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  • Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban: Das unvollendete Exil der Afghanen in Frankreich

    Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban: Das unvollendete Exil der Afghanen in Frankreich

    Als am 15. August 2021 Kabul in die Hände der Taliban fiel, markierte dies nicht nur das Ende eines zwanzigjährigen westlichen Militäreinsatzes, sondern auch den Beginn einer der größten Fluchtbewegungen der jüngeren Zeitgeschichte. Die Bilder verzweifelter Menschen, die sich an startende Militärflugzeuge klammerten, gingen um die Welt und wurden zum Sinnbild eines dramatischen Zusammenbruchs. Frankreich beteiligte sich ebenso wie andere westliche Staaten an Evakuierungsmissionen und versprach Schutz für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen.

    Fünf Jahre später hat sich die politische Realität grundlegend verändert. Die Taliban haben ihre Herrschaft gefestigt, internationale Kontakte nehmen schrittweise wieder zu, und selbst europäische Staaten führen Gespräche mit Kabul über migrations- und sicherheitspolitische Fragen. Für jene Afghanen, die in Frankreich Zuflucht gefunden haben, bedeutet diese Entwicklung jedoch keineswegs Entspannung. Ihr Exil ist längst nicht abgeschlossen. Es hat vielmehr eine neue Form angenommen – geprägt von bürokratischen Verfahren, psychischen Belastungen, Integrationshürden und der Sorge, dass die politische Stimmung in Europa eines Tages auch ihre Zukunft infrage stellen könnte.

    Die Flucht endet nicht mit der Ankunft

    Die afghanische Gemeinschaft in Frankreich ist ausgesprochen heterogen. Unter den Geflüchteten befinden sich ehemalige Ortskräfte französischer Institutionen, Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen, Journalisten, Richterinnen, Lehrer, Menschenrechtsaktivisten, aber auch zahlreiche junge Männer, die vor wirtschaftlichem Zusammenbruch, politischer Verfolgung oder drohender Zwangsrekrutierung flohen.

    Für die meisten begann das Exil lange vor der Ankunft in Frankreich. Der Weg führte häufig über den Iran, die Türkei und die Balkanroute. Viele verbrachten Monate oder sogar Jahre unter prekären Bedingungen, bevor sie europäischen Boden erreichten. Erst danach folgten langwierige Asylverfahren, Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen und die Hoffnung auf einen rechtlich gesicherten Aufenthalt.

    Doch selbst die Anerkennung als Flüchtling markiert keinen Neubeginn im klassischen Sinn. Sie beendet lediglich die existenzielle Unsicherheit der Flucht – nicht jedoch deren psychologische Folgen. Familien leben oftmals über Kontinente hinweg getrennt. Viele Geflüchtete telefonieren regelmäßig mit Angehörigen in Afghanistan, deren Lebensbedingungen sich unter der Herrschaft der Taliban kontinuierlich verschlechtert haben. Die Sorge um Eltern, Geschwister oder Kinder bleibt für viele ein ständiger Begleiter.

    Frauen zwischen neuer Freiheit und verlorener Biografie

    Besonders tief greift das Schicksal afghanischer Frauen. Zahlreiche von ihnen verließen ihre Heimat, weil innerhalb weniger Monate nahezu sämtliche gesellschaftlichen Fortschritte der vergangenen zwanzig Jahre rückgängig gemacht wurden.

    Der Ausschluss von Mädchen aus weiterführenden Schulen und Universitäten, massive Einschränkungen der Erwerbstätigkeit sowie weitreichende Verbote der öffentlichen Teilhabe haben Afghanistan international zu einem Symbol institutionalisierter Geschlechterdiskriminierung werden lassen.

    In Frankreich genießen diese Frauen zwar grundlegende Freiheitsrechte und rechtliche Sicherheit. Der gesellschaftliche Neuanfang gestaltet sich dennoch schwierig. Akademische Abschlüsse werden häufig nicht anerkannt oder nur eingeschränkt berücksichtigt. Sprachbarrieren erschweren den Einstieg in qualifizierte Berufe erheblich. Ehemalige Richterinnen, Professorinnen oder Verwaltungsbeamtinnen sehen sich oftmals gezwungen, ihre berufliche Laufbahn vollständig neu aufzubauen oder Tätigkeiten anzunehmen, die weit unter ihrer Qualifikation liegen.

    Damit verbindet sich nicht selten ein Gefühl des sozialen Abstiegs. Während sie der Verfolgung entkommen sind, bleibt die Rückkehr in ihren früheren Beruf für viele auf absehbare Zeit unerreichbar.

    Integration zwischen Hoffnung und Realität

    Auch für Männer gestaltet sich die Integration häufig schwieriger, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt. Wohnraum gehört zu den größten Herausforderungen. Nach dem Aufenthalt in staatlichen Unterkünften fällt vielen Familien der Zugang zum privaten Wohnungsmarkt schwer – nicht zuletzt wegen steigender Mieten und eines ohnehin angespannten Angebots.

    Hinzu kommt der Arbeitsmarkt. Viele Geflüchtete finden zunächst Beschäftigung in Branchen mit niedrigen Einstiegshürden: Baugewerbe, Gastronomie, Logistik oder Reinigungsdienste. Diese Tätigkeiten ermöglichen wirtschaftliche Eigenständigkeit, entsprechen jedoch selten der beruflichen Qualifikation der Betroffenen.

    Ein weiterer Engpass bleibt der Spracherwerb. Zwar existieren staatlich geförderte Integrationskurse, doch reichen deren Umfang und Dauer häufig nicht aus, um rasch ein Niveau zu erreichen, das anspruchsvollere Berufslaufbahnen ermöglicht. Besonders ältere Geflüchtete oder Menschen mit geringer Schulbildung benötigen deutlich längere Förderzeiträume.

    Weniger sichtbar, aber gesellschaftlich ebenso bedeutsam, sind die psychischen Folgen der Flucht. Traumatische Kriegserfahrungen, der Verlust nahestehender Menschen und die permanente Angst um zurückgelassene Familienmitglieder führen vielfach zu Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungssymptomen. Diese Belastungen erschweren die Integration zusätzlich und bleiben im öffentlichen Diskurs häufig unterschätzt.

    Eine Diaspora übernimmt Verantwortung

    Trotz aller Schwierigkeiten hat sich in Frankreich in den vergangenen Jahren eine zunehmend organisierte afghanische Diaspora entwickelt. Vereine und Initiativen unterstützen Neuankömmlinge bei Behördengängen, vermitteln Sprachkurse, begleiten die Wohnungssuche oder helfen bei der Arbeitsmarktintegration.

    Zugleich engagieren sich viele Organisationen politisch. Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan, Informationsveranstaltungen und Kontakte zu französischen Institutionen verfolgen das Ziel, das Schicksal der Bevölkerung im Herkunftsland im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

    Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei die jüngere Generation. Viele junge Afghaninnen und Afghanen, die als Jugendliche oder Studierende nach Frankreich kamen, sprechen inzwischen fließend Französisch, absolvieren Hochschulstudien oder arbeiten selbst als Dolmetscher, Sozialarbeiter oder Integrationsbegleiter. Sie bilden eine Brücke zwischen den Neuankömmlingen und der französischen Gesellschaft und tragen wesentlich dazu bei, dass Integration nicht allein staatliche Aufgabe bleibt.

    Wachsende Unsicherheit durch den Wandel der Migrationspolitik

    Während sich die Lage der Taliban auf internationaler Ebene stabilisiert, verändert sich gleichzeitig die europäische Migrationspolitik. Zahlreiche Regierungen setzen verstärkt auf Rückführungen abgelehnter Asylbewerber und suchen dafür auch den Dialog mit Staaten, deren Regierungen noch vor wenigen Jahren weitgehend isoliert waren.

    Für anerkannte Flüchtlinge gilt zwar weiterhin der Schutz des internationalen Asylrechts. Dennoch verfolgen viele Afghaninnen und Afghanen diese Entwicklung mit wachsender Sorge. Sie befürchten, dass sich politische Mehrheiten verändern und langfristig auch bestehende Schutzmechanismen unter Druck geraten könnten.

    Diese Unsicherheit speist sich weniger aus konkreten rechtlichen Veränderungen als aus einem allgemeinen Stimmungswandel. Migration wird in vielen europäischen Ländern zunehmend unter sicherheits- und ordnungspolitischen Gesichtspunkten diskutiert. Für Menschen, die bereits ein neues Leben begonnen haben, entsteht dadurch erneut das Gefühl, ihre Zukunft hänge von politischen Entwicklungen ab, auf die sie keinerlei Einfluss besitzen.

    Zwischen Solidarität und Misstrauen

    Auch die öffentliche Wahrnehmung afghanischer Flüchtlinge hat sich verändert. Die breite Solidarität, die unmittelbar nach dem Fall Kabuls vorherrschte, ist einer deutlich nüchterneren Debatte gewichen. Fragen nach Integration, Migration und innerer Sicherheit bestimmen inzwischen den politischen Diskurs stärker als humanitäre Erwägungen.

    Einzelne Ermittlungsverfahren gegen afghanische Staatsangehörige wegen mutmaßlicher extremistischer Verbindungen haben diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Solche Fälle stehen zwar jeweils für individuelles Fehlverhalten und erlauben keinerlei Rückschlüsse auf die afghanische Gemeinschaft insgesamt. Dennoch prägen sie die öffentliche Wahrnehmung überproportional und erschweren die gesellschaftliche Integration vieler unbescholtener Geflüchteter.

    Vertreter von Hilfsorganisationen warnen deshalb davor, sicherheitspolitische Einzelfälle mit einer gesamten Bevölkerungsgruppe gleichzusetzen. Gerade jene Menschen, die vor den Taliban geflohen seien, hätten selbst unter islamistischem Terror und politischer Verfolgung gelitten.

    Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban zeigt sich damit ein bemerkenswertes Paradox. Während das Regime in Kabul schrittweise aus seiner internationalen Isolation heraustritt und um diplomatische Anerkennung bemüht ist, bleibt das Leben vieler Geflüchteter von Unsicherheit geprägt. Sie haben Schutz gefunden, aber nur selten die Gewissheit, endgültig angekommen zu sein.

    Das Afghanistan, das sie einst verließen, existiert in seiner früheren Form nicht mehr. Zugleich ist Frankreich für viele noch immer kein Ort uneingeschränkter Normalität, sondern eine Gesellschaft, in der Integration Zeit, Geduld und gegenseitiges Vertrauen verlangt. Exil bedeutet deshalb weit mehr als einen Ortswechsel. Es ist ein dauerhafter Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft – zwischen der Erinnerung an eine verlorene Heimat und der Hoffnung, eines Tages wirklich eine neue zu finden.

    Autor: P. Tiko

    En quelques années, la France est devenue l’un des principaux pays d’accueil des réfugiés afghans en Europe, avec environ 100 000 ressortissants sur son territoire. Derrière ce chiffre, la situation de ces femmes et hommes ayant fui leur pays depuis cinq ans est souvent compliquée, entre traumatismes, difficultés pour s’intégrer et parcours professionnel à reconstruire. Reportage d’Alice Brogat et Anaïs Chesnel., En quelques années, la France est devenue l’un des principaux pays d’accueil des réfugiés afghans en Europe, avec environ 100 000 ressortissants sur son territoire. Derrière ce chiffre, la situation de ces femmes et hommes ayant fui leur pays depuis cinq ans est souvent compliquée, entre traumatismes, difficultés pour s’intégrer et parcours professionnel à reconstruire. Reportage d’Alice Brogat et Anaïs Chesnel.,

  • Tod eines Revolutionsführers – Wie der Tod Ali Chameneis die iranische Diaspora in Paris spaltet

    Tod eines Revolutionsführers – Wie der Tod Ali Chameneis die iranische Diaspora in Paris spaltet

    Paris erlebt an diesem Sonntag einen Moment, der weit über die französische Hauptstadt hinausweist. Die Nachricht vom Tod des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei, laut Angaben amerikanischer und israelischer Regierungsvertreter infolge eines gemeinsamen Militärschlags gegen Ziele des Regimes in Teheran, hat unter den in Frankreich lebenden Iranern diametral entgegengesetzte Reaktionen ausgelöst. Zwischen Euphorie und Empörung, zwischen Hoffnung auf einen politischen Neuanfang und Furcht vor geopolitischer Eskalation, tritt eine tiefe ideologische Bruchlinie zutage. Jubel an der Place de la République – Symbolischer Bruch mit der Islamischen Republik Am Sonntagnachmittag versammelten sich mehrere Hundert Menschen an der Place de la République und später am Trocadéro. Viele schwenkten die historische Löwen-und-Sonne-Flagge der vorrevolutionären Monarchie – ein Symbol für jene Teile der Exilopposition, die das Ende der Islamischen Republik herbeisehnen. In sozialen Netzwerken verbr…

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  • Zohran Mamdani: New Yorks shooting star mit afrikanischen Wurzeln

    Zohran Mamdani: New Yorks shooting star mit afrikanischen Wurzeln

    Vor einem Jahr war Zohran Mamdani kaum jemandem ein Begriff, auch nicht in seiner Heimat New York. Doch in dieser Woche ist er nicht nur der designierte Bürgermeister von New York City, sondern auch zu einer Art globaler Berühmtheit für progressive Kreise und junge Menschen geworden.

    Mamdani ist charismatisch. Mit 34 Jahren ist er ein Naturtalent für virale Videos. Und er ist ein demokratischer Sozialist – der in der globalen Hauptstadt des Finanzwesens die Bürgermeisterwahl gewonnen hat.

    Er ist zudem ein Einwanderer mit familiären Wurzeln in Uganda und Indien und wird bald das höchste Amt in einer der internationalsten Städte der Welt bekleiden.

    Mamdani verbrachte den Großteil seiner Kindheit in Morningside Heights in Manhattan. Doch er wurde in Uganda geboren – in eine muslimische Familie indischer Herkunft – und lebte dort die ersten fünf Jahre seines Lebens.

    Privilegien in einem armen Land

    Die Familie Mamdani lebte in einem grünen, wohlhabenden Viertel mit Blick auf Ugandas Hauptstadt Kampala und besitzt dort bis heute ein Haus. (Mamdani feierte kürzlich seine Hochzeit auf diesem Grundstück.) Seine Eltern sind beide Intellektuelle: Mahmood Mamdani lehrte postkoloniale Studien an der ältesten und angesehensten Universität des Landes, seine Mutter ist die Filmemacherin Mira Nair.

    Mamdani hat immer offen über seine privilegierte Herkunft gesprochen. Er sagte, er habe als Kind „nie auf etwas verzichten müssen“. Doch dieses Privileg entfaltete sich in einem angespannten gesellschaftlichen Umfeld.

    In Uganda ist die südasiatische Gemeinschaft im Durchschnitt wohlhabender als die schwarze ugandische Bevölkerung – in manchen Fällen sogar ausgesprochen wohlhabend. 1972 ließ der damalige Diktator Idi Amin zehntausende Südasiaten ausweisen. Er warf ihnen mangelnde Loyalität und wirtschaftliche Ausbeutung vor. Unter den Betroffenen war auch Mamdanis Vater Mahmood.

    Mamdani wuchs in einer Familie auf, die tief von der kolonialen Vergangenheit und den ethnischen Bruchlinien geprägt war. Seine Kindheit beinhaltete auch einen kurzen Aufenthalt in Südafrika, kurz nach dem Ende der Apartheid.

    Bevor Mamdani Politiker wurde, machte er gemeinsam mit einem Kindheitsfreund aus Uganda Musik. In seiner Musik ging es ausdrücklich um die fortdauernden Auswirkungen des Kolonialismus in Uganda.

    Reaktionen weltweit

    Mamdanis politisches Programm konzentriert sich auf soziale Teilhabe und bezahlbares Leben. Er verspricht kostenlose Busse, umfangreiche und bezahlbare Kinderbetreuung, städtische Supermärkte und einen Mietendeckel für bestimmte Wohnungen.

    Bemerkenswert ist auch, dass der von Mamdani vertretene demokratische Sozialismus in der Demokratischen Partei der USA zunehmend an Einfluss gewinnt. Klar ist: Mamdanis Herkunft ermöglicht es Menschen in aller Welt, sich mit ihm zu identifizieren – ob Bollywood-Fans in Indien oder junge Frauen in der Türkei.

    In Uganda allerdings kennt ihn bisher kaum jemand. In Israel hingegen, wo man seine pro-palästinensische Haltung kritisch sieht, löste sein Wahlsieg eine starke Reaktion aus. „Der Big Apple ist gefallen“, sagte ein rechtsgerichteter Abgeordneter. In palästinensischen Kreisen hingegen wurde sein Wahlsieg als Meilenstein gefeiert.

    Einige internationale Medien zogen sogar Vergleiche zu einem anderen US-Politiker mit afrikanischen Wurzeln. Doch anders als Barack Obama wurde Mamdani tatsächlich in Afrika geboren – und kann daher laut US-Verfassung niemals Präsident werden.


    Weitere Themen:

    • US-Behörde kürzt Flugverkehr um 10 Prozent
    • Es ist kein Sturm, kein Streik, kein technisches Versagen. Es ist Politik – genauer gesagt: ein staatlicher Stillstand, der jetzt den US-Luftraum bremst. Die Federal Aviation Administration (FAA) streicht an 40 großen Flughäfen die Flugkapazität. Um satte zehn Prozent. Das trifft rund 3.500 bis 4.000 Flüge pro Tag – eine drastische Maßnahme mit internationaler Wucht.
    • Grund dafür ist der längste Government Shutdown in der Geschichte der USA. Bundesbedienstete, darunter auch Fluglotsen, arbeiten entweder ohne Lohn oder gar nicht. Die FAA zieht die Reißleine, bevor Überlastung zur Gefahr wird. Sie spricht von einem „proaktiven Schritt“. Übersetzt: Lieber früher kürzen, als später mit Chaos leben.
    • Zunächst startet die Kürzung mit vier Prozent – sie soll auf zehn Prozent steigen. Große Drehkreuze wie Atlanta, Los Angeles, New York, Dallas oder Chicago stehen ganz oben auf der Liste. Vor allem Inlands- und Regionalflüge trifft es. Internationale Strecken bleiben vorerst weitgehend verschont. Noch.
    • Was bedeutet das für Europa? Wer über die USA fliegt, muss mit allem rechnen: Verspätungen, gestrichene Anschlussflüge, kurzfristige Umbuchungen. Auch Rückflüge aus den USA könnten betroffen sein. Reiseveranstalter und Airlines sind gefordert – und Reisende gut beraten, sich Alternativen zu suchen. Vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt, auf Routen via Kanada auszuweichen.
    • Klar ist: Die FAA zieht nicht aus Laune die Notbremse. Wenn sicherheitsrelevantes Personal fehlt oder bis zur Erschöpfung arbeitet, ist das keine Option. Der Flugverkehr lebt nicht nur von Technik, sondern vom Menschen, der ihn kontrolliert. Und genau diese Menschen fehlen derzeit – oder stehen kurz vor dem Limit.
    • Besonders bitter: Selbst wenn der Shutdown bald endet, wird die Normalität nicht sofort zurückkehren. Experten rechnen mit Wochen, bis der Betrieb wieder rund läuft. Ein System wie der Flugverkehr ist kein Lichtschalter – man kann es nicht einfach wieder einschalten.
    • Was also tun? Wer demnächst fliegt, sollte jetzt prüfen, was auf dem Ticket steht. Wer umsteigen muss, sollte sich Alternativen überlegen. Wer bucht, sollte flexibel bleiben.

    Weitere Nachrichten:

    • Der Oberste Gerichtshof der USA äußerte Zweifel an Trumps Nutzung von Notfallbefugnissen zur Verhängung weitreichender Zölle.
    • Trumps drastische Kürzungen bei der Aufnahme von Geflüchteten haben weitreichende Folgen – sie zerstörten Hoffnungen und Lebenspläne.
    • Venezuela verfügt über ein Arsenal russischer Waffen und bewaffnete Zivilisten, die im Fall eines US-Angriffs einsatzbereit wären.
    • Brasilien plant einen neuen Klimafonds, der Länder für den Erhalt ihrer tropischen Wälder entschädigen soll.
    • Aktivisten kritisieren Chinas Justizsystem: Es versage systematisch bei Fällen häuslicher Gewalt – wegen Ressourcenmangel und fehlendem politischen Willen.
    • Mexikos Präsidentin kündigte Strafanzeige gegen einen Mann an, der sie auf offener Straße begrapschte – ein Vorfall, der auf Video festgehalten wurde.

    Autor: P. Tiko