Schlagwort: Deliveroo

  • Lieferdienste vor Gericht: Frankreich prüft den Verdacht moderner Sklaverei

    Lieferdienste vor Gericht: Frankreich prüft den Verdacht moderner Sklaverei

    Frankreich erlebt derzeit einen juristischen Paukenschlag, der weit über die Essenslieferung hinausreicht. Vier Organisationen zur Verteidigung von Lieferfahrern reichten am 22. April 2026 eine bislang beispiellose Strafanzeige gegen Uber Eats und Deliveroo ein – und zwar wegen des schwerwiegenden Vorwurfs des Menschenhandels. Ein solcher Angriff auf das Geschäftsmodell globaler Lieferplattformen gilt weltweit als Novum. Die Kläger, darunter die Maison des Livreurs, CoopCycle sowie das Gisti, werfen den Unternehmen vor, gezielt ein System zu nutzen, das auf extremer sozialer Verwundbarkeit basiert. Im Zentrum stehen vielfach Migranten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, die unter Bedingungen arbeiten, die Kritiker als zeitgenössische Form der Sklaverei deuten. Die vorgelegten Zahlen zeichnen ein düsteres Bild: durchschnittlich lediglich 5,83 Euro Brutto-Stundenlohn, Arbeitszeiten jenseits der 60-Stunden-Marke, kaum soziale Absicherung und vollständige Abhängigkeit von algorithmischen E…

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  • Metz testet „Zonen ohne Lieferfahrer“ – Experiment mit Signalwirkung?

    Metz testet „Zonen ohne Lieferfahrer“ – Experiment mit Signalwirkung?

    Wer in einer französischen Innenstadt spazieren geht, kennt das Bild: Gruppen von Fahrrad- und Rollerfahrern, die an Straßenecken warten, bis auf dem Smartphone der nächste Auftrag aufploppt. Für Restaurants und Kundschaft sind sie längst unverzichtbar, für viele Anwohner jedoch ein Ärgernis. In Metz soll sich das nun ändern – mit einem bislang einzigartigen Versuch. Seit dem 22. September 2025 gilt in der lothringischen Stadt ein sechsmonatiges Pilotprojekt, das für Gesprächsstoff sorgt: So genannte „zones blanches“, weiße Zonen, in denen Lieferfahrer zu Stoßzeiten nicht mehr warten dürfen. Klare Regeln für sensible Orte Betroffen sind gleich mehrere Hotspots im Zentrum: die Rue Coislin samt Passage, die Place Saint-Louis, die Place Saint-Jacques und die Place d’Armes. Alles Orte, die bisher als Treffpunkte der Lieferdienste galten – und genau deshalb nun in die Testphase fallen. Die Verbote gelten werktags zu den geschäftsträchtigsten Zeiten, also mittags von 12 bis 14 Uhr und abends…

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  • Deliveroo und drei Manager vor dem Pariser Strafgericht wegen Schwarzarbeit angeklagt.

    Deliveroo und drei Manager vor dem Pariser Strafgericht wegen Schwarzarbeit angeklagt.

    Im Mai 2018 hatte die Pariser Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung eingeleitet, mit der das Office central de lutte contre le travail illégal (OCLTI) betraut wurde. Die „Uberisation“ auf dem Prüfstand? Die Plattform Deliveroo und drei ihrer ehemaligen Direktoren werden sich im März 2022 vor dem Pariser Strafgericht wegen illegaler Beschäftigung verantworten müssen. Sie werden verdächtigt, Personen als „selbständige“ Auslieferungsfahrer beschäftigt zu haben, die eigentlich Angestellte sein müssten. Bereits im Mai 2018 hatte die Pariser Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung eingeleitet, mit der die Zentralstelle zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung (OCLTI) betraut wurde. Dem Lieferdienst wird vorgeworfen, „eine große Anzahl von Arbeitsplätzen verheimlicht“ zu haben, und drei ehemalige Manager von Deliveroo Frankreich, darunter der ehemalige Generaldirektor, müssen sich vom 8. bis 16. März 2022 vor Gericht verantworten, um Vorfwürfe aus dem Zeitraum 2015-2017 aufzuklären. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Deliveroo und einige seiner ehemaligen Manager, „Tausende von Arbeitnehmern unter einem vermeintlich unabhängigen Status über Handelsverträge eingesetzt zu haben, während sie in einem ständigen rechtlichen Unterordnungsverhältnis standen“, wie die Arbeitsaufsichtsbehörde in einem Bericht vom Dezember 2017 festgestellt hatte. „Ein großer Schritt gegen die Uberisierung“ „Seit seinen Anfängen in Frankreich hat das Unternehmen Deliveroo France als digitale Plattform gearbeitet, um Menschen mit unabhängigen Lieferpartnern in Kontakt zu bringen, und zwar auf völlig transparente und beanstandungsfreie Weise und unter strikter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen“, so das Unternehmen in einer Erklärung gegenüber der AFP. Kevin Mention, ein Anwalt mehrerer Kläger in diesem Fall, lobte hingegen auf Facebook „einen riesigen Schritt gegen die Uberisierung“. Im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmten die Gerichte 3 Millionen Euro vom französischen Bankkonto des Unternehmens, was einem Teil der Sozialversicherungsbeiträge entspricht, die es im Zeitraum 2015-2016 nicht abgeführt haben soll. Deliveroo teilte jedoch am Montagabend mit, dass zum jetzigen Zeitpunkt „alle in Frankreich endgültig ergangenen Gerichtsentscheidungen positiv ausgefallen sind“.