Schlagwort: Côte-d’Or

  • Flammen in der Morgendämmerung: Tödlicher Brand erschüttert Salives in der Côte-d’Or

    Flammen in der Morgendämmerung: Tödlicher Brand erschüttert Salives in der Côte-d’Or

    Ein beißender Geruch lag über den Feldern, als in den frühen Morgenstunden des Montags, 2. März 2026, die Sirenen durchs Tal schrillten. In der Nacht von Sonntag auf Montag zerstörte ein verheerender Brand zwei landwirtschaftliche Gebäude im Weiler Larçon auf dem Gebiet der Gemeinde Salives im Département Côte-d’Or. Kurz nach 5.30 Uhr ging der Alarm ein. Wenige Minuten später rollten die ersten Einsatzfahrzeuge an. Was die Feuerwehrleute vorfanden, glich einem lodernden Inferno. Zwei Gebäude standen bereits in Vollbrand, Flammen schlugen aus Dachstühlen, Funken trieben in den grauen Morgenhimmel. Rund 39 Einsatzkräfte rückten mit vier Löschfahrzeugen, einer Drehleiter und einem Rettungswagen aus. Trotz des massiven Aufgebots zeichnete sich rasch eine dramatische Bilanz ab: Mindestens eine Person verlor ihr Leben. Die Behörden bestätigten den Todesfall noch am Vormittag. Gegen 11.30 Uhr gelang es den Einsatzkräften, die Hauptbrandherde unter Kontrolle zu bringen. Doch damit endete die A…

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  • Wenn der Staat selbst fotografiert: Wie die Côte-d’Or Google Street View Paroli bietet

    Wenn der Staat selbst fotografiert: Wie die Côte-d’Or Google Street View Paroli bietet

    Ein Auto fährt durch die Bourgogne, Meter um Meter, Straße um Straße. Keine Werbung auf dem Dach, kein multinationaler Konzern im Hintergrund, sondern ein Département, das beschlossen hat, seine Wege selbst zu kennen. In der Côte-d’Or ist aus dieser Entscheidung ein Projekt entstanden, das weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit verdient. Côte-d’Or Street heißt das Programm, und es steht für einen selbstbewussten Umgang mit Daten, Bildern und digitaler Souveränität – ein öffentlicher Gegenentwurf zu Google Street View.

    Vorgestellt wurde das Projekt in Dijon, im Dezember 2025. Kein Zufall, sondern ein politisches Signal. Die Straßen des Départements, ob breit oder schmal, ob asphaltiert oder ländlich, liegen nun vollständig als hochauflösende 360-Grad-Bilder vor, frei zugänglich im Netz. Wer durchklicken möchte, kann das tun. Wer analysieren will, ebenfalls. Und wer sich fragt, wem diese Bilder gehören, bekommt eine ungewöhnlich klare Antwort: der öffentlichen Hand.

    Die Dimension des Vorhabens wirkt zunächst abstrakt, entfaltet aber schnell Gewicht. 8.489 Kilometer Straßen- und Radwegenetz wurden erfasst, alle fünf Meter ein Bild, fast zwei Millionen Panoramaaufnahmen insgesamt. Die Kameras arbeiteten mit einer Präzision, die im Zentimeterbereich verortet, was früher nur grob kartiert wurde. Bordsteine, Markierungen, Schilder, Übergänge – alles liegt sichtbar vor. Nicht als Momentaufnahme für Neugierige, sondern als Arbeitsgrundlage für Verwaltung, Planung und Instandhaltung.

    Dass die Côte-d’Or damit als erstes Département Frankreichs sein gesamtes öffentliches Wegenetz in dieser Form digitalisiert hat, ist kein beiläufiger Rekord. Es ist Ausdruck eines politischen Willens, der in den letzten Jahren an Schärfe gewonnen hat. Digitale Souveränität klingt oft wie ein Schlagwort aus Strategiepapieren, hier bekommt sie Asphalt unter die Füße. Die Daten liegen auf Servern in Frankreich, sie gehören der Collectivité, sie unterliegen französischem Recht. Keine Weiterverwertung durch Dritte, kein unklarer Datenabfluss über Kontinente hinweg. Für viele Kommunen, die bislang auf private Plattformen angewiesen waren, wirkt das wie ein Befreiungsschlag.

    Natürlich spielt Technik eine zentrale Rolle. Ohne automatisierte Verfahren ließe sich eine solche Datenmenge kaum beherrschen. Künstliche Intelligenz übernimmt Aufgaben, die früher mühsam per Hand erledigt wurden. Gesichter verschwinden hinter Weichzeichnern, Nummernschilder ebenso, und zwar zuverlässig. Datenschutz ist hier kein nachträglicher Filter, sondern Teil des Systems. Gleichzeitig erkennt die Software Straßenschäden, Beschilderung, bauliche Elemente. Wer heute einen Riss im Belag sucht, muss nicht mehr hinausfahren, sondern klickt sich heran. Das spart Zeit, Geld und Nerven – und ja, das fühlt sich für die Praktiker ziemlich gut an.

    Der eigentliche Charme von Côte-d’Or Street liegt jedoch in seiner Offenheit. Das Projekt erschöpft sich nicht in der Rolle eines digitalen Zwillings der Straßen. Es öffnet Perspektiven. Planer sehen, wie sich Radwege in den Raum einfügen. Rettungsdienste verschaffen sich vorab ein Bild kritischer Zufahrten. Touristische Akteure laden zur virtuellen Erkundung ein, lange bevor jemand die Koffer packt. Bürgerinnen und Bürger bekommen Einblick in den öffentlichen Raum, der sonst nur aus der Windschutzscheibe wahrgenommen wird. Der Staat zeigt sich, im Wortsinn.

    Dabei schwingt immer auch ein leiser Seitenhieb mit. Denn während Google Street View seit Jahren Debatten über Datenhoheit, Privatsphäre und wirtschaftliche Abhängigkeiten auslöst, demonstriert ein Département, dass es anders geht. Kleiner, vielleicht weniger glänzend, aber kontrollierbar. Wer einmal durch die digitalen Straßen der Côte-d’Or navigiert, merkt schnell: Hier geht es nicht um Effekte, sondern um Substanz.

    In diesen Kontext passt auch der Blick auf überregionale Initiativen. Projekte wie Panoramax zeigen, dass der Wunsch nach offenen, gemeinschaftlich getragenen Alternativen wächst. Getragen von Akteuren wie dem Institut national de l’information géographique et forestière und OpenStreetMap France entsteht ein Ökosystem, das nicht auf Monopole setzt, sondern auf Zusammenarbeit. Côte-d’Or Street fügt sich hier ein, ohne sich zu verlieren. Eigenständig, aber anschlussfähig.

    Die kommenden Jahre werden entscheiden, ob solche Modelle Schule machen. Interoperabilität, langfristige Finanzierung, technischer Fortschritt – all das verlangt Aufmerksamkeit. Doch schon jetzt steht fest: Die Côte-d’Or hat gezeigt, dass digitale Infrastruktur kein exklusives Spielfeld globaler Konzerne bleiben muss. Sie hat ihre Straßen vermessen und dabei ein Stück digitale Selbstbestimmung gewonnen. Man könnte sagen: Hier weiß der Staat wieder, wo er langfährt.

    Und irgendwo zwischen Dijon und den kleinen Landstraßen der Bourgogne klickt sich jemand durch ein Panorama, staunt kurz und denkt: Ach, das geht also auch öffentlich. Genau das ist der Punkt.

    Von Daniel Ivers

  • Freude auf Rädern: Wie „La Ville à Joie“ Frankreichs Dörfer wiederbelebt

    Freude auf Rädern: Wie „La Ville à Joie“ Frankreichs Dörfer wiederbelebt

    Frankreichs ländlicher Raum – weite Felder, stille Gassen, und in vielen Orten: Leere. Immer mehr kleine Dörfer verlieren ihre Läden, ihre Treffpunkte, ihre Lebendigkeit. Doch mitten in dieser scheinbaren Ausweglosigkeit rollt seit 2020 ein Hoffnungsträger durch die Côte-d’Or – mit Musik, Beratung und einer gehörigen Portion Lebensfreude im Gepäck. Sein Name? „La Ville à Joie“. Wenn der Bäcker geht und der Bus nicht mehr kommt Alles begann in Vanvey, einem kleinen Ort im Nordosten Frankreichs. Dort beobachtete Marius Drigny, wie das Dorf langsam verblasste: Der Dorfladen schloss, Ärzte wanderten ab, Ältere blieben zurück – oft einsam, oft ohne Hilfe. Aber statt nur zuzusehen, gründete Drigny eine Initiative, die etwas bewegen wollte: ein fahrendes Dorf-Festival, das nicht nur unterhält, sondern auch hilft. Ein Kirmeswagen voller Lösungen „La Ville à Joie“ bringt das, was vielen kleinen Gemeinden fehlt – direkt auf den Dorfplatz. Eine 1.000-Einwohner-Grenze ist dabei das Kriterium: In s…

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  • Verzweiflung und Widerstand – Arbeiter blockieren Tetra-Pak-Werk in Longvic

    Verzweiflung und Widerstand – Arbeiter blockieren Tetra-Pak-Werk in Longvic

    Seit dem 11. Juni herrscht Ausnahmezustand im Tetra-Pak-Werk im burgundischen Longvic. Was als unzufriedenes Murmeln begann, ist mittlerweile zu einem handfesten sozialen Konflikt geworden – mit besetzten Werkstoren, brennenden Paletten und einem Produktionsstopp auf unbestimmte Zeit. Wenn die Angst um den Arbeitsplatz zur Wut wird Das Herzstück der Auseinandersetzung ist ein geplatzter Sozialplan. Seit Februar versuchen Belegschaft und Unternehmensleitung, sich auf ein sogenanntes „PSE“ – einen Plan zur Rettung der Arbeitsplätze – zu einigen. Doch sämtliche Vorschläge der Gewerkschaften prallten offenbar an einer Wand aus Ignoranz ab. Laut CGT, der führenden Gewerkschaft vor Ort, sitzt man nicht mit den wahren Entscheidern am Tisch. Die lokalen Manager, so der Vorwurf, hätten gar nicht die Befugnis, Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Und während die Gespräche scheiterten, wurde den Beschäftigten immer klarer: Hier geht es nicht nur um Zahlen, sondern um ihre Existenz. „Démantèlem…

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  • Pride-Parade 2025 in Dijon: Verbot im Stadtzentrum sorgt für Aufruhr

    Pride-Parade 2025 in Dijon: Verbot im Stadtzentrum sorgt für Aufruhr

    Dijon steht am Rande eines gesellschaftlichen Konflikts – und dieser entzündet sich nicht etwa an einem neuen Bauprojekt oder an Verkehrsproblemen, sondern an der Frage: Wer darf wo für was demonstrieren? Denn ausgerechnet die Pride-Parade 2025, ein Symbol für Vielfalt, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung, darf nicht durch das Zentrum der Stadt ziehen. Die Entscheidung der Präfektur hat viele vor den Kopf gestoßen – und sie hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Sicherheitsbedenken oder vorgeschobenes Argument? Am 11. Juni veröffentlichte die Präfektur ein offizielles Verbot für den zentralen Teil der Pride-Parade. Begründet wird das mit einer ganzen Palette an Sicherheitsbedenken: Die Teilnehmerzahl sei in den letzten Jahren regelmäßig unterschätzt worden – statt angekündigter 200 marschierten teilweise bis zu 2.500 Menschen mit. 2023 sei es zu gewaltsamen Zwischenfällen und Sachbeschädigungen gekommen. Zudem sei der Samstag im Stadtzentrum ohnehin stark besucht, Familien mit Kindern …

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  • Tragödie auf dem Weinberg: Drei Bauarbeiter sterben bei einem Mauereinsturz in Pommard

    Tragödie auf dem Weinberg: Drei Bauarbeiter sterben bei einem Mauereinsturz in Pommard

    Ein gewöhnlicher Dienstagmorgen im beschaulichen Weinort Pommard, Côte-d’Or – und plötzlich ist nichts mehr wie zuvor. Der 13. Mai 2025 endet für drei Familien in tiefster Trauer, nachdem ein tragischer Arbeitsunfall drei Bauarbeitern das Leben gekostet hat. Der Grund: Ein massiver Steinmauerabschnitt auf einem Weingut stürzte ein – mitten während der Sicherungsarbeiten.

    Die drei Männer, 45, 56 und 58 Jahre alt, gehörten zum Team der Firma Guy Bernard. Diese ist bekannt für ihre Spezialisierung auf Bauprojekte in Weinbergen. An jenem Tag waren sie mit der Konsolidierung einer historischen Mauer beschäftigt – ein Teil eines zukünftigen Lager- und Gärgebäudes. Doch das Bauwerk, das eigentlich stabilisiert werden sollte, brach in sich zusammen und begrub die Arbeiter unter Tonnen von Gestein.

    Trotz des schnellen Einsatzes von 28 Feuerwehrleuten und dem Notarztteam des SAMU kam jede Hilfe zu spät. Die Männer konnten nur noch tot geborgen werden. In der Rue du Parc herrschte fassungslose Stille – nicht nur unter den Rettungskräften, sondern auch bei den Nachbarn, die das Unglück miterlebten.

    Ein Schock, der sitzt.

    Die Behörden haben sofort reagiert. Der Staatsanwalt von Dijon, Olivier Caracotch, leitete eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung im Arbeitskontext ein. Die Gendarmerie von Beaune sowie die Arbeitsinspektion haben den gesamten Bauplatz abgeriegelt. Die Untersuchungen sind im vollen Gange – jetzt wird jeder Stein umgedreht, im wahrsten Sinne.

    Solche Ereignisse rütteln auf. Denn es geht nicht nur um einen Einzelfall – sondern um ein viel größeres Problem.

    In Frankreich gibt es zahlreiche Regionen, in denen historische Steinmauern und alte Bauwerke Teil des Landschaftsbilds sind. Der Reiz dieser Bauweise liegt auf der Hand – ihre Risiken ebenso. Besonders bei Renovierungen oder Eingriffen an alten Gemäuern ist äußerste Vorsicht gefragt. Nicht selten fehlen genaue Baupläne, das Material ist über Jahrzehnte gealtert, oft porös und nicht selten instabil.

    Und doch – der Druck auf den Baustellen ist groß.

    Die Gewerkschaft CGT Construction bringt es auf den Punkt: Zu hohe Arbeitsgeschwindigkeiten, zu viele Subunternehmer, zu wenig Sicherheit. Ihre Forderung nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen im Baugewerbe kommt nicht überraschend – aber mit aller Deutlichkeit.

    „Dieser Vorfall darf nicht folgenlos bleiben“, heißt es in einer Erklärung. Wie viele Menschenleben müssen noch verloren gehen, bis sich strukturell etwas ändert?

    Auch François Sauvadet, Präsident des Départementrats Côte-d’Or, meldete sich zu Wort. Seine Anteilnahme gilt den Familien – seine Worte sind klar. Solche Unfälle lassen niemanden kalt, besonders in kleinen Gemeinden wie Pommard, wo man sich kennt und das Miteinander noch zählt.

    Die psychologische Unterstützung für die Kollegen der Opfer wurde umgehend eingerichtet – ein wichtiger, aber schmerzlicher Schritt. Denn die Lücke, die dieser Verlust hinterlässt, ist tief. Auf der Baustelle, im Betrieb, in den Familien.

    Klar ist: Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Zustände auf französischen Baustellen – gerade im Kontext von Renovierungen historischer Bauten. Die Debatte über Arbeitssicherheit, Haftung und Prävention flammt neu auf.

    Wie kann sichergestellt werden, dass Menschen, die jeden Tag hart an der Basis arbeiten – für unsere Infrastruktur, für unsere Städte und für unsere Kulturstätten – abends heil nach Hause zurückkehren?

    Ein nüchterner Blick in die Statistik zeigt: Bauarbeiten zählen weiterhin zu den gefährlichsten Berufen in Frankreich. Und dennoch bleibt das Thema Sicherheit oft ein Stiefkind der Prioritätenliste.

    Vielleicht braucht es solche schmerzhaften Mahnmale, um endlich umzudenken. Doch das ist ein hoher Preis – zu hoch.

    In Pommard schweigen an diesem Tag die Maschinen. Stattdessen legen Kollegen Blumen nieder. Ein stilles Gedenken – ein Moment der Ehrfurcht vor dem Leben und dem, was es so zerbrechlich macht.

    Von C. Hatty

  • Stein auf Stein: Das stille Erbe der Bourgogne

    Stein auf Stein: Das stille Erbe der Bourgogne

    Manchmal braucht es keine großen Monumente, um beeindruckt zu sein. In der Bourgogne genügt ein Spaziergang durch die hügelige Landschaft, um ein uraltes Erbe zu entdecken – gebaut ohne Mörtel, aber mit meisterlicher Präzision: die Trockensteinmauern, Cadoles und Cabordes. Wer hätte gedacht, dass ein paar lose aufgeschichtete Steine so viel Geschichte erzählen können? Wo Vergangenheit […]

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  • La Grande Forge de Buffon – Zeitreise in die Industriekultur des 18. Jahrhunderts

    La Grande Forge de Buffon – Zeitreise in die Industriekultur des 18. Jahrhunderts

    Es gibt Orte, die mehr sind als bloße Sehenswürdigkeiten – sie sind Fenster in eine andere Zeit. Die Grande Forge de Buffon im Herzen Burgunds ist so ein Ort. Dieses beeindruckende Eisenwerk aus dem 18. Jahrhundert vereint technische Genialität, wirtschaftliche Geschichte und eine fast schon meditative Ruhe inmitten der Natur. Wer sich für Industriekultur, historische […]

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  • Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Wintereinbruch im März: Autofahrer zwischen Burgund und Vogesen kalt erwischt

    Am Donnerstag, den 13. März, sorgte ein plötzlicher Wintereinbruch im Nordosten Frankreichs für chaotische Zustände auf den Straßen. Zwischen Burgund und Lothringen fiel in kurzer Zeit so viel Schnee, dass es zu zahlreichen Unfällen kam.

    Plötzlicher Schneefall sorgt für Verkehrschaos

    Innerhalb weniger Stunden war die Landschaft in ein weißes Kleid gehüllt – ein Anblick, mit dem viele nicht gerechnet hatten. Besonders betroffen waren die Vogesen, wo örtlich bis zu 15 Zentimeter Schnee fielen. In tieferen Lagen kamen immerhin bis zu fünf Zentimeter zusammen.

    Ein Schulbusfahrer musste blitzschnell reagieren, als ihm auf einer schneeglatten Straße ein anderer Bus entgegenkam. Um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, steuerte er sein Fahrzeug in den Straßengraben. Ein Schockmoment – doch glücklicherweise blieben die 14 mitfahrenden Schüler unverletzt. Der Bürgermeister von Bettegney-Saint-Brice, Jean-François Virion, zeigte sich erleichtert, betonte aber, wie überraschend schnell sich die Lage geändert hatte: „Innerhalb einer Stunde war plötzlich alles weiß.“

    Räumfahrzeuge im Dauereinsatz

    Nicht nur in den Vogesen, sondern auch im Département Côte-d’Or kam es zu spektakulären Unfällen. Viele Autofahrer wurden von der plötzlichen Glätte überrascht und verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Die Abschleppdienste hatten alle Hände voll zu tun, um liegengebliebene Autos aus Gräben und Böschungen zu ziehen.

    Auch die Straßenmeistereien mussten reagieren. Salzstreuer und Schneepflüge, die viele schon im Winterschlaf wähnten, wurden wieder auf die Straßen geschickt. „Während der Märzstürme gibt es immer mal wieder Schneefälle“, erklärte Clément Bouley, der für den Straßendienst in Côte-d’Or arbeitet. „Aber insgesamt gibt es heute weniger Schnee als früher.“

    Überraschender Schneefall – ein neues Phänomen?

    Diese plötzlichen Schneeschauer im März sind für viele überraschend, doch ungewöhnlich sind sie nicht. Besonders in den Mittelgebirgen kann es selbst im Frühling noch zu winterlichen Wetterlagen kommen. Was allerdings auffällt: Die Intensität der Schneefälle scheint sich zu verändern. Früher gab es in den Wintermonaten deutlich mehr Schnee, während er heute oft außerhalb der klassischen Winterzeit fällt.

    Bleibt also die Frage: Müssen sich Autofahrer in Zukunft auf noch unberechenbarere Wetterkapriolen einstellen? Sicher ist, dass der März weiterhin für Überraschungen gut ist – und Winterreifen auch im Frühling manchmal die beste Wahl sein können.

    Von C. Hatty

  • Dijon: Zweiter Brand in Bibliothek – Polizei verstärkt Präsenz im Viertel Grésilles

    Dijon: Zweiter Brand in Bibliothek – Polizei verstärkt Präsenz im Viertel Grésilles

    Ein Gebäude geht in Flammen auf – und das schon zum zweiten Mal in nur 15 Tagen. Die Mediathek Champollion in Dijon ist erneut Ziel eines Brandanschlags geworden. Die Behörden vermuten einen kriminellen Hintergrund, möglicherweise im Zusammenhang mit Drogenhandel. Die Reaktion? Verstärkte Polizeipräsenz und ein klares Signal des Staates: Das darf nicht so weitergehen.

    Ein Viertel im Ausnahmezustand

    Die Nacht von Samstag auf Sonntag brachte erneut Schrecken über das Viertel Grésilles. Der Brand in der Mediathek zerstörte 200 Quadratmeter des ersten Stockwerks – ein schwerer Schlag für die lokale Gemeinschaft. Bereits Mitte Februar hatte ein Feuer denselben Ort heimgesucht. Nun laufen die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

    Der regionale Präfekt Paul Mourier besuchte am Sonntagabend gemeinsam mit Dijons Bürgermeisterin Nathalie Koenders den Tatort. Seine Botschaft war eindeutig: „Was hier passiert, ist ernst.“ Die Polizei geht davon aus, dass die Brände mit dem Drogenhandel in Verbindung stehen – ein gefährliches Spiel mit Feuer, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Doch warum gerade die Mediathek? Laut Mourier sind solche Angriffe oft eine direkte Reaktion auf verstärkte Polizeieinsätze. „Wenn die Polizei Druck macht, kommt es zu Gegenreaktionen. Doch das zeigt nur, dass unsere Maßnahmen wirken – und wir werden nicht nachlassen.“

    CRS-Einheiten im Einsatz – der Staat setzt ein Zeichen

    Die Antwort der Behörden kam prompt. Eine Einheit der Bereitschaftspolizei CRS 83 wurde in Grésilles stationiert. 30 Beamte werden die kommenden Tage im Viertel verstärkt patrouillieren – vor allem nachts. Sie sollen Autos und Passanten kontrollieren, Drogengeschäfte unterbinden und die kriminellen Netzwerke stören.

    Präfekt Mourier betonte die Entschlossenheit des Staates: „Die Menschen hier leiden unter den Machenschaften der Dealer. Sie haben Angst, sie fühlen sich unsicher. Doch das ist unser Land, unsere Stadt – und wir werden nicht zulassen, dass Kriminelle sie beherrschen.“

    Auch Bürgermeisterin Koenders verschärft die Sicherheitsmaßnahmen. Neben der städtischen Polizei, die bereits jeden Abend im Einsatz ist, wurden private Sicherheitskräfte engagiert, um öffentliche Gebäude – darunter die Mediathek – zu schützen. Eine klare Botschaft: Die Stadt wird nicht tatenlos zusehen.

    Ein Stadtviertel zeigt Solidarität

    Die wiederholten Angriffe auf die Mediathek haben die Bevölkerung erschüttert. Die Menschen in Grésilles sind wütend, besorgt – aber auch entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen. Deshalb organisiert die Stadtverwaltung am Montag um 17:30 Uhr eine Solidaritätskundgebung vor der Mediathek. „Wir wollen ein Zeichen setzen – für unsere Stadt, für unsere Gemeinschaft, gegen diese sinnlose Gewalt“, heißt es aus dem Rathaus.

    Bürgermeisterin Koenders wird anwesend sein, ebenso wie zahlreiche Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes, die sich für das kulturelle Leben der Stadt einsetzen. Sie alle verbindet die gleiche Frage: Wie konnte es soweit kommen?

    Ein Viertel zwischen Hoffnung und Angst

    Grésilles ist kein einfacher Stadtteil. Wie viele Viertel in französischen Großstädten kämpft es mit sozialen Herausforderungen – und dem Einfluss von Drogenbanden. Doch es ist auch ein Viertel voller Leben, voller Menschen, die sich für eine bessere Zukunft engagieren. Die Mediathek Champollion steht symbolisch für diesen Kampf. Sie ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort des Wissens, der Begegnung, der Hoffnung.

    Zwei Brände in zwei Wochen – das ist eine Attacke auf die gesamte Gemeinschaft. Doch die Reaktion ist eindeutig: Der Staat, die Stadt und die Bürger von Dijon werden sich nicht beugen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen Wirkung zeigen. Eines steht jedoch fest: Die Menschen in Grésilles werden nicht schweigen – sie stehen auf für ihr Viertel.

    Autor: C. Hatty