Schlagwort: Desinformation

  • „Louvre-Juwelen auf Vinted“ – Wie ein Kunstraub zum Internet-Märchen wird

    „Louvre-Juwelen auf Vinted“ – Wie ein Kunstraub zum Internet-Märchen wird

    Einbruch im Herzen von Paris. Diebe stehlen historische Schmuckstücke aus der Galerie d’Apollon im Louvre – ein Krimi mit königlichem Beutegut. Doch was danach geschah, ist fast noch kurioser als der Coup selbst: Plötzlich tauchten im Netz angebliche Verkaufsanzeigen auf. Auf Vinted. Oder auf einem russischen Pendant zu eBay. Zufall? Oder doch ein Hinweis auf den Verbleib der Beute? Klingt spektakulär – aber hält der Wahrheitsprüfung nicht stand. Denn obwohl die Gerüchte seit dem 19. Oktober 2025 die Runde machen, fehlt eines bis heute: ein einziger glaubwürdiger Beweis.

    Der Raub, der alles auslöste Es war früh am Morgen, als die Alarmkette im Pariser Louvre losging. Ziel der Einbrecher: die Galerie d’Apollon – das Prunkstück unter den Prunkstücken. Dort, wo Frankreichs Kronjuwelen glänzen. Oder besser gesagt: glänzten. Denn nach dem Überfall fehlten mehrere kostbare Schmuckstücke – darunter auch Stücke mit immensem historischen Wert. Schnell war klar: Das war kein Zufallsraub, sonder…

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  • Ein Sturm aus Pixeln – Wie eine KI-Fälschung die „Erstürmung der Nationalversammlung“ inszeniert

    Ein Sturm aus Pixeln – Wie eine KI-Fälschung die „Erstürmung der Nationalversammlung“ inszeniert

    Es klang nach einem Aufstand, nach Chaos mitten im Herzen der französischen Demokratie: „Des jeunes prennent d’assaut l’Assemblée nationale“ – „Jugendliche stürmen die Nationalversammlung“. So lautete der Text unter einem kurzen, schockierenden Video, das sich in Windeseile in den sozialen Netzwerken verbreitete. Die Bilder wirkten authentisch: Rauchschwaden, rennende Menschen, hektische Bewegungen in einem Parlamentsflur. Und doch war nichts davon echt. Was wie ein Augenzeugenbericht aussah, war in Wahrheit eine Täuschung, geschaffen von einer Maschine.

    Die Wahrheit hinter der viralen Fälschung Mehrere Redaktionen und Faktenchecker – unter anderem das Team von France 24 Info ou intox – haben das virale Video analysiert. Ihr Befund ist eindeutig: Kein einziger der gezeigten Momente entspricht einem realen Ereignis. Die Szenen sind vollständig künstlich erzeugt, produziert mit einem KI-Tool namens Sora, das aus Textanweisungen täuschend echte Videosequenzen generieren kann. Die vermein…

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  • Macrons angeblicher Luxus-Bunker: Eine neue Desinformationskampagne enttarnt

    Macrons angeblicher Luxus-Bunker: Eine neue Desinformationskampagne enttarnt

    Ein unterirdischer Palast für 148 Millionen Euro – gebaut für Emmanuel Macron, bezahlt vom französischen Steuerzahler? Diese Behauptung macht seit dem 1. Oktober 2025 in sozialen Netzwerken die Runde. Sie klingt wie aus einem dystopischen Politthriller – ist aber frei erfunden. Die Geschichte vom „geheimen Luxus-Bunker des Präsidenten“ ist nicht nur falsch, sondern ein Paradebeispiel für gezielte Desinformation, wie sie Europa seit Beginn des Ukraine-Kriegs zunehmend erlebt.

    Ein kurzer Clip, zwei Minuten lang, veröffentlicht auf X (ehemals Twitter), hat den Stein ins Rollen gebracht. Rund 300.000 Mal wurde er inzwischen angesehen. Darin wird behauptet, der französische Präsident lasse sich im Geheimen einen hochmodernen Bunker bauen – mit allem erdenklichen Komfort, versteht sich. Den Auftrag dafür soll er an eine Schweizer Firma namens „Oppidium“ vergeben haben. Vorauszahlung: 50 Millionen Euro. Abgesegnet von Alexis Kohler, dem ehemaligen Generalsekretär des Élysée-Palasts. Klingt spektakulär – ist aber kompletter Unsinn.

    Ein Bunker, der nie gebaut wurde – von einer Firma, die es nicht mehr gibt

    Schon ein kurzer Faktencheck entlarvt das Video als plumpen Fake. Die genannte Firma heißt nicht „Oppidium“, sondern „Oppidum“ – sie war tatsächlich auf Luxus-Bunker für reiche Privatkunden spezialisiert. Nur: Sie existiert nicht mehr. Oppidum wurde bereits im Frühjahr 2025 aufgelöst. Der Eintrag im Schweizer Handelsregister belegt das schwarz auf weiß. Die Firmenwebseite? Offline. Der Social-Media-Account? Verschwunden.

    Allein dieser Punkt macht die Geschichte bereits unhaltbar. Es ist schlicht unmöglich, dass der Élysée im September 2025 einen Millionenauftrag an eine nicht mehr existierende Firma vergibt – geschweige denn eine Vorauszahlung in der Größenordnung eines mittleren Krankenhausbudgets leistet.

    Ein altbekanntes Muster – Made in Russia

    Doch wer steckt hinter dieser Falschmeldung? Die Spur führt zu einer Kampagne, die bereits einen Namen hat: „Storm-1516“. Laut dem französischen Dienst Viginum, der sich mit digitalen Einflussoperationen befasst, handelt es sich dabei um eine koordinierte russische Desinformationsstrategie. Ziel: das öffentliche Vertrauen in westliche Institutionen untergraben – gerade in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.

    Und das funktioniert so: Es wird ein täuschend echter Artikel auf einer neu erstellten Webseite veröffentlicht – in diesem Fall unter der Adresse „brutinfo.fr“. Die Seite imitiert das bekannte Medienformat „Brut“, inklusive gefälschter Autorenangaben. Für den Bunker-Artikel wurde etwa der Name des renommierten Le Monde-Journalisten Benoît Vitkine missbraucht – ausgerechnet eines Korrespondenten, der 2020 selbst über Putins angeblichen Bunker berichtete. Die Ironie? Fast schon literarisch.

    Einmal online, wird das Fake-Material durch pro-russische Accounts auf X verbreitet, etwa durch den berüchtigten Éric Archambault. Der Trick: Je öfter ein solcher Beitrag geteilt wird, desto glaubwürdiger erscheint er. Dabei bleibt der Ursprung meist im Dunkeln – doch technische Spuren, etwa die IP-Adresse der Seite, führen nach Litauen. Eine typische Taktik in der Welt digitaler Propaganda.

    Medien im Fadenkreuz – und die Demokratie gleich mit

    Die Masche ist nicht neu – aber sie wird raffinierter. Schon im Juli kursierte ein ähnlich aufgebauter Fake: Ein vermeintlicher Arzt, der angeblich Beweise dafür hatte, dass Brigitte Macron trans sei, soll „mysteriös“ ums Leben gekommen sein. Auch diese Geschichte war frei erfunden – inklusive einer erfundenen Journalistin, die angeblich den Artikel verfasst hatte. Wieder ein Beispiel für gezielte Identitätsdiebstähle mit politischem Ziel.

    Was diese Fälle zeigen: Fake News sind längst kein digitales Randphänomen mehr. Sie schaffen es zunehmend in die reale politische Debatte. Im Juni fiel etwa der linke Politiker Manuel Bompard auf eine gefälschte Statistik herein, die von einer KI-generierten Webseite stammte. Was früher als Trollerei belächelt wurde, wird heute zur Waffe im Informationskrieg – mit direktem Einfluss auf Meinungen, Debatten, Wahlen.

    Luxusbunker? Nein. Aber ein tiefer Einblick in moderne Desinformation

    Die Geschichte vom Macron-Bunker ist damit nicht nur eine erfundene Anekdote – sie ist ein Weckruf. Sie zeigt, wie leicht sich Täuschung ins digitale Bewusstsein einschleichen kann. Eine spektakuläre Zahl, ein vermeintlich investigativer Tonfall, ein seriös klingender Absender – und schon wird aus einer Lüge eine scheinbare Wahrheit.

    Bleibt also nur eine Frage: Wie viele solcher „Bunker“ werden wir noch sehen, bevor wir unsere Informationsräume besser schützen?

    Von Andreas M. Brucker

  • Moldawien zwischen Moskau und Brüssel: Ein Wahlkampf im Schatten der Einmischung

    Moldawien zwischen Moskau und Brüssel: Ein Wahlkampf im Schatten der Einmischung

    Ein kleines Land, eingezwängt zwischen Rumänien und der Ukraine, rückt plötzlich ins Zentrum der geopolitischen Auseinandersetzung. Moldawien hat gewählt – und die Welt schaut genau hin. Denn die Parlamentswahl vom 28. September 2025 war nicht nur ein innenpolitisches Kräftemessen, sondern auch ein Testfall: Bleibt der Kurs klar proeuropäisch oder zieht das Land wieder stärker in den Bannkreis Moskaus?

    Die Antwort scheint eindeutig: Die Präsidentin Maia Sandu und ihr Partei-Flaggschiff PAS haben eine komfortable Mehrheit errungen. Doch der Triumph ist überschattet von schweren Vorwürfen – russische Einmischung, Desinformationskampagnen, Cyberattacken und sogar Drohungen gegen Wahllokale.

    Ein Land im Spannungsfeld

    Seit dem Krieg in der Ukraine lebt Moldawien mit einer doppelten Zerreißprobe. Auf der einen Seite lockt die EU-Mitgliedschaft, auf der anderen Seite versucht Moskau, seinen Einfluss in der früheren Sowjetrepublik zu sichern.

    Für viele Moldawierinnen und Moldawier ist der Weg nach Westen mehr als nur ein politisches Projekt – er gilt als Chance auf Modernisierung, Wohlstand und Sicherheit. Doch ebenso real ist die Bindung an Russland, sei es über die Sprache, Energieabhängigkeit oder das abtrünnige Gebiet Transnistrien, wo seit Jahren russische Soldaten stationiert sind.

    Mit dieser Wahl sollte sich die strategische Richtung entscheiden. Und genau deshalb, so die moldawische Regierung, habe der Kreml alles darangesetzt, die Waage in seinem Sinne zu neigen.

    Die Vorwürfe: Ein hybrider Werkzeugkasten

    1. Desinformation und digitale Angriffe

    Gefälschte Nachrichtenportale, manipulierte TikTok-Clips, automatisierte Accounts auf X – die Liste liest sich wie ein Handbuch moderner Propaganda. Besonders heikel: Viele dieser Inhalte sollen mithilfe von Künstlicher Intelligenz erzeugt worden sein. Ziel: Misstrauen gegenüber den Institutionen säen und den proeuropäischen Kurs diskreditieren.

    Parallel dazu berichteten Behörden von Angriffen auf Regierungs- und Wahlserver. Auch wenn die Systeme standhielten, blieb der Eindruck hängen: Hier versucht jemand, den Prozess zu sabotieren.

    2. Geldflüsse und Stimmenkauf

    Noch explosiver sind die finanziellen Vorwürfe. Präsidentin Sandu spricht von über 100 Millionen Euro, die aus Russland – teils in Kryptowährungen – in die moldawische Politik gepumpt worden sein sollen.

    Mit diesem Geld, so der Verdacht, wurden Stimmen gekauft, Proteste organisiert und Oppositionsparteien unterstützt. Besonders im Fokus: der exilierte Oligarch Ilan Shor, der von Moskau aus seine Fäden ziehen soll.

    3. Einschüchterung und Chaos

    In mehreren Wahllokalen gingen Bombendrohungen ein. Gleichzeitig wurden Personen festgenommen, die angeblich für gezielte Provokationen trainiert worden waren. Für die Behörden ein klares Signal: Hier geht es nicht mehr nur um Meinungsbildung, sondern auch um die Sicherheit des Wahlakts.

    4. Diplomatisches Tauziehen

    Während Chişinău russischen Beobachtern die Akkreditierung verweigerte, protestierte Moskau lautstark und sprach von einem „untransparenten“ Prozess. Offiziell weist der Kreml jede Einmischung zurück – und dreht den Spieß um, indem er dem Westen vorwirft, Moldawien als „Spielball“ gegen Russland zu instrumentalisieren.


    Das Ergebnis: Ein Sieg mit Beigeschmack

    Am Ende aber konnte der PAS jubeln: Mit über 50 Prozent der Stimmen erreicht er die absolute Mehrheit. Ein Mandat, das es Sandu erlaubt, ohne Koalitionspartner zu regieren.

    Das prorussische Lager – allen voran Igor Dodons „Patriotischer Block“ – kommt nur auf rund 24 Prozent. Eine Niederlage, die zwar schmerzt, aber zeigt: Der Rückhalt für Moskau ist nicht verschwunden, sondern bleibt ein relevanter Teil der politischen Landschaft.

    Die Wahl war damit mehr als ein politischer Urnengang. Sie war eine Art Volksabstimmung über die geopolitische Zukunft Moldawiens – und die Mehrheit hat sich für Europa entschieden.


    Zwischen Beweisen und Behauptungen

    Doch wie belastbar sind die Anschuldigungen?

    Viele Vorwürfe basieren auf Regierungsangaben, Berichten unabhängiger Medien oder Analysen internationaler Beobachter. Gerichtsfeste Beweise liegen nur in Teilen vor. Das macht die Lage kompliziert: Zwischen realer Einflussnahme und politischem Kalkül verschwimmt die Grenze.

    Gleichzeitig darf man die Macht hybrider Methoden nicht unterschätzen. Selbst wenn die konkreten Manipulationsversuche den Wahlausgang nicht kippten, hinterlassen sie ein Gift: das Gefühl, der eigene Wille zähle nicht mehr. Und genau das ist das Kalkül solcher Operationen.


    Ein Prüfstein der Souveränität

    Moldawien hat die Wahl gewonnen – doch der Kampf um seine Demokratie geht weiter.

    Die größte Herausforderung wird darin bestehen, die Resilienz zu stärken: digitale Sicherheit, transparente Wahlverfahren, unabhängige Medien. Denn wenn bei jeder Abstimmung sofort von „Einmischung“ die Rede ist, droht die Demokratie selbst zu erodieren.

    Und die Frage bleibt: Wie oft kann ein kleines Land dem Druck zweier geopolitischer Schwergewichte standhalten, ohne zu zerbrechen?

    Autor: MAB

  • Frankreich im Fadenkreuz russischer Einflussnahme: Der stille Krieg im Informationszeitalter

    Frankreich im Fadenkreuz russischer Einflussnahme: Der stille Krieg im Informationszeitalter

    Die Angriffe kommen nicht mit Panzern, sondern mit Posts, nicht mit Bomben, sondern mit Bots. Frankreich erlebt seit Monaten eine Welle von Einmischungen aus Moskau – eine hybride Kriegsführung, die auf leisen Sohlen daherkommt, aber laute Spuren hinterlässt. Ihr Ziel: das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern und die Gesellschaft zu spalten.


    Ein Arsenal aus Propaganda, Lügen und Suggestion

    Seit Beginn des Jahres 2025 beobachten die französischen Behörden eine deutliche Zunahme russischer Desinformationskampagnen. Die Methoden sind altbekannt, doch die Kanäle vielfältiger denn je: anonyme Webseiten, Netzwerke von Social-Media-Accounts, gezielt platzierte Beiträge in staatsnahen Medien. Immer mit dem gleichen Zweck – Moskaus Positionen zu verstärken, westliche Regierungen zu diskreditieren und die öffentliche Meinung zu verunsichern.


    Digitale Front: Hackerangriffe auf sensible Ziele

    Während die Desinformation das Vertrauen der Öffentlichkeit angreift, richtet sich die zweite Säule der russischen Strategie gegen die Infrastruktur des Staates. Französische Diplomaten und Botschaften gerieten ins Visier professioneller Hackergruppen, die mutmaßlich direkt mit russischen Geheimdiensten verknüpft sind.

    Mit raffinierten Phishing-Methoden und Schadsoftware versuchten sie, in sensible Netzwerke einzudringen. Ihr Ziel: Informationen abgreifen, Kommunikationswege ausforschen, diplomatische Verhandlungspositionen schwächen. Cyberkrieg – unsichtbar für die Mehrheit der Bevölkerung, aber mit potenziell massiven Folgen für die nationale Sicherheit.


    Frankreich schlägt zurück – im digitalen Raum

    Frankreich bleibt nicht untätig. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Dienst VIGINUM, der dem Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit untersteht. Seine Aufgabe: das Netz durchkämmen, Manipulationskampagnen identifizieren und deren Mechanismen öffentlich machen.

    Im Mai 2025 zeigte die französische Diplomatie klare Kante. Sie prangerte das Netzwerk „Storm-1516“ an – eine orchestrierte Struktur, die allein 77 gezielte Informationsoperationen gegen Frankreich und seine Partner gefahren haben soll. Eine offene Verurteilung, die deutlich macht: Paris will die Schattenangriffe nicht länger stillschweigend hinnehmen.


    Eine Demokratie im Stresstest

    Die eigentliche Gefahr dieser hybriden Kriegsführung liegt nicht in einem einzelnen Hackerangriff oder einer einzigen gefälschten Nachricht. Sie liegt in der schleichenden Erosion des Vertrauens. Wenn Bürger beginnen, an den Institutionen, den Medien, ja an der Demokratie selbst zu zweifeln, dann erreicht der Gegner sein Ziel.

    Russische Einmischung will nicht überzeugen, sie will spalten. Sie will die Gesellschaft polarisieren, den öffentlichen Diskurs vergiften, Misstrauen säen. Kurz: Sie setzt darauf, dass Demokratien an sich selbst zerbrechen.


    Der Blick nach vorn: Wachsamkeit statt Naivität

    Frankreich steht vor wichtigen politischen Weichenstellungen, darunter nationale Wahlen. Je näher diese rücken, desto attraktiver wird das Land für ausländische Einflussoperationen. Behörden warnen, dass mit neuen Angriffswellen gerechnet werden muss – subtil, orchestriert, schwer nachweisbar.

    Doch die Antwort darauf liegt nicht nur in Technologie und staatlicher Überwachung. Sie liegt auch im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Wer gelernt hat, Manipulation zu erkennen, fällt ihr seltener zum Opfer. Wer sich nicht vorschnell von Empörung treiben lässt, entzieht den Angreifern die Munition.

    Oder, um es bildlich zu sagen: Gegen die Flut von Desinformation hilft kein Damm allein – nur ein wacher, kritischer Geist kann die Brandung brechen.

    Autor: C.H.

  • Wenn die Maschine irrt: Was der „Fall Bayrou“ über Künstliche Intelligenz verrät

    Wenn die Maschine irrt: Was der „Fall Bayrou“ über Künstliche Intelligenz verrät

    François Bayrou war von Dezember 2024 bis Anfang September 2025 französischer Premierminister. Doch wer sich heute auf ChatGPT verlässt, bekommt lesen oder zu hören: „Bayrou war nie Premierminister.“Eine kleine Unwahrheit – die große Fragen aufwirft.

    Algorithmen im Faktencheck Eine Maschine, die Mi…

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  • Wenn Wahrheit in Flammen steht – Wie ein altes Video zur Notre-Dame erneut Verschwörungstheorien entfacht

    Wenn Wahrheit in Flammen steht – Wie ein altes Video zur Notre-Dame erneut Verschwörungstheorien entfacht

    Ein paar Sekunden genügen – und das Netz brennt. Eine alte, längst widerlegte Videoaufnahme von der brennenden Kathedrale Notre-Dame in Paris kursiert wieder auf sozialen Plattformen. Und mit ihr kehren absurde Theorien zurück, die eigentlich schon 2019 widerlegt waren. Das Video zeigt lodernde Flammen und dramatische Rauchschwaden über dem historischen Bauwerk. Untermalt wird die Szene von Kommentaren, die auf einen angeblich „verschleierten Terroranschlag“ hinweisen – völlig ohne Belege. Schon damals, im April 2019, hatten französische Ermittler klar festgestellt: Das Feuer war ein tragischer Unfall, ausgelöst durch Renovierungsarbeiten. Keine kriminellen Hintergründe, keine Verschwörung. Doch das Internet vergisst nicht – oder besser gesagt: Es erinnert sich genau dann, wenn es Klicks verspricht.

    Lügen, die länger leben als Fakten Schon kurz nach dem Brand vor sechs Jahren schossen Verschwörungstheorien wie Pilze aus dem…

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  • Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

    Steuerprüfung bei Auslandsreisen? Wie Desinformation auf TikTok das Vertrauen in den Staat untergräbt

    Eine viral gegangene Behauptung sorgt für Verunsicherung in Frankreich: Wer außerhalb der EU Urlaub macht, soll ab September automatisch mit einer Steuerprüfung rechnen müssen. Doch diese Meldung ist falsch. Was steckt hinter der Inszenierung – und welche Rolle spielt die politische Stimmung im Land? Die Ferienzeit bringt nicht nur Reisewelle und Staus mit sich, sondern auch die Wiederkehr eines Phänomens, das längst zum festen Bestandteil des digitalen Zeitalters geworden ist: die massenhafte Verbreitung von Falschinformationen über soziale Netzwerke. In Frankreich kursiert derzeit eine TikTok-Videosequenz, die behauptet, der französische Staat wolle alle Bürger kontrollieren, die in Länder wie Marokko oder die Vereinigten Arabischen Emirate reisen – mit möglichen Steuerprüfungen, Geldbußen und Kürzungen von Sozialleistungen. Belege? Fehlanzeige. Dennoch verbreitet sich das Video rasant und trifft einen Nerv in der französischen Gesellschaft. Ein viraler Clip, viele Ungereimtheiten Di…

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  • Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Zwischen Meinungsfreiheit und Verleumdung: Der Fall Macron gegen Candace Owens

    Mit einer spektakulären Klage in den Vereinigten Staaten haben Emmanuel und Brigitte Macron einen ungewöhnlichen juristischen Schritt gesetzt: Das französische Präsidentenpaar wehrt sich in einem US-amerikanischen Gericht gegen gezielte Diffamierungen durch die rechtskonservative US-Influencerin Candace Owens. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit, digitaler Desinformation und dem Schutz der Privatsphäre öffentlicher Personen – nicht zuletzt im transatlantischen Kontext. Eine Verschwörungstheorie reist um die Welt Ausgangspunkt der Affäre ist eine bizarre, wiederholt widerlegte Verschwörungserzählung, der zufolge Brigitte Macron in Wahrheit als Mann namens Jean-Michel Trogneux geboren worden sei. Diese Theorie kursiert in Frankreich bereits seit 2021 in rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kreisen, wurde jedoch von der Justiz als haltlos zurückgewiesen. Dass sie nun in den USA neue Popularität erfährt, ist maßgeblich Candace Owens zu ve…

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  • Gerichtsurteil ohne Wirkung? Warum Frankreichs Justiz die Verbreitung transphober Fake News nicht stoppen konnte

    Gerichtsurteil ohne Wirkung? Warum Frankreichs Justiz die Verbreitung transphober Fake News nicht stoppen konnte

    Die Entscheidung der Pariser Cour d’appel (Berufungsgericht), zwei Frauen von dem Vorwurf der Diffamation gegenüber Brigitte Macron freizusprechen, wirft ein grelles Licht auf die Grenzen des französischen Presserechts im digitalen Zeitalter. Zugleich zeigt der Fall, wie transphobe Verschwörungstheorien Teil einer globalen Desinformationsstrategie geworden sind. Am 10. Juli 2025 hat die Berufungskammer des Pariser Gerichts Natacha Rey und Amandine Roy freigesprochen. Beide hatten die längst widerlegte Behauptung verbreitet, Brigitte Macron – Ehefrau des französischen Präsidenten – sei eine Trans-Frau und habe ihre neue Identität nach einer Geschlechtsangleichung übernommen. In erster Instanz waren die beiden Frauen noch wegen Diffamation verurteilt worden: 500 Euro Geldstrafe auf Bewährung sowie 13.000 Euro Schadenersatz an Brigitte Macron und ihren Bruder Jean-Michel Trogneux. Eine rufschädigende Kampagne ohne Belege Die Theorie, Brigitte Macron sei in Wahrheit ihr Bruder Jean-Michel,…

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