Schlagwort: demonstrationen frankreich

  • Ein Auge, sieben Jahre, ein Gerichtssaal – warum der Prozess um Jérôme Rodrigues mehr ist als ein Einzelfall

    Ein Auge, sieben Jahre, ein Gerichtssaal – warum der Prozess um Jérôme Rodrigues mehr ist als ein Einzelfall

    Paris, Anfang Februar 2026.Manchmal braucht die Justiz in Frankreich einen langen Atem, manchmal wirkt sie wie ein schwerfälliger Dampfer, der erst nach Jahren den Kurs korrigiert. In diesen Tagen aber ist Bewegung in einen Fall geraten, der zu den symbolträchtigsten der jüngeren französischen Protestgeschichte zählt. Sieben Jahre nach den Ereignissen wird ein Polizeibeamter vor einem Strafgericht erscheinen müssen, angeklagt wegen vorsätzlicher Gewalt mit dauerhaften Folgen. Im Zentrum steht der Verlust eines Auges. Und der Name Jérôme Rodrigues. Die Entscheidung der Ermittlungsrichter beendet eine lange Phase juristischer Scharmützel, Einsprüche, Verzögerungen. Der Versuch, die Anklage zu kippen, ist gescheitert. Damit steht fest: Der mutmaßlich verantwortliche Beamte wird sich wegen eines Verbrechens verantworten müssen, das mit bis zu fünfzehn Jahren Haft geahndet werden kann. Für viele Beobachter wirkt dieser Moment überfällig, für andere problematisch, für alle politisch aufgelad…

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  • Aufruhr in Paris: Wie zwei Feministinnen Nicolas Sarkozy die Bühne streitig machten

    Aufruhr in Paris: Wie zwei Feministinnen Nicolas Sarkozy die Bühne streitig machten

    Der Nachmittag hätte ruhig verlaufen können, beinahe routiniert, als im 16. Arrondissement jene Schlange von Leserinnen und Lesern wuchs, die darauf warteten, Nicolas Sarkozy gegenüberzutreten. Ein Autogramm, ein knappes Wort, ein Lächeln – solche Momente geben Buchpremieren ihren vertrauten Rhythmus. Doch gestern wurde dieser Rhythmus jäh unterbrochen, und die Szene an der Pariser Buchhandlung verwandelte sich in ein kleines politisches Schlachtfeld.

    Alles begann kurz nach halb vier, als zwei Aktivistinnen aus der Menge hervortraten. Kaum waren sie sichtbar, schallten ihre Rufe über den Bürgersteig, schneidend und unüberhörbar. „Nicolas, dein Platz ist im Gefängnis“, riefen sie – ein Satz, der sich wie ein Echo durch die Straße zog, ein bitterer Nachklang an die Wochen, die Sarkozy in der Haftanstalt La Santé verbracht hat. Für einen Moment wirkte es, als hielte selbst die Winterluft den Atem an. Der Tumult verbreitete …

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