Schlagwort: datensicherheit

  • Digitale Abhängigkeit als Sicherheitsrisiko: Frankreich warnt vor ausländischer Software in Unternehmen

    Digitale Abhängigkeit als Sicherheitsrisiko: Frankreich warnt vor ausländischer Software in Unternehmen

    Die zunehmende Nutzung internationaler Softwarelösungen hat Unternehmen weltweit effizienter und vernetzter gemacht. Doch genau diese Offenheit birgt wachsende Risiken. Ein aktuelles Dokument der Direction générale de la sécurité intérieure (DGSI) warnt eindringlich vor den sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Gefahren, die mit der Nutzung ausländischer Anwendungen im beruflichen Kontext einhergehen. Die Analyse verweist auf eine strukturelle Verwundbarkeit moderner Organisationen im digitalen Raum – mit potenziell weitreichenden Folgen für Industrie, Forschung und staatliche Institutionen.

    Unsichtbare Einfallstore in Unternehmensnetzwerke

    Im Zentrum der Warnung steht die Feststellung, dass viele Unternehmen die Risiken digitaler Werkzeuge systematisch unterschätzen. Anwendungen für Kommunikation, Datenverarbeitung oder künstliche Intelligenz gelten oft als neutrale Werkzeuge. Tatsächlich jedoch können sie – bewusst oder unbewusst – als Einfallstore für Spionage und Datenabfluss dienen.

    Die DGSI beschreibt konkrete Szenarien: Ein französisches Unternehmen installiert im Zuge seiner Expansion in einen neuen Markt eine lokale Verwaltungssoftware. Unbemerkt wird parallel eine Schadsoftware integriert, die dauerhaft Zugriff auf interne Systeme ermöglicht. Diese Form der digitalen Infiltration erlaubt nicht nur die Überwachung sensibler Daten, sondern auch die aktive Steuerung von Prozessen innerhalb des Netzwerks.

    Solche Angriffe sind technisch anspruchsvoll, aber keineswegs hypothetisch. Sie spiegeln eine Realität wider, in der wirtschaftliche Konkurrenz zunehmend auch im Cyberraum ausgetragen wird. Besonders gefährdet sind Unternehmen, die international tätig sind und sich an lokale digitale Infrastrukturen anpassen müssen.

    Alltägliche Anwendungen mit strategischer Sprengkraft

    Die Bandbreite potenziell riskanter Anwendungen ist groß. Sie reicht von Instant-Messaging-Diensten über Videokonferenzplattformen bis hin zu Cloud-Speicherlösungen und KI-Tools. Gerade weil diese Anwendungen im Arbeitsalltag unverzichtbar geworden sind, fällt eine kritische Prüfung oft aus.

    Ein besonders sensibles Beispiel betrifft Geschäftsreisen ins Ausland. Mitarbeiter werden dort mitunter verpflichtet, lokale Apps auf ihren Geräten zu installieren – etwa für Zahlungsabwicklungen oder administrative Prozesse. Offiziell dienen diese Anwendungen der Vereinfachung des Aufenthalts. Inoffiziell können sie jedoch umfassenden Zugriff auf persönliche und berufliche Daten ermöglichen. Im Extremfall wird das gesamte mobile Gerät kompromittiert.

    Diese Praxis wirft grundlegende Fragen zur digitalen Souveränität auf: Wer kontrolliert die Daten, und unter welcher rechtlichen Ordnung geschieht dies? Für europäische Unternehmen stellt sich diese Frage mit wachsender Dringlichkeit.

    Datenhoheit und extraterritoriale Rechtsräume

    Ein weiterer Schwerpunkt der DGSI-Analyse betrifft die Speicherung von Daten auf ausländischen Servern. Viele Softwareanbieter hosten ihre Dienste außerhalb Europas. Damit unterliegen die gespeicherten Informationen potenziell den Gesetzen des jeweiligen Landes – unabhängig davon, wo das nutzende Unternehmen ansässig ist.

    Die Konsequenzen sind weitreichend: Behörden des Gastgeberlandes können unter Umständen auf diese Daten zugreifen. Für Unternehmen bedeutet dies ein erhebliches Risiko im Hinblick auf Geschäftsgeheimnisse, technologische Innovationen und strategische Planungen.

    Besonders kritisch wird diese Problematik bei sensiblen Branchen wie Energie, Verteidigung oder Hochtechnologie. Hier kann ein unkontrollierter Datenabfluss nicht nur wirtschaftlichen Schaden verursachen, sondern auch nationale Sicherheitsinteressen berühren.

    Wirtschaftsschutz als Teil nationaler Sicherheit

    Die DGSI spricht in diesem Zusammenhang explizit von einem „zentralen Anliegen der wirtschaftlichen Sicherheit“. Diese Begriffswahl ist bemerkenswert, da sie den Schutz von Unternehmen als integralen Bestandteil staatlicher Sicherheitsarchitektur definiert.

    In einer globalisierten Wirtschaft verschwimmen die Grenzen zwischen wirtschaftlichem Wettbewerb und geopolitischer Rivalität. Staaten nutzen zunehmend digitale Mittel, um strategische Vorteile zu erlangen. Unternehmen geraten dabei in eine Doppelrolle: Sie sind wirtschaftliche Akteure – und zugleich potenzielle Ziele staatlich unterstützter Cyberoperationen.

    Diese Entwicklung zwingt Regierungen dazu, ihre Sicherheitsstrategien anzupassen. Frankreich positioniert sich hier klar: Der Schutz der eigenen Wirtschaft wird zur sicherheitspolitischen Priorität.

    Handlungsempfehlungen und politische Implikationen

    Vor diesem Hintergrund formuliert die DGSI konkrete Empfehlungen. Unternehmen sollen die Herkunft und Vertrauenswürdigkeit von Softwareanbietern systematisch prüfen. Zudem wird geraten, den Zugriff von Anwendungen auf sensible Daten strikt zu begrenzen und interne Richtlinien zur Nutzung digitaler Werkzeuge zu verschärfen.

    Ein zentraler Punkt ist die Förderung nationaler oder zumindest inländisch gehosteter Lösungen. Wenn möglich, sollen Unternehmen auf französische Anbieter zurückgreifen. Alternativ empfiehlt sich die Nutzung von Diensten, die innerhalb Frankreichs betrieben werden und somit dem nationalen Rechtsrahmen unterliegen.

    Auch Zertifizierungen spielen eine wichtige Rolle. Die DGSI verweist auf Prüfstellen wie die Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information (ANSSI), die Sicherheitsstandards definieren und verlässliche Orientierung bieten.

    Schließlich wird Unternehmen geraten, verdächtige Vorfälle aktiv zu melden. Diese enge Kooperation zwischen Privatwirtschaft und Sicherheitsbehörden ist Ausdruck eines neuen Verständnisses von Sicherheit im digitalen Zeitalter.

    Die Warnung der DGSI ist mehr als eine technische Empfehlung. Sie ist ein politisches Signal. In einer Welt, in der Daten zur strategischen Ressource geworden sind, entscheidet die Kontrolle über digitale Infrastrukturen zunehmend über wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit. Europas Herausforderung besteht darin, Offenheit und Sicherheit in ein neues Gleichgewicht zu bringen.

    Autor: Andreas M. Brucker

  • Digitale Souveränität oder digitale Bequemlichkeit? Warum Europas Alternativen plötzlich zählen

    Digitale Souveränität oder digitale Bequemlichkeit? Warum Europas Alternativen plötzlich zählen

    Lange stellte sich die Frage kaum. Wer E-Mails schrieb, Daten speicherte, gemeinsam an Dokumenten arbeitete oder kommunizierte, griff wie selbstverständlich zu den immer gleichen Namen. Google. Microsoft. Amazon. Meta. Effizient, bequem, oft kostenlos. Ein Klick, ein Login, erledigt. Europa nutzte, Europa profitierte – und Europa gewöhnte sich daran.

    Doch diese Selbstverständlichkeit beginnt zu bröckeln.

    Denn inzwischen geht es um weit mehr als Komfort. Es geht um Kontrolle, um Rechtssicherheit, um wirtschaftliche Eigenständigkeit. Und, ja, auch um demokratische Grundfragen. Die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern für zentrale digitale Dienstleistungen wirkt plötzlich nicht mehr wie ein technisches Detail, sondern wie eine strategische Schwachstelle.

    Diese Abhängigkeit ist strukturell. Europas Verwaltungen, Unternehmen, Medienhäuser und Hochschulen arbeiten in weiten Teilen mit Plattformen aus den USA. Cloud-Dienste, Suchmaschinen, Online-Werbung, Kollaborationstools – in fast allen Schlüsselbereichen dominieren nicht-europäische Akteure. Das Problem liegt nicht in deren Leistungsfähigkeit. Sondern im Machtgefälle.

    Besonders deutlich zeigt sich das bei der Frage der Datenhoheit. Das amerikanische Recht erlaubt es Behörden, unter bestimmten Voraussetzungen auf Daten von US-Unternehmen zuzugreifen – selbst dann, wenn diese Daten physisch auf europäischen Servern gespeichert sind. Für Ministerien, Krankenhäuser, kritische Infrastrukturen oder Medien ist das kein theoretisches Gedankenspiel, sondern ein reales Risiko. Wer entscheidet im Zweifel über den Zugriff auf sensible Informationen? Und nach welchem Recht?

    Hinzu kommt die ökonomische Dimension. Wer zentrale digitale Bausteine dauerhaft importiert, exportiert zugleich Wertschöpfung. Innovation entsteht anderswo. Hochqualifizierte Arbeitsplätze ebenfalls. Die eigene technologische Kompetenz schrumpft – leise, aber kontinuierlich. Und Abhängigkeit fühlt sich meist nur so lange bequem an, bis sie spürbar wird.

    Dabei hält sich hartnäckig die Vorstellung, Europa habe keine ernstzunehmenden Alternativen. Das stimmt längst nicht mehr. In mehreren Bereichen existieren leistungsfähige, marktreife Lösungen, die bewusst auf europäische Rechts- und Wertvorstellungen setzen.

    Im Cloud-Sektor etwa hat sich OVHcloud von einem französischen Herausforderer zu einem der größten Anbieter Europas entwickelt. Öffentliche Verwaltungen, Mittelständler und Start-ups nutzen die Infrastruktur ebenso wie große Organisationen. Skalierbar, wettbewerbsfähig und konform mit europäischen Datenschutzstandards. Auch SAP investiert seit Jahren massiv in Cloud- und Unternehmenslösungen, die Sicherheit und regulatorische Anforderungen nicht als lästige Pflicht, sondern als Kernmerkmal begreifen.

    Besonders sichtbar wird der europäische Ansatz bei Kommunikations- und Kollaborationstools. Dienste wie Proton oder Nextcloud setzen konsequent auf Verschlüsselung, Transparenz und Datenhoheit. Keine datengetriebene Werbelogik, kein undurchschaubares Geschäftsmodell. Stattdessen klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Strukturen. Für viele Organisationen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

    Selbst in Bereichen, die lange als fest in amerikanischer Hand galten, zeigt Europa, dass globale Erfolge möglich sind. Spotify ist das bekannteste Beispiel. Ein weltweit genutzter Dienst, entstanden in Europa, gewachsen mit europäischen Rahmenbedingungen – und dennoch international konkurrenzfähig. Ein leiser, aber wirksamer Gegenbeweis zur These, Innovation brauche zwingend das Silicon Valley.

    Der Wechsel zu europäischen digitalen Diensten gilt oft als politisches Statement. Das ist er auch. Wer sich bewusst dafür entscheidet, unterstützt ein Modell, das Regulierung nicht als Innovationsbremse versteht, sondern als Vertrauensgrundlage. Datenschutz als Grundrecht, nicht als Marketingfloskel. Klingt nüchtern, ist aber ziemlich zukunftsfähig.

    Gleichzeitig bleibt dieser Schritt erstaunlich pragmatisch. Europäische Anbieter agieren transparenter, sind leichter auditierbar und besser auf die rechtlichen Anforderungen zugeschnitten, denen Unternehmen und Verwaltungen hier unterliegen. Für Medien, Krankenhäuser, Kommunen oder kleine und mittlere Betriebe bedeutet das weniger juristische Unsicherheit und mehr Kontrolle über sensible Informationen. Kurz gesagt: weniger Bauchweh.

    Natürlich läuft nicht alles reibungslos. Manche europäischen Lösungen wirken weniger poliert, bieten ein kleineres Ökosystem oder sind teurer als ihre globalen Konkurrenten. Aber dieser Abstand schrumpft. Mit wachsender Nachfrage steigen Investitionen, verbessert sich die Nutzerfreundlichkeit, wächst die Innovationskraft. Der Markt reagiert.

    Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob Europa amerikanische oder asiatische Dienste vollständig ersetzen sollte. Die globale Vernetzung bleibt Realität. Doch eine bewusste europäische Präferenz – insbesondere bei öffentlichen Aufträgen, kritischen Infrastrukturen und sensiblen Bereichen – erscheint zunehmend plausibel.

    Digitale Souveränität bedeutet keinen Rückzug. Sie bedeutet Gestaltungsfreiheit. Wer heute europäische Lösungen nutzt, investiert in technologische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Resilienz und ein digitales Ökosystem, das demokratischen Prinzipien verpflichtet bleibt. Vielleicht ist das kein spektakulärer Schritt. Aber einer mit langfristiger Wirkung.

    Von Andreas M. Brucker

  • „Digitale Entwöhnung“ mit Ansage – Frankreich sucht den Weg aus der US-Abhängigkeit

    „Digitale Entwöhnung“ mit Ansage – Frankreich sucht den Weg aus der US-Abhängigkeit

    Frankreichs Regierung setzt in der Digitalpolitik ein deutliches Signal: Sie will die Abhängigkeit von amerikanischer Technologie im öffentlichen Sektor Schritt für Schritt reduzieren – mit klarer politischer Rückendeckung. Der Begriff, den der neue Minister für den öffentlichen Dienst, David Amiel, in einem Interview bewusst gewählt hat, ist unmissverständlich: „Il faut continuer ce sevrage avec détermination“ – diese Entwöhnung müsse mit Entschlossenheit fortgesetzt werden. Gemeint ist die technologische Loslösung von US-Anbietern wie Microsoft, Zoom oder Amazon, die bislang den digitalen Alltag in französischen Behörden maßgeblich prägen. Die Diskussion um „souveränes“ digitales Handeln ist nicht neu, doch sie bekommt in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen und wachsender Sensibilität für Datenhoheit neue Brisanz. Frankreichs Kurs zeigt exemplarisch, wie sich europäische Demokratien zwischen technologischer Leistungsfähigkeit, sicherheitspolitischen Interessen und industriepo…

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  • Digitaler Entzug auf Staatskosten – Frankreich auf kaltem Tech-Turkey

    Digitaler Entzug auf Staatskosten – Frankreich auf kaltem Tech-Turkey

    Frankreich will auf Entzug. Kalten Entzug. Ohne Pflaster, ohne Therapiehund, ohne Notfallnummer. „Il faut continuer ce sevrage avec détermination“, sagt David Amiel – und man hört förmlich das Klirren der Kaffeetassen in den Ministerien, während Teams- und Zoom-Fenster zufallen wie Kneipentüren nach der Sperrstunde.

    Endlich Schluss mit der amerikanischen Nabelschnur. Raus aus Zoom, weg von WhatsApp, tschüss Amazon. Digitaler Detox für die Grande Nation. Die Metapher der Abhängigkeit passt ja erstaunlich gut: bequem, schnell, zuverlässig, allgegenwärtig – und angeblich schädlich. Nur dass der Entzug hier nicht im stillen Kämmerlein stattfindet, sondern mitten im Staatsapparat. Millionen Klicks, tausende Beamte, ein kollektives Zittern der Mauszeiger.

    Natürlich klingt das alles wahnsinnig entschlossen. Souveränität, Datensicherheit, europäische Werte – große Worte, schwer wie Beton. Und irgendwo dazwischen die Ankündigung einer staatlichen Videokonferenzlösung namens „Visio“. 100 Prozent französisch, versteht sich. Entwickelt intern, einsatzbereit 2027. Also ungefähr dann, wenn der nächste digitale Trend längst wieder woanders spielt. Aber Geduld gehört bekanntlich zur französischen Verwaltungskultur wie der Stempel zum Formular.

    Der Sarkasmus drängt sich auf, weil das Bild vom abhängigen Staat ein bisschen schief hängt. Denn süchtig ist man meist nicht aus Dummheit, sondern aus Zweckmäßigkeit. Teams funktioniert. Zoom funktioniert. Sie tun genau das, was sie sollen – jeden Tag, ohne großes Drama. Der eigentliche Skandal ist weniger die Abhängigkeit als die jahrelange Abwesenheit ernstzunehmender Alternativen. Jetzt aber soll der Entzug es richten. Mit politischem Willen gegen technische Realität. Viel Erfolg dabei.

    Besonders hübsch wird es beim Thema künstliche Intelligenz. Auch hier die Warnung vor neuen Abhängigkeiten, vor „unsicheren“ Tools, die man bitte nicht benutzen möge. Ein frommer Wunsch, während draußen die Welt längst mit KI arbeitet, experimentiert, Fehler macht und daraus lernt. Frankreich predigt Disziplin, während der digitale Zug schon abgefahren ist – oder zumindest auf einem anderen Gleis rollt.

    Und doch: Ganz falsch ist der Ansatz nicht. Wer alles auslagert, verliert Kontrolle. Wer Kontrolle verliert, verliert Handlungsspielraum. Das Problem ist nur der Tonfall. Sevrage klingt nach Moralpredigt, nach erhobenem Zeigefinger. Als hätten sich die Nutzer falsch verhalten, statt einfach pragmatisch gearbeitet. Der Staat als Therapeut, der seinen Patienten erklärt, was gut für sie ist – das kommt selten gut an.

    Am Ende bleibt ein Bild voller Widersprüche. Ein Staat, der Souveränität will, aber Zeit braucht. Der Unabhängigkeit fordert, aber jahrelang abhängig war. Der Entschlossenheit beschwört, während die eigenen Alternativen noch in der Entwicklungsabteilung liegen. Digitaler Entzug, das ist kein heroischer Akt. Das ist ein langer, schmerzhafter Prozess – mit Rückfällen inklusive. Denn ja, manchmal greift man dann doch wieder heimlich zum alten Tool. Nur ganz kurz. Versprochen.

    Autor: C.H.

  • Kommentar: Ihr wollt, dass wir Euch unsere Daten anvertrauen – und schafft es nicht einmal, sie zu schützen?

    Kommentar: Ihr wollt, dass wir Euch unsere Daten anvertrauen – und schafft es nicht einmal, sie zu schützen?

    Ich bin wütend.

    Nicht überrascht, nicht enttäuscht – nein, richtig wütend. Weil das hier nicht nur ein „technischer Vorfall“ ist, wie Bouygues Telecom es so schön nennt. Es ist ein Vertrauensbruch. Ein kolossaler.

    6,4 Millionen Datensätze – mit Namen, Adressen, Vertragsdetails, IBANs. Und Ihr kommt mit einer Infoseite und einem Hotline-Tipp daher, als hättet Ihr gerade versehentlich den Newsletter doppelt verschickt?

    Ihr habt versagt.

    Und das Problem liegt tiefer als bei ein paar durchlöcherten Firewalls. Es ist dieses systematische Missverhältnis zwischen dem, was Ihr verlangt – und dem, was Ihr liefert.

    Ihr wollt unsere IBANs, unsere Identitätsnachweise, unsere Bewegungsprofile. Ihr wollt digitale Unterschriften, Zugriff auf unsere Standortdaten, unsere Kommunikationsverläufe. Aber wenn’s ernst wird? Wenn Kriminelle Euch frontal angreifen? Dann zuckt Ihr mit den Schultern und schickt eine Rundmail.

    Wie oft soll das noch passieren?

    Free, SFR, jetzt Bouygues. Jedes Mal dieselbe Leier. Jedes Mal dieselben Ausflüchte. Und wir, die Kunden, sollen gefälligst Verständnis haben – weil das ja „heutzutage jedem passieren kann“?

    Nein.

    Wenn Ihr es nicht hinbekommt, unsere Daten zu schützen, dann verlangt sie nicht. Punkt.

    Dann baut Eure Dienste so, dass man sie auch anonym nutzen kann. Dann hört auf, alles aufzuzeichnen, zu speichern, zu analysieren, was wir tun, sagen, klicken. Ihr wollt Smart Homes, personalisierte Tarife, KI-gesteuerte Chatbots. Schön. Aber das bedeutet Vertrauen – und Vertrauen muss man sich verdienen.

    Nicht verwalten. Nicht abwiegeln. Nicht absitzen.

    Ich will keine Pseudoverantwortung mehr sehen. Ich will echte Verantwortung – mit Rücktritt, mit Konsequenz, mit Entschädigung. Ich will, dass Daten genauso ernst genommen werden wie Geld. Denn sie sind Geld. Sie sind Identität. Sie sind Angriffspunkte auf unser Leben.

    Und wenn Ihr das nicht versteht – dann habt Ihr in dieser Branche nichts verloren.

    Von C. Hatty

  • Bouygues Telecom gehackt: Millionen Kundendaten in falschen Händen – was jetzt zählt

    Bouygues Telecom gehackt: Millionen Kundendaten in falschen Händen – was jetzt zählt

    Plötzlich wird aus einem stillen Montagmorgen ein digitaler Albtraum. Der französische Telekommunikationsriese Bouygues Telecom ist ins Visier von Cyberkriminellen geraten – und diesmal ging es nicht um ein paar Server oder Testdaten. Nein, betroffen sind 6,4 Millionen echte Kundenkonten. Adressen, Vertragsinfos, Geburtsdaten, Unternehmensdaten – und besonders brisant: IBANs. Ein Datenleck dieser Größenordnung klingt zunächst abstrakt. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Für Millionen Menschen wird es jetzt ernst. Was genau ist passiert? Am 4. August 2025 schlugen die internen Sicherheitssysteme bei Bouygues Telecom Alarm. Eine Cyberattacke – schnell erkannt, technisch isoliert, aber mit bereits vollzogenem Schaden: Der oder die Angreifer hatten sich Zugriff auf eine riesige Kundendatenbank verschafft. Wichtigster Punkt vorweg: Weder Passwörter noch Kreditkartennummern wurden entwendet. Doch Entwarnung ist das keine. Denn wer im Besitz von persönlichen Daten inklusive IBAN ist…

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  • Cyberangriff auf Orange – Wenn das Netz ins Wanken gerät

    Cyberangriff auf Orange – Wenn das Netz ins Wanken gerät

    Es sind diese kleinen, mehr oder minder langen Momente, die den digitalen Alltag in seinen Grundfesten erschüttern. Plötzlich lädt die E-Mail nicht. Die Telefonanlage streikt. Der Zugang zum Kundenportal bleibt stumm. Genau das erlebten am vergangenen Wochenende zahlreiche Geschäftskunden – und auch einige Privatnutzer – des französischen Telekommunikationsriesen Orange. Denn: Der Konzern wurde Opfer einer Cyberattacke. Ein Angriff, der nicht nur interne Systeme traf, sondern auch das Vertrauen in die digitale Sicherheit großer Infrastrukturen auf die Probe stellt. Was war passiert? Am Freitag, dem 25. Juli, wurde ein Angriff auf eines der Informationssysteme von Orange festgestellt. In einer offiziellen Mitteilung sprach das Unternehmen davon, dass „ein Teil seiner Geschäftskunden“ sowie „einige öffentliche Dienste, hauptsächlich in Frankreich“, von Störungen betroffen gewesen seien. Welche Art von Angriff konkret vorlag, bleibt bislang unklar. Fest steht: Die Folgen waren spürbar. Ei…

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