Schlagwort: Debatte

  • Eine Puppe, ein Spektrum und die Frage nach der richtigen Darstellung

    Eine Puppe, ein Spektrum und die Frage nach der richtigen Darstellung

    Es beginnt, wie so oft, mit einer gut gemeinten Idee – und endet in einer hitzigen Debatte. Seit Montag sorgt eine neue Barbie-Puppe für Diskussionen weit über die Spielzeugregale hinaus. Entwickelt vom US-amerikanischen Konzern Mattel, soll sie ein Mädchen mit Autismus darstellen. Ein Symbol für Inklusion, sagen die einen. Ein gefährliches Klischee, entgegnen die anderen. Dazwischen liegt ein gesellschaftlicher Nerv, der empfindlicher kaum sein könnte. Die neue Figur gehört zur Reihe Barbie Fashionistas, einer Kollektion, die längst mehr sein will als nur Mode in Pink. Unterschiedliche Körperformen, sichtbare Behinderungen, Hilfsmittel, medizinische Besonderheiten – all das findet sich dort bereits. Nun also Autismus. Entwickelt wurde die Puppe in Zusammenarbeit mit dem Autistic Self Advocacy Network, einer Organisation, die von autistischen Menschen selbst geführt wird. Das erklärte Ziel: Kinder sollen sich in ihren Spielzeugen wiederfinden können, unabhängig davon, wie sie die Welt …

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  • Mehr als 40 Jahre nach der Abschaffung: Warum über die Hälfte der Französ:innen wieder für die Todesstrafe ist

    Mehr als 40 Jahre nach der Abschaffung: Warum über die Hälfte der Französ:innen wieder für die Todesstrafe ist

    Der hässliche Diskurs ist zurück – einer, von dem man geglaubt hatte, er sei endgültig abgeschlossen. Seit dem 9. Oktober 1981 ist die Todesstrafe in Frankreich Geschichte. Doch aktuelle Umfragen deuten darauf hin: Eine überraschend große Zahl von Menschen – je nach Umfrage mehr als 50 % – könnte sich vorstellen, sie unter bestimmten Umständen wieder einzuführen. Was sagen diese Zahlen wirklich aus? Welche juristische Realität verbirgt sich dahinter? Und was verrät das alles über die französische Gesellschaft?

    Emotion schlägt Ethik: Wenn Umfragen den Zorn messen Daten von Statista, gestützt auf Erhebungen etwa von OpinionWay und Sciences Po, zeigen: Zwischen 45 % und 50 % der Befragten sprechen sich seit 2012 für eine Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Auch ein Ipsos/Sopra-Steria-Umfrage von 2015 kam auf 52 %. Die Zahl geistert seither durch die Medien – mal als „knappe Mehrheit“, mal als „beunruhigender Trend“. Doch wie belastbar sind diese Zahlen? Schon 1998 lagen die Meinungen d…

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  • Streit um ein Lächeln: Wie ein Plakat mit einer verschleierten Frau Straßburg spaltet

    Streit um ein Lächeln: Wie ein Plakat mit einer verschleierten Frau Straßburg spaltet

    Ein Lächeln, das verbinden sollte, sorgt in Straßburg für eine Welle der Entrüstung. Eigentlich wollte die Stadt mit ihrer neuen Kampagne ältere Menschen ins Rampenlicht rücken, ihnen Sichtbarkeit und Anerkennung schenken. Doch eine der acht Plakatwände hat die Debatte um Religion, Laizität und politische Symbolik neu entfacht – und plötzlich steht nicht mehr das Glück der Senioren im Vordergrund, sondern ein Stück Stoff. Ein Porträt, das alles veränderte Auf dem Plakat ist Nacera zu sehen. 66 Jahre alt, seit Jahrzehnten in Straßburg zu Hause, engagiert, fröhlich. Sie trägt ein Kopftuch. Für viele Passanten nur ein Gesicht unter anderen – für manche aber ein Affront. Während Nachbarn wie der Rentner André Moreau darin nichts Anstößiges erkennen („Sie lächelt, sie sieht glücklich aus – was soll daran falsch sein?“), kochte die Stimmung im Netz schnell hoch. Eine Lokalpolitikerin der Republikaner (LR) griff das Bild auf, postete es mit dem Vorwurf, die Stadt missachte das Prinzip der Lai…

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  • Kommentar: Endlich bewegt sich was – weiter so, Herr Lecornu!

    Kommentar: Endlich bewegt sich was – weiter so, Herr Lecornu!

    Manchmal braucht es den Druck der Straße und die Wut einer ganzen Gesellschaft, bis eine Regierung endlich handelt. Frankreich hat lange zugesehen, wie sich an der Spitze eine Parallelwelt herausbildet: Milliardäre, die durch komplexe Konstrukte ihre Steuerlast minimieren, während die Mittelschicht immer neue Belastungen schultern muss. Nun kündigt Premierminister Sébastien Lecornu – einer der engsten Vertrauten Macrons und nun in der Haushaltsfrage zum zentralen Akteur avanciert – an, dass die Reichsten tatsächlich stärker in die Pflicht genommen werden sollen. Endlich!

    Es ist höchste Zeit, dass jemand erkennt, dass der soziale Frieden nicht auf Dauer gewährleistet werden kann, wenn 1.800 Steuerhaushalte mit gigantischen Vermögen fast nach Belieben ihre Abgaben steuern, während Millionen Franzosen jeden Cent zweimal umdrehen. Die Taxe Zucman mag in ihrer rohen Form handwerklich angreifbar sein – aber sie hat eines geschafft: Sie hat das Tabu gebrochen, über die systematische Unterbesteuerung der Ultrareichen zu sprechen.

    Natürlich, die üblichen Warnungen hallen wieder durch die Chefetagen: „Standortgefährdung“, „Exil der Talente“, „Investitionshemmnis“. Man kennt das Mantra. Es wird so lange wiederholt, bis man es fast glaubt. Aber Hand aufs Herz: Wer will uns wirklich weismachen, dass Bernard Arnault oder die Familien Mulliez, Dassault oder Bettencourt ihr Imperium einfach ins Ausland verlagern würden? Frankreich ist ihr Markt, ihre Basis, ihr Symbol, ihre Heimat. Die Drohung mit der Kofferpackerei ist nicht mehr als ein rhetorisches Erpressungsinstrument – durchsichtig und unverschämt.

    Die Wahrheit ist: Eine Gesellschaft, die sich selbst noch ernst nehmen will, braucht einen fairen Lastenausgleich. Und fair heißt eben nicht, dass Krankenschwestern, Lehrer und kleine Selbständige immer mehr abführen, während Superreiche sich hinter Holdings verstecken. Wenn Lecornu und Macron nun tatsächlich ein Modell entwickeln, das Dividenden aus diesen Konstrukten konsequent mit mindestens 20 Prozent belegt, wäre das ein Signal der Gerechtigkeit – und ein längst überfälliger Schlag gegen die organisierte Steuervermeidung.

    Wird es reichen? Nein, noch nicht. Aber es wäre ein Anfang. Ein Anfang, der zeigt: Die Politik kann, wenn sie will, aus der Komfortzone der Reichenfreundlichkeit ausbrechen. Ein Anfang, der beweist: Wir sind nicht ohnmächtig gegenüber einer Handvoll Milliardäre. Ein Anfang, der Mut macht.

    Darum: Weiter so, Herr Lecornu! Lassen Sie sich nicht einschüchtern – weder von Wirtschaftslobbys noch von jenen politischen Kräften, die reflexhaft jeden Schutzwall für das große Geld hochziehen. Die Mehrheit der Bürger steht hinter Ihnen. Was jetzt zählt, ist Durchhaltevermögen – und der Wille, endlich eine Wende hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit einzuleiten.

    Ein Kommentar von MAB

  • Departement Landes: Handy am Steuer könnte ab November den Führerschein kosten

    Departement Landes: Handy am Steuer könnte ab November den Führerschein kosten

    Ein kurzer Blick aufs Handy, eine WhatsApp-Nachricht, ein schneller Griff zum Telefon – und schon ist die Aufmerksamkeit weg von der Straße. Was oft wie eine harmlose Nebensache wirkt, ist einer der größten Risikofaktoren im Straßenverkehr. Genau dagegen zieht das Département Landes im Südwesten Frankreichs nun die Reißleine.

    Ein Sommer mit tragischen Zahlen Zehn Verkehrstote allein zwischen Juni und August 2025. Mehr als 3.000 Verstöße gegen das Handyverbot seit Jahresbeginn. Die Polizei in den Landes hat alle Hände voll zu tun – und die Bilanz ist erschütternd.Präfekt Gilles Clavreul spricht deshalb von einem notwendigen „choc de conscience“, einem Schockmoment, der die Menschen wachrütteln soll. Denn so normal das Telefonieren oder Tippen am Steuer für viele geworden ist – so tödlich sind die Folgen.

    Erst Verwarnung, dann harte Kante Ganz ohne Übergang geht es aber nicht. Zunächst, im Oktober, soll es eine Art Schonfrist geben: Wer erwischt wird, erhält noch eine pädagogische Verw…

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  • Kommentar: Mehrwertsteuer rauf – keine wirklich gute Idee, Herr Bayrou!

    Kommentar: Mehrwertsteuer rauf – keine wirklich gute Idee, Herr Bayrou!

    Manchmal fragt man sich wirklich: Leben unsere Spitzenpolitiker eigentlich noch in der Welt der Menschen – oder nur noch in Schaubildern und Hochglanzstatistiken?

    Herr Bayrou, Sie wollen also die Mehrwertsteuer erhöhen, um unser Sozialsystem zu retten? Ernsthaft? Eine „soziale“ Steuer nennen Sie das. Dabei trifft sie vor allem die, die ohnehin schon jeden Cent zweimal umdrehen. Die Kassiererin, die Rentnerin, alleinerziehende Eltern mit zwei Jobs und zu wenig Schlaf.

    Während sich große Unternehmen über sinkende Lohnnebenkosten freuen – bei Sekt und Schnittchen in den Vorstandsetagen – sollen die kleinen Leute Ihre Reform bezahlen. Beim Einkauf, beim Tanken, bei der nächsten Kinderjacke, die eh schon kaum bezahlbar ist. Das soll also gerecht sein?

    Verstehen Sie mich nicht falsch: Dass unser Sozialstaat dringend Geld braucht, steht außer Frage. Die Lücken in der Finanzierung sind real – aber Ihre Lösung ist eine schallende Ohrfeige für Millionen Menschen, die jeden Tag kämpfen, um über die Runden zu kommen. Es ist, als würde man einem Verdurstenden erklären, dass er in Zukunft für Wasser mehr bezahlen muss – zum Wohle des Brunnensystems.

    Sie sprechen von „Verantwortung aller“, aber meinen in Wahrheit: Die Masse soll zahlen, damit ein paar entlastet werden. Und das nennen Sie Dialog?

    Wo bleibt der Mut, endlich auch die zur Kasse zu bitten, die sich seit Jahren mit Dividenden und Steuertricks durchlavieren? Wo ist die Debatte über Vermögen, über Finanztransaktionen, über die Konzerne, die sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung stehlen?

    Stattdessen schlagen Sie vor, dass der Staat noch tiefer in die Taschen der Verbraucher greift – dort, wo nichts mehr drin ist. Und das soll modern, sozial, zukunftsfähig sein? Nein, Herr Bayrou, das ist einfach nur bequem. Für die Falschen.

    Ihr Modell ist keine Reform – es ist ein Rückschritt. Eine Einladung zum Misstrauen. Und ein weiterer Schritt in Richtung Politikverdrossenheit. Denn wer immer nur von „gesellschaftlicher Verantwortung“ redet, aber immer dieselben zur Kasse bittet, braucht sich über das schwindende Vertrauen nicht wundern.

    Es braucht neue Antworten, keine alten Rezepte mit neuem Etikett. Und vor allem: Es braucht Respekt – vor den Menschen, die dieses Land tragen, Tag für Tag.

    Die Mehrwertsteuer rauf? Nein, Herr Bayrou. Nicht mit uns. Nicht so.

    Ein Kommentar von C. Hatty

  • Rentenreform: 4.720 Änderungsanträge wurden im Senat eingereicht

    Rentenreform: 4.720 Änderungsanträge wurden im Senat eingereicht

    Die Senatoren beendeten am Dienstag die Beratungen im Ausschuss über die geplante Rentenreform, ab Donnerstag wird im Plenarsaal diskutiert. Die Senatoren haben bis zum 13. März um Mitternacht Zeit, um über den Text der Regierung abzustimmen. Auch im Senat wurden 4.720 Änderungsanträge zum Entwurf der Rentenreform eingereicht. Die Senatoren werden sich am Donnerstagnachmittag zum Auftakt der Debatten im Plenarsaal treffen. Die mehrheitlich rechtsgerichteten Senatoren hatten am Dienstag die Vorab-Prüfung des Regierungsentwurfs im Ausschuss abgeschlossen. Mehrere Änderungsanträge wurden bereits angenommen, insbesondere zugunsten von Müttern und der Beschäftigung von Senioren. Die erste Lesung der Rentenreform endete am Freitag, den 17. Februar, in der Nationalversammlung ohne abschliessende Abstimmung, sogar ohne dass über Artikel 7 der Reform und seine Bestimmungen zur Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 62 auf 64 Jahre diskutiert werden wurde. Die Abgeordneten der Nationalversam…

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  • Rentenreform ab heute im Plenum der Nationalversammlung und weitere nationale Streiktage

    Rentenreform ab heute im Plenum der Nationalversammlung und weitere nationale Streiktage

    Die höchst umstrittene Rentenreform kommt am Montag für eine zweiwöchige Debatte ins Plenum der Nationalversammlung. Am Dienstag und Samstag werden zwei weitere Aktionstage stattfinden, zu denen die Gewerkschaften aufgerufen haben. Die Spannung steigt. Am Montag, dem 6. Februar, beginnt die Debatte über die geplante Rentenreform im Plenum der Nationalversammlung. Für Dienstag haben die französischen Gewerkschaften zu einem weiteren Streiktag im ganzen Land aufgerufen. Die Debatte beginnt um 16.00 Uhr und in einem voraussichtlich sehr vollen Plenarsaal wird es um die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre gehen, die wichtigste Reform in der zweiten Amtszeit von Emmanuel Macron. Auf der Regierungsbank wird sich Arbeitsminister Olivier Dussopt und Vertreter des Wirtschaftsministeriums den Fragen der Abgeordneten stellen. Im Vorfeld zweier Aktionstage am Dienstag und Samstag, zu denen die Gewerkschaften aufgerufen haben, betonte die Regierungschefin, dass man m…

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  • Rentenreform: Startschuss für die Debatte in der Nationalversammlung

    Rentenreform: Startschuss für die Debatte in der Nationalversammlung

    Die Abgeordneten der Nationalversammlung befassen sich ab Montag in einem Sonderausschuss mit der umstrittenen Rentenreform, bevor sie ab dem 6. Februar im Plenum diskutiert werden wird. Rund 60 Abgeordnete des Ausschusses für soziale Angelegenheiten werden sich mit dem Text befassen, der unter anderem die umstrittene Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters von 62 auf 64 Jahre vorsieht. Noch vor den grossen Demonstrationen und Streiks am Dienstag, den 31. Januar, beginnen die Abgeordneten am Montag mit den Ausschussdebatten über die umstrittene Rentenreform. Die Opposition zeigt sich durch die unerschütterliche Entschlossenheit der Regierung zunehmend aufgebracht. Ab 9.30 Uhr begannen die 60 Abgeordneten des Ausschusses für soziale Angelegenheiten Artikel für Artikel über den Text zu beraten, der eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters von 62 auf 64 Jahre und eine Verlängerung der Beitragsdauer vorsieht, bevor am 6. Februar im Plenarsaal über die wichtigste Reform der zweiten …

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  • Covid-19: „200.000 bis 300.000 Speicheltests pro Woche ab Mitte Februar“, verspricht Olivier Véran

    Covid-19: „200.000 bis 300.000 Speicheltests pro Woche ab Mitte Februar“, verspricht Olivier Véran

    Auf die Frage nach der Einführung von Speicheltests versicherte der Gesundheitsminister, dass diese ab „Mitte Februar“ massiv eingesetzt werden sollen.  Die Kritik am Umgang der Regierung mit der Gesundheitskrise hält an. Diesen Mittwoch, während der wöchentlichen Fragestunde im Senat, nahm Senator Alain Marc den Gesundheitsminister wegen der logistischen Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie aufs Korn, obwohl Frankreich zu den Ländern gehört, die sich entschieden haben, einen weiteren Lockdown zu vermeiden. In Frage stehen: die aktuelle Impfstrategie für Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren, die Ausweitung des Verbots von Stoffmasken zugunsten von FFP2-Masken, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln, und der künftige Einsatz von Speicheltests und insbesondere von Selbsttests, „von denen mehrere Modelle von Start-ups entwickelt wurden“, so Alain Marc. Indem er die drei Fragen nacheinander aufgriff, erklärte Olivier Véran zunächst, dass „wir bis Ende März, Anfang April die ge…

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