Schlagwort: Diesel

  • Frankreich gibt zehn Millionen Barrel Diesel frei – doch die erhoffte Entlastung an den Zapfsäulen bleibt ungewiss

    Frankreich gibt zehn Millionen Barrel Diesel frei – doch die erhoffte Entlastung an den Zapfsäulen bleibt ungewiss

    Frankreich greift auf seine strategischen Treibstoffreserven zurück, um die steigenden Dieselpreise einzudämmen. Zehn Millionen Barrel sollen ab November auf den Markt kommen und den Literpreis um 12 bis 18 Cent senken. Die Regierung verspricht eine spürbare Entlastung für Autofahrer und Unternehmen. Doch die Massnahme ist zeitlich begrenzt, ihre Umsetzung kompliziert und ihre tatsächliche Wirkung von den internationalen Energiemärkten abhängig.

    Stand: Freitag, 9. Oktober 2026, 8 Uhr.

    Paris greift in den Kraftstoffmarkt ein

    Die französische Regierung setzt auf einen aussergewöhnlichen Eingriff in den Energiemarkt. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte am Mittwoch, dem 7. Oktober, an, zehn Millionen Barrel Diesel aus den strategischen Reserven des Landes freizugeben. Ziel ist es, die Preise an den Tankstellen zwischen November 2026 und Januar 2027 um durchschnittlich 12 bis 18 Cent je Liter zu reduzieren.

    Die Entscheidung ist sowohl wirtschafts- als auch sozialpolitisch von Bedeutung. In einem Land, in dem Millionen Pendler, Handwerker, Transportunternehmen und Landwirte auf Dieselfahrzeuge angewiesen sind, gehören die Kraftstoffpreise zu den besonders sensiblen Faktoren der Kaufkraftentwicklung.

    Steigende Dieselpreise erhöhen nicht nur die unmittelbaren Mobilitätskosten privater Haushalte. Sie verteuern auch Transporte, landwirtschaftliche Produktion und Lieferketten. Ein anhaltender Preisanstieg kann sich deshalb über höhere Produktions- und Vertriebskosten auf andere Bereiche der Wirtschaft übertragen.

    Die französische Initiative ist Teil einer internationalen Vereinbarung. Die G7-Staaten haben sich darauf verständigt, innerhalb von vier Monaten insgesamt 100 Millionen Barrel Erdölprodukte aus strategischen Beständen bereitzustellen. Frankreich übernimmt mit seiner angekündigten Dieselmenge rechnerisch ein Zehntel dieses Volumens.

    Dabei ist eine Unterscheidung entscheidend: Die französische Massnahme betrifft ausdrücklich Diesel. Eine entsprechende Verbilligung von Benzin ist damit nicht verbunden.

    Warum der Staat Diesel deutlich günstiger anbieten kann

    Das wirtschaftliche Prinzip hinter der Intervention ist vergleichsweise einfach. Der französische Staat beziehungsweise die zuständigen Reservehalter verfügen über Dieselbestände, die vor dem jüngsten Preisanstieg eingekauft wurden. Diese sollen den Kraftstoffhändlern zu ihren historischen Anschaffungskosten zur Verfügung gestellt werden.

    Nach Angaben der Regierung liegt der rechnerische Wert dieses Diesels bei rund 28 Cent je Liter. Auf dem aktuellen Markt kostet eine vergleichbare Menge dagegen ungefähr 1,10 Euro je Liter. Beide Werte beziehen sich auf den Kraftstoff vor den zusätzlichen Kosten der Distribution sowie vor Verbrauchsteuern und Mehrwertsteuer.

    DIE WIRTSCHAFTLICHE AUSGANGSLAGE

    Historischer Einstandspreis

    0,28 €

    je Liter Diesel

    Aktueller Marktpreis

    1,10 €

    je Liter Diesel

    Die Differenz von rund 82 Cent eröffnet theoretisch einen erheblichen finanziellen Spielraum. Allerdings bedeutet sie keineswegs, dass Diesel an den Tankstellen um diesen Betrag billiger wird.

    Entscheidend ist vielmehr, dass die Händler den günstigeren Diesel mit ihren regulären, deutlich teureren Lieferungen vermischen. Dadurch sinkt der durchschnittliche Beschaffungspreis. Ein Teil dieses Kostenvorteils soll anschliessend an die Verbraucher weitergegeben werden.

    Für die Bereitstellung der Bestände ist die französische Reservegesellschaft SAGESS zuständig, die einen wesentlichen Teil der strategischen Erdölvorräte des Landes verwaltet.

    Zehn Millionen Barrel sind viel – und zugleich wenig

    Die angekündigte Menge erscheint zunächst beträchtlich. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Frankreich will somit etwa 1,59 Milliarden Liter Diesel mobilisieren.

    Gemessen am nationalen Verbrauch relativiert sich die Grössenordnung jedoch erheblich.

    Nach Angaben der für Energie zuständigen Ministerin Maud Bregeon verbraucht Frankreich innerhalb von drei Monaten ungefähr 54 Millionen Barrel Diesel. Die geplante Freigabe deckt damit rechnerisch nur rund 18,5 Prozent des Bedarfs während des vorgesehenen Interventionszeitraums.

    Anteil der freigegebenen Reserven am französischen Dieselverbrauch über drei Monate

    18,5 % strategische Reserven

    81,5 % übriger Bedarf

    Das bedeutet, dass mehr als vier Fünftel der benötigten Dieselmenge weiterhin zu den jeweils geltenden Marktbedingungen beschafft werden müssen.

    Die Intervention kann den durchschnittlichen Einkaufspreis deshalb zwar reduzieren, Frankreich aber nicht von den internationalen Energiemärkten unabhängig machen.

    Hier liegt die zentrale wirtschaftliche Begrenzung des Vorhabens: Steigen die Preise für Rohöl oder raffinierte Erdölprodukte weiter, könnte dieser Anstieg einen Teil der staatlich ermöglichten Entlastung wieder aufzehren.

    Die Preissenkung soll Anfang November beginnen

    Zwischen der politischen Ankündigung und einer tatsächlichen Verbilligung an den Tankstellen liegen mehrere organisatorische Schritte.

    Für Montag, den 12. Oktober, hat die Regierung die Kraftstoffhändler zu Beratungen im Amtssitz des Premierministers in Matignon eingeladen. Dort sollen die Modalitäten der Verteilung und die Weitergabe der Preisvorteile festgelegt werden.

    Der für Kaufkraftfragen zuständige Minister Serge Papin stellte eine Freigabe der Bestände zum 1. November in Aussicht. Erste Auswirkungen könnten bereits in den folgenden Tagen sichtbar werden.

    Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, hängt allerdings von den administrativen Verfahren und der logistischen Umsetzung ab.

    Die Regierung strebt eine durchschnittliche Entlastung von 12 bis 18 Cent je Liter über einen Zeitraum von drei Monaten an. Eine landesweit einheitliche Preisreduzierung ist damit nicht garantiert.

    Die tatsächlichen Preise werden sich weiterhin nach Standort, Lieferbedingungen, Wettbewerb und den jeweiligen Beschaffungskosten der Tankstellen unterscheiden.

    Für die Verbraucher lässt sich die angekündigte Ersparnis dennoch konkret berechnen.

    TankfüllungBei 12 Cent wenigerBei 18 Cent weniger
    40 Liter4,80 €7,20 €
    50 Liter6,00 €9,00 €
    55 Liter6,60 €9,90 €
    60 Liter7,20 €10,80 €

    Bei einer Tankfüllung von 55 Litern könnte ein Autofahrer somit knapp zehn Euro sparen. Diese häufig genannte Grössenordnung entspricht allerdings dem oberen Ende der angestrebten Preissenkung.

    Für Berufspendler und Unternehmen mit hohem Dieselverbrauch können sich über mehrere Monate deutlich grössere Beträge ergeben. Voraussetzung bleibt, dass die Händler die günstigeren Beschaffungskosten tatsächlich weitergeben.

    Die Händler werden zum entscheidenden Faktor

    Ob die staatliche Intervention bei den Verbrauchern ankommt, entscheidet sich nicht allein an der Menge des freigegebenen Diesels. Ebenso wichtig ist das Verhalten der Mineralölunternehmen, Grosshändler und Tankstellenbetreiber.

    Die Regierung hat angekündigt, sämtliche Vertriebskanäle in das Programm einzubeziehen. Gleichzeitig sollen verstärkte Kontrollen verhindern, dass Unternehmen die günstigeren Einkaufspreise lediglich zur Verbesserung ihrer eigenen Margen nutzen.

    Wöchentlich will der Staat überprüfen, ob die angestrebte Entlastung tatsächlich an den Zapfsäulen sichtbar wird.

    Vertreter der Branche äusserten allerdings bereits Vorbehalte gegenüber dem engen Zeitplan. Francis Pousse vom Branchenverband Mobilians und Thierry Cotillard, Chef der Handelsgruppe Les Mousquetaires, verwiesen auf offene Fragen bei der praktischen Umsetzung.

    Cotillard erklärte grundsätzlich seine Bereitschaft, niedrigere Beschaffungskosten weiterzugeben. Auf einen konkreten Zeitpunkt oder einen bestimmten Umfang der Preissenkung wollte er sich zunächst jedoch nicht festlegen.

    Damit zeichnet sich eine politische Herausforderung ab: Die Regierung hat bereits eine öffentlich wahrnehmbare Preisreduzierung angekündigt, bevor sämtliche Voraussetzungen für deren Umsetzung geklärt sind.

    Strategische Reserven zwischen Krisenvorsorge und Kaufkraftpolitik

    Die Freigabe wirft zugleich grundsätzliche Fragen zur Funktion strategischer Erdölreserven auf.

    Solche Bestände dienen traditionell dazu, schwerwiegende Versorgungsunterbrechungen abzufedern. Ihre Bedeutung wurde insbesondere nach der Ölkrise von 1973 deutlich, als die Abhängigkeit der westlichen Industriestaaten von internationalen Energielieferungen zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen führte.

    Mit der Gründung der Internationalen Energieagentur 1974 entstand ein institutioneller Rahmen für die koordinierte Krisenvorsorge der Industrieländer.

    Frankreich nutzt diese Sicherheitsreserven nun ausdrücklich auch zur Stabilisierung der Kaufkraft. Wirtschaftsminister Roland Lescure begründet den Schritt mit einer anhaltenden globalen Krise und verweist auf die internationale Abstimmung innerhalb der G7.

    Die Dimension des Eingriffs ist bemerkenswert. Nach Angaben der Regierung verfügt Frankreich über rund 50 Millionen Barrel strategisch gelagerten Diesels. Mit den angekündigten zehn Millionen Barrel würde somit ungefähr ein Fünftel dieser spezifischen Reserve mobilisiert.

    Eine solche Freigabe kann in einer angespannten Versorgungslage sinnvoll sein. Sie reduziert allerdings vorübergehend den verfügbaren Sicherheitspuffer.

    Hinzu kommt die finanzielle Frage der Wiederauffüllung. Werden heute günstig eingekaufte Bestände abgegeben, müssen sie später möglicherweise zu deutlich höheren Preisen ersetzt werden. Die unmittelbare Entlastung der Verbraucher kann somit mit künftigen Beschaffungskosten verbunden sein.

    Die Regierung beabsichtigt, die Reserven nach Abklingen der Krise schrittweise und abhängig von den Marktbedingungen wieder aufzufüllen.

    Unterschiedliche Antworten auf dieselbe Energiekrise

    Die französische Entscheidung verdeutlicht zugleich, wie unterschiedlich europäische Staaten auf steigende Kraftstoffpreise reagieren.

    Deutschland hat Anfang Oktober eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel eingeführt. Einschliesslich der Mehrwertsteuer ergibt sich daraus eine Entlastung von ungefähr 17 Cent je Liter. Die Regelung soll bis Ende Dezember 2026 gelten.

    Frankreich verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Statt die Besteuerung allgemein zu reduzieren, versucht Paris, über die Beschaffungskosten direkt auf die Preisbildung einzuwirken.

    Beide Instrumente besitzen unterschiedliche wirtschaftliche Konsequenzen. Steuersenkungen belasten unmittelbar die öffentlichen Haushalte durch geringere Einnahmen. Die Freigabe strategischer Reserven verändert dagegen zunächst die Lagerbestände und kann spätere Wiederbeschaffungskosten verursachen.

    In beiden Fällen bleibt die Frage offen, wie vollständig staatlich geschaffene Preisvorteile an die Verbraucher weitergegeben werden.

    Die Unterschiede spiegeln auch die angespannte finanzpolitische Lage Frankreichs wider. Eine zusätzliche, breit angelegte Steuersenkung würde den ohnehin begrenzten budgetären Handlungsspielraum weiter einengen.

    Die internationalen Märkte bleiben die grösste Unbekannte

    Die Entwicklung der Rohölpreise wird wesentlich darüber entscheiden, wie erfolgreich die französische Intervention ausfällt.

    Anfang Oktober notierte die Nordseesorte Brent weiterhin in der Nähe von 100 Dollar je Barrel. Zugleich stehen die Märkte für raffinierte Produkte unter besonderem Druck. Diesel kann sich dabei unabhängig vom Rohölpreis verteuern, etwa wenn Raffineriekapazitäten knapp sind oder internationale Lieferwege beeinträchtigt werden.

    Die Internationale Energieagentur hat deshalb die Bedeutung zusätzlicher Dieselbestände hervorgehoben. Seit Beginn der koordinierten Krisenmassnahmen im März 2026 wurden bereits erhebliche Mengen strategischer Reserven mobilisiert.

    Allerdings zeigen die jüngsten europäischen Daten auch, dass sich die Preise kurzfristig wieder entspannen können. Der durchschnittliche Dieselpreis in der Europäischen Union sank Anfang Oktober nach vier Wochen des Anstiegs um neun Cent auf rund 2,15 Euro je Liter.

    Diese Entwicklung macht die spätere Bewertung der französischen Massnahme schwieriger. Sollte der Dieselpreis im November fallen, wird zu unterscheiden sein, welcher Anteil auf die Freigabe strategischer Reserven zurückgeht und welcher auf eine allgemeine Entspannung der Energiemärkte.

    Umgekehrt könnte die Intervention bei erneut steigenden Weltmarktpreisen durchaus wirksam sein, ohne dass die angekündigten 12 bis 18 Cent als tatsächliche Preissenkung gegenüber dem heutigen Niveau sichtbar würden. In diesem Fall würde der Staat vor allem einen stärkeren Anstieg verhindern.

    Die französische Regierung steht damit vor einer doppelten Aufgabe. Sie muss einerseits sicherstellen, dass die vergünstigten Dieselbestände tatsächlich in allen Teilen des Landes verfügbar werden. Andererseits muss sie erklären, weshalb eine rechnerisch plausible Entlastung nicht zwangsläufig zu einer entsprechenden Veränderung der Tankstellenpreise führt.

    Politisch dürfte der 12. Oktober zum ersten Prüfstein werden. Bei dem Treffen in Matignon müssen Regierung und Händler verbindliche Regeln für die Verteilung, Preisweitergabe und Kontrolle entwickeln.

    Der eigentliche Erfolg der Massnahme wird sich jedoch erst im November beurteilen lassen. Frankreich kann mit zehn Millionen Barrel Diesel den Preisdruck zeitweilig abschwächen. Die strukturelle Abhängigkeit von internationalen Energiemärkten und die Verwundbarkeit gegenüber geopolitischen Krisen bleiben bestehen.

    Für die Autofahrer zählt am Ende weniger die Menge der freigegebenen Reserven als der Preis, der tatsächlich an der Zapfsäule steht.

    Autor: P. Tiko

  • Preisstopp oder Marktlogik? Frankreichs Streit um teure Kraftstoffe eskaliert

    Preisstopp oder Marktlogik? Frankreichs Streit um teure Kraftstoffe eskaliert

    Die steigenden Kraftstoffpreise in Frankreich haben sich binnen weniger Tage von einem ökonomischen Problem zu einer politischen Grundsatzfrage entwickelt. Im Zentrum steht die Forderung des linken Politikers Manuel Bompard (La France Insoumise, LFI), der einen staatlich verordneten Preisstopp für Benzin und Diesel verlangt. Was zunächst wie eine klassische Debatte über Kaufkraft erscheint, berührt in Wahrheit fundamentale Fragen staatlicher Eingriffstiefe, Marktorganisation und fiskalischer Tragfähigkeit. Ein politischer Vorstoß mit Systemanspruch Bompards Vorschlag geht über punktuelle Entlastungen hinaus. Er fordert nicht nur eine Deckelung der Endverbraucherpreise an der Zapfsäule, sondern auch eine Begrenzung der Margen entlang der gesamten Lieferkette – insbesondere im Raffineriesektor. Damit zielt er auf jene Stelle im Markt, an der aus Rohöl handelbare Produkte entstehen und Gewinne konzentriert werden. Der Ansatz folgt einem vertrauten linken Interventionsmuster: In Krisenzeit…

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  • Achtung: Dieselverbot in vielen französischen Städten ab Anfang 2025

    Achtung: Dieselverbot in vielen französischen Städten ab Anfang 2025

    Ab dem 1. Januar 2025 treten in mehreren französischen Städten strikte Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge in Kraft, um die Luftqualität in stark belasteten Metropolen zu verbessern. Diese Verbote betreffen Fahrzeuge mit der sogenannten Crit’Air 3-Plakette, was Dieselautos betrifft, die vor 2011 zugelassen wurden, sowie ältere Benziner von vor 2006. Betroffen sind vor allem Paris, Lyon und Strasbourg, wo die Fahrzeuge nicht mehr in den städtischen Zones à Faibles Émissions (ZFE), also Zonen mit niedrigen Emissionen, fahren dürfen.

    Städte im Fokus

    In der Metropolregion Paris gilt das Verbot von Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr. Eine Ausnahme gibt es am Wochenende und an Feiertagen. In Lyon und Strasbourg hingegen sind die Beschränkungen noch strenger: Dort gilt das Verbot rund um die Uhr, also auch am Wochenende und an Feiertagen. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die hohe Schadstoffbelastung in den Städten, insbesondere durch Stickoxide und Feinstaub, zu senken.

    Hintergrund der Fahrverbote

    Die ZFE-Politik wurde 2020 im Rahmen des französischen Klimaplans eingeführt, um den Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehr zu verringern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Frankreich hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um die CO2-Emissionen bis 2050 drastisch zu reduzieren. Die Einführung dieser Zonen ist ein Teil der umfassenden Strategie zur Verbesserung der Luftqualität, da der Straßenverkehr einer der Hauptverursacher von Emissionen in urbanen Gebieten ist.

    Auswirkungen und Kritik

    Die Dieselverbote haben jedoch auch ihre Schattenseiten. Kritiker befürchten soziale Ungerechtigkeit, da die neuen Regelungen vor allem die Besitzer älterer Fahrzeuge treffen, die häufig finanziell weniger in der Lage sind, auf Elektro- oder Hybridautos umzusteigen. Gerade in ländlichen Gebieten und Vororten, wo der öffentliche Nahverkehr weniger ausgebaut ist, könnten diese Maßnahmen für Betroffene zu einem ernsthaften Problem werden.

    Ein weiteres Thema ist die Zukunft des Diesels in Europa. Während Frankreich mit diesen Verboten Vorreiter ist, hat das Europäische Parlament 2022 beschlossen, ab 2035 den Verkauf von neuen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren komplett zu verbieten. Bis dahin werden Fahrverbote in Städten wie Paris, Lyon und anderen Metropolen schrittweise ausgeweitet.

    Was kommt nach 2025?

    In den kommenden Jahren könnten die Beschränkungen auf Fahrzeuge mit der Crit’Air 2-Plakette ausgeweitet werden. Das würde auch Dieselfahrzeuge betreffen, die nach 2011 zugelassen wurden. Solche Maßnahmen werden in einigen Städten wie Lyon bereits für 2026 erwartet.

    Ab 2025 wird es in diesen Zonen also für viele Dieselfahrzeuge eng – und wer weiterhin in den betroffenen Städten unterwegs sein möchte, muss auf emissionsärmere Alternativen umsteigen oder den öffentlichen Verkehr nutzen. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans zur nachhaltigen Mobilität in Frankreich und spiegeln die Herausforderungen wider, vor denen viele europäische Städte stehen, um die Klimaziele zu erreichen und die Luftqualität für kommende Generationen zu sichern.

  • Frankreich: Auch die Baubranche protestiert gegen die geplante Steuererhöhung für Diesel

    Frankreich: Auch die Baubranche protestiert gegen die geplante Steuererhöhung für Diesel

    Die Rücknahme der geplanten Steuererhöhung auf Dieselkraftstoff für Landwirte war Teil der Ankündigungen von Gabriel Attal, mit denen er versuchte, die Bauern zu beruhigen. Die französischen Bauunternehmen fordern jetzt die gleiche Behandlung.

    Der rote Dieselkraftstoff ist in Frankreich derzeit eine Quelle weitreichender Spannungen. Die Kosten für Dieselkraftstoff werden in den nächsten Jahren steigen. Ein Anstieg, der in der Baubranche gar nicht gut ankommt. Ein Bauunternehmen verbraucht etwa 700.000 Liter Dieselkraftstoff pro Jahr für 80 Maschinen. Die Steuer auf den Diesel soll auch für die Baubranche bis 2030 jedes Jahr um etwa sechs Cent pro Liter steigen. Das wird den Preis schlussendlich also um mehrere Hunderttausend Euro erhöhen.

    Blockaden vor Öldepots
    Die Landwirte haben erreicht, dass die Steuererhöhung ihren Diesel abgeschafft wurde, und die Bauunternehmer hoffen nun darauf, denselben Vorteil zu erhalten. Um dies zu erreichen, sind auch sie zu Mobilisierungen bereit. „Wir sind bereit, unsere Maschinen und unser Material mitten auf die Straße zu stellen“, sagte André Bastet, Präsident der Baugesellschaft Sofrat. Einige haben bereits damit begonnen – sie blockieren ein Öldepot in Lorient (Departement Morbihan). Die Baubranche steckt in einer tiefen Krise, daher sehen auch sie die Erhöhung der Steuern auf Diesel als ungerecht und schädlich an.

  • Charente-Maritime: Vater und Sohn stehlen innerhalb von 2 Monaten fast 19.000 Liter Diesel

    Charente-Maritime: Vater und Sohn stehlen innerhalb von 2 Monaten fast 19.000 Liter Diesel

    Ein Vater und sein Sohn wurden am Sonntag, 19. November, im Departement Charente-Maritime festgenommen. Durch einen raffinierten Trick war es dem Duo gelungen, an einer Tankstelle auf der Insel Oléron fast 19.000 Liter Diesel zu stehlen.

    Nachdem die Kraftstoffpreise das Haushaltsbudget vieler französischer Familien immer stärker belasten, wurden in der Charente-Maritime gerade ein Vater und sein Sohn festgenommen, weil sie illegalerweise an einer Zapfsäule große Mengen Diesel entnommen hatten. Dem Duo wird vorgeworfen, innerhalb von zwei Monaten fast 19.000 Liter Diesel aus einer Intermarché-Tankstelle in Dolus auf der Île d’Oléron gestohlen zu haben.

    Der Geschäftsführer der Tankstelle, Florian Horru, sagte in einem Gespräch mit der Zeitung Le Parisien: „Ich konnte nachts nicht mehr schlafen“. Zwischen September und Mitte November hatte er sich ohne Unterlass das Hirn zermartert, um zu verstehen, wie sich 18.800 Liter anscheinend einfach in Luft auflösen konnten.

    Dank der Videoüberwachung kam der Geschäftsführer schließlich hinter die Gaunerei. „Er kam sonntags oder abends nach Feierabend und verhielt sich wie ein ganz normaler, entspannter Kunde“. Aber der unlautere Kunde wählte immer die am weitesten von der Tankstelle entfernte Zapfsäule.

    Dem festgenommenen Mann gelang es mehrfach, das Computersystem der Pumpe außer Gefecht zu setzen. Mit einem Trick, den der Chef des Supermarktes natürlich nicht näher erläutern wollte. So füllte der skrupellose Kunde, der wie sein Sohn der Polizei bereits negativ bekannt war, seinen Lieferwagen, der zudem mit zwei 1.000-Liter-Tanks ausgestattet war, bis zum Rand.

    Das Duo wurde schließlich am Sonntag, den 19. November, festgenommen. Der Gesamtschaden wird auf fast 30.000 € geschätzt. Der Vater und sein Sohn wurden zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt und werden Anfang Juni 2024 vor Gericht erscheinen müssen. Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von 100.000€ wegen schweren Diebstahls.

  • Benzinpreis: Emmanuel Macron fordert „neue Geste“ für Dieselkraftstoff

    Benzinpreis: Emmanuel Macron fordert „neue Geste“ für Dieselkraftstoff

    Bei einem Besuch auf dem nationalen Großmarkt in Rungis bei Paris bekräftigte Emmanuel Macron, dass er sich eine „neue Geste“ beim Dieselpreis wünsche. Emmanuel Macron macht Druck auf die Ölgesellschaften. Bei seinem Besuch auf dem Rungis-Großmarkt am Dienstag, dem 21. Februar, äußerte der Staatschef seinen Wunsch nach einem neuen Treibstoffrabatt. Laut dem französischen Präsidenten wurden Gespräche mit betroffenen Mineralöl-Unternehmen aufgenommen, die nun zum Abschluss gebracht werden sollen. „Ich wünsche mir, dass der Dialog zwischen dem Ministerium und den betroffenen Unternehmen abgeschlossen werden kann“, sagte Emmanuel Macron. Ein Appell an TotalEnergies? Emmanuel Macron appellierte an „den Geist der Verantwortung der Hersteller und Wiederverkäufer“. Ein indirekter Appell an TotalEnergies, die er bei seiner Pressekonferenz sogar explizit nannte, als er auf die Maßnahmen des letzten Jahres zurückkam. Zur Erinnerung: TotalEnergies hatte am 10. Februar 2023, als der Benzinpreis um …

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  • Diesel-Kraftstoff: Mit Frittieröl fahren und sparen

    Diesel-Kraftstoff: Mit Frittieröl fahren und sparen

    Die Dieselpreise steigen stetig an. Um Geld zu sparen, aber auch aus ökologischen Gründen, haben einige Privatpersonen und auch Gemeinden jetzt beschlossen, einen Biokraftstoff auf der Basis von Frittieröl zu testen.

    Es ist die wichtigste Zutat zur Herstellung von goldbraunen Pommes frites, aber vielleicht auch der Treibstoff von morgen: Frittieröl. In der Gemeinde Béthune (Pas-de-Calais) fahren seit einem Jahr bereits drei von 60 Müllwagen mit einem Kraftstoff, der aus diesem Öl hergestellt wird. Für das Betanken wurde eigens eine spezielle Pumpe installiert. Es ist umweltfreundlich, denn im Vergleich zu Diesel setzt dieser Kraftstoff 93 % weniger Treibhausgase frei.

    Ein einfacher Filterwechsel genügt, um die Fahrzeuge anzupassen.
    Zur Anpassung der Fahrzeuge an den neuen Treibstoff mussten lediglich die Filter ausgetauscht werden. Für die Kommune ist der Nutzen auch finanzieller Natur. „Wir sind nicht von den Schwankungen des Ölpreises pro Barrel abhängig, das ist wichtig. Zwar verbrauchen wir mit Biokraftstoff etwas mehr als mit herkömmlichen Dieselkraftstoff, aber alles in allem dürften wir wirtschaftlich gesehen 10 bis 15 % einsparen“, erklärt Olivier Gacquerre, Präsident der Communauté d’Agglomération Béthune-Bruay auf dem Sender France 3.

  • Diesel: Kann man stattdessen wirklich mit gebrauchtem Frittier- oder Speiseöl fahren?

    Diesel: Kann man stattdessen wirklich mit gebrauchtem Frittier- oder Speiseöl fahren?

    Die Grünen haben in der Nationalversammlung die Verwendung von gebrauchtem Frittieröl als Kraftstoff für Dieselmotoren durchgesetzt. Aber ist es wirklich möglich, seinen Diesel mit Frittieröl zu fahren?

    Wird es bald möglich sein, mit Frittieröl zu fahren? Ein diesbezüglicher Antrag der EELV-Fraktion (Grüne) zum Gesetzestext über die Stärkung der Kaufkraft wurde in der Nationalversammlung verabschiedet. Er erlaubt die Verwendung von gebrauchtem Frittieröl als Kraftstoff für Dieselmotoren. Aber: Nur bestimmte Dieselfahrzeuge sind heute in der Lage, mit Frittieröl zu fahren.

    Eine Technik, die funktioniert
    Im Prinzip ist es durchaus möglich, mit Frittieröl statt Diesel-Kraftstoff zu fahren. Jedoch ist es nicht bei allen Diesel-Modellen ohne weiteres möglich: Bei modernen Fahrzeugen funktioniert Speise-Öl, das nur dekantiert und gefiltert wird, heute nicht. Bei älteren Modellen oder bei landwirtschaftlichen Geräten geht es jedoch ohne Probleme.

    Man muss, selbst wenn man ein Dieselfahrzeug der älteren Generation besitzt, bestimmte Schritte zur Dekantierung und Filtration beachten und durchführen. Das ist zwar technisch problemlos möglich, aber in Frankreich bisher verboten. Erst das neue Kaufkraft-Gesetz wird es möglich machen, wenn von den Abgeordneten und Senatoren endgültig verabschiedet und in Kraft getreten ist. Das Fahren mit Frittieröl im Tank stellt bisher nämlich ein Zollvergehen dar. Es dürfen zum Betreiben von Verbrennungsmotoren nur zugelassene Kraftstoffe verwendet werden. Dieselfahrer können mit einer Geldstrafe belegt werden, wenn ein Zollbeamter nach einer Probeentnahme feststellt, dass sie mit Speiseöl fahren.

    Welchen Nutzen hat der Vorschlag?
    Wenn man die Methode entsprechend anpasst, könnte dies tatsächlich eine Stärkung der heimischen Energieproduktion darstellen. Heute wird gebrauchtes Speise-Öl kaum genutzt, wodurch eine grosse Energieressource ungenutzt bleibt.

    Allerdings ist es nicht sehr sinnvoll, „individuell“ Speise-Öl zum Fahren zu verwenden. Der Gesetzgeber muss schnell einen Rahmen für die allgemeine Nutzung schaffen. Wenn man zum Beispiel in ländlichen Gebieten das aufbereitete Alt-Öl für neue, nachfrage- und bedarfsgerechte öffentliche Verkehrsmittel verwendet, kann das einen grossen Multiplikationseffekt mit sich bringen.

  • Parlament erlaubt Verwendung von Altöl als Autotreibstoff

    Parlament erlaubt Verwendung von Altöl als Autotreibstoff

    Es wird bald möglich sein, gebrauchtes Frittier- oder Speiseöl zum Betreiben seines Autos zu verwenden. Ein entsprechender Antrag wurde von den Abgeordneten in der Nationalversammlung angenommen.

    Die Abgeordneten stimmten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Rahmen der ersten Lesung des Gesetzes zur Stärkung der Kaufkraft der Verwendung von gebrauchtem Speiseöl als Kraftstoff zu.

    Die Abstimmung erfolgte auf einen Änderungsantrag des EELV-Abgeordneten Julien Bayou, der von der Regierung unterstützt wurde.

    Den Argumenten des Abgeordneten zufolge können aus 10 Litern ordnungsgemäß aufbereitetem Altöl etwa 8 Liter Kraftstoff gewonnen werden, der bis zu 90% weniger Treibhausgase freisetzt als herkömmlicher Diesel.

    „Das ist in Frankreich bisher illegal, aber in Europa bereits weit verbreitet, wenn auch oft heimlich“, sagte Julien Bayou im Plenarsaal und unterstrich den Nutzen eines solchen Kraftstoffs für das Klima und die Kaufkraft.

    „Und natürlich, und das mag ein Lächeln hervorrufen, ist es auch ein Element der energetischen Unabhängigkeit“, fuhr der Vorsitzende von Europe Ecologie-Les Verts fort. „Es ist besser, von den eigenen Pommesbuden abhängig zu sein als vom Öl der Ölmonarchien“.