.
    „Das tat richtig gut. Da merkt man, dass der Funke Menschlichkeit noch da ist.“


    Ein anderer Kunde berichtet, dass auch er bereits von mehreren dubiosen Nummern angerufen wurde, und sagt:
    „Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Ich bleibe bei Ihnen. Mir tut’s leid, dass Sie das grad erleben müssen.“
    Dieser Satz hebt die Stimmung im Büro merklich.
    Es braucht manchmal nur eine Stimme – eine echte – um den Tag zu retten.


    Und doch bleibt der Weg zurück in ruhigere Zeiten lang.
    Der Ruf ist ein kostbares Gut.
    Wenn er erst mal beschädigt ist, gleicht die Reparatur einer Restaurierung – man muss geduldig jede Schicht pflegen und die Kunden erneut spüren lassen, dass die Hand auf der anderen Seite des Geschäfts ganz real ist.

    Die Menschen von Nova Energie arbeiten weiter, als würde über ihnen kein Sturm toben.
    Sie beraten, planen Projekte, fahren zu Baustellen.
    Ein bisschen Galgenhumor schwingt mit:
    „Wir sind zwar überall gleichzeitig am Telefon, aber trotzdem real“, meint Christophe mit einem Augenzwinkern.
    Diese Art Heiterkeit – sie wirkt wie ein kleiner Schutzschirm gegen die Absurdität der Lage.


    Spät am Nachmittag, als der Lärm des Tages abebbt, sitzen einige Mitarbeiter noch zusammen. Sie sprechen über das, was passiert ist, darüber, wie verletzlich moderne Identität geworden ist. Und wie leicht eine fremde Stimme ihre eigene übertönen kann.

    „Wer hätte gedacht, dass uns einmal eine Maschine kopiert?“, fragt eine Kollegin.
    „Vor ein paar Jahren klang das wie Science-Fiction.“

    Aber jetzt?
    Jetzt ist es Teil ihres Alltags.

    Ist das der Anfang einer neuen Ära, in der jede Identität schutzbedürftiger ist als je zuvor? Oder nur ein Ausreißer, ein schräger Vorfall in einer ansonsten funktionierenden digitalen Welt – ein Ding, das vorbeifliegt wie ein Schatten, der sich irgendwann verzieht?


    Während die Sonne über Lécousse langsam verblasst, bleibt eines klar:
    Die Menschen von Nova Energie kämpfen nicht nur gegen eine Täuschung, sondern um ihren guten Namen.
    Ein Name, der mit ehrlicher Arbeit verbunden ist.
    Mit echten Stimmen, echten Gesichtern, echten Händen.

    Und vielleicht zeigt diese Geschichte, so verrückt sie klingt, vor allem eines:
    Dass Echtheit ein Wert ist, der trotz aller technischen Wunder nicht imitierbar ist.

    Ein Artikel von M. Legrand

  • Was wurde aus Europas Terrorproblem?

    Was wurde aus Europas Terrorproblem?

    Vor einem Jahrzehnt war die Berichterstattung über Terrorismus mit islamistisch-extremistischem Hintergrund ein zentraler Bestandteil der journalistischen Arbeit. 2015 gab es die Anschläge auf die Konzerthalle Bataclan und die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris. Ein Jahr später töteten Terroristen Dutzende Menschen, indem sie mit einem Lkw in die Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag in Nizza und in einen Weihnachtsmarkt in Berlin fuhren. 2017 erlebten wir drei Anschläge in Großbritannien, darunter ein Selbstmordattentat bei einem Konzert von Ariana Grande in Manchester.

    Terroranschläge mit vielen Toten schienen damals etwas zu sein, mit dem wir einfach würden leben müssen.

    Doch dann veränderte sich etwas. Heute fühlt sich alles ganz anders an. Auto- und Messerangriffe von Einzeltätern, die sich selbst als Dschihadisten bezeichnen, schaffen es gelegentlich noch in die Schlagzeilen. Aber es passiert deutlich seltener. Und die Art komplexer, quasi-militärischer Operationen, die früher Dutzende Menschen auf einmal das Leben kosteten, erleben wir glücklicherweise nicht mehr.

    Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die Ära der Bataclan-ähnlichen Anschläge derzeit verblasst erscheint. Doch die Folgen dieser Zeit prägen unsere Gegenwart weiterhin.

    Das Ende des Kalifats

    Über die Ursachen des Rückgangs herrscht unter Fachleuten weitgehend Einigkeit.

    Zunächst ist da der Niedergang des sogenannten Islamischen Staates in Syrien und im Irak. Im Jahr 2014 kontrollierte ISIS ein Gebiet, das größer war als Portugal. Die Organisation bildete Tausende junger europäischer Dschihadisten aus. Doch bis 2017 hatte das selbsternannte Kalifat nahezu sein gesamtes Territorium verloren – und damit auch das überzeugende Narrativ, das damit einherging.

    Westliche Sicherheitsdienste haben inzwischen ihre Fähigkeiten zur Terrorabwehr verbessert. Frankreich habe in den letzten zehn Jahren 85 Anschläge vereitelt, allein sechs davon im laufenden Jahr, sagte Präsident Emmanuel Macron vergangene Woche.

    Und auch die städtische Infrastruktur hat sich verändert. Wer sich heute an touristischen Hotspots oder an Brücken umsieht, wird oft Schutzpoller erkennen, die Fahrzeuge von Attentätern stoppen sollen.

    Diese Entwicklungen haben den potenziellen Tätern Schwierigkeiten bereitet: Es gibt keine Trainingslager mehr; Anschlagspläne werden häufiger entdeckt; die Durchführung ist schwieriger geworden.

    Unklare Motive

    Bei der Frage nach den Motiven wird es komplizierter. Liegt es nur daran, dass solche Anschläge schwerer umzusetzen sind? Oder haben weniger Menschen überhaupt das Bedürfnis, sie zu begehen? Und wenn ja – warum?

    Grob gesagt gibt es zwei Denkrichtungen, die zu erklären versuchen, was diese Anschläge angetrieben hat. Die eine sieht sie als Auswuchs einer radikalisierten Form des Islam; die andere betrachtet sie als Teil eines Phänomens, das einige Experten als „Islamisierung des Radikalismus“ bezeichnen.

    Die erste Richtung argumentiert, dass eine extremistische Ideologie – verbreitet in Moscheen, durch Imame und über das Internet – zu diesen Formen des Terrorismus geführt habe. Die zweite Richtung sieht die Anschläge eher als einen Jugendprotest von Einwanderern der zweiten oder dritten Generation, die den Islam lediglich als Mittel zur Artikulation ihres Unmuts wählten.

    Andere wiederum sagen, die beiden Theorien ergänzten sich und könnten gemeinsam helfen, die neue Realität eines verringerten, aber anhaltenden Bedrohungspotenzials zu erklären.

    Peter Neumann, Terrorismusexperte am King’s College London, sagte kürzlich, dass seit dem 7. Oktober und dem anschließenden Krieg in Gaza die Zahl der Anschläge wieder steige. Wenn wir das kaum bemerken, liege das daran, dass diese Taten eher unspektakulär seien, oft von Jugendlichen begangen würden und häufig scheiterten.

    Die neuen Täter seien so wenig ideologisch, dass man sie kaum noch von jugendlichen Amokläufern unterscheiden könne, sagte er: „Diese Jugendlichen bewegen sich in unterschiedlichen Online-Subkulturen. Sie haben persönliche Motive, psychologische Verletzlichkeiten und oft eklektische politische Vorstellungen. Sie wählen aus. Das ergibt ein Phänomen, das manchmal schwer zu kategorisieren ist. Ist das noch Terrorismus?“

    Ein Grund, warum die Welt dieser Entwicklung mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, warnt Neumann, sei, dass selbst kleinere Anschläge eine andere Form von Extremismus anheizen könnten – jenen von rechts. Dort werde seit Langem ein „Kampf der Kulturen“ zwischen dem Westen und dem radikalen Islam beschworen. Ein Teil des Aufstiegs rechter Bewegungen sei ein Erbe der Terrorjahre à la Bataclan, so Neumann.

    Was wir heute bräuchten, sei ein virtuelles Pendant zu dem, was in der physischen Welt erfolgreich war: digitale Schutzmaßnahmen – gewissermaßen „Poller fürs Internet“ –, die Menschen daran hindern, den Weg zur Radikalisierung einzuschlagen. Leider seien es genau diese Schutzmechanismen, die viele Tech-Unternehmen derzeit abzubauen versuchten.


    WEITERE TOP-NACHRICHTEN

    Friedensplan für die Ukraine würde militärische und territoriale Zugeständnisse erfordern
    Die Trump-Regierung und Russland haben einen Friedensplan ausgehandelt, der die Ukraine dazu verpflichten würde, Gebiete abzutreten, ihre Armee deutlich zu verkleinern und auf bestimmte Waffentypen zu verzichten. Das erklärten mit dem Vorschlag vertraute Personen.

    Die Ukraine war an der Ausarbeitung des 28-Punkte-Plans nicht beteiligt, der viele Forderungen enthält, die Kiew seit Langem als faktische Kapitulation ablehnt.

    Russland setzte unterdessen seine Raketen- und Drohnenangriffe fort – mit einem erneuten Angriff im Westen der Ukraine. Ein Wohnhaus in Ternopil wurde getroffen; laut ukrainischem Katastrophenschutz kamen dabei mindestens 25 Menschen ums Leben, rund 73 wurden verletzt.

    Korruption:
    Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in einen millionenschweren Korruptionsskandal verwickelt, in den auch mehrere seiner engsten Vertrauten verwickelt sein sollen.


    WEITERE MELDUNGEN

    Präsident Trump erklärte, er habe ein Gesetz unterzeichnet, das das Justizministerium dazu verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen alle Unterlagen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenzulegen – doch Schlupflöcher bleiben wohl bestehen.
    Israel führte Luftangriffe auf Gaza durch und tötete dabei mindestens 25 Menschen. Tags zuvor hatten israelische Angriffe auf ein palästinensisches Flüchtlingslager im Süden Libanons mindestens 13 Todesopfer gefordert.
    Nvidia wurde das erste börsennotierte Unternehmen mit einem Marktwert von über fünf Billionen Dollar – dank seiner führenden Position bei Computerchips für Künstliche Intelligenz.
    Zohran Mamdani, der nächste Bürgermeister von New York City, wird morgen mit Trump im Weißen Haus zusammentreffen. Die beiden haben sich in der Vergangenheit scharf kritisiert.
    Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister, trat aus dem Verwaltungsrat von OpenAI zurück, nachdem der Kongress E-Mails veröffentlicht hatte, die seine Kommunikation mit Jeffrey Epstein dokumentieren.

    Autor: P. Tiko

  • Cybercrime-Zentrale zerschlagen: Wie ein internationales Ermittlerteam ein digitales Datenkaufhaus dichtmachte

    Cybercrime-Zentrale zerschlagen: Wie ein internationales Ermittlerteam ein digitales Datenkaufhaus dichtmachte

    Es war ein virtueller Umschlagplatz für gestohlene Identitäten, sensible Kundendaten und geheime Unternehmenszugänge. Jetzt ist Schluss. Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Polizei vier junge Erwachsene festgenommen, die im Verdacht stehen, das berüchtigte Cybercrime-Forum „BreachForums.st“ betrieben zu haben – eine der weltweit größten Plattformen für den Handel mit gestohlenen Daten. Ein digitaler Schwarzmarkt auf dem Silbertablett BreachForums war kein dunkler Ort im sogenannten Darknet. Der englischsprachige Marktplatz war für jedermann zugänglich – direkt über den normalen Internetbrowser. Und dennoch operierte er wie ein geheimes Warenlager der digitalen Unterwelt. Die Plattform war laut der Pariser Staatsanwältin Laurence Beccuau der „größte Umschlagplatz für gestohlene IT-Daten und betrügerische Systemzugänge weltweit“. Ein Ort, an dem Angreifer ihre Beute feilboten – von gehackten Mailadressen bis zu kompromittierten Firmenservern. Frankreich als wiederholtes Ziel Laut Ermit…

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  • Telegram als Tatort: Frankreich deckt erschütterndes Pädokriminalitäts-Netzwerk auf

    Telegram als Tatort: Frankreich deckt erschütterndes Pädokriminalitäts-Netzwerk auf

    Frankreich steht unter Schock: In einer der größten landesweiten Polizeiaktionen gegen Pädokriminalität wurden 55 Männer festgenommen, die über die verschlüsselte Messaging-Plattform Telegram kinderpornografisches Material verbreitet und konsumiert haben sollen. Die Ermittlungen zeigen – der Abgrund menschlichen Handelns ist näher, als man denkt. Ein digitaler Albtraum wird Realität Was im Sommer 2024 mit der Verhaftung einzelner Täter begann, endete nun in einem flächendeckenden Zugriff. In 42 Départements schlugen die Ermittler der Sondereinheit Ofmin (Office des mineurs) zu – nach monatelanger digitaler Undercover-Arbeit, bei der sie tausende Nachrichten mit verstörendem Inhalt durchforsteten. Die Festgenommenen sind zwischen 25 und 75 Jahre alt. Der Vorwurf: Besitz, Verbreitung und regelmäßige Konsumation von kinderpornografischen Inhalten. In vielen Fällen handelt es sich um schwerste Darstellungen, in denen Kinder unter zehn Jahren zu sehen sind. Ein tiefer Schnitt durch das sozi…

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