Schlagwort: Crit’Air

  • Ozonalarm in Paris: Tempolimits auf allen Straßen der Île-de-France gesenkt

    Ozonalarm in Paris: Tempolimits auf allen Straßen der Île-de-France gesenkt

    Autofahrer in der Region Paris müssen am heutigen Donnerstag den Fuß deutlich vom Gaspedal nehmen. Wegen einer erhöhten Ozonbelastung hat der Polizeipräfekt der französischen Hauptstadt eine vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem gesamten Straßennetz der Île-de-France angeordnet. Die Maßnahme gilt im Rahmen des Informations- und Warnverfahrens bei Luftverschmutzung und soll dazu beitragen, die Emissionen des Straßenverkehrs zu verringern.

    Konkret bedeutet das eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um jeweils 20 Kilometer pro Stunde auf Straßen mit höheren Tempolimits. Wo bislang 130 Kilometer pro Stunde erlaubt waren, dürfen Fahrzeuge nur noch mit maximal 110 Stundenkilometern unterwegs sein. Auf Strecken mit einer bisherigen Begrenzung von 110 Kilometern pro Stunde gilt ab sofort Tempo 90. Straßen mit einem regulären Limit von 90 Kilometern pro Stunde dürfen nur noch mit höchstens 70 Kilometern pro Stunde befahren werden. Für Straßen, auf denen bereits Tempo 70 oder weniger vorgeschrieben ist, ändert sich nichts.

    Auslöser der Entscheidung sind Prognosen des Luftqualitätsdienstes Airparif. Nach dessen Einschätzung dürfte der Informations- und Empfehlungsschwellenwert für Ozon von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten werden. Ozon zählt zu den Schadstoffen, die nicht direkt ausgestoßen werden, sondern sich unter intensiver Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen bilden. Diese Stoffe stammen unter anderem aus dem Straßenverkehr. Hohe Temperaturen und sonniges Wetter fördern die Entstehung des Reizgases erheblich, weshalb Ozonbelastungen vor allem während sommerlicher Hitzeperioden auftreten.

    Neben der Geschwindigkeitsreduzierung sprechen die Behörden weitere Empfehlungen aus. Bürgerinnen und Bürger sollen nach Möglichkeit auf Autofahrten verzichten und stattdessen öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften, das Fahrrad oder den Fußweg nutzen. Auch der Einsatz lösungsmittelhaltiger Produkte wie Farben, Lacke, Klebstoffe oder Aceton soll möglichst vermieden werden, da diese ebenfalls zur Bildung von Ozon beitragen können.

    Für Lastkraftwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, die den Großraum Paris lediglich durchqueren, gilt die Empfehlung, die Hauptstadt über die Francilienne zu umfahren. Dadurch soll das Verkehrsaufkommen innerhalb der Metropolregion reduziert und die Belastung der Luft zusätzlich begrenzt werden.

    Derzeit handelt es sich ausschließlich um eine vorsorgliche Geschwindigkeitsbegrenzung in Verbindung mit Empfehlungen an Bevölkerung und Verkehrsteilnehmer. Sollte die Ozonbelastung in den kommenden Tagen anhalten oder sich weiter verschärfen, könnten die Behörden strengere Maßnahmen beschließen. Dazu zählen unter anderem Fahrbeschränkungen auf Grundlage der französischen Crit’Air-Umweltplaketten, die den Zugang bestimmter Fahrzeuge zur Hauptstadtregion einschränken.

    Daniel Ivers

    La qualité de l’air est mauvaise en raison des fortes chaleurs. Il est recommandé aux personnes sensibles d’éviter de sortir aux heures les plus chaudes.La qualité de l’air est mauvaise en raison des fortes chaleurs. Il est recommandé aux personnes sensibles d’éviter de sortir aux heures les plus chaudes.

  • Verkehrswende im Visier: Wie sinnvoll sind Frankreichs Umweltzonen wirklich?

    Verkehrswende im Visier: Wie sinnvoll sind Frankreichs Umweltzonen wirklich?

    Seit ihrer Einführung im Jahr 2019 gelten sie als Vorzeigeprojekt im Kampf gegen schlechte Luft: Frankreichs Zonen mit niedrigen Emissionen – kurz ZFE – sollen den Verkehr sauberer und die Städte lebenswerter machen. Doch mittlerweile geraten sie zunehmend in die Kritik. Zwischen positiven Umweltbilanzen und sozialen Spannungen stellt sich die Frage: Sind diese Zonen tatsächlich ein Erfolgsmodell oder droht hier ein gut gemeinter Ansatz zu scheitern? Saubere Luft – aber zu welchem Preis? In Städten wie Lyon lassen sich klare Fortschritte nachweisen: Der Gehalt an gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ist um satte 44 Prozent gesunken, Feinstaub der Klasse PM2,5 um immerhin 24 Prozent. Das klingt nach einem Erfolg – und ist es in gewisser Weise auch. Doch jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Denn während sich die Luftqualität verbessert hat, verschärfen sich soziale Gräben. Besonders Menschen mit kleinem Budget geraten durch die ZFE unter Druck. Wer sich kein modernes Auto leiste…

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